Die Bundestagsbibliothek als Beispiel einer Parlamentsbibliothek


Seminararbeit, 2001

13 Seiten, Note: 1,7


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bibliothek des deutschen Bundestages – eine Parlamentsbibliothek

3. Systemzweck und Zielsetzung der Bundestagsbibliothek

4. Gründung und Bestand der Bundestagsbibliothek

5. Bibliothekskataloge

6. Benutzerkreis der Bibliothek

7. Abgeschlossene Projekte

8. Quellennachweis

1. Einleitung

„Die Abgeordneten des deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“[1]

So steht es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und diese Unabhängigkeit kann nur gewahrt werden, wenn die Abgeordneten und jedes einzelne Mitglied des Deutschen Bundestages jederzeit auf den aktuellen Wissensstand zurückgreifen können. Sie müssen am „Wissen der Zeit[2] “ partizipieren können, also an allen Informationen, die in der Gesellschaft produziert und reproduziert werden.

Es ist unbedingt notwendig, dass sie sich über die Konsequenzen und Alternativen ihres Handelns im Klaren sind und sich einen Einblick in Problematik, einschlägige Daten, Fakten und Argumente verschaffen können. Dabei werden sowohl Sachinformationen als auch Interpretationen in laufender Aktualisierung benötigt.

Informationen bilden die Grundlage jeglicher politischer Überlegungen. Ohne sie kann die Politik ihrer Aufgabe die staatliche Ordnung zu gestalten, den gesellschaftlichen Wandel zu beeinflussen und die Ordnungsbedingungen ständig an neue Anforderungen anzupassen und zu verbessern, nicht nachkommen.

Diese Aufgabe wird noch erschwert durch die Tatsache, dass es sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was in welcher Weise erhalten, verändert und verbessert werden soll. Ohne die ständige Versorgung mit Informationen kann der Prozess der politischen Willensbildung nicht erfolgreich bewältigt werden, zumal die gesellschaftlichen Veränderungen Antworten auf immer neue Fragen verlangen.

Integriert in die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages leistet die Bibliothek des deutschen Bundestages einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung der angestrebten Informationsversorgung. Diese Hausarbeit soll einen Einblick in Funktion, Zielsetzung und Organisation der Bibliothek des Deutschen Bundestages als Beispiel für eine Parlamentsbibliothek geben.

2. Die Bibliothek des deutschen Bundestages – eine Parlamentsbibliothek

Parlamentsbibliotheken sind für die Versorgung einer relativ kleinen Klientel zuständig: den Parlamentariern. Außerdem beschränken sie sich auf ein bestimmtes Fachgebiet und sind in eine fachlich spezialisierte Institution integriert[3]. Damit sind sie definitorisch Spezialbibliotheken. Allerdings stellen sie keinen einheitlichen Bibliothekstypus dar, weil die Parlamentsbibliotheken der verschiedenen Staaten teilweise erhebliche Unterschiede aufweisen. Das betrifft nicht nur Organisation und Aufgaben, sondern ebenso ganz grundlegende Überlegungen zu Zweck, Sachgebiet und „Gesamtinformationskonzept“[4] der jeweiligen Bibliothek.

Dabei ist es wichtig, ob der Staat eine föderative oder eine zentralistische Struktur besitzt. Dieser Sachverhalt nämlich bestimmt über die Zuständigkeiten des jeweiligen Parlaments, da diese in einem Bundesstaat – mit Ländern oder Kantonen – anders verteilt sind als in einem zentralistischen Staat.

In einigen Ländern, wie zum Beispiel in Ungarn, Finnland und der Schweiz, sind hybride Formen von Parlamentsbibliotheken entstanden. In Ungarn etwa ist die Parlamentsbibliothek mit einer juristischen Spezialbibliothek zu EINER Bibliothek verschmolzen. Sie gehört organisatorisch zur Parlamentsverwaltung, ist aber für die Öffentlichkeit voll verfügbar.

