Die Idee vom befreiten Sex. Der Wandel des Diskurses über die Sexualität am Beispiel von Rick Moodys der Eissturm


Seminararbeit, 2003
23 Seiten, Note: 1,0

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Inhalt

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Der Diskurs über die Sexualität
2. Die sexuelle Befreiung in Rick Moodys der Eissturm
2.1 Der Wandel des Diskurses
2.2 Sexualität und Ökonomie
2.3 Die gesellschaftliche Ausgrenzung und das Strafen

III. Schluss

I. Einleitung

Die sexuelle Revolution der 70er Jahre hat mehr versprochen, als sie halten konnte. Der ehemals sorgfältig eingeschlossene Sex wurde öffentlich zur Schau gestellt: Jeder hatte es mit jedem zu „treiben“, jeder musste offen und liberal mit seinem Sexleben umgehen. Die vermeintliche Befreiung führte jedoch zu Enttäuschungen und Frust und schuf neue Zwänge, neue Ab- und Ausgrenzungen innerhalb der Gesellschaft.

Michel Foucault hat mit dem ersten Band Sexualität und Wahrheit seiner Trilogie der Wille zum Wissen viel zum Verständnis der Vorgänge in dieser Zeit beigetragen. Foucault hat sich intensiv mit dem Wesen der Sexualität in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt und wendet sich dabei gegen die Behauptung von der Repression des Sexes, die uns in unserer Freiheit vermeintlich beschränkte; Foucault entlarvt die Repressionshypothese als eine Idee. Eine Idee, derer sich die Macht des Sexualitätsdispositivs bedient, indem sie ihr Netz von Dis-kursen über der Gesellschaft auswirft, um sich auszuweiten, um soziale Kontrolle auszuüben.

Fast beispielhaft für Foucaults Thesen entfaltet Rick Moody seinen literarischen Diskurs über sexuelle Befreiung in seinem Roman der Eissturm. Sein auf die 70er Jahre zurückblickender, fiktiver Bericht der Ereignisse in dem Städtchen New Canaan erzählt von einer kleinen Gesellschaft, über welche die Wogen der sexuellen Revolution mit einer verheerenden Wirkung hereinbricht. Er malt dabei eine düsteres Bild von sozialer Entfremdung und Einsamkeit, deren Heilungsversprechen aus dem Horn des Diskurses über eine befreite und ungezwungenen Sexualität schallt.

Die vermeintliche Freiheit ist von Zwängen durchzogen, die Lust und Begehren erzeugen, steuern und zerstreuen. Der Wandel, eingeleitet durch neue Formen des Diskurses, lösen bei allen Beteiligten große Verwirrung aus. Moody deckt das menschliche Handeln als diskursbestimmt auf. Der Mensch als handelndes Subjekt innerhalb von Dispositiven, aus dessen Zwängen er sich kaum zu befreien vermag.

Im Folgenden ist es aufgrund der Vielfalt nicht möglich alle Aspekte und Motive von Moodys Roman zu untersuchen. Ich beschränke mich daher auf die Figuren Elena und Benjamin sowie Wendy. Bei ersteren wird vor allem der Wandel des Diskurses über die Sexualität im Mittelpunkt stehen und dessen gesellschaftlichen und individuellen Auswirkungen. Bei Wendy wird es bei meiner Analyse um ihre Konventionsverstöße und das Strafen gehen. Paul im Sog der Dynamik seiner Altersgruppe und mit seinen pubertären Problemen ist mit Sicherheit auch ein interessanter Gegenstand, der nähere Beleuchtung verdient, dies kann im Rahmen dieser Arbeit jedoch noch nicht geleistet werden.

II. Hauptteil

1. Der Diskurs über die Sexualität

Die Repression des Sexes hat laut Foucault etwas eigentümliches, eine hinkende Logik. Sex als etwas das zu verschweigen ist, das nicht Existente, über das es schon gar nichts zu reden gibt. Die abendländische Gesellschaft beharrte lange Zeit mit Inbrunst auf der Unterdrückung des Sexes und redet dabei über nichts anderes als über diesen. Foucault wendet sich in seinem Band Sexualität und Wahrheit gegen diese Repressionshypothese und spricht daher nur von einer Idee des unterdrückten Sexes.

Dieser Idee ist das Potential der Befreiung immanent. Daraus folgt, dass erst durch die Idee der Repression der Diskurs[1] über den Sex entstehen konnte, gespeist aus dem Willen zum Wissen, der sowohl Grundlage wie Instrument der diskursiven Produktion bildet. Foucault geht es darum, das Regime von Macht-Wissen-Lust in seinem Funktionieren und in seinen Gründen zu bestimmen, das unserem Diskurs über die menschliche Sexualität unterliegt (Foucault, S. 21). Stefan Neuhaus bemerkt hierzu in seiner Abhandlung über die Sexualität im Diskurs der Literatur sehr treffend:

Die Diskursivierung der Sexualität stellt das große Problem dar, weil sie eine natürliche menschliche Tätigkeit ein Vielfaches der ihr zukommenden Bedeutung zuschreibt und sie in ein Netz von Machtbeziehungen einspannt.[2]

Mit dem Einschluss der Sexualität (Foucault, S. 34) im 17. Jahrhundert entfalten sich der Diskurse über sie. Man hat vor allem den Diskurs an den Sex angeschlossen und zwar Vermöge eines komplexen und vielfältigen Dispositivs (Foucault, S. 34 f.). Um den Sex herum entsteht eine eigene Ökonomie, ein ganzer Apparat zur Produktion von Diskursen, dessen Machtmechanismen politisch, ökonomisch und technisch Anreiz zum Diskurs bieten. Foucault erkennt das Verhältnis von Macht zu Sex als eines, das auf Technologieformen und nicht auf Repression beruht. Es herrscht also kein Schweigegebot sondern ein neues Regime der Diskurse (Foucault, S. 40), das institutionalisiert wird und in dem der Mensch zum Gegenstand der Wissenschaft – vor allem der Medizin – gemacht wird. Der abendländische Mensch wird zum Objekt eines Diskurses, dessen Produzent er gleichzeitig ist. Sex bewirkt einen allgemeinen diskursiven Erethismus und erhält dabei die Rolle des beunruhigenden Geheimnisses.

Zeitlich folgt die Einpflanzung von Perversionen: die Heraushebung einer spezifischen Dimension der Widernatur (Foucault, S. 53). Aller Sex der nicht der Fortpflanzung dient, gilt als pervers und behandlungsbedürftig. Sexualität wird heterogenisiert und eine Medizin der sexuellen Abweichungen entfaltet sich. Durch den Diskurs entfaltet sich Macht, die sich ausbreitet, die versinnlicht wird und an Lust gewinnt. Sie bezieht Anstoß aus ihrer eigenen Entfaltung: Die Lust verstreut sich über eben die Macht, von der sie gehetzt wird; die Macht verankert die Lust, die sie aufgescheucht hat (Foucault, S. 60).

Foucault spricht von einem Doppelimpulsmechanismus: Lust und Macht. [...] Macht, die sich von der Lust, der sie nachstellt, überwältigen lässt; und ihr gegenüber eine Macht, die ihre Bestätigung in der Lust, sich zu zeigen, einen Skandal auszulösen oder Widerstand zu leisten, findet (Foucault, S. 61). Macht und Lust halten sich gegenseitig am Leben. Die Macht tritt dabei als Subjekt der Lust, des Begehrens in Erscheinung.

