Der wirtschaftliche Aufstieg südostasiatischer Länder - Geographische Grundlagen und wirtschaftliche Strategien


Seminararbeit, 2002

19 Seiten, Note: 1,7


Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte Südostasiens
2.1 Das frühe Südostasien
2.2 Die Kolonialisierung
2.3 Das Ende der Kolonialzeit

3. ASEAN
3.1 Entstehung und Gründung
3.2 Ziele

4. Die Staaten Südostasiens
4.1 Singapur
4.1.1 Die Entwicklungsstrategien Singapurs von 1959 bis heute
4.1.1.1 Phase der Importsubstitution (1959-1965):
4.1.1.2 Phase der arbeitsintensiven, exportorientierten Industrialisierung (1966 1973):
4.1.1.3 Die erste Phase der qualitativen Anhebung (upgrading) der Wirtschaft (1973 – 1978):
4.1.1.4 Phase wirtschaftlicher Restrukturierung (1979-1984):
4.1.1.5 Phase der Kürzungen und weiteren Diversifizierung (ab1985):
4.1.2 Singapur als Erfolgsmodell für andere Länder Südostasiens?
4.2 Die Ökonomien der ASEAN Staaten im Vergleich
4.2.1 Kurzdarstellung der Wirtschaftsentwicklung einzelner ASEAN Länder
4.2.1.1 Singapur
4.2.1.2 Malaysia
4.2.1.3 Thailand
4.2.1.4 Philippinen
4.2.1.5 Indonesien
4.2.1.6 Vietnam

5. Fazit

6. Literatur

1. Einleitung

Südostasien besteht aus einem festländischen und einem insularen Teil. Der festländische Teil umfasst die Länder Myanmar (Birma), Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, West Malaysia und Singapur, der insulare Teil Ostmalaysia, Indonesien, Brunei und die Philippinen. Inzwischen haben sich diese Länder ausnahmslos in der ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) zusammengeschlossen.

In den letzten Jahrzehnten haben einige der ASEAN Länder beeindruckende wirtschaftliche Erfolge erzielt, andere stehen bereits in den Startlöchern. Auch gegenwärtig zählt die Region Südostasiens, trotz Asienkrise zu den wirtschaftlich am stärksten wachsenden Regionen der Erde.

Die folgende Ausarbeitung wird untersuchen, auf welchem Stand die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region derzeit ist und welche Faktoren ihn begünstigt bzw. ermöglicht haben.

2. Geschichte Südostasiens

2.1 Das frühe Südostasien

Bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war das Gebiet südlich von China und östlich von Indien lediglich unter dem Namen Hinterindien bekannt. 1923 prägte der Ethnologe und Archäologe Robert von Heide-Geldern für diese Gebiet den Begriff „Südostasien“ (MARSCHALL 1992, S.4). Um seinem alliierten Oberkommando in Hinterindien einen Namen zu geben übernahm der britische Admiral Lord Louis Mountbattan einige Jahre später diese Bezeichnung (DAUTH 1989, S.10).

Aber auch ohne diese eurozentrische Namensgebung hatte die Region bereits eine klar abgegrenzte Identität entwickelt. Die Völker Südostasiens verband seit Jahrtausenden eine gemeinsame kulturelle Tradition. Bevor Indische und chinesische Seefahrer die Meere kreuzen konnten fand zwischen ihnen ein reger Handelsaustausch statt.

Bis vor etwa 9.000 Jahren war der südostasiatische Archipel eine nahezu geschlossene Landmasse. Auf ihr bewegten sich Völker vom asiatischen Festland süd- und südostwärts. Das Ansteigen des Meeresspiegels vernichtete in der darauf folgenden Zeit ca. eine Millionen km2 Siedlungsland (MARSCHALL 1992, S.4). Das hatte Folgen für die weitere Siedlungsgeschichte, und erschwert heute sehr die archäologische Forschungsarbeit, da weite Teile damals besiedelten Küsten- und Tieflandgebiete heute unter Wasser bzw. unter Meeres- und Flusssediment liegen.

Die ersten Siedler waren wahrscheinlich Vorfahren negrider Minderheiten, die heute als Negritos bezeichnet werden (DAUTH 1989, S.10). Ihnen folgten später die Volksgruppe der Malaien denen derzeit die große Mehrheit der Südostasiaten angehört.

Erst in der Mitte des ersten Jahrtausends nach Christus begann die Staatenbildung. Bis dahin beschränkte sich die gesellschaftlich Organisation auf die Horde. Da Schiffbau und Navigation noch nicht ausreichend entwickelt waren, suchten indische Seefahrer in Südostasien geeignete Häfen um sich mit der chinesischen Handelsflotte zu treffen. Es entstanden Küstennahe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Südostasien: Küstenverlauf im Postpleistozän und Fundorte früher Kulturen

Quelle: MARSCHALL 1992

Handelsstützpunkte, die zu Städten heranwuchsen. Die Städte annektierten einen Teil des Hinterlandes und indisierte Staaten wurden gegründet. Nach dem Zusammenbruch dieser Staaten um 1300 nahmen selbstständige Gemeinwesen Gestalt an, die ihre eigene Kultur entwickelten (DAUTH 1989, S.11). In verschiedenen Gebieten entstanden Infrastrukturen, bestehend aus Transportwegen, Bewässerungssystemen und Deichen die eine landwirtschaftliche Produktion sicherte und die Region im 15. Jahrhundert autark werden ließen.

