Form und Medium oder ...the form is the medium is the message is the... -- Überlegungen zum Medialitätskonzept der "Laws of Form"


Seminararbeit, 2003

27 Seiten, Note: 1,0


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Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Eintritt in die Form
2.1 Operation der Form
2.1.1 Unterscheidung
2.1.2 Bezeichnung
2.1.3 Selektion
2.1.4 Kontingenz
2.2 Axiome der Form
2.3 Re-Entry und Paradoxie
2.4 Referenz und Kontext
2.5 Zusammenfassung

3 Form und Medium
3.1 Aspekte des Medialen
3.2 Form, Information und In-Formation
3.3 Beinhaltung, Medium und Form
3.4 Form und Kommunikation
3.5 Referenz, Poetik und Form

4 Aus-Blick

Literaturverzeichnis

1 Einführung

» Überhaupt nichts kann durch Erzählen gewusst werden.«[1]

Eine beinahe mystische Aura scheint den britischen Mathematiker, Inge­nieur und Schriftsteller George Spencer Brown zu umgeben, ein Ruf, der insbesondere auf seine 1969 erstmals erschienene Hauptschrift, die Laws of Form[2] zurückgehen dürfte. Zwar werden die Laws in den entsprechenden Publikationen, vor allem im Dunstkreise der ühnlich „umruchten“ Luhmann- schen Systemtheorie sozialer Systeme oft und gerne zitiert, doch hat das Werk selbst nie zu breiterer Rezeption außerhalb dieser und ahnlicher, von außen scheinbar reklusiven Zirkel gefunden.[3] Die Ursachen hierfür sind so offensichtlich wie unwahrscheinlich. So gibt sich ein Großteil der auf die Laws Bezug nehmenden Sekundarliteratur dem auf diesem Gebiet unerfahrenen Leser gegenüber hochkomplex und schwer zugünglich, und steht damit ganz im Widerspruch zu Spencer Browns Intention, einen Text zu schreiben, dem „ein intelligentes sechsjühriges Kind folgen kann.“[4] Zum anderen - und dies ist das eigentlich Unwahrscheinliche - gestaltet sich auch der rein kürperliche „Zu-Griff“ auf den Originaltext alles andere als unproblematisch. Der Grund dafür durfte - zumindest zu einem gewissen Teil - im genialischen Eigensinn Spencer Browns liegen, der sich selbst gern in einem Atemzug mit Mozart, Gauss und Buddha nennt[5], seinen Namen ohne Bindestrich schreibt, um in Bibliotheken nicht so leicht auffindbar zu sein[6], unter Pseudonymen firmiert und sich - nicht zuletzt - lange Zeit dagegen sperrte[7], die Übersetzung seiner Laws ins Deutsche zu autorisieren.[8]

Hinzu kommt ein heute scheinbar recht verbreitetes, zu Geringschüt- zung neigendes Desinteresse an Sachverhalten und Sichtweisen, welche einen mathematischen Ursprung erahnen oder erkennen lassen. Im Artikel zum Begriff der „Form“ im „Wörterbuch der ästhetischen Grundbegriffe“[9] bei­spielsweise sucht man vergeblich nach einem Verweis auf die Gesetze der Form.

Spencer Brown zieht zwar eine klare Grenze, indem er sein Werk ein­deutig mit dem Anspruch versieht, „ein Textbuch der Mathematik“[10] zu sein. Die Laws werden dem dann auch durchaus gerecht, und der größte Teil des Buches ist - wie in Mathematikböchern öblich - ohne eingehendere Be­schäftigung mit dem vorgestellten Formelapparat nicht zu verstehen. Dies ist jedoch letztendlich irrelevant, denn die fundamentalen Implikationen und Aussagen des Textes reichen weit öber den Horizont der Mathematik hinaus.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, „Form“, wie sie Spencer Brown versteht, als fruchtbare Möglichkeit der systematischen Beobachtung von Medialität vor­zuschlagen. Dabei geht es nicht darum, die von seinem Kalköl eingeföhrte, „proto-mathematische“ Ebene in ihrer Entwicklung zu logischen Algebren, „memory“ generierenden Re-Entrancy-Formen und imaginaren Wahrheits­werten auf die Funktion von „Medien“ abzubilden. Vielmehr soll verdeut­licht werden, dass uns bereits der einfache Befehl »Draw a distinction!« in die Lage versetzt, Form als Unterscheidung zu begreifen, anhand derer sich, ist sie einmal getroffen, das verschachtelte Labyrinth der Vorgönge, die man als Medien bezeichnet, langsam selbst zu erklaren beginnt.

2 Eintritt in die Form

In the beginning God created

the heaven and the earth.

And the earth was without form, and void;

and darkness was upon the face of the deep.

And the Spirit of God moved

upon the face of the waters.

And God said, Let there be light:

and there was light.

And God saw the light, that it was good:

and God divided the light from the darkness.

And God called the light Day,

and the darkness he called Night.

And the evening and the morning

were the first day.

»Draw a distinction.«

Die grundlegende Idee der Laws of Form beruht auf einer auf den ersten Blick sehr einfachen, geradezu trivialen Feststellung: Wir können nicht sehen, was wir nicht sehen.[11] Die Aussage scheint sich zu wiederholen, und vielleicht ist es der Rückgriff auf sich selbst und das gerade erst gesagte, der sie wie eine Tautologie oder pure Redundanz aussehen lösst. Dass wir nicht sehen können, was wir nicht sehen, ist auch eine Aussage öber die Oberflache: denn unser Gesichtssinn funktioniert, indem er den Raum, in dem wir sind, auf die Netzhaut - eine Flöche, die in uns ist - projiziert, und reduziert: etwas, das durch etwas anderes verdeckt ist, können wir nicht sehen.

George Spencer Brown reißt uns aus dieser zweidimensionalen Blindheit heraus. »Draw a distinction!«[12] ruft er uns zu, wir steigen aus der Flöche wie Figuren aus einem Bild, und sehen - beobachten - plötzlich uns selbst. Dies macht uns zu Beobachtern von Beobachtern - und plötzlich erkennen wir, dass wir nicht sehen können, was wir nicht sehen: Es gibt einen blinden Fleck.

Die Laws of Form beschreiben die Beobachtung von Beobachtungen - Beobachtungen zweiter Ordnung, wie sie Heinz von Foerster genannt hat - und die Blindheit, die mit jeder Beobachtung - und damit jeder Erkennt­nis, denn wir können nur erkennen, was wir beobachten - einhergeht, und untrennbar verwoben ist.[13]

»Draw a distinction!« - »Ziehe eine Unterscheidung!« - doch was sol­len wir unterscheiden, und von was? Wo soll diese Unterscheidung getroffen werden, in welchem Unterscheidungs-„Raum“? Oder, gehen wir noch einen Schritt zuruck - was heißt öberhaupt „etwas unterscheiden“? Wie funktio­niert das, und was geschieht dabei? Was ist also die „Operation“ der Unter­scheidung?