Daraus ergibt sich die Frage nach den Benutzungsverhältnissen einer Parlamentsbibliothek. Wer nutzungsberechtigt ist, hängt davon ab, ob der Bibliothek eine Rolle als nationales Forschungszentrum zukommt, aber auch davon, inwieweit ihre Kapazitäten dafür ausreichen. Der Zugang zu Informationsmaterialien, die anderswo nicht verfügbar sind, stellt daher einen guten Kompromiss dar. Für die Bibliothek des Deutschen Bundestags im Speziellen allerdings verhält es sich so, dass „die Schätze der Parlamentsbibliothek nicht einer beliebigen oder unbeschränkten öffentlichen Benutzung, sprich Ausleihe, zugänglich gemacht werden können[…]“[5]. Dies gilt auch für die Fernleihe, wenn es sich um Nicht-Regierungs-Körperschaften außerhalb des festgelegten Bonner (Berliner) Benutzerkreises handelt.

Auch der Status einer Parlamentsbibliothek innerhalb des Verwaltungsapparates differiert, da er von der politischen Kultur eines Landes und seiner historischen Entwicklung abhängt. Dieser Status aber ist entscheidend für die Entwicklung der Parlamentsbibliothek, da er „ein Indiz für die Beurteilung ihrer Nützlichkeit seitens des Parlaments ist“[6].

Die Arbeit der Bibliothek ist umso effektiver und effizienter, je höher der Bibliotheksleitende in der Hierarchie der Parlamentsverwaltung steht.

3. Systemzweck und Zielsetzung der Bundestagsbibliothek

Bibliotheken sind unter funktionalen Gesichtspunkten (also unter Einbeziehung des Benutzers) „spezielle Informationssysteme“[7]. Bibliotheksinformationssysteme sind auf Benutzer und auf Probleme, deren Lösung sie unterstützen sollen, angelegt. Denn die Benutzung ist die eigentliche Zielsetzung einer Bibliothek. In Deutschland herrschte allerdings lange Zeit eine „Überschätzung der bibliothekarischen Sammeltätigkeit und der sehr verbreiteten verhängnisvollen Ignorierung einer wirkungsvollen Dokumentations- und Informationstätigkeit“[8], so dass die meisten Bibliotheken dieser Zielsetzung nicht entsprochen haben.

Die Kataloge und die mit ihnen verbundenen, institutionalisierten Auswertungsprozesse sind das Kernstück einer Bibliothek als Informationssystem. Der Katalog muss als „Mittel“ dem „Zweck“ der Befriedigung der aufgaben- und problembestimmten Benutzerbedürfnisse bestmöglich genügen. Dieser Grundsachverhalt entscheidet über die anzuschaffende Katalogform einer Bibliothek.

Der Zusammenhang zwischen „Bibliothek“, „Katalog“ und „Literaturauswertung“ lässt sich auch systemtheoretisch darstellen. Aus der Analyse des Systemzwecks ergibt sich die Frage nach den Systemelementen, die notwendig sind, um diese Zielkombination zu erreichen. Daraus folgt, dass die Ziele des Systems Ausgangspunkt der Überlegungen über die Art und den praktisch-methodischen Aufbau der Bibliotheksorganisation sein müssen. Eine Bibliothek sollte den Bedarf an Information decken und Informationen zur Befriedung spezieller Informationsbedürfnisse anbieten, beziehungsweise bereitstellen. Sie soll die tatsächlichen und potentiellen Benutzerbedürfnisse nach Literaturinformation umfassend, differenziert, nachfragegerecht und rationell befriedigen.

Diese Überlegungen dienten als Grundlage für den Aufbau und die Organisation der Bundestagsbibliothek nach ihrer Neugründung. Daher ist der Systemzweck der Bundestagsbibliothek institutsbezogen-aufgabenorientiert[9].

Die Zielkombination besteht

1. in der Ermittlung des aktuellen und langfristigen gesellschaftlich-politischen Informationsbedarfs des Parlaments und seiner Mitglieder,
2. in der Ermittlung und Beschaffung der Literatur, die diese notwendigen Informationen enthält,
3. in der dokumentationsgerechten formalen Erfassung und inhaltlichen Erschliessung der Literatur nach thematischen Auswertungseinheiten und
4. im Bereitstellen und der Vermittlung der ausgewerteten Literaturinformationen für die verschiedensten parlamentarischen Verwendungen.

Der Informationsbedarf des Parlaments umfasst „alle Lebensgebiete, die für die Innen- und Außenpolitik von Bedeutung sind oder die in der Gesetzgebung erfasst werden“[10].

