Wohlfahrtstaat - Schweden: Eine Betrachtung unter familien- und geschlechterpolitischen Gesichtspunkten


Hausarbeit, 2002
21 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Annäherungen

3. Bedeutung der familialen Wohlfahrtsproduktion oder soziale Funktion der Familie

4. Bedeutung des Marktes für die Wohlfahrtsproduktion

5. Wohlfahrtsstaatsregime oder „The Three worlds of welfare capitalism“

6. Feministische Kritik – Familienernährermodell

7. Wandlungsprozesse in Schweden
7.1 Demographische Entwicklung
7.2 Wandel der familialen Lebensformen

8 Schweden – Frauen auf dem Arbeitsmarkt
8.1 Auf der Suche nach den Gründen

9. Schlussbemerkungen

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das schwedische Modell des Wohlfahrtsstaates dient gerade in diesen Zeiten vielen Seiten der Diskussion um die Weiterentwicklung des deutschen Sozialstaats als Referenzmodell für eine Umgestaltung desselben. Dabei wird Schweden oft als Musterbeispiel für eine gut gelungene Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt angeführt, oder im Zusammenhang einer gerechten Verteilungspolitik gesellschaftlicher Ressourcen genannt.

Ich möchte mich in dieser Arbeit mit Bewertungen zurückhalten. Lieber möchte ich als Ausgangspunkt meiner Darstellung zunächst einmal einige Erläuterungen zum Begriff Wohlfahrt und seiner Implikationen anbringen. In diesem Zusammenhang werde ich die Seiten der Wohlfahrtsproduzenten, genauer über die Bedeutung der Familie und die des Marktes für die Verteilung von Lebensbedingungen referieren. Natürlich werde ich auch verschiedene Typologien der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung eingehen, diese aber nur kurz nennen, um die grundsätzlichen Verschiedenheiten dieser Argumentationen deutlich zu machen. Danach möchte ich zu den für die Familien- und Geschlechterpolitik wichtigen Entwicklungsprozessen, des familialen Wandels und der demographischen Entwicklung in Schweden, einige Fakten zur gegenwärtigen Entwicklung vorstellen. Außerdem möchte auf die für Schweden besonders häufig genannte Situation, der hohen Erwerbstätigkeit der Frauen eingehen und einmal im groben Umriss versuchen die Gründe dafür herauszufiltern und angemessen darzustellen. In diesem Zusammenhang spielt die Familien- und Geschlechterpolitik eine wichtige Rolle, auf die später noch einzugehen sein wird.

2. Begriffliche Annäherungen

Fängt man um eine begriffliche Annäherung zum gewählten Gegenstandsbereich zu bekommen bei dem Ausdruck Wohlfahrtsstaat an, so müsste zuallererst der Wortteil Wohlfahrt ins Auge fallen. Wohlfahrt ist ein Schlüsselbegriff der politischen Tradition Europas, dessen Ursprünge weit in die europäische Sozialgeschichte zurückreichen.1 Franz-Xaver Kaufmann erläutert, dass in dem Begriff Wohlfahrt sich von je her drei Gedanken verschränken. (1) Wohlfahrt betrifft das Gemeinwesen als Ganzes; (2) die Gewährleistung von Wohlfahrt ist eine Pflicht des Herrschenden; (3) die Wohlfahrt des Ganzen äußert sich in der Wohlfahrt der Einzelnen. Es meint also zentral, die politische Aufgabe, gesellschaftliche Verhältnisse herzustellen oder zu gewährleisten, in denen idealtypisch der individuelle und der gemeine Nutzen nicht auseinander treten, sondern einander verstärken.2 Eine andere Deutung von Wohlfahrt legt Ian Cough dar, der ausgehend von der Sozialpolitikforschung in Sozialpolitik die staatliche Interventionsform in die Sphäre der Reproduktion der Arbeitskraft und des Haushaltes sieht. Wohlfahrt indessen wird in einen weiter gefassten Begriff als ein stets moralisch zu rechtfertigender Begriff des Wohlbefindens eingebracht.

Während in Deutschland vor allem der Terminus „Sozialstaat“ gebraucht wird, ist in international vergleichender Absicht der Begriff Wohlfahrtsstaat üblich.3 Doch was macht den Wohlfahrtsstaat als solchen aus und was sind die konstituierenden Elemente eines Wohlfahrtsstaates. Für Jens Alber u.a.4 ist der Sozialstaat (im folgenden Wohlfahrtsstaat genannt)5 heute ein gemeinsames Strukturelement aller Demokratien und seine systematische Thematisierung dient dazu, die politischen Maßnahmen in den Bereichen der Einkommenssicherung, Gesundheit, Wohnen und Bildung zu kennzeichnen. Den Begriff Wohlfahrtsstaat verwendet Jens Alber rein beschreibend zur Kennzeichnung bestimmter Staatsaktivitäten. Franz – Xaver Kaufmann erscheint die Definition von Harry Girvetz als die prägnanteste Begriffsbestimmung. Girvetz schreibt: „Der Wohlfahrtsstaat ist der institutionelle Ausdruck der Übernahme einer legalen und damit formalen und ausdrücklichen Verantwortung einer Gesellschaft für das Wohlergehen ihrer Mitglieder in grundlegenden Belangen.“6 Auch Christoph Butterwegge wagt sich an eine Definition heran und stellt fest, dass staatliche Sozialpolitik, der Sozialstaat und das System der sozialen Sicherung zwar eng zusammengehören, aber keineswegs identisch sind. Sozialpolitik ist seiner Ansicht nach das Mittel, um soziale Benachteiligungen und Gegensätze innerhalb einer Gesellschaft durch politisches Handeln auszugleichen bzw. auszuschließen, während der Wohlfahrtsstaat hingegen eine weit geschlossene Zielprojektion verkörpert. Diese Art Zielprojektion beschreibt Butterwegge, in einem umfassenden Sinn, als Beitrag zur Daseinsvorsorge und Schutz des Individuums vor unsozialen und ungerechten Maßnahmen oder Effekten.7 Dieser Zielgedanke ist natürlich nur vor dem Hintergrund von Modernisierungsprozessen und damit der jeweiligen gesellschaftlichen Strukturwandlungen zu verstehen.

Die Rolle welche der Wohlfahrtsstaat in modernen Gesellschaften einnimmt, wird hauptsächlich in dem Zusammenhang der Verteilung von Lebensbedingungen thematisiert. Lebensbedingungen werden geformt durch die Konfiguration von Wohlfahrtsinstitutionen, d.h. vom Markt (oder auch Arbeitsmarkt), vom (Wohlfahrts-)Staat und der Familie und schließlich den jeweiligen gesellschaftlichen Vorstellungen und Machtverteilungen, die festlegen wer für was Verantwortung trägt bzw. wer kein Verantwortung trägt. Diese Konfiguration wird zum Teil auch „Welfare Mix“ genannt und ist jeweils unterschiedlich in den verschiedenen Nationen konfiguriert.8

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass als ein moderner Wohlfahrtsstaat ein solches Gemeinwesen gilt, dass die Benachteiligung größerer Gruppen z. Bsp. durch bestimmte Leistungen oder Dienstleistungen in Bereichen des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesens kompensiert und ausreichenden Schutz vor bestimmten Lebensrisiken (Krankheit, Alter, Erwerbslosigkeit etc.) bietet. Dies geschieht auch mit den Mitteln einer institutionalisierten Sozialpolitik, die sich Geld-, Sach- und / oder Personenbezogenen Dienstleistungen bedient. Den Wohlfahrtsstaat kann man also neben dem Arbeitsmarkt und dem Verwandtschaftssystem zu den Institutionen zählen, welche die Lebenschancen (Wohlfahrt) von Individuen strukturieren. Der Wohlfahrtsstaat konstituiert sich durch eine spezielle Verantwortungszuteilung im so genannten Wohlfahrtsdreieck: Staat – Markt – Familie.