2.2 Die Kolonialisierung

Im 16. Jahrhundert war Südostasien eine im wesentlichen bäuerliche Gesellschaft. Es hatte sich ein Handelsmonopol der Chinesen etabliert. Entstanden waren drei große Handelszentren: Malakka (im Südwesten der Malaiischen Halbinsel), Batavia (heute Jakarta) und Manila. Diese wurden außerdem von kleineren unabhängigen Händlern angesteuert, die lokale Produkte anlieferten. 1511 kamen über Indien die Portugiesen und eroberten Malakka, um den südostasiatischen Gewürzhandel zu kontrollieren. Diese Rechnung ging jedoch nicht auf, da die indischen, chinesischen und arabischen Handelsflotten alsbald alternative Häfen ansteuerten. Wenige Jahre später war Malakka verarmt und der Seehandel in der Region war in Unordnung gebracht.

Um die Ostroute der chinesischen Handelsflotte zu kontrollieren, eroberten 1565 die Spanier Manila und errichteten ein Handelsmonopol via Mexiko. Sie schöpften große Teile der Gewinne ab, was die wirtschaftliche Entwicklung Manilas schwächte und das philippinische Hinterland von der südostasiatischen Entwicklung abschnitt. Mit Hilfe der spanischen Kolonialherren und der spanischen Kirche drängten chinesische Handelshäuser bald die einheimischen Zwischenhändler vom Markt, so dass Mitte des 18. Jahrhunderts nur noch Chinesen Handel trieben und sich die Profite mit den Spaniern teilten. Bis heute gehören die großen Wirtschafts- und Finanzkonglomerate auf den Philippinen überwiegend den Nachkommen jener ersten chinesischen Siedler (DAUTH 1989, S.16).

1602 gründeten holländische Handelshäuser die Holländische Ostindiengesellschaft um ein Gewürzmonopol auf den Molukken zu etablieren. Truppen wurden ausgesandt die bis Mitte des 17. Jahrhunderts die Molukken und benachbarte Sultanate eroberten. Von Batavia aus kontrollierte die Gesellschaft die internationalen Seerouten durch den indonesischen Archipel. Die Bauern wurden versklavt und dazu verpflichtet die natürlichen Rohstoffe der Inseln auszubeuten. Java, die Reiskammer Südostasiens begann zu verkümmern.

Die Briten, die sich in der Region bis dahin nicht aktiv engagiert hatten annektierten 1786 Penang (heute Provinz im nordwestlichen Malaysia). Gegen eine Leibrente übernahmen sie vom Sultan von Johor 1819 die Insel Singapur, und 1820 überließen die Holländer das inzwischen von Portugal eroberte Malakka den Briten. Von dort aus dehnten sie ihren Einfluss über weitere malaiische Sultanate aus.

2.3 Das Ende der Kolonialzeit

Während des zweiten Weltkrieges wurden weite Teile Südostasiens von Japan erobert. Nach der Kapitulation Japans 1945 kehrten zunächst die früheren Kolonialherren in Ihre Gebiete zurück, das Ende der Kolonialzeit war dennoch gekommen. Spätestens nachdem die Kolonialherren sich als unfähig erwiesen hatten, ihre Gebiete gegen die japanischen Invasoren zu verteidigen, hatten sie in den Augen der südostasiatischen Länder ihr Recht an der Kontrolle über ihre Länder verwirkt (KHOMAN 1992). Als erstes Land wurden die Philippinen 1946 in die Unabhängigkeit entlassen. 1948 folgte Myanmar, 1949 Laos und Indonesien, 1953 Kambodscha und 1957 Malaysia. Singapur erhielt 1959 die innere Selbstverwaltung und strebte zunächst die Vereinigung mit Malaya an. Malaya fürchtete jedoch ethnische Spannungen zwischen der malaiischen Bevölkerung und der chinesischen Bevölkerungsmehrheit in Singapur. 1963 entstand die Föderation Malaysia deren Gründungsmitglied Singapur war, aus der Singapur eben wegen dieser Spannungen jedoch wieder austrat und 1965 ein unabhängiger Staat wurde. Als letzte südostasiatische Kolonie Großbritanniens wurde Brunei 1984 offiziell unabhängig.

