Der Begriff der "Öffentlichkeit" bei John Dewey


Seminararbeit, 2001

23 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

Kapitel

1. Einleitung

2. John Dewey und Charles Sanders Pierce

3. Wissenschaftlich-methodischer Ansatz und Selbstverständis des Pragmatismus

4. Die zwanziger Jahre: Amerika im Umbruch

5. Demokratie und Öffentlichkeit als historischer Prozess

6. Das Ideal der Demokratie und die Idee der Demokratie

7. Das Ideal der Demokratie

8. Die Idee der Demokratie

9. Das Ideal und die Idee der Demokratie als pragmatische Maxime

10. Demokratie und lokale Gemeinschaften

11. Zerstörung der lokalen Gemeinschaften und lokalen Öffentlichkeiten als Ergebnis eines historisch-ökonomischen Prozeßes

12. Die Herstellung einer Großen Gemeinschaft

13. Kommunikation, Demokratie und "wahre" Öffentlichkeit

14. Demokratischer Diskurs und Öffentlichkeit

15. Deweys Öffentlichkeitsbegriff in der Zusammenfassung

Der Begriff der "Öffentlichkeit" bei John Dewey

1. Einleitung

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist der Öffentlichkeitsbegriff bei John Dewey. Vor allem in Hinblick auf die historischen Bedingungen und gesellschaftlichen Umwälzungen in Amerika Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ergaben sich insbesondere für John Dewey Fragestellungen, die klären sollten, wie die amerikanische Demokratie und das politische System der USA vor einseitiger Inanspruchnahme durch mächtige Interessen- und Industrieverbände geschützt werden könne und wie die durch die rasanten Veränderungen in der Ökonomie, den Wissenschaften und der industriellen Produktion bedingten zentrifugalen gesellschaftlichen Kräfte gezähmt werden könnten. Zunehmend sah Dewey hierdurch die Ideale der amerikanischen Demokratie in Gefahr und forderte eine Neuausrichtung der öffentlichen Meinungsbildung und des gesamten Erziehungs- und Ausbildungswesens in Hinblick auf eine breitangelegte Demokratisierung gesellschaftlicher Institutionen und Einrichtungen und der Gesellschaft an sich, deren Zukunft sich John Dewey als die einer „Großen Gemeinschaft“ vorstellte, die jedoch nichts mit dem nationalsozialistischen Terminus der „Volksgemeinschaft“ zu tun hat. Zentrales Anliegen von Dewey war hierbei zu untersuchen, wie sich eine Öffentlichkeit herstellen ließe, die das gewährleisten könnte. Um aber seine Thesen und seine Gedanken besser verstehen zu können, bedarf es zum einen einer kaurzen Erläuterung des Pragmatismus und welche Rolle Dewey hierbei spielt, wie aber auch der gesellschaftlichen Bedingungen in den USA der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, die Dewey zum Ausgangspunkt seiner Betrachtungen insbesondere in seinem 1927 erschienen Werk „ The Public and Its Problems“[1] macht. Anschließend werden die unterschiedlichen Aspekte Deweys zu diesem Theme beleuchtet.

2. John Dewey und Charles Sanders Pierce

An den Anfang möchte ich einige Daten zur Person John Deweys, zu seinen Werken und seiner Wirkungsgeschichte stellen. Anschließend folgen entsprechende Daten zu Charles Sanders Peirce, dessen Arbeiten Dewey maßgeblich beeinflußt haben und der neben William James als wichtigster Begründer des Pragmatismus gilt:

Dewey, John (1859-1952), amerikanischer Philosoph, Psychologe und Pädagoge. Er wurde in Burlington (Vermont, USA) geboren. Er studierte an der University of Vermont und beendete 1879 erfolgreich sein Studium. 1884 wurde er Doktor der Philosophie an der John Hopkins University. Deweys lange und einflussreiche Karriere in der Pädagogik begann an der University of Michigan, an der er von 1884 bis 1888 lehrte. In den Jahren 1888 und 89 war er Dozent an der University of Minnesota und kehrte von 1889 bis 1894 an die University of Michigan zurück. Von 1894 bis 1904 setzte er seine Laufbahn an der Universität Chicago fort. Danach arbeitete er von 1904 bis 1931 an der Columbia University, bis er 1931 emeritiert wurde. Dewey war Dozent und arbeitete als Berater in pädagogischen Fragen. Er studierte die Bildungssysteme in China, Japan, Mexiko, der Türkei und der Sowjetunion.

Während seiner Zeit in Chicago war Dewey aktiv an der Reform der Pädagogik beteiligt. Seine pädagogischen Prinzipien testete er in der berühmten Versuchsschule, der Dewey-Schule, die 1896 in Chicago gegründet wurde. Deweys Prinzipien stellten Lernen durch vielfältige Tätigkeiten über formale Lehrpläne und widersprachen autoritären Methoden, die den Menschen keine wirklichkeitsnahe Vorbereitung auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft bieten. Dewey war der Meinung, Erziehung sollte selbst das Leben sein und nicht nur Vorbereitung auf das zukünftige Leben. Seine Arbeit und seine Schriften bewirkten zum großen Teil tief greifende Veränderungen in der Pädagogik, die im frühen 20. Jahrhundert in den USA begannen.

Als Philosoph betonte Dewey die Praxis und versuchte immer aufzuzeigen, wie philosophische Gedanken im täglichen Leben umgesetzt werden könnten. Seine Logik und seine Philosophie änderten sich ständig und passten sich den Bedürfnissen und Umständen an. In seiner Philosophie ist das Denken ein Mittel zur Handlungsplanung, um die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die zwischen dem Gegebenen und dem Gewollten liegen. Wahrheit ist ein Begriff, der sich in der praktischen Erfahrung bewährt hat. Dewey folgte dem amerikanischen Philosophen und Psychologen William James als führende Persönlichkeit des Pragmatismus. Deweys eigene Philosophie, der Instrumentalismus oder Experimentalismus, stammt von James’ Pragmatismus ab.

Zu seinen umfangreichen Schriften gehören Psychology (1887), The School and Society (1899, Schule und öffentliches Leben), Democracy and Education (1916, Demokratie und Erziehung), Reconstruction in Philosophy (1920), Human Nature and Conduct (1922, Die menschliche Natur), The Quest for Certainty (1929), Art as Experience (1934), Logic: The Theory of Inquiry (1938) und Problems of Men (1946).[2]

Peirce, Charles Sanders (1839-1914), amerikanischer Philosoph und Physiker. Peirce wurde am 10. September 1839 in Cambridge (Massachusetts) geboren. Er lehrte u. a. in Boston und Cambridge Logik und Philosophie. 1877 war er der erste amerikanische Vertreter beim Internationalen Geodätenkongress für Vermessungskunde.

1861 begann Peirce eine Experimentenserie mit Pendeln. Außerdem erforschte er die Lichtwellen. 1867 beschäftigte er sich mit dem von George Boole erstellten System mathematischer Logik und arbeitete bis 1885 daran, die Boolsche Algebra zu erweitern und zu verbessern.

