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Gewaltpräventive und bedürfnisorientierte sozialpädagogische Förderung aggressiver Hauptschüler aus dem sozialen Brennpunkt

Title: Gewaltpräventive und bedürfnisorientierte sozialpädagogische Förderung aggressiver Hauptschüler aus dem sozialen Brennpunkt

Term Paper , 2003 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Felbert (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit präsentiere ich theoretische und konzeptionelle Überlegungen zur aggressionspräventiven Schulsozialarbeit. Während meiner Arbeit in einer Hausaufgaben- und Freizeitbetreuung von Hauptschülern der 5. und 6. Klasse (Sekundarstufe I) ist mir dieses Thema oft begegnet, und auch durch die Massenmedien verbreitete Schreckensmeldungen (wie der Extremfall Erfurt vor einiger Zeit) spiegeln das Vorhandensein großer Aggressions- und Gewaltpotentiale bei anscheinend immer mehr Jugendlichen wider. In theoretischen Überlegungen werde ich zuerst den Begriff der Aggression definieren und Äußerungsformen aggressiven Verhaltens beschreiben, um ein Arbeitsverständnis zu bekommen (Kapitel 1.1). Anschließend stelle ich Erklärungsmodelle für Aggression vor, um damit im B-Teil (konzeptionelle Überlegungen) adäquat auf das Verhalten der oben genannten Jugendlichen eingehen und sinnvolle Lernziele entwickeln zu können (Kapitel 1.2). Die Entstehung von Aggressivität ist immer auch im Zusammenhang zu sehen mit psychologischen Faktoren und den sozialisatorischen Hintergründen im Alltag und in der Schule (Kapitel 1.3). Dabei ist es sinnvoll und wichtig für die sozialpädagogische Arbeit, anstatt monokausaler Erklärungsansätze ein Geflecht von Ursachen und Verstärkern anzunehmen und herauszufinden. Aus den vorangegangenen Überlegungen leite ich dann pädagogische Konsequenzen für die Arbeit mit aggressiven Jugendlichen ab und erläutere dabei auch die Wichtigkeit der Rolle des Pädagogen (Kapitel 1.4).
Diese theoretischen Überlegungen versuche ich dann ansatzweise im konzeptionellen B-Teil anzuwenden, da klar ist, dass Gewaltprävention ein langandauernder Prozess ist, der Faktor Zeit also eine wichtige Rolle spielt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A-Teil: Theoretische Überlegungen

1. Definition, Äußerungsformen und Erklärungsmodelle von Aggressionen

1.1 Definition und Äußerungsformen der Aggression

1.2 Erklärungsmodelle für (jugendliche) Aggressionen

1.3 Psychologische/sozialisatorische Hintergründe und Motivationen aggressiven Verhaltens

1.4 Pädagogische Konsequenzen und Rolle des (Sozial)pädagogen

B-Teil: Konzeptionelle Überlegungen

2. Bedingungsanalyse

2.1 Rahmenbedingungen: Ressourcen (Erstes didaktisches Element)

2.1.1 interne Ressourcen

2.1.2 externe Ressourcen

2.2 Zielgruppenanalyse: Voraussetzungen (Zweites didaktisches Element)

2.2.1 Individuelle/anthropogene Voraussetzungen

2.2.2 Soziokulturelle Voraussetzungen

2.3 Aspekte der Lehr-Lern-Situation (Drittes didaktisches Element)

2.3.1 Lernen

2.3.2 Prozess

2.3.3 Gefälle

2.3.4 Verhältnis

2.3.5 Beziehung

2.3.6 Situation

3. Didaktisch/methodische Überlegungen: Ziel – Ebenen (Viertes und fünftes didaktisches Element)

3.1 Richtziel-Ebene

3.2 Grobziel-Ebene

3.3 Feinziel-Ebene

3.3.1 Orientierungsphase

3.3.2 Einstiegsphase

3.3.3 Hauptphase

3.3.4 Abschlussphase

C-Teil: Überlegungen zur Auswertung (Selbstevaluation)

4. Nonverbale Auswertung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit entwickelt ein pädagogisches Konzept für die aggressionspräventive Schulsozialarbeit bei Hauptschülern der Klassen 5 und 6 in sozialen Brennpunkten. Ziel ist es, durch eine bedürfnisorientierte sozialpädagogische Förderung alternative Handlungsmöglichkeiten zu aggressivem Verhalten zu vermitteln und die soziale Kompetenz der Jugendlichen zu stärken.

  • Analyse der Ursachen und Erklärungsmodelle für jugendliche Aggressionen.
  • Bedingungsanalyse der schulischen Lebenswelt und Lernsituation.
  • Didaktische Strukturierung von Erziehungs- und Lernzielen.
  • Methoden der Konfliktbewältigung und Förderung sozialer Beziehungen.
  • Selbstevaluation pädagogischen Handelns durch nonverbale Beobachtungskriterien.

Auszug aus dem Buch

1.1 Definition und Äußerungsformen der Aggression

Der Begriff der Aggression lässt sich ableiten vom Lateinischen „ad-gredi“ gleich „herangehen“, „auf jemanden“ oder „auf etwas zugehen“ (im weiteren Sinne), „auf jemanden“ oder „auf etwas losgehen“, „jemanden“ oder „etwas angreifen“ (im engeren Sinne). Er symbolisiert also sowohl die bloße Annäherung als auch den (feindseligen) Angriff (vgl. Heinelt 1978, S. 20.). Eine für die sozialpädagogische Arbeit mir sinnvolle Arbeitsdefinition der Aggression ist die von Ullmann: „Aggression ist ein Verhalten, das darauf abzielt, bewusst oder unbewusst jemand anderem Schaden zuzufügen, ihn zu kränken oder zu verletzen oder eine Sache zu zerstören“ (Ullmann 1974, S. 111.).