3. Bedeutung der familialen Wohlfahrtsproduktion oder soziale Funktion der Familie

Wenn Rosemarie Nave-Herz die Familie als eine soziale Institution bezeichnet, die bestimmte gesellschaftliche Leistungen erbringt bzw. zu erbringen hat, dann macht sie zugleich auf die Bedeutung der Familie für die Wohlfahrtsproduktion aufmerksam.9 Denn F.-X. Kaufmann argumentiert, dass die familiale Wohlfahrtsproduktion aus den nützlichen Leistungen besteht, welche die Familienmitglieder füreinander erbringen.10 Diese nützlichen Leistungen innerhalb der Familie haben natürlich auch profitierende Effekte für andere Gesellschaftsbereiche, insbesondere für Wirtschaft und Staat. Als grundlegendste Funktion der Familie kann man die Sphäre der Reproduktion ansehen. Gesellschaftlich gesehen übernimmt die Familie weiterhin, neben dem Aufbau und der Erhaltung von Humanvermögen, die Schaffung und Sicherung des Potentials (z. Bsp. als Arbeitnehmer, Eltern, Staatsbürger etc.) auf das die anderen Sozialsysteme ( z. Bsp. Arbeitsmarkt, Staat) angewiesen sind, bereitzustellen. Quantitativ am stärksten wiegen hierbei unentgeltliche Haushaltsaktivitäten wie Hausarbeit, Kindererziehung oder auch die Pflege Angehöriger. Natürlicherweise ist die Familie ebenso wichtig für die Erhaltung und Schaffung von Solidarität innerhalb des Familienverbandes und den Generationenbeziehungen. Mit der Aufgabe der Pflege und Sorge um die Alten und Jungen stellt die wirksame, stabile, familiale Lebensform, wie auch immer sie aussehen mag, ein konstitutives Element einer funktionierenden Gesellschaft dar. Doch nicht nur hochwertig qualitativ in der emotionalen, solidarischen, sozialisatorischen Position nimmt die Familie einen besonderen Stellenwert ein, auch ökonomisch hat die Übernahme der Leistungen durch die Familie einen bedeutenden Rang, als wohlfahrtsproduzierende Institution. Kaufmann hat für Deutschland einmal die materiellen Kosten der familiären unentgeltlichen Investitionen für die Bildung von Humanvermögen oder Bildung des Arbeitsvermögens ausgerechnet und kommt auf gigantische Summen. (ca.12,5 Billionen DM im Jahr 1990)11

Die Leistungen die Familien hervorbringen, dienen zugleich als die zentrale Legitimationsgrundlage für eine Familienpolitik, die gemessen an den jeweiligen gesellschaftlichen Vorstellungen und ihrer eigenen historischen Anamnese ihre bestimmte Ausformung hat. Eventuelle Leistungsbehinderungen sieht Familienpolitik dabei als konkrete Ansatzpunkte für familienpolitische Handlungsstrategien an. Die Sicherung der Funktionsfähigkeit der Familien in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen bildet demzufolge die gesellschaftsordnungspolitische Aufgabe einer Familienpolitik, die in der jeweiligen Gesellschaft durch unterschiedliche konzeptionelle Ausformungen und einer unterschiedlichen Verteilung von Machtressourcen geprägt ist.12

4. Bedeutung des Marktes für die Wohlfahrtsproduktion

Der Arbeitsmarkt erhält seine Bedeutung für die Wohlfahrtsproduktion durch die Tatsache, dass er neben Familie und Staat einer der wichtigsten Hauptschauplätze ist, in der die individuellen Lebensbedingungen und damit die Kriterien des individuellen Wohlergehens bestimmt werden. Durch Teilnahme am Arbeitsmarkt sichert man sich materiell den Zugang zu Konsum und bestimmt dadurch die materiellen Lebensbedingungen weitestgehend.13 Wenn man kein oder nur ein geringes Kapitalvermögen hat, so bleibt einem oft nichts übrig als seine Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt anbieten zu müssen. Arbeitsmärkte sind soziale Institutionen, auf denen zwar Marktgesetze zum Zuge kommen, deren Wirkung aber kulturell, kollektivvertraglich oder politisch eingeschränkt oder ergänzt werden.14 Der Arbeitsmarkt wird konstituiert durch ein spezifisches, wandelbares Verhältnis von einem bestimmten Arbeitskräfteangebot und einer bestimmten Arbeitskräftenachfrage. Während die Arbeitsnachfrage in wirtschaftlicher Hinsicht hauptsächlich von den ökonomischen sinnvollen oder nicht sinnvollen Entscheidungen über Produktion und Investition abhängt, ist das System des Arbeitsangebotes durch andere Faktoren gekennzeichnet. So bilden beispielsweise die privaten Haushalte, bei ausreichend gesichertem materiellen Auskommen, eine Alternative zur marktförmigen Beschäftigung für andere dem Haushalt zugehörige Haushaltsmitglieder. Auch hat das System der sozialen Sicherung einen bedeutenden Einfluss auf das Arbeitsangebot auf dem Arbeitsmarkt. So kann der Staat z. Bsp. in seiner Politik erheblichen Einfluss auf den Arbeitsmarkt nehmen, in dem er beispielsweise Kündigungsschutzregelungen, Befristungs- und Arbeitszeitregelungen in Form von Gesetzen vorgibt oder für den Arbeitsmarkt relevante gleichstellungspolitische Entscheidungen trifft. Besonders wichtig sind auch die steuerpolitischen Regelungen, die zur Finanzierung des Staates und seiner Leistungen dienen und das Arbeitskräfteangebot entweder erweitern oder verringern.

5. Wohlfahrtsstaatsregime oder “The Three worlds of welfare capitalism”

Es ist verständlich, dass ein Wohlfahrtsstaat im internationalen Vergleich nicht gleich Wohlfahrtsstaat ist. Es gibt nationale Unterschiede in der Ausgestaltung der wohlfahrtsstaatlicher Konzeptionen. In den vergleichenden Sozial- und Politikwissenschaften gibt es immer wieder Versuche die unterschiedlichen Varianten wohlfahrtsstaatlicher Aktivitäten in Klassen einzuteilen um der empirisch - wissenschaftlichen Analyse den Blick zu schärfen. Je nach Art und Weise der Unterscheidung kann man zu verschiedenen Ergebnissen gelangen.