Peirce wurde vor allem durch die von ihm begründete philosophische Theorie des Pragmatismus bekannt. Dieser philosophischen Richtung zufolge liegt die Bedeutung der Dinge allein in den Wirkungen begründet, die ihre Anwendung oder ihr Gebrauch mit sich bringen. Selbst die Wahrheit einer Vorstellung kann daher durch empirische Untersuchungen ihrer Nützlichkeit herausgefunden werden. Diese Theorie entwickelten die amerikanischen Philosophen William James und John Dewey weiter. Sie hatte großen Einfluß auf die moderne Philosophie und Soziologie. Peirce gehörte auch zu den Begründern der modernen Zeichentheorie (siehe Semiotik). Peirce starb am 19. April 1914 in Milford (Pennsylvania).[3]

3. Wissenschaftlich-methodischer Ansatz und Selbstverständis des Pragmatismus

Der theoretische Gedanke und die Absicht des Pragmatismus ist es, das Handeln zu leiten, d. h. die Wirkung einer Idee ist wichtiger als ihre Ursache und die Wahrheit einer Aussage beweist sich nur durch ihren praktischen Nutzen. Der Pragmatismus lehnt es daher ab, über Fragen zu spekulieren, für die kein praktischer Nutzen abzusehen ist. Außerdem betont er, dass Wahrheit sich in Relation zu Zeit, Ort und dem jeweils verfolgten Ziel verhält und daß sowohl Zwecke als auch Mittel einen Wert in sich selber tragen.

Der Pragmatismus lenkt zudem das Augenmerk auf die für die Zukunft absehbare Wirksamkeit von für alle Prozeßteilnehmer ungeachtet ihrer Herkunft beobachtbaren Zeichen. Zeichen stehen nicht einfach instrumentell in der Macht eines Bewußtseins, auch nicht eines Selbstbewußtseins, sondern werden als diejenige Übersetzung zwischen Verhaltensgewohnheiten und Handlungsweisen gebraucht, die das Kontinuum in der differenzierten Natur, gleichsam unsere Naturverträglichkeit, sichert. Zeichen bedürfen hier und heute der Interpretation in einem soziokulturellen Prozeß von sozial interagierenden Lebewesen, die sich in diesem Prozeß individualisieren. Damit wurde die menschliche Zweitnatur selbst zum Normativ, aber eben zu keinem dualistisch exklusiven, sondern zu einem prozessual inklusiven Normativ. Diese paradigmatische Umstellung der Frageart war mit Peirce und James, wenngleich eher semiotisch oder eher psycho-anthropologisch, entworfen worden und hielt sich fortan durch. Die nach Peirce und James zweite Begründergeneration der amerikanischen Philosophie des Pragmatismus hat insbesondere in Gestalt von John Dewey und Georg Herbert Mead eine Ausarbeitung des pragmatistischen Paradigmas geleistet. Diese Ausarbeitung galt nicht nur, aber insbesondere der Frage, wie die semiotischen Verfahrenswege als ein Prozeß der gleichzeitigen Vergesellschaftung und Individualisierung der Menschennatur zu elaborieren seien.[4]

Die Autoren Nye und Morpurgo beschreiben in ihrer „Geschichte der USA“ den Pragmatismus denn auch folgendermaßen. „Der Pragmatismus, aktiv, praktisch, selbstsicher, repräsentierte einen entschieden amerikani­schen Standpunkt. Eine geistige Haltung, sagte James, ist nur dann wahr, wenn sie funktioniert, und wenn sie funktioniert, wird sie nit anderen brauchbaren Theorien vereinbar sein. Der Philosoph hat infolgedessen alte und neue Theorien mit dem Maßstab der Brauchbarkeit zu messen und sie dann in einer Art natürlicher Zuchtwahl beizubehalten oder zu verwerfen. John Dewey erweiterte den Pragmatismus zum ‚Instru­mentalismus’, den er dahingehend definierte, daß die Ideen in nütz­liche Werkzeuge zu verwandeln seien, mit deren Hilfe der Mensch ein praktisches Lebensziel erreichen kann“.[5] Der Pragmatismus und der Instrumentalismus, durch James' und Deweys Anhänger popu­larisiert, hatten zur Folge, daß die Philosophie gezwungen wurde, sich unmittelbar mit den Widersprüchen und Streitgegenständen des Zeitalters zu beschäf­tigen, insbesondere mit den Problemen Amerikas in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Philosophie-geschichtlich betrachtet ist der Pragmatismus daher eine relativ junge Philosophie. Auch wenn sie zwar schon durch Jahrhunderte mehr oder weniger beiläufig vertreten und mehr oder minder bewußt gehandhabt wurde. Doch als eine Philosophie, die den Anspruch macht, grundsätzlich anerkannt und in ihrer ganzen Tragweite gewürdigt zu werden, ist der Pragmatismus als selbständige Philosophie erst seit knapp einem Jahrhundert Bestandteil der Philosophie-Geschichte.[6] Gleichzeitig stellt er die erste unabhängige amerikanische Strömung der Philosophie dar.

4. Die zwanziger Jahre: Amerika im Umbruch

Deweys Bemühungen um die Frage wie eine neue, den demokratischen Prinzipien und den demokratischen Traditionen Amerikas wieder entsprechende Öffentlichkeit aussehen könne, bzw. welche Bedingungen notwendig seien, damit sich diese herausbilden könne, müssen unter mehreren Aspekten gesehen werden. Entscheidend hierfür waren insbesondere grundlegende Veränderungen in der amerikanischen Gesellschaft zu Beginn des zwanzigten Jahrhunderts.

Mit dem Ende des ersten Weltkrieges wurde Amerika zu einer neuen Weltmacht. Auch wenn die politische Rolle Amerikas und der Einfluß auf die Weltpoltik auf dem ersten Blick nicht so groß erschien, so führte jedoch die rasante wirtschaftliche Entwicklung und Modernisierung der Produktion (Einführung der Fließbandfertigung bei Ford etc.) in Amerika zu einer Dominanz als neue führende Wirtschafts- und Industrienation der Welt. Diese neue Rolle wurde im Inneren jedoch mit unsäglichen Arbeits- und Wohnbedingungen der Arbeiterschaft, mit äußerst niedrigen Löhnen und einer hohen Arbeitshetze in den neuen, nunmehr mit Fließbändern ausgestatten Fabriken erkauft. Innenpolitisch durchlebten die USA in den zwanziger Jahren eine Zerreißprobe. Die alten, noch aus den Pionierzeiten überkommenen direktdemokratischen Elemente taugten nicht mehr für eine industrielle, arbeitsteilige und hoch differenzierte Gesellschaft. Hinzu kam, daß der Glaube in den wirtschaftlichen Fortschritt die führenden Politiker Amerikas derartig beseelte, daß sie keinen Anlaß sahen in irgendeiner Art Sozialreformen in die Wege zu leiten. Der damalige US-Präsident Coolidge formulierte es kurz und bündig: »Amerika hat sich um seine Wirtschaft zu kümmern.« (»The business of America is busi­ness.«) Die großen Konzerne wurden noch größer und nahmen zuletzt Dimensionen an, die zuweilen nicht einmal ihre Direktoren ergründen konnten. Am Ende des zweiten Jahrzehnts des zwanzigsten Jahrhunderts be­herrschten 200 Aktiengesellschaften 50 Prozent des Volksvermögens. Die Tabaks-, Kraftwerks-, Chemikalien-, Farben-, Verkehrs- und Stahlsyndikate überschatteten an Umfang und Macht alles, was seit 1900 dagewesen war. Der Landwirtschaft ging es weniger gut, weil nach einer starken Flaute im Jahre 1921 die Preise der Agrar­produkte fielen, während das Produktionsvolumen zunahm. Hinzu kamen Dürrekatastrophen, die Millionen Farmer Ende der zwanziger Jahre zwangen ihr Land aufzugeben und vor allem in die neuen industriellen Ballungsgebite an der Westküste der USA zu ziehen.[7]

Die Ge­werkschaften waren zwar aus dem Krieg gestärkt hervorgegangen, da aber die Umstellung auf eine Friedenswirtschaft niedrigere Löhne und längere Arbeitszeit mit sich brachte, wurde die Industrie von zahllosen Streiks heimgesucht.