Der Weg in die Unabhängigkeit Vietnams verlief verglichen mit den anderen südostasiatischen Ländern ungleich schwerer. Nachdem die japanischen Besatzer das Land verlassen hatten, erhoben sich im ganzen Land Truppen unter der Führung von Ho Chi Minh. Es kam zu Zusammenstößen mit der französischen Kolonialarmee und es begann der Indochina-Krieg. Er endete 1954 mit einer Niederlage der Franzosen. Die so genannten Genfer Verträge wurden unterzeichnet. Sie sahen vor das Land in eine Nord- und Südhälfte zu teilen, als Vorbereitung für landesweiten Wahlen 1956. Als das Regime im Süden sich weigerte Wahlen abzuhalten und sich kurzerhand zur Regierung der Republik Vietnam erklärte, kam es zu einem Guerillakrieg. Da die USA eine Machtübernahme der kommunistischen Nordvietnamesen befürchteten, verstärkten sie ihre Unterstützung des Südens. 1965 begannen sie mit großflächigen Bombardements Nordvietnams sowie Kambodschas und Laos, auf die sich der Krieg inzwischen ausgeweitet hatte. 1973 zogen sich die amerikanischen Truppen schließlich zurück und der Vietnamkrieg endete 1975 mit dem Fall Saigons, das seit dem offiziell Ho-Chi-Minh-Stadt heißt. Vietnam, Laos und Kambodscha wurden kommunistisch.

Thailand blieb dank des Verhandlungsgeschicks seiner Herrscher und den Zugeständnissen die sie den Kolonialmächten machten, das Schicksal der Kolonialisierung erspart. Misstrauisch und besorgt blickte die thailändische Regierung nun auf die Geschehnisse, die sich vor allem bei den östlichen Nachbarn abspielten. Insbesondere die Ausbreitung des Kommunismus und vietnamesische Gebietsansprüche in Thailands Nordosten veranlassten Thailand dazu, sich als treibende Kraft für ein Bündnis in der Region hervorzutun.

3. ASEAN

3.1 Entstehung und Gründung

Im Zuge der Dekolonialisierung nach dem zweiten Weltkrieg, war in Südostasien eine neue Situation entstanden. Über mehrere Jahrhunderte hatten die Kolonialmächte für Stabilität und ein Mindestmaß an funktionierender Verwaltung gesorgt. Durch das nun entstandene Machtvakuum, drohte Instabilität in der Region.

Für die nicht kommunistischen Länder gab es vor allem vier wichtige Gründe zusammenzuarbeiten (KHOMAN 1992), und diese Zusammenarbeit in einer regionalen Organisation festzuschreiben.

Der erste Grund war zu verhindern, dass von Mächte von außen in das vorhandene Machtvakuum eindringen konnten, um ihre politischen Ziele in der Region durchzusetzen.

Zweitens hatte die Erfahrung gezeigt, dass eine Mitgliedschaft in einer überregionalen Organisation nicht besonders effektiv ist. Eine Zusammenarbeit mit Ländern die dicht beieinander existieren erschien notwendig.

Drittens mussten die einzelnen Länder einsehen, dass ihre Stimme International nicht viel Gehör fand. Um sich in der Staatengemeinschaft Gehör zu verschaffen schien es also sinnvoll, seine gemeinsamen Kräfte zu bündeln um so die eigene Position vor allem gegenüber den Großmächten zu Stärken.

An vierter Stelle stand die einfache Einsicht, dass eine Zusammenarbeit den Interessen aller hilft. Sie kann auf vielen Ebenen Dinge ermöglichen, die einzelne nicht in der Lage wären zu erreichen.

Die Bemühungen eine Organisation zu schaffen gingen zunächst von Thailand aus. Einerseits aufgrund der problematischen Lage bei den östlichen Nachbarn, andererseits weil Thailand aufgrund seiner Nicht Kolonialisierung bereits über eine funktionierendes Staatswesen verfügte.

1961 kam es dann auch zu einer Vertragsunterzeichnung zwischen Thailand, Indonesien und den Philippinen. Die ASA (Association of Southeast Asia), eine art mini ASEAN war gegründet. Sehr bald kam es jedoch zu einem Streit zwischen Indonesien und den Philippinen. Beide erhoben territoriale Ansprüche auf das Gebiet Sabah (nord Borneo), welches jedoch von Großbritannien Malaysia zugesprochen worden war. Über diese Auseinandersetzung zerbrach das Bündnis nur kurz nach seiner Etablierung.

1966 wurde der überregionale ASPAC (Asian and Pacific Council) mit den Mitgliedsländern Japan, Süd Korea, Malaysia, den Philippinen, Australien, Taiwan, Neuseeland, Süd Vietnam and Thailand. Das Misstrauen der Länder war untereinander jedoch so groß, dass es einigen Mitgliedern nicht möglich war sich mit anderen an den Verhandlungstisch zu setzen (KHOMAN 1992). Der Rat war praktisch handlungsunfähig und löste sich 1975 wieder auf.

Thailand hatte inzwischen in seinen Bemühungen eine regionale Organisation zu schaffen nicht nachgelassen. Es vermittelte zwischen Manila, Jakarta und Kuala Lumpur im Sabah Konflikt – und hatte Erfolg. Der Weg war nun wieder frei für

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Karte der AEAN Mitgliedsstaaten

Qelle: www.aseansec.org

einen neuen Anlauf und am 8 August 1967 gründeten Thailand, Indonesien, die Philippinen, Malaysia und Singapur die ASEAN. 1984 trat Brunei Darussalam der Vereinigung bei 1995 folgte Vietnam, 1997 Laos und Myanmar und 1999 schließlich Kambodscha.