2.1 Operation der Form

Das Ziehen einer Unterscheidung ist zuallererst das Ziehen einer Grenze, und zwar zwischen dem, was ein Ding ist, und dem, was es nicht ist:[14]

»... eine Unterscheidung wird getroffen, indem eine Grenze mit getrenn­ten Seiten so angeordnet wird, dass ein Punkt auf der einen Seite die andere Seite nicht erreichen kann, ohne die Grenze zu kreuzen. Zum Beispiel trifft ein Kreis in einem ebenen Raum eine Unterscheidung.«[15]

Wenn es also vorher keine Unterscheidung gab, so gibt es jetzt drei unter­scheidbare (eigentlich: wieder-unterscheidbare) Elemente: „was es ist“, „was es nicht ist“, und die Grenze dazwischen. Jedes einzelne dieser drei bedingt und bestimmt die anderen beiden, und offensichtlich existieren sie entweder zusammen (wenn die Unterscheidung getroffen ist) oder öberhaupt nicht (wenn da keine Unterscheidung ist). Spencer Brown formuliert das so:

Kanon Null. Koproduktion.

Was ein Ding ist, und was es nicht ist, sind, in der Form, identisch gleich.

Das heißt, die identische Form oder Definiton oder Unterscheidung agiert als die Grenze oder Beschreibung sowohl des Dinges, als auch dessen, was es nicht ist. [16]

2.1.1 Unterscheidung

Die Grenze bestimmt also die „Form“ dessen, „was es ist“, dessen, „was es nicht ist“, und, nicht zu vergessen, die Form ihrer selbst. Daraus folgt ganz zwanglos, dass ,,Alles“ und ,,Nichts“ der Form nach nicht voneinander zu un­terscheiden, also identisch sind: denn beiden fehlt jede Form überhaupt.[17] Wenn dies nicht unmittelbar einleuchtet: Stelle Dir zwei Dinge vor, die ne­beneinander stehen und sich gleichen wie ein Ei dem anderen. Wenn man Dir abwechselnd immer nur eines der beiden zeigte, wie konntest Du dann wissen, dass es sich um zwei, und nicht nur eines handelt, und welches da­von? [18] Ganz offensichtlich ist das nicht müglich. So merkt Spencer Brown dann auch an, dass man statt „ist gleich“ genausogut „wird verwechselt mit“ sagen kann.[19]

2.1.2 Bezeichnung

Anhand dieses Gedankenexperiments wird auch die zweite grundlegende Operation der Unterscheidung sichtbar: Was lüge nüher, als das Ding mit einer Markierung zu versehen, wenn man es uns zeigt? Denn so, und nur so künnen wir es eindeutig von dem anderen unterscheiden, also mit sich selbst identifizieren. Natürlich hat nur eine „sichtbare“ Unterscheidung einen Zweck, denn würe sie unsichtbar, so konnten wir sie ja auch mit dem nicht- unterschiedenen Raum (in dem es keine Unterscheidung gibt - weil keine gezogen wurde) verwechseln. Eine sinnvolle Unterscheidung ist also immer auch das Setzen einer Markierung, oder „indication“:

»We take as given the idea of distinction and the idea of indication, and that we cannot make an indication without drawing a distinction.

We take, therefore, the form of distinction for the form.«[20]

2.1.3 Selektion

Doch warum sollen wir eine Unterscheidung treffen, zu welchem Zweck? Hier schließt sich der Kreis, und wir erreichen wieder unseren Ausgangspunkt:

Wir können nicht sehen, was wir nicht sehen - für gewöhnlich. Denn in dem Moment, in dem wir uns unterscheiden von der Welt, in der und die wir sehen, also Beobachter und Beobachtetes trennen, erkennen wir: Wir können etwas sehen, weil wir nicht sehen, was wir nicht sehen: Sight is the ability to be blind to the rest.[21] Spencer Brown: „We notice one side of a thing-boundary at the expense of paying less attention to the other side.“[22] Denn „etwas als solches sehen“ heißt: es unterscheiden von seiner Umgebung, dem Hintergrund, öhnlichen Anderen etc.[23] Wir müssen also unterscheiden, wenn wir sehen wollen.

In diesem Sinne bedeutet „eine Unterscheidung treffen“ auch „eine Aus­wahl treffen“ - etwas selektieren, oder hervorheben - nümlich das Erfasste aus dem nicht erfassten Hintergrund, der Umgebung, dem ununterschiedenen Raum der Möglichkeiten. Im Prinzip lösst sich die selektierende Operation der Form also als Einheit aus distinction - Unterscheidung und indication - Bezeichnung begreifen: „Die Form umfasst immer den Inhalt. Sie umfasst aber immer auch die beiden Seiten - innen und außen - einer Unterschei- dung.“[24]

2.1.4 Kontingenz

Ein wichtiger Gesichtspunkt hierbei ist, wie z.B. Luhmann hervorhebt, die Kontingenz der Unterscheidung:[25] die Unterscheidung höngt von der Beob­achtung ab, ist sozusagen nicht ontologisch begruöndet. „Unterscheidungen werden arbitrör getroffen“, sie sind keine notwendige Konsequenz „der Sa­che selbst“ - es koönnte genausogut anders sein, und andere Unterscheidungen könnten dieselbe oder andere Realitöten hervorbringen. Von besonderer Be­deutung ist dies fur alle Vorgönge, die Kommunikation als System, das mit Formen operiert, betreffen, wie wir noch sehen werden.

2.2 Axiome der Form

Aus der Einsicht, dass Unterscheidung und Markierung in der Form im­mer zusammen operieren, benennt Spencer Brown die zwei grundlegenden Axiome seines Formenkalküls:

Axiom 1. The law of calling

The value of a call made again is the value of the call.

That is to say, for any name, to recall is to call.

Axiom 2. The law of crossing

The value of a crossing made again is not the value of the crossing.

That is to say, for any boundary, to recross is not to cross.[26]

Das Gesetz des Nennens besagt, dass es keinen Unterschied macht, wie oft wir eine (identische!) Markierung anbringen (oder Unterscheidung tref­fen) - vorausgesetzt, wir bringen sie mindestens einmal an. Die wiederholte Nennung eines Namens (was mit dem Setzen einer Markierung identisch ist) fügt der Unterscheidung nichts hinzu.[27] Ein Beispiel: „Der Wert eines un­terschiedenen Inhalts (zum Beispiel eines 100 DM Scheins[sic]) andert sich nicht dadurch, dass er zweimal mit seinem Namen (»Hundertmarkschein, Hundertmarkschein«) genannt wird.“[28] Die doppelte Nennung fügt keine neue Information hinzu, die eine „difference that makes a difference“ im Sinne Batesons ist.[29]

Be-Zeichnen wir die Form der Unterscheidung mit einem Kreis auf einer ebenen Flüche,[30] künnen wir das law of calling visualisieren:[31]

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Hierbei stellt die Linie des Kreises die Grenze dar, die wir einmal kreuzen müssen, um von innen nach außen zu gelangen und umgekehrt. Fügen wir nun eine identische Kopie der Unterscheidung ein, sehen wir, dass dies die relevanten Eigenschaften der Form unveründert lüsst:

Denn: Noch immer gibt es nur „Innen“ und „Außen“, auf dieser primitiv­sten Ebene stehen uns keine anderen als diese beiden, von der Unterschei­dung konstruierten Konzepte zur Verfügung. Die identische Markierung oder Unterscheidung lüsst sich damit offensichtlich nicht unterscheiden, fügt al­so keinen Informationswert hinzu, und kann so ohne Verlust aus der Form gestrichen werden:[32]

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Diese grundlegende Operation der Vereinfachung nennt Spencer Brown condensation.[33]