Gøsta Esping-Andersens Typologie von Wohlfahrtsstaatregimen zählt zu den am häufigsten erwähnten Modellen. Mit der Feststellung, dass die Länder gleichartige Basisinstitutionen besitzen, aber Unterschiede auf der Ebene sozialer und institutioneller Arrangements von Wohlfahrtsstaatlichkeit existieren, macht sich Esping-Andersen auf die Suche nach den wichtigen Unterschieden.15 Für Esping-Andersen ist das Hauptkriterium der Beurteilung von Wohlfahrtsstaaten zuallererst die Gewährung sozialer Rechte und stellt als wichtigstes Prinzip dabei den Prozess der Dekommodifizierung des Individuum vom Markt heraus. Dieser Aspekt meint die Optionen des Ausstiegs aus dem Arbeitsmarkt und die Höhe der Lohnersatzleistungen, die ein Wohlfahrtsstaat in normalen Wechselfällen des Erwerbsleben seinen Bürgern bietet. Also sieht er in der entgegengesetzten Entwicklung von Kommodifizierung, welche immer auch eine Transformation von menschlicher Arbeitskraft in eine ökonomisch tauschbare Ware meint und damit den Menschen abhängig von den Marktlogiken macht, eine Kennziffer für Wohlfahrt, die dem Bürger Unabhängigkeit gegenüber dem Markt sichern soll. Weiterhin erkennt Esping-Andersen in jedem Wohlfahrtsstaat durch die jeweilige Verteilungsform der Lebensbedingungen eine bestimmte Form der sozialen Stratifizierung, die durch den Status einer sozialen Staatsbürgerschaft wirksam wird, die aber nicht vollkommen gleichzusetzen ist mit einer vollständigen Schicht- bzw. Klassendetermination, sondern immer nur durch die spezifische Reichweite der sozialen Rechte ihren Teil zur Strukturierung der Gesellschaft beiträgt.16 Demnach ist soziale Ungleichheit nicht zuallererst und einzig Objekt wohlfahrtstaatlichen Handelns, sondern immer zugleich Produkt. Der Wohlfahrtsstaat muss auch im Sinne einer Schnittstelle zwischen Markt, Staat und Familie verstanden werden. In dem Kräftespiel innerhalb dieses Wohlfahrtsdreiecks verortet Esping-Andersen jedoch die staatlich und marktorientierten Verteilungsprozesse von Ressourcen für besonders relevant, was ihm später von der feministischen Kritik vorgeworfen wird. Esping-Andersens, im Weberschen Sinne, idealtypische Unterscheidung wohlfahrtsstaatlicher Regime basiert also hauptsächlich auf dem Grad der De-Kommodifikation der Arbeit17, sowie der Art und Weise der Orientierung bei Fragen der Verteilung von Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Ressourcen.18

Der erste Typus eines solchen Regimes stellt das liberale Modell dar. Das liberale Modell eines Wohlfahrtsstaatsregimes ist wesentlichen marktorientiert bei der Verteilung von Ressourcen und Sozialleistungen. Öffentliche Maßnahmen sind vorwiegend kleine Einheitssätze, die einer Bedarfsprüfung unterliegen. Der Staat unterstützt eine Marktlösung durch private Wohlfahrtssysteme. Der De-Kommodifikationseffekt ist gering und die Verteilung von Lebensbedingungen wird hauptsächlich vom Markt geregelt. Staaten die Esping-Andersen diesem Typ zuordnet sind die USA, Kanada, Australien und Großbritannien. Den zweiten Typus bezeichnet Esping-Andersen als konservatives Modell, dass im Korporatismus und der katholischen Sozialpolitik wurzelt. Es ist gekennzeichnet durch statuserhaltende Interventionen, welche die Marktlogik der Verteilung unterstützen. Während Familie und Mutterschaft gefördert und Frauen ermuntert werden zu Hause bleiben, wird der Alleinernährer der Familie durch Steuermaßnahmen begünstigt. Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien und Österreich ordnet er diesem Typus zu. Last but not least ist der dritte Typus das sozialdemokratische Wohlfahrtsstaatregime zu nennen. Dieser zeichnet sich durch eine sozialpolitische Garantie hoher materieller Lebensstandards aus, dass durch hohe Niveaus an Transferleistungen sowie an subventionierten öffentlichen Dienstleistungen erbracht wird. Dies ist jedoch nur durch hohe Steuerbelastung möglich. Der Grad an De-Kommodifikation ist hier ebenso wie die Umverteilungskapazität stark. Hier19 wird Schweden als der Prototyp dieser Kategorie genannt, genauso wie Norwegen, Finnland und Dänemark dazu gezählt werden.

6. Feministische Kritik – Familienernährermodell

Esping-Andersens Studie blieb im wissenschaftlichen Diskurs um den Wohlfahrtstaat nicht ohne kritische Auseinandersetzung.20 Während Ilona Ostner vor allem das geringe Gewicht, dass Esping-Andersen der Familie als Wohlfahrtsproduzent und Versorgungsleistungsinstanz gegenüber Markt und Staat zuspricht, kritisiert21 und die Perspektive der Dekommodifizierung beanstandet, bemängeln Obinger und Wagschal die zu enge Fassung der Typologie Esping-Andersens. Dennoch denke ich, dass vor allem innerhalb einer vergleichenden Arbeit die Auseinandersetzung mit diesem Konzept durchaus lohnt. Denn wie die Arbeit Esping-Andersens zeigt, liegt hier ein Konzept von Wohlfahrtsstaat vor, dass seine spezifischen Definitionen und Differenzierungen an der Qualität und Tiefe der jeweilig garantierten sozialen Rechte festmacht. Dennoch belegt die feministische Kritik, dass es andere Auffassungen über das System der gesellschaftlichen Wohlfahrtsproduktion gibt bzw. andere Sichtweisen über die Gewichtung der einzelnen Faktoren innerhalb des „Welfare Mixes“ möglich sind. Ilona Ostner beantwortet die Frage nach dem Überleben moderner Gesellschaften und des Wohlergehens der Menschen in der Zukunft, in einer Weise die allen voran familialen Bindungen hauptsächliche Relevanz zuschreibt. Nicht die einseitige Konzentration und blindes Vertrauen auf Marktverteilungsprozesse oder Staatshandeln bringt die weiterbringende Analyse auf den richtigen Weg, sondern das komplexe Zusammenspiel im Wohlfahrtsdreieck von Markt, Staat und Familie, mit ihren jeweiligen Verknüpfungen, steht in ihrem Interesse.22 Diese Kritik zeigt, dass auch weitere Ansätze der empirischen Unterscheidung von Wohlfahrtsstaaten Aussagekraft besitzen. So wurde beispielsweise die Typologie von Familienernährermodellen entworfen, welche die länderspezifischen Ausformungen des Geschlechterverhältnisses thematisiert. Hauptanalysekriterium ist dabei die Rollen- und Aufgabenverteilung innerhalb der Familie und demnach wie Frauen in der jeweiligen Gesellschaft wahrgenommen werden. Vor dem Hintergrund der international gültigen Tatsache, dass die männliche Familienernährerrolle anerkannt ist, steht im Blick die Frage: Werden Frauen in der Gesellschaft als Mutter und Hausfrau oder als Mütter und Arbeitnehmerinnen gesehen? Wie sieht die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau innerhalb der Familie aus? Und wie sind Frauen in den Arbeitsmarkt integriert? Diese Frage spielt insofern eine Rolle, indem der Arbeitsmarkt ohne Zweifel die Hauptarena der Verteilung von materiellen Ressourcen darstellt und damit für die Lebensbedingungen der dort aktiven oder nicht aktiven Individuen eine wichtige Rolle spielt.23 Dieser Aspekt wird für Schweden ausführlicher weiter unten dargestellt. Ausgehend von dieser Fragestellung gelangen Lewis und Ostner24 zu drei Typen von Familienernährermodellen. Im starken Familienernährermodell werden Frauen eher als Hausfrauen und Mütter wahrgenommen während sie im moderaten Modell sowohl als Mütter als auch Arbeitnehmerinnen betrachtet werden. Im so genannten schwachen Familienernährermodell wird die Rolle der Frau als Arbeitnehmerin betont.25 Die Ausformungen der Geschlechterverhältnisse und somit auch die Ernährermodelle sind keine soziokulturellen Endprodukte, die ein für alle Mal feststehen, sondern sie sind in einem, zwar lange andauernden aber doch stetig weiterwirkenden, Prozess der Wechselwirkungen mit anderen Gesellschaftssystemen (z. Bsp. Politik, Bildung etc.) eingebunden. So werden die Geschlechterverhältnisse in der Erwerbs- und Familiensphäre durch unterschiedliche Politikfelder beeinflusst. Natürlich ist auch die Familien- und Geschlechterpolitik eines Landes keine unabhängige Instanz der Entscheidungsfindung, sondern immer auch eine Wirkung des vorherrschenden Wesens einer Gesellschaft bzw. der vorherrschenden Interessen der sozialen Akteure. Dieser Gesichtspunkt muss verstanden werden vor dem Hintergrund, dass sich der politische Versuch des Wohlfahrtsbeitrags nur Reaktion und Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Strukturwandlungen vollziehen kann. Stellt sich daran nur folgende Fragestellung: Welches sind die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse, die eine Familien- und Geschlechterpolitik verarbeiten und bewältigen muss, eingebettet in die jeweilige Konzeption und Ausgestaltung von Wohlfahrtstaat? Oder zu meinem Thema umformuliert: Wie sieht die in diesem Fall schwedische Familien- und Geschlechterpolitik aus? Und wie entwickeln sich die familialen Lebensformen und die Geschlechterverhältnisse unter dem Einfluss der schwedischen Familien- und Geschlechterpolitik? Zunächst möchte ich die grundlegenden Wandlungsprozesse der schwedischen Gesellschaft darstellen.