3.2 Ziele

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 ASEAN Logo

Quelle: www.aseansec.org

Laut dem Gründungsdokument der ASEAN, der Bangkok-Deklaration, ist es das Ziel durch regionale Zusammenarbeit das wirtschaftliche Wachstum, den sozialen Fortschritt und die kulturelle Entwicklung zu beschleunigen um so Frieden und Stabilität in der Region zu garantieren. Die Formulierung politischer oder militärischer Ziele wurde absichtlich vermieden, da befürchtet wurde, dass die Großmächte China und die UdSSR ablehnend auf eine mögliche südostasiatische Zusammenarbeit reagiert hatten. Dennoch war die Gründung vor allem sicherheitspolitisch motiviert. Im Gegensatz zur EU besteht nicht ein definierter Wertekodex, an dem sich die Teilnehmer orientieren sollen.

Nach dem Ende des Ost–West-Konfliktes wurden die Ziele neu definiert. Neben dem Schutz des kulturellen Erbes, Förderung der Kunst und stärkere internationaler Aktivitäten wird das Hauptaugenmerk nun auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit gelegt. Die Gründungen von Freihandelszonen wie der NAFTA vor allem aber der EU ließen die ASEAN Mitglieder fürchten den Anschluss an eine globale Entwicklung zu verpassen und Opfer vom Protektionismus anderer Regionen zu werden. So wurde die 1992 beschlossene Gründung einer Freihandelszone (ASEAN Free Trade Area, oder AFTA) die für 2008 beschlossen wurde auf 2003 vorverlegt. Zollschranken sowie quantitative Handelsbeschränkungen sollen bis dahin soweit wie möglich abgebaut worden sein.

Die Kolonialmächte waren während der Zeit ihrer Herrschaft nicht an einer Zusammenarbeit unter den Ländern interessiert bzw. haben sie mit allen Mitteln unterbunden, da sie einen Machtverlust befürchteten. So ist das Miteinander der ASEAN Mitgliedsstaaten noch immer von einem tiefen Misstrauen untereinander geprägt. Eine Gegenmaßnahme war die Einrichtung des ASEAN Regional Forum 1994, das als multilaterales beratendes Gremium Vertrauen zwischen den Staaten der Region schaffen soll.

4. Die Staaten Südostasiens

Der Entwicklungsstand der einzelnen ASEAN Mitglieder ist sehr unterschiedlich. Vier Ländertypen lassen sich aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung unterscheiden (KOSCHATZKY 1997, S. 705):

1. Volkswirtschaften mit humankapital- und technologieorientierter Produktion:

Singapur zählt bisher als einziges südostasiatisches Land in diese Kategorie. Es hat den Wandel zu einer dienstleistungsorientierten Volkswirtschaft bereits vollzogen

2. Länder der zweiten Generation, deren Volkswirtschaften am Übergang von sachkapital- zu humankapitalintensiver Produktion stehen:

Hierzu gehören Malaysia und Thailand, die an der Schwelle zum Industrieland stehen.

3. Rohstofforientierte Ökonomien mit sachkapitalintensiver Produktion:

Indonesien und die Philippinen sind im Begriff dem Beispiel Malaysias zu folgen.

Brunei steht am Anfang einer industriellen Entwicklung.

4. Systemtransformationsökonomien:

Hierzu zählen die übrigen Länder Myanmar, Laos, Kambodscha und Vietnam. Sie sind dabei, ihre auf leicht- und schwerindustriell und vor allem agrarisch basierte Industrie zu modernisieren.

Singapur ist demnach das erste und auch bisher einzige Land Südostasiens, welchem es gelungen ist sich vom Entwicklungsland zum Schwellenland und darüber hinaus zum Industrieland zu entwickeln. Welche Strategien dabei verfolgt wurden und ob diese auch für andere Länder der Region anwendbar wären soll im nachfolgenden Abschnitt geklärt werden.

4.1 Singapur

Singapur hat sich in den letzten 40 Jahren von einer Malaria verseuchten Kolonie mit scheinbar höchst begrenzten Entwicklungsperspektiven zu einem Dynamo der regionalen Wirtschaftsentwicklung und zum Geschäftszentrum für transnationale Unternehmen entwickelt (KÖLLNER, POHL 1998, S.362).

Als Konkurrenz zu dem nahe gelegenen holländischen Hafen von Malakka wurde der britische Handelsposten im 19. Jahrhundert gegründet.

Auf der 648 qkm großen Inselfläche von Singapur leben rund 3,5 Millionen Menschen (1999), davon ungefähr 77,4% Chinesen, 14,9% Malaien, 6,4% Inder sowie 2,3% andere Ethnien. Es besitzt keinerlei natürliche Ressourcen und somit ist die Entwicklung der kleiner Inselwirtschaft völlig von den Beziehungen zum Ausland abhängig.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Das Erfolgsmodell Singapur manifestiert sich an der Skyline des Stadtstaats

Lee Kuan Yew, 1959 mit seiner Partei die ,,People Action Party" (PAP) an die Macht gekommen, war sich über diese Situation im Klaren. Unter seiner Regierung wurde ein wirtschaftliches Klima geschaffen, das durch Zuverlässigkeit, Stabilität und Integrität gekennzeichnet ist. Da sich in dieser Hinsicht Singapur von den anderen Ländern in der Region unterscheidet, wurde es ein Anziehungspunkt für transnationale Unternehmen. Singapur ist weltweit am erfolgreichsten bei der Anziehung ausländischer Direktinvestitionen (KÖLLNER, POHL 1998, S.362).