4. Gründung und Bestand der Bundestagsbibliothek

Die Bibliothek des deutschen Bundestages wurde 1949 mit dem parlamentarischen Neubeginn der Bundesrepublik gegründet. Sie hat auf Beschluss des Vorstandes des Deutschen Bundestags 1951 die Organisationsgrundsätze der „Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel“ übernommen und umgesetzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel

Ihre primäre Aufgabe bestand – und besteht – darin, das Parlament mit Literatur zu versorgen. Information ist die politische Arbeits- und Erfolgsgrundlage, und es ist Sache der Bundestagsbibliothek, dafür Sorge zu tragen, dass die oben erwähnte Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit der Abgeordneten gewahrt bleiben. Deshalb gibt es weder linke, noch rechte Information. Jede Partei muss sich selbst um die Interpretation der gelieferten Dokumente kümmern.

Die Informationsverwendungen im Parlament lassen sich zusammenfassen in Informationen zur Vorbereitung von gesetzgeberischen und politischen Entscheidungen und in Informationen zur gesellschaftlich-politischen Forschung. Dabei ist der Übergang von einer Form in die andere allerdings fließend, da zumeist die Forschungen der Vorbereitung von Entscheidungen dienen.

Begonnen wurde 1949 mit einem Grundstock von ca. 1000 Bänden, die man vom Parlamentarischen Rat übernommen hatte. Durch einen stetigen jährlichen Zuwachs von 25.000 Bänden hat sich die Bundestagsbibliothek zur dritt größten Parlamentsbibliothek der Welt entwickelt. Sie wird an Größe nur von der Library of Congress und der Tokios National Diet Library übertroffen. Allerdings sind diese keine reinen Parlamentsbibliotheken.

Der Bestand beträgt heute (Stand 2000) 1,3 Mio. Bände, 11 000 laufend bezogene Periodika, 2 200 Loseblattwerke und 220 000 Mikroformen sowie zahlreiche CD-ROMs. Gerade den „neuen“ Medien gegenüber muss sich die Bundestagsbibliothek offen zeigen, weil diese in der Regel die größte Aktualität aufweisen. Daher versucht die Bibliothek, stets „auf dem neuesten technischen Stand“[11] zu stehen. Denn

das Zeitalter der Elektronischen Bibliothek hat […] erhebliche Auswirkungen auf das Tätigkeitsspektrum des Parlamentsbibliothekars. Lag früher das Schwergewicht auf der physischen Erwerbung, Erschliessung und Nutzbarmachung von Dokumenten mit parlamentsrelevanten Informationen, so sind heute mehr und mehr die Recherchefähigkeiten der Bibliothekar gefordert, damit sie die benötigten Informationen in den elektronischen Netzen sicher auffinden, wenn das Parlament sie braucht[12].“

Die Bundestagsbibliothek ist Teil der Unterabteilung „Wissenschaftliche Dokumentation“, welche die bibliothekarische und dokumentarische Materialbasis für die Organe des Deutschen Bundestages umfasst: neben der Bibliothek noch das Parlamentsarchiv, das Sach- und Sprechregister und das Referat (Geschichte, Zeitgeschichte und Politik). Letzteres nimmt dabei eine Sonderstellung innerhalb der Sonderabteilung ein.

Die Bibliothek ist in vier Bereiche unterteilt:

1. Amtschriften u. Sondersammlungen
2. Nichtamtliches Schrifttum
3. Erschließung und Dokumentation
4. Benutzung und Information

Zum amtlichen Schrifttum gehören Parlamentsschriften, also jene Schriften, die das Verfassungsorgan bei der Erledigung seiner Arbeit selbst produziert (z. B.: Stenographische Berichte, Geschäftsordnungen und amtliche Handbücher). Amtliche Veröffentlichungen der Regierung, Verwaltungsbehörden und Gerichte fallen selbstverständlich auch in diese Kategorie (besonders wichtig: die Amtsblätter, wie z. B. das Bundesgesetzblatt).

In die Kategorie „nichtamtliches Schrifttum“ gehören alle Monographien und Informationsträger, welche die politische Meinungsbildung ergänzend unterstützen (Lexika, „Werke zur Landes- und Weltgeschichte, zu Recht, Verfassung und Verwaltung, zu Politik, Wirtschaft und Finanzen […]“[13] etc.).