Über den Diskurs wird Wissen produziert, das dem Diskurs dienlich ist.

Der Macht-Wissens-Komplex [...] durchdringt nicht nur den Körper, sondern bringt ihn als einen Körper des Wissens hervor, in den die Seele (= das Subjekt) eingekerkert ist. Der Körper ist aus diskurstheoretischer Sicht die Materialisierung des Wissens, das die Wahrheit über den Körper nicht nur erpresst, sondern – quasi natürlich – hervorbringt.[3]

Die entstehende scentia sexualis als Ort der Wissensproduktion ist weniger der Wahrheit verpflichtet als vielmehr den Ordnungsmächten untergeordnet. Ihre Unfähigkeit vom Sex zu reden, lässt sie dessen Abarten unter dem Deckmantel der Wahrheitsproduktion thematisieren: Der Sex [ist] zum Einsatz im Wahrheitsspiel geworden (Foucault, S. 64). Dadurch nimmt die Freiheit die Form eines Drangs nach Wissen an. Im Sinne Foucaults ist die wissenschaftliche Thematisierung der Sexualität Bestandteil der Ordnung des Wissens. Daher ist es rein theoretisch nicht möglich, einen solchen Diskurs objektiv zu analysieren, da jeder automatisch schon Subjekt dessen ist.

Foucault nimmt an, dass die Diskursivierung des Sexes und die Ausstreuung und Verstärkung sexueller Disparitäten Teile ein und desselben Dispositivs sind, dessen zentrales Element das Geständnis bildet (Foucault, S. 79).

Wir gehören [...] zu einer Gesellschaft, die das schwierige Wissen vom Sex nicht in der Weitergabe des Geheimnisses [wie in der ars erotica] geordnet, sondern es um den langsamen Anstieg der Vertraulichkeit [durch Geständnisse wie in der scentia sexualis ] organisiert hat. (Foucault, S. 81)

Das Geständnis bringt eine eigene Ökonomie des Diskurses hervor, welche die Techniken der Wissensproduktion bestimmt.

Foucault spezifiziert daraus zwei Prozesse, die sich regressiv zueinander verhalten:

Wir fordern den Sex auf, seine Wahrheit zu sagen (aber weil er das Geheimnis ist, das sich selbst entgeht, halten wir uns damit zurück, die endlich aufgeklärte, die endlich entzifferte Wahrheit seiner Wahrheit zu sagen), oder vielmehr die Wahrheit, die tief unter jener Wahrheit unser selbst vergraben liegt, die wir im unmittelbaren Bewusstsein zu haben vermeinen. Wir sagen ihm seine Wahrheit, indem wir entziffern, was er uns von sich sagt; er sagt uns die unsere, indem er befreit, was sich davon entzieht. (Foucault, S. 89)

Daraus folgert Foucault, dass die moderne Gesellschaft den Sex nicht unterdrückt hat: Sie hat im Gegenteil einen ganzen Apparat in Gang gebracht, um wahre Diskurse über ihn zu produzieren (Foucault, S. 88).

Das, was sich hinter diesen Mechanismen verbirgt, bezeichnet Foucault als Dispositiv der Sexualität.[4] Foucault spricht daher vom Gesellschaftsemblem des sprechenden Sexes, dessen Wirkungskreis in der Regel unsichtbar bleibt. Der Sex dient dazu, jedem Individuum die Wahrheit über sich selbst zu sagen. Der Sex rückt dabei in das Zentrum einer ungeheuren Nachfrage nach Wissen. Einer doppelten Nachfrage, weil wir wissen sollen, was mit ihm los ist, während er verdächtigt wird zu wissen, was mit uns los ist (Foucault, S. 98). Die Logik des Sexes regiert das Individuum in der Gesellschaft und bildet dadurch eine Art Universalschlüssel zum individuellen Selbst. Der Sex wird zum Grund für alles (Foucault, S. 99) gemacht. Um eine Analyse eines solchen Diskurses vornehmen zu können, bedarf es der Offenlegung des Diskontinuierlichen.

Wissen über Sex analysiert Foucault nicht in den Begriffen der Repression sondern in denen der Macht[5]. Das Machtverhältnis ist immer schon da, wo das Begehren ist (Foucault, S. 101). In der Analytik der Macht stellt Foucault fest, dass zwischen der Repression der Triebe und dem Gesetz des Begehrens unterschieden werden muss. Beide eint jedoch die...

... Repräsentation der Macht, die je nach dem Gebrauch, den man von ihr macht, und nach der Stellung, die man ihr in Bezug auf das Begehren zuweist, zu zwei entgegengesetzten Folgerungen führt: entweder zum Versprechen einer Befreiung [...] oder [...] zur affirmativen Behauptung: ihr seid ja immer schon in der Falle. (Foucault, S. 104)

Foucault beschreibt folgende Hauptmerkmale: Das Verhältnis von Macht und Sex ist generell ein negatives; das Gesetz des Sexes wird von der Macht diktiert; zum Sex verhält sich die Macht nur, indem sie ein Sperrgesetz über ihn verhängt (Foucault, S. 104): Das paradoxe daran ist, dass der Sex unter Androhung der Ausrottung sich selbst entsagen soll; die Logik der Zensur liegt in der Form der Untersagung; und alle Ebenen des Sexes sind von der Macht in gleichem Maße durchzogen.

Daraus resultiert eine etwas eigenartige anmutende Logik: Die Macht vermag nichts, als dafür zu sorgen, dass die von ihr Unterworfenen nichts vermögen, außer dem, was die Macht sie tun lässt (Foucault, S. 106). Voraussetzung für das Funktionieren ist, dass ihre Mechanismen verborgen bleiben. Reine Schranke der Freiheit – das ist in unserer Gesellschaft die Form, in der sich die Macht akzeptabel macht (Foucault, S. 107). Die Macht ist daher sowohl als juridisch wie auch als diskursiv zu verstehen.

Nach Foucault ist die Macht allgegenwärtig. Was aber nur gelingen kann, indem die macht-internen Kräfteverhältnisse aufgrund ihrer Ungleichheit unablässig Machtzustände erzeugen, die immer lokal und instabil sind. [...] Die Macht ist ein Name, den man einer komplexen strategischen Situation in einer Gesellschaft gibt. Die Macht hat unendlich viele Ausgangspunkte und sie vollzieht sich im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen (Foucault, S. 114). Macht wirkt hervorbringend und ist keine souverän ausgeübte sondern kommt von unten. Die vielfältigen Kräfteverhältnisse dienen als Basis für weitreichende und den gesamten Gesellschaftskörper durchlaufende Spaltungen. Diese bilden dann eine große Kraftlinie, die die lokalen Konfrontationen durchkreuzt und verbindet (Foucault, S. 115).

Machtbeziehungen sind nach Foucault zum einen intentional zum anderen aber auch nicht-subjektiv. Sie definieren sich durch ein Kalkül, das nicht zwingend eines Urhebers bedarf.