7. Wandlungsprozesse in Schweden

In den europäischen Gesellschaften sind eine Vielzahl von Entwicklungsprozessen zu beobachten, welche die Gesellschaft als Ganzes betreffen und deshalb für eine soziologische Betrachtung des schwedischen Wohlfahrtstaates von erheblicher Bedeutung sind. Die Grundlinien dieser Entwicklungen oder auch sozialen Wandels in postindustriellen Gesellschaften kann man in Stichworten auf folgende Begriffe bringen: Alterung und zahlenmäßiger Rückgang der Bevölkerung, Pluralisierung der Lebensformen, Bildungsexpansion, Tertiarisierung der Arbeitsmärkte, Ausdifferenzierung der Sozialstrukturen. Man kann davon ausgehen, dass die gesellschaftlichen Konstruktionen Familie und die Geschlechterverhältnisse innerhalb der Familie sich in einer sehr komplexen Figuration mit all diesen Entwicklungen befinden.

Vergleicht man europäische Gesellschaften und versucht gleichartige Wandlungsprozesse zu identifizieren, so findet man in der Literatur häufig den Hinweis auf eine sich verstärkende Alterung der Bevölkerung und parallel dazu ein zu beobachtender Geburtenrückgang. Wie stellt sich diese Entwicklung in Schweden genau dar?

7.1. Demographische Entwicklung

Bevölkerungen entwickeln sich bekanntlich durch drei Teilprozesse: durch Sterbefälle, Geburten und Ein- bzw. Auswanderungen. Die demographische Entwicklung hängt natürlich auch mit einer gestiegenen Lebenserwartung zusammen. Mit der Eindämmung der Morbidität im höheren Lebensalter, durch Fortschritte in Medizin, Hygiene, Ernährung und allgemeiner Lebens- und Arbeitsbedingungen steigt die Lebenserwartung in modernen Gesellschaften kontinuierlich an. Betrug die durchschnittliche Lebenserwartung um 1900 geborener schwedischer Männer nur 54,5 Jahre, bei Frauen nur 56,9 Jahre, so beträgt heutzutage die geschätzte Lebenserwartung 1999 geborener schwedischer Männer etwa 77,1 Jahre, sowie bei Frauen 81,9 Jahre.26 Vergleicht man dazu den EU15 – Durchschnitt 2000, also bei Frauen 81,2 Jahre und den Wert der Männer, der bei 74,2 Jahre liegt, so lässt sich zeigen, dass die Lebenserwartung in Europa generell auf einem hohen Niveau liegt. Ein weiterer Indikator für die demographische Entwicklung ist die Geburtenrate. Wenn jede Frau in ihrem Leben durchschnittlich 2,1 Kinder bekommt, bleibt die Bevölkerungszahl langfristig konstant. Schweden hatte aufgrund niedriger Geburtenraten Ende des 19. Jahrhunderts früher als viele andere Länder eine ältere Bevölkerung.27 Dies drückt sich sehr gut in dem hohen Anteil an über 65-jährigen an der Gesamtheit der Bevölkerung aus. Mit einem Anteil von 17,3% dieser Altergruppe nimmt Schweden im EU 15 – Vergleich den zweithöchsten Rang ein. Nur noch Italien liegt mit 18,0% ein wenig höher, während der EU 15 – Durchschnitt im Jahr 2000 bei 16.2% lag.28 Das Sinken der Geburtenrate und ihr Verbleib auf einem Niveau, dass nicht für die Erhaltung des Bevölkerungsstandes sorgt, zählt nicht nur in Europa, sondern auch in sämtlichen anderen Industriestaaten zu einem Hauptmerkmal der Bevölkerungsentwicklung.29 Das Diagramm 1 zeigt in international-komparativer Sicht die Ausprägung der abgeschlossenen Fertilität. Dort kann man sehen, dass Schweden, Finnland und Irland mit die höchsten Fertilitätsraten Europas haben. Die Aussagekraft dieser Grafik lässt sich besser beurteilen, wenn man sich dazu die Tabelle 1 anschaut. Denn daraus kann man erkennen, dass die noch nicht – abgeschlossenen Fertilitätsraten der Kohorten der zwischen 1954 und 1984 geborenen Frauen deutlich auf eine niedrigere Geburtenrate hinweisen.

Diagramm 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eurostat 2001

Tabelle 1

Geburten pro Frau im gebärfähigen Alter (15-45 Jahre) 1999

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eurostat 2002

Kein anderes Land hat in den vergangenen Jahren so starke Schwankungen bei der Geburtenrate erlebt wie Schweden. 1990 und 1991 lag die Geburtenrate im Mittel bei 2,1 Geburten pro Frau und war damit eine der höchsten Geburtenraten in Europa. Im Jahr 1999 lag sie knapp bei 1,5 und war damit auf dem geringsten Stand wie nie zuvor. Im Jahr 2000 lag die Geburtenrate etwas über 1,5 Geburten pro Frau.30 Weiterhin kann man feststellen, dass das natürliche Bevölkerungswachstum31 im Vergleich mit dem EU15 – Durchschnitt (+0.8%) weitaus niedriger ist. Mit 0,0 % natürlichem Bevölkerungswachstum nimmt Schweden, nach Deutschland (-1,4%), Griechenland (-0,4%) und Italien (-0,3%) den viertletzten Platz im EU-Vergleich ein.32 Zwar wird die Anzahl der schwedischen Bevölkerung weiterhin steigen, aber längst nicht mehr so schnell wie im 20. Jahrhunderts. Die Tabelle 2 macht deutlich, wie die Entwicklung der Bevölkerung über einem Zeitraum von 200 Jahren entwickelt hat und voraussichtlich in den nächsten 50 Jahren entwickeln wird.

Tabelle 2

Personen über 80 Jahren an der Gesamtbevölkerung in Schweden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

aus ISSA 2001: Monographie Soziale Sicherheit in Schweden. 27.Generalversammlung

Bleibt zusammenfassend festzustellen, dass in Schweden neben einer Verlangsamung des Bevölkerungswachstums derzeit ein Prozess der Alterung der schwedischen Bevölkerung zu beobachten ist. Dieser ist hauptsächlich durch eine steigende Lebenserwartung und kontinuierlich niedrige Geburtenraten gekennzeichnet.