Der durch den Krieg geschürte Hurrapatriotismus rettete sich in den Frieden hinüber - in Gestalt eines heftigen Feldzuges gegen Sozialisten und Wobblies, der sich gegen die Arbeiterschaft überhaupt und gegen alle liberalen Tendenzen richtete. Die Russische Revolu­tion entfesselte eine Hexenjagd. Alles, was radikal, nonkonfor­mistisch und unorthodox war, wurde von den Bundes- und Teil­staatsbehörden rücksichtslos verfolgt. Justizminister Palmer' leitete eine Aktion gegen die „Kommunisten“ ein (eine Bezeichnung, die er sehr großzügig anwandte) und ließ etwa 6ooo Personen verhaften, die zumeist aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden mußten. Auf dem Höhepunkt der Panik wurde der Lohnbuchhalter einer Fabrik in Massachusetts bei einem Raubüberfall ermordet. Ni­colo Sacco und Bartolomeo Vanzetti, die im Verdacht standen, Anarchisten zu sein, wurden als tatverdächtig festgenommen und in einer Atmosphäre ausländerfeindlicher, antiradikaler Tobsucht vor Gericht gestellt. Obwohl die Mehrheit liberal gesinnter Kreise den Angeklagten zu Hilfe kam, wurden sie schließlich 1927 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Mit Ende des Krieges kam es zu einer enormen Bevölkerungsverschiebung vom relativ armen und agrarisch geprägten Süden in den industrialiserten Norden. Insbesondere der Anteil der schwarzen Bevölkerung nahm rasant zu. Diese und die unmöglichen Lebens-, Arbeits-, und Wohnverhältnisse führten immer wieder zu Krawallen und sozialen Protesten, die blutig von der Polizei und paramilitärischen Verbänden niedergeschlagen wurden.

Mit dem Beistand der von Henry Ford in Dear­born herausgegebenen Zeitung „Independent“ betrat der Antisemi­tismus seine öffentliche Bühne. Der Ku-Klux-Klan, der seit 1900 geschlummert hatte, wurde rasch zu neuem Leben erweckt. Durch rassistische, antikatholische, antisemitische „Patrioten“ ge­fördert, behauptete der Klan 1924, vier Millionen Mitglieder zu umfassen. In mehreren Nordstaaten bildete er das Zünglein an der politischen Waage.

Ausschlaggebend für die zwanziger Jahre war jedoch, daß die amerikanischen Wirtschaftsunternehmen enorme Profite machten. Abgesehen von der Landwirtschaft, dem Bergbau und der Textil­industrie erreichte die Wirtschaft das höchste Gewinniveau, das die Geschichte Amerikas bis dahin gekannt hatte - und es sah so aus, als würde es nie ein Ende nehmen: Die ame­rikanischen Wirtschaftsführer waren der Überzeugung, daß die »Hochkonjunktur permanent« sei. Durch den Krieg war Europa verarmt, und ein großer Teil seines Produktionsapparates zerstört. Serienfabrikation und Rationalisierung steigerten die Leistungs­fähigkeit der amerikanischen Industrie. Das Ratenzahlungssystem erweiterte den Binnenmarkt. Neue Industriezweige Auto, Radio, Film - schufen neue Arbeitsplätze und neue Kaufkraft.

Die Stimmung der zwanziger Jahre hatte ihre zwei Seiten. Auf der einen Seite war sie von offizieller, wenn nicht offiziöser Zuver­sicht. Die Nation, sagte John Dewey, schreite voran, „im Vertrauen auf die aktiven Tendenzen des Tages“ und mit dem Mut, „den Weg einzuschlagen, den die sozialen und wirtschaftlichen Wandlungen uns weisen«. Der spätere Präsident Hoover war der Ansicht, man habe »die Ursachen der Armut endgültig beseitigt“. Bruce Barton versuchte nachzuweisen, daß das Christentum die beste Grundlage einer »wirtschaftlichen Zivilisation«[8] sei.

Dennoch führten die zwanziger Jahre in den USA auch zu Zweifeln an der Fähigkeit des demokratischen Systems die Veränderungen, die sich während dieser Zeit ereigneten und die enormen zentrifugalen Kräfte die sie in der amerikanischen Gesellschaft freisetzten, noch kontrollier- und beherrschbar zu halten. Die Korruption hatte sich in vielen Teilen der Gesellschaft breitgemacht. Die enorme Militarisierung der amerikanischen Gesellschaft, die ausgeprägte Tendenz gesellschaftliche Konflikte mit Gewalt zu lösen sowie die Folgen der Prohibition führten zu Kritik und Zweifel am demokratischen System der USA. Zum ersten Male seit der Gründung der Republik bezweifelten die amerikanischen Intellektuellen grundsätzlich die Wirksamkeit der amerikanischen Demokratie und ihrer Methoden. Sinclair Lewis stellte in „Babbitt“ und „Main Street“ den Geschäfts­mann und die Kleinstadt an den Pranger, und Walter Lippmanns Analysen der öffentlichen Meinung deuteten darauf hin, daß die Bevölkerung unvernünftig, leichtgläubig und leicht irrezuführen sei. Im „Army Training Manual“ (Exerzierreglement) aus dem Jahre 1928 wurden als Folgen der Demokratie aufgezählt: „Pöbelherr­schaft..., Demagogie, Zügellosigkeit, Agitation, Mißvergnügen, Anarchie.“ Den Vereinigten Staaten, erklärten die Intel­lektuellen einmütig, fehle eine Kulturtradition, und sie litten an der Seuche des Kommerzialismus. Ihre moralischen Hemmungen, ihr Provinzialismus und ihre Herdenmentalität erstickten den schöpfe­rischen Verstand.[9]

Der Vergnügungs- und Sportbereich wurden kommerzialisert und professionalisierte. Die Radioshows und Kinofilme Hollywoods kreierten die neuen Stars der zwanziger Jahre, die binnen kurzer Frist zu den Idolen der Massen wurden.

Im Sport verstärkte sich während der zwanziger Jahre der Trend zum Profitum. Football, Baseball und Basketball lockten ein so viel­köpfiges Publikum an, daß die sportlichen Veranstaltungen zu er­giebigen Einnahmequellen wurden.

Gleichzeitig fomierten sich im Print- wie auch im Radiobereich marktbeherrschende und meinungsbildende Konzerne heraus, deren Fähigkeit, die öffentliche Meinung zu manipulieren, unbegrenzt erschien und die meist von konservativen Unternehmensführern kontrolliert wurden. Ihnen ging es natürlich nicht um eine Öffentlichkeit im Sinne demokratischer Ideale, sie interessierte einzig und allein der Gewinn.

Dieser Hintergrund bewog John Dewey sich mit der Öffentlichkeit und ihre Probleme zu beschäftigen. Ganz anders als Lippman sah Dewey jedoch gerade die Stärke der Amerikaner und ihrer Demokratie darin, Fehlentwicklungen begegnen zu können.

