Das Tourismuskonzept des Netzwerks Ökologischer Landbaubetriebe Eichsfeld (NÖB) e.V.


Seminararbeit, 2003
36 Seiten, Note: 1,3

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Inhalt

1 Einführung

2 Das NÖB Eichsfeld e.V.
2.1 Modellwettbewerb Regionen aktiv
2.2 Konzept der Modellregion Eichsfeld
2.3 Mitgliedsbetriebe des NÖB Eichsfeld e.V.
2.4 Skizze eines Tourismuskonzepts

3 Analyse
3.1 Die Region
3.2 Tourismus im Eichsfeld
3.2.1 Unterkunftsangebot
3.2.2 Infrastruktur
3.2.3 Institutionen und Projekte
3.3 Trends im Tourismus
3.4 Voraussetzungen im NÖB Eichsfeld e.V.
3.5 Komponenten der Konzeptskizze
3.5.1 Bauliche Maßnahmen
3.5.2 Infrastruktur
3.5.3 Die Zielgruppe
3.5.4 Ökonomie
3.5.5 Der Markt

4 Bewertung der Konzeptskizze

5 Ausblick

Zusammenfassung

Quellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Das Logo des NÖB Eichsfeld e.V.

Abb. 2 Die Region Eichsfeld

Abb. 3 Räumliche Verteilung der Mitglieder des NÖB Eichsfeld e.V.

Abb. 4 Ferienstätten und Gruppenunterkünfte

Abb. 5 Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal

Abb. 6 Logo der Erzeugerbörse Eichsfeld

Abb. 7 Eine mögliche Route für die Hof-Tour

1 Einführung

Im Zuge der Teilnahme der Region Eichsfeld an dem vom BMVEL ausgeschriebenen Wettbewerb Regionen aktiv hat sich im Eichsfeld eine Gruppe der dort ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe zusammengetan, um mit Gründung des Netzwerkes Ökologischer Landbaubetriebe im Eichsfeld e.V. (NÖB Eichsfeld e.V.) in Zukunft geschlossen auftreten und Synergieeffekte nutzen zu können. Ein Gedanke dabei ist, das touristische Potenzial der landschaftlich reizvollen Gegend zu nutzen und mit ökonomischen Effekten für die Höfe, aber auch als Teil einer notwendigen Verbraucheraufklärung zu verbinden. Zu diesem Zweck ist die Idee eines gemeinsamen Tourismuskonzeptes angedacht, welches als „Abenteuerurlaub auf dem Lande“ Kinder und Familien ansprechen soll. In der vorliegenden Studienarbeit soll die bisher vorliegende Konzeptskizze auf ihre Durchführbarkeit überprüft werden.

Um die Voraussetzungen zu verstehen, unter denen das NÖB Eichsfeld e.V. agiert, werden im 2. Kapitel sowohl der Wettbewerb Regionen aktiv als auch das Konzept der Modellregion Eichsfeld dargestellt. Darüber hinaus werden die Gründungsintentionen des NÖB Eichsfeld e.V. genauer beschrieben und die verschiedenen Mitgliedsbetriebe mit ihren Schwerpunkten aufgeführt. Abschließend wird die Skizze des Tourismuskonzeptes dargestellt. Im 3. Kapitel werden die Bedingungen einer Analyse unterzogen. Dabei werden zunächst die regionsspezifischen Voraussetzungen betrachtet und daraufhin die inhaltlichen Komponenten der Konzeptskizze diskutiert. Im 4. Kapitel wird die Konzeptskizze anhand dieser Aspekte bewertet, worauf im 5. Kapitel verschiedene Vorschläge für die Ausgestaltung des Tourismuskonzeptes gemacht werden.

Um möglichst aktuelle Informationen zu verwenden, dienen als Grundlage für diese Arbeit in erster Linie die Websites der verschiedenen Institutionen im Eichsfeld, die gemeinsam mit den Konzeptpapieren lokaler Akteure ausgewertet wurden. Besuche im Eichsfeld und auf den Mitgliedsbetrieben des NÖB Eichsfeld e.V. dienten zur weiteren Information. Sie wurden durch zwei persönliche Gespräche mit dem ehemaligen Vorsitzenden des NÖB Eichsfeld e.V. – der für die Idee des Tourismuskonzept verantwortlich zeichnet - ergänzt.

2 Das NÖB Eichsfeld e.V.

Der Verein NÖB Eichsfeld e.V. wurde am 08.07.2002 im Rahmen des Modellprojektes Eichsfeld aktiv (vgl. Kap. 2.1) gegründet. In erster Linie möchte er ökologische Bildung betreiben. Als bindender Faktor der Themen Nahrungsmittelqualität, Umwelt- und Naturschutz sowie Artenvielfalt dient der Ökologische Landbau. Darüber hinaus möchte der Verein seine Mitglieder durch Beratung bei Projektanträgen (beispielsweise im Rahmen des Modellprojektes Eichsfeld aktiv) unterstützen, welche die Ziele des Vereins zum Inhalt haben. Innerhalb der Höfe sollen verstärkte Bemühungen unternommen werden, Naturschutzziele in Zusammenklang mit landwirtschaftlicher Produktion zu bringen und die Kulturlandschaft aktiv zu entwickeln. Die modellhafte Erarbeitung und Beratung artgerechter Tierhaltung steht ebenso auf dem Plan wie die Involvierung erneuerbarer Energien (NÖB Eichsfeld e.V. 2003).

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Abb. 1: Das Logo des NÖB Eichsfeld e.V.

In der Außenwirkung baut der Verein insbesondere auf die Darstellung der positiven Effekte des ökologischen Landbaus und möchte vor allem auch Jugendliche zu diesem Thema ansprechen. Bereits bestehende umwelt- oder erlebnispädagogische Einrichtungen des Eichsfelds sollen angeregt werden, gemeinsam mit dem NÖB Eichsfeld e.V. Bildungsmaßnahmen mit Erlebnischarakter auf den biologisch wirtschaftenden Betrieben durchzuführen (NÖB Eichsfeld e.V. 2003).

Seit dem 01.04.2003 ist das NÖB Eichsfeld e.V. ein Modellprojekt im Rahmen von Regionen aktiv. Ziel dieses vorerst für 9 Monate bewilligten Projekts ist die Stabilisierung der biologisch wirtschaftenden Betriebe in der Region durch Verbraucheraufklärung und der Erarbeitung gemeinsamer Vermarktungsstrategien, wozu eine Halbtagsstelle geschaffen wurde.

2.1 Modellwettbewerb Regionen aktiv

Durch die Neubesetzung des bisherigen Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten mit der Ministerin Renate Künast und seine Umbenennung in Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft wurde in der Bundesrepublik Deutschland im Januar 2001 die sogenannte „Agrarwende“ eingeleitet. Vorausgegangen war die Erkenntnis, dass die Erreger von BSE auch vor bundesdeutschen Grenzen nicht halt machen und das bisherige Konzept zur Vermeidung der Krankheit nicht gefruchtet hatte. Der Verbraucherschutz, aber auch die Verbraucheraufklärung wurden mit der Modifikation des Ministeriums deutlich verstärkt. Im Zuge dieser Umgestaltung wurde im Sommer 2001 der Wettbewerb Regionen aktiv aufgelegt. Er soll Regionen dazu anregen, Strategien zu entwickeln, die transparente Prozesse in der Landwirtschaft verfolgen. Mit einer speziellen Förderung der Idee des Ökologischen Landbaus sowie der Verbraucheraufklärung sollten die teilnehmenden Regionen Konzepte entwickeln, um modellhafte Strategien aufzuzeigen, die gleichzeitig positive Effekte auf die ländlichen Strukturen haben und das kreative Potenzial einer Region möglichst weit abzuschöpfen in der Lage sind (BMVEL 2001). Nach einer ersten Wettbewerbsstufe, in der nur grobe Konzepte gefragt waren und die im November 2001 abgeschlossen war, wurden 33 der knapp 200 sich bewerbenden Regionen in der zweiten Stufe finanziell ausgestattet, um ein integriertes Entwicklungskonzept, das die Modellhaftigkeit ihrer Idee herausstellen sollte, vorzulegen. Als Handlungsschwerpunkte sollten diesem Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung zu Grunde liegen, basierend auf einem integrierten Ansatz, einer Vernetzung von Ideen und Initiativen zur Nutzung von Synergieeffekten sowie dem Prinzip des Bottom-up. Im März 2002 wurden 18 Regionen als Gewinner des Wettbewerbs benannt. Ihnen stehen über drei Jahre hinweg Gelder zur Umsetzung ihrer Konzeptideen zur Verfügung. Bei Ausschreibung des Wettbewerbs war angedacht, dass die Modellregionen jeweils mit ca. 4,5 Mio. € zur Durchsetzung ihrer Ideen gefördert werden. Aktuell ist diese Summe auf 1,8 Mio. € geschrumpft[1]. Eine erneute Erhöhung der Summe ist nach der Bundestagswahl 2002 von Renate Künast in Aussicht gestellt worden.

2.2 Konzept der Modellregion Eichsfeld

Die Kontur der Modellregion Eichsfeld verläuft nicht nach politischen bzw. Verwaltungsgrenzen, sondern hat vielmehr naturräumliche, auch traditionell-kulturelle Grundlagen. Trotz der jahrzehntelangen Abgrenzung durch die innerdeutsche Grenze versteht sich das Eichsfeld als eine Region, die sowohl im Nordwesten des Bundeslandes Thüringen den gesamten Landkreis Eichsfeld und Teile des Landkreises Unstrut-Hainich als auch im Südosten des Bundeslandes Niedersachen einen Teil des Landkreises Göttingen umfasst. Neben dem gemeinsamen, kulturlandschaftlichen Charakter verbindet das Eichsfeld seine Geschichte, da es sich Jahrhunderte lang als katholische Exklave inmitten eines protestantischen Umfeldes hielt. Die Verbundenheit, die damals durch eine klare Abgrenzungsmöglichkeit gegenüber anderen Regionen möglich war, wirkt bis heute in die Identität der Eichsfelder und Eichsfelderinnen hinein. Besonders im thüringischen Teil konnte sie sich lange halten, da viele Orte des Eichsfelds zu Zeiten der DDR als Grenzgebiet galten und dadurch von anderen Menschen nur unter großen bürokratischen Hindernissen besucht werden konnten.

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Abb. 2: Die Region Eichsfeld (HVE 2002)

Die hügelige Ausprägung des Eichsfelds, am Rande des Thüringer Beckens aus Muschelkalk und Buntsandstein bestehend, prägt diese Landschaft mit ihren fruchtbaren Lössböden im Tal und den mit Misch- und Buchenwäldern bedeckten Höhen, die an den Südhängen oft durch Schafhaltung entstandene, artenreiche Kalkmagerrasen aufweisen.

Dieses Naturraumpotenzial möchte die Region im Zuge des Wettbewerbs nutzen. Freizeit- und Erholungsangebote sollen in Zusammenhang mit arbeitsmarktwirksamen Initiativen gebracht werden, um sowohl die ökonomische Situation durch die Stärkung des Tourismus zu verbessern als auch die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner des ländlichen Raumes zu stärken. Der Leitsatz für den Wettbewerb ist daher der „ Erhalt und [die] Verbesserung unserer vielseitigen Standortqualitäten in der Eichsfeldregion, für einen attraktiven und eigenständigen Lebens- und Wirtschaftsraum“ (Eichsfeld aktiv 2002:25) . Dabei stehen nachhaltige Formen der Landbewirtschaftung im Vordergrund. Die Leistung der Landwirtschaft insgesamt soll beschrieben werden, um zu ihrer Diversifizierung beizutragen. Dabei sollen vor allem auch die Potenziale der Nutzung regenerativer Energien bzw. des Anbaus nachwachsender Rohstoffe stark in Betracht gezogen werden. Die regionale Identität soll gestärkt werden, um ihre positiven Aspekte im Sinne einer Stärkung der Region zu nutzen (Eichsfeld aktiv 2002).

Zur Erreichung der Ziele wird dem Vernetzungsgedanken besonderer Wert beigemessen. Vorgeschlagene Projekte sollen miteinander abgestimmt werden. Dabei nennt die Region 5 Handlungsfelder:

1. Landwirtschaft – Erzeugung – Vermarktung;
2. Freizeit und Erlebnisraum;
3. Landschafts- und Naturraum;
4. Regenerative Energien – Schonung der Ressourcen;
5. Bildungs- und Sozialraum.

Als übergreifendes Projekt ist der Ausbau eines Vermarktungsverbundes unter der Dachmarke „Eichsfeld: Aus der Region – für die Region“ zu sehen. Um die Vernetzung zu erreichen wurde der Verein „Eichsfeld aktiv – Gesellschaft zur Entwicklung des ländlichen Raums im Eichsfeld e.V.“ gegründet, der ein professionelles Regionalmanagement und –marketing etablieren möchte.

2.3 Mitgliedsbetriebe des NÖB Eichsfeld e.V.

Angeregt durch die Idee des Bundesprogramms Ökologischer Landbau[2], eine Anzahl von Demonstrationsbetrieben zu schaffen, auf denen Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch interessierte Landwirtinnen und Landwirte die Aspekte des Ökologischen Landbaus kennen lernen können, gründete sich das Netzwerk Ökologischer Landbaubetriebe im Eichsfeld zunächst als lose Interessengemeinschaft. In der Konkretisierung der Projektideen im Rahmen des Modellregionenwettbewerbs zeigte sich jedoch, dass ein Vereinsstatus wesentlich sinnvoller ist, um gemeinsame Projekte tragen zu können, so dass zum Beispiel bestimmte finanzielle Förderungen (Projektgelder in der Modellregion, steuerbegünstigte Spenden und Mitgliedsbeiträge) genutzt werden können.

Seit der Öffnung der innerdeutschen Grenze nutzten mehrere Absolventinnen und Absolventen der nahe gelegenen Universität Kassel, die am Standort Witzenhausen Ökologische Landwirtschaft studierten, die Gelegenheit Höfe und zugehöriges Land im Eichsfeld zu kaufen oder zu pachten. Insbesondere im kleinen Rahmen war dies möglich, da die Landwirtschaft in Thüringen zuvor staatlich organisiert war und bestehende LPGs naturgemäß Interesse an großen, zusammenhängenden Schlägen haben. Die von den Absolventinnen und Absolventen gegründeten Höfe hatten oftmals einen stark ideell geprägten Hintergrund, was sich an ihren Produktionsschwerpunkten, aber auch an den Inhalten des von ihnen gegründeten Vereins NÖB Eichsfeld e.V. erkennen lässt.