Die Form ist geschlossen: Distinction is perfect continence.[34] Aus dieser Geschlossenheit der Form folgt das Gesetz des Kreuzens. Um von „Innen“ nach „Außen“, also vom markierten zum unmarkierten Zustand zu gelan­gen, müssen wir die Grenze einmal (oder eine ungerade Zahl von Malen: Innen-1-Außen-2-Innen-3-Außen usf.) überschreiten, oder „kreuzen“. Auch dies lüsst sich mit der Kreissymbolik darstellen. Wieder bezeichnet ein Kreis die Unterscheidung. Fuügen wir nun die identische Unterscheidung in die erste Unterscheidung ein:

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und beginnen im innersten Innenraum, die Grenze zu uüberschreiten, so müssen wir sie zweimal kreuzen. Laut Axiom 2 bedeutet Wieder-Uberschreiten derselben Grenze jedoch soviel wie Garnicht-Uberschreiten, und Garnicht­Uberschreiten entspricht dem Zustand, in dem es keine Grenze gibt, dem ununterschiedenen Raum. Wir sehen:

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Die identischen Unterscheidungen heben sich gegenseitig auf. Dies nennt Spencer Brown cancellation.[35]

Auf beiden Axiomen lassen sich Logik, Arithmetik und Algebra konstru­ieren, anhand derer Spencer Brown unter anderem den ersten Beweis des Vierfarben-Landkarten-Theorems vorlegen konnte.[36] In dieser Arbeit sollen die Axiome jedoch nicht als Gegenstande der Mathematik betrachtet und behandelt werden, sondern als Aussagen über eine allen Prozessen der Form inhärente Struktur. So werden sie uns unter anderem in den Konzepten von Fremd- und Selbstreferenz wieder begegnen.

2.3 Re-Entry und Paradoxie

Zusammenfassend künnen wir bis jetzt sagen: Beobachtung - was uns selbst als Objekte einschließt - ist nur müglich durch Unterscheidung, welche die zu gewinnende Information generiert.[37] Das Ziehen einer Unterscheidung ist die Einfuhrung einer Form. Eine Form ist die Unterscheidung von Innenseite, oder „dem Unterschiedenen“, von Außenseite, dem „Rest“ (der Welt, des Sichtfeldes, der Zeichenfläche, dem Nicht-Gemeinten, etc.). Somit ist Form als Unterscheidung selbst schon eine Unterscheidung (namlich von Innen, Außen und der Grenze - dem „dazwischen“) - was wir aber nur sehen, wenn wir unsere Beobachtung beobachten.[38] Damit Beobachtung müglich ist, muss sich „die Welt“ also

»offenbar trennen in mindestens einen Zustand, der sieht, und minde­stens einen anderen Zustand, der gesehen wird. In diesem getrennten und verstümmelten Zustand ist, was immer sie sieht, nur zum Teil sie selbst.« [39]

Auf diese Weise wird der Beobachter zur Markierung der „Außenseite“ des Beobachteten. Die Form tritt in sich selbst ein und erzeugt Rekursivität, in dem das Unterschiedene wieder-unterschieden wird.[40]

Weiterhin führt demnach jede Art der Formgebung eine scheinbare Pa­radoxie, oder zumindest Unvollstündigkeit in die Beobachtung ein. Da Beob­achtung aber, wie wir oben gesehen haben, nur durch Formgebung möglich ist, macht dies jede Beobachtung notwendigerweise „falsch“. Den „wahren basalen Raum“[41], den unsere Unterscheidung spaltet, künnen wir nicht be­obachten. Form lüsst sich demnach sehen in Analogie zum Unterschied zwi­schen „Klarheit“ und ontologischer „Wahrheit“: Um mit einem Sachverhalt zu agieren, müssen wir uns für eine Seite (z.B. der Argumentation) entscheiden, wir künnen nicht „dies“ und „das Gegenteil“ gleichzeitig meinen, wir müssen uns durch und an die Form gebunden „klar“ ausdrücken - der Versuch, zum unmarkierten, un-ent-schiedenen Raum zurückzukehren, führt zwangslau- fig ins Leere. Dem Hinweis auf Gleichzeitigkeit folgt auch Spencer Browns weitere Ausformulierung des Kalküls: „Innen“ und „Außen“ sind zwar nicht gleichzeitig müglich, doch man kann sich umentscheiden: dies ist allerdings nur innerhalb der Zeit moglich:[42]

»Es gibt zum Beispiel kein gleichzeitiges Ja und Nein, also keine Wi­dersprüche, sondern nur ein Oszillieren zwischen beiden Müglichkeiten, was dann allerdings einem Beobachter, der von Zeitverhaltnissen im System abstrahiert, als Widerspruch erscheinen mag.«[43]

Voraussetzung für dieses Oszillieren ist, dass sich die Form auf ihren vor­angegangen Zustand beziehen kann, oder mit anderen Worten: die Fahigkeit beinhaltet, Selbstreferenz zu verwirklichen.[44]

2.4 Referenz und Kontext

Die beiden Gesetze der Form, calling und crossing, zeigen die beiden grund­legenden Konzepte von Bezugnahme auf, die Form realisieren kann: Sie kann sich beziehen auf das, was „Innen“, und auf das, was „Außen“ ist, also Selbst- und Fremdreferenz ausbilden.[45] Das law of calling lasst sich verstehen als Beschreibung der Beziehung der Form auf ihren Außenraum oder „Kontext“, das law of crossing entsprechend als Bezug auf den Innenraum, den „Inhalt“ und, wenn die Form in die Form wieder-eintritt, als Bezug auf sich selbst.

Wie Simon[46] zeigt, lassen sich Selbstreferenz und -beobachtung und die dabei auftretenden Paradoxien durch den Wiedereintritt der Form in sich selbst beschreiben, wenn man annimmt, dass „Beobachtung“ dem Kreuzen der Grenze vom unmarkierten zum markierten Zustand entspricht. Der Be­obachter muss, will er die Welt (zu deren Inhalt er gehört) beobachten, davon ausgehen, dass seine Beobachtung die Welt nicht verändert - andern­falls wörde er in einen unendlichen Regress der eintreten, ohne je zu einer Erkenntnis zu gelangen. Hier liegt dann auch das Problem, denn

»Wann immer der Beobachter eine neue Erkenntnis öber die Welt ge­winnt, so föhrt er die Form der Welt auf einer ungeraden Ebene in die Form ein, das heißt er verändert sein Weltbild, wodurch die Welt als Ganzes (Form) nicht mehr die ist, die er bezeichnet hat.«[47]

Dies geht mit der oben festgestellten Paradoxie jeder Beobachtung konform.

2.5 Zusammenfassung

Noch einmal: Unterscheidung ist nur dann sinnvoll, wenn sie mit Bezeich­nung verbunden ist, also markierte und unmarkierte Zustande generiert. Vom einen in den anderen Zustand zu gelangen, erfordert, die Grenze zu kreuzen. Der Anfang der Form ist: „Treffe eine Unterscheidung (sonst löuft garnichts)“.[48] Alles, was för uns „existiert“, bedarf der Form, oder wie Spencer Brown es nennt, nichts kann ihr entrinnen.[49] Form ist die notwendige Bedin­gung des Sich-Beziehens als auch des So-und-so-Sein-Könnens: Wir können nichts sehen, ohne ihm im Als-so-und-so-Sehen eine Form zu verleihen, wir können nichts denken, ohne unsere Gedanken zu formulieren, und wir kön­nen nicht durch Sprache kommunizieren, ohne die Form unserer Gedanken in die Form unserer Worte zu gießen.