Dennoch ist die Art wie die Regierung ihre Vorhaben Umsetzt aus westlicher Sicht nicht unproblematisch. Die PAP begann nach ihrer Machtübernahme ihren politischen Einflussbereich immer weiter auszudehnen. Ehemals unabhängige gesellschaftliche Institutionen wie Medien, Schulen, Universitäten und Gewerkschaften wurden durch die Einflussnahme der Regierung gleichgeschaltet. Oppositionelle wurden verhaftet und verurteilt. Wer heute öffentliche Kritik an einem Regierungsmitglied äußert kann davon ausgehen wegen Verleumdung verklagt und mit Schadensersatzforderungen überzogen zu werden. Mit unerbittlicher Strenge führte Lee Kuan Yew den Stadtstaat in den wirtschaftlichen Erfolg.

4.1.1 Die Entwicklungsstrategien Singapurs von 1959 bis heute

Die Regierung Singapurs hat in den letzten Jahrzehnten stets darauf gesetzt, den Kräften des freien Markts durch strategische Interventionen auf die Sprünge zu helfen. Ziel ihrer Politik ist neben der Förderung ausländischer Direktinvestitionen der Aufbau von Humankapital, der Ausbau der Infrastruktur, Kontrolle der Lohnentwicklung und Aufrechterhaltung eines stabilen wirtschaftlichen Umfelds.

Die industriellen Entwicklungsstrategien während der letzten Jahrzehnte lassen sich in fünf Phasen einteilen:

4.1.1.1 Phase der Importsubstitution (1959-1965):

Nach der Loslösung von Malaysia und mit der Unabhängigkeit stand Singapurs Regierung vor großen Problemen. Der Industrialisierungsgrad war gering, die Infrastruktur mangelhaft und es gab zu wenige Arbeitsplätze. Einkommensmöglichkeiten und Wohnraum für die anwachsende Bevölkerung sowie die Gesundheitsversorgung waren unzureichend und der Ausbildungsstand der Bevölkerung war niedrig. Singapurs Wirtschaft war einseitig auf den Zwischenhandel eingestellt, wovon es sich nach Ansicht von UN-Beratern zu lösen galt. Das Entwicklungskonzept sah vor, dass eine auf Importsubstitution[1] basierende arbeitsintensive Industrialisierung gefördert werden sollte. Zollschranken wurden errichtet, um die einheimische Wirtschaft zu schützen und dem Land zu einer breiten ökonomischen Basis zu verhelfen. Da es dem Land an Kapital und den erforderlichen Sachmitteln fehlte, um den Industrialisierungsprozess in Gang zu setzen, versuchte die Regierung durch Investitionsanreize Fremdkapital ins Land zu locken.

4.1.1.2 Phase der arbeitsintensiven, exportorientierten Industrialisierung (1966 1973):

Da Singapurs Binnenmarkt zu klein und die Kaufkraft der Masse der Bevölkerung zu gering war, musste die Strategie der Importsubstitution überdacht werden. Als Ausweg begann man damit, in eine weltmarktorientierte Exportindustrie aufzubauen. Wieder wurde viel Kapital benötigt. Vor allem multinationale Konzerne sollten diesmal zur Ansiedlung bewogen werden. Zu bieten hatte Singapur ein niedriges Arbeitslohnniveau, Steuererleichterungen und zinsvergünstigte Ausfuhrkredite. Gleichzeitig wurde die Infrastruktur ausgebaut, die Ausbildung der Arbeitskräfte verbessert und in das Gesundheits- und Wohnungswesen investiert. Das noch 1955 von den Briten eingeführte System des Zwangssparens zur Altersversorgung wurde erheblich ausgeweitet, so konnten einerseits Investitionen in ein soziales System niedrig gehalten werden und andererseits durch den Konsumverzicht Kapital gehalten und einer Inflation entgegengewirkt werden. Das wirtschaftliche Entwicklungsprogramm erwies sich als voller Erfolg und führte zu einem starken Wirtschaftswachstum. Die durchschnittliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts stieg von durchschnittlich 5,7% in den Jahren 1961 bis 1965 von auf beachtliche 12,7% im Zeitraum von 1966 bis 1973[2].

4.1.1.3 Die erste Phase der qualitativen Anhebung (upgrading) der Wirtschaft (1973 – 1978):

Mit Erreichen der Vollbeschäftigung änderte die Regierung von Singapur ihr industriepolitisches Konzept. Bei den arbeitsintensiv hergestellten Exportgüter zeichneten sich Absatzgrenzen ab. Außerdem traf die weltweite Rezession bedingt durch die Ölkrise (1974/1975), besonders die arbeitsintensiven Produktionszweige. In der anschließenden Erholungsphase (1976/1978) begann man, die Produktionsstruktur hin zu kapitalintensiveren Produktionsformen zu verändern.