- Der Lindenhof (vgl. Abb. 3, Nr. 1) produziert Vorzugsmilch sowie daraus verarbeitete Produkte, wie verschiedene Käsesorten, welche zur Hälfte in Thüringen und zur Hälfte in Hessen und Niedersachsen vermarktet werden. Er stellt darüber hinaus Stutenmilch her, die deutschlandweit vermarktet wird. Stutenmilch ist von ihrer Zusammensetzung der menschlichen Muttermilch am ähnlichsten und daher als Nahrung für allergieerkrankte Kinder sehr gut geeignet.

- Die Kuhmuhne Schönhagen (2) hält eine kleine Herde der vom Aussterben bedrohten Rinderrasse Rotes Höhenvieh. Aus der Milch werden in der Hofkäserei auf Gut Hessel im Rahmen der gemeinsamen GbR verschiedene Käseprodukte hergestellt. Darüber hinaus ist hier ein Teilstandort der Fa. Dreschflegel, die biologisch angebautes Saatgut vor allem auch seltener Kulturpflanzen für Gärtnereien und Privatkunden vertreibt. Als Projekt der Modellregion Eichsfeld soll auf der Kuhmuhne Schönhagen ein Schaugarten angelegt werden, der die hiesige Vielfalt an Kulturpflanzen deutlich machen und in entsprechende Bildungsmaßnahmen eingebunden werden soll.

- Gut Hessel (3) ist der älteste unter den genannten Betrieben und steht in langjähriger Erfahrung mit biologisch-dynamischer Landwirtschaft. Neben einer großen Milchviehherde, deren Milch- und Fleischprodukte direkt vermarktet werden, werden Zuchtsauen und Mastschweine gehalten. Auch Muttersauen der Rasse „Angler-Sattel“ leben hier; einer vom Aussterben bedrohten Schweinerasse, die besonders robust ist. Ein besonderes Anliegen des Hofes sind artgerechte Tierhaltung und Kulturlandschaftsentwicklung.

- Die Baumschule im Walsetal (4) bemüht sich um Hochstammsorten und regionale Obstgehölze. Hier ist die Einrichtung eines Schaugartens mit regionalen Wildgehölzen geplant.

- Der Kastanienhof (5) ist der vereinseigene Betrieb der Lebens- und Agrarkulturellen Initiative e.V. . Neben einer kleinen, demonstrativen Landwirtschaft mit bedrohten Rassen (v.a. Thüringerwaldziege) und dem Anbau von alten Getreidesorten wie Emmer und Einkorn steht hier die Seminararbeit im Vordergrund. Der Hof baut dazu Räumlichkeiten zur Unterbringung von Gruppen aus. Hierbei werden biologische Baustoffe verwendet. Besonders aktiv ist der Verein auch im Projekt Fachwerkbörse Eichsfeld, in dem sich die Besitzer der oft denkmalgeschützten Bauernhäuser des Eichsfelds zusammengeschlossen haben, um in der Erhaltung dieser Häuser zu kooperieren. Die Lebens- und Agrarkulturelle Initiative e.V. bringt ihre Erfahrungen ein und vermittelt insbesondere biologische Baustoffe, Techniken des Lehmbaus und Farben.

- Der Inselhof (ebenfalls in 4) betreibt eine Weideschaf- und –ziegenhaltung. Weitere Standbeine des Hofes sind eine Mutterkuhherde und der Anbau von Gemüse und Getreide.

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Abb. 3 : Räumliche Verteilung der Mitglieder des NÖB Eichsfeld e.V. (eigene Zusammenstellung auf Basis von HVE 2002)

- Die Hofgemeinschaft Kuhnigunde (6) stellt Milchviehprodukte her und baut Gemüse an. Beides wird direkt vermarktet.

- Hof Richard (7) mästet 700 Schweine und hält 200 Mutterkühe. Ein wichtiges Standbein des Betriebs ist die eigene Reitpferdezucht mit ca. 40Tieren.

- Der Eichenhof (8) baut Gemüse sowie Getreide an. Der Schwerpunkt seiner Vermarktung liegt in dem Verkauf von Brotwaren.

- Rote Rübe – Schwarzer Rettich (ebenfalls in 8) baut Gemüse an und vermarktet es über Abokisten. Gemeinsam mit der Gärtnerei Paquet und dem Eichenhof wurde der Lieferservice Lotta Karotta, der vor allem im Göttinger Raum aktiv ist, aufgebaut.

- Die Gärtnerei Paquet (9) vermarktet Gemüse und hält Bienen.

- Malus (10) liegt in einem klimatisch interessanten Gebiet und ist daher in der Lage, Aprikosen zu ernten. Hauptsächlich vermarktet der Hof Saft und Gemüse aus der eigenen Gärtnerei.

- Auch der Naturkostladen Grünzentrum (ebenfalls 9) ist Mitglied im NÖB Eichsfeld e.V. .

2.4 Skizze eines Tourismuskonzepts

Unter dem Motto „Abenteuerurlaub auf Biohöfen im Eichsfeld – Landleben pur!“ möchte das NÖB Eichsfeld e.V. Touren durch das Eichsfeld anbieten, die von Biohof zu Biohof führen; außerdem Wochenaufenthalte auf biologisch bewirtschafteten Bauernhöfen. Angebote der Höfe sollen die Gäste an die positiven Effekte des ökologischen Landbaus sowie an die Unterschiede traditioneller und moderner Landbewirtschaftung heranführen. Folgende Themenschwerpunkte, die durch ein praktisches „Mitmachangebot“ gefüllt werden sollen, seien möglich:

- Tiere: Durch die vielfältige Tierhaltung der meisten Mitgliedsbetriebe (Pferde, Esel, Kühe, Ziegen, Schafe, Schweine, Hühner, Bienen, Katzen, Hunde etc.) können Unterschiede in der Haltung und Pflege nachvollzogen werden.
- Kulturpflege: Gemüse, Getreide und Obst können gepflegt oder wie auch Heu geerntet werden; Aspekte der Saat- und Pflanzgutzucht unterbreitet werden.
- Nahrungsmittelherstellung und –verarbeitung: Neben Käsen, Backen, Konservieren und Kochen kann auch die Nutzung „wilder“ Esspflanzen oder Kräuter erlebt werden.
- Wald und Holz: Pflege und Nutzen des Waldes können anhand entsprechender Arbeiten nachvollzogen werden.
- Handwerk: In den Werkstätten verschiedener Höfe können alte Handwerkstechniken (Holz-, Metallbe- und –verarbeitung, Lehmbau, Schmieden, Filzen etc.) erlernt und mit modernen Anforderungen in Zusammenhang gebracht werden.

Mit dem Tourismuskonzept sollen in erster Linie größere Gruppen, vor allem Schul- und Kindergartengruppen sowie heilpädagogisch arbeitende Gruppen, oder Familien und Vereine angesprochen werden.

3 Analyse

Im Folgenden sollen die infrastrukturellen Voraussetzungen für die beschriebene Konzeptskizze geklärt sowie die inhaltlichen Komponenten überprüft werden, wobei auch generelle Trends im Tourismus beleuchtet werden. Neben einer allgemeinen Untersuchung der Region Eichsfeld als Touristikgebiet werden nachfragerelevante Faktoren wie Zielgruppe und Konkurrenzprojekte untersucht. Anhand der hier dargestellten Fakten wird die Konzeptskizze einer Analyse unterzogen, bei der auch ökonomische Aspekte betrachtet werden sollen.

3.1 Die Region

Die Region Eichsfeld hat eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 132 EW/km² (Eichsfeld aktiv 2002)[3]. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 1208,4 km². Im thüringischen Teil (Landkreis Eichsfeld) liegt die Bevölkerungsdichte mit 121 EW/km² noch unter diesem Durchschnitt (TLS 2002/1). Der Landkreis Eichsfeld besteht aus 93 Gemeinden; 37,6% der hiesigen Bevölkerung leben in den vier Städten Heiligenstadt, Leinefelde, Worbis und Dingelstädt (TLS 2002/1); ein knappes Drittel in Dörfern mit weniger als 500 EW (Eichsfeld aktiv 2002). Die gesamte Region besteht also überwiegend aus Dörfern, in denen sich viele Bewohner mit einem Garten oder einer kleinen Landwirtschaft teilweise selbst versorgen. Der Wanderungssaldo der Jahre 1995 bis 2001 beläuft sich auf –4,04[4] ; der natürliche Saldo im selben Zeitraum auf –1,35 (TLS 2002/1). Die Abwanderung junger Menschen und damit einhergehend die Überalterung der Bevölkerung belastet die Region (Eichfeld aktiv 2002). Auch die Stadt Duderstadt in Niedersachsen wird von einem negativen Bevölkerungssaldo bestimmt (Stadt Duderstadt 2002), leicht positive Tendenzen weisen hingegen die Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen auf, bestimmt durch ihre räumliche Nähe zum Oberzentrum Göttingen (;Flecken Gieboldehausen 2002; Samtgemeinde Radolfshausen 2002).

3.2 Tourismus im Eichsfeld

Durch das reichhaltige Angebot an naturräumlichen sowie kulturellem Potenzial im Eichsfeld nimmt der Tourismus eine steigende Bedeutung als Wirtschaftsfaktor ein. Neben der abwechslungsreichen Kulturlandschaft gibt es viele sehenswerte Baudenkmäler, stimmige Ortsbilder, gelebtes Brauchtum sowie eine regionaltypische Küche, die das Eichsfeld unverwechselbar machen. In diesem Sinne ist der Name „Eichsfeld“ bereits ein Produkt, das sich mit festen Merkmalen beschreiben lässt und somit einen Vorteil in der Außendarstellung der Region bedeutet. Durch den geplanten Bau der Bundesautobahn 38 als Verbindung zwischen Halle/Leipzig und Kassel/Göttingen werden Teile der Region zukünftig stärker an andere Gebiete angeschlossen.

Das Eichsfeld wird insbesondere von Kurzurlaubern bevorzugt, die einen Wander- oder Radwanderurlaub verbringen wollen. Meist handelt es sich dabei um ältere Paare. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 3-4 Übernachtungen (TLS 2002/2).

3.2.1 Unterkunftsangebot

In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre war ein steiler Anstieg von Beherbungsbetrieben zu verzeichnen, der sich nun eingependelt hat. Die größten Bettenkapazitäten haben zum einen die reizvolle Stadt Duderstadt und ihre Umgebung und zum anderen das Heilbad Heiligenstadt. In beiden Städten finden sich mehrere Hotels. Im übrigen Gebiet dominieren hingegen die Ferienwohnungen, die vor allem auf Paare ausgerichtet sind. In den meisten Dörfern des Eichsfelds stehen Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung, die jedoch selten die Kapazität von 20 Betten übersteigen (HVE 2002). Eine Konzentration von Campingmöglichkeiten findet sich rund um den Seeburger See in der Samtgemeinde Radolfshausen. Vor allem im östlichen Teil des Eichsfelds sind touristische Angebote – wahrscheinlich aufgrund des naturräumlichen Potenzials – stärker ausgeprägt. Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nach wie vor entlang der ehemaligen Grenze, wo ein infrastruktureller Nachholbedarf besteht.

3.2.1.1 Bestehende Angebote für Gruppen

Angebote für größere Gruppen bzw. für Familien gibt es auf der Burg Bodenstein in Wintzigerode. Hier stehen mit insgesamt 42 Gästezimmern Übernachtungsmöglichkeiten für ca. 100 Personen zur Verfügung. Das Konzept ist insbesondere auf die Beherbergung erholungssuchender Familien angelegt. Der Träger, die evangelische Landeskirche, bietet Seminare und Freizeiten an. Glaubensfragen bzw. christliche Themen stehen dabei im Vordergrund. Auch auf musikalische Aktivitäten geistlicher Art wird großer Wert gelegt. Eine besondere Attraktivität gewinnt die Burg durch ihre teilweise stilechte Einrichtung sowie typische Accessoires wie Zugbrücke, Verlies und Burgmauer. und ihre Lage in einer sehr reizvollen Landschaft. Neben verschiedenen Räumlichkeiten für Freizeitangebote (Meditation, Sauna, Bibliothek, Kinderspielzimmer etc.) gibt es ein großes Freizeitgelände.

Außerhalb der thematischen Angebote steht die Burg interessierten Gruppen und Familien zur Verfügung. Dabei werden eine vollwertorientierte Verpflegung (feste Essenzeiten) und die Möglichkeit einer Kinderbetreuung geboten. Die Preise sind auf die Hauptzielgruppe der einkommensschwachen Familien ausgelegt; daher gibt es zwei Preiskategorien. Erwachsene zahlen pro Tag 26,- bis 35 €[5]. Zusätzlich wird die Preisübernahme aus einem Sozialfonds angeboten (Burg Bodenstein 2003).

Auch das Kolpingwerk bietet im Eichsfeld eine Familienferienstätte an. In der Kolping Familienferienstätte Duderstadt können bis zu 200 Menschen in Familienapartments untergebracht werden. Die Familien werden während ihres Aufenthaltes betreut; es gibt Ausflugsangebote und Aktionen für Kinder. Die Übernachtung mit Vollpension kostet für Erwachsene 36,50 €. Einige Pauschalangebote wie Malen, Yoga oder Mutter-Kind-Wochen runden das Angebot ab. Auch für Tagungen steht das Haus zur Verfügung (Kolping Familienferienzentrum Duderstadt 2003).

Das Jugendgästehaus Duderstadt hat sich auf Tagungen und Seminare, insbesondere für (internationale) Jugendgruppen spezialisiert. Es bietet 130 Betten – hauptsächlich in Doppelzimmern – und eine moderne Einrichtung und Ausstattung, auch bezüglich neuer Medien. Der Preis pro Tag beträgt 19 Euro. Zusätzlich gibt es das Angebot in einem Zeltdorf zu übernachten und sich selbst zu verpflegen. Tagungsräume stehen für mehr als 500 Menschen zur Verfügung (Jugendgästehaus Duderstadt 2003). Das angegliederte Europadorf ist behindertengerecht ebenerdig eingerichtet (84 Betten), ebenso wie auch die meisten Seminarräume des Jugendgästehauses. Hinzu kommen Funktionsräume und eine Freizeitanlage, die auf die Bedürfnisse von Jugendlichen zugeschnitten sind (Stadt Duderstadt 2003).