»Für den Prozess der „Bewusst-Werdung“ und des Erkennens der Welt bilden die einzelnen symbolischen Formen eine notwendige Vorbedin­gung: ,Sie sind die eigentömlichen Medien, die der Mensch sich er­schafft, um sich Kraft ihrer von der Welt zu trennen und sich in eben dieser Trennung um so fester mit ihr zu verbinden.1«[50]

So gesehen ist Form das grundlegende Medium der Erkenntnis.

3 Form und Medium

Wenn man sich heute mit der Begriffsbildung des „Medialen“, also mit dem „medien-wissenschaftlichen“ Diskurs befasst, findet man ein hohes Maß an Selbst-Referenz vor: eine Disziplin, die dabei ist, ihren eigentlichen Gegen­stand überhaupt erst zu bestimmen, und damit ihrer eigenen Existenz über­haupt erst eine Rechtfertigung zu verschaffen. Hierzu postuliert sie eine „Klasse“ von „Phünomenen“, die alle durch eine Gemeinsamkeit verbunden sind, und nennt dieses Postulat „Medialitat“. Die primare Frage hierbei ist: „Was ist ein Medium?“ oder „Was ist das ,mediale‘ an Medien?“ Eine Theorie des Medialen soll also beschreiben, was das Eigen-Artige ist, das ein Ding zum Medium macht.

Das Ziel einer Theorie oder eines „Erklür-Modells“ besteht nun darin, die Komplexitüt der Welt (hier: des Zu-beschreibenden) zu verringern. Um komplizierte Vorgünge auf einfachere zurückführen zu künnen, um sie „ver- stündlich“, „an-schaulich“ (griech. theorein : betrachten, schauen) zu machen, bedient sich die Theorie einer Unterscheidung, naümlich von Welt“ in Ur­sachen“ und Folgen“, also der Form. Verstüandlich“ heißt in diesem Zusam­menhang: „dem Verstande zugünglich“, also integrierbar in ein System, das erfahrungsgemaüß nur eine begrenzte Menge an Komplexitaüt tolerieren und prozessieren kann. So gesehen ist eine Theorie „gut“ oder „erfolgreich“, wenn es ihr gelingt, unter Ruückgriff auf moüglichst wenige und einfache Voraus­setzungen moüglichst viele und komplexe Beobachtungen zu erklaüren, oder andersherum betrachtet, wenn sich aus wenigen elementaren Grundannah­men oder „Axiomen“ eine komplexe „Welt“ (re)konstruieren lüsst.[51] „Theo­rie“ laüsst sich somit durch die selektierende Unterscheidung, die sie darstellt und produziert, indem sie ihren Gegenstand behandelt, selbst als Form ver­stehen.

Für eine Theorie des Medialen gibt es zahlreiche Ansätze. Der in dieser Arbeit gewaühlte soll sein, die Funktionsprinzipen des Medialen, wenn es als solches in Erscheinung tritt, herauszuschaülen, indem entlang der These: dass „Form“ das systematische Uber- und Unterprinzip alles Medialen ist, die Ansichten verschiedener Autoren darauf abgeklopft“ werden, in wie weit die vorgeschlagenen Funktionen von Medialitat mit den Funktionen der Form, wie sie oben dargestellt wurden, zur Deckung zu bringen, oder durch sie zu erklären sind. Im Sinne einer „erfolgreichen“ Theorie empfiehlt sich „Form“ als vielversprechender Ansatz, sind ihre Gesetze doch „in einer bezaubernden Weise einfach und kompliziert, elegant und verschachtelt“[52] zugleich.

3.1 Aspekte des Medialen

Natärlich kann hier keine elaborierte „Medientheorie der Form“ vorgestellt werden. Allerdings kännen wir versuchen, Anhaltspunkte, hints zu sammeln, die unsere These, dass es sich bei Medium und Form um zwei eng verwandte Prinzipien handelt, stätzen, indem wir verschiedene Aspekte von Medialität aufgreifen. Es versteht sich von selbst, dass diese Aspekte nicht unbedingt einander ebenburtig sein mässen, sondern dass es sich an sich um mägli- cherweise verschieden relevante Formen handelt, mit denen sich Medialitaät beobachten lässt.

Die wichtigsten Funktionen kännen wir uns bereits an einem einfachen - zugegebenermaßen recht an den Haaren herbeigezogenen - Beispiel bewusst machen: Warum sagen wir: „dies und das ist ein Medium“ (und nicht „dies und das ist ein Stäck Käse“)? Oder kann ein Stäck Kase ein Medium sein? Immerhin lassen sich einige Argumente finden, die diese vielleicht krude Annahme unterstützen. Das naheliegendste: mit einem Messer lassen sich Buchstaben oder Zeichen in die Oberfläche ritzen. Damit hätten wir die Form der Oberflache verändert, und in jedem Fall eine Information hinzugefägt. Denn selbst, wenn wir wild und ohne zu uberlegen drauflos schneiden, trägt die Oberfläche eine „Botschaft“, z.B., dass wir gerade schlechter Laune sind, oder das Beispiel fär unangemessen halten. Zumindest kännte ein Betrachter die Schnittmuster so interpretieren. Hier lassen sich bereits fänf zentrale Aspekte finden:

Erstens eine gewisse „Weichheit“, die es uns erlaubt, die Form des Medi­ums nach unseren Wuänschen zu veraändern, oder entsprechend Formen“ in das Medium einzufuägen, es zu sozusagen zu in-formieren“. Wir nennen dies in Anlehnung an Flusser In-Formierbarkeit.[53]

Zweitens die Information selbst, die eng mit dem Vorgang der In-Formation zusammenhängt, welche dem Käse eine Struktur (andere Form), oder „in­terpretierbare“ Ordnung (oder gezielte Unordnung) verleiht.[54]

Drittens, und dies ist vom Vorgang der bloßen Einformung zu unter­scheiden, die Fähigkeit zur Einfügbarkeit oder Beinhaltung. Das heißt, in das Medium (Kase) lässt sich ein anderes Medium (Schrift, Zeichen, usw.) so einfügen, dass das eine Medium das andere beinhaltet. Diese „Schachte- lung“ lässt sich beliebig fortführen, was zur Folge hat, dass das Beinhalten­de zum Beinhalteten wird. In unserem Beispiel kännte man sich vorstellen, dass der beschriebene Käse photographiert, das Bild in einem Bildband ab­gedruckt, der Bildband in einer Rezension besprochen, die Rezension auf einer Webseite angezeigt wird und so weiter. Der Aspekt dieser rekursiven Beinhaltung entspricht McLuhans Aussage, dass der Inhalt eines Mediums immer ein anderes Medium ist.[55] Dies fährt uns auch zur Frage nach der Differenz zwischen Medium und Form, da offenbar ein Medium die Form eines anderen Mediums sein kann, und durch die Rekursion (Schachtelung) genauso umgekehrt eine Form das Medium einer anderen Form.