Erworben wird einerseits Verlagsliteratur. Dies geschieht zumeist durch Kauf. Zum anderen wird auf die Beschaffung der von Organisationen und Institutionen außerhalb des Buchhandels herausgegebenen Veröffentlichungen Wert gelegt. Rund die Hälfte der gesammelten Literatur stammt von institutionellen Herausgebern, also gesellschaftspolitischen Trägereinrichtungen wie Parteien, Gewerkschaften, Verbänden, Hochschulen, Forschungsinstituten und Kirchen, Behörden der Bundes-, Landes- und kommunalen Ebene, ausländischen Parlamenten sowie von internationalen Organisationen und gelangt als Tausch-, Geschenk- oder Pflichtexemplar in den Bestand.

Dies hat zur Folge, dass die Bundestagsbibliothek eine in der Bundesrepublik einzigartige Sammlung des deutschen und ausländischen amtlichen Schrifttums mit Gesetzblättern, Parlamentaria und Statistiken von etwa 60 Ländern, insbesondere den europäischen Staaten und den USA und des nicht im Buchhandel erhältlichen Schrifttums von ca. 2500 in- und ausländischen Instituten besitzt und verwaltet. Damit ist die Bundestagsbibliothek Deutschlands größte Schatzkammer für graue Literatur.

Das Sachgebiet der Bibliothek erstreckt sich auf die Literatur zu sämtlichen Formen des menschlich-gesellschaftlichen Seins, auf alle gesellschaftlichen Daseinsgebiete, schwerpunktmäßig des nationalen, aber auch des internationalen Bereichs. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Sammlung liegen deshalb gemäß den Inhalten der parlamentarischen Arbeit auf den Gebieten Politik, Recht, Wirtschaft, Soziales, Zeitgeschichte. Ergänzend kommen die jeweils politisch relevanten Fachgebiete hinzu.

Da der Parlamentarier informiert sein muss, beziehungsweise sich informieren können muss, hat sich die Bundestagsbibliothek die vollständige Sammlung und Auswertung des amtlichen Schrifttums der Bundesministerien zur Aufgabe gemacht.

Durch diese umfassende Sammlung besitzt die Bibliothek „das komplette Album deutscher Demokratie; Flugblätter, Reden und Pamphlete von 1848 bis heute“[14].

5. Bibliothekskataloge

Das Katalogsystem und die damit verbundenen Auswertungsprozesse bilden neben der umfassenden und differenzierten Erwerbung gesellschaftlich-politischen Schrifttums die Grundlage für die oft gelobte hohe Leistungsfähigkeit der Bibliothek des deutschen Bundestages für die Arbeit des Parlaments und seiner MitarbeiterInnen.

In den Bibliothekskatalogen sind die vorhandenen Bücher, Zeitschriften und Aufsätze für die Informationsversorgung des Parlaments verzeichnet. In der alltäglichen Benutzung der Bundestagsbibliothek werden von den Politikern hauptsächlich schnelle Hinweise und Kurzdokumentationen zu den jeweiligen Sachverhalten benötigt, da sie den besten Überblick vermitteln.

Aufgrund dieser besonderen Anforderungen an die Informationsversorgung ist eine spezielle Erschliessung der Bestände notwendig. Neben 15 000 Monographien werden deshalb auch etwa 15 000 Aufsätze von rund 1000 Zeitschriften und Jahrbüchern pro Jahr inhaltlich und formal bearbeitet, da die in Zeitschriften bibliographisch unselbständig verbreiteten Informationen in der Regel aktueller sind. Diesen Weitblick hatte die Bibliothek bereits ab 1875, also „zu einer Zeit, als dies längst noch nicht selbstverständlich war“[15].

Die Literatur bis 1986 ist im Zettelkatalog verzeichnet, Werke ab 1987 sind über den Online-Katalog recherchierbar. Dieser hat am 1. Februar 1998 seine Arbeit aufgenommen.

6. Benutzerkreis der Bibliothek

Der Benutzerkreis der Bibliothek besteht verständlicherweise zum größten Teil aus Abgeordneten, aber auch deren Mitarbeiter, die Fraktionen und die Verwaltung haben Zugang zu den Informationen der Bibliothek.

