Die UEFA - globale Herrscherin über den Fußball?


Hausarbeit, 2003
20 Seiten, Note: 2,3

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die UEFA – Globaler Herrscher über den Fußball?

2.1 Nachkriegsjahre

2.2 Gründung der UEFA – Folge der Dekolonisierung?

2.3 Machtverlust

2.4 Eine neue Ära

2.5 Kampf um die Vorherrschaft in der FIFA

3. Resümee

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die UEFA, die Union der Europäischer Fussballverbände (Union of European Football Associations), ist der Fußball-Dachverband für den europäischen Kontinent. Ihre selbstgestellte Aufgabe ist es, die Entwicklung des europäischen Fußballs auf jedem Niveau sicherzustellen, sowie die Prinzipien von Einigkeit und Solidarität zu fördern. Das Ziel der UEFA ist es, Führungsstärke zu zeigen und den Mitgliedsverbänden, Ligen, Vereinen, Fans sowie Rundfunk- und Werbepartnern als Dienstleister erster Güte zur Verfügung zu stehen, unter dem Motto: „We care about football.“[1]

Hierbei stehen der UEFA hohe Einnahmen insbesondere aus der Vermarktung der Champions League zur Verfügung. In der Saison 2002/2003 sind es etwa 680 Mio. Euro.[2] Dies verdeutlicht den Stellenwert des Fußballs: er hat nicht mehr nur unterhaltenden Charakter, sondern ist zu einem lohnenden und umkämpften Markt geworden.

Doch es gibt nicht nur den europäischen Fußballverband. Die FIFA (Fédération Internationale de Football Association) sieht sich als Interessenvertreter eines weltweiten Fußballgeschehens. Hierbei sind die Interessen beider Organisationen nicht immer identisch und dies führt zu verschiedenen Disputen. Kaum eine Woche vergeht, in der sich die Protagonisten beider Verbände nicht medienwirksam in Szene setzen, um den jeweils anderen zu diffamieren. Doch wie kam es dazu?

Ziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung der UEFA seit ihrer Gründung zu untersuchen. Was waren die Gründe für die europäischen Fußballvertreter, einen eigenen Interessensverband anzuregen? Wie kam es zu dem angespannten Verhältnis mit der FIFA?

Schwierig gestaltet sich die Suche nach entsprechender Fachliteratur. Lediglich Darby und Sugden/Tomlinson haben dieses Kapitel bisher in wissenschaftlicher Weise publiziert. Daher werde ich in einer kritischen Betrachtungsweise hauptsächlich auf diese beiden Werke zurückgreifen.

2. Die UEFA – Globaler Herrscher über den Fußball?

2.1. Nachkriegsjahre

Oberste Instanz in Sachen Fußball war seit ihrer Gründung 1904 die FIFA. Nach dem Krieg stellte sich neben dem Umgang mit den früheren Feinden Deutschland und Japan die Frage nach der Wiederaufnahme der britischen Verbände. Deutschland und Japan wurden auf einem FIFA-Kongress im November 1945 „gebannt“, aber schon im Juni 1950 auf dem 27. Kongress in Rio de Janeiro wurde die Wiederaufnahme beschlossen.

Mehr Machkämpfe gab es mit den vier britischen Verbänden (England, Schottland, Wales, Nordirland). Sir Stanley Rous, damals Secretary der FA, strebte eine führende Rolle in der FIFA an. Am 29. April 1946 fanden die Verhandlungen statt, welche den Briten einen Sonderstatus einräumten. So bekamen alle vier Verbände ein eigenes Stimmrecht, die FA das Rechte einen FIFA Vizepräsidenten zu nominieren und Befreiung von allen Abgaben aus Eintrittsgeldern bei inner-britischen Spielen. Zur gleiches Zeit verhandelte auch die UdSSR über den Beitritt und verlangte die gleichen Rechte wie die britischen Verbände. So kam die UdSSR ebenfalls zu einem FIFA Vizepräsidenten![3]

Die Sonderrechte der FA lösten heftige Debatten mit den neuen Mitglieder der Dritten Welt aus. „Dies ist der Beweis für die globale Ungleichheit im Weltfußball“ und es wurde als „Manifestation der europäischen Macht in den internationalen Institutionen und administrativen Strukturen“ angesehen.