Viertens: Gesetzt den Fall, man in-formiert das Medium mit einer Bot­schaft, wird man mit dieser stets eine gewisse Absicht verfolgen (Intentionali­tät), die entweder auf einen selbst oder Andere gerichtet und interpretierbar ist. Wenn das Medium und damit die Absicht zur Anwendung gelangt, han­delt es sich um einen Vorgang der Kommunikation, und da Kommunikation die konstituierende Operation alles „Sozialen“ ist,[56] die soziale Funktion des Mediums.[57]

Und schließlich fänftens, die Funktion der Bezugnahme, oder Referenz. Diese kann auf das Medium selbst, oder etwas außerhalb davon gerichtet sein, und zwischen „Inhalt“ und „Form“ unterscheiden. Beispielsweise lie­ße sich der Käse mit der Nachricht „Käse aus Holland“ informieren, und koännte so Bezug auf seinen Inhalt ausbilden. Die Selbstreferenz der Form (Beispiel: der Kaäse als Gegenstand einer Ausstellung verweist durch sein rei­nes Dasein auf seine eigene Form) fährt eine neue „Aussageebene“ ein, die eine Art „Dissonanz“ oder „Nicht-Festlegbarkeit“ der eigentlich festgelegten Form verursacht. In Anlehnung an Eco[58] wird der Selbstbezug der Form als poetische Funktion bezeichnet.

3.2 Form, Information und In-Formation

Betrachten wir zunächst den Aspekt der Information. Um etwas über sei­ne Eigenschaften herauszufinden, kännen wir uns fragen: was wäre „Nicht­Information“? Aus der Statistik wissen wir, dass ungeordnete Zustande ir­gendeines Systems wahrscheinlicher sind als geordnete, einfach, weil die An­zahl der möglichen ungeordneten die der geordneten Zustande bei weitem übersteigt. So gibt es beispielsweise mit 26 Buchstaben und einem Leerzei­chen genau eine Mäglichkeit, auf zwälf Stellen die Information „laws of form“ zu produzieren, aber 2712 — 1, das sind 150094635296999120 Moglichkeiten, dass dort etwas steht, das nicht der gewänschten Information entspricht, und in den meisten Fällen unsinnig sein wird. „Information“ ist also das „Auftau­chen des Unwahrscheinlichen“ (Flusser), das Erscheinen von Struktur und Ordnung in einer von sich aus ungeordneten, vom Zufall beherrschten Welt. Damit Information entsteht, muss das Unwahrscheinliche vom Wahrscheinli­chen unterschieden, selektiert werden. Bateson beschreibt dies anhand eines Kreidestäcks:

»Kant behauptet in der Kritik der Urteilskraft - wenn ich ihn recht verstehe -, daß der elementarste ästhetische Akt die Auswahl einer Tatsache ist. Er fährt aus, daß in einem Stück Kreide eine unendliche Anzahl potentieller Tatsachen stecken. [...] Von dieser Unendlichkeit selektieren wir eine sehr begrenzte Anzahl, die zur Information wer­den.« [59]

Der elementare Bestandteil von Information ist also „ein Unterschied, der einen Unterschied macht“[60] - wir erinnern uns an das law of calling. Damit der unwahrscheinliche Zustand der Information nicht im Meer des Wahrscheinlichen untergeht, mässen wir ihn hervorheben, eine Markierung setzen, und so die Unterscheidung fur den Zeitraum, in dem wir unsere Absicht verfolgen, „fixieren“. Dazu bedarf es, wie oben schon angedeutet, eines „Mediums“ als Träger der Differenz. Das Medium muss die Möglich­keit, Unterscheidungen darin zu treffen, also ein Potential von Differenzen oder: einen ununterschiedenen Raum bereitstellen.[61] In diesem Raum wird die Unterscheidung gezogen, und generiert die Information, indem sie dem A-morphen (griech. morphe: Form) eine Form verleiht, seine Form andert, es in-formiert.[62] Die oben angesprochene „Weichheit“ oder In-Formierbarkeit des Mediums korrespondiert also mit der Fahigkeit, einen Raum för Unter­scheidungen bereitzustellen, die Tatsache und der Akt der Information einer strukturierenden Selektion, die das Unwahrscheinliche hervorhebt und mar­kiert.

3.3 Beinhaltung, Medium und Form

Wie oben festgestellt wurde, stellen Medien Möglichkeiten zur Einfögung und Beinhaltung bereit: Der Inhalt eines Mediums ist ein anderes Medium, das Beinhaltende kann zum Beinhalteten werden und umgekehrt. Der Akt der In-Formation bildet also offenbar Rekursivitaöt aus, weil die Form wie­der in die Form, die Unterscheidung wieder in die Unterscheidung eingefuögt werden kann, genauso, wie Selektion aus Bereits-Selektiertem möglich ist.

Luhmann verfeinert die Unterscheidung, indem er zwischen Medium und Form differenziert: Die Unterscheidung operiert im durch das Medium be­reitgestellten Optionsraum und bildet darin Formen aus. Zum Beispiel las­sen sich Worte, die ihrerseits Formen im Medium der Laute sind, so se­lektieren, dass sie als Satz Formen im Medium der Worte (des Vokabulars) bilden, also selbst zum Medium werden. Laute wiederum entstehen, indem im amorphen Medium des Rauschens eine Unterscheidung gezogen wird, die den Laut (ein spezielles Frequenzspektrum) aus dem Rauschen (dem völlig gleichwahrscheinlichen Frequenzspektrum - einem ununterschiedenen Raum) selektiert, und sind somit selbst wieder Formen. Es besteht also eine Differenz zwischen Medium und Form: Medien bestehen aus lose gekop­pelten“ Elementen, die Form in Form einer festeren Kopplung annehmen konnen.[63]

Diese Differenz ist jedoch nur „sequentiell“ beobachtbar (dem Rekursi­onspfad folgend). Das heißt, sie entsteht aus der die „Ebenen“ der Form- bildung trennenden Betrachtungsweise. Die Katze beißt sich nur in den Schwanz, wenn durch die Beobachtung der Form, den Wiedereintritt der Form in die Form Rekursivität erzeugt wird.

3.4 Form und Kommunikation

Medialitat kann nur eine soziale Funktion ausbilden, wenn sie Kommunika­tion involviert. Ein Medium ohne soziale, also kommunikative Bedeutung ist nicht mehr als ein Gegenstand wie jeder andere in der Welt,[64] und immer wenn kommuniziert wird, ist diese Kommunikation medial.

Schon fräh wurde man sich des Problemcharakters der Kommunikation bewusst. Wir kännen nicht mitteilen, was wir mitteilen wollen, wir kännen, was in uns ist, nicht identisch im anderen reproduzieren:

»Keiner denkt bei dem Wort gerade und genau das, was der andere, und die noch so kleine Verschiedenheit zittert, wie ein Kreis im Wasser, durch die ganze Sprache fort. Alles Verstehen ist daher immer zugleich ein Nicht-Verstehen, alle Übereinstimmung in Gedanken und Gefählen zugleich ein Auseinandergehen.«[65]

Der Mitteilungsfähigkeit des Menschen scheint durch eine Art Intrans­parenz der Individuen färeinander eine Grenze gesetzt, sie erscheinen sich „abgekapselt“ und nur mit Mähe zuganglich.