Die Rationalität der Macht ist die Rationalität der Taktiken, die sich in ihrem beschränkten Bereich häufig unverblümt zu erkennen geben – lokaler Zynismus der Macht –, die sich miteinander verketten, einander gegenseitig hervorrufen und ausbreiten, anderswo ihre Stütze und Bedingung finden und schließlich zu Gesamtdispositiven führen. (Foucault, S. 116)

Der Macht ist der Widerstand bereits immanent. Er bildet eine Notwendigkeit dieser. Die Macht kann nur wirken, wenn sie eine Zielscheibe hat. Widerstand ist der Antagonist ohne dessen Gegengewicht die Macht zusammenbrechen würde. Dabei sind jedoch niemals die Individuen Zielscheibe der Macht, sie fungieren immer nur als Verbindungselemente. Durch die Materialisierung des Wissens im Körper bildet dieser den Ort des Widerstandes. Der Körper ist also sowohl Ort der Macht wie des Wiederstand. Der Regelkreis aus Macht und Widerstand dient der Hervorbringung neuer Kenntnisse, wodurch zum einen die Machtverhältnisse und zum anderen die Kräfteverhältnisse der Macht vervielfältigt werden.

Häufiger als die großen Brüche sind die ...

... mobilen und transitorischen Widerstandspunkte [...], die sich als verschiebende Spaltung in eine Gesellschaft einführen, Einheiten zerbrechen und Umgruppierungen hervorrufen, die Individuen selber durchkreuzen, zerschneiden und umgestalten, in ihrem Körper und in ihrer Seele abgeschlossene Bezirke abstecken. (Foucault, S. 117 f.)

Daraus resultiert, dass der Wissensbereich Sexualität nur auf dem Sockel von Machtbeziehungen errichtet werden konnte. Dazu kommt, dass Foucault in den Beziehungen des Macht-Wissens keine Verteilungsformen sondern Transformationsmatrizen sieht (Foucault, S. 120). Der Mechanismus beruht auf einem zweiseitigen Bedingungsverhältnis: Er ist nicht nur in eine Gesamtstrategie eingebettet, sondern hat darin auch seine festen Träger und Ankerpunkte. Entscheidend ist, dass die Welt des Diskurses als eine Vielfältigkeit von diskursiven Elementen zu verstehen ist, die miteinander verkettet und ineinander verschlungen sind;

ein komplexes wechselhaftes Spiel, in dem der Diskurs gleichzeitig Machtinstrument und –effekt sein kann, aber auch Hindernis, Gegenlager, Widerstandspunkt und Ausgangspunkt für eine entgegengesetzte Strategie. Der Diskurs befördert und produziert Macht; er verstärkt sie, aber er unterminiert sie auch, er setzt sie aufs Spiel, macht sie zerbrechlich und aufhaltsam. (Foucault, S. 122)

Foucault stellt die Sexualität als einen besonders dichten Durchgangspunkt für die Machtbeziehungen dar. Sie gehört zu den vielseitigsten einsetzbaren Elementen (Foucault, S. 125). Sexualität ist bei Foucault der Name für ein geschichtliches Dispositiv. Er spinnt aus ihr ein Oberflächennetz mit vielfachen Verkettungen: Stimulierung der Körper, Intensivierung der Lüste, Anreizung zu Diskursen, die Formierung der Erkenntnisse, die Verstärkung der Kontrollen und der Widerstände in einigen großen Wissens- und Machtstrategien (Foucault, S. 128). Daher bringen Sexualbeziehungen in jeder Gesellschaft Allianzdispositive hervor, die sie jedoch im Laufe der Zeit zunehmend überlagert, da diese an ökonomischer und politischer Bedeutung verlieren.

Das Sexualdispositiv hat zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Ökonomie.[6]

Das Sexualitätsdispositiv hat seine Daseinsberechtigung nicht darin, dass es sich reproduzieren, sondern darin, dass es die Körper immer detaillierter vermehrt, erneuert, zusammenschließt, erfindet, durchdringt und dass es die Bevölkerung immer globaler kontrolliert. (Foucault, S. 129)

Die Familie ist als Keimzelle der Sexualität zu verstehen.

Die Familie ist Umschlagplatz zwischen Sexualität und Allianz: sie führt das Gesetz und die Dimension des Juridischen in das Sexualitätsdispositiv ein und transportiert umgekehrt die Ökonomie der Lust und Intensität der Empfindungen in das Allianzregime. (Foucault, S. 131)

Die Eltern werden zu den Hauptagenten des Sexualdispositivs gemacht. Die Familie ist der Kristall im Sexualitätsdispositiv: Sie scheint eine Sexualität zu verbreiten, die sie in Wirklichkeit reflektiert und bricht. (Foucault, S. 134)

Foucault stellt aufgrund dieses Gedankengangs die Vermutung an, dass es nie ein Zeitalter der sexuellen Repression (Foucault, S. 147) gegeben hat. Vielmehr wurden Techniken der Maximalisierung des Lebens auf den Plan gerufen, wie die Intensivierung des Körpers, eine Problematisierung der Gesundheit und ihrer Funktionsbedingungen. [...] Hier wurde in erster Instanz das Sexualitätsdispositiv als neue Verteilung der Lüste, der Diskurse, der Wahrheiten und der Mächte etabliert. (Foucault, S. 148 f.) Die Gesellschaft hat ihren Körper freiwillig dem Sex gleichgestellt oder zumindest untergeordnet, indem es dem Sex eine geheimnisvolle und unbegrenzte Macht über jenen zusprach. Der Sex wird als Teil des Körpers angenommen, der der Sorge bedarf. Foucault spricht daher von der Selbstsexualisierung des Körpers. (Foucault, S. 149)

Die Psychoanalyse ordnet Foucault in das Sexualitätsdispositiv ein als Theorie der wesenhaften Zusammengehörigkeit von Gesetz und Begehren und als eine Technik zur Beseitigung der pathologischen Auswirkungen der Gesetzesstrenge. (Foucault, S. 155) Das Sexualitätsdispositiv kann insofern als Archäologie der Psychoanalyse gelten, als sie eine Bindung der Sexualität an das Allianzsystem, eine Gegenposition zur Theorie der Entartung und Differenzierungselement darstellt. Mit ihr wird das Gebot der Wahrheit an die Infragestellung des Verbotes gebunden. (Foucault, S. 156)

2. Die sexuelle Befreiung in Rick Moodys der Eissturm

Wie schon angemerkt, werden dei Individuen einer Gesellschaft von Diskursen bestimmt, dessen Macht sich durch vielfältige Dispositive entfaltet. Innerhalb dieser Diskurse nehmen die Autoren laut Stefan Neuhaus einen besonderen Platz ein. Sie bilden Knotenpunkte und ermöglichen es, virtuell aus dem Diskurs herauszutreten. Der Erkenntnisgewinn bildet damit ein zentrales Moment im Literarischen. Bei Foucault nimmt daher der Diskurs die Stellung Gottes ein. In der Erzählung der Eissturm wird der Erzähler mit Gott gleichgesetzt: Diese Übereinstimmung [...] zwischen mir, dem Erzähler dieser Geschichte, dem Erdenker all dieser Bewusstseine der Vergangenheit, und Gott (Moody, S. 238). Moody führt den Rezipienten durch seine fiktionale Erzählung aus dem gesellschaftlichen Sexualitätsdispositiv heraus, so dass es dieser es von außen betrachten kann. Er deckt dabei die Macht auf, die der Diskurs mittels Wissensproduktion entfaltet.

