Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Kreativität in der handlungsorientierten Didaktik und der Forderung nach der Förderung von Kreativität im schulischen Unterricht.
In den letzten Jahren haben handlungsorientierte didaktische Konzepte, die auf ganzheitliches Lernen setzen, eine Konjunktur erfahren, die sich allein schon an der im Übermaß vorhandenen Literatur niederschlägt.
Dennoch fördert die Schule in ihrer gegenwärtigen Form immer noch überwiegend ein konformes und angepasstes Verhalten der Kinder. Originalität und abweichende Einfälle werden oftmals ignoriert und abgewertet. Der Lehrer tritt als absolute Kontroll- und Bewertungsinstanz auf. Er stellt meist die Ratio in den Vordergrund und vernachlässigt die emotionalen und motivationalen Aspekte. Obwohl Studien zur Förderung von kreativem Verhalten schon seit Anfang der 70er Jahre intensiv geführt werden, besteht hier immer noch Handlungsbedarf.
Entsprechend habe ich mir bei dieser Hausarbeit darüber Gedanken gemacht inwieweit sich kreatives Verhalten auf die Lernerfolge von Jugendlichen positiv auswirken kann, wo Blockierungen diesen Verhaltens in der Schule bestehen und wie der Lehrer in seiner Rolle darauf einwirken kann. Die Frage ist, ob die Förderung von kreativen Verhaltens einen Sinn im Unterricht macht und wie die Einstellung und das Handeln der Lehrer daraufhin verändert werden sollte.
Vielen Lehrern sind die positiven Auswirkungen von Kreativität nicht bekannt oder sie fühlen sich durch das Verhalten von Schülern mit stark ausgeprägten kreativen Fähigkeiten in ihrer Kompetenz und Integrität bedroht, weil jene Einflüsse den Unterrichtsablauf verändern. Entsprechend soll diese Arbeit einen Einblick in das Thema bieten.
Aus diesem Grund wird das Ziel dieser Arbeit die Aufdeckung der positiven Aspekte von kreativitätsfördernden Maßnahmen im Unterricht sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Begriff „Kreativität“
2. Gründe für Kreativität in der Schule
2.1 Kreative Kinder
2.2 Soziale Blockierungen
3. Divergierendes und konvergierendes Denken
4. Die Rolle des Lehrers
4.1 Die Unterrichtsatmosphäre
4.2 Die Leistungsbewertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Kreativität innerhalb der handlungsorientierten Didaktik und analysiert, wie kreatives Verhalten im schulischen Unterricht gefördert werden kann. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Rolle des Lehrers sowie bestehende Unterrichtsstrukturen verändern müssen, um die Entfaltung kreativer Fähigkeiten bei Schülern zu begünstigen.
- Analyse des Kreativitätsbegriffs im pädagogischen Kontext
- Identifikation von fördernden Faktoren und gesellschaftlichen Blockierungen
- Unterscheidung zwischen divergierendem und konvergierendem Denken
- Reflexion über die Lehrerrolle und Unterrichtsatmosphäre
- Evaluation von Leistungsbewertung und Benotung im kreativen Unterricht
Auszug aus dem Buch
2.1 Kreative Kinder
Mit der Frage nach den Merkmalen des kreativ denkenden Menschen befasste sich ein Reihe von Psychologen. Als Ergebnis entstand das Bild einer intelligenten, impulsiven Person, die dazu neigt, sich starren Denk-Schemata zu entziehen, die oftmals Regeln und Vorschriften verachtet und somit Autorität in vielerlei Hinsicht in Frage stellt. Kinder, die ausgeprägte kreative Fähigkeiten besitzen, stellen aus diesem Grund im Unterricht oftmals für den Lehrer einen Störfaktor dar. Ihr ausgeprägtes Selbstbewusstsein und ihre Neigung zu geistreichen, jedoch meist schwer zu verstehenden Scherzen, können äußerst irritierend auf Lehrer und Mitschüler wirken und somit den jeweiligen Jugendlichen leicht in eine Außenseiter-Position transportieren.