Luhmann hat diesen Gedanken systematisiert, indem er Kommunikati­on mit Hilfe der Systemtheorie und den Prinzipien der Laws of Form als eigenständiges System beschrieben hat .[66] Die Systemtheorie als solche ba­siert auf der Unterscheidung Umwelt/System und betrachtet diese als die Einheit einer abgeschlossenen Form. Ein System konstituiert sich (seine Ele­mente wie seine Einheit) selbst, indem es sich von seiner Umwelt abgrenzt. Die Operationen des Systems sind nur fär das System selbst, „von innen“ zugänglich, d.h. nur unter der Bedingung, die Grenze nach innen zu kreu­zen. Damit es ein Verhalten zur Umwelt (Fremdreferenz) auspragen kann, muss es diese somit notwendigerweise in sich selbst repräsentieren (abbil­den), Fremdreferenz wird also auf Selbstreferenz zurnckgeführt. Dazu muss das System seine konstituierende Unterscheidung in sich wieder-einführen, was einen Re-Entry der Form bedeutet.[67]

Kommunikation ist für Luhmann eine Unterscheidung: sie teilt die „Welt“ nicht mit, sondern ein, und zwar, indem sie sagt, was sie sagt, und nicht sagt, was sie nicht sagt.[68] Kommunikation bedarf der Zusammenarbeit wahrneh­mender Systeme, was bedeutet, dass was gesagt werden soll eine Form an­nehmen muss, um überhaupt wahrnehmbar zu werden: „As communication it must take on a form, either acoustically or optically, in the media of possible perception.“[69] Die Selektionsleistung der Form besteht darin, die ungeordnete Komplexitat dieser Medien zu reduzieren, den Optionenraum zu begrenzen und dadurch „Un-Mengen“ an potentieller Information (man erinnere sich an die unendliche Anzahl von Unterscheidungsmöglichkeiten im Kreidestück) in endliche, begrenzte Mengen zu überführen:

»It must transform the indeterminable complexity of these media into determinate complexity; that is, it must transform infinite informatio­nal loads into finite ones.«[70]

Zudem ist die Reduktion von Komplexität durch das Setzen einer Form die Bedingung dafür, dass sich weitere Kommunikationen anschließen kün- nen: Bezugnahme bedarf eines Bezugspunktes. An das Un-Formulierte, Nicht­Festgelegte anzuschließen, ist nicht, oder nur schwerlich, und dann eben durch Schaffung eigener Bezugs-Formen („ich denke dass du denkst...“) müg- lich. Unter dieser Annahme lüsst sich Kommunikation als dreifache Selektion aus Selektionen beschreiben: die eben beschriebene Unterscheidung der In­formation schafft Anschlussmoglichkeiten, d.h. einen Optionsraum, in dem die Selektion der Mitteilung operieren kann; die Mitteilung wiederum bildet das „Medium“, in dem die Selektion von Verstehen oder Nicht-Verstehen moglich wird.[71]

Da sich Kommunikation als System von ihrer Umwelt, wozu auch das Bewusstsein (als wiederum eigenstündiges System) gehürt, abgrenzt, sind zwischen „Innen“ und „Außen“ keine direkten, unvermittelt zielgerichteten Interaktionen müglich. Die Kommunikation wird zum Selbstlaufer und lasst sich vom Bewusstsein nicht oder nur schwer zielgerichtet beeinflussen:

»... schon bei einer geringen Aufmerksamkeit auf das, was wir selber sagen, wird uns bewußt, wie unscharf wir auswählen müssen, um sagen zu können, was man sagen kann; wie sehr das herausgelassene Wort schon nicht mehr das ist, was gedacht und gemeint war, und wie sehr das eigene Bewußstsein wie ein Irrlicht auf den Worten herumtanzt: sie benutzt und verspottet, sie zugleich meint und nicht meint, sie auftauchen und abtauchen läßt, sie im Moment nicht parat hat, sie eigentlich sagen will, und es dann ohne stichhaltigen Grund doch nicht tut. «.[72]

Die Selektionen sind also allesamt kontingent: Ein Sachverhalt kann so oder auch anders beschaffen sein, man kann über ihn reden oder nicht, und der Empfänger kann die Mitteilung verstehen oder nicht, akzeptieren oder nicht. Ist eine Kommunikation an diesem Punkt angelangt, sind nur noch Meta-Aussagen moglich:

»Communication must be content with what it can do; but it can com­municate that it can only do what it can do. Just as one knows of the unknown at least that it is unknown, one can say of the incommunica­ble that it is incommunicable.«[73]

Auf dieser Beobachtungsebene zweiter Ordnung kommuniziert Kommu­nikation nur noch über sich selbst, man beginnt „sich im Kreis zu drehen“, ohne „in der Sache“, der primären Ordnung weiterzukommen:

»Statements about existence and negations belong to the operators of linguistically constituted communicative systems; but their operative use can take place only on this side of the boundary that is being renewed by such use, but not transgressed by it.«[74]

Wenn wir darüber reden, dass wir nur über das reden kännen, worüber wir reden konnen (was wir natürlich auch hier gerade tun), ist es zwar noch mäglich, Bezeichnungen hinzuzufügen, doch gemaß dem law of calling än­dern diese nichts an der Grenze: Wir kännen trotzdem nicht uber das reden, worüber wir nicht reden kännen. Die Selektion der Form beschrankt, verän­dert, „verfalscht“ also die „eigentliche“ Kommunikation und schafft ihr doch erst das Medium, in dem sie operieren kann: Form macht Kommunikation unmäglich, indem sie sie überhaupt erst mäglich macht, und umgekehrt.

3.5 Referenz, Poetik und Form

Jedem Medium, das mit Formen intentionalen Charakters informiert ist, ist eine fundamentale Differenz zueigen: Die Differenz zwischen dem, was an seiner „Oberfläche“ erfahrbar vorhanden ist, und dem, was dort nicht vor­handen sein kann. Beschreiben lässt sich diese Differenz mit dem Begriff der Referenz.[75] Das informierte Medium kann einerseits auf etwas verwei­sen, das dort nicht anwesend ist, d.h. durch eingeprägte Zeichen symbolisiert wird, weil es im Medium selbst nicht verkörpert werden kann. In diesem Fall spricht man von Fremdreferenz. Andererseits kann es sich auf sich selbst be­ziehen, und damit Teile seiner selbst oder seines Form-Charakters (welcher die Referenz erst konstruiert) hervorheben. Dies ist die Selbstreferenz des Mediums. Nach Huber[76] hat die Fremdreferenz „eine dienende Funktion“, wird „als Mittel zum Zweck“, als „Medium externer Sinnstiftung instrumen­talisiert“. Eco beschreibt dies ähnlich in den „postkritischen“ Termini von 1963, wenn er von der strukturellen Differenz zwischen „Kitsch“ und „poe­tischer Botschaft“ spricht: Im Unterschied zum Kitsch, der - von Fremdre­ferenz dominiert - rein um die Hervorhebung seines „Effektes“ bemäht ist, scheint die poetische Botschaft

»von einer fundamentalen Mehrdeutigkeit geprägt zu sein: Sie verwen­det die Ausdrücke absichtlich so, daß deren referentielle Funktion ver­ändert wird [...] Sie eliminiert die Redundanzen, so daß Stellung und referentielle Funktion eines Ausdrucks auf mehrere Weisen interpretiert werden kännen [...] Die Hervorhebung der Botschaft durch sich selbst ist das, was eigentlich die poetische Funktion auszeichnet.«[77]

Der Modus der Selbstreferenz, des Verweisens auf die eigene Form ist es also, was „Kunstwerke“ von Medien des Alltags unterscheidet:

»In der Kunsterfahrung wird die mediale Stärung, die sonst ausge­blendet gehärt, um Bedeutung zu prozessieren, wieder in die Bedeu­tungskonstitution des Werkes als re-entry, als Wiedereintritt des bereits Unterschiedenen in die Unterscheidung selbst, thematisiert.·«[78]

Indem die Form auf sich selbst verweist, ihren formalen, beschrankenden Charakter sichtbar macht, tritt der Betrachter ein in eine rekursiv oszillie- rende Schleife des Verschwindens und Wieder-Sichtbar-Werdens. Die wieder­eintretende Unterscheidung generiert einen neuen Raum, einen „unmarked space“ von Möglichkeiten des Verstehens, in den sie selbst wieder eintritt, und so den Betrachter aus der Beschränkung der Form durch die Form her­auskatapultiert.