5. Demokratie und Öffentlichkeit als historischer Prozess

Für Dewey beinhaltet der Begriff der Demokratie und ihrer Idee zwei verschiedenartige Aspekte. Zum einen beinhaltet er eine reale historische Entstehung, also die Entwicklung von unterschiedlichen Vorstellungen eines Ideals (oder Idee) der Demokratie, die jedoch immer vor der Schablone der jeweiligen historisch-gesellschaftlichen Bedingungen gesehen und nur hieraus erklärt werden kann und zum anderen beeinhaltet er als Teil dieses Ideals die politische Demokratie (-Idee), also wie realisiert sich das Ideal der Demokratie bzw. welche Teilasaspekte dieses Ideals finden Eingang in die konkrete politische Ordnung einer Gesellschaft.

Im Rahmen diese Prozesses bilden sich unterschiedliche Öffentlichkeiten heraus, wobei die Entwicklung der Demokratie ohne diese Öffentlichkeiten gar nicht denkbar ist. Dabei versteht Dewey die Quelle jeder Öffentlichkeit in der "Wahrnehmung von Folgen, welche wesentlich über die dirket mit ihren befaßten Personen und Assoziationen hinauswirken."[10] Öffentlichkeiten konstituieren sich demnach durch die Erkenntnis weitreichender und dauerhafter Handlungfolgen. "Die einzige Konstante ist", so Dewey "die Funktion des Schutzes und der Regulierung von Interessen, welche als Ergebnis der komplexen indirekten Ausbreitung und Ausstrahlung vereinten Verhaltens entstehen."[11]

6. Das Ideal der Demokratie und die Idee der Demokratie

Dabei ist das Problem der politischen Demokratie immer identisch mit dem Problem der Öffentlichkeit. [12] Denn die politische Demokratie ist grundsätzlich immer abhängig von einer funktionierenden Öffentlichkeit als Regel- und Kontrollinstanz. Es bedeutet aber auch gleichzeitig, gewinnt die Öffentlichkeit als solche in der Entwicklung der realen Demokratie eine Erkenntnis ihrerselbst, und zum anderen gelingt dieser Öffentlichkeit die Entdeckung und Identifizierung ihrer selbst als der im Deweyschen Sinne gemeinten demokratischen und diskursiven Öffentlichkeit, damit sie ihre Funktion adäquat ausfüllen kann.[13]

Das ist der eigentliche Kern und die Fragestellung von Deweys Ausführungen vor allem in Die Öffentlichkeit und ihre Probleme (engl.: The Public and Its Problems). [14] Die politische Demokratie bezeichnet dabei für Dewey "eine Regierungsform und eine spezifische Praxis der Auswahl von Amtspersonen und der Regulierung ihres Verhaltens als Beamte." Wobei es Dewey insbesondere geht, ist, wie können die Entscheidungen dieser Beamten nicht nur kontrolliert werden, sondern, wie kann die Öffentlichkeit eine "Erkenntnis ihrer selbst (...) erlangen, daß sie bei der Auswahl offizieller Repräsentanten und bei der Festlegung ihrer Verantwortlichkeiten und Pflichten Gewicht erhält."[15] Es muß also unterschieden werden, zwischen der Demokratie als einer sozialen Idee und der Demokratie als Regierungsform.

7. Das Ideal der Demokratie

Die urprüngliche Demokratie vor dem 19.Jahrundert war [16] durch Kommunikation und gemeinsames Handeln in einer gemeinsamen Erfahrungswelt möglich geworden, die gleichzeitig eine Verbundenheit zwischen den Individuen herstellte. Das zu erkennen und als das zu Bewah­rende zu erklären, bedeutet ,,Ideal der Demokratie".

Das Ideal der Demokratie ist damit gleichzeitig auch ein Denken und Handeln, das sich besonders in der "wissenschaftlichen Methode" als schöpferisch und sozial wirksam durchsetzte. Das heißt: Die Voraussetzung von Technik und Industrie, also die wissenschaftliche Denkweise, macht Dewey zur Bedingung der Wiederherstellung des Gemeinschaftslebens, der Öffentlichkeit und der Demokratie.[17] Kurz formuliert: Die ,,sozialwis­senschaftliche" Erforschung (mittels Psychologie, Anthroplogie, Pädagogik usw. - also allen Geisteswissenschaften) der Demokratie führt zur Erkennt­nis des demokratischen Ideals, das philosophische Postulat dieses Ideals und seine praktische Umsetzung führen zur neuen Demokratie des techni­schen Zeitalters, letzteres heißt zuerst durch Umsetzung in Pädagogik bzw. Erziehung der Menschen zum wissenschaftlichen Ethos, denn erst dann verfügen die Menschen über das moralische Bewußtsein und die Intelligenz, die Apparatur der Demokratie, also heute besonders das Internet, im Sinne einer demokratischen Öffentlichkeit anzuwenden, d.h. im Sinne von Kommu­nikation über wissenschaftliche Ergebnisse der Geisteswissenschaften (bzw. Dewey sagt auch Sozialforschung), die zu gemeinsamen Überzeugungen führt, welche gemeinsame Handlungen hervorbringen.

Und hier betont Dewey zwei Bedingungen: erstens müssen die Beteiligten der Kommunikation das ge­meinsame Ideal der Demokratie besitzen, zweitens gibt es (auch über das Internet) keine Große Gemeinschaft ohne lokale Gemeinschaft. (Z.B. wäre ein Landesparteitag der Grünen - wie kürzlich in NRW oder Hessen - über Internet, statt einer lokalen Zusammenkunft der Mitglieder wie bisher etwas, wovor Dewey als Weg zum totalitären System warnen würde: "die Grosse Gemeinschaft beginnt in der lokalen Nachbarschaft", denn nur hier kann ich erfahren, wie mein Kommunikationspartrier wirklich bzw. in Wahrheit bzw. ob er wahrhaftig ist. (Wahrheit ist für Dewey die moralische und theoretische Maxime der Grossen Gemeinschaft.)

8. Die Idee der Demokratie

Gleichzeitig macht Dewey den Unterschied zwischen der Idee und dem Ideal der Demokratie deutlich, sowie ihre Bedeutung im Rahmen der menschlichen und gesellschaftlichen Entwicklung: "Als Idee betrachtet, ist die Demokratie nicht eine Alternative zu anderen Prinzipien assoziierten Lebens. Sie ist die Idee des Gemein­schaftslebens selbst. Sie ist ein Ideal im einzig verständigen Sinn eines Ideals: nämlich, die bis zu ihrer äußersten Grenze getriebene, als voll­endet und vollkommen betrachtete Tendenz und Bewegung einer be­stehenden Sache. Da die Dinge solche Erfüllung nicht erlangen, sondern in Wirklichkeit immer abgelenkt und gestört werden, ist die Demokratie in diesem Sinne keine Tatsache und wird nie eine sein. (...)

Das klare Bewußtsein eines gemeinschaftlichen Lebens, mit allem, was sich damit verbindet, kon­stituiert die Idee der Demokratie.