2.1 Der Wandel des Diskurses

Im Mittelpunkt der Erzählung der Eissturm stehen die Hoods. Die vierköpfige Familie aus der Kleinstadt New Canaan ist parallelisiert durch die Comic-Helden Die Fantastischen Vier, der Lieblings-Comic des Sohns Paul. Das Leben der Hoods folgt den Verwicklungen dieser Figuren, als hätte Stan selbst die Fäden gezogen. (Moody, S. 94) In beiden Erzählungen bilden Beziehungen, Politik und Macht ein dichtes Geflecht, in dem sich die vier Hauptfiguren einander entfremden. Paul muss feststellen, dass es von der Comic-Reihe keine Neuauflage mehr geben wird, was als Vorbote der Auflösung seiner Familie aufzufassen ist: Elena will am Ende die Scheidung.

Die Eheprobleme der Richards im Comic spiegeln die der Hoods wieder. Benjamin betrügt Elena mit der Nachbarin Janey, und Elena hat sich eine Märchenwelt aufgebaut, in der sie nach irgendwelchen Ratschlägen von Modetherapeuten (Moody, S. 85) lebt. Sie betrog Benjamin mit seiner verlorenen Jugend (Moody, S. 90). Die Untreue als zentrales Motiv taucht auch in Form der Watergat-Affäre Nixons auf. Sieh dich doch um. So sind die Verhältnisse. Die Leute sind eben untreu. Die Regierung ist untreu. Die ganze Welt ist untreu. [...] Nichts ist so, wie wir meinen. Alles ist verwässert. Und Spaß macht mir das Ganze überhaupt nicht mehr, das kann ich dir sagen (Moody, S. 85). Untreue ist in Mode gekommen. Die Betrügereien spiegeln den Verlust von Vertrauen und Geborgenheit wieder, eine tiefe Verunsicherung hervorgerufen von Veränderungen, die keiner so recht einzuordnen weiß. So wie sich Nixon in der Affäre als Opfer einer Verschwörung wähnt, tut dies Elena in Bezug auf Bens Verhältnis mit Janey. Konsequenz des Misstrauens ist, dass sich die Menschen einander entfremden und vereinsamen: Ich sage nur, dass Einsamkeit die Sphärenmusik in dieser Gegend hier ist (Moody, S. 86).

In der kleinen Stadt New Canaan hält die „sexuelle Revolution“ Einzug. Die Befreiung des Sexes verspricht den „Revolutionsteilnehmern“ einen Ausweg aus ihrer Isolation und ihrer Einsamkeit. Benjamin Hood als Innbegriff des Versagers ist vollkommen „out“ und noch dazu „Meister der Verdrängung“. Er blamiert sich aufgrund seiner Kleidung, in seinem Job wird er von einem Jüngeren überholt und sogar sein Verhältnis lässt ihn sitzen. Es war ein langwieriger, langsamer, sich steigernder Prozess der Isolierung (Moody, S. 139). Die Teilnahme an den neuen sexuellen Umgangsformen verspricht Zugehörigkeit und das Ende der Einsamkeit.

Das Spiel der „freien Liebe“ hält erst sehr spät Einzug in dem idyllischen New Canaan.

Von der Schlüsselparty gehört hatte man in New Canaan schon lange bevor die erste veranstaltet wurde. Ortsansässige Ehepaare sehnten Schlüsselpartys herbei, wie ein aufgeweckter Junge, der schon über Lexikondefinition von Masturbation gebrütet hat, den Tag herbeisehnt, an dem er sie auch versteht. (Moody, S. 128 f.)

Durch den vorangegangenen Diskurs werden in der Gesellschaft Neugierde und Sehnsüchte nach der Teilnahme an einer solchen Party geweckt. Der Diskurs weckt ein Form mimetischen Begehrens. Die Party soll der Schlüssel zur neuen Freiheit sein. Doch ihr Verlauf legt sehr schnell offen, was es mit dieser Freiheit auf sich hat. Sie entpuppt sich als diskursiv erzeugte Institution. Ein tatsächlich befreiter Sex bedürfte keiner Party, um ihn auszuleben. Vor allem die Irritationen, die der fehlende verbindlichen Verhaltenskodex erzeugt, spiegeln wieder, dass diese Erwachsenenspiele nichts mit befreitem Sex zu tun haben.

Die liberale Institution Schlüsselparty als Form eines neuentstehenden Rituals wird durch eine religiöse Metaphorik aufgeladen, welche die Erzählung durchzieht: der Zeremonienmeister bei der Schlüsselparty; die Schüssel machte die Runde wie der Wein bei der Abendmahlfeier, die symbolischen Gaben, in Form von Drogen oder Drinks; New Canaan, „das gelobte Land der sexuellen Befreiung“ (Moody, S. 91 und 94)

In den Figuren Elena und Ben kommt zum Ausdruck, dass es sich um einen Wandel innerhalb des Dispositivs handelt. Beide sind zum großen Teil noch den alten Diskursen verhaftet und ihnen wird die neue Freiheit durch eine diskursiv erzeugte Neugier praktisch aufgezwungen, die sie gleichfalls zur Teilnahme zwingt. Das Sexualitätsdispositiv unterliegt einem Wandel des Diskurses, in dem der Widerstand in Form des Versprechens von Freiheit einen neuen Angriffspunkt der Macht bildet, die sich dadurch ausweitet.

Die Änderung eines Diskurses bewirkt eine Änderung des Wissens. Das bedeutet gleichzeitig, dass bestimmten Wirklichkeitsbereichen neue Bedeutung zugewiesen wird. Der Eros erfährt im Falle der sexuellen Revolution eine Deterritorialisierung. Der ursprüngliche Platz, der ihm im alten Dispositiv zugewiesen wurde, ist das Paar, die Ehe. Durch den Wandel können nun die Körper jederzeit neu formiert und zusammengeführt werden, genauso wie die einzelnen Elemente der Couch der Williams. Die Verstreuungen führt soweit, dass sich die Erwachsenen der siebziger [...] mit ihrer Zuneigung zwischen Phantomen, Fremden und Erinnerungen an frühere Begierden verzetteln (Moody, S. 89). Ben steckt zwischen den neuen Umgangsformen mit dem Sex und den alten Moralvorstellungen. Erstere verpflichten zu einem Laissez-faire-Stil: Mein Gott du bist ja völlig verkorkst, Benjamin. Ein schlimmer Fall von Verklemmtheit. (Moody, S. 146) Letztere zur Treue: Ich weiß, ich habe etwas getan, was ich nicht hätte tun sollen, und ich weiß auch nicht warum (Moody, S. 132). Ben ist diskursiv so beeinflusst, dass er sein eigenes Handeln nicht mehr versteht. Er wird zwischen den beiden Diskursen regelrecht zerrieben, was in seinen tiefsitzenden Schuldgefühlen zum Ausdruck kommt:

Das Eis glich einem Polyesterüberzug, der ihn von der Welt trennte, einem Wachsschleier, der seine Schuld verkündete – schuldig der Sauferei, der Rüpelhaftigkeit, des Ehebruchs, des Schmiedens einer wackeligen Verbindung mit dem Glück. Schuldig der Schwächung und Schmälerung der ohnehin schon fragilen Familienbande innerhalb seiner Familie. Schuldig des Auslebens schlimmer Impulse bis zum schlimmen Ende. Er war unter Quarantäne gestellt und das hatte er auch verdient. (Moody, S. 250)

Um Sühne zu tun, schleppt Benjamin daher den toten Mike kilometerweit zu seiner Wohnung.