4.1.1.4 Phase wirtschaftlicher Restrukturierung (1979-1984):

Die asiatischen Nachbarländer wie zum Beispiel Thailand, Malaysia und Indonesien hatten ebenfalls mit dem Aufbau arbeitsintensiver Industrien begonnen. Singapur verlor daher zunehmend seine Attraktivität als Niedriglohnland. Um den Konkurrenzdruck zu entgehen entschied sich die Regierung zu einem weiteren Strategiewandel. Es wurde beschlossen das Lohnniveau in den Jahren 1979 bis 1981 um jährlich 20% anzuheben. Mit der Verteuerung der Lohnkosten wollte die Regierung die Unternehmen dazu zwingen, ihre Unternehmen zu rationalisieren, mechanisieren, automatisieren und computerisieren. Es wurde eine Verlagerung der Produktion auf kapital- und technologieintensive Branchen angestrebt und vor allem Hochtechnologieindustrien sollten zur Ansiedelung nach Singapur bewegt werden. Daneben wurden neue Anstrengungen in den Bereichen Bildung und technische Ausbildung unternommen die mit einer Sonderabgabe, welche die Arbeitgeber zu leisten hatten, finanziert wurden. Auch wurde weiter große Anstrengungen unternommen um die Infrastruktur zu verbessern. Neue Produktionsstandorte wurden erschlossen und mit optimaler Verkehrsanbindung und modernsten Kommunikationsmitteln ausgestattet. Der Staat bot außerdem Firmen als Anreiz sich dort niederzulassen vielseitige steuerliche Vergünstigungen bis hin zur Steuerbefreiung sowie zinsgünstige Darlehen an. Die Ergebnisse dieser Politik waren gemischt: Zwar konnten in den frühen 80er Jahren massive ausländische Investitionen in den gewünschten Bereichen realisiert werden, aber insgesamt wuchs das verarbeitende Gewerbe nur unterdurchschnittlich. Statt dessen waren es vor allem das Baugewerbe sowie Finanz- und Geschäftsdienstleistungen die als Motoren des Wachstums fungierten (KÖLLNER, POHL 1998, S.367).

4.1.1.5 Phase der Kürzungen und weiteren Diversifizierung (ab1985):

1985 sah sich Singapur bei einem Wachstum von -1,6% einer Rezession gegenüber. Als Ursache machte die Regierung hierfür weltweite Nachfrageveränderungen und die gestiegenen Geschäftkosten aus. Als Gegenmaßnahmen wurde eine erneute Steuererleichterung beschlossen, sowie die zeitweilige Aussetzung der Lohnsteuer und ein einfrieren der Löhne für 2 Jahre. Auf diese Weise wurde die Rezession überwunden und die Wachstumsraten stiegen wieder auf rund 10% jährlich. Aus der Rezession wurden jedoch weitere Konsequenzen gezogen. Zum einen wurde auf eine weitere Diversifizierung der Industrieproduktion gesetzt, zum anderen ist es nun das Ziel Singapur zu einem Finanz- und Kommunikationszentrum auszubauen. Global tätige Unternehmen werden Anreize geboten ihre Zentralen in dem Stadtstaat zu errichten, um von dort als „Sprungbrett“ Zugang zu den südostasiatischen Märkten zu haben.

4.1.2 Singapur als Erfolgsmodell für andere Länder Südostasiens?

Auch wenn die Art und Weise wie die Regierung Singapurs das Land in den letzten Jahren regiert hat in den Augen des westlichen Betrachters oft zwiespältige Gefühle hervorruft, so gibt ihr zumindest der wirtschaftliche Erfolg recht. Aus einer ehemals unbedeutenden Kolonie ist eines der reichsten Länder Asiens geworden. Experten anderer Länder sind angesichts des Erfolgs vom autoritären, entwicklungsorientierten „Modell Singapur“ interessiert von ihm zu lernen. Es darf jedoch daran gezweifelt werden, dass das Erfolgsrezept, welches in Singapur angewandt wurde auf andere Länder übertragbar ist. Die spezifischen historischen, weltwirtschaftlichen und geographischen Rahmenbedingungen dürften einmalig gewesen sein (KÖLLNER, POHL 1998, S. 367). Eine derartige Wirtschaftsform wie wir sie hier vorfinden lässt sich wohl nur in einem Staat von einer Größe errichten, die etwa der einer westlichen Großstadt entspricht. Beispielsweise die Ausgangssituation des völligen Fehlens des Agrarsektors werden wir in einem Entwicklungsland „normaler“ Größe so sicher nicht vorfinden. In einem solchen Land würde es daher wohl zunächst auch nur wenig Sinn machen, mit dem Aufbau einer Maschinenbauindustrie zu beginnen, wenn die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln nicht gesichert ist.

