Die Kriegsschuldfrage im 3. Punischen Krieg


Seminararbeit, 1999

19 Seiten, Note: 1,0


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INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Das Vorfeld des 3. Punischen Krieges
2.1. Der Friedensvertrag von 201 v. Chr
2.2. Die Ereignisse zwischen 201 und 149 v. Chr
2.3. Der Kriegsausbruch

3. Exkurs: Die Einstellung des Polybios zum 3. Punischen Krieg
3.1. Die Charakterisierung des Hasdrubal
3.2. Die Charakterisierung Scipios
3.3. Resümee

4. Warum musste Karthago zerstört werden?

Literaturliste

1. EINLEITUNG

„...Das Feuer erfasste alles und brachte es zum Einsturz, die Soldaten aber verzichteten darauf, die Gebäude einzeln und stückweise in Trümmer zu legen, sondern sahen sich gezwungen, auf einmal das gesamte Zerstörungswerk zu besorgen. So nahm der Lärm gewaltig zu, und mit den Steinen zusammen fielen zahlreiche Tote mitten hinein in die Tiefe. Andere befanden sich noch am Leben, insbesondere Greise, kleine Kinder und Frauen, die sich alle in den Winkeln der Häuser versteckt hatten. Einige von ihnen waren verwundet, andere halbverbrannt, und so stießen sie gräßliche Schreie aus.“[1]

So schildert Appian die Endphase des 3. Punischen Krieges, als es C. Scipio Aemilianus gelungen war, in die Stadt einzudringen. Wie kam es jedoch zu diesem Krieg, der mit der völligen Zerstörung Karthagos endete, und mit welcher Intention wurde er geführt? Diese Fragen werde ich im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit versuchen zu beantworten. Dabei sollen zunächst die Rahmen-bedingungen des Krieges, also der Friedensvertrag von 201v.Chr., der das Verhältnis zwischen Rom und Karthago 50 Jahre lang bestimmte, sowie die Vorgeschichte des 3. Punischen Krieges untersucht werden, um dem Leser einen Einstieg zu geben. Dann erfolgt ein Exkurs, in dem ich die Einstellungen der antiken Autoren, die ich für diese Arbeit herangezogen habe, zu Rom bzw. zu Karthago anhand ihrer unterschiedlichen Charakterisierung der Protagonisten des Krieges untersuchen werde. Als Abschluss dieser Hausarbeit steht die Beantwortung der Frage nach den Beweggründen Roms, Karthago zu zerstören. Hierzu ist schon viel geschrieben worden, ich möchte in diesem Kapitel die unterschiedlichsten Meinungen namhafter Historiker zusammentragen, um daraus eine eigene Einschätzung der Kriegsursachen zu erarbeiten.

2. DAS VORFELD DES 3. PUNISCHEN KRIEGES

2.1. Der Friedensvertrag von 201 v.Chr.

Mit der Niederlage Hannibals gegen C. Scipio Africanus in der Schlacht von Zama[2] endete der 2. Punische Krieg. Der daraufhin geschlossene Friedensvertrag regelte das Verhältnis zwischen Rom und Karthago bis zum Beginn der letzten kriegerischen Auseinandersetzung beider, die zur völligen Zerstörung Karthagos führte. 149 v.Chr. gab Rom als Kriegsanlass die Verletzung des betreffenden Vertrages durch Karthago an. Aufgrund dieser fundamentalen Wichtigkeit des Friedensvertrages für den 3. Punischen Krieg sollen seine wichtigsten Bestimmungen an dieser Stelle beleuchtet werden[3].

Polybios beginnt mit den Vergünstigungen, die Karthago gewährt wurden: so durfte es die Städte Libyens behalten, die es vor dem Krieg besessen hatte, wurde selbst nicht von Römern besetzt, und die Karthager sollten weiterhin „...nach ihren Gesetzen und Sitten leben dürfen...“[4]. Als Auflagen dafür nennt er die finanzielle Wiedergutmachung für den Rom zugefügten Schaden und die Auslieferung aller Kriegsgefangenen und Überläufer. Weiterhin mussten die Karthager alle Kriegselefanten und Kriegsschiffe (außer 10 Trieren) an die Römer abliefern. Karthago durfte ab jetzt keinen Krieg mehr ohne römische Genehmigung führen, musste für die Dauer von 50 Jahren 100 Geiseln aus bedeutenden karthagischen Familien stellen, die in regelmäßigem Turnus ausgetauscht wurden, sowie 10.000 Talente Tribut innerhalb von 50 Jahren zahlen[5]. Karthago wurde territorial auf das Gebiet Nordafrikas beschränkt, verlor also sämtliche überseeische Gebiete.

