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Freiarbeit in der Sekundarstufe I: Chancen und Probleme

Title: Freiarbeit in der Sekundarstufe I: Chancen und Probleme

Seminar Paper , 2001 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Manuela Wolf (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Summary Excerpt Details

„Mir ist alles verhasst, was
mich bloß belehrt, ohne
meine Tätigkeit zu
vermehren oder unmittelbar
zu beleben.“
J. W. v. Goethe

Dieses Zitat des großen deutschen Dichters und Denkers Johann Wolfgang von Goethe beschreibt sehr treffend die Motivation, die hinter dieser Arbeit steht.
Im Rahmen meines Studiums der Grundschulpädagogik stieß ich erstmals auf eine Unterrichtsform, die sich „Freiarbeit“ nennt und mir aus meiner eigenen Schulzeit unbekannt war. Angeregt durch viele positive Erfahrungsberichte und meine eigenen Beobachtungen während des Orientierungspraktikums beschäftigte ich mich weiter mit diesem Thema und fragte mich, ob ein Konzept, dass in der Grundschule mittlerweile erfolgreich praktiziert wird, nicht auch in der Sekundarstufe I anwendbar wäre.
In nachfolgenden praktischen Studien in einem Kindergarten, einer Grundschule und einem Gymansium musste ich feststellen, dass die meisten Lehrer zwar den Begriff „Freiarbeit“ schon einmal gehört hatten, h werde im Folgenden versuchen, diese Fragen mit Hilfe der umfangreichen Literatur zum Thema zu beantworten. Die Begriffe „Freiarbeit“ und „Freie Arbeit“ werden hierbei synonym verwendet. Im Rahmen dieser Arbeit möchteaber noch weit von einer Anwendung in ihrem eigenen Unterricht entfernt waren. Intensive Gespräche mit diesen Lehrern brachten jedoch das Ergebnis, dass sie mit ihrem eigenen, meist frontal geführtem Unterricht selbst unzufrieden waren. Also versuchte ich in ersten zaghaften Lehrversuchen einen offeneren Unterrichtsstil, der die Schüler zu mehr Eigentätigkeit anregen sollte. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase brachte dieser Unterricht zufrieden stellende Ergebnisse, vor allem auf der Seite der Schüler-Lehrer-Beziehung und der Zusammenarbeit zwischen den Schülern, aber auch auf der Seite der Ergebnissicherung. Nicht zuletzt fühlte ich mich in der Rolle des Beratenden wohler als in der des Dozierenden. Dies alles bestärkte mich darin, mich weiter mit alternativen Unterrichtsformen zu beschäftigen, die die Schüler nicht bloß „belehrt“, sondern zu eigenem Handeln veranlasst, um sie später in meinem eigenen Unterricht praktizieren zu können.





Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist „Freiarbeit“?

3. Die Altersspezifik der Schüler in der Sekundarstufe I

4. Aktuelle Herausforderungen an Schule und Unterricht in der Sekundarstufe I

5. Rahmenbedingungen für Freiarbeit in der Sekundarstufe I

6. Chancen, die Freiarbeit in der Sekundarstufe I bieten kann

7. Probleme, die in der Freiarbeit auftreten können

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das pädagogische Konzept der Freiarbeit im Kontext der Sekundarstufe I, um zu ergründen, ob und wie diese Unterrichtsform, die primär aus der Grundschulpädagogik bekannt ist, auf die Bedürfnisse und Lernvoraussetzungen älterer Schüler übertragen werden kann. Dabei steht die Analyse der Chancen im Hinblick auf den Erwerb von Schlüsselqualifikationen sowie die Identifikation spezifischer Herausforderungen und Hindernisse bei der Implementierung im Vordergrund.

  • Grundlagen und Definition der Freiarbeit
  • Entwicklungspsychologische Besonderheiten der Sekundarstufe I
  • Anforderungen an die Gestaltung einer vorbereiteten Lernumgebung
  • Bedeutung der Lehrerrolle als Lernberater
  • Förderung von Sach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz
  • Umgang mit Leistungsbewertung und sozialen Konflikten

Auszug aus dem Buch

6. Chancen, die Freiarbeit in der Sekundarstufe I bieten kann

Sind die nötigen Rahmenbedingungen vorhanden, „scheint (es) möglich zu sein, dass auch schulisches Lernen analog zu ausserschulischen anspruchsvollen Wissensbildungs- und Problemlösegemeinschaften vermehrt nach den Prinzipien authentischen – d. h. handlungs-, erfahrungs-, sozial- und kommunikationsbezogenen Lernens und Arbeitens […] pädagogisch effektiv inszeniert und organisiert werden kann“. Freiarbeit kann meiner Meinung nach dieses „authentische Lernen“ bieten. Doch welche Chancen stecken im Einzelnen für die Schüler in dieser Form des Lernens?

Bei der Durchsicht der Literatur fand ich vielfältige Antworten aus Theorie und Praxis auf diese Frage. Um diese Vielfalt zu strukturieren und auch weil die Rahmenpläne die formale Grundlage jeder Lehrertätigkeit, sowohl des traditionellen, als auch des Offenen Unterrichts sind, möchte ich die gefundenen Aussagen den vier Kompetenzbereichen zuordnen, die zusammen die „Dimensionen des erweiterten Lernbegriffs“ beschreiben.