4 Aus-Blick

Am Ende des ersten Kapitels haben wir festgestellt, dass „Form“ ein univer­sales Medium des Begreifens und Erkennens ist. Alles, was wir sehen, sehen wir durch die Form, und „Nichts“ ohne sie. Spater, bei der Betrachtung der Kommunikation, sahen wir, dass Form vor allem das ist, was sie ist: eine Grenze, die unsere Möglichkeiten der Welterfahrung scheinbar unerbittlich limitiert. Die Erfahrung des Begrenzt-Seins in allen Dimensionen, zuallererst an der eigenen Oberflache, der Haut, das Gespaltensein in Sein und Nicht­Sein-Können ist die existenzielle Bedingung des Menschseins, die conditio humana.

Oft und gerade heute wird die Frage gestellt nach dem Grund, warum, und vor allem wie es „Medien“ gelingt, eine so große Bedeutung - im Alltags­leben der Menschen als wie „in der Gesellschaft“ - einzunehmen. Oft geht die Frage einher mit mehr oder minder offener Kritik an „den Verhaltnissen“, und davon aus, dass fröher alles besser war. Wahrscheinlich ist Zeitkritik das einzige, was in der Zeit konstant bleibt.

Unter dem Eindruck der industriellen Revolutionen des 19. Jahrhunderts formulierte Ernst Kapp die sogenannte „Organprojektionshypothese“. Ihrzu- folge handelt es sich bei Werkzeugen um vom Menschen geschaffene Exten­sionen des Leibraumes“ - Konstrukte zur Überwindung einer Grenze. Unter dem Eindruck dieser Sichtweise geröt alle Kritik an der „Omnipräsenz“ des Medialen zur blinden, unbewussten Selbstkritik.

Nur, indem wir den Medien unserer Wahrnehmung die Formen unserer Sichtweise einprögen, können wir aus der Isoliertheit heraus in die Welt und mit ihr in Beziehung treten. Nur, indem wir Formen schaffen, erschaffen wir uns, und gleichzeitig die andere Seite der Unterscheidung, „Welt“ genannt. So ist Form das Prinzip des Verbergens-und-Sichtbarmachens zugleich, und in ihrer Menschlich-keit der einzige Weg, Begrenztheit durch Begrenztheit zu uöberwinden.

Literaturverzeichnis

[1] Baeoker, Dirk: Kommunikation. In: Barok, Karlheinz (Hrsg.): Ästhe­tische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden Bd. 3. Stuttgart, Weimar : Metzler, 2001, S. 384-425
[2] Bateson, Gregory: Form, Substanz und Differenz (1970). In: Bate­son, Gregory (Hrsg.): Ökologie des Geistes. Anthropologische, psycholo­gische, biologische und epistemologische Perspektiven. 6. Auflage 1983. Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1981, S. 576-597
[3] Eoo, Umberto: Die Struktur des schlechten Geschmacks (1963). In: Eoo, Umberto (Hrsg.): Äpokalyptiker und Integrierte. Frankfurt am Main : Fischer, 1989, S. 59-116
[4] Flusser, Viiem: Kommunikologie. Frankfurt am Main : Fischer, 1998
[5] Huber, Hans Dieter: »Draw a distinction.« Ansatze zu einer Medientheorie der Handzeichnung. In: Deutscher Künstler­bund e.V. (Hrsg.): zeichnen. Der deutsche Kunstlerbund in Närn- berg 1996. - http://www.hgb-leipzig.de/ARTNINE/huber/aufsaetze/ handzeichnung.html [02.03.2003]
[6] Huber, Hans Dieter: Materialität und Immaterialitat der Netzkunst. In: kritische berichte. Zeitschrift fär Kunst- und Kulturwissenschaften Sonderheft Netzkunst (1998), Nr. 1, S. 39-53. - http://www.hgb- leipzig.de/ARTNINE/huber/aufsaetze/materialitaet.html [02.03.2003]
[7] Junge, Kay: Medien als Selbstreferenzunterbrecher. In: Baeoker, Dirk (Hrsg.): Kalkul der Form. Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1993, S. 112-151
[8] Kaehr, Rudolf: Disseminatorik: Zur Logik der »Second Order Cyber­netics« - Von den »Laws of Form« zur Logik der Reflexionsform. In: Baeoker, Dirk (Hrsg.): Kalkul der Form. Frankfurt am Main : Suhr­kamp, 1993, S. 152-196
[9] Luhmann, Niklas: Die Paradoxie der Form. In: Baeoker, Dirk (Hrsg.): Kalkul der Form. Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1993, S. 197-212
[10] Luhmann, Niklas: Speaking and Silence. In: New German Critique (1994), Nr. 61, S. 25-38. - http://www.libfl.ru/Luhmann/Luhmann1.html [25.02.2003]
[11] Luhmann, Niklas: Frauen, Männer und George Spencer Brown (1988). In: Hellmann, Kai-Uwe (Hrsg.): Protest. Systemtheorie und soziale Bewegungen. Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1996, S. 107-155
[12] Luhmann, Niklas: Was ist Kommunikation? (1986). In: Gente, Peter (Hrsg.): Short Cuts 1. Niklas Luhmann. 4. Auflage 2002. Frankfurt am Main : Zweitausendeins, 2000, S. 41-63
[13] Maresoh, Rudolf: Ariadne hat sich umsonst erhängt. Spencer­ Browns Kultbuch » Gesetze der Form« liegt endlich auf deutsch vor. 1998. - http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/buch/2311/Lhtml [25.02.2003]
[14] Maresoh, Rudolf: Ein Mehr von Unentscheidbarkeiten. Ein Ge­ spräch mit dem Soziologen Dirk Baecker äber den Konstruktivismus, das Beoachten von Beobachtern, die Medienwissenschaft und das Inter­net. 1998. - http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/2522/Lhtml [27.02.2003]
[15] MoLuhan, Marshall: Die magischen Kanale (1964). Dässeldorf, Wien, New York : ECON, 1992
[16] Seel, Martin: Medien der Realität und Realität der Medien. In: Krä­mer, Sybille (Hrsg.): Medien, Computer, Realität: Wirklichkeitsvorstel­lungen und neue Medien. 2. Auflage 2000. Frankfurt am Main : Suhr­kamp, 1998, S. 245-268
[17] Simon, Fritz B.: Mathematik und Erkenntnis: Eine Mäglichkeit, die »Laws of Form« zu lesen. In: Baecker, Dirk (Hrsg.): Kalkul der Form. Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1993, S. 38-57
[18] Spencer Brown, George: Laws of Form. Lubeck : Bohmeier, 1997
[19] Städtke, Klaus: Form. In: Barok, Karlheinz (Hrsg.): Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wärterbuch in sieben Bänden Bd. 2. Stutt­gart, Weimar : Metzler, 2001, S. 462-494
[20] von FOERSTER, Heinz: Die Gesetze der Form. Rezension im Whole Earth Catalog, Frühling 1969. In: Baeoker, Dirk (Hrsg.): Kalkül der Form. Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1993, S. 9-11
[21] von Foerster, Heinz ; Poerksen, Bernhard: Wir sehen nicht, daß wir nicht sehen. Der Philosoph und Physiker Heinz von Foerster über die Entwicklung der Kybernetik, die Computermetapher des Geistes und die Versuche, das Gehirn zu verstehen. 1998. - http://www.heise.de/ tp/deutsch/special/robo/6240/1.html [16.03.2003]

[...]