Elena ließt in ihrer freien Zeit vor allem Sexualratgeber: Havelock Ellis, Kinsey, Reich, Krafft-Ebing aber auch Fromm, Lewis und Tillich. Sie beschäftigt sich auf hermeneutischen Weg mit der Sexualität und der Partnerschaft. Elena hat keinen Sex mehr sondern diskursiviert ihn nur, als läge alle Lösung ihrer Probleme im Verstehen ihrer Sexualität. Den größten Gefallen findet sie an dem Sexualtherapeutenpaar Master und Johnson, die beachtenswerte Erfolge in der Behandlung sexueller Funktionsstörungen erzielten. Elena, die unter dem Druck der kaputten Ehe leidet, versteckt sich hinter ihren einsamen Diskursen und zieht sich von ihrer Umwelt zurück: Schweigen war ihr Idiom (Moody, S. 68).

Im Diskurs wird zum Objekt gemacht, was gleichzeitig dessen Subjekt ist: der Mensch. Doch tatsächlich ist er Machtmittel, das durch das Objekt und in dem Objekt wirkt. Die Macht bildet Kraftlinien, die den Körper durchziehen. Der Diskurs bestimmt, was richtig und was falsch ist. Der Diskurs bietet Elena große Anreize: Sie häuft das Wissen an, um ein besseres zeitgemäßes Gesellschaftsmitglied zu sein, dass dazugehört und selbstzufriedener ist. Elena unterliegt damit der Macht des Diskurses.

Auch die Romane und Ratgeber zur Selbstfindung wie Die Möwe Jonathan, Die Lehren des Don Juan, Ich bin o.k. – Du bist o.k. sind im weiteren Sinne Teil des gesellschaftlichen Diskurses über den Sex. Diese äußerst populäre Literatur spiegelt wieder, dass das Individuum seit den 60er/70ern zunehmend psychologisiert wurde: Weil wir in der Zeit großer spiritueller Suche leben (Moody, S. 188). Es setzt eine Zeit der Selbstfindung oder besser -suche ein, die von Diskursen initiiert ist. Vor allem der Sex steht dabei im Mittelpunkt: Er soll wissen, was mit jedem einzelnen los ist. Ein befreiter Sex bedeutet ein befreites Selbst. Elenas Lektüren spiegeln wieder, wie sehr sich der Diskurs ab Ende der 60er Jahre gewandelt hat. Dadurch wird jedoch die Macht nicht aufgehoben; sie verschiebt sich und findet neue Angriffspunkte. Ein neuer Zwangscharakter entsteht.

Die Macht, die den Sex reglementiert, wird nicht aufgehoben, sondern wechselt nur das Register der Angriffspunkte und Wirkungsbereiche. Dass sich keiner der Beteiligten der Zwänge bewusst ist, ist ein Indiz für das Funktionieren der Mechanismen; denn die Macht wirkt im Verborgenen. Ebenso wie zuvor der Diskurs über den Einschluss der Sexualität institutionalisiert wurde, wird nun dessen ungezwungener Umgang erzwungen. Das Befreiungsverlangen der Individuen macht sie therapiebedürftig, so dass sich Elena über die Ratgeber selbst zu heilen sucht oder wie im Film der Eissturm beschrieben, die Eheberatung zu etwas selbstverständlichem wird.[7]

Der in der Erzählung parallelisiert Fall der Watergate-Affäre von Präsident Nixon veranschaulicht die Machtstrukturen, denn zum Spiel der Macht gehört es, dass die Macht strukturell solche Transparenz zu verhindern, und durch gezielte Information und Desinformation ihre Strukturen zu erhalten und auszubauen sucht.[8] Der Diskurs bestimmt, welche Informationen und in welcher Form diese verbreitet werden.

Elena schuf sich ihre eigene Welt (Moody, S. 179). Elena nimmt zwar am Diskurs teil, kann ihn aber nicht umsetzen: Sie las das Zeug, aber auf der Party half ihr das kein bisschen. (Moody, S. 177) Sie ist noch zu sehr in den alten Rollenmustern eingeschlossen: So war Elena, als sie von der Schlüsselparty erfuhr, Gefangene von Benjamins Entscheidungsfindung. Es fiel ihr schwer, sich zu öffnen, ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche zuzulassen (Moody, S. 179). Sie vereint die geteilten Meinungen der Partygäste in sich, von denen der eine Teil die Schlüsselparty als löbliche, zeitgemäße Beschäftigung ansieht, und der andere sie als Schande ablehnt. Es sind Glaubenssysteme, die dahinter stehen, welche im Begriff sind, sich zu wandeln, ohne dass sie an Macht verlieren. Aus dieser Veränderung resultiert jedoch eine tiefe Verunsicherung.

Die Entscheidung Elenas nach ihren anfänglichen Zweifeln an der Schlüsselparty teilzunehmen, ist die Forderung nach der Einlösung des Versprechens ihrer Diskurse von der Befreiung:

Trotzdem mit einem mal fühlte sie sich von der Party in Hochstimmung versetzt; es gab kein anderes Wort dafür. Sie spürte wie sich die Zwänge lockerten, die sie seit ihrer Volljährigkeit gefesselt hatten, und ihr wurde klar, dass sie mitmachen würde. Sie würde sich einen Schlüssel aussuchen. Sie würde ihn an sich drücken, ihn sich um den Hals hängen, ihn zwischen ihren kleinen, gebändigten Brüsten baumeln lassen. Sie würde mitmachen. (Moody, S. 177)

Die Ernüchterung erfolgt nach dem Stelldichein mit Jim Williams. Die sexuelle Zusammenkunft hat wenig mit Gemeinschaft und noch weniger mit Liebe zu tun: Das Ganze war so romantisch gewesen wie ein Abstrich oder eine Brustuntersuchung (Moody, S. 205). Sie sorgt bei Elena zunächst lediglich für eine tiefe Enttäuschung und der Erkenntnis ihrer Entfremdung von den Menschen, die sie liebt.

Mit der allmählichen meteorologischen Eskalation spitzt sich auch das gesellschaftliche Unwetter zu. Die Kälte des Eissturms reflektiert die Kälte der Gesellschaft. Das Motiv der tobenden Naturgewalten kontrastieren jedoch auch das kulturell normierte Verhalten der Beteiligten: Wenn man sich nicht der erotischen Demenz, der damit verbundenen Amnesie wegen auf Ehebruch einließe, [...] wozu dann das Getue? Aber inmitten des Unwetters kam ihr die Untreue beinahe lächerlich vor (Moody, S. 203). Das was sich hier abspielt hat nichts mehr mit Liebe zu tun: Ernüchternd sind die Erfahrungen der Beteiligten schon deshalb, weil der Zwang des Rituals jede Erotik erstickt.