Ebenfalls in Duderstadt befindet sich das Malteser Schulungszentrum, das 30 jungen Menschen gegen eine Tagesgebühr von 18 € Platz bietet (Stadt Duderstadt 2003).

Das Schullandheim Ershausen hat 30 Betten in 7 Zimmern und bietet zu einem Preis von 7,- € pro Tag themenspezifische Projektwochen an (vgl. Kap. 3.2.1). Ein weiteres Schullandheim in Hundeshagen (82 Betten, Wochenpreis ca. 80,- € für ein themenorientiertes Angebot) bietet der Verein Big Dipper, der in Kap. 3.2.1 näher vorgestellt wird.

In Martinfeld gibt es eine Jugendherberge in einem ehemaligen Schloss. Hier finden in 1- bis 4-Bett-Zimmern bis zu 82 Personen Platz (16,- € Übernachtung mit Frühstück) (DJH 2002).

Die Bildungs- und Ferienstätte Eichsfeld (BFE) in Uder bietet in 12 Häusern Platz für jeweils 6-7 Personen. Hier kostet die Übernachtung mit Vollpension für einen Erwachsenen 32 €. In 2003 werden einige Häuser um- bzw. neugebaut, womit versucht wird, dem wenig ansprechenden optischen Eindruck der Anlage entgegenzuwirken. Getragen wird die Einrichtung von der Katholischen Landvolkshochschule. Zielgruppe sind auch hier (einkommensschwache) Familien bzw. Alleinerziehende. Zusätzlich werden inhaltliche Angebote für Vater-Kind-Gruppen bzw. für Großeltern mit ihren Enkeln gemacht (BFE 2003).

3.2.2 Infrastruktur

Schwächen in der Region zeigen sich vor allem im Hinblick auf Vernetzungs- und Kooperationsaktivitäten. Die Angebote im ländlichen Raum sind nur wenig bekannt und werden nicht oder nicht einheitlich beworben. Auch Hinweise auf touristische Einrichtungen wie Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten fehlen oft. Es gibt ein geringes Freizeitangebot im Hinblick auf Sportstätten, Schwimmbäder oder kulturelle Einrichtungen wie Kinos und Theater (Eichsfeld aktiv 2002). Auch das Rad- und Wanderwegenetz ist unzureichend, wird jedoch aktuell ausgebaut. Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal betreibt einen WanderBus (vgl. Kap. 3.2.1); ansonsten muss das ÖPNV-System im Eichsfeld als unzureichend bezeichnet werden.

Die agrarstrukturelle Umwandlung im Eichsfeld ist noch nicht abgeschlossen. Die meisten der Dörfer im Umkreis von Göttingen unterlaufen der Gefahr, sich zu reinen „Schlafdörfern“ zu entwickeln, da ihre Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer Arbeitsmarktaktivität auf die Stadt Göttingen ausgerichtet sind. Im östlichen Teil des Eichsfelds hingegen gibt es landwirtschaftlich genutzte Gebiete, die durch ihre große Schlagfläche und die Produktion von Monokulturen dem ästhetischen Anspruch von Touristinnen und Touristen nicht entsprechen und zudem das ökologische Gleichgewicht gefährden.

3.2.3 Institutionen und Projekte

Neben seiner abwechslungsreichen Kulturlandschaft besticht das Eichsfeld durch die Vielzahl der vorhandenen Fachwerkdörfer, Burgruinen und interessanten Naturdenkmäler; insbesondere Felsformationen. Der Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld e.V. (HVE) bewirbt in seiner Internetpräsentation diese Vorzüge des Eichsfelds. Im Norden der Region befindet sich der Seeburger See, der mitsamt seiner direkten Umgebung von seinem Selbstverständnis her weniger dem Eichsfeld zuzuordnen ist, sondern vielmehr eine eigene Region bildet. Hier dominieren vor allem Angebote im Campingbereich. Teile dieser Gegend sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen, was sich in der Tourismuswerbung jedoch sehr marginal niederschlägt. Im Ort Ebergötzen befinden sich das Europäische Brotmuseum sowie die Wilhelm-Busch-Mühle , die in ihrer Orientierung weniger auf die Region Eichsfeld, sondern vielmehr auf Touristen aus dem Raum Göttingen ausgerichtet sind, wohin z. B. eine Busverbindung besteht (Brotmuseum Ebergötzen 2002).

Neben diesen Ausflugszielen gibt es einige tourismusorientierte Projekte, welche ähnliche Themen wie das NÖB Eichsfeld e.V.– Natur, Landwirtschaft, Handwerk, Umweltbildung – zum Inhalt haben. Sie sollen im Folgenden kurz dargestellt werden.

Die Heinz-Sielmann-Stiftung auf Gut Herbigshagen

Auf dem Gut Herbigshagen bei Duderstadt wird von der Heinz-Sielmann-Stiftung[6] ein Natur-Erlebniszentrum betrieben. Auf einer großräumigen Fläche mit einem Gutshof als Zentrum können Besucher auf einem gestalteten Rundweg verschiedene Stationen besuchen, die Einblick in Naturschutz, Landwirtschaft und Landschaftspflege geben und das sinnliche Erleben in den Vordergrund stellen (z. B. Barfußpfad; Vogelbeobachtungsstation; Bauerngarten; Trockenmauer; Streuobstwiese; bedrohte Nutztierrassen etc.). Während der warmen Monate wird zusätzlich ein Café betrieben. Neben diesem Rundweg, der jederzeit besucht werden kann, werden von der Heinz-Sielmann-Stiftung Erlebnistage und Seminare für Kindergartengruppen, Schulklassen oder Multiplikatoren angeboten, ebenso thematische Klassenfahrten. Das Gut ist mit Seminarräumen und PC-Arbeitsplätzen ausgestattet. Unterbringungsmöglichkeiten ergeben sich in dem guteigenen Zeltdorf „Dachsburg“, das aus fünf Jurten besteht (ca. 35 Personen), oder in dem nahegelegenen Europadorf in Duderstadt (Heinz-Sielmann-Stiftung 2002).

Thematisch arbeitet Gut Herbigshagen eng mit dem Bärenpark Worbis zusammen.

Der Bärenpark Worbis

Etwa 15 km von Gut Herbigshagen entfernt befindet sich auf einer 40.000 qm großen Freifläche der Bärenpark Worbis, in dem Bären in einer der Natur nachempfundenen Umgebung mit Teichen, Felshöhlen und Mischwald beobachtet werden können. Im gleichen Gehege wird ein Wolfsrudel gehalten. Ein Informationspfad dient der Aufklärung der Besucher. Auch Affen, Füchse und Fasane sowie einen Streichelzoo mit Ziegen und Schafen gibt es im Bärenpark, ebenso einen historischen Bauerngarten (Heinz-Sielmann-Stiftung 2002).

Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal und der Nationalpark Hainich

Der Nationalpark Hainich liegt eingebettet in den Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Dieser wird von langgezogenen bewaldeten Hügelketten und dem tief zerteilten Muschelkalkplateaus des Eichsfelds geprägt und bildet ein naturräumlich und klimatisch zusammenhängendes Gebiet, das von nur wenigen Straßen zerschnitten und im Westen durch die Werra begrenzt wird. Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal umfasst 860 km² und 106 Gemeinden mit mehr als 70.000 EW (Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal 2002). Der Nationalpark Hainich stellt dabei ein Rückzugsgebiet für seltene Tier- und Pflanzenarten dar, das von menschlichen Einflüssen freigehalten wird. Im Naturpark hingegen sollen Mensch (v.a. in landwirtschaftlicher Tätigkeit) und Natur in Einklang gebracht werden sollen, wozu sich in erster Linie touristische Projekte anbieten, welche die gegebenen Naturschönheiten effektiv nutzen können. Dazu werden folgende übergreifende Projekte angeboten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal(NATURPARK EICHSFELD-HAINICH-WERRATAL 2002)

1. Der Naturpark-Wanderweg

Der Wanderweg verbindet die Städte Heiligenstadt und Creuzburg auf einer Länge von über 100 km. Hier werden auch geführte Wanderungen angeboten oder in Orten entlang der Strecke Vorträge zum Naturpark durch Mitarbeiter der Naturparkverwaltung gehalten.

2. Infozentren

Im Naturparkzentrum in Fürstenhagen befindet sich ein zentrales Besucher- und Informationszentrum mit einem Naturerlebnisraum, einem traditionellen Bauerngarten, einem Teich sowie einem Duft- und Tastgarten. Auch in den Orten Treffurt, Creuzburg und Kammerforst werden in kleineren Zentren Bildungsangebote bereitgestellt.

3 Der WanderBus

An Wochenenden wird innerhalb des Naturparks der WanderBus angeboten, der sich zum einen an die Menschen der Region, zum anderen durch den Anschluss an Bahnhöfe auch an Touristen richtet. Ein flexibles Angebot besteht jedoch nur im Unstrut-Hainich-Kreis, der östlich vom Eichsfeld liegt. Im Landkreis Eichsfeld verkehrt der WanderBus etwa 10 x im Jahr im Zusammenhang mit geführten Wanderungen und bietet dabei nur die Rückkehr zur Ausgangsstation an. Als Projekt der Modellregion wird die Nutzung des WanderBus aktuell untersucht, um diese Angebot zu optimieren.

4. Umweltbildung für Kinder und Jugendliche

Rund um Fürstenhagen werden für Schulklassen eintägige Naturerlebnistage durch Mitarbeiterinnen der Naturparkverwaltung angeboten.

Der Verein VDF - Verein der Freunde des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal und des Nationalparks Hainich e.V. - koordiniert die Angebote des Naturparks und bietet zudem Hilfe bei der Quartiersuche . Die entsprechende Homepage im Internet ist bisher allerdings sehr unübersichtlich und wenig ansprechend gestaltet.

Big Dipper e.V.

In der thüringischen Stadt Nordhausen hat der Verein Big Dipper[7] e.V. seinen Sitz. Hauptinhalt der Vereinsarbeit sind erlebnispädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche, die in mehreren Einrichtungen innerhalb Thüringens angeboten werden. Schwerpunkt dieser Arbeit sind landwirtschaftlich-handwerkliche Komponenten, unter anderem wird auch ein Erlebnisbauernhof (Kleinberndten) angeboten (Big Dipper 2002). Zwei der von Big Dipper e.V. geführten Institutionen liegen innerhalb der Region Eichsfeld

1. Das Schullandheim Hundeshagen

Seit dem 1. Juli des Jahres 2002 wird das Schullandheim Hundeshagen geführt, das an der Landesgrenze zu Niedersachsen liegt. Hier gibt es thematische Projektwochen für Gruppen oder Familien; in erster Linie jedoch für Schulklassen. Insbesondere werden Projekte zum Natur- und Umweltschutz, zur Gesundheitserziehung sowie zur Flora, Fauna, Geografie oder Geschichte des Eichsfelds angeboten.

2. Klostergut Beinrode

Auf Gut Beinrode dreht sich alles um das Landleben und die Arbeit in historischen Werkstätten. Hier sind für Kinder und Jugendliche sowohl der Zugang zu Nutztieren möglich als auch das Erlernen alter Handwerkstechniken, insbesondere in Schmiede und Tischlerei. Auch Bastelmöglichkeiten und Angebote zur Lebensmittelverarbeitung werden bereitgehalten. In einer handwerklich orientierten Landwirtschaft können Produktionsprozesse miterlebt und alte Landmaschinen bestaunt werden. Gut Beinrode dient in erster Linie der Berufsorientierung sozial benachteiligter Jugendlicher (Big Dipper 2003).

Schullandheim Ershausen

Das bereits erwähnte Schullandheim Ershausen bietet für seine Zielgruppen thematische Projektwochen an, die Umwelt, Landwirtschaft und Handwerk zum Inhalt haben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld (HVE)

Auf seiner Website stellt der HVE Aspekte des Eichsfelds dar, indem sie verschiedenen Sinnen zugeordnet werden. Das Motto des Verbandes heißt dementsprechend: Die Sinne neu erleben – Riechen – Sehen – Hören – Schmecken – Fühlen – Entdecken. Die Rubriken werden dabei wie folgt gebildet:

- Riechen: Landschaft und Natur
- Sehen: Sehenswürdigkeiten und Geschichte
- Hören: Kultur und Überliefertes
- Schmecken: Gastlichkeit und Eichsfelder Küche
- Fühlen: Aktivurlaub, Erholung und Kur
- Entdecken: Der Weg zu uns – Veranstaltungen und mehr

Die Homepage ist einfach unter der URL www.eichsfeld.de zu finden, so dass interessierte Touristen hier schnell, umfassend und gut strukturiert informiert werden. Der HVE bietet verschiedene Pauschalarrangements im Eichsfeld an. Das Angebot „Natürlich genießen“ beispielsweise beinhaltet 2 Übernachtungen und 2 Abendessen mit regionalen Spezialitäten, 1 Besuch auf einem Bauernhof und 1 Führung im Heinz-Sielmann-Natur-Erlebniszentrum oder im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Es ist offen für 12 Personen und kostet 105,- € pro Person. Das Angebot gilt ganzjährig. In einem Benediktinerkloster wird ein Nichtraucherwochenende angeboten, wobei tägliche halbstündige Gartenarbeit zum Programm gehört. Viele der Angebote sind wellnessorientiert oder stellen die besonderen Gegebenheiten des historischen Eichsfelds heraus (Grenzlage, katholische Exklave). Rustikale Angebote bietet die Gaststätte „Klausenhof“ unterhalb der Burgruine Hanstein im westlichen Teil des Eichsfeldes. Hier wird beispielsweise eine Eselwanderung oder eine Übernachtung im Stroh angeboten. Auch Ritterspiele gehören dazu. Alte Handwerkstechniken finden sich ebenfalls; beispielsweise gibt es ein Angebot „Urlaub auf dem Lande“, das Wanderungen mit der Verarbeitung von Wolle (Spinnen, Stricken, Filzen) kombiniert. Allgemein lassen sich die angebotenen Programme nicht einer bestimmten Gruppe zuordnen, sondern stellen vielmehr einen Versuch dar, für jeden das Richtige zu bieten. So gibt es auch Golf- oder Kegelwochenenden bzw. Einladungen zu besinnlichen Ostertagen etc. (HVE 2002).