[1] Spencer Brown [18], S. xii

[2] Spencer Brown [l8]

[3] cf. Luhmann [11], S. 107 und Maresch [13], § I. Größere Aufmerksamkeit im deutsch­sprachigen Raum wurde Spencer Browns Werk erst durch die Arbeiten der Neurobiologen Francisco Varela und Humberto Maturana, die das Kalköl im Hinblick auf Selbstreferenz und „Autopoiesis“ interpretierten, zuteil.

[4] Spencer Brown [18], S. xv

[5] cf. Spencer Brown [18], S. xiii

[6] cf. Luhmann [11], S. 107f.

[7] Zumindest die Vorbehalte gegenuber einer Übersetzung erscheinen (aus dem Spencer Brownschen Blickwinkel) verstöndlich, handelt es sich bei einem Text doch um die Origi- nalitat einer einmal gewöhlten Form.

[8] Maresch [13], § I

[9] Stadtke [19]

[10] SPENOER Brown [18], S. xix

[11] Dirk Baecker in: MARESOH [14]

[12] Spenoer Brown [18], S. 3

[13] cf. VON FOERSTER [21]

[14] Spenoer Brown [18], S. ix

[15] “Spencer Brown [l8], S. 1

[16] Spencer Brown [l8], S. ix

[17] Spencer Brown [18], S. ix

[18] Dieses Beispiel entspricht von der Form dem des blinden Tiers, anhand dessen Spencer Brown das law of calling (s.u.) veranschaulicht.

[19] Spencer Brown [18], S. 60

[20] Spencer Brown [18], S. 1, cf. auch Luhmann [9], S. 198, wo die englische Original­formulierung entnommen wurde.

[21] ElSEMANN, Anja: persönliche Korrespondenz (2003).

[22] Spenoer Brown [18], S. 194

[23] Ein anschauliches Beispiel hierfür ist der Einsatz von Tarnfarben in der Natur. Natör- lich - soviel sollte klar sein - dient uns der Gesichtssinn nur zur Veranschaulichung eines allgemeineren Prinzips.

[24] Simon [17], S. 46

[25] LUHMANN [11], S. 111

[26] SPENOER BROWN [18], S. 2. Hier in der Originalsprache, die im Gegensatz zur deut­schen Übersetzung intuitiver fassbar scheint.

[27] cf. LüHMANN [11], S. 110 und SPENCER Brown [18], S. 72, die Anmerkungen zum blinden Tier.

[28] Simon [17], S. 48

[29] Bateson [2], S. 582

[30] Spencer Brown [18], S. 1

[31] Spencer Brown [18], S. 60f.

[32] Spenoer Brown [18], S. 61

[33] SPENOER BrWON [18], S. 4

[34] Spencer Brown [18], S. 1. Bei Luhmann und Baecker wird continence oft - wie ich finde - unglücklich mit „Enthaltsamkeit“ übersetzt, was dann zu weitlaufigen Spekula­tionen Anlass gibt. Thomas Wolf, der Übersetzer der deutschen Fassung der Laws, hat sich sinnvollerweise am medizinischen Gebrauch des Wortes orientiert, und continence mit ,,Be-Inhaltung“ ubersetzt.

[35] Spencer Brown [18], S. 5

[36] SPENCER Brown [18], S. 141. Beim Vierfarben-Landkarten-Theorem handelt es sich um eine bis dahin unbewiesene Vermutung aus der Topologie, die besagt, dass vier Farben genügen, eine beliebige, flache Landkarte zu kolorieren, so dass keine zwei aneinander gren­zenden Länder dieselbe Farbe belegen. Zahlreiche Mathematiker hatten sich vor Spencer Brown - erfolglos - an einem Beweis versucht.

[37] Luhmann [11], S. 110

[38] cf. Luhmann [11], S. 109

[39] Spencer Brown [18], S. 91

[40] Spencer Brown [18], S. 66

[41] Kaehr [8], S. 154

[42] LüHMANN [9], S. 199

[43] LüHMANN [il], S. 111

[44] cf. Junge [7], S. 112ff.

[45] cf. Simon [17], S. 51

[46] cf. SIMON [17], S. 51ff.

[47] SlMON [17], S. 56f.

[48] Luhmann [11], S. 112

[49] Spenoer Brown [18], S. 60

[50] Ernst Cassirer in: Stadtke [19], S. 490

[51] Das Prinzip der Komplexitätsreduktion der Form bringt Heinz von Foerster sehr schön in seiner Rezension der Laws zum Ausdruck, wenn er sie ,,a 20th-Century transistorized version of Occam’s razor“, also Ockhams Elektrorasierer nennt. Leider geht die Pointe in der deutschen Übersetzung von Dirk Baecker [20] etwas verloren.

[52] Luhmann [11], S. 107

[53] Flusser [4], S. 251

[54] Selbst ohne dass wir ihm eine neue Information „einprägen“, ist der Käse in unse­rem Beispiel bereits durch seine Herstellung in-formiert, die einen ordnenden, Struktur schaffenden Prozess darstellt.

[55] McLuHAN [15], S. 18

[56] Luhmann [12], S. 44

[57] Der Fall, dass die Intention der Information auf einen selbst gerichtet ist, lasst sich als Kommunikation betrachten, obwohl er scheinbar „asozial“ ist: als Beispiel mag das Tagebuch dienen, das man Jahre spater wieder liest, und in dem das „frähere Ich“ durch die Zeit kommuniziert.

[58] Eco [3], S. 73ff.

[59] Bateson [2], S. 582

[60] ßATESON [2], S. 582

[61] Seel [16], S. 245

[62] Flusser [4], S. 251

[63] cf. Luhmann in: Seel [16], S. 246f.

[64] Hüber [5], § X.1

[65] Wilhelm von Humboldt in Baecker [1], S.393

[66] cf. LüHMANN [12], S. 41ff.

[67] cf. Luhmann [10], § II.5ff.

[68] Luhmann [10], § I.1

[69] Luhmann [io], § II.3

[70] Luhmann [io], § II.3

[71] cf. Luhmann [12], S. 47

[72] cf. Luhmann [12], S. 60

[73] Luhmann [10], § I.4

[74] Luhmann [io], § I.4

[75] HüBER [6], § X.3

[76] HüBER [б], § X.5

[77] Eco [3], S. 78

[78] HüBER [6], § X.2

26 von 27 Seiten

Details

Titel
Form und Medium oder ...the form is the medium is the message is the... -- Überlegungen zum Medialitätskonzept der "Laws of Form"
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
Grundbegriffe einer kulturwissenschaftlichen Medienwissenschaft
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
27
Katalognummer
V107828
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Form, Medium, Medialitätskonzept, Laws, Form, Grundbegriffe, Medienwissenschaft
Arbeit zitieren
Matthias Grosser (Autor), 2003, Form und Medium oder ...the form is the medium is the message is the... -- Überlegungen zum Medialitätskonzept der "Laws of Form", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107828

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