Der Sex ist also der Code der Lust geworden. Im Abendland [...] hat diese Kodifizierung der Lust durch die Gesetze des Sexes schließlich zu dem Gesamtdispositiv der Sexualität geführt. Und dieses macht uns glauben, dass wir uns befreien, wenn wir jede Lust als Ausdruck von endlich aufgedecktem Sex dekodieren. Während man eher auf eine Desexualisierung, auf eine allgemeine Ökonomie der Lust zielen muss, die nicht sexuell normiert ist.[9]

Foucault macht deutlich, dass die menschlichen Lustempfindung bestimmt ist durch die Art und Weise, wie Sex praktiziert wird. Nicht der Sex sondern die Lust muss vom diskursbestimmten Sex befreit werden. Die Schlüsselparty hat weniger etwas mit dem Ausleben von Trieben und Lüsten zu tun als vielmehr mit einer neuen Form der Zwängen – einer Art Perversion – die über Diskurse in den menschlichen Körper eingepflanzt werden. So macht auch keiner der Beteiligten die Erfahrung eines besonderen Lustgewinns:

Aber der Forscherdrang erbrachte kaum überraschende Enthüllungen. Niemand kam mit Geschichten von dunklen, neuen Gefilden – analer Sex, Urolagnie, Masochismus oder Koprophagie – zurück; vielmehr paarten sich die Paare bei den Armitages genauso wie sie sich immer gepaart hatten. (Moody, S. 129)

Der Verlauf des Sexsaktes ist nach wie vor sehr homogen. Foucault sieht die Entwicklungen der „sexuellen Revolution“ daher auch nicht als Befreiung der Sexualität, sondern dass dieser an seine Grenze getrieben worden ist:

Grenze unseres Bewusstseins, da sie die ihm einzige mögliche Lektüre des Unbewussten diktiert; Grenzen des Gesetzes, da sie als der einzige universelle Inhalt des Gesetzes erscheint; Grenze unserer Sprache: denn die Sexualität bezeichnet die Schaumlinie dessen, was die Sprache auf dem Sand des Schweigens gerade noch erreichen kann. Anstatt uns mit der geordneten und glücklichen profanen Welt der Tiere zu verbinden, ist die Sexualität Spaltung: sie zieht nicht um uns herum eine Linie, um uns abzuheben, sondern sie zieht in uns die Grenze, um uns selbst als Grenze zu bezeichnen.[10]

Die Ernüchterung über die Schlüsselparty deckt die innergesellschaftliche und die innerfamiläre Spaltung der Hoods auf.

Die Ereignisse der Schlüsselparty zum einen relativiert zum anderen gipfeln sie im Tod von Mike. Er fungiert als Sündenbock, denn sein Tod kommt einem Opfer gleich. Der metaphorische Schlangenbiss durch die Hochspannungsleitung stilisiert ihn zu einer Art Erlöser und signalisiert das Ende des Paradieses im gelobten Land New Canaan.

Die Gesamtheit der Ereignisse wirkt bei Elena Erkenntnis bildend. Ihr wird der Umfang der Probleme ihrer Ehe bewusst und sie trifft die Entscheidung sich scheiden zu lassen. Elena ist diejenige, die tatsächlich eine Befreiung erlebt, da sie begreift, dass sie sich aus den Zwängen ihrer Ehe und ihres vorherigen Lebens lösen muss. Ben erlebt ebenfalls einen Sinneswandel, da er sich seiner Schuld bewusst wird. Dass er sich des toten Mikes annimmt, kann dies jedoch nur bedingt wiedergutmachen.

Der Schock des Todes von Mike wirkt auf die Familie Hood zusammenführend. Nachdem sich sowohl der meteorologische Sturm wie der in der Gesellschaft gelegt hat, hohlen Benjamin, Elena und Wendy gemeinschaftlich Paul vom Bahnhof ab. Die Familie zeigt sich zum ersten mal in Eintracht und Fürsorge füreinander. Ob diese Einheit bestehen bleibt, lässt die Erzählung offen, aber zumindest scheint ein wenig Ehrlichkeit in die Familie zurückgekehrt zu sein.

Das Buch der Eissturm zeigt, dass diese Revolution des Sexes dieser ganze antirepressive Kampf nicht mehr – aber auch nicht weniger und es ist nicht wenig – als eine taktische Verschiebung und Wendung im großen Sexualitätsdispositiv bedeutet (Moody, S. 157). Alle scheinbar noch so revolutionären Elemente der Sexualität, so zum Beispiel auch die Emanzipation der Frau, haben ihre Ursache in veränderten Diskursen und bewegen sich in den alten Machtmechanismen ein und desselben Sexualitätsdispositivs. Die Idee vom unterdrückten Sex (die Repressionshypothese) wird zur Idee des befreiten Sexes. Es herrschen immer noch Zwänge und Vorschriften nur dass sie nun eine andere Verhaltensweise diktieren. Die Erkenntnis ist genauso hart wie einsichtig, dass die Gefängniswände nicht aus Stein, sondern aus Illusionen von Stein bestehen, die durch Projektion entstehen.[11] Diese Mauern wurden nicht zum Einsturz gebracht sondern andernorts errichtet.

2.2 Sexualität und Ökonomie

Die Befreiung der Sexualität geht parallel einher mit der Ökonomie. Der Kapitalismus erlebt seine Blütezeit: das weiße Rauschen ist der Inbegriff des Konsums. Die Oper der Ökonomie hervorgerufen durch den Wirtschaftsliberalismus hat dafür gesorgt, dass breiter Wohlstand ausgebrochen ist. So wie der Wirtschaftsliberalismus gefeiert wird, so wird auch die sexuelle Befreiung zelebriert. Auf der Schlüsselparty werden die Gespräche dominiert von den Themen Milton Friedman, dem Symbol des Marktliberalismus und des Laisse-faire-Stils, und dem Film Deep Throat, der erfolgreichste Sexfilm aller Zeiten mit kulturellem Anspruch. Ebenso wie die Sexualität ist die Ökonomie durch den Diskurs gesteuert und bildet ein Dispositiv. Laut Foucault verläuft der Anschluss des Sexualitätsdispositivs an die Ökonomie über zahlreiche und subtile Relaisstationen – deren wichtigste aber der Körper ist, der produzierende und konsumierende Körper.[12] Wie eng Ökonomie und Sex verbunden ist zeigt Mikes Handel mit Wendy: Er bezahlt sie für ihre Sexspiele mit Kaufummis. Moody entlarvt den Sex als Tauschgeschäft; die Liebe wird zum Markt und der Marktplatz ist überall.

In Verbindung mit einer Reihe anderer Dispositive wie Politik, Wissenschaft und Religion bildet sich ein Gesamtdispositiv. Dieses ist mehr als die Summe seiner Teile; indem sich die Kraftlinien der Dispositive durchkreuzen bringen sie ihre Energien zum Zirkulieren. Diese Kraftlinien verursachen die oben schon angesprochene Spaltung innerhalb der Gesellschaft.[13]

Im Eissturm wird deutlich wie sehr die Macht eine Monopolisierung erfährt und dadurch die Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft wächst: Ben ist Wertpapieranalyst und damit Teil der liberal fortschrittlichen Bewegung. Parallel zu seinem ökonomische Ruin erfährt er auch seinen sexuelle, familiären und gesellschaftlichen Niedergang. Die Diskurse von Ökonomie und Sexualität sind ebenso wie alle anderen Gesellschaftsbereiche parallelisiert und stützen sich gegenseitig. Daher kann der Niedergang im einen Feld auch die gesellschaftliche Ausgrenzung in den anderen Bereichen zur Folge haben.