* Körperliche Aggression lässt sich als direkte, körperliche, gewalttätige Auseinandersetzung beschreiben, die sowohl körperlichen als auch psychischen Schaden zufügen kann, angefangen bei leichten Prügeleien bis hin zu bewaffneten Auseinandersetzungen und sogar Tötungen, wie das Beispiel Erfurt zeigte. Ein Machterleben durch ihre schnelle Wirkung kann durchaus positive Auswirkungen auf das Selbst(wert)gefühl des Angreifers haben, hat also eine Verstärkungseffekt durch die aktivierende Wirkung selbst als auch durch die gewonnene Aufmerksamkeit der sozialen Umwelt.

* Verbale Aggression äußert sich in kränkenden, verletzenden, entwertenden Beschimpfungen und Bemerkungen über andere Personen. Oftmals scheinen sie den Alltag zu prägen. Heinelt bezieht sich auf Watzlawick, Beavin und Jackson (1974), wenn er sagt, dass verbale Aggression „ [...] in unserem menschlichen Alltag eine bedeutende Rolle (spielt), da unser Verhalten im wesentlichen von verbaler Kommunikation bestimmt ist, die unterstrichen wird durch Elemente der Mimik, der Stimme und der Gestik“ (Heinelt 1978, S. 25.). Sie gilt als „legitimes Mittel der Durchsetzung“ eigener Interessen (Heinelt 1978, S. 26.). Jedoch drohe sie auch, das soziale Klima (der Schulklasse) zu vergiften, Affekte hochzupeitschen, die Aggression eskalieren zu lassen (in körperliche Aggressionen).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Problemstellung der Arbeit erläutert, die auf Erfahrungen in der Hausaufgaben- und Freizeitbetreuung von Hauptschülern basiert und die Relevanz der Aggressionsprävention betont.

1. Definition, Äußerungsformen und Erklärungsmodelle von Aggressionen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung durch die Definition von Aggression und die Erörterung verschiedener psychologischer Erklärungsansätze.

2. Bedingungsanalyse: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der internen und externen Ressourcen sowie der Zielgruppenstruktur und der spezifischen Lehr-Lern-Situation im sozialen Brennpunkt.

3. Didaktisch/methodische Überlegungen: Ziel – Ebenen (Viertes und fünftes didaktisches Element): Hier werden die Erziehungs- und Lernziele operationalisiert und in eine methodische Phasenstruktur für die sozialpädagogische Praxis überführt.

4. Nonverbale Auswertung: Abschließend werden Kriterien zur Reflexion und Selbstevaluation des pädagogischen Konzepts und des eigenen Verhaltens durch den Pädagogen definiert.

Schlüsselwörter

Schulsozialarbeit, Aggressionsprävention, Hauptschüler, soziale Kompetenz, Erziehung, Bedingungsanalyse, Lernziele, Gewalt, Konfliktbewältigung, bedürfnisorientierte Pädagogik, Sozialpädagogik, Aggressionsmodelle, Verhaltensmodifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Planung eines sozialpädagogischen Konzepts zur Gewaltprävention und Förderung sozialer Kompetenzen bei aggressiven Hauptschülern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Bestimmung von Aggression, der Analyse der Lebenswelt von Jugendlichen in sozialen Brennpunkten und der praktischen didaktischen Umsetzung von Erziehungszielen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Jugendlichen konstruktive Alternativen zu aggressivem Verhalten aufzuzeigen und ihnen zu helfen, ihre eigenen Bedürfnisse und die ihrer Mitschüler besser wahrzunehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Bedingungsanalyse (Ressourcen, Zielgruppenanalyse, Lehr-Lern-Situation) und operationalisiert Erziehungsziele in Form von Richt-, Grob- und Feinziele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Aggression und einen konzeptionellen Teil, der die konkrete pädagogische Planung für eine Lerneinheit darlegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sozialsozialarbeit, Aggressionsprävention, Bedürfnisorientierung, soziale Handlungskompetenz und pädagogische Selbstevaluation.

Warum wird eine "Blitzanalyse" vor den Lerneinheiten als notwendig erachtet?

Sie dient dazu, die aktuellen Bedürfnisse der Jugendlichen zu erfassen, da die geplanten Lerneinheiten nur erfolgreich sind, wenn sie an der momentanen Verfassung und Motivation der Schüler anknüpfen können.

Wie soll das "Kegelspiel" im pädagogischen Prozess wirken?

Das Spiel dient dazu, Ängste und Unsicherheiten abzubauen und durch körperliche Erfahrung die Schutzfunktion und Notwendigkeit sozialer Beziehungen innerhalb der Gruppe unmittelbar spürbar zu machen.

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Details

Title
Gewaltpräventive und bedürfnisorientierte sozialpädagogische Förderung aggressiver Hauptschüler aus dem sozialen Brennpunkt
College
University of Applied Sciences Düsseldorf  (Fachbereich Sozialpädagogik)
Course
Einführung in Didaktik/Methodik. Theoretische Grundlagen und Konzepte
Grade
1,0
Author
Michael Felbert (Author)
Publication Year
2003
Pages
35
Catalog Number
V10793
ISBN (eBook)
9783638171298
ISBN (Book)
9783656509547
Language
German
Tags
Gewalt Prävention Bedürfnis Aggression aggressiv Aggressivität sozialen Brennpunkt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Felbert (Author), 2003, Gewaltpräventive und bedürfnisorientierte sozialpädagogische Förderung aggressiver Hauptschüler aus dem sozialen Brennpunkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10793
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