Nur wenn wir von einer Gemeinschaft als einer Tatsache ausgehen und die Tatsache im Denken erfassen, um ihre Bestandteile zu erklä­ren und zu verbessern, werden wir zu einer Idee der Demokratie kom­men, die nicht utopisch ist." [18]

Während also das Ideal den konkreten Handlungsgegenstand der Demokratie kennzeichnet, ist die Idee der Demokratie eher eine allgemeingültige Definition, wie eine demokratische Verfasstheit der Gesellschaft generell aussehen sollte. Diese Definition bzw. Vorstellung kann dann natürlich von der realen Demokratie erheblich abweichen. Die Deweysche Idee der Demokratie ist in ihrer möglichen realen Konstituierungi letztendlich in einer herrschaftsfreien und im Kern sozialistischen Gesellschaft anzusehen, auch wenn Deweys Ausführungen hierfür keinen direkten Hinweis liefern. An anderer Stelle wird aber insbesondere bei Deweys Forderung nach einem notwendigen herrschaftsfreien Diskurs deutlich, daß für die Realsierung seines demokratischen Gesellschaftsmodells kapitalistische Profitinteressen ausgeschaltet werden sollen.[19]

9. Das Ideal und die Idee der Demokratie als pragmatische Maxime

Das Ideal der Demokratie ist bei Dewey in Wirklichkeit kein Ideal im ideali­stischen Sinne.[20] Das Ideal ist eine Idee oder Erkenntnis darüber, wie Demo­kratie bereits existiert. Die Gesellschaft, wie sie existiert, ist jedoch nicht ausschließlich demokratisch, sondern hauptsächlich (neben anderen gesell­schaftspolitischen Nebenerscheinungen - wie aristokratisch, monarchistisch, anarchistisch -, die in früheren Jahrhunderten hauptsächlich waren) auch totalitär - und auch die Demokratie unserer Zeit in erfahrbaren und latenten Tendenzen! Warum?: Demokratie und Totalitarismus sind die großen Gesell­schaft bildende ,,Formate" des endenden 19. Jahrhunderts und vor allem des gesamten 20.Jahrhunderts. Beide ,,Formate" sind Reaktionen auf die sozialen Prozesse seit dem 16. Jahrhundert, Reaktionen auf den Zerfall der Kirche als Institution durch innere Selbstauflösung, Reformation, dann vor allem der neuzeitlichen Philosophie, Wissenschaft und Technik. Im 19. Jahrhundert (einschließlich der Französischen Revolution seit 1789) zeigten sich die ei­gentlichen sozialen Folgen, die zur demokratischen Lösung und, wenn diese versagt, zur totalitären (End-) Lösung drängten. Und damit die totalitäre Lösung vermieden werden kann, muß nach Dewey die Demokratie den Men­schen bewußt werden, zusammengefaßt als Ideal.

Zur Feststellung dieses Ideals braucht man zwei Forschungsrichtungen:

1. Erforschung der Demo­kratie und der weiterführenden demokratischen Tendenzen unserer Gesell­schaft, um diese Tendenzen und damit auch die bestehende Demokratie forcieren zu können;
2. Erforschung der totalitären Tendenzen unserer Ge­sellschaft, um diese Tendenzen zugunsten der demokratischen Freiheiten abschaffen zu können. Machen wir uns den Totalitarismus in unserer Gesell­schaft nicht bewußt, werden wir ihm erliegen. Daher leben wir zwar in einer demokratischen Gesellschaft, jedoch mit latent totalitären Gefahren - die in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich gefährlicher werden, weil in unse­rem Alltagsbewußtsein der Totalitarismus spätestens seit 1989 als überwun­den verstanden wird.

10. Demokratie und lokale Gemeinschaften

Für John Dewey ist der Begriff der Demokratie in der historischen Dimension eng verknüpft mit der Herausbildung "lokaler Gemeinschaften" und einer "lokalen Öffentlichkeit". Hierbei bezieht sich Dewey vor allem auf die Gründungsphase der USA, und im besonderen auf die "lokalen Gemeinschaften" der frühen Siedlergemeinschaften der Pionierzeit. Sie dienen Dewey gleichzeitig als Ausgangspunkt, um die Entwicklung der Demokratie und Öffentlichkeit in seiner Arbeit Die Öffentlichkeit und ihre Probleme [21] zu untersuchen.

In diesen Siedler-Gemeinschaften erzeugte eine unmittelbare und direkte Kommunikation zwischen allen Handlungsbeteiligten gemeinsame, lebendige Erfahrungs- und Handlungsprozesse. Diese "wahre" Öffentlichkeit wurde für Dewey daher durch diese lokalen Gemeinschaften hergestellt. Sie waren sich in ihrer Modifikation sehr ähnlich und veränderten sich kaum. Erst durch den technologischen Fortschritt, die neuen Verkehrswege und die Ballung der Bevölkerung in den neuen urbanen und industriellen Zentren veränderten sie sich jedoch grundlegend.[22]

Die urprüngliche unmittelbare Kommunikation und die lokalen Öffentlichkeiten wurden ersetzt durch eine nur noch mittelbare Kommunikation und Zerstörung der unmittelbaren und lokalen Gemeinschaften. Heraus bildeten sich "Große Gesellschaften" und eine "unfertige Öffentlichkeit". Die Kommunikation über die gemeinsamen Erfahrungs- und Handlungsprozesse ging durch die Segmentierung und Differenzierung der Gesellschaft (Herausbildung von Klassen und Schichten) wie auch durch die Herausbildung eines wissenschaftlichen und professionellen Spezialistentums verloren. Dies bewirkt gleichzeitig die Aneignung der urspünglich demokratischen Kommunikations-, Handlungs, und Erfahrungsprozesse durch Institutionen, Bürokratie, Verbände, Parteien, Medientrusts usw. und unterwarf sie ihren Interessen.

Gleichzeitig wurde der unmittelbare Begriff der Wahrheit, der gekoppelt war an die Kommunikations-, Erfahrungs- und Handlungsprozesse in den lokalen Gemeinschaften, ersetzt durch einen absoluten und ideologiebehafteten Wahrheitsbegriff eben dieser Institutionen und der politischen Organisationen. Gleichzeitig wurde die Wissenschaft ihren partikulären Interssen untergeordnet und hatte als segmentiertes System von Teildisziplinen keinen Bezug mehr zu den realen Erfahrungsprozessen der Menschen.

11. Zerstörung der lokalen Gemeinschaften und lokalen Öffentlichkeiten als Ergebnis eines historische-ökonomischen Prozeßes

Die historische Entstehung der realen Demokratie und ihrer Öffentlichkeit in den USA vollzog sich daher als Resultat der Wirkungen von Wissenschaft, Technik und Industrie seit dem 19. Jahrhundert. Dewey untersucht hierbei als historischen Ursprung der Demokratie das 16. bis 18.Jahrhundert als Übergangsphase. Es gab zwar schon Wissen­schaft und den Ethos des wissenschaftlichen Denkens und Handelns, aber erst im 19.Jahrhundert zeigen sich Technik und Industrie als Folgen der Wissenschaft zugleich als die Bestimmungsfaktoren des sozialen Lebens.

Es kommt, so Dewey, einer zu einer "neuen Ära der menschlichen Bezie­hungen" und zum "Maschinenzeitalter".[23] Das wichtigste Ergebnis für das Problem der Öffentlichkeit war aber wie oben schon angemerkt der Zerfall der "lokalen Gemeinschaften", ihr Verschwinden in die "Grosse Gesellschaft" und damit der Verlust der ur­sprünglichen Demokratie (Jefferson) durch Verlust der Öffentlichkeit der lokalen Gemeinschaften.[24] Damit änderte sich aber auch der Bezug der Bevölkerung zur Politik und zur Demokratie, wie sie sie noch vordem kennengelernt hatten. Denn nunmehr wurde das soziale Leben der amerikanischen Farmer und Kleinstädter nicht mehr maßgeblich durch Entscheidungen der lokalen Gemeinde vor Ort bestimmt, sondern war abhängig davon, welche Entscheidungen in den Zentren der industriellen Massengesellschaft wie Chicago, New York und Washington getroffen wurden. Zwar waren dem einzelnen durch die neuen Massenmedien, Presse und Rundfünk die Ereignisse im eigenen Land und in der Welt bewußt, nahm man die Grosse Gesellschaft wahr, doch das Leben der lokalen Gemeinde verlor die Beziehung zu dem, was die neuen Massenmedien für wichtig in ihrer Berichterstattung erachteten und zum Thema der gesellchaftlichen Diskussion machten. Das "zerstörte" die Öffentlichkeit (z.B.Desinteresse an Politik oder sinkende Wahlbeteiligung).

Das Problem der "Großen Gesellschaft" ist daher so Dewey, daß "sie zwar existiert, jedoch nicht integriert ist,"[25] also in unterschiedliche Interessenlagen und Öffentlichkeiten auseinanderläuft, die heterogener kaum sein können. Dewey: "Trotz der erreichten Integration [ also die der Großen Gesellschaft, (der Autor) ], oder vielleicht eher infolge ihrer Natur, scheint die Öffentlichkeit verlorengegangen zu sein; sie ist mit Sicherheit verwirrt".[26] Die Folgen sind für die Menschen äußerst schwerwiegend, denn sie sind kaum noch in der Lage Interessen zu bündeln, neue und gemeinsame Kommunikations- und Erfahrungsprozesse anzustoßeb, aus denen sie Handlungsalternativen und -ziele entwickeln können. Dewey spricht im Sinne der heutigen Öffentlichkeit denn auch von einer unfertigen Öffentlichkeit. Eine solche. "unfertige Öffentlichkeit kann sich nur organisieren, wenn die indirekten Folgen wahrgenommen werden, und wenn es gelingt Vertretungsinsatnzen zu entwerfen, die ihr Eintreten regulieren."[27] Und weiter heißt es bei Dewey: "Tausende fühlen, wie sie hohl geworden sind, auch wenn sie ihre Gefühle nicht artikulieren können. Die Verwirrung die aus dem Umfang und den Verzweigungen der sozialen Tätigkeiten resultierte, hat die Menschen hinsichtlich der Wirksamkeit politischen Handelns skeptisch gemacht. Wer kennt sich in diesen Dingen noch aus?"[28] Gleichzeitig ging hiermit eine Zerfaserung und Vervielfältigung der Öffentlichkeiten einher. Im Rahmen dieser Unübersichtlichkeiten verlor die "Maschinerie des demokratischen politischen Handelns"[29] für den einzelnen an Wert und Glaubwürdigkeit.

12. Die Herstellung einer Großen Gemeinschaft

Daher fordert Dewey: Es muß gelingen, die lokalen Gemein­schaften zu einer ,,Grossen Gemeinschaft" zu verbinden, um das Interesse an der Gesellschaft (die nun eine Grosse ist) wiederzubeleben und damit Öffentlichkeit neu zu entwickeln. John Dewey beschreibt denn auch die grundlegenden Veränderungen und macht deutlich inwieweit und unter welchen Bedingungen es zu einer Herstellung einer neuen Öffentlichkeit kommen kann: "Die Bedingungen haben sich geändert, aber jede Seite des Le­bens, von Religion und Erziehung bis hin zu Eigentum und Handel, zeigt, daß in den Ideen und Idealen nichts, was einer Transformation nahekommt, stattgefunden hat. Symbole kontrollieren das Fühlen und Denken und das neue Zeitalter hat keine seinen Tätigkeiten ent­sprechenden Symbole. Die intellektuellen Mittel zur Bildung einer organisierten Öffentlichkeit sind unangemessener als ihre äußeren Mittel. Die Bindungen, die Menschen im Handeln zusammenhalten, sind zahlreich, fest und subtil. Aber sie sind unsichtbar und nicht greifbar. Wir verfügen über physische Instrumente zur Kommunika­tion wie nie zuvor. Aber die ihnen angemessenen Gedanken und Sehnsüchte werden nicht kommuniziert und sind folglich auch nicht kommun. Ohne diese Kommunikation wird die Öffentlichkeit schat­tenhaft und formlos bleiben; krampfhaft nach sich selbst suchend, wird sie aber eher ihren Schatten fassen und festhalten als ihr Wesen. Solange die Große Gesellschaft nicht in die Große Gemeinschaft ver­wandelt ist, wird die Öffentlichkeit im Dunkeln bleiben. Allein Kom­munikation kann eine große Gemeinschaft erschaffen. Unser Babel ist keines der Sprachen, sondern eines der Zeichen und Symbole, ohne die gemeinsam geteilte Erfahrung unmöglich ist."[30]

13. Kommunikation, Demokratie und "wahre" Öffentlichkeit

Deweys Begriff der Öffentlichkeit ist daher eng gekoppelt mit dem Begriff des Ideals der Demokratie und der Kommunikation der handelnden Individuen untereinander. "Die Demokratie" ist so Dewey, "mehr als eine Regierungsform; sie ist in erster Linie eine Form des Zusammenlebens, der gemeinsamen und miteinander geteilten Erfahrung."[31] Und weiter heißt es bei Dewey: "Die Idee der Demokratie ist eine weitere und reichere Idee als daß sie selbst im besten Staat exemplifiziert werden kann. Um verwirklicht zu werden, muß sie alle Formen menschlicher Assoziation, die Familie, die Schule, Wirtschaft, Religion erfassen".[32]

Die Kommunikation im Rahmen dieser Öffentlichkeit beschränkt sich dabei nicht allein auf den Austausch von Informationen und einfachen Zeichen, sondern sie ist gleichzeitig handlungsorientiert, bezieht also die Herstellung von gemeinsamen Erfahrungs-, und Handlungsprozessen und die daraus resultierende Formulierung gemeinsamer Handlungsziele ein.

Das oberste Handlungsziel ist bei Dewey das Ideal der Demokratie. Diese Ideal der Demokratie ist wiederum eng verknüpft mit der Herstellung einer "wahren" Öffentlichkeit. Dies kann jedoch nur durch die konsensuale Vereinbarung von möglichen Handlungsplänen, -zielen und Entscheidungen der Gemeinschaft im Rahmen eines offenen und jedermann/frau zugänglichen (herrschaftsfreien) Diskurses erreicht werden. Weiterhin muß dieser Diskurs frei von Klassen- und Eigeninteressen sein. Voraussetzung für diesen Diskurs ist aber die uneingeschränkte Möglichkeit der unmittelbaren, also direkten und persönlichen Kommunikation aller Beteiligten (wie z. B. in den früheren "lokalen Gemeinschaften").[33] Im Rahmen dieser unmittelbaren Kommunikation bedarf es weiterhin einer moralischen Haltung zum einen in der Gruppe, die den Gemeinsinn jedes einzelnen wie auch der Gruppe fördert, und zum anderen einer Kommunikation zwischen den Gruppen, die zur Findung eines handlungsleitenden und zielorientierten Konsenses die Unterschiede ausklammert und das Gemeinsame sucht. Eine moralisch-sittliche Kommunikation auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Moralauffassung soll daher konsensuale Handlungsvereinbarungen ermöglichen helfen.[34] Insbesondere die Erziehung und Bildung sollen, so Dewey in seinem Werk Demokratie und Erziehung [35] dazu beitragen, daß jedes Individuum oder gesellschaftliche Gruppe in der Lage ist, mit den anderen Individuen und gesellschaftlichen Gruppen in der oben beschriebenen Art zu kommunizieren.[36] Zusammen mit William Heard Kilpatrick hat John Dewey bereits Ende der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts ein Konzept eines diesen Vorgaben folgenden Erziehungs- und Bildungssystems entwickelt.[37]

In der Praxis sollen durch das demokratische und/oder wissenschaftliche Experiment für die Gesellschaft und für das Subjekt wirksame Erkenntnisse durch gemeinsame Erfahrungen erworben werden. Die Wahrheit ist dann diejenige, die durch gemeinsame Erfahrungen hergestellt wird; was gemeinsam erfahren wird, daran kann man glauben.. Wahrheit ist also das, was in der Erfahrungswelt jederzeit experimentell über- und nachgeprüft werden kann, sie ist intersubjektiv, weil die Individuen gemeinsam erfahren. Sie hat daher keinen Absolutheitsanspruch, sondern kann jederzeit durch neue Experimente und Erfahrungen verändert werden. Ein Absolutheitsanspruch einer möglichen Wahrheit würde nach Dewey eine handlungsvereinbarende und konsensual ausgerichtete Kommunikation unmöglich machen und somit die Herstellung einer "wahren" Öffentlichkeit verhindern. Zusammenfassend geht es also in diesem Sinne um eine konsensuale Vereinbarung gemeinsamer Handlungsziele im Rahmen eines gemeinsamen Kommunikations-, Handlungs,- und Erfahrungsprozesses, der unter Berücksichtigung der bisherigen Meinungen, Überzeugungen und Erfahrungen der Individuen, alle Beteiligten und Gruppen in der Großen Gemeinschaft (und Wissensgemeinschaft) zusammenbringen und die "wahre" Öffentlichkeit herstellen soll.

14. Demokratischer Diskurs und Öffentlichkeit

Die Herstellung der Öffentlichkeit gelingt aber nicht durch Verbesserung der ,,demokratischen Maschinerie"[38] oder der ,,physischen Apparatur", die der modernen Demokratie mit Presse, Rundfünk, Telefon, Telegraphen (und heute dem Internet) zur Verfügung stehen. Das Problem besteht in der Suche nach Bedingungen, unter denen die Große Gesell­schaft eine Große Gemeinschaft werden kann. Ausgangspunkt der Überlegungen Deweys diese Suche erfolgreich gestalten zu können, sind die Möglichkeit und Notwendigkeit eines freien Diskurses aller gesellschaftlichen Akteure und Individuen: "Bei der Suche nach den Bedingungen, unter denen die heute noch unfertige Öffentlichkeit demokratisch funktionieten kann, können wir von einer Aussage über die Natur der demokratischen Idee in ihrem allgemeinen sozialen Sinn ausgehen. Vom Standpunkt des Individu­ums aus gesehen, besteht sie darin, nach Vermögen einen verantwortli­chen Beitrag zur Bildung und Lenkung der Tätigkeiten derjenigen Gruppen zu leisten, denen man angehört, und nach Bedarf an den Werten teilzuhaben, welche die Gruppen tragen. Vom Standpunkt der Gruppe erfordert sie die Befreiung der Potenzen der Gruppenmitglieder in Ein­klang mit ihren gemeinschaftlichen Interessen und Gütern. Da jedes Individuum mehreren Gruppen angehört, kann diese Bedingung nur dann erfüllt werden, wenn die verschiedenen Gruppen frei und umfas­send in Verbindung mit anderen Gruppen interagieren."[39]

Gleichzeitig sollen mittels eines wissenschaftlich methodischen Ansatzes, der die Erkenntnisse der Geistes- und Sozialwissenschaften zum Ausgangspunkt dieses Diskurses macht, die neuen lokalen Öffentlichkeiten gestärkt und in die Große Gemeinschaft integriert werden. Als offensichtliches Erfordernis und Voraussetzung hierfür sieht Dewey ausdrücklich die Freiheit der Sozialforschung und die ungehinderte Verbreitung ihrer Schlußfolgerungen.[40]

Ohne umfassende Publizität dieser Ergebnisse in bezug auf alle sie betreffenden Folgen, könne es nach Ansicht keine Öffentlichkeit im Sinne Deweys geben. Weiter formuliert Dewey: "Ohne die Freiheit der Meinungsäußerung können nicht einmal die Methoden zur Sozialforschung entwickelt werden. Denn Werkzeuge können nur in der Anwendung erzeugt und vervollkommnet werden: In der Beobachtung, Aufzeichnung und Organsiation wirklicher Gegenstände; und diese Anwendung kann nicht anders als durch freie und systematische Kommunikation erfolgen."[41]

Verbunden mit diesem methodischen Ansatz ist gleichzeitig ein interdisziplinärer Wissenschaftsanspruch, der die segmentierten Wissenschaftsdisziplinen wieder im Rahmen eines für alle Menschen nachvollziehbaren Handlungs- und Erfahrungszusammenhangs integrieren soll. Ausgangspunkt hierbei ist wieder die Kommunikation der Individuen im Rahmen des beschrieben Diskurses. Dewey macht insbesondere die "besitzende und gewinnsüchtige Klasse" dafür verantwortlich sei, daß die derzeitige "Wissenschaft eher auf die menschlichen Angelegenheiten als in ihnen" angewendet wird. Dewey: "Anwendung im Leben würde bedeuten, daß die Wissenschaft angegeignet und verbreitet würde; daß sie daß Werkzeug jenes gemeinsamen Verstehens und jener umfassenden Kommunikation wäre, welche die Vorbedingung für die Existenz einer wahren und wirksamen Öffentlichkeit darstellen".[42]

Ganz entscheidend ist daher für Dewey ebenso die Methode und Art der Verbreitung der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Dewey sieht sehr wohl, daß die Konrolle des politischen Verhaltens der Menschen durch die herrschenden Machteliten über die Kontrolle der Meinungen führt: "Solange die Profitinteressen mächtig sind, und keine Öffentlichkeit sich selbst gefunden und erkannt habe, werden die Träger dieser Interessen ungehindert danach streben, die Triebfedern des politischen Handelns, in allem, was diese beeinflussen kann, zu manipulieren." Dewey kann seiner eigenen Einsicht nur wenig entgegensetzen, außer die Hoffnung, daß "die Sammlung und Aufzeichnung von Neuigkeiten etwas ganz anderes wäre, wenn die wirklichen Interessen der Berichterstatter freier Lauf gelassen würde."[43] Für ihn ist dies über eine packende und spannende Präsentation über entsprechende Medien zu lösen. Dazu muß die Wissensgemeinschaft eine Kunst zur Verbreitung des Wissens entwickeln, dies bedeute, um alle verfügbaren Ressourcen hierfür nutzbar machen zu können, einen schöpferischen und kreativen Prozeß anzustoßen, der alle gesellschaftlichen und institutionellen Ebenen berührt.[44]

Fast pathetisch wird Dewey, wenn er schreibt: "Wir haben die Bedingungen nur leicht und flüchtig berührt, welche erfüllt sein müssen, wenn die Große Gesellschaft eine Große Gemein­schaft werden soll; eine Gesellschaft, in der die sich immer weiter aus­dehnenden und kompliziert verzweigenden Folgen assoziierter Tätigkeiten im vollen Sinne dieses Wortes bekannt sein sollen, so daß eine organisierte, artikulierte Öffentlichkeit entsteht. Die höchste und allerschwierigste Form der Untersuchung und eine subtile, empfind­same, lebendige und empfängliche Kunst der Kommunikation müs­sen von der physischen Apparatur der Übertragung und Verbreitung Besitz ergreifen und ihr Leben einhauchen. Wenn das Maschinenzeit­alter seine Maschinerie auf diese Weise vervollkommnet, wird sie ein Mittel des Lebens und nicht sein despotischer Gebieter sein. Die De­mokratie wird dann zeigen, was in ihr steckt, denn Demokratie ist ein Name für ein Leben in freier und bereichernder Kommunion. Sie hat­te ihren Seher in Walt Whitman. Sie wird ihre Erfüllung finden, wenn die freie Sozialforschung unauflöslich mit der Kunst unumschränkter und ergreifender Kommunikation vermählt ist."[45]

15. Deweys Öffentlichkeitsbegriff in der Zusammenfassung

Die bisherigen Ausführungen zu Deweys Öffentlichkeitsbegriff lassen sich in dem folgenden Schema zusammenfassen:

1. "lokale Gemeinschaften" - "lokale Öffentlichkeit"

Die urprünglichen "lokalen Gemeinschaften" der amerikanischen Siedler dienen Dewey als Ausgangspunkt für Demokratie und Öffentlichkeit. Die unmittelbare und direkte Kommunikation zwischen allen Handlungsbeteiligten erzeugt gemeinsame, lebendige Erfahrungs- und Handlungsprozesse. Auflösung dieser lokalen Gemeinschaften durch Ballung der Bevölkerung in den Städten und der Entwicklung des Kapitalismus in den USA sowie den damit verbundenen technologischen und wissenschaftlichen Errungenschaften. Es enstehen:

2. "Große Gesellschaften" - "unfertige Öffentlichkeit"

Nur noch mittelbare Kommunikation und Zerstörung der unmittelbaren und lokalen Gemeinschaften. Die Kommunikation über die gemeinsamen Erfahrungs- und Handlungsprozesse geht durch die Segmentierung und Differenzierung der Gesellschaft (Herausbildung von Klassen und Schichten) wie auch durch die Herausbildung eines wissenschaftlichen und professionellen Spezialistentums verloren. Dies bewirkt gleichzeitig die Aneignung der urspünglich demokratischen Kommunikations-, Handlungs-, und Erfahrungsprozesse durch Institutionen, Bürokratie, Verbände, Parteien, Medientrusts usw. und unterwirft sie ihren Interessen.

Gleichzeitig wird der unmittelbare Begriff der Wahrheit, der gekoppelt war an die Kommunikations-, Erfahrungs- und Handlungsprozesse in den lokalen Gemeinschaften, ersetzt durch einen absolutistischen und ideologiebehafteten Wahrheitsbegriff eben dieser Institutionen und der politischen Organisationen.

Die Wissenschaft wird ihren partikulären Interssen untergeordnet und hat als segmentiertes System von Teildisziplinen keinen Bezug mehr zu den realen Erfahrungsprozessen der Menschen. Daher als Forderung John Deweys:

3. Herstellung einer neuen "Großen Gemeinschaft" im Sinne einer Wissensgemeinschaft und Schaffung einer diskursiven, demokratischen und "wahren" Öffentlichkeit, die sich die Errungenschaften der modernen Geistes- und Sozialwissenschaften für die demokratische Erziehung und Bildung der Menschen zu nutze macht, wie auch für das Funktionieren der Gesellschaft und der Demokratie insgesamt. Versteht man Dewey richtig, so impliziert die von ihm angelegte Vorstellung eines herrschaftsfreien Diskurses letztendlich eine herrschaftsfreie, im Kern sozialistische Gesellschaft, obwohl John Dewey diesen Begriff nirgends verwendet.

[...]


[1] Deutsche Ausgabe: Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996

[2] "Dewey, John,"Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2000. © 1993-1999 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

[3] "Peirce, Charles Sanders,"Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2000. © 1993-1999 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

[4] Krüger, Hans-Peter; Bildung, Moral und Untersuchung - John Dewey in der Diskussion in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie. Bd. 1, 1999 unter: http://www.akademie-verlag.de/journals/2249/schwerpk/s1-1999.html

[5] Nye, R. B. / Morpurgo, J. E.; Geschichte der USA. München, 1964, S. 583

[6] Vergl.: Jacoby, Günther; Neue Bahnen in der Wissenschaftslehre des Auslands. Leipzig 1909.

[7] Nye, R. B. / Morpurgo, J. E.; Geschichte der USA. München, 1964, S. 667

[8] ebd. S. 669ff.

[9] Nye, R. B. / Morpurgo, J. E.; Geschichte der USA. München, 1964, S. 667f.

[10] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996, S. 47

[11] ebd. S. 53

[12] ebd. S. 75 u. 77

[13] ebd. S. 156

[14] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996

[15] ebd. S. 76

[16] Dieser Text-Abschnitt bezieht sich teilweise auf Ausführungen und Gedanken von Dr. Steffen Schlüter von der Humboldt-Universität Berlin, die er mir anläßlich eines Briefwechsels mit ihm dankenswerterweise zukommen ließ.

[17] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996, S. 142f.

[18] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996, S. 129

[19] ebd. S. 154

[20] Dieser Text-Abschnitt bezieht sich ebenfalls teilweise auf die bereits erwähnte Korrespondenz mit Dr. Steffen Schlüter.

[21] In den USA erschien die englischsprachige Originalausgabe bereits 1927. Das Buch war eine Zusammenfassung mehrerer Vorlesungen, die Dewey im Jahre 1926 gehalten hatte. 1947 wurde The Public and Its Problems mit einem aktualisierten Nachwort von John Dewey neu herausgegeben.

[22] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996, S. 100f.

[23] ebd. S. 112 u. 123

[24] ebd. S. 112 ff.

[25] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996, S. 113

[26] ebd. S. 105

[27] ebd. S. 116

[28] ebd. S. 119

[29] ebd. S. 120

[30] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996, S. 114

[31] Oelkers, Jürgen (Hrsg.): John Dewey - Demokratie und Erziehung. Weinheim und Basel, 2000, S. 121

[32] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996, S. 125

[33] ebd. S. 128 u. 142

[34] Dewey, John: Mensch oder Masse. Wien, München, 1956, S. 189f.

[35] Oelkers, Jürgen (Hrsg.): John Dewey - Demokratie und Erziehung. Weinheim und Basel, 2000

[36] Erziehung ist in diesem Sinne bei Dewey die Sozialisierung und Habitualisierung des Individuums im Rahmen einer prozeßhaften, also lebenslangen, gemeinschaftsstiftenden, erfahrungsorientierten und handlungsgeleiteten Kommunikation. Der wichtigste Baustein hierfür ist nach Deweys Ansicht das Erziehungs- und Bildungssystem. Um relativ früh diesen Prozeß in gesellschaftlich nützliche Bahnen zu lenken, kommt in diesem Sinne für Dewey neben der Familie insbesondere der Schule eine wichtige Aufgabe zu.

[37] Dewey, John; Kilpatrick, William Heard: Der Projekt-Plan - Grundlegung und Praxis. Weimar, 1935

[38] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996, S. 127

[39] ebd. S. 128

[40] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996, S. 142

[41] ebd. S. 142f.

[42] ebd. S. 148

[43] ebd. S. 154

[44] Dewey, John; Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Bodenheim, 1996, S. 154

[45] ebd. S. 155

23 von 23 Seiten

Details

Titel
Der Begriff der "Öffentlichkeit" bei John Dewey
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Veranstaltung
Seminar "Theorien der Öffentlichkeit"
Autor
Jahr
2001
Seiten
23
Katalognummer
V107966
ISBN (Buch)
9783656209232
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Begriff, John, Dewey, Seminar, Theorien
Arbeit zitieren
Jörg Pepmeyer (Autor), 2001, Der Begriff der "Öffentlichkeit" bei John Dewey, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107966

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