4.2 Die Ökonomien der ASEAN Staaten im Vergleich

Sieht man sich die Zahlen der einzelnen ASEAN Staaten an und vergleicht sie miteinander bestätigt sich, was sich in Abschnitt 4 schon angedeutet hat: Zumindest wirtschaftlich handelt es sich bei der ASEAN um eine ausgesprochen heterogene Staatengemeinschaft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 Die Länder Südostasiens (ohne Myanmar und Brunei) im Vergleich (für 2000)
Quelle: www.spiegel.de / www.erdkunde-online.de / Far Eastern Economic Review

Die Unterschiede zwischen den ASEAN-Staaten sind sehr deutlich. Während das Durchschnittseinkommen in Singapur in etwas dem in Deutschland entspricht, müsste Malaysia sein Pro-Kopf-Einkommen bereits um den Faktor 6,9 erhöhen um diesen Wert zu erreichen. Für Thailand beträgt der Faktor bereits 15, für die Philippinen 26 und für Kambodscha 101. Bezogen auf die Kaufkraftparität der USA bedeutet dies, dass Singapur bereits 85% des Werts der USA erreicht, während es in den Philippinen nur 10,6% sind (die Werte gelten für 1997 (KOSCHATZKY 1997, S. 703)).

4.2.1 Kurzdarstellung der Wirtschaftsentwicklung einzelner ASEAN Länder

4.2.1.1 Singapur

In Singapur werden bereits 64% des BIP im Dienstleistungssektor erwirtschaftet. Humankapital- und technologieintensive Bereiche wie die Elektrotechnik, Mikroelektronik, Metall-, Chemie- und Erdölverarbeitung stellen die wichtigsten Industriebranchen dar.

4.2.1.2 Malaysia

Malaysia hat neben einer noch immer bedeutenden Rohstoffbasis (Kautschuk, Palmöl, Kakao, Holz, Erdöl, Erdgas und Zinn) gereits eine breite Industriestruktur entwickelt. Der Anteil von 83,2% der Exporte am BIP macht die Exportorientierung deutlich. Die hoch entwickelte Automobil- und Hightech-Industrie ist ein äußeres Zeichen für die Strategie Malaysias, sich bis zum Jahr 2020 zu einem Industrieland zu entwickeln.

4.2.1.3 Thailand

Thailand verzeichnete Anfang der 90er Jahre die höchsten Zuwächse beim Pro-Kopf-Einkommen. 1995 haben Computer und Computerteile Bekleidung als Hauptexportprodukt abgelöst (KOSCHATZKY 1997, S. 704). 1998 wurde die Thailändische Wirtschaft von die Asienkrise schwer getroffen, ist jedoch seit 1999 wieder auf Wachstumskurs.

4.2.1.4 Philippinen

Die Philippinen haben in den letzten Jahren aufgrund politischer Probleme im inneren Wachstumschancen verschenkt. Seit Jahren lahmt hier die Wirtschaft. Die Wachstumsraten des BIPs sind, im Vergleich zu den Nachbarländern, zu gering. Hierfür gibt es eine Reihe von Gründen, von denen nur ein paar genannt seien:

- Das recht hohe Bevölkerungswachstum sorg dafür, dass ein erheblicher Teil vom Wachstum wieder aufgezehrt wird.
- Die Investitionen sind zu gering: Nur rund 6% aller ausländischen Direktinvestitionen für ASEAN fließen in die Philippinen. Damit haben die Philippinen die geringsten Pro-Kopf-Direktinvestitionen aller ASEAN-Staaten.
- Die Infrastruktur des Landes ist veraltet. Es fehlt an Straßen, Bahnverbindungen, und Telefonleitungen, was zu erhöhten Produktionskosten führt. Die Ausgaben für die Ausweitung der Infrastruktur sind in den Philippinen nur halb so hoch, wie in den anderen Ländern der ASEAN.
- Rund die Hälfte der Bevölkerung, sind Eigenversorger und fallen als Nachfrager für Konsumartikel in der philippinischen Wirtschaft völlig aus
- Die in der Gesellschaft weit verbreitete Korruption zehrt ein erhebliches Maß an Steuereinnahmen auf und sorgt für Unsicherheit bei potentiellen Investoren.
- Das politische System wird von einer elitären Kaste beherrscht. Ihre Entscheidungen sind nicht transparent und sorgen für Verunsicherung.
- Der Konflikt mit muslimischen Fundamentalisten im Süden des Landes hat erhebliche Summen für die Armee verschlugen und die Wirtschaftskraft dadurch weiter geschwächt.

Präsidentin Arroyo hat "bedeutende Maßnahmen zur Überwindung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten" angekündigt. Es bleibt abzuwarten, ob nun auch Taten folgen. Die Bevölkerung zumindest ist zutiefst verunsichert.

4.2.1.5 Indonesien

Indonesien hat erst in den letzten Jahren damit begonnen, seine Zollschranken zum Schutz der einheimischen Industrie abzubauen, was bisher zu einer Beschränkung ausländischer Investitionen führte.

Derzeit steckt Indonesien einer schweren Finanzkrise. Misswirtschaft und wahrscheinlich auch Korruption haben dazu geführt, dass die Zentralbank bankrott ist. Gegen den verantwortlichen Zentralbankchef laufen derzeit Ermittlungen. In Folge der ungewissen Haushaltslage, ist die Handlungsfähigkeit der Regierung stark eingeschränkt.