Durch die Zunahme der Mitgliedsländer wuchs auch dir Bedrohung eines europäischen Machtverlustes. Die Europäer bestimmten das Geschehen der FIFA seit ihrer Gründung. Zwar wurde sie im Laufe der Zeit ein Weltverband, doch waren die Gründungsmitglieder ausschließlich Europäer: Frankreich, Belgien, Dänemark, Niederlande, Schweden, Schweiz und für Spanien Real Madrid.[4] Erst 1912 traten ihr mit Kanada und Chile außereuropäische Länder bei. In der Folgezeit wuchs der Anteil dieser Staaten allerdings kontinuierlich. Um den Einfluss der Gründungsmitglieder zu sichern, kam die Idee eines eigenen Fußballverbandes auf. Auch gegen den Widerstand von Jules Rimet waren es vor allem Dr. Ottorino Barassi (Italien), Henri Delauney (Frankreich) und Ernst Thommen (Schweiz), die ab 1952 für diese Idee kämpften.[5] Im Mai 1952 gab es in Zürich ein informelles Treffen für alle an einer Europäischen Fußballunion interessierten Verbände. 1953 wurden durch die FIFA auf einem außerordentlichen Kongress in Paris die Statuten für Gründung von Kontinentalverbänden beschlossen. 1953/54 gab es in Paris und Helsinki Folgetreffen und am 15. Juni 1954 fand in Basel das erste offizielle Treffen von dem statt, was später als UEFA in die Geschichte eingeht. Insbesondere sollte dieser Verband Meinungsverschiedenheiten innerhalb der europäischen Verbände vorbeugen, welche Anfang der 50er aufkamen. Europa sollte mit einer Stimme sprechen. Vorbild war der bereits 1916 gegründete südamerikanische Verband (CONMEBOL). Am 22. Juni 1954 bereits wurde der Däne Ebbe Schwartz zum Präsidenten der UEFA gewählt. Generalsekretär wurde Henri Delauney. Die ersten Statuten wurden auf dem Eröffnungskongress am 02. März 1955 in Wien verabschiedet.[6] Die vorherrschende Rolle Europas innerhalb der FIFA konnte vorerst aufrecht erhalten werden. So kandidierten z.B. 1954 vier europäische Nachfolger um das Amt des Präsidenten der FIFA. Gewählt wurde der Belgier Rudolphe Seeldrayers, welcher bereits 1955 verstarb, gefolgt vom 1961 verstorbenen Engländer Arthur Drewry und dem bis 1974 amtierenden Engländer Sir Stanley Rous. 1954 waren vier von fünf Vizepräsidenten der FIFA Europäer

Die Gründung der UEFA fällt auch wegen der damaligen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf fruchtbaren Boden. Anfang der 50er Jahre befand sich Europa im Aufbruch. Bereits 1951 wurde die sogenannte „Montanunion“ ins Leben gerufen, 1953 die „Eurovision“ begründet, sowie 1954 die „Pariser Verträge“ geschlossen.[7] Und die Europäer entdecken das Reisen: 1954 z.B. hatten bereits 13 Länder ihre Grenzen den Deutschen geöffnet.[8] Der Flug- und Charterverkehr wird intensiviert, dadurch die Reisezeiten stark verkürzt.

2.2 Gründung der UEFA – Folge der Dekolonisierung?

Eine der Befürchtungen der europäischen Verbände war, dass es durch die Zunahme der neuen Mitgliedsverbände zu einem stetigen Machtverlust innerhalb der FIFA kam. Doch woher kamen diese Neueintritte? War die Gründung der UEFA eventuell gar eine Folge der sich nach dem Zweiten Weltkrieg anbahnenden Dekolonisierung?

1945 zählte die FIFA 60 Mitglieder. Zu jener Zeit kamen 32 Staaten aus Europa, was einem Anteil von 53,3% entsprach. 1953 war der Anteil der europäischen Staaten bereits auf 42,3 % gesunken, da es zwischenzeitlich 18 Beitritte zur FIFA gab. Hierbei war jedoch lediglich ein europäischer Staat (Zypern, 1948).[9] In einem überschaubaren Zeitraum verlor die europäische Fraktion 11% ihrer Stimmen. Doch woher kamen die anderen Staaten?

Aus Europa kam Zypern, aus Afrika traten der Sudan und Äthiopien bei, aus Mittel- und Südamerika Honduras, Nicaragua und Venezuela. Doch das Gros (14 Länder) kam aus Asien: Afghanistan, Indien, Indonesien, Irak, Iran, Kambodscha, Laos, Neuseeland, Pakistan, Singapur, Sri Lanka und Südkorea. Woher kam dieser massive asiatische Schub? Ein Blick auf die Geschichte der einzelnen Staaten verdeutlicht einiges:

Afghanistan trat der FIFA 1948 bei. Es wurde bereits 1747 unabhängig und war Mitte des 20. Jahrhunderts auch keine europäische Kolonie. Ähnlich verhielt es sich mit dem Iran, der bereits 1502 unabhängig wurde. Venezuela (FIFA-Beitritt 1952), Honduras (1951) und Nicaragua (1950) waren ebenfalls seit langem unabhängig und in mehr oder minder stabilen politischen Verhältnissen, so dass in diesen Fällen nicht von einer Dekolonisierung gesprochen werden kann.

Ein Sonderfall ist Äthiopien. Zwar schon seit 1906 unabhängig, war es doch bis kurz vor dem Zeitpunkt des FIFA-Beitritts 1953 unter starkem britischem Einfluss. Aus der folgenden Tabelle wird der Zusammenhang zwischen Beitritt zur FIFA und den jeweiligen Unabhängigkeitserklärungen deutlich:[10]

Konstatiert werden kann, dass 10 Länder als Folge der Dekolonisierung Mitglieder der FIFA wurden, was immerhin eine Zunahme von fast 17% bedeutete. Hierbei handelte es sich jedoch ausschließlich um Länder aus dem asiatischen Bereich. Afrika war zu diesem Zeitpunkt ein schwelender Krisenherd. Viele Länder drängten auf Unabhängigkeit, hatten sie doch den Alliierten im Zweiten Weltkrieg Waffenhilfe gegen das Versprechen der Entkolonisierung gewährt.