Insgesamt bemüht sich Polybios sehr, die Mildtätigkeit dieser römischen Forderungen aufzuzeigen, indem er Hannibal – eben erst besiegt worden – bei der Diskussion um die Annahme des Friedensangebotes im karthagischen Rat der Alten folgendes sagen lässt: „Es scheine ihm [Hannibal] nämlich verwunderlich, ja völlig absurd, daß ein Karthager, der ganz genau wisse, was die Stadt im ganzen und jeder einzelne gegen die Römer im Sinn gehabt habe, nicht der Tyche auf den Knien danke, wenn er, ihrer Macht auf Gnade und Ungnade preisgegeben, so glimpfliche Bedingungen erhalte.“[6] Auch lässt er anklingen, dass die Römer ohne weiteres Karthago hätten zerstören können[7], was den Großmut der Römer unterstreichen soll.

Die Darlegung der Bedingungen des Friedensvertrages von 201 bei Appian[8] stimmt – abgesehen von kleinen zahlenmäßigen Unterschieden[9] - weitestgehend mit der des Polybios überein; allerdings spricht er aufgrund des „...riesigen Besitzverlust[es]...“[10] von massiven Protesten der Bevölkerung Karthagos.

Demzufolge wird hier der Friedensschluss bei weitem nicht so Karthago-freundlich dargestellt, obwohl Appian auch die Nachgiebigkeit der Bestimmungen unterstreicht; er vertrat die Meinung, dass der Vertrag von 201 so milde war, damit Karthago für die Römer als Gegenstand dauernder Furcht erhalten bleibt, und Rom somit seine Sicherheit nicht vernachlässige[11]. Diese Ansicht halte ich - wie auch anerkannte Historiker[12] - für abwegig. Ein weniger verklärender Ansatz wird von N. Mantel vertreten, er sieht in dem Vertrag eine „...politische und militärische Fesselung des Gegners durch von den Römern jederzeit zu kontrollierende stark einengende Beschränkungen.“[13] Elliger deutet den Frieden von 201 gar als „... ein Sterben auf Raten“[14] für Karthago.

Als zentralen Punkt des Friedensvertrages für die karthagisch-römischen Beziehungen erachte ich die Rolle Numidiens: Massinissa wurden sämtliche Gebiete Nordafrikas zugesprochen, die Karthago im Rahmen des Friedens abtreten musste. Somit machte Rom Numidien zu Karthagos wichtigsten Gegenspieler, was ein Wiedererstarken Karthagos auf Dauer verhindern sollte. „Die permanente Spannung zwischen Numidien und Karthago war durch die Römer miteinkalkuliert und bildete in ihren Augen eine der besten Garantien für den Fortbestand der damals geschaffenen Ordnung“[15], da Massinissa nun ebenso wie Rom an einer Eindämmung der Macht Karthagos interessiert war. Auch ein Verbinden der Karthager mit Massinissa wurde geschickt ausgeschlossen, da durch die von Rom bewusst unklar gezogenen Grenzen zwischen Karthago und Numidia Grenzstreitigkeiten (und daraus resultierend eine größer werdende Kluft zwischen beiden nordafrikanischen Mächten) vorprogrammiert waren.

Durch den weiteren Verlauf der Geschichte wird diese These bestätigt, immerhin lieferte der Konflikt Karthagos mit Numidia den Anlass zum 3. Punischen Krieg.