Zunächst einmal sollte Unterricht den Schülern Sachkompetenz vermitteln, d. h. fachliches Wissen, fachspezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten, Kategorien zur Einordnung von Fakten und deren Zusammenhänge untereinander ausbilden. Dies ist unbestritten die Stärke des vorwiegend frontalen, systematischen Unterrichts. Oder trügt der Schein? „Gründliches Verstehen ist ein zentrales Anliegen von gutem Unterricht, und dennoch haben in manchen Klassenzimmern zahlreiche Schüler nur selten das beglückende Gefühl, einen Sachverhalt wirklich zu verstehen. Stattdessen erwerben sie unter Zeitdruck abstraktes Wissen, dem der Bezug zu ihrem Vorwissen und zu den möglichen Anwendungskontexten fehlt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit motiviert sich aus dem Wunsch, offene Unterrichtsformen, die in der Grundschule erfolgreich sind, auf die Sekundarstufe I zu übertragen.

2. Was ist „Freiarbeit“?: Dieses Kapitel definiert Freiarbeit als methodische Großform, die auf reformpädagogischen Traditionen basiert und die Freiheit zur Selbsttätigkeit ins Zentrum stellt.

3. Die Altersspezifik der Schüler in der Sekundarstufe I: Es werden die entwicklungspsychologischen Bedürfnisse von Jugendlichen beschrieben, wie Autonomie, Selbstfindung und formal-logisches Denken.

4. Aktuelle Herausforderungen an Schule und Unterricht in der Sekundarstufe I: Das Kapitel analysiert die Kritik am lehrerzentrierten Unterricht und fordert einen Wandel hin zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen.

5. Rahmenbedingungen für Freiarbeit in der Sekundarstufe I: Hier werden die organisatorischen Voraussetzungen beleuchtet, insbesondere die Gestaltung des Klassenraums und die veränderte Rolle des Lehrers als Lernberater.

6. Chancen, die Freiarbeit in der Sekundarstufe I bieten kann: Es wird dargelegt, wie Freiarbeit zur Förderung der Sach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz beitragen kann.

7. Probleme, die in der Freiarbeit auftreten können: Das Kapitel thematisiert kritische Punkte wie Leistungsbewertung, soziale Konflikte und die Belastung der Lehrkraft.

8. Zusammenfassung: Abschließend wird das Fazit gezogen, dass Freiarbeit trotz der genannten Schwierigkeiten eine zukunftsweisende und begrüßenswerte Form der Unterrichtsöffnung darstellt.

Schlüsselwörter

Freiarbeit, Sekundarstufe I, Offener Unterricht, Reformpädagogik, Schülerorientierung, Lernberater, Schlüsselqualifikationen, Selbsttätigkeit, Methodenkompetenz, Sachkompetenz, Sozialkompetenz, Personalkompetenz, Binnendifferenzierung, Lernumgebung, Eigenverantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der Freiarbeit und dessen Anwendbarkeit in der Sekundarstufe I als Alternative zum traditionellen, lehrerzentrierten Unterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Definition von Freiarbeit, ihre theoretische Begründung, die notwendigen organisatorischen Rahmenbedingungen sowie die Chancen und Probleme bei der Umsetzung in höheren Klassenstufen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Chancen für die Schülerentwicklung durch Freiarbeit aufzuzeigen und Strategien zu finden, wie diese Unterrichtsform auch unter den Bedingungen der Sekundarstufe I erfolgreich praktiziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die verschiedene pädagogische Ansätze und Fachliteratur zur Freiarbeit analysiert und in den Kontext der Anforderungen an weiterführende Schulen setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kompetenzbereiche (Sach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz) und setzt sich intensiv mit der Lehrerkritik und organisatorischen Herausforderungen wie der Leistungsbewertung auseinander.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Freiarbeit, Sekundarstufe I, Offener Unterricht, Lernberater, Schlüsselqualifikationen und Selbsttätigkeit.

Wie geht die Arbeit mit der Problematik um, dass Schüler in der Pubertät Freiarbeit ablehnen könnten?

Die Autorin betont, dass die Umstellung auf Freiarbeit schrittweise erfolgen sollte, um den Schülern zunächst den Spaß am eigenverantwortlichen Lernen zurückzugeben, anstatt sie mit einem zu hohen Maß an Freiheit zu überfordern.

Wie soll laut der Arbeit die Leistungsbewertung in der Freiarbeit erfolgen?

Die Arbeit plädiert dafür, auch Leistungen während der Freiarbeitsphasen in die Notengebung einzubeziehen, um deren Wertschätzung als vollwertiger Unterricht zu sichern, wobei teilweise eine Einbeziehung der Schüler bei der Bewertung durch Jury-Modelle empfohlen wird.

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Details

Title
Freiarbeit in der Sekundarstufe I: Chancen und Probleme
College
University of Potsdam  (Pädagogik)
Course
Erziehungswissenschaftliche Zwischenprüfung
Grade
1,3
Author
Manuela Wolf (Author)
Publication Year
2001
Pages
34
Catalog Number
V10769
ISBN (eBook)
9783638171090
ISBN (Book)
9783638641623
Language
German
Tags
Freiarbeit Sekundarstufe Chancen Probleme Erziehungswissenschaftliche Zwischenprüfung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Wolf (Author), 2001, Freiarbeit in der Sekundarstufe I: Chancen und Probleme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10769
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