Diese Tatsachen konnten den Funktionären der europäischen Verbände nicht verborgen bleiben. Sie mussten mit einem erneuten massiven Schub neuer Staaten rechnen, die voraussichtlich auch fast ausnahmslos der FIFA beitreten und den Stimmanteil der europäischen Vertreter weiter verringern würden. Es bestand dringender Handlungsbedarf, sollte die Vormachtstellung Europas nicht ins Wanken kommen.

Die bereits durchgeführte Dekolonisierung Asiens und voraussichtliche gleiche Entwicklung in Afrika können durchaus als eine der hauptsächlichen Beweggründe für die Gründung der UEFA in Betracht gezogen werden.

2.3 Machtverlust

Tatsächlich kam die europäische Führungsrolle durch die hohe Anzahl von Beitritten außereuropäischer Staaten in den 60ern erstmals ins Wanken. Bereits 1963 warnte der damalige UEFA-Präsident Gustav Weidenkehr: „Zur Zeit hat die FIFA 126 Mitglieder, von denen 33 aus Europa stammen. Das heißt, wenn 6 weitere außereuropäische Staaten aufgenommen werden, können diese theoretisch die Statuten der FIFA mit einer Dreiviertelmehrheit auch gegen ein vereintes Europa ändern. Außerdem sind nur noch 8 Europäer im Exekutivkomitee, während 10 aus anderen Regionen stammen. Diese Entwicklung kann gefährlich werden.“[11] Die beanspruchte Vormachtstellung kam aber auch nicht von ungefähr: etwa 80% des organisierten Fußballs fand in Europa statt! Sukzessive jedoch verringerte sich der europäische Einfluss. Auf dem FIFA-Kongress 1970 in Mexiko City verloren die Europäer erstmals ihre Mehrheit in den wichtigen Komiteen für den WorldCup und das olympische Turnier. Eine anti-europäische Stimmung machte sich breit. Noch jedoch war mit Sir Stanley Rous die wichtigste Stelle im weltweiten Fußball durch einen Europäer besetzt. Doch wurde auch diese Periode europäischer Vormachtstellung auf dem FIFA-Kongress 1974 in Frankfurt beendet. Rous’ Kontrahent, der Brasilianer João Havelange, kam hierbei zu Gute, dass er auf einer populären Welle schwamm. Im gleichen Jahr versuchte die UN die Staaten Südamerikas, Afrikas und Teile Asiens für eine „New International Economic Order“ zu mobilisieren.[12] In einer „Alte Welt vs. Neue Welt“ - Kampagne wurde Havelange mit 68 zu 52 Stimmen zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt. Auch durch die in Aussicht gestellte Aufstockung der Finalteilnehmer bei Weltmeisterschaften von 16 auf 24 erhielt er starke Unterstützung von den afrikanischen und asiatischen Verbänden, welche sich hierdurch stärkere Präsenz erhofften.[13]

So beklagte sich 1975 der damalige UEFA Präsident Artemio Franchi: „Die UEFA stellt 74,61% aller Vereine der FIFA, 68,03% der an internationalen Wettbewerben teilnehmenden Vereine, 68,10% der Spieler und 82,27% der Schiedsrichter. Auf der anderen Seite präsentiert Europa mit seinen 34 Mitgliedern nur 23,57% der gesamten Mitgliedsstaaten.“[14] Während sich Havelange nun als Globalisierer des Fußballs feiern ließ (oder es tatsächlich war!?) blieb den Europäern meist nur die Möglichkeit, zähneknirschend als Entwicklungshelfer einzuspringen.

2.4 Eine neue Ära

Durch den autokratischen Führungsstil von Havelange kam es immer wieder zu Konflikten. Havelange sah die FIFA als sein Familienunternehmen an, wobei er dies manchmal auch wörtlich nahm. Als Joseph Blatter 1981 FIFA-Generalsekretär wurde, übernahm er das Amt von seinem unter fadenscheinigen Vorwänden entlassenen Schwiegervater, dem Schweizer Helmut Käser.[15]

Erst 1990 wurde mit der Wahl des Schweden Lennart Johansson zum UEFA-Präsidenten eine neue Ära eingeleitet. Johansson stand für die positiven Aspekte schwedischer Sozialdemokratie, wie Gleichheit, Leistungsfähigkeit, soziale Solidarität und Ehrlichkeit. So hatte Schweden auch immer besonders gute Beziehungen zur Dritten Welt. Außerdem traten durch den Zusammenbruch der ehemaligen UdSSR 16 neue europäische Mitgliedsstaaten der FIFA bei.