7.2. Wandel der familialen Lebensformen

Zunächst muss man klar sagen, dass in den meisten Ländern der EU derzeit ähnlich gerichtete Wandlungsprozesse in den Lebensformen und -verläufen von Familien zu beobachten sind.33 Charakterisiert werden diese Formwandlungen der Familie durch eine geringere Heiratshäufigkeit von Ledigen und ein späteres Heiratsalter, mehr nichteheliche Lebensgemeinschaften, mehr Ehescheidungen, mehr Alleinerziehende und, wie oben bereits beschrieben, weniger Geburten und daher auch kleinere Familien. Die Frage nach der Ursächlichkeit dieser Wandlungsprozesse lässt sich nicht einfach beantworten, da auch hier ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht zwischen verschiedenen sozialen Wirkungsfaktoren besteht. Prozesse der Modernisierung, Globalisierung und Europäisierung tragen jeweils ihren Teil zu einer gemeinsamen Entwicklung bei.34

Die Ehe ist immer noch die häufigste familiale Lebensform und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben. Etwa 80 % der schwedischen Paare sind verheiratet. Es lässt sich jedoch im europäischen Vergleich neben der Tendenz einer späteren Heirat auch der Trend einer stärkeren Ausrichtung auf nicht eheliche Lebensgemeinschaften aufzeigen. In allen EU-Mitgliedsstaaten ist das Alter bei Erstheirat, sowohl bei Frauen als auch bei Männern, im Vergleich von 1980 zu 1999 gestiegen. Bemerkenswert ist, dass das höchste Erstheiratsalter bei den Schweden (1999 Männer: 32,9 Frauen: 30,4) und Dänen (1999 Männer: 32,5 Frauen: 30,1) festgestellt wurde, während der EU15-Durchschnitt 1999 bei Männern: 30,3 Jahre betrug sowie bei Frauen: 28,1 betrug.35 Parallel zu den niedrigen Geburtenziffern nimmt seit den sechziger Jahren der Anteil an kinderlosen Ehepaaren zu. Waren 1991 in Deutschland 38,3 % der Ehepaare kinderlos, waren es in Schweden 1990 schon 53,5%. Ebenso ist die Zahl der unehelichen geborenen Kinder in Schweden höher als anderswo. Garhammer weist auch darauf hin, dass in Schweden bereits jedes zweite Kind unehelich geboren wird, während der EU12-Schnitt nur bei 20 % liegt.36 Von 1000 schwedischen Kindern die 1988 geboren wurden, waren im Durchschnitt 484 Kinder aus einer nicht ehelichen Beziehung hervorgegangen und stellte damit den höchsten Anteil an nicht ehelichen Geburten im europäischen Vergleich dar.37 Obgleich jedes zweite Kind außerhalb einer Ehe geboren wird, wachsen die meisten Kinder mit beiden Elternteilen auf. Die Eheschließung wird in Schweden schließlich auch nach lange andauernden nichtehelichen Lebensgemeinschaften recht häufig eingegangen. Auch bei den Scheidungszahlen steht Schweden mit an vorderster Stelle. Schweden nimmt 1988 mit 10,7 Scheidungen pro 1000 Einwohner den dritten Platz in der Statistik ein. Nur Dänemark (13,1) und Großbritannien (12,3) weisen höhere Scheidungsraten auf. Dies liege vor allem an familienpolitischen Rahmenbedingungen so Garhammer.

Die Tabelle 3 zeigt, wie sich die unterschiedlichen Lebensformen im europäischen Vergleich darstellen. Daraus kann man erkennen, dass in Schweden vergleichsweise mehr Paare ohne Kinder leben, während die Gruppe der Alleinerziehenden im Vergleich weniger stark ausgeprägt sind. Mit einer Bewertung dieser Fakten, möchte ich mich zurückhalten, denn in Literatur wird die Frage nach der Bedeutung des Wandels der familiären Lebensformen zum Teil kontrovers diskutiert. Neben Interpretationen in Richtung Untergang der Familie, zugunsten eines ausufernden Individualisierungsprozesses, gibt es Stellungnahmen die darauf hinweisen, dass sich hinter der Tatsache einer „Pluralität von familialen Lebensformen“ sich oft ein „normales“ Familienleben verbirgt, dass weniger Anlass zur Problematisierung bietet als meist angenommen.38 Unklar scheint, ob diese Entwicklung als eine Art Alarmsignal für die Zerstörung der Familie oder nüchtern als bloße weitere Modernisierung der Familie zu bewerten ist.39

Tabelle 3

Unterschiedliche Lebensformen im europäischen Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

aus: M.Garhammer: Familiale und gesellschaftliche Arbeitsteilung - ein europäischer Vergleich. 1997, S.37

8. Schweden – Frauen auf dem Arbeitsmarkt

In Skandinavien wird seit Ende der 60er Jahre ein Projekt der gleichen Partizipation von Frauen und Männern in der Familie, auf dem Arbeitsmarkt und in der Politik verfolgt, die letztlich dazu dienen soll, durch die Gleichstellung der Frauen in diesen gesellschaftlichen Sphären Unabhängigkeit zu sichern.40 Interessant ist, dass hier die drei Bereiche, Familie, Arbeitsmarkt und Politik angesprochen werden. Diesem Vorschlag werde ich folgen.

Zunächst möchte ich einige Fakten zur Segregation des schwedischen Arbeitsmarktes erörtern. Im Jahr 2000 zählte Schweden etwa 4,1 Millionen Erwerbstätige. Dies entspricht einer schwedischen Erwerbsquote41 im Jahr 2000 von insgesamt etwa 60,4 %42. Wie die Tabelle 4 aufzeigt, weist Schweden damit insgesamt gesehen die fünfthöchste Erwerbsquote in Europa auf. Auch sind auf dem schwedischen Arbeitsmarkt mehr Frauen beschäftigt als im EU15-Durchschnitt. Die drei skandinavischen Länder Dänemark, Finnland und Schweden weisen die drei höchsten Frauenerwerbsquoten in Europa aus, während die südlichen Länder, allen voran Italien und Griechenland, die niedrigsten Frauenerwerbsquoten zeigen. Im Jahr 2001 waren 79 % aller Frauen zwischen 16 und 64 Jahren berufstätig, und bei den Frauen mit einem Kind waren es sogar 82 %, die einer bezahlten Arbeit nachgingen.43 Anfang der 80er Jahre war die Zahl der in Ausbildung befindlichen Frauen ebenso hoch wie die der Männer. Die Studienbereiche werden jedoch weiterhin nach den traditionellen Geschlechtsmustern gewählt mit der Folge, dass der schwedische Arbeitsmarkt noch immer klar nach Geschlechtern getrennt ist. Frauen und Männer arbeiten also in unterschiedlichen Sektoren.44 Und Frauen sind auf Berufe konzentriert, die im Schnitt ein geringeres Einkommen abwerfen. In Schweden ist auch eine stärkere Ausrichtung der Frauenerwerbstätigkeit auf den Teilzeitbereich festzustellen.45

Tabelle 4

Erwerbsquoten im europäischen Vergleich (2002)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

aus: Destatis: Die EU in Zahlen und Fakten. 2002

Wie kommen die hohen Erwerbsquoten bei den Frauen in Skandinavien zustande? Dazu muss man drei Faktoren nennen, die im Folgenden näher ausgeführt werden.

7.1. Auf der Suche nach den Gründen

I. Starker Dienstleistungssektor

Auf der einen Seite ist das Vorhandensein eines großen Dienstleistungssektors sehr relevant für die Erwerbsbeteiligung von Frauen. Ein erster Hinweis für diese These könnte man im Vergleich der europäischen Tertiarisierungsniveaus erhalten, in dem Schweden und Dänemark zusammen mit Großbritannien die höchsten Werte aufweisen. Die Tabelle 5 macht den eben genannten Aspekt deutlich, nämlich dass Dänemark und Schweden gemessen an der Anzahl der Arbeitsstunden pro Kopf im Dienstleistungssektor die höchsten Werte zeigen. Neben industriellen Reorganisationsprozessen und der Auslagerung von vormals betrieblich-internen Tätigkeiten, die nun von externen Dienstleistungsunternehmen erbracht werden, ist eine Hauptursache für die zunehmende Tertiarisierung des Arbeitsmarktes die gestiegene Nachfrage nach personalen bzw. sozialen Dienstleistungen, die in Europa in erheblichem Maße durch den (Wohlfahrts-)Staat abgedeckt wird.