Des weiteren steht sie ehemaligen Abgeordneten, deutschen Mitgliedern des Europäischen Parlaments in Bonn beziehungsweise Berlin, den im Raum Bonn beziehungsweise Berlin ansässigen Bundes- und Landesbehörden, Institutionen, Botschaften und den Medien zur Verfügung.

Weil sämtliche Information (und damit zumeist auch deren Träger) immer schnellstmöglich verfügbar sein muss, bedeutet dies einen weitgehenden Ausschluss der Öffentlichkeit von der Ausleihe. Seit ihrer Gründung wurden mehrere Anläufe unternommen, die Bibliothek einem größeren Benutzerkreis zu öffnen, da ihr Bestand in bestimmten Bereichen doch erheblich über den anderer Bibliotheken (speziell in Bonn) hinausgeht. Diese Versuche blieben aber bis zum jetzigen Zeitpunkt fruchtlos und durch den Umzug nach Berlin sind derartige Projekte sowieso auf Eis gelegt.

Bei der Benutzung der Bibliothek kann neben den Katalogen auch auf einen Lesesaal zugegriffen werden. Mittlerweile besteht neben dem Lesesaal in der Friedrich-Ebert-Allee in Bonn auch ein Lesesaal in Berlin: das Jakob-Kaiser-Haus.

Dort sind auf zwei Ebenen ein Kernbestand an staats- und rechtswissenschaftlicher Literatur, Nachschlagewerke (wie Handbücher, Lexika, Statistiken, Wörterbücher), aktuelle Kommentare und eine Zeitschriftenauslage mit über 100 Titeln untergebracht.

Literatur aus der Handbibliothek (Gesetzestexte, Kommentarliteratur etc.) steht zur sofortigen Ausleihe zur Verfügung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gläserner Verbindungsgang von Haus 4 zu Haus 3 des Jakob-Kaiser-Hauses

Der Buchbestand der Magazine, die Kartenstelle sowie Teile des Lesesaal-Präsenzbestandes und der Loseblattstelle bleiben jedoch in Bonn bis zur völligen Fertigstellung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Marie-Elisabeth-Lüders-Haus: Parlamentsneubau mit zentraler Parlamentsbibliothek

7. Abgeschlossene Projekte

Eines der wichtigsten Projekte war die Einführung eines neuen EDV-Systems, das 1998 mit dem Online-Katalog seine Umsetzung fand.

Durch die Thesaurusrevision von 1996-1998 wurde das Erschließungs- und Dokumentationssystem der Bundestagsbibliothek einer grundlegenden Revision unterzogen um damit den neuen Anforderungen einer umfassenden parlamentarischen Informationsversorgung zu genügen. Der neue Online-Bibliotheksthesaurus POLIANTES wurde formal und inhaltlich den Thesauri PARTHES und ANTHES des Sach- und Sprechregisters des deutschen Bundestages angeglichen. Dadurch wurde das Wechseln zwischen den unterschiedlichen parlamentarischen Informationssystemen wesentlich erleichtert. Der Sachthesaurus setzt sich aus 90 Mikrothesauri zusammen. In der Struktur gleicht er damit dem EUROVOC, dem Thesaurus des Europäischen Parlaments, der auch von mehreren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und von einigen Parlamenten in Mittel- und Osteuropa eingesetzt wird.

Ein weiteres bedeutsames Projekt war die Massenentsäuerung der wertvollsten und gefährdetsten Bestände der Bundestagsbibliothek. Aufgrund säurehaltiger Inhaltsstoffe sind die seit ca. 1850 verwandten Papiere in großem Maße vom Verfall bedroht. Aus diesem Grund wurden in einer ersten Projektphase in den Jahren 1995 bis 1998 vor allem solche Parlamentaria wie die Reichstagsprotokolle und die Bundestagsdrucksachen oder die Verordnungen der Besatzungsmächte aus den Jahren 1945 bis 1949 vor dem Verfall durch Papierfraß bewahrt.

Das sowohl interessanteste als auch schwierigste Projekt ist jedoch der nach der deutschen Wiedervereinigung mit der Verlagerung der Regierungsgeschäfte nach Berlin einher gehende Umzug der Bundestagsbibliothek. Wenn dieser seinen Abschluss gefunden hat, soll entschieden werden, ob weitere Teile des Bibliotheksbestandes entsäuert werden müssen und können.