Bereits 1994 auf dem FIFA-Kongress in Chicago bekam Havelange den gestärkten Einfluss der Europäer und den Ärger der Afrikaner zu spüren. Hierbei spielte auch sein innerbrasilianischer Konflikt mit Pelé eine Rolle. Doch wie 1974 konnte er wieder u.a. durch eine Erhöhung der WM-Teilnehmer von diesmal 24 auf 32 die afrikanischen, asiatischen und nordamerikanischen/karibischen Konföderationen für sich gewinnen und seine Wiederwahl sicherstellen. Er konnte den wichtigsten Angriffspunkt der Afrikaner, fünf Starterplätze für die WM versprochen bekommen zu haben, einhalten.[16] Trotzdem waren weiter Spannungen zu verspüren, welche einen Siedepunkt 1995 erreichten. Die FIFA entzog, auf besonderen Druck der europäischen Vereine, Nigeria nur einige Tage vor Beginn der U-20-WM das Gastgeberrecht wegen einer angeblich hohen Cholera und Meningitis-Gefahr sowie eines drohenden Staatsstreiches. Nigeria hatte den Zuschlag auch als Wiedergutmachung an die afrikanischen Staaten für die zweimalige Nichtberücksichtigung Marokkos bei der Vergabe der WM erhalten. Ebenso durften keine afrikanischen Offiziellen die Mannschaften zur Neuansetzung in Quatar begleiten. Der Bruch zwischen der FIFA und CAF schien unvermeidlich. Doch Havelange meisterte auch diese Krise auf seine Art. 1995 reiste er für vier Tage nach Nigeria und traf sich dort mit dem Militärdiktator Sani Abacha und seinen Ministern. Allerdings wurde weltweite Kritik an Havelanges Besuch laut, da er genau in jenem Zeitraum stattfand, als 8 Umwelt-Aktivisten in Nigeria hingerichtet wurden. Doch was interessierte es Havelange? Seine Antwort auf diese Anfeindungen war: „Solange die UN keinen Boykott gegen Nigeria einleiten wird, werde ich es auch nicht tun“. Nach den Gesprächen verkündete er zur Überraschung der Weltpresse, dass die Entscheidung, Nigeria das Turnier zu entziehen, ein Fehler war. Außerdem solle die nächste U-20-WM, die bereits an Malaysia vergeben war, in Nigeria stattfinden. Malaysia würde dann 1999 Gastgeber sein.[17] Von Seiten der AFC gab es heftige Proteste, so dass es im Dezember 1995 in Paris am Vorabend der Auslosung zur WM 1998 nach mehreren vergeblichen Verhandlungen im FIFA-Exekutiv-Komitee zu einer Kampfabstimmung kam. Hierbei setzten sich die Europäer und Asiaten mit 11:9 gegen die Afrikaner und Nord- Mittel- und Südamerikaner durch. Doch war es der „Verdienst“ von Havelange, dass die afrikanischen Vertreter überhaupt einreisen durften. Die französische Regierung verweigerte den nigerianischen Offiziellen wegen der Hinrichtungen die Visen. Havelange selbst beschrieb seine Vorgehensweise in einem Interview mit der BBC: „Ich sagte der französischen Regierung, dass sie alle benötigten Formalitäten für alle Weltmeisterschaftsteilnehmer bereitstellen sollen. Es war 14 Uhr [11. Dezember] und dann gab ich der französischen Regierung bis 17 Uhr Zeit das Visa für den nigerianischen Präsidenten zur Teilnahme an der Auslosung auszustellen. Und ich sagte ihnen, dass wenn sie es nicht tun würden, die Auslosung abgesagt würde. Um 16.45 Uhr erreichte uns die Nachricht, dass das Visum für den nigerianischen Fußballpräsidenten ausgestellt wurde“.[18] Er hatte die Stimmen des afrikanischen Kontinents zurückgewonnen!

Johansson antwortete bereits 1995 mit seinen Strategiepapieren „Vision I und II“. Vision I beinhaltete einige revolutionäre Vorschläge: Die sechs bestehenden Konföderationen sollten auf vier reduziert werden, wobei Ozeanien mit Asien und CONCACAF mit Südamerika fusionieren sollten. Die WM sollte nun abwechselnd in jedem der vier Verbände stattfinden (16-jahres-Rhythmus). Die Mitglieder des Exekutivkomitees sollen von den Konföderationen vorgeschlagen werden, nicht mehr durch den FIFA-Präsidenten. Außerdem soll die Präsidentschaft ebenfalls zwischen den Konföderationen alle vier Jahre rotieren.

In Vision II geht es hauptsächlich um eine Umverteilung der Marketinggelder. So würde jeder Teilnehmer an der WM-Qualifikation eine Million Schweizer Franken erhalten, WM-Teilnehmer sechs Millionen und die beiden Finalteilnehmer 20 Millionen.

Ziel von Johansson war es offensichtlich, die entscheidenden Stimmen Afrikas zu erhalten. So stammte der Vorschlag mit der rotierenden Vergabe der WM von Issa Hayatou aus dem Jahre 1992. Die Reaktion von Havelange und Blatter war verständlicherweise kühl und wurde auch im weltweite Medienecho als persönlicher Angriff gewertet. In den folgenden Wochen und Monaten wurden die Vision I Punkt für Punkt auseinandergenommen, so dass am Ende nur noch ihr Scheitern festzustellen war. Grundzüge aus Vision II wurden auf dem FIFA-Kongress 1996 in Zürich ratifiziert, jedoch nicht als Sieg Johanssons über Havelange gewertet.[19] Doch sollte dies die letzten Triumph des Autokraten Havelange sein. Sein Ende als FIFA-Präsident war eingeläutet.