2.2. Die Ereignisse zwischen 201 und 149 v. Chr.

Das Verhältnis von Rom und Karthago wird in der 52 Jahre währenden Zwischenkriegsphase maßgeblich von den Beziehungen beider zu Numidia geprägt. Bereits kurze Zeit nach dem Friedensvertrag von 201 v. Chr. kam es zu den bereits erwähnten Grenzstreitigkeiten zwischen Karthago und dem Numidierfürst Massinissa[16]. Beide Seiten wandten sich in dieser Sache mehrfach an Rom, welches jedoch stets zugunsten der Numidier entschied. Karthago verlor also immer wieder kleinere Landstriche des Grenzgebietes. „Das römische System wohlwollender Patronisierung und gleichzeitig perfider Nadelstiche feierte hier zum erstenmal außerhalb Italiens wahre Orgien.“[17] In Karthago bildete sich infolge dieser Ereignisse eine stärker werdende anti-numidische Tendenz[18]. Gegen Rom wird zu dieser Zeit laut Appian noch nicht agiert, die Karthager hielten sich an ihre Vereinbarungen, zahlten jährlich ihren Tribut und lieferten die Geiseln an Rom.

Wirtschaftlich gesehen erholten sich die Punier erstaunlich schnell von ihren Verlusten, angeblich sollen sie bereits 191, also gerade einmal 10 Jahre nach Ende des 2. Punischen Krieges, den Römern die Bezahlung der gesamten verbliebenen Kriegsschuld angeboten haben, was diese jedoch ablehnten - vermutlich um die Abhängigkeitssituation der Nordafrikaner aufrechtzuerhalten.[19]

Das Verhältnis zu Massinissa spannte sich besonders ab den 60er Jahren immer stärker an, da dieser durch die neue, aggressiv ausgerichtete Außenpolitik Roms – Bleicken spricht in dieser Phase von „Vernichtungspolitik“[20], Kornemann von „Niederwerfungs- und Zerstörungspolitik“[21] – zu weiteren Übergriffen ermutigt wurde[22]. Der Einfall Massinissas in der Mitte der 60er Jahre in das Gebiet der Emporia (die Kleine Syrthe) „...auf dessen reiche Einkünfte er schon lange ein Auge geworfen hatte...“[23], auf welches er jedoch nicht den geringsten Anspruch besaß, verdeutlicht den Wandel Roms zu einem schärferen Kurs. Wieder entscheidet das zur Schlichtung herbeigerufene Rom gegen die Karthager, „...nicht weil er [Massinissa] im Recht gewesen wäre, sondern weil den Schieds-richtern dies in ihrem Interesse zu liegen schien...“[24]. Damit hatte Rom einen klaren Rechtsbruch begangen, der Friedensvertrag von 201 wurde bewusst missachtet. Für Karthago war so keinerlei Rechtssicherheit mehr vorhanden, die jahrzehntelange, auf Verständigung abzielende Politik kann als gescheitert gelten[25]. Demzufolge wurden jetzt neben den Numidier-feindlichen auch die anti-römischen Stimmen in Karthago immer lauter.

In diesem Zusammenhang spricht Hoffmann von neueren Grenzzwischenfällen in den Jahren 154/153 v.Chr., die von karthagischer Seite her forciert wurden[26]. Der Konflikt spitzte sich zu, als Massinissa 153/152 die karthagischen Gebiete um Thugga annektierte. Rom greift, dem Bitten der Karthager zum Trotz, erneut nicht ein[27]. Die römische Gesandtschaft, die daraufhin 152 v.Chr. nach Karthago kam, traf aufgrund dieses Verhaltens des Mutterstaates auf unverhohlene Ablehnung von Seiten der karthagischen Bevölkerung[28]. Unter diesen Gesandten befand sich auch Cato, „...als Veteran aus dem Hannibalischen Kriege noch von dem vollen Pönerhass und der vollen Pönerfurcht durchdrungen...“[29]. Dieser stellte die Gefahr, die von Karthago ausging, nach seiner Rückkehr nach Rom in den schillerndsten Farben dar. Er schilderte „...den blühenden Zustand der Erbfeinde Roms, die üppige Landschaft und die wogenden Gassen, die gewaltigen Waffenvorräte in den Zughäusern und das reiche Flottenmaterial...“[30], um so in der römischen Bevölkerung Furcht vor einem zweiten „Hannibal ante portas“ zu schüren. Sein Satz „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“, den er an jeder passenden oder unpassenden Stelle proklamiert haben soll, wurde legendär. Die Forderung nach der Zerstörung der Stadt traf auf offene Ohren, Scipio Nasica war gegen einen von Rom geführten Angriffskrieg, da dieser sich nicht mit dem außenpolitischen Ansehen Roms vereinbaren lasse[31]. Somit beschloss der römische Senat im Jahr 150v.Chr. zwar die Zerstörung Karthagos, erklärte den Krieg jedoch noch nicht, sondern hielt den Beschluss geheim. Mit dem Krieg sollte gewartet werden, bis sich ein geeigneter Kriegsgrund darbiete[32] - und ein solcher war relativ schnell gefunden.

2.3. Der Kriegsausbruch

Nach einigen Zwischenfällen mit Numidiern in Karthago, wobei auch zwei Söhne Massinissas, Gulussa und Micipsa, aus der Stadt vertrieben worden sein sollen, griff Massinissa erneut karthagische Gebiete an und belagerte Oroskopa[33]. Hierauf bat Karthago nicht wieder bei Rom um Unterstützung, sondern ergriff die Initiative und erklärte Numidia den Krieg (150v.Chr.)[34], welcher allerdings von den Karthagern verloren wurde.[35]

Damit war Rom ein willkommener Anlass für den Krieg gegeben, denn der Angriff Karthagos gegen Massinissa stellte einen Bruch der Bestimmungen des Friedensvertrages von 201 dar, wonach Karthago keinen Krieg ohne römische Genehmigung führen durfte.[36] Juristisch gesehen war die nun folgende Kriegerklärung Roms an Karthago völlig legitim; immerhin griff Karthago einen römischen Bundesgenossen an, verletzte den Vertrag von 201[37] und lehnte sich gegen Rom auf. Jedoch „...das Missverhältnis, das zwischen der Schwere des karthagischen Vergehens und den brutalen römischen Forderungen bestand, machte die offizielle Begründung fragwürdig“[38] – Elliger sieht den Kriegsanlass ebenso als „...lächerliche Bagatelle...“[39] an. Karthago versuchte sofort, Rom zu beschwichtigen, indem es die Feldherren des numidischen Krieges, Hasdrubal und Karthalo, zum Tode verurteilte[40], sich also von den Geschehnissen distanzierte. Weiterhin wurden Gesandte nach Rom geschickt, welche sich „...durch den Akt der deditio bedingungslos der Entscheidung Roms [unterwarfen]...“[41]. Der Senat forderte die Auslieferung von 300 karthagischen Geiseln, und dass Karthago den Anweisungen der Consuln Folge leisten müsste, wenn der Krieg verhindert werden sollte[42]. Nach der Überstellung der Geiseln nahmen die Karthager in Utica[43] die nächste Forderung entgegen, die völlige Entwaffnung der Stadt[44]. Um dem drohenden Krieg zu entgehen, stimmten sie auch dieser Bedingung zu, und lieferten 200.000 verschiedenste Waffen und 2.000 Katapulte[45] in Utica ab. Doch damit nicht genug, Rom trieb sein „perfides Spiel“[46] noch weiter, und forderte die eigenhändige Zerstörung der Stadt und eine Wiederansiedelung mindestens 80 Stadien vom Meer entfernt[47]. Diese Forderung stieß in Karthago auf massive Proteste der Bevölkerung, der Widerstand gegen Rom wurde beschlossen – und das nach der Niederlage gegen Numidia und der Auslieferung aller Waffen. Mit der beeindruckenden Verbissenheit eines Todgeweihten forcierte Karthago die Wiederbewaffnung und die Freisetzung neuer Kräfte für das Militär, um der Belagerung der Stadt trotzen zu können.[48] Der Krieg hatte begonnen.

3. EXKURS: DIE EINSTELLUNG DES POLYBIOS ZUM 3. PUNISCHEN KRIEG

An dieser Stelle folgt ein Exkurs zur Einstellung eines der wohl anerkanntesten antiken Historiker, des Polybios, zum 3. Punischen Krieg. Dabei liegt mein Hauptaugenmerk auf der Charakterisierung der beiden Protagonisten des Krieges, Hasdrubal und C. Scipio Aemilianus, die hier exemplarisch untersucht werden sollen. Ich erachte eine solche Abschweifung für notwendig, immerhin bieten uns die antiken Historiker die wichtigste Quelle, um Ereignisse des Altertums in Erfahrung zu bringen. Ein kritischer Umgang mit diesen Zeugnissen ist demnach unerlässlich.

3.1. Die Charakterisierung des Hasdrubal

Polybios kritisiert den Feldherrn Karthagos heftigst, er bezeichnet ihn als „... eingebildete[n], großsprecherische[n] Hohlkopf, ohne Tatkraft, ein durchaus unfähiger Feldherr.“[49] Weiterhin spricht er ihm jegliches diplomatisches Feingefühl ab, was die Schilderung der Unterredung mit Gulussa belegt. Obwohl in der unterlegenen Stellung des um Gnade Bittenden, erscheint er doch höchst selbstbewusst und fast fordernd vor Gulussa.[50] Das „menschenfreundliche Angebot“[51] von Scipio, ihm, seiner Familie und 10 Familien seines näheren Umfeldes die Freiheit für die Aufgabe der belagerten Stadt zu schenken, weist Hasdrubal entschieden von sich, was eigentlich als positive Charaktereigenschaft zu werten ist. Polybios schildert allerdings nur wenig später die heimliche Kapitulation Hasdrubals und den daraus resultierenden Verrat seiner letzten Getreuen[52] während der Belagerung der Byrsa im Endstadion des 3. Punischen Krieges – nicht ohne Hinweis auf die früheren Worte des Karthagers. Auf diese Weise will er die Doppelzüngigkeit Hasdrubals herausstellen.

Auch sonst lässt Polybios kein Mittel aus, die Verwerflichkeit des Boetharchos herauszuarbeiten. So erwähnt er etwa scheinbar beiläufig, dass Hasdrubal „von Natur wohlbeleibt [war], (...) aber inzwischen noch einen Bauch bekommen“[53] hatte – und das in Zeiten größter Not und Hungers im belagerten Karthago. Der Historiker spricht in diesem Zusammenhang von Trinkgelagen und kostbaren Speisen, sicherlich, um den Kontrast zu der übrigen Bevölkerung noch zu unterstreichen. Weiterhin spricht Polybios von grausamen Hinrichtungen und Folter der karthagischen Ratsmitglieder, die mit ihm nicht konform waren.[54] Kurz gesagt gibt sich Polybios größte Mühe, Hasdrubal als Tyrann erscheinen zu lassen, der Seinesgleichen sucht.

3.2. Die Charakterisierung Scipios

Im krassen Gegensatz dazu steht die Schilderung der Persönlichkeit Scipios. So bemüht sich Polybios, den Sieger von Karthago als eine der hervorstechendsten Persönlichkeiten Roms darzustellen, wobei er besonders die menschlichen Vorzüge Scipios und weniger dessen außenpolitische Erfolge hervorhebt. Dabei verfährt er nach dem bekannten Muster der Charakterisierung, indem er zunächst eine Eigenschaft des Betreffenden schildert, und diese daraufhin anhand von mehreren Beispielen belegt. Besonders die Darstellung Scipios Uneigennützigkeit scheint Polybios am Herzen zu liegen[55]. Weiterhin betont er dessen „sittlich untadelige Lebensführung“[56], besonders bei dem Hintergrund, dass zu dieser Zeit ein allgemeiner Trend zur sittlichen Zügellosigkeit in Rom zu verzeichnen war: „...Die einen waren wie besessen hinter Buhlknaben, die anderen hinter Dirnen her, viele dachten nur ans Trinken oder das Variété und andere kostspielige Vergnügungen [...]. Scipio jedoch ging in seiner Lebensführung den entgegengesetzten Weg, widerstand allen Begierden und blieb in jeder Weise den sittlichen Grundsätzen, das heißt sich selber treu.“[57] Aber auch unermessliche finanzielle Großzügigkeit seinen Verwandten und Freunden gegenüber gehörte laut Polybios zu den Eigenschaften des Scipionen, wie er an mehreren Beispielen glaubhaft zu machen sucht[58]. Als Letztes erwähnt Polybios noch die „Tugend der Tapferkeit“[59], die von Scipio neben seiner Feldherrentätigkeit auch durch seine Jagdleidenschaft unter Beweis gestellt wird.

Für sehr bedeutsam erachte ich die, leider nur in Fragmenten erhaltene[60], Episode unmittelbar nach der Zerstörung der Stadt, wo Scipio weinend über das Schicksal Karthagos sinnierte. Er soll gesagt haben: „Einst wird kommen der Tag, da das heilige Illion hinsinkt, Priamos auch und das Volk des lanzenkundigen Königs.“[61] Diese Stelle zeigt in meinen Augen deutlich, dass auch Polybios trotz seiner nachgewiesenen anti-karthagischen Einstellung[62] Zweifel an der Rechtschaffenheit des römischen Vorgehens gegen die Karthager hegte, auch wenn er diese Meinung nirgends offen als die seinige kundtut.

3.3. Resümee

Generell lässt seine Schilderung des 3. Punischen Krieges die Objektivität vermissen, die er in der Schilderung der vorherigen Kriege Roms mit Karthago noch besaß[63]. Dieser Umstand wird besonders von Guido Schepens pointiert: „ The description of the Third Punic War, however, furnishes a curious contrast. Polybius` treatment of it`s cause and, above all, his indecently negative portrayal of the Punic general Hasdrubal seem to indicate that he is taking sides in the final conflict.[64] Dieser Bruch lässt sich allerdings sehr leicht erklären; über die ersten deutlich beiden punischen Kriege schreibt er aus der Sicht des unbeteiligten Historikers, während er den 3. Krieg unmittelbar als „... military advisor in Scipio`s company...“[65] und gar als persönlicher Freund Scipios[66] miterlebte. Somit besticht Polybios` Schilderung des 3. Punischen Krieges zwar durch einen sehr hohen Grad an Authentizität, allerdings geht er aufgrund des eben beschriebenen Verhältnisses zu Scipio Aemilianus auch voreingenommen an dieses Thema heran, was den historischen Wert seiner Ausführungen wieder etwas schmälert.

Schepens vertritt weiterhin die These, dass Polybios zu diesem Zeitpunkt jeglichen Widerstand gegen Rom für sinnlos und „ foolish[67] hält, da Karthago keine Siegchancen hatte, und somit auch den karthagischen Kampf verurteilt. In dieser Beziehung kann ich Schepens Meinung nicht teilen, da hier die Situation verkannt wird. Karthago stand in politischem Zwang so zu handeln, eine echte Alternative zur (zugegebenermaßen recht aussichtslosen) Verteidigung der Stadt gab es nicht, die Zerstörung der Stadt war längst beschlossen. Und auch das skrupellose Vorgehen der Römer im Vorfeld des Krieges zeigt, dass sie eine Wahl gar nicht zuließen – Karthago sollte um jeden Preis zerstört werden[68].

4. WARUM MUSSTE KARTHAGO ZERSTÖRT WERDEN ?

Nach diesem Exkurs sollen die Ursachen, die zum 3. Punischen Krieg führten, näher beleuchtet werden. Eine ausführliche Darstellung des Verlaufes dieses Krieges erachte ich als nicht zwingend notwendig für diese Hausarbeit[69] ; nur soviel sei gesagt, dass die Belagerung Karthagos letztlich über 3 Jahre dauerte, bis es Scipio nach hartnäckiger Isolierung der Stadt gelang, ins Innere derselben einzudringen und den Widerstand zu brechen.

Über die Kriegsursachen ist bereits viel geschrieben worden, mit unterschiedlichsten Thesen, weshalb Rom Karthago auslöschen musste. Das die Verletzung des Friedensvertrages als Grund nicht befriedigen kann, steht außer Frage, schließlich wurden der Krieg bereits viel eher beschlossen. Das ein so brutales Ende der Karthager auch in Rom selbst kontrovers diskutiert wurde, belegt Polybios mittels seiner Darlegung der unterschiedlichen Meinungen. „Manche billigten das Verhalten der Römer: sie hätten klug und verständig ihre Machtinteressen wahrgenommen. [...] Andere nahmen den entgegengesetzten Standpunkt ein: Sie hätten nicht an den Grundsätzen festgehalten, mit denen sie die Hegemonie errungen hätten, und wären mehr und mehr zu der Herrschsucht der Athener und Spartaner entartet [...]. Wieder andere sagten, [...] in dem ganzen Krieg gegen die Karthager seien sie [die Römer] immer nur mit Trug und List vorgegangen, indem sie Schritt für Schritt jedes Mal durch ein Angebot falsche Hoffnungen weckten, ihre wahren Absichten aber wohlweislich verbargen[...].“[70]

Auch Mommsen zeigt die Unredlichkeit des Krieges: „Der Kampf war zu Ende. Der Jubel im Lager wie in Rom war grenzenlos; nur die Edelsten des Volkes schämten im Stillen sich der neuesten Großtat der Nation.“[71]

Die am häufigsten anzutreffende Begründung des römischen Angriffskrieges, die Furcht vor Karthago als größter Feind[72], kann meines Erachtens nach getrost verworfen werden. Wenn die Furcht der Römer vor einem zweiten „Hannibal ante portas“ so groß gewesen war, weshalb zerstörten sie Karthago dann nicht unmittelbar im Zuge des Sieges im 2. Punischen Krieg, als die Furcht vor dem „...barkidischen Eroberungsgeist“[73] am größten hätte sein müssen? Hier wäre dazu die beste Möglichkeit gewesen. Für die gesamte damalige Welt wäre eine solche Reaktion nach der massiven Bedrohung Roms durch Hannibals Intervention in Italien nur allzu leicht verständlich gewesen. Stattdessen wurde ein Friedensvertrag geschlossen, der laut Hoffmann von den Römern als endgültige Lösung des Konflikts zur damaligen Zeit angesehen wurde[74], der also zur Normalisierung des Verhältnisses beitragen sollte. Die römische Furcht vor Karthago als kriegsauslösendes Moment erscheint weiterhin als fragwürdig, denn seit dem 2. Punischen Krieg „...hatten sich die Machtverhältnisse in einem ursprünglich nicht vorauszusehenden Ausmaß zugunsten Roms verschoben.“[75]

Mommsen vertritt die These, dass vor allem die schnell wiedererlangte wirtschaftliche Prosperität Karthagos und der daraus resultierende Neid der Römer der Hauptgrund für den Krieg war.[76] Dafür spricht der schon weiter oben angesprochene Umstand, dass Karthago Rom bereits 191 v.Chr. die Bezahlung der gesamten Kriegsrestschuld angeboten haben soll.[77] Dennoch wird auch diese These in der heutigen Forschung weitestgehend abgelehnt[78], da sich Rom in Bezug auf den Handel ebenfalls in einer komfortablen Stellung befand, und den Handel im westlichen Mittelmeer bereits dominierten[79]. Außerdem verschlang die drei Jahre währende Belagerung der Stadt Unsummen, was jegliche finanziellen Vorteile an der Eliminierung Karthagos als Handelskonkurrent überwiegen musste.

Als sehr gewagt halte ich die Ansicht Kahrstedts, dass Rom Karthago nur zerstört hat, damit dieses nicht den Numidern zufiele, und Numidia damit im „...Prozess[...] der numidischen Großmachtbildung...“[80] zu einem ernst-zunehmenden Gegner Roms avancieren würde. Mit der Aufteilung des Numiderreiches nach dem Tode Massinissas (der sein ganzes Leben darauf verwendete, die Numider zu vereinen) an seine Söhne war diese Gefahr auf einfachste Art und Weise gebannt.

Meines Erachtens nach liegen die Beweggründe für Rom, Karthago zu zerstören, weitestgehend im der veränderten Außenpolitik Roms begründet – ein ähnlich „...hart[es] und erbarmungslos[es]...“[81] Vorgehen zeigt sich auch in den anderen Kriegen, die Rom zu dieser Zeit führte[82]. Bleicken führt dazu an: „Rom operierte schon nicht mehr wie eine politische Macht, die sich als Teil einer großen und komplexen Völkergemeinschaft fühlt, sondern setzte seinen Willen absolut und verlangte Gehorsam“[83]. Ganz ähnlich ordnet auch Elliger die Geschehnisse ein: „Letztlich [...] ist der Dritte Punische Krieg eine Folge jener mangelhaften Außenpolitik, die auch in Spanien und Griechenland [...] eine zufriedenstellende Lösung der Probleme verhinderte. Man hat den Eindruck, als ob Rom das Vertrauen in seine alte Politik, die eher auf ein sich selbst regulierendes Gleichgewicht der Kräfte setzte, mittlerweile verloren hatte und offenbar meinte, mit dem Hammer für klare Verhältnisse sorgen zu müssen.“[84] Der 3. Punische Krieg ist somit kennzeichnend für die römische Außenpolitik dieser Epoche. Bleicken unterstreicht in dem hier behandelten Zusammenhang das gestiegene Sicherheitsbedürfnis Roms; Rom war zwar damals die dominante Kraft in der Mittelmeerwelt, fürchtete aber die Einheit der beherrschten Staaten gegen Rom. Bei geringsten Anzeichen von Auflehnung wird diese demzufolge mittels größter Härte unterdrückt – immer häufiger durch Waffengewalt – was beispielsweise die Zerstörung Korinths (146 v.Chr.) belegt[85]. Damit rückt Karthago wieder in den Vordergrund der Betrachtungen, „...bei einem allgemeinen Aufbruch der romfeindlichen Kräfte im gesamten Mittelmeerbereich [war es] bei seiner großen Nähe zu Rom ein sehr wohl zu beachtender Faktor.“[86]

