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Kollektive Organisation als Antwort auf die 'soziale Frage': die Gewerkvereine der frühen Arbeiterbewegung

Titel: Kollektive Organisation als Antwort auf die 'soziale Frage': die Gewerkvereine der frühen Arbeiterbewegung

Seminararbeit , 2003 , 28 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Fabian Padilla Crisol (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kollektive Organisation als Antwort auf die 'soziale
Frage': die Gewerkvereine der frühen Arbeiterbewegung

0 Einleitung

„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet.“(1)
Auch wenn das „Kommunistische Manifest“ in späteren Jahren eine große politische Bedeutung erlangen sollte, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielte es für die politische und soziale Situation in Deutschland keine entscheidende Rolle. Das Proletariat war noch keine Masse, und noch existierte keine proletarische Massenorganisation.
Genauso wenig existierte das Klassenbewusstsein, welches sich später noch entwickeln sollte.(2) Diese Arbeit bezieht sich auf den Zeitraum von 1810 bis 1850 und beschreibt die Entwicklung einer durch den Industrialisierungsprozess neu zusammengestellten Unterschicht und deren ökonomische Probleme, die von bürgerlicher Seite ab 1840
auch als „soziale Frage“ bezeichnet wurden. Betrachtet werden hier deren Zusammenschlüsse und deren Vereinsbildungen. Es soll geklärt werden, ob kollektive Organisation zu einer Verbesserung ihrer Lage beitrug. Desweiteren wird zu beleuchten sein, ob es sich bei den Zusammenschlüssen der Unterschicht um selbstmotivierte Phänomene
handelt, oder aus dem Interesse des Bürgertums entstanden sind. Es sollen die verschiedenen Zielsetzungen und Formen der Zusammenschlüsse abgegrenzt werden, sowie die Wege die diese einschlugen um eine Besserung des Wohles der Unterschicht zu erlangen.
Außerdem soll geklärt werden warum es zwischen 1830 und 1848 kaum Vereinsbildungen gab. Es sollen die Anfänge einer sozialen Bewegung beleuchtet werden, die entstanden war um ihre ökonomische und soziale Lage zu verbessern und zu einer Massenbewegung zu werden, die auch in der Lage war ihre Interessen durchzusetzen. Die Rede ist vom kurzen aufflackern der Gewerkvereine. Mit ihnen hatte die Unterschicht
zum ersten Mal, obwohl für sehr kurze Zeit, in der Industrieellen Revolution ein Druckmittel um der Ausbeutung durch die Kapitaleigener etwas entgegenzusetzen.

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Wirtschaftliche Entwicklung im 19. Jh. und die Entstehung der „Sozialen Frage“

1.1 Rahmenbedingungen der Industriellen Revolution

1.2 Änderung der Lebensbedingungen

1.3 Das Aufkommen der „Sozialen Frage“

2 Auf dem Weg zur Gründung der ersten Gewerkvereine

2.1 Arbeiterbildungsvereine

2.2 Genossenschaftsvereine

2.3 Auslandsvereine

3 Die Bildung der ersten Gewerkvereine in Deutschland

3.1 Gutenberg-Bund

3.2 Assoziation der Zigarren-Arbeiter Deutschlands

4. Schlussfolgerung

5 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit analysiert die Entstehung der frühen Arbeiterbewegung in Deutschland zwischen 1810 und 1850. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit kollektive Organisationen der Unterschicht zu einer Verbesserung ihrer sozioökonomischen Lage beitrugen und welche Dynamiken zur Bildung dieser ersten Gewerkvereine führten.

  • Wirtschaftliche Transformation und die Entstehung der „Sozialen Frage“
  • Organisationsformen der frühen Arbeiterbewegung
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und staatliche Repressionen
  • Die Rolle von Handwerksgesellen und Facharbeitern bei der Interessenvertretung

Auszug aus dem Buch

1.1 Rahmenbedingungen der Industriellen Revolution

Im Zuge der Industrialisierung vollzog sich der Wandel von der feudalen Agrargesellschaft zur kapitalistischen Industriegesellschaft. Das Industrielle Wachstum wurde begünstigt durch verschiedene Faktoren. Politische- und rechtliche Rahmenbedingungen änderten sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu erwähnen sind der Wegfall der Feudalherrlichkeit und die mit ihr verbundenen Leibeigenschaft in der Bauernbefreiung von 1807 in Preussen, die Auflösung der Zünfte von 1810/11 bis 1845 und die Schaffung eines einheitlichen Zoll- und Handelsgebiets durch den 1833/34 gegründeten Zollverein. Ein weiterer Faktor ist das Aufkommen einer neuen Wirtschaftsform und die Durchsetzung einer neuen Arbeitsaufassung. Die Gewinnorientierung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, durch die klassische Nationalökonomie von Adam Smith, wurde zum treibenden Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Das Bürgertum stieg zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Elite auf, und es entwickelten sich neue Interessensgegensätze zwischen Arbeit und Kapital, zwischen Arbeitgeber als Besitzer von Produktionsmittel und dem Arbeitnehmer, der nur seine Arbeitskraft besass. Ein weiteres Merkmal ist das Aufkommen technischer Neuerungen und die Technisierung der Produktion. Das explosionsartige Bevölkerungswachstum soll hier noch als letzten Faktor erwähnt werden. Die Einwohnerzahl Deutschlands stieg von 24 Millionen 1800 auf über 36 Millionen im Jahre 1856. Es wurden neue Absatzmöglichkeiten für Massenprodukte geschaffen, die Dank einer sinkenden Sterblichkeitsrate und verbesserter Hygienischer Bedingungen ein grosser Markt nachfragte.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Die Einleitung steckt den zeitlichen Rahmen von 1810 bis 1850 ab und skizziert die Problematik der entstehenden sozialen Frage sowie das Ziel, die Anfänge kollektiver Organisationen der Arbeiterschaft zu beleuchten.