Der sexuelle wie der ökonomische Diskurs ist stark medial geprägt (Ratgeber, Romane, Hair das Rockmusical über die freie Liebe (Moody, S. 193); Filme wie Deep Throat, Fachliteratur, wie die von Milton Friedman etc.). Hier finden vielfältige Überschneidungen und Verstärkungen der beiden Bereiche statt. Durch die Diskurse über die Liberalisierung der Ökonomie und des Sexes wird Wissen produziert, wodurch sich die Macht quer durch alle Gesellschaftsschichten und –bereiche entfalten kann. Die medial vermittelte Erotik identifiziert Neuhaus als Teil der Strategien der Macht, das anarchische Potenzial der menschlichen Sexualität zu beherrschen.[14] Liebe wird als immer schon vermittelt entlarvt. Sie ist gesellschaftlich bestimmt und nichts privates ebenso wie die Ökonomie. Der Befreiungsdiskurs sowohl der Ökonomie wie der Sexualität stellt daher nichts anderes dar als eine neue Form der sozialen Kontrolle.

2.3 Die gesellschaftliche Ausgrenzung und das Strafen

Die Familie Hood besteht praktisch nur aus Außenseitern: ihre Tochter Wendy, mit ihrer frühreifen sadistischen Veranlagung, grenzt sich schon deshalb aus, weil sie gesellschaftliche Konventionen hasst.

Wer erkennbar von der Norm abweicht, wird ausgegrenzt, indem behauptet wird, er grenze sich durch sein Verhalten selbst aus. Das Individuum ist für seine Handlungen verantwortlich und die Gesellschaft sorgt dafür, dass es auch zur Verantwortung gezogen wird.[15]

Wendy zelebriert das Außenseitertum schon zwanghaft: Andererseits hatte die Art und Wiese ihrer Verstrickung etwas Zwanghaftes, als wäre sie deshalb auf diese Haltung und Betätigung verfallen, weil sie sich ihrer am meisten schämen konnte. Ihre homoerotische Erfahrung mit Debby Armitage führt zur Ausgrenzung aus ihrer Generation: Brachte ihre Verfehlung, ihre Rolle als Anstifterin, ihre Perversion groß heraus (Moody, S. 156). Wendys abweichendes Verhalten wird dem Dispositiv entsprechend durch Ablehnung sanktioniert.

Es ist die Art Widerstand, die im Sinne Foucaults der Macht immanent ist. Gäbe es nicht Verfehlungen dieser Art und Verstöße gegen die gesellschaftlichen Konventionen des Dispositivs hätte die Macht keine Zielscheibe, keine Angriffspunkte. Damit haben Wendys Ausbrüche weniger etwas mit Befreiung als vielmehr mit – und so paradox es klingt – dispositivstützendem und –stärkendem Verhalten zu tun. Der Diskurs sorgt für Disparitäten. Verhalten ist eine Frage des mehr oder weniger Abweichung. Wendy vereint die Tendenzen der Zeit auf sich.

Foucault sieht die Wurzel des Sexualitätsdispositiv in der Familie. Wendys „Auffälligkeiten“ sind vor allem Versuch sich den Strafpredigten, also den Diskursen über die gesellschaftlichen Konventionen ihrer Mutter zu entziehen. Die hoch konventionalisierten Prozeduren in der Familie gipfeln in der Bestrafung Wendys, nachdem Elena sie mit Sandy im Gästebett erwischt hat. Als Wendy daraufhin gegenüber ihrer Mutter „aufmüpfig“ wird und das Wort vögeln gebraucht, wäscht ihre Mutter ihr den Mund mit Seife aus. Diese Form der Strafe ist eine, die vermutlich einige Generationen zumindest als solche angedroht bekommen haben. Aus der von Foucault analysierten Funktion von Strafen geht hervor, dass die Macht...

... ihre Fortsetzung und Transformation in den Prozeduren der Disziplinarmacht moderner Gesellschaften [findet]. Sie tritt an die Stelle einer von außen strafenden, von außen operierenden Macht, so dass sich innerpsychische Kontroll- und Überwachungsmechanismen ausbilden, die den Platz der äußeren einnehmen: Das Individuum überwacht und bestraft sich nun selbst.[16]

Es wird also gestraft zum Wohle des Individuums, um einen Fremdzwang durch Selbstzwang zu erreichen. Die Wirkung entfaltet sich so weit, dass sich Wendy am Ende aus Schuld-gefühlen selbst verletzt.

Die körperliche Strafe ist im Hause Hood nichts außergewöhnliches, doch Wendy stellt fest, dass das Ausmaß der Bestrafung an diesem Morgen ein klein wenig übertrieben war (Moody, S. 271). Wendy muss als Sündenbock herhalten, für das Handeln ihrer Mutter, dass diese im Nachhinein als moralisch verwerflich empfindet oder zumindest enttäuscht ist von dessen Wirkung.

Die unreifen Spiele der Erwachsenen ähneln denen der Kinder stark. Die kindlichen Doktorspiele finden in der Schlüsselparty ihre unreife Fortsetzung. Die Bestrafungen und Strafpredigten vor den Kindern im Gegenüber der Ausschweifungen der Eltern decken die Doppelmoral dieser Gesellschaft auf: ... ich brauche euch nicht über Geschlechtsverkehr erzählen. Ich muss allerdings sage, dass das eine sehr ernst Angelegenheit ist. (Moody, S. 282) Auf der einen Seite soll der sexuelle Liberalismus Einzug halten, während auf der anderen Seite der kindliche Sex Ausschluss erfährt. Die Eltern behandeln ihn als Spiel und bei den Kindern soll er sich über seinen Ernst definieren.

III. Schluss

Foucaults Analyse des Sexualitätsdispositivs ist meiner Meinung nach zu einseitig und zu theoretisch. Es steht außer Frage, dass die Diskurse gegenstandsbildend wirksam sind, was meiner Meinung nach jedoch zu kurz kommt, ist das handelnde Individuum; für Foucault ist es daher leicht die Repressionshypothese auszuhebeln. Er gesteht selbst auch ein, dass in Bezug auf den ersten Band des Willens zum Wissen ein literarischer Diskurs ist: Dieses Buch hat nicht die Funktion der Beweisführung. [...]. Ich bin mir dessen voll bewusst, dass ich niemals etwas anderes geschrieben habe als fictions.[17] Im Sinne Foucaults scheint aber gerade die Fiktion auch nur diejenige zu sein, die die Wahrheit hervorzubringen vermag.

Rick Moodys Rückblick auf die Epoche der „sexuellen Revolution“ in den 70ern beleuchtet das Bemühen einer kleinen Gesellschaft sich aus der vermeintlichen sexuellen Repression zu befreien. Das Versprechen von der freien Liebe als Allheilmittel führt zu tiefen Frustrationen, so dass die sexuelle Revolution nicht als Erfüllung sondern Ernüchterung erfahren wird. Sie hinterlässt ebenso verkorkste Menschen, wie sie vorgefunden hat, nur dass die Verklemmungen andere Formen angenommen haben.

