Die Umsetzung der letzten Stufe der Postreform und somit die irreversible Marktöffnung im Bereich der Festnetztelephonie am 1. Januar 1998 hat in vielen Teilen des Telekommunikationsmarktes (TK - Marktes) für völlig neue Produkt und Preisstrukturen gesorgt.
Der bis dahin völlig homogene Telekommunikationsmarkt mit wenigen Basisangeboten weist heute eine Vielzahl an neuen Angeboten im Bereich der Mehrwertdienste auf. Die andauernde Umstrukturierung auf dem TK - Markt bemerkt der Verbraucher an täglichen Änderungen der Preise sowie an der ständig wachsenden Zahl neuer Kommunikations-möglichkeiten. Der Leser wird mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Änderung seiner eigenen Kommunikationsgewohnheiten der letzten vier Jahre einen bedeutenden Umbruch bemerkt haben.
Dieser Aufsatz dokumentiert die Veränderung des TK-Marktes (insbesondere im Bereich der Festnetztelephonie) der letzten Jahre und wertet den daraus resultierenden Nutzen für den Verbraucher aus.
Gliederung
Einleitung
1. Staatliche Regulierung des deutschen Telekommunikationsmarktes vor 1998, geschichtlicher Hindergrund
2. Regulierung des Telekommunikationsmarktes als Übergang zum freien Wettbewerb, Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes
3. Deutscher Telekommunikationsmarkt, Liberalisierung in Zahlen
4. Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes, Wettbewerb durch Regulierung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) und seine Auswirkungen
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den Liberalisierungsprozess des deutschen Telekommunikationsmarktes seit 1998 und analysiert die ökonomischen Auswirkungen dieser Marktöffnung auf die Konsumenten sowie den Wettbewerb durch die Regulierung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP).
- Historische Entwicklung des staatlichen Telekommunikationsmonopols
- Ökonomische Grundlagen natürlicher Monopole und deren Regulierung
- Empirische Analyse der Liberalisierung anhand von Marktzahlen
- Kritische Bewertung der Regulierungspraxis und bestehender Markthindernisse
Auszug aus dem Buch
Regulierung des Telekommunikationsmarktes als Übergang zum freien Wettbewerb, Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes
Die Vorzüge des Wettbewerbs gegenüber einem Monopol für den Konsumenten eines Produktes oder einer Dienstleistung ist eine sichere Erkenntnis der Wirtschaftswissenschaft. Einer der (für den Konsumenten) wichtigsten Nachteile eines Monopols ist die fehlende Regelung des Preises und der Angebotsmenge durch den Markt. Der Konsument muss höhere Preise akzeptieren und mit einem marktmäßig unausgewogenen Angebot des Monopolisten rechnen. Der Produzent ist auf Grund seiner beherrschenden Markstellung in der Lage (Frühbrodt 2002) höhere Produzentenrente auf Kosten der Konsumentenrente, die überproportional fällt, zu erzielen. Der dadurch resultierende Wohlfahrtsverlust für die Volkswirtschaft ist ein kaum abwendbares Ereignis. Außerdem besteht für den Produzenten kein Anreiz seine Produktion zu optimieren bzw. die Produktionsfaktoren sparsam einzusetzen. Interne Ineffizienz und verschwenderisches Vorgehen können sogar die Folge sein (Kruze 1985, S. 89-96).
Diese in der Empirie oft bestätigte Hypothese muss für bestimmte Marktstrukturen jedoch korrigiert werden, nämlich für die Fälle in denen die Monopolstellung eines Anbieters für den Konsumenten von Vorteil ist. Dies ist der Fall, wenn bei nur einem Anbieter auf dem Markt dieser die Leistungen zu einem günstigeren Preis anbieten kann, als es in einer Konkurrenzsituation währe. Es handelt sich um natürliche Monopole, die die Vorteile aus der Monopolstellung an die Konsumenten weitergeben. Die Unternehmen in Monopolstellung profitieren hauptsächlich von stark ausgeprägten "economies of scale" und "economies of scope".
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung skizziert den bedeutenden Umbruch auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt durch die irreversible Marktöffnung im Jahr 1998 und legt das Ziel fest, den Nutzen dieser Veränderung für den Verbraucher zu dokumentieren.
1. Staatliche Regulierung des deutschen Telekommunikationsmarktes vor 1998, geschichtlicher Hindergrund: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung vom Fernmeldemonopol der deutschen Reichspost bis zur stufenweisen Entstaatlichung und Gründung der Deutschen Telekom sowie der Regulierungsbehörde (RegTP).
2. Regulierung des Telekommunikationsmarktes als Übergang zum freien Wettbewerb, Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes: Das Kapitel analysiert ökonomische Grundlagen von Wettbewerb gegenüber Monopolen, erläutert natürliche Monopole sowie Regulierungsmechanismen wie "price cap" zur Steigerung der Konsumentenwohlfahrt.
3. Deutscher Telekommunikationsmarkt, Liberalisierung in Zahlen: Hier werden statistische Daten zur Marktentwicklung, wie Umsatzwachstum und die steigende Anzahl neuer Anbieter, präsentiert, wobei der Fokus auf dem noch immer dominierenden Anteil der Deutschen Telekom bei lokalen Verbindungen liegt.
4. Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes, Wettbewerb durch Regulierung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) und seine Auswirkungen: Das Kapitel evaluiert die Auswirkungen der Liberalisierung, kritisiert regulatorische Defizite und führt Empfehlungen der Monopolkommission auf, um einen effektiveren Wettbewerb zu fördern.
Schlüsselwörter
Telekommunikationsmarkt, Liberalisierung, Regulierung, Deutsche Telekom, RegTP, Wettbewerb, Monopol, Preisbildung, Price-Cap-Verfahren, Entbündelung, Konsumentenwohlfahrt, Infrastruktur, Netzökonomie, Marktöffnung, Festnetztelefonie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse der Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes, die mit der Postreform und der Marktöffnung zum 1. Januar 1998 eingeleitet wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der staatlichen Regulierung, die ökonomischen Vor- und Nachteile von Monopolen und Wettbewerb sowie die praktische Umsetzung der Regulierung durch die RegTP.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Wandel des Telekommunikationsmarktes zu dokumentieren und den daraus resultierenden Nutzen für den Verbraucher kritisch aus ökonomischer Sicht zu würdigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen ordnungspolitischen Ansatz sowie eine deskriptive Analyse von Marktdaten, Statistiken und Empfehlungen der Monopolkommission, um den Fortschritt der Liberalisierung zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung, die theoretische Fundierung natürlicher Monopole, eine statistische Bestandsaufnahme der Marktöffnung und eine kritische Diskussion der Regulierungspraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Liberalisierung, Regulierung, Wettbewerb, natürliches Monopol, RegTP, Marktöffnung und Konsumentenwohlfahrt.
Welche Rolle spielt die Deutsche Telekom in der Marktanalyse?
Die Deutsche Telekom wird als dominierender Akteur mit einer hohen Marktmacht untersucht, deren Vormachtstellung im Festnetzbereich trotz des regulatorischen Rahmens den Wettbewerb weiterhin stark einschränkt.
Welche konkreten Probleme der Regulierung werden identifiziert?
Kritisiert werden unter anderem die mangelnde Durchsetzungskraft gegenüber Preisdumping, Hindernisse beim entbündelten Zugang zum Ortsnetz und die Verzögerungen durch langwierige Rechtswege bei Regulierungsentscheidungen.
- Quote paper
- Konstantin Panovko (Author), 2003, Die Regulierung in der deutschen Telekommunikation: eine kritische Würdigung aus ökonomischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10773