Gerne hätte er die FIFA ins neue Jahrtausend geführt, doch handelte er sich bei der Vergabe der WM 2002 eine entscheidende Niederlage ein. Havelange unterstützte die Bewerbung der Japaner. Doch bereits 1994 bewarb sich ebenfalls Süd-Korea. Ein erbitterter und kapitalaufwendiger Werbefeldzug beider Länder begann, der vor allem von geschichtlichen Ressentiments geprägt war. Wegen der hohen Summen (die Rede ist von ca. $ 100 Mio.)[20] die für die rivalisierenden Bewerbungen verwandt wurden, schlugen die Präsident des AFC und des Organisationskomitees eine gemeinsame Vergabe der WM an Japan und Südkorea vor. Johansson nahm die Idee begeistert auf, während Havelange sich weiterhin öffentlich für Japan einsetzte. Dies war für Johansson die entscheidende Möglichkeit, sich gegen Havelange zu profilieren. Tatsächlich gelang es Johansson, 21 Mitglieder des Exekutiv-Komitees von seiner Idee zu überzeugen. Doch Havelange sagte noch 48 Stunden vor der Entscheidung: „Nur über meine Leiche.“[21] Als sich die Entscheidung abzeichnete, kamen Japan und Südkorea am Vortag der Abstimmung überein, die WM gemeinsam auszurichten. Ohne Zweifel war dies DIE Niederlage für den Mann, der den Weltfußball zwei Jahrzehnte lang mit eiserner Hand führte. Auch weitere Gespräche veranlassten in wohl zu dem Schritt, sich 1998 nicht noch einmal zur Wahl zu stellen. Doch war dies tatsächlich das Ende des Mannes, der die FIFA wie ein „Lehnswesen oder mittelalterliches Gericht“[22] führte? Havelange setzte noch einen letzten Treffer und revanchierte sich für seine Niederlage.

2.5 Kampf um die Vorherrschaft in der FIFA

Mit der Nicht-Kandidatur Havelanges schien der Weg frei zu sein für Johansson. Kandidaten wie Pelé, Beckenbauer, Südkoreas FIFA-Vizepräsident Chung Moon Jung und AFC-Präsident Verlappan waren zwar im Gespräch, doch wurden ihnen keine ernsthaften Chancen ausgerechnet. So war Johansson lange Zeit der einzige Kandidat. Allerdings wurde 1998 deutlich, dass Havelange seinen immer noch großen Einfluss im Weltfußball geltend machen und einen eigenen Kandidaten aufstellen wollte. Allen Beteiligten war klar, dass es hierbei um die Begleichung einer alten Rechnung ging. Letztendlich wurde Joseph Blatter, bis dato FIFA-Generalsekretär, der Kandidat mit dem dies gelingen sollte. Von vornherein war klar, dass wieder die Stimmen Afrikas entscheidend sein würden. Und hierbei leistete sich Johansson einen fatalen Blackout. Nach einem Besuch beim afrikanischen Nationencup gab er einer schwedischen Tageszeitung, Aftenbladet, ein Interview. Hierin sagte er: „When I got to South Africa, the whole hall was full of blackies and it looks hellishly dark when they all sit down together”.[23] Johanssons Beschwörungen, dies war alles nur ein silly joke und wurde aus dem Zusammenhang gerissen, fand nicht viele Anhänger. Johansson war mit dem Etikett eine Rassisten versehen. Er schaffte es auch nicht, dieses wieder abzulegen. Im Gegenteil! Durch unkluge Bemerkungen bei einem Treffen mit afrikanischen Fußballvertretern (bei dem er im Übrigen den Verdienstorden der CAF erhielt) erhitzten sich die Diskussionen weiter: „They have rhtythm, emotions, dance. They move in a way we don’t. They glide”. Dies löste in Afrika einen Sturm der Empörung aus und wurde weiter durch die Nicht-Unterstützung der UEFA für Südafrikas Bewerbung zur WM 2006 geschürt.[24]

Auf der anderen Seite entstand 1997, im „Europäischen Jahr gegen den Rassismus“, eine Art Freundschaftsvertrag, das sog. Meridian-Project. Ziel des am 30.01.97 in Portugal unterzeichneten Abkommens war eine Annäherung zwischen der UEFA und der CAF. Es bestand aus drei Teilen:

1.) eine aus 8 U-17-Mannschaften (je vier europäische und afrikanische) bestehendes Turnier
2.) ein All-Star-Match, dessen Einkünfte (ca. £ 250.000) ausschließlich dem CAF zu Gute kommen und
3.) eine Unterstützung in finanzieller und technischer Hinsicht sowie Sportequipment für jeweils zwei afrikanische Länder im Zwei-Jahres-Rhythmus. Die ersten beiden Länder waren Tschad und Namibia, danach kamen Eritrea und Niger.

Doch war es mehr als der Versuch, die Stimmen der afrikanischen Staaten zu erhalten? Zumindest verliehen viele Vertreter des CAF ihrer Sorge Ausdruck, die UEFA kümmere sich nur bis zur Wahl um Belange Afrikas.[25]

Ebenfalls 1997 veröffentlichte Johansson seine „Vision for the Future Governance of World Football“, welche hauptsächlich die Schlagworte Demokratie, Transparenz und Solidarität beinhaltete.[26]

Blatters Kandidatur wurde vom Havelange öffentlich erstmals im Oktober 1997 in Erwägung gezogen und dann im Dezember des gleichen Jahres noch einmal. Havelange benutzte die gleiche Strategie wie 1974. Während Johansson mit den Worten „das Amt des FIFA-Präsidenten sollte nach Europa zurückkehren“ zitiert wurde, schürte Havelange vor allem in der Dritten Welt alte Ressentiments: „Wir müssen kämpfen, besonders gegen die Europäer die ihren Kandidaten an das Ruder des Weltfußballs führen wollen“. Aber auch innerhalb der einzelnen Konföderationen versuchte er Zwist zu säen. So bekam auch Deutschland, Lieblingsfeind der FIFA wegen der konkurrierenden WM-Bewerbung mit Südafrika, sein Fett weg: „Der südländische Fußball muss sich auflehnen. Frankreich, Spanien und Portugal müssen die Führung in diesem Kampf übernehmen. Deutschland ist ehrgeizig und strebt, durch ihre Beeinflussung der UEFA, die Dominanz im Weltfußball durch die Übernahme des FIFA-Präsidenten an. Wir können nicht erlauben, dass die passiert“.[27] Deutschland und Weltherrschaftsgelüste!?

Blatter veröffentlichte sein Wahlprogramm unter dem Titel „Football for Everyone and Everyone for Football“. Inhaltlich ging es vor allem um eines: Kontinuität! Aber beide Programme waren leicht zu durchschauen, in den meisten Punkten herrschte sogar Übereinstimmung. Hauptsächlich ging es darum, den anderen Kandidaten in seiner Glaubwürdigkeit zu erschüttern. Blatter warf Johansson vor, unter ihm wäre die UEFA zu einer „Diktatur des Geldes“ verkommen und Johansson versprach der Welt, unter Blatter werde es denselben undemokratischen und willkürlichen Stil geben wie unter dem scheidenden Präsidenten: „Die Wähler werden zwischen der Fortsetzung der momentanen Situation mit Blatter oder der Einführung eines demokratischen Systems, dass Fußball besser auf die Zukunft vorbereitet, abstimmen“. Im Mai zeichnete sich folgendes Bild ab: Johansson konnte 45 der 51 Stimmen der UEFA auf sich vereinigen, sowie 9 der 10 ozeanischen, während Blatter 35 Stimmen der CONCACAF und 10 der CONMEBOL sicher hatte. Die Stimmen der AFC waren gleichermaßen geteilt, sodass es wieder mal auf den CAF ankam.[28]

Überraschend veröffentlichte das Komitee der afrikanischen Konföderation im Februar 1998 einen Aufruf zur Unterstützung Johanssons. Weitere Unterstützung erfuhr Johansson durch Pelé, welcher immer noch einen hohen Symbolwert bei den Schwarzafrikanern hatte. So konnte er im April 1998 ca. 40 der 44 afrikanischen Stimmen auf sich vereinigen. Aber Blatter, oder eigentlich besser: Havelange, gab nicht auf. In vielen persönlichen Gesprächen und Briefen verwies er auf die hervorragende Entwicklung des afrikanischen Fußballs in den letzten 24 Jahren. Eine besondere Rolle spielte auch die Unterstützung Südafrikas bei der Vergabe der WM 2006. Die FIFA unter Blatter unterstützte von Beginn an Südafrikas Bewerbung, während die UEFA Deutschland protegierte. Wie immer war auch Geld ein wichtiger Überzeugungsgrund. Blatter bot jedem FIFA-Mitgliedsstaat eine Anzahlung von $ 50.000 auf die ausstehenden $ 250.000, welche aus der TV-Vermarktung der WM 1998 entstehen würden.[29] Diese Strategie zeigte schon bald erste Erfolge und einzelnen Ländern widerstrebte es, der Forderung des Komitees zu folgen. So unterstützte z.B. auch der Liberianer George Weah, der als Gegenpol zu Pelé ebenfalls ein besonderes Ansehen bei den Afrikanern hat, Blatter. Trotzdem sagte die UEFA noch vier Tage vor der Wahl 35 der 44 Stimmen für Johansson voraus. Wie so häufig in der FIFA-Geschichte, änderte sich alles am Vorabend der Wahl. Die afrikanischen Delegierten trafen sich, um ihre Vorgehensweise bei der Abstimmung abzusprechen. In einer hitzigen Diskussion forderte ein Delegierter nach dem anderen, die Vorgabe des Konföderations-Komitees zu verlassen. Offen wurde Issa Hayatou (CAF-Präsident) angegriffen und ihm Arroganz und Fehlen von Kommunikation mit der Basis vorgeworfen. Am Ende der Sitzung war klar, dass die Führung ihre Gewalt verloren hatte.[30]

Am Ende stand ein niederschmetterndes Ergebnis für Johansson. Am 08.06.98 erhielt er in der Paris Equinox Hall nur 80 Stimmen, während auf Blatter 111 entfielen. Johansson, der mit mindestens 100 Stimmen gerechnet hatte, war sichtlich schockiert. Zwar hatte keiner der beiden Kandidaten die im ersten Wahlgang erforderliche 2/3 Mehrheit, doch waren die fehlenden Stimmen für Johansson nicht mehr zu holen. „The game is over and I think we should go for lunch” war sein erster Kommentar. Er verzichtete auf den zweiten Wahlgang. Im Nachgang wurde der neue FIFA-Präsident mit dem Vorwurf konfrontiert, Delegierte von Entwicklungsländern hätten Zahlungen in Höhe von $ 50.000 erhalten. Blatter antwortete süffisant in der Fußballersprache: „Das Spiel ist aus, die Spieler sind schon in der Umkleidekabine. Ich werde diese Frage nicht beantworten“. Noch viele Jahre später wird über diese angebliche Bestechung und Korruption gemunkelt. Johansson selbst, vielleicht auch in der Enttäuschung seiner Niederlage, meinte: “Ich habe nicht geglaubt, dass man eine Stimme kaufen kann... aber allmählich habe ich meine diesbezügliche Ansicht geändert.“ Die Begründung der FIFA, an 27 nationale Verbände seien die beschlossenen $ 50.000 Vorschuss gezahlt worden, konnte wegen der anhaltenden Sanktionierung von Aufklärungsmaßnahmen durch den neuen Präsidenten nicht von einer unabhängigen Untersuchungskommission geklärt werden. Der Verdacht bleibt bestehen, doch damit kann Joseph Blatter wohl leben.[31]