Im Rahmen des Bundeswettbewerbs Regionen aktiv möchte der HVE ein einheitlicheres Bild des Eichsfeld entwickeln und vermarkten. Zum einen soll der Absatz regionaler Produkte an Tourismusbetriebe, insbesondere Gaststätten und Hotels, gefördert werden; zum anderen wird ein Leitfaden zur „Erlebniswelt Eichsfeld“ geplant (Eichsfeld aktiv 2002).

Erzeugerbörse Eichsfeld

Der HVE arbeitet neben Tourismusanbietern eng mit dem Bauernverband sowie dem Landwirtschaftsamt im Landkreis Eichsfeld und der Landwirtschaftkammer in Göttingen zusammen. So wurde ein regionales Gütezeichen für Eichsfelder Produkte entwickelt. Landwirtschaftliche Betriebe, die das patentierte Zeichen verwenden, müssen transparente und umweltschonende Produktionswege aufzeigen. Diese Betriebe bilden die sogenannte Erzeugerbörse Eichsfeld. Sie möchten mit ihren Produkten den Charakter und die Geschichte der Region pflegen (HVE 2003).

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Abb. 6: Logo der Erzeugerbörse Eichsfeld (HVE 2003)

Innerhalb von Eichsfeld aktiv soll ein Mitarbeiter angestellt werden, der sich um die Schaffung einer Vernetzungsstelle bemüht. Dabei steht im Vordergrund, die Bindungen zwischen Erzeugerbörse Eichsfeld und dem NÖB Eichsfeld e.V. zu intensivieren und gemeinsame Vermarktungsstrategien zu entwickeln. Darüber hinaus soll in dieser Vernetzungsstelle die Direktvermarktung auf den Höfen durch die Errichtung kleiner Hofläden, die Planung für Routen für den mobilen Vertrieb sowie die Gestaltung von Hoffesten unterstützt werden. Neue Produkte sollen nicht zuletzt durch eine enge Kooperation mit dem HVE vermarktet und gefördert werden (Eichsfeld aktiv 2002).

3.3 Trends im Tourismus

Die bisherigen Angebote insbesondere des HVE spiegeln aktuelle Trends im Tourismus deutlich wider. Zum einen werden Pauschalangebote mehr und mehr geschätzt. Der heutige Kunde möchte keine langwierige Urlaubsplanung vornehmen. Ein fertiges Paket, das über das Reisebüro oder im Internet angeboten ist, wird sehr gerne gesehen. Der Trend geht dabei zu Kurzreisen im Umfang von 3 bis 4 Tagen. Die wichtigsten Größen im Tourismusgeschäft sind aktuell Kultur-, Event- und Erlebnistourismus. Auch Natur- und Landschaftserlebnis in Verbindung mit Wellness sind sehr bedeutend. Weiterhin ist das Inland das beliebteste Reiseziel der Deutschen (Schörcher 2003).

Der Tourismus nach Europa steigt in den letzten Jahren an. Ein Wachstum um jährlich 3 % wird bis zum Jahr 2020 prognostiziert. Trotz erschwerter weltweiter Rahmenbedingungen durch Rezession und Terrorangst kann von einer guten Prognose ausgegangen werden. Insbesondere die Bewohner der Nachbarländer besuchen Deutschland. Am beliebtesten sind dabei – mit knapp 50 % - Städtereisen, vorzugsweise nach Berlin. An zweiter Stelle folgen die nördlichen, küstennahen Gebiete. Neben Familienreisen finden vor allem Geschäftsreisen statt, die durch den Besuch von Tagungen oder Kongressen bedingt sind (Schörcher 2003).

Je nach Art der Reise ergeben sich unterschiedliche Ansprüche. In einer Studie zum Urlaub auf dem Bauernhof stellte der ADAC 1991[8] fest, dass Nutzer dieser Angebote vor allem folgende Wünsche haben:

- einen Einblick in den Alltag im Urlaubsgebiet;
- eine nette Unterkunft mit familiärer Atmosphäre;
- einheimische Spezialitäten und landestypische Produkte sowie
- einen starken Bezug der Gastgeber zu der sie umgebenden Natur.

Dabei erwarten sie einen möglichst kleinstrukturierten Hof ohne Intensivtierhaltung und mit einem reichhaltigen Angebot an „streichelbaren“ Kleintieren. Für Kinder muss ausreichend Platz zum Toben und Spielen vorhanden sein. ohne dass Verletzungsgefahr besteht. Gerade auf biologischen Höfen gehört außerdem die Ausstattung mit Vollholzmöbeln zu den an sie herangetragenen Ansprüchen (DLZ 1994).

Aber auch auf dem idyllischsten Hof möchten Urlauber nicht ihre gesamten Ferien verbringen. Möglichkeiten zu Ausflügen in die nähere Umgebung müssen daher ebenso vorhanden sein wie ein ausreichendes Dienstleistungs- (Ärzte, Apotheken, Friseure, Restaurants, etc.) und Schlechtwetterangebot (Museen, Schwimmbäder).

Abgesehen von Jugendgruppen muss heutzutage davon ausgegangen werden, dass Urlaubsgäste sowohl ihre eigenen sanitären Anlagen haben als auch von festen Essenszeiten unabhängig sein möchten. In themengebundenen Freizeitangeboten mag letzterer Aspekt weniger relevant sind, aber auch hier gilt, dass Raum für individuelle Bedürfnisse bleiben muss.

3.4 Voraussetzungen im NÖB Eichsfeld e.V.

Die Mitgliedsbetriebe des NÖB Eichsfeld e.V. sind nicht auf Tourismus ausgerichtet. Es stehen keine oder höchsten sehr karge Übernachtungsmöglichkeiten (Strohscheune, Matratzenlager) zur Verfügung; es fehlen sanitäre Einrichtungen und entsprechende Küchen zur Verpflegung. Auch gibt es nur wenig Erfahrung im Umgang mit Tourismus, wenngleich auch einige Höfe bereits Führungen veranstaltet oder beispielsweise zum „Schaukäsen“ eingeladen haben. Die Tourismusskizze ist daher vor allem aus der Idee entstanden, der Bevölkerung Belange des ökologischen Landbaus näher zu bringen. Im Gespräch mit dem NÖB Eichsfeld e.V.-Vorstand zeigte sich, dass die Motivation der Betriebsleiterinnen und –leiter auf den einzelnen Höfen unterschiedlich ist. Manche sehen in touristischen Angeboten eine Bereicherung, andere lehnen sie als zusätzlichen Zeitaufwand ab.

3.5 Komponenten der Konzeptskizze

Innerhalb eines Tourismuskonzepts gilt es bestimmte Aspekte zu berücksichtigen. Dies sind neben infrastrukturellen Voraussetzungen und notwendigen baulichen Maßnahmen die Ausrichtung auf eine bestimmte Zielgruppe, die zu erwartenden ökonomischen Effekte sowie ein Blick auf die Konkurrenzsituation.

3.5.1 Bauliche Maßnahmen

Wie bereits erwähnt, fehlt es den Höfen an notwendigen Einrichtungen für ein touristisches Angebot. Gerade für eine Unterbringung über Nacht wären einschneidende bauliche Maßnahmen notwendig. Neben der Bereitstellung von Zimmern ist es für ein Tourismusangebot mit Übernachtung natürlich unerlässlich, entsprechende Ess- und Aufenthaltsräume sowie hinreichende sanitäre Anlagen zur Verfügung zu stellen. Aber auch im Außenbereich müssen bauliche Maßnahmen getroffen werden. Zum einen gilt es zu überprüfen, welche baulichen Änderungen notwendig sind, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten, zum anderen müssen im Außenbereich Sitzgelegenheiten und Spielmöglichkeiten für Kinder vorhanden sein.

3.5.2 Infrastruktur

Keiner der Höfe ist in befriedigender Weise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Somit müsste auch die Anlage von Parkplätzen in ein Konzept einbezogen werden. Das Dienstleistungs- und Ausflugsangebot ist in der Umgebung der Betriebe genauso schwach ausgeprägt wie im gesamten Eichsfeld. Die Höfe liegen vielmehr oft etwas abgelegen; dafür in landschaftlich besonders reizvollen Lagen.

3.5.3 Die Zielgruppe

Die größten Schwächen zeigt die Konzeptskizze im Hinblick auf die beschriebene Zielgruppe. Dabei fließt zwar ein, dass insbesondere Kinder sich sehr gerne auf einem Bauernhof aufhalten und die angebotenen Tätigkeiten auch schätzen werden; jedoch ist völlig unklar, in welchen Rahmen diese Angebote eingebunden sein sollen.

Auch in der Heilpädagogik erfahren landwirtschaftliche Tätigkeiten wegen ihrer therapeutischen Wirkung große Anerkennung. Ein Tourismusangebot, das sich auf solche Gruppen richtet, muss aber besondere Ansprüche dieser Zielgruppe berücksichtigen.

Insgesamt ist die Festlegung auf eine Zielgruppe noch unklar. Der Versuch, größere Gruppen pauschal abzudecken, macht es schwierig, individuelle Ansprüche zu befriedigen.

3.5.4 Ökonomie

Zu ökonomischen Vorstellungen werden keine Aussagen getroffen, weder hinsichtlich der Preisgruppen, die angestrebt sind, noch in Bezug auf die Investitionsbereitschaft der einzelnen Betriebe bzw. des Vereins. Die finanzielle Situation der kleinstrukturierten Betriebe muss als knapp bezeichnet werden, so dass es wenig Spielraum für Investitionen gibt. Bei Angeboten mit Übernachtung kann davon ausgegangen werden, dass knapp die Hälfte des Jahres belegt sein muss, um schwarze Zahlen zu schreiben (DLZ 1994).

3.5.5 Der Markt

Gerade für Kinder und Jugendliche gibt es im Eichsfeld und seiner Umgebung ausreichend Angebote im Bereich Bildung über (ökologische) Landwirtschaft. Neben der Arbeit der Heinz-Sielmann-Stiftung, die auf den Besuch von Schulklassen ausgerichtet ist, sowie den beiden Schullandheimen und dem Klostergut Beinrode im Eichsfeld selbst, gibt es in unmittelbarer Nähe zu den Mitgliedsbetrieben des NÖB Eichsfeld e.V. den Schulbauernhof Hutzelberg, der im Osten Nordhessens nahe des Eichsfelder Lindenhofs liegt und mit diesem auch bereits zusammengearbeitet hat. Der Hutzelberghof ist in Nordhessen und Südniedersachsen sehr bekannt und aufgrund seiner regen Öffentlichkeitsarbeit eine der ersten Adressen für Schulausflüge und Klassenfahrten, die sich thematisch mit der Landwirtschaft auseinandersetzen wollen. Auch sein Angebot für Familien in den Schulferienzeiten wird gerne angenommen.

Vor allem im Raum Duderstadt muss dieser Markt daher als vorerst gesättigt angesehen werden. Allerdings liegt dort nur ein Mitgliedsbetrieb des NÖB Eichsfeld e.V.

4 Bewertung der Konzeptskizze

Anhand der vorangestellten Aussagen zeigt sich, dass die Skizze des Tourismuskonzepts in mehrerer Hinsicht zu kurz greift. Sie ist aus der idealistischen Motivation des NÖB Eichsfeld e.V. entstanden und legt daher großen Wert auf umweltpädagogische Maßnahmen. Dabei ist – vor allem in Verbindung mit der ökonomischen Seite – jedoch zu klären, ob das NÖB Eichsfeld e.V. in erster Linie in gemeinnütziger Absicht Aufklärungsarbeit leisten möchte oder ob vielmehr der Tourismus ein zusätzliches ökonomisches Standbein für die Höfe werden soll.

Zur Entwicklung eines wirksamen Konzepts muss das NÖB Eichsfeld e.V. zunächst noch viele Aspekte besprechen. Dazu gehört vor allem die Frage, wie groß die Motivation ist, Gäste auf dem Hof zu haben. Diese Frage muss jeder Betrieb allen seinen Mitgliedern stellen, denn nur wenn alle immer freundlichen zu den Gästen sind, hat das Angebot eine Chance. Nur so ist ein freundlicher Umgang mit den nicht immer zurückhaltenden Gästen gewährleistet. Gerade abendliche Angebote werden bei einem Übernachtungsaufenthalt geschätzt; auch hierfür muss also noch ausreichend Kraft und Engagement vorhanden sein. Angesichts der Aussagen des NÖB Eichsfeld e.V. Vorstands kann nicht davon ausgegangen werden, dass diese Ausgangslage überall gegeben ist. Gerade bei einem Angebot mit Unterbringung und Verpflegung bedeutet Tourismus auch eine Vielzahl an Reinigungsarbeiten. Wer niemandem hinterher putzen möchte, ist als Tourismusanbieter sicherlich nicht geeignet.

Weiterhin muss das NÖB Eichsfeld e.V. herausfinden, wie viel Zeit und Geld die einzelnen Betriebe in den Tourismus stecken möchten. Dies betrifft nicht nur notwendige Umbauten. Zur Kalkulation der notwendigen Arbeitszeit gehört der unmittelbare Umgang mit Touristen auf dem Betrieb, das „Schwätzchen“ zwischendurch. Für eine ausreichende Verpflegung müssen Lebensmittel besorgt werden, es gilt Anmeldungen zu bearbeiten und Buch zu führen. Um Qualitätsstandards zu genügen, müssen wiederkehrende Reparaturarbeiten einbezogen werden, ebenso wie die Kundenpflege durch Werbemaßnahmen, sofern diese nicht an das NÖB Eichsfeld e.V. ausgelagert werden. Wiesen müssen zum Spielen gemäht werden, der Hof muss aufgeräumt sein, etc. . Qualitätsansprüche sollten niemals unterbewertet werden. Nur zufriedene Gäste kommen wieder bzw. empfehlen das Angebot weiter. Auch muss beachtet werden, inwieweit gewerbliche Tätigkeiten – bspw. das Anbieten von Kursen oder der Verkauf von Getränken und Speisen – in das Konzept involviert sind. Sie sind genauso einzukalkulieren wie evtl. greifende Hygienevorschriften.

Es wurde deutlich, dass die Region Eichsfeld infrastrukturelle Schwächen aufweist, die auch das NÖB Eichsfeld e.V. betreffen. Für den typischen Urlaubsgast auf dem Bauernhof sind die Betriebe wegen des mangelnden Dienstleistungs- und Ausflugsangebot in der näheren Umgebung weniger geeignet. Gerade Familien mit Kindern möchten auch einmal ins Schwimmbad oder in die Eisdiele gehen. Da sie solche Wege immer mit dem Auto machen müssten, muss einkalkuliert werden, dass entsprechende Parkplätze pro Familie zur Verfügung stehen müssen. Oder ist der Hof eigentlich nur für einen Besuch per Rad oder zu Fuß geeignet? Muss jeder Gast, der mit der Bahn kommt, abgeholt werden? Gerade unter den Anforderungen eines als nachhaltig zu bezeichnenden Tourismus muss die Klärung der Verkehrsmittel vorrangige Bedeutung haben.

Besonders hinsichtlich der Zielgruppe hat sich das NÖB Eichsfeld e.V. bisher zu wenig Gedanken gemacht. Für Familien mit Kindern, Schulklassen oder Jugendgruppen gibt es starke Konkurrenzangebote in der näheren Umgebung, die sich zudem in einer günstigen Preislage befinden. Hier ein Angebot zu konstruieren, das auch Gewinne einfährt, gestaltet sich schwierig. In den Vermietungskosten müssen auch Wasser- und Stromnutzung, Wärme, Kosten der Müllabfuhr, Reinigungsmittel sowie evtl. Anteile an Versicherungen enthalten sein. Werden diese Kosten zu hoch, stellen Touristen hohe Qualitätsansprüche an die Art der Unterkunft. Werden andererseits nur Menschen angesprochen, die sich ein karges, fast asketisches Urlaubsdomizil wünschen, ist fraglich, ob damit ausreichend Einnahmen erzielt werden können. Angesichts der reichhaltigen Angebote in der Region, die durch Umweltherbergen und –bildungszentren in Nordhessen und Südniedersachsen noch ergänzt werden, ist von einem weiteren Angebot für Schulklassen oder Jugendgruppen, die vor allem in Umweltfragen (wozu auch die Ökologische Landwirtschaft zählt) sehr begehrt sind, abzuraten. Hinzu kommt, dass das Konzept damit an der tatsächlichen Situation im Eichsfeld vorbeigeht (vgl. Kap. 3.2.). Statt eines weiteren Angebots für Jugendliche und Kinder sollten vielmehr neue Zielgruppen erschlossen werden (vgl. Kap. 5). Auch im Hinblick auf heilpädagogische Gruppen stellt sich die Frage, ob das NÖB Eichsfeld e.V. deren Ansprüche erfüllen kann. Zum einen ist fraglich, ob die Nachfrage groß genug sein wird, denn wenn auch Landwirtschaft in der Beschäftigungstherapie gern eingesetzt wird, ist sie vielleicht das falsche Themenfeld in einer Urlaubssituation. Zum anderen müssen gerade auch hier die Ansprüche an die Ausstattung befriedigt werden. Es erfordert zudem eine besonders große Bereitschaft der Mitgliedsbetriebe des NÖB Eichsfeld e.V., geduldig und tolerant mit ihren Gästen umzugehen.

Aber erst, wenn klar ist, welche Zielgruppe angesprochen werden soll bzw. was sich die Betriebe von dem Tourismuskonzept versprechen, können weitere Schritte geplant werden. Je nach Zielgruppe variieren die Angebote der Höfe bzw. sind verschiedene Unterbringungsmöglichkeiten wichtig. Je nach Zielgruppe kann das Konzept verbreitet werden und gezielt Kunden ansprechen.

Auch muss die Orientierung auf eine Gruppe mit der Ausstattung abgeglichen werden. Familien werden einen höheren Anspruch an Komfort haben als Jugendgruppen. Während für erstere Schlaf- und Aufenthalts- bzw. Essräume sowie zusätzlich sanitäre Anlagen, die heutige Ansprüche jenseits der Gemeinschaftsdusche befriedigen, geschaffen werden müssten, wären letztere vielleicht mit der Übernachtung im Heu oder im Zeltlager auf der Wiese mit Komposttoilette und kaltem Wasser zufrieden. In jedem Fall kann auch im Sommer nicht mit garantiertem schönen Wetter gerechnet werden, so dass Maßnahmen für nasse Perioden getroffen werden müssen, wenn die Wiese aufweicht und die schlechte Stimmung steigt. Darüber hinaus müssen auch Gruppen sich versorgen können. Es ginge an den Zielen des NÖB Eichsfeld e.V. vorbei, wenn sie sich zwar auf einem biologisch wirtschaftenden Betrieb aufhalten, sich gleichzeitig aber nur im Discounter versorgen können, weil kein Naturkostangebot in der Nähe zu finden ist.

Auch gilt es unter ökonomischen Gesichtspunkten zu beachten, dass eine gewisse Belegungszeit notwendig ist, um einen Gewinnbeitrag zu erzielen. Bei Anbietern von „Urlaub auf dem Bauernhof“ mit entsprechenden Apartments bzw. Zimmern entsprechen dabei 150 Belegungstage/Jahr der Gewinnschwelle (DLZ 1994). Je nach geplanten Investitionen und dem Arbeitsaufwand pro Gast bzw. Gruppe muss das NÖB Eichsfeld e.V. hier überprüfen, ob die notwendigen Belegungstage auch gewährleistet werden können oder wodurch anderenfalls das Angebot bezuschusst werden könnte. Allerdings ist davon abzuraten, ein Konzept zu erstellen, dass dauerhafte finanzielle Unterstützung voraussetzt, weil dann wenig Planungssicherheit besteht.

In seiner Konzeptskizze hat das NÖB Eichsfeld e.V. bisher zwei Linien entwickelt; zum einen Touren von Hof zu Hof, zum anderen Wochenaufenthalte auf den Betrieben. Von letzterem ist uneingeschränkt abzuraten, da sowohl große bauliche Maßnahmen notwendig sind als auch andere Voraussetzungen gelten müssten. Neben einer jeweiligen Ansprechperson vor Ort, die vor allem die Haushaltsarbeiten in der Gästebetreuung übernimmt, fehlt es bisher im Eichsfeld an notwendigen Dienstleistungsangeboten für den Urlaub auf dem Bauernhof.

Regional gesehen herrscht jedoch eine günstige Ausgangssituation. Durch die ehemalige Grenzlage konnten sich wertvolle Biotope entwickeln, zudem bietet das Eichsfeld mit seiner landschaftlichen Ausformung, dem historischen Fachwerk und der intensiven Pflege regionaler Kultur – u.a. katholischer Rituale – einen großen Anreiz für ökologisch und historisch interessierte Besucher. Im Rahmen von Eichsfeld aktiv wurde aktuell Lehrmaterial über die Geschichte der Landwirtschaft in der Region seit 1945 erstellt (BMVEL 2003); eine gute Dokumentationsgrundlage, um Geschichte direkt erlebbar zu machen Darüber hinaus kann man in den Dörfern des Eichsfelds zum Teil das Gefühl erlangen, die Zeit sei stehen geblieben – eine reizvolle Attraktion für Urlauber. Gerade im infrastrukturell noch wenig entwickelten südwestlichen Teil des Eichsfelds herrschen diese Verhältnisse vor. Aufgrund der räumlichen und der Konkurrenzsituation sollte sich das NÖB Eichsfeld e.V. vor allem auf diesen Teil der Modellregion konzentrieren und hier ein eigenes Angebot schaffen.

Durch die geplante BAB 38 wird sich in den nächsten Jahren einiges in diesen Gebieten entwickeln; allerdings nicht immer zum Vorteil des Tourismus. Zwar werden die Betriebe eventuell leichter erreichbar sein, zum anderen verlieren sie teilweise ihren zurückgezogenen Charakter. Typische Begleiterscheinungen einer Autobahn wie Schnellimbiss und Großdiscounter widersprechen der Präsentation des Eichsfelds als Landschaftsidylle.

Insgesamt ist die Idee eines Tourismusangebots im NÖB Eichsfeld e.V. bisher noch zu wenig konturiert. Es gilt sie in den Mitgliederversammlungen des NÖB Eichsfeld e.V. – nach Möglichkeit unter Zuhilfenahme professioneller Moderation – weiterzuentwickeln. Dabei müssen folgende Aspekte berücksichtigt werden:

1. Wie groß ist die Motivation der Betriebe und der auf ihnen lebenden Menschen mit Fremden umzugehen? Sind alle bereit ihre Zeit bereitzustellen, auch abends und am Wochenende? Ist die Bereitschaft vorhanden, die notwendigen Reinigungsarbeiten durchzuführen?
2. Möchten die Mitgliedsbetriebe Umweltbildung betreiben oder mit dem Tourismus ein neues finanzielles Standbein gewinnen?
3. Wie groß ist die Investitionsbereitschaft?
4. Wie viel Arbeitszeit soll investiert werden? Können sich die Betriebe vorstellen, die notwendigen Arbeiten auch über mehrere Jahre zu leisten?
5. Welche Zielgruppe soll bzw. kann angesprochen werden? Wie verträgt sich das mit der Ausstattung der Betriebe? Welche Investitionen sind notwendig? Sind diese zu leisten?
6. Wie wird den infrastrukturellen Schwächen des Eichsfelds begegnet? Mit welchen Verkehrsmitteln sollen Besucher anreisen? Welche Ausstattung respektive Investitionen sind dafür notwendig?
7. Welche Marktnischen gibt es im Eichsfeld? Wollen die Betriebe diese füllen? Welche Zielgruppen sind gewollt?
8. Welche Kosten fallen jährlich an? Werden diese gedeckt bzw. welche Verbundeffekte werden erzielt?

Es gäbe viele Gründe, von der Etablierung eines Tourismusangebotes auf den Betrieben des NÖB Eichsfeld e.V. abzuraten. Damit verschließt man sich aber von vorneherein innovativen Ideen. Vielmehr scheint es sinnvoll zu sein, klein anzufangen, um das Angebot später gegebenenfalls zu erweitern. Insbesondere in der Zusammenarbeit mit bestehenden Institutionen ergeben sich Nischen, die ohne große Investitionen besetzt werden können. Die inhaltlichen Gemeinsamkeiten des NÖB Eichsfeld e.V. sollten dabei noch deutlicher konturiert werden.

Im folgenden Kapitel sollen daher Vorschläge gemacht werden, wie das NÖB Eichsfeld e.V. sein individuelles Konzept gestalten und entsprechende Marktnischen finden könnte. Die Grundvoraussetzung für ein gemeinsames Tourismuskonzept wird aber auf jeden Fall sein, dass es von allen Mitgliedern des NÖB Eichsfeld e.V. getragen werden muss; dass keiner unter Gruppenzwang mitmacht oder eine autoritäre Persönlichkeit versucht, ihre Ideen durchzusetzen.

5 Ausblick

Viele Betriebe des NÖB Eichsfeld e.V. verbindet die Bereitschaft alte Kulturgüter zu erhalten und weiterzuentwickeln. Aus dieser Gemeinsamkeit sollte der inhaltliche Faden des Konzepts gestaltet werden Die Haltung bedrohter Nutztierrassen und die Pflege von in Vergessenheit geratenen Pflanzenarten stehen dabei im Vordergrund. Handwerkliche Kenntnisse, die sich in Verbindung mit diesem Schwerpunkt ergeben, können zusätzlich herausgestellt werden. Gerade in der Anfangszeit sollte jedoch ein fest umrissenes Thema im Vordergrund stehen um sich zu etablieren und ohne großen Erklärungsbedarf inhaltlich darstellen zu können. Dabei ist davon abzuraten, den Ökologischen Landbau an sich zum Thema zu machen, da die Betriebe des NÖB Eichsfeld e.V. keinen repräsentativen Durchschnitt darstellen, sondern vielmehr kleine, individuell geprägte Nischenbetriebe sind. Sie haben die Chance, Landwirtschaft als Kulturgut einer Region mit ihren durch diese und ihre klimatischen sowie geographischen Bedingungen geprägten Besonderheiten darzustellen, das über Jahrhunderte hinweg entwickelt wurde. Das Rote Höhenvieh zum Beispiel ist eine typische Rasse der Mittelgebirgslagen und wurde ursprünglich sowohl als Milch- und Fleisch- als auch als Zugtier genutzt, wobei ihm seine kargen Futteransprüche und seine Fähigkeit, auch in steilen Hanglagen zu weiden, zugute kamen. So kann das NÖB Eichsfeld e.V. helfen, eine Landwirtschaft darzustellen, die zum einen ökologisch zu nennen ist, weil sie nach entsprechenden Kriterien der EU bzw. der deutschen Bioverbände arbeitet, die zum anderen aber auch das ökologisch sinnvolle Wechselspiel zwischen der Landschaft einer Region und der in ihr vorkommenden Arten aufzeigt.

Es ist jedoch fraglich, ob Investitionen in die bauliche Ausstattung der Betriebe wirklich sinnvoll sind; abgesehen von dem geringen Eigenkapital, das vorhanden ist. Eine solchermaßen reine Ausrichtung auf den Tourismus würde den Höfen andererseits wieder einiges von ihrem Charakter nehmen. Auch die Nutzung des „Plumpsklos“ hat ihren eigenen Reiz, wenn Gäste dies auch nicht unbedingt täglich und immerzu tun möchten. Aber als nostalgische Erinnerung an vergangene Tage oder auch als besonderes Erlebnis der Verbundenheit mit der Natur werden einige Einrichtungen gerade von Urlaubsgästen – die sich somit in einer Ausnahmesituation jenseits vom Alltag befinden – sehr geschätzt.

Die Aufenthalte auf einem Betrieb sollten daher nur einige Stunden, höchstens einen Tag umfassen.

Aufgrund der räumlichen Konzentration der Mitgliedsbetriebe an der nordwestlichen Grenze Thüringens (vgl. Kap. 2.3) ist eine Zusammenarbeit mit der Bildungs- und Ferienstätte Eichsfeld (BFE) in Uder eine mögliche Option, da sich auch die BFE aktuell mit einem neuen Konzept vorgestellt hat (Konradi 1999). Hier sind Räumlichkeiten vorhanden, die somit von den Betrieben nicht mehr angeboten werden müssten. Auch die neue Zielgruppenorientierung der BFE ist für eine Zusammenarbeit interessant. Neben Vater-Kind-Urlauben, die deutschlandweit oft vor allem mit Abenteuercharakter angeboten werden, stellt die Verbindung Großeltern-Enkel eine noch wenig beworbene Zielgruppe dar, die sich aber für das Angebot des NÖB Eichsfeld e.V. optimal eignen würde. Für die ältere Generation stellt dabei sicherlich die Verbindung der reizvollen Landwirtschaft mit dem gastronomischen Angebot regionaler Spezialitäten eine große Attraktivität dar, während die Enkel den Abenteuercharakter eines Bauernhofaufenthalts und den Umgang mit Tieren oder auch landwirtschaftlichen Geräten vorziehen werden. Dabei sind verschiedene Kombinationen denkbar:

- Kinderbetreuungsaufenthalte auf einem Hof, während die Großeltern eine Wanderung machen (vergleichbar den Kinderclubs, die in vielen Ferienorten am Meer angeboten werden);
- Kulturhistorische Führungen, bei denen die Erfahrungen der Großelterngeneration eingebunden werden können;
- Handwerkliche Angebote wie Käsen, Filzen oder Holzverarbeitung, bei denen beide Generationen ihre Erfahrungen einbringen können und somit positiv bestärkt werden.
- Rad- oder Wandertouren durch das Eichsfeld mit einzelnen Betrieben als Ausflugsziel, die in den Entfernungen weder Großeltern noch Enkel überfordern. Während die Großeltern die Landschaft genießen, ist es gerade für Kinder wichtig, das entsprechende Touren in Etappen unterteilt werden und attraktive Ziele bieten, zu denen der Aufenthalt auf einem Bauernhof auf jeden Fall zu zählen ist. Denkbar ist dabei auch eine Zusammenarbeit mit dem WanderBus, so dass die erschöpften Wanderer oder Radler bequem zurück gebracht werden können.

Darüber hinaus können Halbtagsaufenthalte auf den Höfen auch in die Pauschalangebote des HVE eingebettet werden und stehen weiteren Personengruppen – vor allem der älteren Generation – offen.

In der Zusammenarbeit mit der BFE ist eine klare Konturierung des Angebots und eine Festlegung auf bestimmte Zeiten möglich, womit es den landwirtschaftlichen Betrieben erleichtert wird, entsprechende Angebote anzubieten. Offene Halbtagsangebote können zudem in ein festes Sommerhalbjahrprogramm des HVE eingebunden werden. Dafür können „Eintrittsgelder“ genommen werden, die beiden Seiten den Zugang erleichtern. Die Höfe können direkt ausrechnen, in welchem Verhältnis Zeit und Nutzen stehen, und den Urlaubern wird die Entscheidung für oder gegen ein solches Angebot leicht gemacht, da sie in ihrer Wahl spontan sind und sich nicht von vorne herein auf ein festes Pauschalarrangement einlassen müssen.

Auch Bildungsurlaube in Zusammenarbeit mit der BFE oder anderen Trägern sind möglich. Die inhaltliche Streubreite der Thematik, die sich mit der Kulturlandschaft Eichsfeld und ihren regionalen Besonderheiten bzw. dem Zusammenspiel von Landwirtschaft und Region befasst, ist groß. Gerade auch für ausländische Gäste ist das Eichsfeld wegen seiner ehemaligen Grenzlage interessant, zum einen wegen der Pflege regionstypischer Kultur, zum anderen aber auch wegen der direkten, d.h. räumlichen Vergleichbarkeit von Gebieten der ehemaligen DDR mit solchen der früheren BRD.

Eine weitere „vernachlässigte“ Zielgruppe stellen auch körperlich behinderte Menschen dar. Es wäre eine ganz neue Idee, sie zum Mittelpunkt von Bildungsmaßnahmen im ökologischen und regionstypischen Landbau zu machen. Fraglich ist dabei, welche baulichen Maßnahmen auf den Betrieben notwendig wären, um beispielsweise Rollstuhlfahrern oder Blinden den Zugang zu ermöglichen. Für diese Idee würde sprechen, dass das Duderstädter Europadorf diese Zielgruppe in ihrer baulichen Neugestaltung stark berücksichtigt.

Um die Ideen im Hinblick auf ihre Zielgruppenorientierung und die zu erwartenden ökonomischen Effekte analysieren zu können, werden fünf thematische Grundstrukturen herausgearbeitet.

1. Die Hof-zu-Hof-Tour mit Übernachtung

Dieses Angebot kann sowohl für Reiter, Wanderer oder Radfahrer angeboten werden. Voraussetzung ist, dass alle Gruppen mit der einfachen Ausstattung der Höfe als „Heuhotel“ zurecht kommen. Für Reitpferde müssten darüber hinaus Boxen bereitgestellt werden. Auf jede Zielgruppe könnte ein spezielles Angebot zugeschnitten werden, das beispielsweise 5 Tage umfasst. Gerade in Verbindung mit dem dargestellten inhaltlichen Faden bietet sich eine Tour entlang der westlichen Grenze des Eichsfelds an; hier liegen zum einen die Höfe mit speziellen Nischen im Bereich der Artenvielfalt; zum anderen sind die Touren zwischen den Höfen kurz genug, um auch noch auf dem Hof etwas erleben zu können. Auf Abb. 7 wird eine mögliche Route dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Eine mögliche Route für die Hof-Tour(eigene Zusammenstellung auf Basis von HVE 2002)

Hof-Touren-Gäste müssen verpflegt werden. Es gilt also Investitionen in entsprechende Sitzgelegenheiten bzw. eine Kücheneinrichtung vorzunehmen. Darüber hinaus brauchen sie ein Mindestmaß an sanitären Anlagen (wobei auch eine Komposttoilette) ausreicht sowie Wasch- und Duschmöglichkeiten mit warmen Wasser. Sollen Familien mit Kindern angesprochen werden, müssen auf den Höfen zusätzlich Freizeitmöglichkeiten für die Kinder bereit gestellt werden.

Jeder Hof sollte ein spezielles Angebot stellen. Die Baumschule im Walsetal (4) bietet je nach Jahreszeit einen Obstbaumschnitt, die Ernte seltener Beeren oder eine naturkundliche Führung an; auf dem Lindenhof (1) gibt es eine Einführung in das Melken von Stuten; auf dem Kastanienhof (5) kann mit Emmer gebacken werden, auf der Kuhmuhne Schönhagen (2) gibt es einen Käsekurs oder eine Führung durch den Kulturpflanzenschaugarten; der Inselhof (4) macht Angebote zum Filzen, Scheren oder Weiden; Gut Hessel (3) ein Schlachtfest oder eine kulturlandschaftliche Führung und Hof Richard (7) stellt seine Reitpferdezucht vor.

Da es sich um ein festes Angebot handelt, das nur bestimmte Gruppen anspricht, ist es gut kalkulierbar. Die Akzeptanz hängt sicherlich von seiner Qualität und der Werbung ab, die je nach Wander-, Reit- oder Radlergruppe individuell abgestimmt sein sollte.

Für dieses Angebot ist eine hohe Motivation in der Unterbringung von Gästen erforderlich, da gerade diese Gruppen es schätzen werden, abends am Lagerfeuer zusammen zu sitzen und mit den Hofbewohnern ins Gespräch zu kommen.

Auch als Angebot für Behinderte, insbesondere Rollstuhlfahrer, ist das Angebot einer Hof-Tour denkbar. Hierfür sind jedoch größere Umbaumaßnahmen notwendig, so dass sich die Frage nach der ökonomischen Effizienz stellt, da die Zielgruppe – sportliche Gehbehinderte – deutlich geringer ist und zudem asphaltierte Wege zwischen den Höfen zur Verfügung stehen müssten.

2. Ausflugsstation

Ähnliche Angebote sind auch denkbar, ohne dass die sportlichen Besucherinnen und Besucher auf den Höfen übernachten. Die Höfe könnten sich als Ausflugsstation anbieten, wobei sie entweder mit einer Herberge in der näheren Umgebung zusammenarbeiten oder in Kooperation mit dem HVE ein festes Angebot in den Sommermonaten haben könnten. Im Gegensatz zu der Hof-Tour könnten hier alle Mitgliedsbetriebe des NÖB Eichsfeld e.V. einbezogen werden.

Dabei könnte Verpflegung in Verbindung mit einer Führung über den Betrieb bereitgestellt werden. Eine feste Zusammenarbeit beispielsweise mit dem BFE ist ökonomisch sinnvoller, da die Kosten besser berechnet werden können. Terminliche Angebote, die von den Tourismusinstitutionen der Region verbreitet werden, haben jedoch den Vorteil, dass jedes Mitglied des NÖB Eichsfeld e.V. selbst entscheiden kann, wie oft es sich Besucherinnen und Besucher auf den Betrieb lädt. Hierbei könnten Eintrittsgelder oder Spenden genommen werden bzw. der Gewinn durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen oder anderen Hofprodukten erzielt werden. Dabei sind hygienische und gewerbliche Vorschriften zu beachten. Investitionen sind hingegen kaum nötig, wobei natürlich immer bedacht werden sollte, dass der Hof einen ordentlichen Eindruck machen sollte und es für Kinder eine sichere Möglichkeit zum Spielen geben muss. Unsicherheiten bei diesem Angebot ergeben sich besonders dadurch, dass es nur bei schönem Wetter angenommen werden wird.

3. Halbtagsangebote respektive handwerkliche Kurse

Auch in der Offerierung von Kursen gibt es die Möglichkeit, entweder fest mit einer Familienbildungsstätte zusammenzuarbeiten oder freie Angebote über den HVE anzubieten. Ersteres scheint jedoch effizienter, da gerade die Verarbeitung von Milch oder das Backen mit Emmer für Kinder interessant ist. Somit ist ein spezieller Zuschnitt auf die Zielgruppe Großeltern-Kind in Zusammenarbeit mit dem BFE gut denkbar.

Anderenfalls wäre hierbei wie auch bei dem Angebot als Ausflugsstation der Einsatz des WanderBus denkbar, der dadurch auch neue Zielgruppen gewinnen könnte.

4. Kinderbetreuung

Für diese Idee muss eine hohe Motivation vorhanden sein, da es sich um ein arbeitsintensives Angebot handelt. Darüber hinaus sind zum einen entsprechende Räumlichkeiten für schlechtes Wetter notwendig. Da die Familienbildungsstätten in der Umgebung auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind und in den anderen Unterkunftsmöglichkeiten nur selten Touristen mit Kindern übernachten, ist die ökonomische Effizienz des Angebots mehr als fraglich. Zudem müsste eine Transportmöglichkeit organisiert werden.

5. Spezielle Hofführungen

Für die Gäste der BFE oder anderer Einrichtungen in der Umgebung wären auch Führungen über die Betriebe interessant. Sie hätten den Vorteil, die umweltpädagogischen Ziele des NÖB Eichsfeld e.V. zu erfüllen, ohne im finanziellen Minus zu enden. Die Nachfrage nach einem solchen Angebot müsste in Kooperation mit den anderen Institutionen vor Ort geklärt werden. Denkbar wären auch spezielle Führungen für Behinderte, wobei je nach Grad der Behinderung aber bauliche Maßnahmen bzw. professionelle Betreuung (z. B. Gebärdendolmetscher) notwendig wären, so dass der Aufwand höchstwahrscheinlich die Nachfrage dieser Zielgruppe im Eichsfeld nicht decken wird.

Als Fazit kann gelten, dass die Zusammenarbeit mit bestehenden Tourismusinstitutionen im Eichsfeld in jeder Hinsicht zu empfehlen ist. Diese können ihr Programm erweitern, während die Mitgliedsbetriebe des NÖB Eichsfeld e.V. auf bestehende Strukturen zurück greifen können, was vor allem ihr finanzielles Risiko minimiert. Die Konzentration auf die Zielgruppe Großeltern-Enkel in Zusammenarbeit mit der BFE erleichtert den Einstieg in den Tourismus. Sicherlich ist eine reine Konzentration auf diese Zielgruppe unter rein ökonomischen Gesichtspunkten nicht sinnvoll, da die Nachfrage zu klein sein mag. Unter dem umweltpädagogischen Anspruch, den das NÖB Eichsfeld e.V. erhebt, können hier jedoch die Zielsetzung des Vereins mit einer zufriedenstellenden Aufwandsentschädigung kombiniert werden.

Für ein funktionierendes Angebot sollte der Wiedererkennungseffekt des Logos genutzt und ein gemeinsamer Prospekt verbreitet werden, der die inhaltlichen Qualitäten des Tourismusangebots des NÖB Eichsfeld e.V. erkennen lässt. Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen im Eichsfeld – hier sind in erster Linie die BFE und der HVE zu nennen – erleichtert die Werbung für touristische Angebote des NÖB Eichsfeld e.V., da sie in bestehende Werbemaßnahmen eingebunden werden können. Darüber hinaus sollte vor allem die Ansprache der gewünschten Zielgruppe im Vordergrund stehen. Wenn auch heutzutage zunehmend mehr Senioren das Internet nutzen, sind sie noch leichter über andere Medien zu erreichen. Konventionelle Werbung über Reisebüros oder in Reisebeilagen lokaler Zeitungen sind dabei sicherlich sinnvoll. Dabei ist wiederum zu überprüfen, ob der Nutzen den Aufwand rechtfertigt. Gegenüber anderen Regionen hat das Eichsfeld den Vorteil einer klaren Konturierung, die vom HVE bereits sehr gut genutzt wird, so dass ein Alleingang des NÖB Eichsfeld e.V. wenig sinnvoll erscheint. Wenn vor allem offene Halbtagsangebote gemacht werden, ist es sinnvoll einen einheitlichen Flyer mit dem Logo des NÖB Eichsfeld e.V. zu entwickeln, der in den Tourismusinformationszentralen des Eichsfelds und an anderen relevanten Stellen ausgelegt werden kann. Auch entsprechende Auftritte auf Handwerkermärkten oder anderen Aktionstagen wären denkbar. Allerdings versucht auch der HVE zu viele Ansprüche auf einmal abzudecken, indem er Pauschalangebote für eine Vielzahl an Zielgruppen offeriert. In Kooperation sollte daher der Rahmen des Modellwettbewerbs Regionen aktiv für Überlegungen genutzt werden, das Eichsfeld als Tourismusregion noch stärker auf bestimmte Zielgruppen zuzuschneiden.

Die entwickelten Idee decken sich dabei mit der Zieldefinition des Modellvorhabens Regionen aktiv – insbesondere, was die Entwicklung des endogenen Potentials, die Zusammenarbeit verschiedener Akteure und die Gestaltung transparenter Prozesse in der Landwirtschaft betrifft. Darüber hinaus befindet sich der Landkreis Eichsfeld zurzeit in der günstigen Lage, nicht nur Modellregion für Regionen aktiv, sondern auch gemeinsam mit dem Landkreis Unstrut-Hainich LEADER+-Region zu sein. Auch innerhalb dieses Förderkonzepts sind gemeinsame Vermarktungsstrategien, regionale Bewusstseinsentwicklung, Pflege des historischen Erbes und Bildungsmaßnahmen mit Erlebnisfaktor in der Landwirtschaft als wesentliche Ziele genannt. Diese besondere Situation im Eichsfeld gilt es zu nutzen. Vor allem die Kooperation mit bestehenden Institutionen ist immer wieder herauszustellen. Hier gilt es Berührungsängste abzubauen, da die gesamte Region Eichsfeld von einer besseren Vernetzung in jeglicher Hinsicht profitiert.

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wird das Netzwerk ökologischer Landbaubetriebe im Eichsfeld e.V. (NÖB Eichsfeld e.V.) vorgestellt, das sich im Rahmen des Modellwettbewerbs Regionen aktiv gebildet hat und gemeinsam ein Tourismuskonzept entwickeln möchte. Mit diesem möchte das NÖB Eichsfeld e.V. die Belange des Ökologischen Landbaus einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Dazu möchten die Höfe vor allem Kursangebote machen, in denen herkömmliche Techniken der Lebensmittelherstellung und –verarbeitung bzw. handwerkliche Techniken gelehrt werden.

Eine bereits vorliegende Skizze für das Tourismuskonzept wird in der Studienarbeit auf ihre Durchführbarkeit überprüft. Zu diesem Zweck wird die Region einer Analyse unter tourismusrelevanten Gesichtspunkten unterzogen. Dabei zeigt sich, dass das Eichsfeld vor allem von älteren Paaren für Wanderurlaub genutzt wird und dass unter infrastrukturellen Aspekten ein großer Nachholbedarf besteht. Verschiedene Angebote kirchlicher Träger in der Region sind vor allem auf Familien zugeschnitten. Hinzu kommen mehrere Umweltbildungseinrichtungen, die vor allem Schulklassen und Jugendliche ansprechen. Es zeigt sich, dass dieser Markt im Eichsfeld als besetzt gelten kann.

Die Mitgliedsbetriebe des NÖB Eichsfeld e.V. selbst bieten nur eine unzureichende Ausstattung, um Gäste unterzubringen. Auch wird anhand der Skizze nicht deutlich, wie groß die Bereitschaft der einzelnen Mitgliedsbetriebe ist, Angebote für Urlauber zu machen bzw. welche Investitionen an Zeit und Geld getätigt werden können und sollen. Die Beschreibung der Zielgruppe muss als mangelhaft bezeichnet werden.

Es wird daher davon abgeraten, Angebote zu offerieren, die mehr als eine Übernachtung umfassen. Um die besondere Qualität sowohl der Region als auch der Mitgliedsbetriebe des NÖB Eichsfeld e.V. zu nutzen, wird hingegen empfohlen, Tages- oder Halbtagesangebote zu offerieren, die sich auch ohne bauliche Investitionen verwirklichen lassen. Dabei ist vor allem die Kooperation mit bestehenden Institutionen anzuraten.

Die Ausgangslage im Eichsfeld ist zurzeit günstig, da ein Teil der Region auch im LEADER+-Gebiet liegt. Trotz der Mängel, welche die Tourismuskonzeptskizze deutlich aufweist, sollte diese günstige Situation für die Etablierung neuer Ideen genutzt werden.

Quellen

- Big Dipper (2002): Big Dipper e.V. Beinrode; in http://www.big-dipper-ev.de/g04.html; vom 24.11.02;
- Big Dipper (2003): Big Dipper e.V. Beinrode; in http://www.big-dipper-ev.de/g04.html; vom 11.03.03;
- BFE – Bildungs- und Ferienstätte Eichsfeld (2003): Bildungs- und Ferienstätte Eichsfeld; in http://www.bfs-eichsfeld.de; vom 11.03.03;
- Brotmuseum Ebergötzen (2002): Die Welt des Brotes; in http://www.brotmuseum.de; vom 15.12.02;
- BMVEL - Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (2002): Modellregion Eichsfeld; in http://www.nova-institut.modellregionen.de; vom 26.10.02;
- BMVEL - Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (2003): Modellregion Eichsfeld; in http://www.nova-institut.modellregionen.de; vom 03.03.03;
- BMVEL - Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (2001): Regionen aktiv – Land gestaltet Zukunft. Broschüre – September 2001. Bonn;
- Burg Bodenstein (2003): Familienerholungs- und Begegnungsstätte der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen; in http://www.burg-bodenstein.de; vom 10.03.03;
- Deutsche Vernetzungsstelle LEADER+ (2002): Projektdatenbank; in http://www.leaderplus.de/3_region/proj_db/prdb_stw.htm; vom 26.10.02;
- Deutsche Vernetzungsstelle LEADER+ (2003): Region Eichsfeld-Hainich: Entwicklungsziele; in http://www.leaderplus.de/3_region/lags/TH/03/ziele.htm; vom 03.03.03;
- DJH - Deutscher Jugendherbergsverband (2002):: Martinfeld - Jugendherberge Martinfeld; in http://www.jugendherberge.de/html/jugendherbergen/individual_jh.jsp?IDJH=146; vom 23.11.02;
- Dlz – Die landwirtschaftliche Zeitschrift für Produktion – Technik Management [ 1994 ]: Urlaub auf dem Bauernhof. Sonderheft Nr. 5. München;
- Dreyer, Prof. Dr. A. (1998): Modernes Dienstleistungsmarketing als Voraussetzung erfolgreicher touristischer Projekte im ländlichen Raum; "Marketing im Landtourismus"
LEADER-Seminar, 15. bis 18. September 1998, Alexisbad (Harz); in http://www.leaderplus.de/4_dvs/publi/beitraeg/harz/dre_f.htm; vom 26.10.02;
- Eichsfeld aktiv (2002): Wettbewerbsunterlagen Regionen aktiv. Stufe 2 – Die Konkretisierung; unveröffentlicht. Heiligenstadt;
- Fink, M.; Plankl, R. (1998): Wissenschaftliche Begleituntersuchung zum Modellvorhaben „Einkommenssicherung durch Dorftourismus“. Bonn;
- Flecken Gieboldehausen (2002): Lage und Einwohnerentwicklung; in http://www.gieboldehausen.de/Willkommen/Der_Flecken/Lage_und_Einwohnerentwicklung/lage_und_einwohnerentwicklung.html; vom 23.11.02;
- Gattermayer et al. (1996): Kostenrechnung und Finanzierung für „Urlaub am Bauernhof“-Anbieter. Graz;
- HVE - Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld (2002): Urlaubsregion Eichsfeld; in http://www.eichsfeld.d e; vom 24.11.02;
- HVE - Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld (2003): Urlaubsregion Eichsfeld; in http://www.eichsfeld.d e; vom 11.03.03;
- Heinz-Sielmann-Stiftung (2002): Auf Gut Herbigshagen die Natur erleben; in http://www.sielmann-stiftung.de/gut_hhg_fs.html; vom 23.11.02
- Heubach, H. (2003): Ökotourismus in Thüringen; in Thüringer Ökoherz (Hrsg.): Thüringer Ökolandbau-Fachtagung 2003 – Schwerpunkt Betriebswirtschaft/Recht/Umstellung/Kontrolle/ Marketing – 28–29.01.2003 in Vachdorf/Thüringen. Tagungsreader; unveröffentlicht;
- Jugendgästehaus Duderstadt (2003): Jugendgästehaus Duderstadt; in http://www.djo-niedersachsen.de/ index_duderstadt.htm; vom 11.03.03;
- Kolping Familienferienzentrum Duderstadt (2003): Kolping Familienferienzentrum Duderstadt; in http://www.kolping-duderstadt.de/frameseite.htm; vom 11.03.03;
- Konradi (1999): Konzeption der Katholischen Landvolkshochschule und Familienferienstätte Eichsfeld; unveröffentlicht. o O.;
- KTBL – Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (1994):Urlaub auf dem Lande – Gäste auf dem Bauernhof. Wirtschaftlichkeitsrechnung; Arbeitspapier 194. Darmstadt;
- LAG Eichsfeld – Hainich (2002): Regionaler Entwicklungsplan LEADER+-Region „Eichsfeld-Hainich“ 2002-2006; unveröffentlicht. Leinefelde;
- Landkreis Unstrut-Hainich (2002): Ausflug mit dem WanderBus; in http://www.landkreis-unstrut-hainich.de/tourismus/wanderbus.htm; vom 15.12.02;
- Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal (2002); Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal; in http://www.naturpark-ehw.thueringen.de; vom 24.11.02;
- NÖB Eichsfeld e.V.(2002): Tourismuskonzept. Skizze; unveröffentlicht. Marth;
- NÖB Eichsfeld e.V. (2002): Satzung des Netzwerks Ökologischer Landbaubetriebe Eichsfeld e.V.; unveröffentlicht. Marth
- Samtgemeinde Radolfshausen (2002); Samtgemeinde Radolfshausen; in http://www.radolfshausen.de/freizeit; vom 15.12.02;
- Schörcher, U. (2003): Statement Eröffnungspressekonferenz der Internationalen Tourismusbörse ITB Berlin 2003; in http://www.itb-berlin.de/de/Presseservice/ Informationen/informationen.jsp; vom 11.03.03;
- Stadt Duderstadt (2002): Stadt mit Charme; in http://www.duderstadt.de/stadt/ stadtmitcharme.html; vom 23.11.02;
- Stadt Duderstadt (2003): Stadt mit Charme; in http://www.duderstadt.de/stadt/ stadtmitcharme.html; vom 11.03.03;
- TLS - Thüringer Landesamt für Statistik (2002/1): Regionaldaten – Landkreis Eichsfeld – Bevölkerung; in http://www.tls.thueringen.de/datenbank; vom 04.11.02;
- TLS - Thüringer Landesamt für Statistik (2002/2): Ankünfte, Übernachtungen und Aufenthaltsdauer der Gäste in Beherbungsstätten nach Reisegebieten, Betriebsarten sowie auf Campingplätzen; in http://www.tls.thueringen.de/datenbank; vom 04.11.02;
- VLE (2002); Mit den Bussen der VLE... erster Klasse unterwegs; in http://www.eichsfeldwerke.de/framesets/fr_vle.htm; vom 15.12..02;
- Zimmer, P.; Grassmann, S. (o.J.): Situationsanalyse des Tourismuspotentials einer Region; Leitfaden im Rahmen eines LEADER-II-Seminars vom 10. bis 13. Januar 1996 in Sierra de Gata (Spanien); Broschüre; unveröffentlicht, o.O.

Expertengespräche

- Papke, G., Dipl. Ing.; Vorsitzender des NÖB Eichsfeld e.V.; geführt am 30.10.02 und 12.02.03

Anhang

- Satzung des NÖB Eichsfeld e.V.
- Tourismuskonzeptskizze des NÖB Eichsfeld e.V.

Satzung des Netzwerks Ökologischer Landbaubetriebe Eichsfeld e.V.

(NÖB EIC e.V.)

§ 1

N ame, Sitz und Eintragung

(1) Der Verein trägt den Namen "Netzwerk Ökologischer Landbaubetriebe Eichsfeld" und hat seinen Sitz in Marth. Der Name wird nach Eintragung in das Vereinsregister mit dem Zusatz "eingetragener Verein (e. V.) versehen.
(2) Der Verein ist ein nicht wirtschaftlicher Verein im Sinne des § 21 des BGB.
(3) Das Geschäftsjahr des Vereins beginnt am l. Januar und endet am 31. Dezember des folgenden Jahres.

§ 2

Allgemeine Zweckbestimmung

(1) Zweck des Vereins ist die Förderung der Bildung und Gesundheit, insbesondere auf den Gebieten der Ökologie und des Landbaus. Es soll das Verständnis für die Natur und natürliche Kreisläufe nahe gebracht werden.

Darüber hinaus macht er sich die Förderung des Umweltschutz, der Landschaftspflege, der Pflanzen- und Tierzucht zur Aufgabe. Er fördert ferner die Erziehung sowie die Jugendhilfe, die Kultur und Kunst, die Begegnung aller Generationen und die Völkerverständigung. Das Demokratieverständnis soll ebenso gefördert wie Gleichberechtigung von Frau und Mann praktiziert werden.

(2) Die Einrichtungen, Dienstleistungen und Ergebnisse des Vereins stehen jedem Menschen ohne Rücksicht auf Geschlecht, Rasse, Nationalität, Religionszugehörigkeit, Weltanschauung, soziale Stellung, Einkommen, Vermögen, soziales Wohlverhalten, Alter oder sonstige allgemeine Merkmale oder Verdienste offen. Der Kreis der Personen, denen die Förderung zugute kommt, ist nicht fest abgeschlossen.

(3) Der Verein verfolgt seine Arbeitsziele selbst. Dabei kann er zur Erfüllung seiner satzungsgemäßen Zwecke die Hilfe geeigneter Menschen und Institutionen in Anspruch nehmen.

(4) Um die Vereinszwecke zu verwirklichen, will der Verein alle bestehenden und neu umstellenden ökologischen (nach EWG Verordnung 2092/91) Land- und Gartenbau-, bzw. Verarbeitungsbetriebe im Eichsfeld in einem Netzwerk verbinden. Dieses Netzwerk soll bildend nach innen und außen wirken.

§ 3

Besondere Zweckbestimmungen

(1) Im Besonderen werden die Ziele innerhalb des Netzwerks verfolgt durch Workshops, Arbeitskreise / Diskussionsplena, Seminare, Tagungen, Beratungen, Veröffentlichungen und Führungen zu folgenden Themenbereichen:

a) Alle aktuellen Fragen des ökologischen Landbaus
b) Bildungsmaßnahmen rund um die Themen Nahrungsmittelqualität, Umwelt- und Naturschutz und Artenvielfalt
c) Behördenbelangen und Antragsunterstützung
d) Natur- und Kulturlandschaftsentwicklung und die Integration von Naturschutzzielen in der Landwirtschaft im Zusammenhang mit Produktionsverfahren und Konsumverhalten.
e) Modellhafte Erarbeitung und Beratung artgerechter Tierhaltung nach neuesten wiss. Erkenntnissen im Rahmen der Forderungen des Stallumbaus nach der Erweiterung der EU Bio- Richtlinie auf Tiere
f) Planung und Umsetzung von Vorhaben der Diversifizierung der Tätigkeitsfelder auf den biologisch wirtschaftenden Betrieben der Region
g) Planung und Umsetzung von Vorhaben mit Erneuerbaren Energien auf den biologisch wirtschaftenden Betrieben der Region
h) Neue Kommunikationsstrukturen innerhalb der ökologischen Betriebe

(2) Die Außenwirkung des Netzwerks wird erreicht durch Seminare, Tagungen, Beratungen, Veröffentlichungen und Führungen sowie regionaler und internationaler Jugendbegegnungen welche das Verständnis für die Natur und natürliche Kreisläufe nahe bringen.

a) Ziel ist das Heranführen der Verbraucher an die gesellschaftlich „gewinnbringenden", positiven externen Effekte des ökologischen Landbaus. Viele Prozesse- und Produktqualität bestimmende Aspekte der Lebensmittelerzeugung sind den Verbrauchern weiterhin unbekannt und müssen überzeugend vermittelt werden. Dies soll durch die Verstärkung und den Ausbau der bestehenden umweltpädagogischen Zusammenarbeit zwischen ökologisch wirtschaftenden Betrieben im Eichsfeld, dem Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal und Umwelt- und erlebnispädagogischen Einrichtungen im Eichsfeld sowie dem Heimat und Verkehrsverband Eichsfeld (HVE) erreicht werden. Hierbei geht es insbesondere um eine zielgruppenspezifische Vertiefung und Etablierung touristisch-spielerischer Bildungsmaßnahmen mit Erlebnischarakter auf den biologischen Bauernhöfen im Eichsfeld in Kooperation mit Schulen, Jugend-, Tagungshäusern und sonstigen Bildungseinrichtungen.
b) Die Erarbeitung und Verbreitung eines Umweltpädagogischen Tourismuskonzepts in Zusammenarbeit mit den ökologischen Betrieben im Eichsfeld sowie sonstigen Partnern des Naturschutz- und Umweltbildungsbereich ist dabei zu unterstützen.
c) Info-Märkte, Öffentlichkeitsarbeit mit gemeinsamem mobilem Schaubrotbackofen sind geplant.
d) Die Koordination von Abspracheprozessen rund um die biologische Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit den konventionellen Berufskollegen wie z.B. Labellingabsprachen soll vereinfacht werden.

§ 4

Gemeinnützigkeit

(l) Der Verein verfolgt die genannten, steuerbegünstigten Zwecke selbstlos, ausschließlich und unmittelbar; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Ziele.

§ 5

Mittel des Vereins, Vermögensbindung

(1) Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.
(2) Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 6

Erwerb und Beendigung der Mitgliedschaft

1) Mitglied des Vereins kann jede natürliche und juristische Person werden, die bereit ist, die Ziele und Aufgaben des Vereins zu unterstützen. Über die Aufnahme entscheidet nach schriftlichem Antrag der Vorstand.

2) Die Mitgliedschaft endet durch:

a) Austritt, der dem Vorstand schriftlich zu erklären ist;
b) Tod;
c) Ausschluss aufgrund eines Vorstandsbeschlusses, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, insbesondere wenn das Mitglied den Zwecken des Vereins zuwiderhandelt oder gegen die Ziele und Interessen des Vereins in erheblicher Weise verstößt. Dem Mitglied muss vor Beschlussfassung Gelegenheit zur Rechtfertigung gegeben werden.

§ 7

Mitgliedsbeitrag

Den Mitgliedsbeitrag regelt eine gesonderte Beitragsordnung.

§ 8

Rechte und Pflichten der Mitglieder

1) Jedes Mitglied ist berechtigt, an der Willensbildung im Verein durch Ausübung des Antrags-, Diskussions- und Stimmrechtes teilzunehmen.
2) Die Mitglieder sind verpflichtet, die Ziele des Vereins nach besten Kräften. zu fördern.

§ 9

Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 10

Organe des Vereins

Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand.

§ 11

Mitgliederversammlungen

1) Mindestens einmal im Jahr ist eine Mitgliederversammlung durch den Vorstand unter Bekanntgabe der Tagesordnung, mit eventueller Beschlussvorlage und unter Einhaltung einer Frist von 2 Wochen schriftlich einzuberufen.

2) Die Mitgliederversammlung hat folgende Rechte und Pflichten:

a) Entgegennahme des vom Vorstand zu erstattenden Geschäftsberichtes für ein abgelaufenes Geschäftsjahr;
b) Entgegennahme des Finanzberichtes für ein abgelaufenes Geschäftsjahr;
c) Entlastung des Vorstandes;
d) Wahl des Vorstandes;
e) Genehmigung der Haushaltspläne;
f) Wahl der Kassenprüfer;
g) Beschlüsse über Aufgaben, Satzungsänderungen und Aufhebung der Auflösung des Vereins zu fassen.

3) Die Mitgliederversammlung wird vom Vorsitzenden des Vorstandes geleitet. Über die Mitgliederversammlung ist ein Protokoll zu führen, das vom Versammlungsleiter und dem Protokollführer zu unterzeichnen ist.

4) Über Punkte, die nicht auf der Tagesordnung stehen, kann während der Mitgliederversammlung wirksam beschlossen werden, wenn die Mitgliederversammlung mit 2/3 Mehrheit der erschienenen Mitglieder dies beschließt.

§ 12

Außerordentliche Mitgliederversammlung

eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist vom Vorstand einzuberufen, wenn das Interesse des Vereins es erfordert oder wenn 1/3 der Mitglieder dies schriftlich, unter Angabe des Zweckes und der Gründe beantragt.

§ 13

Der Vorstand

1) Der Vorstand besteht aus 2 Personen. Mitglieder des Vorstands müssen ordentliche Vereinsmitglieder sein.

2) Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich im Sinne des § 26 BGB durch den Vorsitzenden oder seinen Stellvertreter vertreten.

3) Der Aufgabenbereich des Vorstandes umfasst:

a)Vorbereitung, Einberufung und Leitung der Mitgliederversammlung;
b) Durchführung von Beschlüssen der Mitgliederversammlung, sofern sie nicht durch die Geschäftsordnung auf eine hauptamtliche Geschäftsführung delegiert sind;
c) Erstellung des Jahresberichtes sowie des Rechnungsabschlusses;
d) die Beschlussfassung über die Aufnahme und den Ausschluss von Mitgliedern.
e) Satzungsänderungen, die von Aufsichts-, Gerichts- und Finanzbehörden verlangt werden, kann der Vorstand von sich aus beschließen. Die Mitglieder sind darüber zu informieren.

4) Die Vorstandsmitglieder sind bis 3000 € allein vertretungsberechtigt. Bei höheren Rechtsgeschäften bedarf es der gemeinsamen Vertretung. Rechtsgeschäfte mit einem Geschäftswert von über 5000,- € bedürfen der Zustimmung der Mitgliederversammlung.

§ 14

Wahl, Amtsdauer, Beschlüsse des Vorstandes

1) Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung mit Stimmenmehrheit für die Dauer von 3 Jahren gewählt. Der Vorstand bleibt bis zur Neuwahl im Amt. Eine Wiederwahl ist möglich.
2) Die Verteilung der Vorstandsfunktionen wird auf der ersten konstituierenden Vorstandssitzung für die Dauer der Amtsperiode festgelegt.
3) Scheiden Mitglieder des Vorstandes vor dem Ablauf ihrer Amtszeit aus, so müssen die entsprechenden Mitglieder für den Vorstand nachgewählt werden.
4) Die Vorstandsitzungen werden durch den Vorsitzenden einberufen.
5) Ist der Vorstand bei 2 Sitzungen nicht beschlussfähig muss eine Mitgliederversammlung einberufen werden.

§ 15

Beirat

1) Der Verein kann Einzelpersonen und/oder Vertreter von Institutionen in einen Beirat zur fachlichen Unterstützung berufen. Die Benennung erfolgt durch den Vorstand.

§ 16

Vereinsauflösung

1) Die Auflösung des Vereins kann durch Beschluss der Mitgliederversammlung vorgenommen werden.
2) Der Beschluss über die Auflösung bedarf der 3/4 Mehrheit aller anwesenden Mitglieder.
3) Beschlüsse über die künftige Verwendung des Vermögens dürfen erst nach Einwilligung des Finanzamtes ausgeführt werden.

Diese Satzung wurde in Diezenrode am 08.07.02 errichtet.

NÖB Eichsfeld

Netzwerk ökologischer

Landbaubetriebe Eichsfeld e.V.

NÖB Eichsfeld e.V.; Dorfstr. 52; D-37318 Marth Netzwerk ökologischer

Landbaubetriebe Eichsfeld e.V.

z.H. Dipl. Ing. agr Götz Papke

Kastanienhof, Dorfstr. 52

D-37318 Marth

Tel.: 036081/60610 Fax.:/60618

info@NOEB-EIC.de

Abenteuerurlaub auf Biohöfen im Eichsfeld – Landleben pur!

Touren durch das Eichsfeld von Biohof zu Biohof.

Sowie Wochenaufenthalte auf biologisch bewirtschafteten Bauernhöfen.

Durch „Mitmachangebote“ und Bildungsangebote soll ein Heranführen der Gäste an natürliche Kreisläufe der Natur angeboten werden.

Kinder und Erwachsene können alte und moderne Landwirtschaft „begreifen“ und dabei hautnah Natur erleben.

In verschiedenen, wahlweise zusammenstellbaren, Touren- oder Wochenangeboten können den Gästen die gesellschaftlich „gewinnbringenden", positiven externen Effekte des ökologischen Landbaus mit seinen weitgehend geschlossenen Kreisläufen vorgeführt werden.

Viele Prozesse- und Produktqualität bestimmende Aspekte der Lebensmittelerzeugung sind den Verbrauchern weiterhin unbekannt und Landleben können praktisch erfahren werden.

So ist es z.B. möglich:

- Auf den verschiedenen Biobauernhöfen beim Melken zuzusehen und die Tiere zu pflegen (Pferde, Esel, Kühe, Ziegen, Schafe, Schweine, Hühner, Bienen, ...Katzen, Hunde)
- Kulturpflege und Ernte mitzumachen (Gemüse, Kartoffeln, Heu, Obst, Saat- und Pflanzgut, Getreide...)
- Nahrungsmittelverarbeitung zu erleben (Backen, Konservieren, Kochen, Kräuter sammeln und trocknen)
- Im Wald zu arbeiten oder zu wandern und Holz und das Wesen des Walds zu erleben.
- Auch in den verschiedenen Werkstätten der Höfe kann man sich den gebräuchlichen Handwerkstechniken der Holz-, der Metallbearbeitung oder des Bauens mit Lehm nähern (Holzbearbeitung, Schmieden, Lehmbackofenbau, Fachwerkbau...). Der Umgang mit baubiologischen Materialien auf den Höfen wird angeboten.
- Einfach und natürlich zu leben.

Darüber hinaus ist ein Einbeziehen der umweltpädagogischen Angebote des Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal und Umwelt- und erlebnispädagogischen Einrichtungen im Eichsfeld sowie dem Heimat und Verkehrsverband Eichsfeld (HVE) in die Aufenthalts- und Tourenplanung möglich. Hierbei geht es insbesondere um eine zielgruppenspezifische Vertiefung und Etablierung touristisch-spielerischer Bildungsmaßnahmen mit Erlebnischarakter auf den biologischen Höfen und den oben genannten Bildungseinrichtungen.

Teilnehmende Gruppen (von 10 bis 30 Personen) können sein:

Schul- und Kindergartengruppen sowie heilpädagogisch arbeitende

Gruppen.

Familien und Vereine sowie sonstige Vereinigungen.

[...]


[1] Stand: April 2003

[2] Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau wurde von der Ministerin Renate Künast entwickelt, um die Forschung im Ökologischen Landbau zu vertiefen und über Aufklärung, Werbung und Imagepflege zu seiner Verbreitung beizutragen.

[3] Statistische Daten beziehen sich auf das Jahr 2001.

[4] pro 1000 EW, d.h. von 1000 EW sind jährlich 4 abgewandert.

[5] Alle Preise in diesem Kapitel entsprechen dem auf der jeweiligen Website dargestellten Stand im März 2003

[6] Heinz-Sielmann-Stiftung (gegr. 1994): Benannt nach ihrem Gründer, dem Naturforscher Prof. Heinz Sielmann, hat sich die Stiftung das Motto „Naturschutz als positive Lebensphilosophie“ zu ihrem Auftrag gemacht. Es wird von drei Säulen getragen: 1.Kinder und Jugendliche an einen positiven Umgang mit der Natur heranführen; 2.Letzte Refugien erhalten; 3.Das Heinz-Sielmann-Archiv des Tier- und Naturfilms aufbauen und für kommende Generationen nutzbar machen. Die Stiftung hat ihren Sitz im Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen

[7] Der Vereinsname „Big Dipper“ leitet sich aus der englischen Bezeichnung für das Sternbild „großer Wagen“ ab und soll somit das Anliegen des Verein symbolisieren, Orientierungsmöglichkeiten zu schaffen.

[8] zitiert nach dlz [1994:8]

36 von 36 Seiten

Details

Titel
Das Tourismuskonzept des Netzwerks Ökologischer Landbaubetriebe Eichsfeld (NÖB) e.V.
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
36
Katalognummer
V108101
Dateigröße
838 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Studie überprüft das Tourismuskonzept des NÖB Eichsfelds e.V. auf seine Durchführbarkeit und gibt wertvolle Hinweise für die Umsetzung. Leider werden einzelne Abbildungen nicht korrekt dargestellt.
Schlagworte
Tourismuskonzept, Netzwerks, Landbaubetriebe, Eichsfeld
Arbeit zitieren
Claudia Busch (Autor), 2003, Das Tourismuskonzept des Netzwerks Ökologischer Landbaubetriebe Eichsfeld (NÖB) e.V., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108101

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