Tabelle 5

Tertiarisierungsniveau gemessen in der Anzahl Arbeitsstunden pro Kopf der Erwerbsbevölkerung (1999)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus: IAT-Report: Wandel der Beschäftigung in Dienstleistungsbereichen - ein europäischer Vergleich. 2002

Da der Anteil der weiblichen Beschäftigten im Dienstleistungssektor in der Regel höher als in der übrigen Wirtschaft ist, besteht ein enger Zusammenhang zwischen einer höheren Frauenerwerbsquote und dem Wachstum des Dienstleistungssektor.46 In Schweden existiert demnach ein stark ausgebauter öffentlicher Dienstleistungssektor der, mit einem weiblichen Anteil von 69,4 % an Beschäftigten, einen weiblich dominierten Bereich darstellt. Die hohe Bedeutung des sozialen Dienstleistungsbereichs für die Frauenbeschäftigung in Schweden ist an der großen Anzahl von Arbeiterinnen vor allem im Bereich der Alten- und Kinderbetreuung abzulesen.47 Im Prozess der Angleichung weiblicher und männlicher Erwerbsverläufe haben berufstätige Frauen die vormals unbezahlten Betreuungsaufgaben von Müttern, Töchtern und Ehefrauen übernommen und damit die geschlechterspezifische Arbeitsteilung auf neue Weise stabilisiert.48

II. Familienpolitisches Maßnahmenbündel

Als einen weiteren Grund für die überdurchschnittlich hohe Erwerbsquote der Frauen lassen sich familienpolitische Regelungen und Maßnahmen anführen, die dazu beitragen sollen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. In Schweden ist das Verarmungsrisiko für Einverdienerhaushalte höher als im Vergleich zu Deutschland oder den Niederlanden und da die schwedische Volkswirtschaft auf Vollbeschäftigung, vornehmlich der eigenen Arbeitskräfte setzt und nicht wie in anderen Ländern wie z. Bsp. Deutschland das zum Teil die Variante der gezielten Arbeitskräftezuwanderung vorzieht, besteht eine gewisse Notwendigkeit, die für den Arbeitsmarkt benötigten Arbeitskräfte auch die entsprechenden Möglichkeiten zur Berufstätigkeit zu geben. Die steigende Nachfrage in den etwa ab 1970 hatte dazu geführt, zunehmend Frauen statt Fremdarbeiter einzustellen.49 Ziele der schwedischer Familienpolitik sind es daher seit den 70er Jahren berufstätige Eltern zu unterstützen und einen Ausgleich der Lebensbedingungen zwischen Haushalten mit und solchen ohne Kinder zu erreichen. Natürlich könnte man die schwedische Familienpolitik detaillierter und ausführlicher darstellen. Ich werde mich im Folgenden auf eine umrisshafte Darstellung bemühen. Damit schwedische Frauen am Arbeitsmarkt teilnehmen können, um dort für sich und ihre Familie einen Teil der Ressourcen für gute Lebensbedingungen zu erwirtschaften, hat die schwedische Politik drei Säulen entwickelt, die eine erhöhte Berufstätigkeit der Frauen fördern sollten. Dazu zählt der Ausbau öffentlicher Kinderbetreuung, die Individualbesteuerung und die Elternurlaubsversicherungen. Die schwedische Familienpolitik orientiert sich traditionell an der Universalität der Rechte. Schweden hat in den Bereichen Elternversicherung, Grundschule und Kinderbetreuung ein gut ausgebautes, großzügiges System. In Tabelle 6 kann man erkennen wie viele Kinder bzw. Eltern Betreuungseinrichtungen in Anspruch nehmen. Seit 1995 sind die Gemeinden verpflichtet, für die ein- bis 12jährigen Kinder von berufstätigen Eltern sowie für bedürftige Kinder öffentliche Kinderbetreuungsangebote bereit zustellen. Seit 2002 haben alle Eltern einen Anspruch auf einen Platz in öffentlicher Kinderbetreuung.50 Damit Eltern nach der Geburt ihres Kindes zu Hause bleiben können, wurde der Elternurlaub eingeführt, der im Januar 2002 auf 16 Monate verlängert wurde. Er kann bis zum achten Geburtstag des Kindes als Vollzeit- oder Teilzeitfreistellung genommen werden. Jedoch werden 84 Prozent der zur Verfügung stehenden Tage noch vor dem zweiten Geburtstag des Kindes in Anspruch genommen. In dieser Zeit des Elternurlaubs erhalten Eltern 80 Prozent des Gehaltes für die Dauer von 18 Monaten, während für die verbleibenden 3 Monate ein Pauschalsatz gezahlt wird. Die Idee des Elternurlaubs basiert auch auf der schwedischen Gleichstellungspolitik, dass auch Väter einen Teil der Betreuungsarbeit übernehmen sollen. Anhand des so genannten Papa-Monats lässt sich auch erkennen, wie versucht wird eine aktivere Beteiligung der Väter in Bezug auf Familienarbeit zu fördern.

Tabelle 6

Anteil der in Kinderbetreuung verbleibenden Kinder nach Altergruppen in % (2000)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus: SI: Tatsachen über Schweden. Kinderbetreuung in Schweden. 2002

Natürlich kann man nicht erwarten, dass sich durch familienpolitische Maßnahmen die Einstellung von Vätern zur Familienarbeit komplett ändern, dennoch ist in Bezug auf das zeitweilige Elterngeld, dass den Eltern während der Pflege bei Krankheit der Kinder zusteht, ein deutlicher Zuwachs der männlichen Inanspruchnahme zu beobachten ist.(Siehe Tabelle 7) Die schwedische Familienpolitik basiert also auf einer gut ausgebauten öffentlich garantierten Kinderbetreuung, verschiedenen Transferzahlungen an Familien mit Kindern und einer gleichstellungsstrategischen Elternversicherung.

Tabelle 7

In Anspruch genommene zeitweilige Elterngeldleistungen in SWE nach Jahren in %

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Angaben nach ISSA 2001)

III. Individualbesteuerung

Ein weiterer Grund für die Arbeitsmarktbeteiligung ist die Tatsache, dass in Schweden für einen Großteil der Dienstleistungen der Staat verantwortlich ist. Diese Dienstleistungen umfassen Erziehung und Ausbildung, arbeitsmarktpolitische und wirtschaftspolitische Maßnahmen, Umweltschutz, Kranken- und Altenpflege, Renten und andere Sozialtransfers. Um ihren Verpflichtungen nachkommen zu können, muss die öffentliche Hand durch eine verhältnismäßig hohe Besteuerung einen angemessenen Teil der gesellschaftlichen Gesamtressourcen für sich beanspruchen.51 Vergleicht man einmal die Gesamtsteuereinnahmen in % des Bruttoinlandsproduktes in Tabelle 8, so kann man erkennen, dass Schweden mit 52 % die höchsten Steuereinnahmen hat. Der Anteil an Steuern der auf Waren, Einkommen und Dienstleistungen gezahlt werden muss, ist im internationalen Vergleich immens hoch. Jedoch muss man bedenken, dass ein Großteil der Steuern den Schweden in Form von öffentlichen Dienstleistungen und Transferzahlungen wieder zu gute kommt.