Die erste Schlüsselparty in dem Städtchen New Canaan wird entlarvt als liberale Institution mit gesellschaftlichem Zwang. Die durch Diskurse vermittelte Neugierde basiert auf dem latenten Versprechen einer Befreiung aus dem Alltag der Ehe. Diese Freiheitsversprechen entpuppen ihren wahren Charakter jedoch im Gruppenzwang, womit sich die Beteiligten einer neune Form der Repression unterwerfen und die Party zur Mutprobe wird. Es findet keine Be-freiung der unterdrückten Sexualität statt, sondern es wechseln die Diskurse, die das Sexualitätsdispositiv bestimmen. Die Befreiungsdiskurse bilden neue Formen sozialer Kontrolle.

Die Liebe wird demaskiert als Angelegenheit, die sich nicht im privaten abspielt, sondern Teil eines Diskurses im Sozialen und in der Gesellschaft ist. Das Paar ist Stück der Gesellschaft und trägt zum Zirkulieren von Begehren bei.

Moody deckt in seinem Roman die Art und Weise auf, wie Lust organisiert ist. Sie entsteht nie aus dem einzelnen Menschen oder aus einem Paar heraus, sie ist immer an einen Diskurs gebunden. Liebe, Sex, Lust ist vermittelt; diskursiviert in und durch Medien bestimmen sie das Verhältnis jedes einzelnen zu sich und seinem Sex, wie jeder Lust zu empfinden hat.

Literatur

Primärliteratur

- Moody, Rick: Der Eissturm. 4. Auflage. München: Piper 1998.
- Foucault, Michel. Der Wille zum Wissen. Band 1: Sexualität und Wahrheit. Frankfurt/Main: Suhrkamp 1977.

Sekundärliteratur

- Biographie. Alfred Charles Kinsey:

http://www.medicine-worldwide.de/persoenlichkeiten/kinsey.html

- Bublitz, Hannelore: Foucaults Archäologie des kulturellen Unbewussten. Zum Wissensarchiv und Wissensbegehren moderner Gesellschaften. Frankfurt/New York: Campus Verlag 1999.

- Deleuze, Gilles: Was ist ein Dispositiv? In: Spiele der Wahrheit. Michel Foucaults Denken. Hg. von Francois Ewald und Bernhard Waldenfels. Frankfurt/Main: Suhrkamp 1991, (Edition Suhrkamp, Neue Folge Band 640)

- Die Watergate-Affäre: http://www.muenster.de/~dk2/watergate.htm

- Geschichte der Sexualität. Und wer befreit uns von Freud? http://geschichte-der-sexualität.de/Kap12.htm.

- Jäger, Siegfried: Dispositiv. In: Michel Foucault. Eine Einführung in sein Denken. Marcus S. Kleiner (Hg.). Frankfurt/Main: Campus 2001.

- Lorey, Isabell: Macht und Diskurs bei Foucault. In: Das Wuchern der Diskurse. Perspektiven der Diskursanalyse Foucaults. Hg. von Hannelore Bublitz, Andrea D. Bührmann, Christine Hanke, Andrea Seier. Frankfurt/NewYork: Campus 1999.

- Mazdamur, Parvu [Hg.]: Foucault / ausgewählt und vorgestellt von Pravu Paramita Mazumdar. München: Diederichs 1998.

- Mühlbauer, Peter: Deep Morning. Die den Pornofilm aus der Illegalität holte ist tot. http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/12389/1.html

- Neuhaus, Stefan: Sexualität im Diskurs der Literatur. Tübingen/Basel: Francke 2002.

- Ross, Werner: Tod der Erotik. Versuch einer Bilanz der sexuellen Revolution. Graz, Wien, Köln: Styria 1986, (Reihe Herkunft und Zukunft).

- Sponsel, Rudolf: Sexualität und Liebe. Aus Sicht der Allgemeinen und Integrativen Psychotherapie (GIPT): http://www.sgipt.org/gipts/sex/sexlieb0.htm

- Susteck, Sebastian: Einladung zum Voyeurismus. Vor einhundert Jahren starb Richard von Krafft-Ebing, Autor der Psychopathia Sexualis:

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/13792/1.html

- Visker, Rudi: Michel Foucault. Genealogie als Kritik. München: Fink 1991 (UTB für Wissenschaft: Uni-Taschenbücher; 1600).

[...]


[1] Die Diskurse sind im Sinne Foucaults als Praktiken zu verstehen, die systematisch die Gegenstände bilden von denen sie sprechen (Archäologie des Wissens (1973), S. 74). Beim Diskurs über den Sex ist es der Mensch, der sowohl Gegenstand wie auch Subjekt des Diskurses ist. Prägend für diese Diskurse ist das anarchische Moment.

[2] Neuhaus (2002), S. 33

[3] Bublitz (1999), S. 167

[4] Foucault versteht ein Dispositiv als Antwort auf einen Notstand. Das Dispositiv erkennen kann nur, wer aus ihm heraustritt.

[5] Unter Macht versteht Foucault: die Vielfältigkeit von Kräfteverhältnissen, die ein Gebiet bevölkern und organisieren; das Spiel, das in unaufhörlichen Kämpfen und Auseinandersetzungen diese Kraftverhältnisse verwandelt, verstärkt, verkehrt; die Stütze, die diese Kraftverhältnisse aneinander finden, indem sie sich zu Systemen verketten – oder die Verschiebungen und Widersprüche, die gegeneinander isolieren; und schließlich die Strategien, in denen sie zur Wirkung gelangen und deren große Linien und institutionelle Kristallisierungen sich in den Staatsapparaten, in den Gesetzgebungen und in den gesellschaftlichen Hegemonien verkörpern. (Foucault, S. 113 .)

[6] Hierzu gehören sowohl die körperliche Produktion, wie auch der durch den Körper bestimmte Konsum.

[7] Die Psychoanalyse geht der “sexuellen Revolution” als Anstifter voraus. In ihr wird sexuelle Unterdrückung als Verursacher der meisten Leiden identifiziert.

[8] Neuhaus (2002), S. 155

[9] Mazumdar (1998), S. 431

[10] Mazumdar (1998), S. 245

[11] Neuhaus (2002), S. 36

[12] Foucault (1977), S. 129

[13] Wie sich unter anderem die Kraftlinien von Politik und Sexualität durchkreuzen zeigt das Beispiel Deep Throat. Er bezeichnet nicht nur einen Sexfilm, sondern ist auch der Codename eines Presseinformanten im Weißen Haus, während der Watergate-Affäre, dessen Identität nie aufgedeckt wurde.

[14] Neuhaus (2002), S. 33

[15] Neuhaus (2002), S. 190

[16] Bublitz (1999), S. 159

[17] Mazumdar (1998), S. 433

22 von 23 Seiten

Details

Titel
Die Idee vom befreiten Sex. Der Wandel des Diskurses über die Sexualität am Beispiel von Rick Moodys der Eissturm
Hochschule
Universität Mannheim
Veranstaltung
Probleme des modernen Eros in Film und Literatur
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
23
Katalognummer
V108010
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Idee, Wandel, Diskurses, Sexualität, Beispiel, Rick, Moodys, Eissturm, Probleme, Eros, Film, Literatur
Arbeit zitieren
Chrstine Martin (Autor), 2003, Die Idee vom befreiten Sex. Der Wandel des Diskurses über die Sexualität am Beispiel von Rick Moodys der Eissturm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108010

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