Eine gut wachsende Wirtschaft, hohe Gewinne an der Indonesischen Börse und eine niedrige Inflation waren bisher Merkmale der Indonesischen Wirtschaft. Ihre Hauptexportprodukte waren bisher Rohstoffe wie Gas und Öl sowie arbeitintensive Produkte aus dem Bereich Textilien und Bekleidung.

4.2.1.6 Vietnam

Vietnam zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Vietnamesische Wirtschaft hatte sowohl unter den langen Kriegsjahren als auch unter anschließender Fehlplanungen der Regierung zu leiden. Auch das von den USA verhängte Handelsembargo schwächte die Industrie. Ein Vierteljahrhundert nach dem Vietnamkrieg wurde nun im Juni 2000 ein erstes Handelsabkommen mit den USA geschlossen.

Die vietnamesische Wirtschaft befindet sich derzeit im Umbruch. Seit Mitte der 90er Jahre wurden fast ein drittel der staatseigenen Betriebe geschlossen. Weitreichende politische Reformen wurden eingeleitet. Seit 1998 hat die Politik der vietnamesischen Regierung zum Ziel mehr demokratische Mitbestimmung der Bürger, sowie eine transparentere Verwaltung zu schaffen.

Mehr als die Hälfte der Vietnamesen sind heute in der Landwirtschaft beschäftigt. Exportiert werden vor allem Rohöl, Meeresprodukte und andere Agrarrohstoffe sowie Textilien. Aus diesem Produktspektrum geht hervor, dass Vietnam noch einen langen Weg zur Modernisierung und Industrialisierung vor sich hat.

Eine Ähnliche Situation wie in Vietnam findet man in den Nachbarländern Laos und Kambodscha vor.

5. Fazit

Bei der Betrachtung des Raums Südostasiens bietet sich einem ein uneinheitliches Bild. Auf der einen Seite Singapur, dessen enorme Wirtschaftskraft auch in die nähere Region ausstrahlt, und auf der anderen Seite Länder wie Laos, Kambodscha und Vietnam, die bei weitem noch nicht in ausreichendem Maße über funktionierende Wirtschaftsstrukturen verfügen. Dazwischen die Philippinen und Indonesien, deren rosige Zukunftsaussichten in letzter Zeit einige Risse bekommen haben.

Ein Problem ist mit Sicherheit die fehlende Zusammenarbeit. Sie findet im Innern nur in geringem Maße statt. So wird es für die weitere Entwicklung, in Zukunft unverzichtbar sein eine Strategie zu entwickeln, die aus zehn mehr oder weniger parallel existierenden Volkswirtschaften ein komplementäres System macht. Ansätze sind hierzu ja bereits vorhanden, wie z.B. die Freihandelszone AFTA. Wird auf diesem Gebiet weiter und enger zusammengearbeitet, wird sich das wirtschaftliche Gewicht der ASEAN-Region weiter verstärken und auch politisch seine Entsprechung finden. Vielleicht wird dann in diesem Raum ein asiatisches Gegenstück zur EU entstanden sein.

6. Literatur

Dauth, J. (1989): Armut hat kein Stimmrecht / Die Entwicklung Südostasiens, Göttingen: Lamuv Verl.,

ENCARTA Weltatlas, Microsoft, 2001

Far Eastern Economic Review, Asia 1998 Yearbook, Hong Kong, 1998

Far Eastern Economic Review, Asia 2002 Yearbook, Hong Kong, 2001

KHOMAN, T. (1992): ASEAN Conception and Evolution, The ASEAN Reader, Singapur: Institute of Southeast Asian Studies (Hrsg.)

KÖLLNER, P., PÖHL, M. (1998): Singapur: Ein „Unternehmensstaat“ in Südostasien, Geographische Rundschau, Heft 6/98

Koschtzky, K. (1997): Die ASEAN-Staaten zwischen Globalisierung und Regionalisierung, Geographische Rundschau, Heft 12/97

MARSCHALL, W. (1992): Das frühe Südostasien, Geographische Rundschau, Heft 1/92

SCHÄTZL, L. (1992): Raumwirtschaftspolitische Ansätze in den Wachstumsländern Ost-/Südostasiens, Geographische Rundschau, Heft 1/92

UHLIG, H. (1992): Südostasien vor dem Jahr 2000, Geographische Rundschau, Heft 1/92

www.aseansec.org, 12.5.2002

www.singstat.gov.sg/keystats/hist/gdp1.html 15.5.2002

[...]


[1] Importsubstitution: das Ersetzen von Importgütern durch im Inland produzierte Güter.

[2] Quelle: www.singstat.gov.sg

19 von 19 Seiten

Details

Titel
Der wirtschaftliche Aufstieg südostasiatischer Länder - Geographische Grundlagen und wirtschaftliche Strategien
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
19
Katalognummer
V107890
Dateigröße
723 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Länder, Geographie, wirtschaftsgeographie, südostasien
Arbeit zitieren
Tilman Bremer (Autor), 2002, Der wirtschaftliche Aufstieg südostasiatischer Länder - Geographische Grundlagen und wirtschaftliche Strategien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107890

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der wirtschaftliche Aufstieg südostasiatischer Länder - Geographische Grundlagen und wirtschaftliche Strategien



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden