Schlink, Bernhard - Der Vorleser - Inhalt - Protagonisten - Rezension


Referat / Aufsatz (Schule), 2003
3 Seiten

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Der Vorleser, Bernhard Schlink

Form:

Bei dem Vorleser handelt es sich um einen dreiteiligen Rückblick auf das Leben des Ich–Erzählers Michael Berg.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt, die jeweils in Kapitel gegliedert sind.

Inhalt:

Im ersten Teil lernt der 15jährige Michael Berg die 21 Jahre ältere Hanna Schmitz kennen. Er verfällt ihr total und beginnt einen Beziehung mit ihr.

Die Beziehung besteht im Wesentlichem aus einem Ritual: Michael liest Hanna vor, dann baden sie und schlafen schließlich miteinander.

Langsam entwickelt Michael Freundschaften zu Gleichaltrigen, vor denen er Hanna aber verheimlicht. Als Hanna dann eines Tages im Schwimmbad erscheint, wo Michael sich mit seinen Freunden amüsiert, ignoriert er sie.

Am nächsten Tag ist sie verschwunden. Michael macht sich für ihr Verschwinden verantwortlich und kommt nur schwer über die abrupte Trennung hinweg.

Im zweiten Teil befindet Michael sich im Jurastudium. Als er einen Prozess besucht, in dem es um die Verurteilung von Aufseherinnen in den Konzentrationslagern Auschwitz und Krakau geht, sieht er Hanna auf der Anklagebank wieder. Ihm wird klar, dass er eine Verbrecherin geliebt hat. Trotzdem er das weiß, kann er sie nicht verachten.

Dann kombiniert er aus vielen Detail aus dem Prozess und aus früheren Zeiten, dass Hanna Analphabetin ist. Sie schämt sich dafür so sehr, dass sie in dem Prozess zugibt ein Protokoll geschrieben zu haben, nur um nicht enttarnt zu werden. Michael überlegt kurz, ob er dem Richter von Hannas Analphabetismus berichten soll – zieht es dann aber vor, sich nicht einzumischen.

Hanna wird zu lebenslanger Haft verurteilt.

Im dritten Teil ist Michael Rechtshistoriker. Beziehungen mit Frauen und seine scheiterten allesamt daran, dass Michael alle Partnerinnen mit Hanna verglichen hat und keine dem Vergleicht standhalten konnte.

Er kann sich nicht von ihr lösen und beginnt, ihr Kassetten zu schicken, auf denen er ihr vorliest. Das geht über Jahre und hin und wieder kommt eine kurze Antwort von Hanna zurück – sie hat nämlich im Gefängnis lesen und schreiben gelernt.

Als die Entlassung naht, wird Michael von der Gefängnisleiterin gebeten, Hanna bei ihrer Resozialisierung zu unterstützen. Er besucht sie am Tag vor der Entlassung und bemerkt, dass Hanna sich aufgegeben hat.

In ihrer letzten Nacht im Gefängnis erhängt sie sich.

Entwicklung des Protagonist Michael Berg:

Im ersten Teil ist Michael ein pubertierender, unsicherer und unerfahrener Junge, der Hanna sich auf Hanna fixiert und ihr hörig wird. Bei Meinungsverschiedenheiten gibt er sofort nach und erniedrigt sich. Durch den Umgang mit Gleichaltrigen gewinnt er langsam an Selbstvertrauen.

Im zweiten Teil gibt Michael sich aus Angst vor neuen Verletzungen kalt und arrogant. Er ist nicht in der Lagen, noch mal so intensiv zu lieben und hat mehrere lieblose Beziehungen.

Als er im Prozess mit Hannas Verbrechen konfrontiert wird, befindet er sich in einem Zwiespalt: einerseits will er sie verurteilen – andererseits aber auch verstehen.

Auch im dritten Teil kann er sich nicht von ihr lösen: Er fühlt sich für sie verantwortlich und schickt ihr Kassetten.

Als sie dann schließlich Selbstmord begeht, ist er am Boden zerstört.

Hanna hat sein ganzes Leben beeinflusst, größtenteils sogar dominiert. Zwar war nachdem sie die Stadt verlassen hatte, die Liebe weg, aber trotzdem war sie ständig präsent.

Entwicklung von Hanna Schmitz:

Bei Hanna Schmitz handelt es sich um einen schwer nachvollziehbaren Charakter. Dass sie mit dem 15jährigen Michael eine Beziehung eingegangen ist, zeigt ihre Gleichgültigkeit gegenüber den gesellschaftlichen Normen. Sie handelte immer nach bestem Gewissen und hatte bestimmt nicht die Absicht, sich Michael zu unterwerfen. Sie hat ihn wirklich geliebt.

Meiner Meinung nach handelte sie auch als Aufseherin der Nazis nicht bösartig. Für sie war es immer am wichtigsten, ihre Lese- und Schreibschwäche zu verbergen. Deshalb ergriff sie die Möglichkeit, als Aufseherin zu arbeiten, wo sie nirgendwo lesen oder schreiben musste.

Durch den Analphabetismus lebte sie in ihrer eigenen Welt und hatte einen sehr beschränkten Horizont. Wahrscheinlich konnte sie das Ausmaß ihres Tun gar nicht wirklich abschätzen.

Als sie dann im Gefängnis lesen und schreiben lernt, bestellt sie sich Literatur über den Nationalsozialismus und die Judenvernichtung. Sie wird sich langsam bewusst, welche Dimensionen die Judenvernichtung hatte.

Die Einsamkeit und das Bewusstsein dieser Schuld führen zum Selbstmord.

Rezension:

Ich finde den Roman sehr lesenswert. Es gibt keine langweiligen Passagen, nichts wird unnötig in die Länge gezogen.

Außerdem fand ich die Art, mit der Schlink die nationalsozialistische Schuld behandelt, sehr interessant. Das Vorurteil, bei NS-Tätern könne es sich nur um kaltblütige Monster handeln, wird mit Hannas Charakter widerlegt. Es gab nicht nur stereotype Judenhasser sondern auch Einzelschicksale, die mehr oder weniger gewollt in ihre NS-Berufe gerutscht sind. Ich selbst hab auch hin und her überlegt, ob man Hanna verurteilen sollte oder ob man wegen der Schreib- und Leseschwäche ein wenig Nachsicht haben könnte.

Ich denke nicht, dass Schlink mit dem Buch irgendwas entschuldigen will. Vielmehr will er zum Nachdenken anregen.

3 von 3 Seiten

Details

Titel
Schlink, Bernhard - Der Vorleser - Inhalt - Protagonisten - Rezension
Autor
Jahr
2003
Seiten
3
Katalognummer
V107901
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Text war meine Vorbereitungsvorlage fürs mündliche Abitur.
Schlagworte
Schlink, Bernhard, Vorleser, Inhalt, Protagonisten, Rezension
Arbeit zitieren
Hanna Heller (Autor), 2003, Schlink, Bernhard - Der Vorleser - Inhalt - Protagonisten - Rezension, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107901

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