8. Quellennachweis

Hacker, Rupert: Bibliothekarisches Grundwissen. – 7., neu bearbeitete Auflage – München : Saur, 2000

Hahn, Gerhard: Werdegang, Aufbau, und Ziele der Bibliothek des deutschen Bundestags im Vergleich zur Reichstagsbibliothek. In: Gerhard Hahn: Die Reichstagsbibliothek zu Berlin – ein Spiegel deutscher Geschichte – Düsseldorf : Droste Verl., 1997, S. 547-603

Ders.: Der Zusammenhang von Systemzweck, Sachgebiet, inhaltlicher Literaturauswertung und Katalog in der Bundestagsbibliothek. In: Bibliotheksarbeit für Parlamente und Behörden: Festschrift zum 25jährigen Bestehen d. Arbeitsgemeinschaft d. Parlaments- und Behördenbibliotheken / hrsg. von Wolfgang Dietz; Dr. Hildebert Kirchner; Kurt Georg Wernicke – München, New York, London, Paris : Saur, 1980

Kohl, Ernst: Leitfaden für Parlamentsbibliotheken; mit einem Anhang über die Wissenschaftlichen Fachdienste von Parlamenten / hrsg. Ernst Kohl; IFLA – Bonn, 1997

Schick, Rupert; Hahn, Gerhard: Stichwort: Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags / hrsg. vom Deutschen Bundestag – Berlin, 2000

http://www.bundestag.de/verwalt/bibliothek/bibl1.htm (Stand: 11.05.02)

http://www.bibliotheksportraits.de/portraits/ (Stand: 11.05.2002)

Bildnachweis:

- Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel... S. 4 www.uni-kiel.de:8080/IfW/zbw/elements/graphics/neubau.jpg
- Gläserner Verbindungsgang von Haus 4 zu Haus 3 des Jakob-Kaiser-Hauses..S. 9 www.bundestag.de/aktuell/bp/2001/bp0112/neubau01.jpeg
- Das Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin...S. 9 www.bundestag.de/verwalt/bibliothek/bibl_1.jpeg
- Marie-Elisabeth-Lüders-Haus: Parlamentsneubau mit zentraler Parlamentsbibliothek... S. 9 www.bibliotheksportraits.de/portraits/grafiken/1252132-1.jpg

[...]


[1] GG, Artikel 38, 1. Absatz

[2] Hahn, Gerhard: Der Zusammenhang von Systemzweck..., S. 171

[3] Hacker, Rupert: Bibliothekarisches Grundwissen, S. 37

[4] Leitfaden für Parlamentsbibliotheken, S.XIV

[5] Hahn, Gerhard: Werdegang, Aufbau..., S. 589

[6] Leitfaden für Parlamentsbibliotheken, S. 9

[7] Hahn, Gerhard: Der Zusammenhang von Systemzweck, S. 167

[8] ebd., S. 167

[9] Hahn, Gerhard: Der Zusammenhang von Systemzweck..., S. 171 ff.

[10] ebd.

[11] Leitfaden für Parlamentsbibliotheken, S. XXII

[12] ebd., S. IV

[13] Leitfaden für Parlamentsbibliotheken, S. 35 f.

[14] Die Welt, 24.04.1999; Deutscher Bundestag, Pressedokumentation, Artikel 79093

[15] Leitfaden für Parlamentsbibliotheken, S. XV

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Die Bundestagsbibliothek als Beispiel einer Parlamentsbibliothek
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Veranstaltung
Funktion, Struktur, Typologie des Bibliothekswesens, Bibliothekspolitik
Note
1,7
Autor
Jahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V107729
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bundestagsbibliothek, Beispiel, Parlamentsbibliothek, Funktion, Struktur, Typologie, Bibliothekswesens, Bibliothekspolitik
Arbeit zitieren
Doreen Lutze (Autor), 2001, Die Bundestagsbibliothek als Beispiel einer Parlamentsbibliothek, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107729

Kommentare

  • Gast am 8.4.2003

    Super.

    Super, dat nächste mal schau ick gleich vorbei hier ...

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Titel: Die Bundestagsbibliothek als Beispiel einer Parlamentsbibliothek



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