1 Wirtschaftliche Entwicklung im 19. Jh. und die Entstehung der „Sozialen Frage“: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Transformationsprozesse durch die Industrialisierung, die veränderten Lebensbedingungen der Bevölkerung und die begriffliche sowie inhaltliche Einordnung der sozialen Frage.

2 Auf dem Weg zur Gründung der ersten Gewerkvereine: Hier werden die Vorformen organisierter Solidarität wie Bildungs- und Genossenschaftsvereine sowie der Einfluss ausländischer Organisationen unter Berücksichtigung der strengen rechtlichen Reglementierungen thematisiert.

3 Die Bildung der ersten Gewerkvereine in Deutschland: Dieses Kapitel untersucht die konkrete Entstehung erster nationaler Organisationen, insbesondere am Beispiel des Gutenberg-Bundes und der Assoziation der Zigarren-Arbeiter, im Kontext der Märzrevolution.

4. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz politischer Verfolgung und Verbote ein kollektives Gruppenbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstorganisation entstanden, die als Basis für die spätere Arbeiterbewegung dienten.

5 Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Arbeiterbewegung, Soziale Frage, Industrialisierung, Gewerkvereine, Gutenberg-Bund, Zigarren-Arbeiter, Märzrevolution, Selbsthilfe, Solidarität, Arbeiterverbrüderung, Pauperismus, Lohnarbeit, Vereinswesen, Klassenbewusstsein, Handwerksgesellen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung der frühen deutschen Arbeiterbewegung und der Entwicklung erster kollektiver Organisationsformen als Antwort auf die durch den Industrialisierungsprozess verursachte soziale Not.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ökonomische Lage der entstehenden Unterschicht, der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen, die Bedeutung rechtlicher Rahmenbedingungen sowie die Entwicklung von Gewerkschaftsideen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob die kollektive Organisation tatsächlich zur Verbesserung der Lage der Unterschicht beitrug und inwiefern diese Zusammenschlüsse auf Selbstinitiative oder bürgerlichen Interessen basierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine sozialhistorische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, Gesetzestexte und wissenschaftlicher Literatur zur Wirtschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Industrialisierung, die verschiedenen Formen der Vereinsbildungen vor 1848 sowie die Gründung spezifischer Organisationen wie den Gutenberg-Bund.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Arbeiterbewegung, Soziale Frage, Industrialisierung, Gewerkvereine und Solidarität.

Welche Rolle spielten die Handwerksgesellen?

Handwerksgesellen waren die Vorkämpfer der frühen Arbeiterbewegung, da sie aufgrund ihrer Qualifikation und ihrer Wandererfahrung über ein höheres Bildungsniveau und Selbstbewusstsein verfügten als die ungelernten Tagelöhner.

Warum scheiterten die frühen Ansätze der Organisation?

Die frühen Organisationen scheiterten maßgeblich an der massiven staatlichen Unterdrückung durch Vereinsverbote, der Zersplitterung der Interessen sowie der mangelnden organisatorischen Struktur, um Forderungen wirksam durchzusetzen.

Was unterscheidet den Gutenberg-Bund von modernen Gewerkschaften?

Der Gutenberg-Bund war eher ein informeller Zusammenschluss und keine Gewerkschaft im heutigen Sinne, da er auch Prinzipale (Arbeitgeber) einbezog und nicht konsequent als Gegenpart im Arbeitskampf agierte.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kollektive Organisation als Antwort auf die 'soziale Frage': die Gewerkvereine der frühen Arbeiterbewegung
Hochschule
Universität Mannheim
Veranstaltung
Frühindustrialisierung
Note
2,0
Autor
Fabian Padilla Crisol (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
28
Katalognummer
V108081
ISBN (eBook)
9783640062850
ISBN (Buch)
9783640856534
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kollektive Organisation Antwort Frage Gewerkvereine Arbeiterbewegung Frühindustrialisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Padilla Crisol (Autor:in), 2003, Kollektive Organisation als Antwort auf die 'soziale Frage': die Gewerkvereine der frühen Arbeiterbewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108081
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Leseprobe aus  28  Seiten
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