Tabelle 8

Gesamtsteuereinnahmen in % des BIP 1998

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schwedisches Institut 2001

Ein weiterer Aspekt der hohen Akzeptanz der hohen Steuern ist zum Beispiel die direkte Abhängigkeit der Schweden von den Steuereinnahmen. Etwa 25 % aller Beschäftigten in Schweden arbeiten im öffentlichen Dienst. Steuererhöhungen bedeuten damit auch zum Teil eine Absicherung, vielleicht ebenfalls eine Erhöhung des eigenen Einkommens. Es werden also zusammenfassend, zwei Einkommen begünstigt, wohingegen es einer Familie erschwert wird von einem Einkommen zu leben. Dies beeinflusst die Frauen in Form von ökonomischen Zwängen am Erwerbsleben teilzunehmen. Auch Garhammer weist darauf hin, dass in den 90er Jahren zunehmend ökonomische Zwänge an die Stelle intrinsischer Motivation getreten sind.52

Schweden und die skandinavischen Länder stellen also zusammenfassend ein Integrationsmodell der Gleichzeitigkeit von Beruf und Familie dar. Das schwedische Wohlfahrtsstaatsmodell strebt dabei gezielt egalitäre Geschlechterrollen und eine hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen an. Dies vollzieht sich im Rahmen einer Familienpolitik, die auf Beteiligung der Väter sowie ganztägiger am Erwerbsleben orientierter öffentlicher Kinderbetreuung setzt. Weiterhin trägt das schwedische Steuersystem durch seine Individualbesteuerung dazu bei, dass beide Partner in der Familie einer Arbeit nachgehen müssen. Schwedische Frauen tun dies meist im öffentlichen Dienstleistungssektor, sowie im Bereich der Teilzeit. Dies liegt vor allem daran, dass die Hauptlast der Koordination von Beruf und Familie von den Frauen getragen wird.

9. Schlussbemerkungen

Es gibt in der sozialwissenschaftlichen Wohlfahrtsstaatsforschung keine einheitlichen Befunde, sowohl was die Art und Weise der Analyse als auch deren Ergebnisse betrifft. Je nach unterschiedlicher Akzentuierung ihrer Analyse kommen die Forscher auf verschiedene Sichtweisen. Der Außenstehende, wie ich es nun mal bin, ist gezwungen unter den vielen Studien auszuwählen, um zu einer inhaltlichen sinnvollen Beschreibung zu gelangen. Ich habe dies probiert und bin mir nicht sicher, ob es mir gelungen ist. Dennoch, ich habe in dieser Arbeit versucht den schwedischen Wohlfahrtsstaat und seine aktuelle Situation, anhand von gegenwärtigen sozialen Wandlungsprozessen und der Situation der Frauen auf dem Arbeitsmarkt, einigermaßen systematisch darzustellen. Die wichtigsten Aspekte möchte ich zur abschließenden Vergegenwärtigung hier nur kurz stichpunktartig nennen.

Der Wohlfahrtsstaat ist aufgrund seiner Konstitution neben Familie und Markt einer der Eckpfeiler bei der Verteilung von Lebensbedingungen. Je nach seiner Konfiguration und Ausprägung des so genannten „welfare mix“ kann man unterschiedliche Typen von Wohlfahrtsstaaten ausmachen. Eines ist allen Wohlfahrtsstaaten jedoch gemeinsam. Sie unterliegen dem sozialen Wandel. Insbesondere die demographische Entwicklung und der für dieses Thema interessante Wandel der Familienformen, zeigen Anforderungen an die Ausgestaltung wohlfahrtsstaatlicher Politik auf. Ein weiter wichtiger Punkt mit dem ich mich in dieser Arbeit beschäftigt habe, ist die weibliche Erwerbstätigkeit in Schweden. Ich habe versucht die Gründe für die hohe Erwerbsbeteiligung der Frauen darzustellen. Dabei wollte ich aufzeigen, welche Art von Integration des weiblichen Geschlechts sich in Schweden vollzieht.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich alles stark verkürzt und nicht ausführlich genug erörtert habe, aber für eine solche Betrachtung reicht der Umfang einer Hausarbeit bei weitem nicht aus.

10. Literaturverzeichnis

- F.-X. Kaufmann: Staat und Wohlfahrtsproduktion. in: H.-U. Derlien u.a (Hg.): Systemrationalität und Partialinteresse. Festschrift für Renate Mayntz.; Baden-Baden; 1.Aufl. 1994, S.355 – S.381

- F.-X. Kaufmann: Herausforderungen des Sozialstaates.; Frankfurt a. M.; 1.Aufl. 1997

- J. Alber u.a.: Sozialstaat / Soziale Sicherheit. in: B. Schäfers / W.Zapf (Hg.): Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands.; Opladen; 2. Aufl. 2001, S.653 – S. 662

- Ch. Butterwegge: Wohlfahrtsstaat im Wandel – Probleme und Perspektiven der Sozialpolitik.; Opladen; 1. Aufl. 1999

- S. Leitner: Frauen und Männer im Wohlfahrtsstaat. in: Europäische Hochschulschriften. Bd./Vol. 379.; Frankfurt a. M.; 1. Aufl. 1999

- L. Lißner / J. Wöss: Umbau statt Abbau – Sozialstaaten im Vergleich: Deutschland, Österreich, Schweden.; Frankfurt a. M. / Wien 1. Aufl. 1999

- H. Theobald: Geschlecht, Qualifikation und Wohlfahrtstaat – Deutschland und Schweden im Vergleich.; Berlin 1.Aufl. 1999

- J. Vogel: Der europäische „Welfare Mix“. Institutionelle Konfiguration und Verteilungsergebnis in der Europäischen Union und Schweden. Eine Längsschnitt- und vergleichende Perspektive. in: P. Flora / H.-H. Noll: Sozialberichterstattung und Sozialstaatsbeobachtung. Individuelle Wohlfahrt und wohlfahrtstaatliche Institutionen im Spiegel empirischer Analysen.; Frankfurt a. M./New York 1.Aufl. 1999, S.73 – 111

- R. Nave – Herz: Familie und Verwandtschaft. in: B. Schäfers / W.Zapf (Hg.): Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands.; Opladen 2. Aufl. 2001, S.207 – 216

- M. Wingen: Familienpolitik. Grundlagen und aktuelle Probleme.; Bonn; 1. Aufl. 1997

- G.Schmid: Arbeitsmarkt und Beschäftigung. in: B. Schäfers / W.Zapf (Hg.): Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands.; Opladen; 2. Aufl. 2001, S.21 – 36

- S. Mau: Ungleichheits- und Gerechtigkeitsorientierungen in modernen Wohlfahrtsstaaten. Ein Vergleich der Länder Schweden. Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland. in: Wissenschaftszentrum Berlin. FS III 97 – 401. Abteilung: Sozialstruktur und Sozialberichterstattung.; Berlin 1997, S. 11 – 17

- I. Ostner / S. Lessenich (Hg.): Welten des Wohlfahrtskapitalismus. Der Sozialstaat in vergleichender Perspektive.; Frankfurt a. M. / New York, 1. Aufl. 1998

- I. Ostner: Quadraturen im Wohlfahrtsdreieck. Die USA, Schweden und die Bundesrepublik im Vergleich. in: I. Ostner / S. Lessenich (Hg.): Welten des Wohlfahrtskapitalismus. Der Sozialstaat in vergleichender Perspektive.; Frankfurt a. M. / New York, 1. Aufl. 1998, S.225 – 255

- I. Jönsson: Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben in Schweden. in: WSI – Mitteilungen 03/2003.; Frankfurt a. M., S.176 – 182

- M. Heidenreich: Arbeit und Management in den westeuropäischen Kommunikationsgesellschaften. in: S. Hradil / S. Immerfall (Hg.): Die westeuropäischen Gesellschaften im Vergleich.; Opladen, 1.Aufl. S.289 – 331

- M. Garhammer: Familiale und gesellschaftliche Arbeitsteilung – Ein europäischer Vergleich. in: Zeitschrift für Familienforschung.; Heft 1 / 1997, S.28 -70

- M. Opielka: Familienpolitik im Wohlfahrtsstaat. in: Zeitschrift für Sozialreform.; Heft 5 / 1997, S. 337-364

- W.Bien: Empirische Familienforschung am Deutschen Jugendinstitut. in: W. Bien / R. Rathgeber (Hg.): Die Familie in der Sozialberichterstattung. Ein europäischer Vergleich. Deutsches Jugendinstitut – Familiensurvey Bd.8.; Opladen, 1. Aufl. 2000, S.135 – 155

Internetquellen und Statistiken:

- Schwedisches Institut: Tatsachen über Schweden. Altersfürsorge in Schweden. 2001

- Schwedisches Institut: Tatsachen über Schweden. Die Steuern in Schweden. 2001

- Ch. Bagavos / C. Martin: Sinkende Geburtenraten, Familienstrukturen und politische Reaktionen. Heft 10. in: Materialiensammlung. Jahrestagung des Österreichischen Instituts für Familienforschung. 2001

- Statistisches Bundesamt: Die Europäische Union. Zahlen und Fakten. 2002

- Destatis: Die EU in Zahlen und Fakten. 2002

- International Social Security Association (ISSA) 2001: Monographie: Soziale Sicherheit in Schweden. 27.Generalversammlung

- IAT-Report: Wandel der Beschäftigung in Dienstleistungsbereichen - ein europäischer Vergleich. 2002

- Eurostat – Internet vor allem kostenlose Downloads

[...]


1 F.-X. Kaufmann : Staat und Wohlfahrtsproduktion. in: H.-U. Derlien / U. Gerhardt / F. Scharpf (Hg.): Systemrationalität und Partialinteresse. Festschrift für Renate Mayntz. 1994, S. 357 ff.

2 ebenda, 357 ff.

3 F.-X. Kaufmann: Herausforderungen des Sozialstaates. 1997, S.21 ff.

4 J.Alber / C.Behrendt / M.Schölkopf: Sozialstaat – Soziale Sicherheit. 2001, S.653

5 auch die synonyme Verwendung der Begriffe Sozialstaat und Wohlfahrtsstaat ist umstritten, dazu C.Koch: Die Gier des Marktes – Die Ohnmacht des Staates im Kampf der Weltwirtschaft. 1995, S.43 ff.

6 F.-X. Kaufmann: Herausforderungen des Sozialstaates. 1997, S.21 dieser zitiert nach: H. Girvetz: Welfare State. in: International Encyclopedia of the Social Sciences. 1968, Vol.16./ S.512

7 Ch. Butterwegge: Wohlfahrtsstaat im Wandel. Probleme und Perspektiven der Sozialpolitik. 1999, S.11 ff.

8 J.Vogel: Der europäische „Welfare Mix“ – Institutionelle Konfigurationen und Verteilungsergebnisse in der Europäischen Union und Schweden. 1999, S.73 ff.

9 R. Nave-Herz: Familie und Verwandtschaft. 2001, S.207

10 F.-X. Kaufmann: Herausforderungen des Sozialstaates, 1997 S.102 ff

11 ebenda, S.104

12 M. Wingen: Familienpolitik. Grundlagen und aktuelle Probleme. 1997, S.49

13 J.Vogel: Der europäische „Welfare Mix“ – Institutionelle Konfigurationen und Verteilungsergebnisse in der Europäischen Union und Schweden. 1999, S.73 ff.

14 G.Schmid: Arbeitsmarkt und Beschäftigung. 2001, S.22

15 S. Mau: Ungleichheits- und Gerechtigkeitsorientierungen in modernen Wohlfahrtsstaaten. 2000 S.11 ff.

16 ebenda, S.16 ff.

17 Esping – Andersens Analyse sieht in der De-Kommodifikation zwar den zentralen Aspekt, kann aber nicht auf diesen Punkt reduziert werden

18 J.Vogel: Der europäische „Welfare Mix“. Institutionelle Konfigurationen und Verteilungsergebnisse in der Europäischen Union und Schweden. 1999, S.73 ff.

19 ebenda, S.78

20 I.Ostner / S. Lessenich(Hg.): Welten des Wohlfahrtskapitalismus. Der Sozialstaat in vergleichender Perspektive. 1998

21 I. Ostner: Quadraturen im Wohlfahrtsdreieck. Die USA, Schweden und die Bundesrepublik im Vergleich. in: S.Lessenich / I.Ostner: Welten des Wohlfahrtskapitalismus. Der Sozialstaat in vergleichender Perspektive. 1998, S.225 ff.

22 ebenda, S.228 ff.

23 H. Theobald: Geschlecht, Qualifikation, Wohlfahrtsstaat. 1999, S. 44

24 ebenda, S. 44 ff.

25 ebenda, S. 44

26 Destatis: Die EU in Zahlen und Fakten. 2002

27 Schwedisches Institut: Tatsachen über Schweden. Altersfürsorge in Schweden. 2001

28 Statistisches Bundesamt: Die Europäische Union. Zahlen und Fakten. 2002

29 Christos Bagavos / Claude Martin: Sinkende Geburtenraten, Familienstrukturen und politische Reaktionen. Heft 10. in: Materialiensammlung. Jahrestagung der Österreichisches Institut für Familienforschung. 2001

30 Kommunalstatistik SCB 2002

31 Geburten minus Sterbefälle

32 Eurostat 2002

33 M.Garhammer: Familiale und gesellschaftliche Arbeitsteilung - ein europäischer Vergleich. 1997, S. 28ff.

34 ebenda, S.33

35 Eurostat 2002

36 M.Garhammer: Familiale und gesellschaftliche Arbeitsteilung - ein europäischer Vergleich. 1997, S. 34

37 M.Opielka: Famlienpolitik im Wohlfahrtsstaat. 1997, S.13

38 W.Bien: Empirische Familienforschung am Deutschen Jugendinstitut. 2000, S.139

39 M.Opielka: Famlienpolitik im Wohlfahrtsstaat. 1997, S.5

40 H. Theobald: Geschlecht, Qualifikation und Wohlfahrtsstaat. 1999, S.21

41 Anteil der Erwerbspersonen im Alter von 15+X gemessen an der Bevölkerung der gleichen Altersgruppe

42 Destatis: Die EU in Zahlen und Fakten. 2002

43 I. Jönsson: Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben in Schweden. 2002

44 ebenda, S.177

45 I.Ostner: Quadraturen im Wohlfahrtsdreieck. 1998, S.241

46 M. Heidenreich: Arbeit und Management in den westeuropäischen Kommunikationsgesellschaften. 1997, S.289 ff

47 H. Theobald: Geschlecht, Qualifikation, Wohlfahrtsstaat. 1999, S.110 ff.

48 I. Ostner: Quadraturen im Wohlfahrtsdreieck. 1998, S.241

49 I. Jönsson: Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben in Schweden. 2002

50 ebenda, S.178

51 SI: Tatsachen über Schweden. Die Steuern in Schweden. 2001

52 M.Garhammer: Familiale und gesellschaftliche Arbeitsteilung - ein europäischer Vergleich. 1997, S. 39

21 von 21 Seiten

Details

Titel
Wohlfahrtstaat - Schweden: Eine Betrachtung unter familien- und geschlechterpolitischen Gesichtspunkten
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Veranstaltung
Familien- und Geschlechterpolitik im Wohlfahrtsstaat
Autor
Jahr
2002
Seiten
21
Katalognummer
V107792
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wohlfahrtstaat, Schweden, Eine, Betrachtung, Gesichtspunkten, Familien-, Geschlechterpolitik, Wohlfahrtsstaat
Arbeit zitieren
Tino Gassmann (Autor), 2002, Wohlfahrtstaat - Schweden: Eine Betrachtung unter familien- und geschlechterpolitischen Gesichtspunkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107792

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