So entsteht die Vorstellung vom störenden kreativen Schüler und dem braven konformistischen Intelligenten. Dennoch sollte man sich davor hüten jede auffällige Verhaltensweise mit Kreativität in Zusammenhang zu bringen. Während bloße Eigenwilligkeit oftmals für Kreativität gehalten wird, ist es meist nur großtuerisches, auf Wirkung zielendes Verhalten, welches keinerlei Zeichen von Kreativität aufweist.
Guilford hat in seinen Untersuchungen folgende wichtige Eigenschaften in Bezug auf kreative Personen zusammengestellt:
Flüssigkeit der Ideen Somit hat der kreative Mensch zu jeder Zeit eine Fülle von Gedanken parat, während der Unschöpferische meist weniger Gedanken bereithält und sich auf einzelne Ideen fixiert.
Problembewusstheit Um den Fortschritt in der Wissenschaft zu garantieren ist es notwendig bislang verborgene Zusammenhänge zu tage zu fördern und aus einer anderen Sichtweise zu betrachten um neue Erkenntnisse zu erhalten. Diese kreative Vorstellungskraft ist in allen Disziplinen des Alltags von Vorteil.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Begriff „Kreativität“: Dieses Kapitel definiert Kreativität als komplexes Gefüge aus intellektuellen und motivationalen Komponenten und grenzt es von reinem konvergentem Denken ab.
2. Gründe für Kreativität in der Schule: Hier wird kritisiert, dass die Schule bisher zu stark auf Konformität setzt, und die Notwendigkeit begründet, kreative Fähigkeiten zur Bewältigung zukünftiger Anforderungen zu fördern.
3. Divergierendes und konvergierendes Denken: Das Kapitel vergleicht analytisch-kognitive Lernwege mit divergierenden Ansätzen, die eigenständige Ideenproduktion fördern.
4. Die Rolle des Lehrers: Es wird erörtert, wie der Lehrer durch eine angstfreie Unterrichtsatmosphäre und eine angepasste Leistungsbewertung kreative Lernprozesse unterstützen kann.
Schlüsselwörter
Kreativität, Handlungsorientierte Didaktik, Divergierendes Denken, Konvergierendes Denken, Unterrichtsatmosphäre, Leistungsbewertung, Schule, Schülermotivation, Persönlichkeitsmerkmale, Problemlösung, Pädagogik, Lernprozesse, Soziale Blockierungen, Selbstständigkeit, Bildungsauftrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Kreativitätsförderung im Rahmen der handlungsorientierten Didaktik an Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen der Kreativität, die Untersuchung von schulischen Blockierungen und die notwendige Anpassung des Lehrerverhaltens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Aufdeckung positiver Aspekte kreativitätsfördernder Maßnahmen und die Erarbeitung von Ansätzen, wie diese im Unterricht implementiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Analyse fachwissenschaftlicher Studien sowie einem Experteninterview basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Analyse von Lernformen (divergierend vs. konvergierend) sowie die Rolle des Lehrers bezüglich Atmosphäre und Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich insbesondere auf Kreativität, divergierendes Denken, handlungsorientierten Unterricht und die pädagogische Lehrerrolle.
Wie unterscheidet sich laut Arbeit ein „kreativer Schüler“ vom „konformistischen Intelligenten“?
Der kreative Schüler neigt dazu, starre Schemata zu hinterfragen und Autoritäten kritisch zu betrachten, während der konformistische Schüler sich den schulischen Normen und Regeln bereitwillig anpasst.
Warum ist die Leistungsbewertung ein entscheidender Faktor für Kreativität im Unterricht?
Die Bewertung beeinflusst die Motivation; wenn nur das Endergebnis zählt, scheuen Schüler Risiken. Eine kreative Bewertung sollte hingegen auch den individuellen Lösungsweg und den gezeigten Einsatz berücksichtigen.
- Quote paper
- Simone Stauss (Author), 2002, Kreativität als didaktisches Prinzip - Die Förderung von kreativen Fähigkeiten im handlungsorientierten Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107924