Staatsmännisch bekannten beide, sich einander zu unterstützen und zum Wohle des Fußballs nicht gegeneinander zu arbeiten. Dieses Lippenbekenntnis hielt bis Januar 1999. Dann veröffentlichte Blatter in einer Schweizer Tageszeitung, dass er für die Durchführung der WM im Zweijahres-Rhythmus plädiert. Offensichtlich war dies ein Schlag gegen die von der UEFA durchgeführte Europameisterschaft und die Champions League. Außerdem erinnerte der Stil doch sehr an das diktatorische Auftreten unter Havelange. Die UEFA drohte als Konsequenz mit Boykott, falls es zu einer solchen Regelung kommen sollte. Blatter wiederum gabin gewohnter Rhetorik von sich, dass der Weltfußball nicht vom Geschick einiger europäischer Clubs abhängen darf. Vor der Tagung des FIFA Exekutiv-Komitees im März 1999 war das Thema vom Tisch, allerdings nicht ohne den Zusatz von Blatter, dass diese Angelegenheit in 18 Monaten nochmals diskutiert werden müsse.

Das Johansson und die UEFA ihre Lektion gelernt hatten, wurde bei der Vergabe der WM 2006 deutlich. Im ersten Wahlgang fielen 10 Stimmen auf Deutschland, 6 auf Südafrika, 5 auf England und drei auf Marokko. Dies bedeutete, dass im zweiten Wahlgang aller Voraussicht nach ein 12:12 Unentschieden entstehen würde. In diesem Falle hätte die Stimme des FIFA-Präsidenten den Ausschlag gegeben und die WM wäre zweifelsohne an Südafrika vergeben worden. Doch gab es noch eine Rechnung zu begleichen. Blatter wurde nicht zur Stimmabgabe gebeten. Charles Dempsey, Präsident der ozeanischen Konföderation, enthielt sich der Stimme, womit die WM mit 12:11 an Deutschland vergeben wurde. Später war von Bestechung und Morddrohungen die Rede. Dempsey selber meinte, er hätte unter untolerierbarem Druck gestanden. Die Wellen, die seine Stimmenthaltung schlugen, waren enorm. So entschuldigte sich die neuseeländische Präsidentin persönlich bei Südafrikas Präsidenten. Wie immer führten entsprechende Untersuchungen zu keinem Ergebnis.[32]

Hayatou selbst bewarb sich 2002 um das Amt des FIFA-Präsidenten und wurde auch von der UEFA unterstützt. Allerdings nicht einhellig, denn er bekam nur 56 Stimmen, während Blatter, allen Vorwürfen der Korruption und Misswirtschaft zum Trotz, 139 erhielt. Auf politischer Ebene war ein Machtwechsel nicht zu erreichen. Dass Blatter trotz seines stark beschädigten Rufes von der Mehrheit der 197 stimmberechtigten Landesvertreter gewählt wurde und anschließend von einem "Sieg der Wahrheit" sprach, hatte drei Gründe. Da wäre zum einen die Unterstützung der vielen kleinen Verbände, die Blatter durch finanzielle Zuwendungen gefügig macht. Sie interessierte der Streit um den von Blatter vorgelegten und von der Opposition um seinen abtrünnigen Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen angezweifelten Finanzbericht für die Jahre 1999 bis 2006 nur unter einem Aspekt: Werden trotz geplanter Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Schweizer Franken auch im Jahr 2003 die veranschlagten 166 Millionen für Entwicklungsprojekte an ärmere Mitgliedsverbände ausgezahlt? Blatters zweiter Vorteil: die schwachen Auftritte seines Kontrahenten Hayatou im Wahlkampf. Auch bei seiner Ansprache an die Delegierten am Mittwoch wirkte der Kameruner farblos, als er vom Blatt die Inhalte seines Programms ablas ("Transparenz, Demokratie, Gleichberechtigung, Erziehung") und mit Phrasen zu überzeugen suchte: "In zwei Jahren feiert die Fifa ihr 100-jähriges Jubiläum, ich will für frischen Wind und Dynamik sorgen." Und der dritte Punkte liegt bei der UEFA selbst: die Unfähigkeit, in vier Jahren einen Gegenkandidaten aufzubauen. Dass der europäische Verband in diesem Punkt versagte, ist so überraschend allerdings nicht - bislang fand er auch keinen mehrheitsfähigen Nachfolger für seinen gesundheitlich angeschlagenen und rücktrittswilligen Präsidenten Lennart Johansson.[33]

So blieb nur Volkes Zorn, dem selbsternannten Protagonisten des Weltfußballs in seine Schranken zu weisen: zu hören war dies an einem Pfeifkonzert bei seiner Rede zur Eröffnung der WM 2002 in Süd-Korea.

3. Resümee

Der wachsende Einfluss außereuropäischer Staaten innerhalb der FIFA war ausschlaggebend für die Gründung der UEFA. Die Globalisierung des Fußballs, besonders durch die fortschreitende Dekolonisierung Asiens und Afrikas begünstigt, machte eine rein europäische Interessensvereinigung notwendig. Doch war die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten: spätestens 1974 fraßen die Kinder ihre Väter.

Seitdem versucht die UEFA die Geschicke der FIFA wieder in ihre Hand zu bekommen, bisher jedoch erfolglos. Dieser Wechsel im Machtgefüge hatte aber durchaus sein Gutes: Fußball konnte nun tatsächlich eine globale Erscheinung werden. Wurden die außereuropäischen Staaten unter Rous nur stiefmütterlich behandelt, protegierte und förderte Havelange sie in bis dahin nicht gekanntem Ausmaß. Die Befürchtungen der finanziell schwächeren Länder, mit einem von der UEFA unterstützten FIFA-Präsidenten würden sie all ihren Einfluss und damit eventuell auch Teile ihrer Einnahmen verlieren, sind durchaus berechtigt. Ob es mit noch so großem Fingerspitzengefühl überhaupt möglich ist gleichzeitig die Interessen der UEFA und der anderen Konföderationen abzudecken erscheint fraglich. Eine unabhängige FIFA-Führung mit einem starken Widersacher UEFA könnte eine ideale Kompromisslösung bedeuten, würden beide Seite verantwortungsvoll miteinander umgehen. Dieser verantwortungsvolle Umgang kann zur Zeit jedoch keiner der beiden Parteien attestiert werden. Vielmehr verzettelt man sich in einem K(r)ampf um Stimmen, Geld und Eitelkeiten.

To be continued...

Quellen- und Literaturverzeichnis

Bossmann, Berries; Lachen und Weinen nach Blatters Sieg, in: Die Welt vom 30.05.2002

Chronik des 20. Jahrhunderts, hrsg. im Georg Westermann Verlag, Braunschweig 1982

Darby, Paul; Africa, Football and FIFA – Politics, Colonialism and Resistance, London 2002

Der grosse Ploetz, hrsg. im Verlag Herder, Freiburg 1998

Sugden, John / Tomlinson, Alan; FIFA and the contest for world football – who rules the peoples’ game?, Cambridge 1998

Witt, Michael; Der dunkle Fleck auf dem Trikot des Weltfußballs: Joseph Blatter, in: Die Welt vom 30.05.2002

www.fifa.com

www.uefa.com

[...]


[1] http://de.uefa.com/uefa/aboutuefa/overview/index.html

[2] http://de.uefa.com/uefa/News/Kind=4096/newsId=33403.html

[3] Darby, S. 44 Bis wann diese Regelung galt, war nicht zu ermitteln. Aktuell besitzt Russland keinen Vizepräsidenten

[4] http://www.fifa.com/fifa/index_E.html

[5] FIFA-Archive, individual ExCo members, Folder Sir Stanley Rous In einem Brief schreibt der damalige Schweizer FIFA-Generalsekretär Helmut Käser am 28.08.1963 an den FIFA-Präsidenten Rous, dass nicht nur Henri Delauney als „Vater“ der UEFA gelte, sondern auch Dr. Barassi und Ernst Thommen. Anlass war die Ankündigung von Rous, in einem UEFA-Handbuch Henri Delauney als alleinigen Gründer der UEFA zu nennen. Darby nennt in diesem Zusammenhang auch noch den Belgier José Crahay (Darby, S.46)

[6] Darby, S. 47

[7] Die „Pariser Verträge“ sind der Vorläufer der « Römischen Verträge », die 1957 zur EWG führen

[8] Chronik des 20. Jahrhunderts, S. 794

[9] FIFA – Confederations & Affiliated National Associations, Table 3

[10] Daten zu den Unabhängigkeitserklärungen aus: Ploetz, S. 1388 f.

[11] Darby, S. 48 f.

[12] Sugden/Tomlinson, S. 225

[13] Darby, S. 53

[14] Darby, S. 55

[15] Witt, „Die Welt“ vom 30.05.2002

[16] Darby, S. 111 ff.

[17] Darby, 125 ff.

[18] Darby, S. 130

[19] Darby, S. 114 ff.

[20] Sugden/Tomlinson, S. 112

[21] Sugden/Tomlinson, S. 120

[22] Sugden/Tomlinson, S. 71

[23] Darby, S. 137

[24] Darby, S. 137 ff.

[25] Darby, S. 139 f.

[26] Darby, S. 141

[27] Darby, S. 143

[28] Darby, S. 146 f.

[29] Darby, S. 149

[30] Darby, S. 149

[31] Darby, S. 151 f.

[32] Darby, S. 188 ff.

[33] Bossmann, „Die Welt“ vom 30.05.2002

20 von 20 Seiten

Details

Titel
Die UEFA - globale Herrscherin über den Fußball?
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V107809
Dateigröße
587 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
UEFA, Herrscherin, Fußball
Arbeit zitieren
Thorsten Petzold (Autor), 2003, Die UEFA - globale Herrscherin über den Fußball?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107809

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