Mich verwundert, dass das Element des Friedensvertrages von 201 v.Chr. in Bezug auf den 3. Punischen Krieg kaum beachtet wird. Die Bestimmungen dieses Vertrages besagten unter anderem, dass Karthago auf die Dauer von 50 Jahren Tribut zahlen müsse und für den gleichen Zeitraum Geiseln zu stellen hatte[87]. Diese Frist endete also im Jahre 151v. Chr. – und bereits im darauffolgenden Jahr wird der Krieg beschlossen. Ein Zusammenhang der Ereignisse kann nicht geleugnet werden. Mit dem Auslaufen der genannten Friedensbestimmungen ging das Abhängigkeitsverhältnis Karthagos gegenüber Rom verloren, Rom hatte kaum mehr politische Machtmittel gegen Karthago in der Hand, und spürte eine deutliche steigende Aversion der Karthager gegen Rom. Damit lässt sich meiner Meinung nach am ehesten das Verhalten Roms (die Führung eines Krieges) erklären, ohne allerdings die Relevanz der vorher geschilderten Beweggründe schmälern zu wollen.

5. LITERATURLISTE

Quellen

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Vogt, J. (Hrsg.): Rom und Karthago, Leipzig 1943.

[...]


[1] Appian, Karthagisches Buch, 129, 614f.

[2] Eine knappe Schilderung des Verlaufes dieser letzten Schlacht bietet beispielsweise Kornemann, E.: Römische Geschichte. Die Zeit der Republik, Stuttgart 71977, S. 244-246.

[3] Vgl. hierzu Mantel, N.: Poeni foedifragi. Untersuchungen zur Darstellung römisch-karthagischer Verträge zwischen 241 und 201 v. Chr. durch die römische Historiographie, München 1991, S. 136. bzw. Kornemann, Römische Geschichte, 1977, S.247.

[4] Polybios, XV, 18.

[5] Vgl. ebd.

[6] Polybios, XV, 19.

[7] Vgl. ebd.

[8] Vgl. Appian, Karth. Buch, 54, 234-238.

[9] Appian spricht von 150 Geiseln, die Rom ausgeliefert werden sollten, Polybios von 100; weiter-hin musste Karthago laut Appian jährlich 250 Talente an Rom zahlen, bei Polybios sind es nur 200 Talente.

[10] Appian, Karth. Buch, 55, 240.

[11] Vgl. Hoffmann, W.: Die Römische Politik des 2. Jahrhunderts und das Ende Karthagos, in: Historia 9, 1960, S. 309-344, hier S.322.

[12] Vgl. z.B. ebd., hier tut Hoffmann diese These Appians als „Phantasieprodukt“ ab.

[13] Mantel, Poeni foedifragi, 1991, S. 136.

[14] Elliger, W.: Karthago. Stadt der Punier, Römer, Christen, Stuttgart/Berlin/Köln 1990, S. 121.

[15] Hoffmann, Römische Politik, 1960, S.324f.

[16] Vgl. Appian, Karth. Buch, 67, 302.

[17] Kornemann, Römische Geschichte, 1977, S.272.

[18] Vgl. Appian, Karth. Buch, 68, 304f.

[19] Die prosperierende Wirtschaft wird zu großen Teilen den neuen Handelsbeziehungen der Punier mit der griechischen Welt, sowie der Staatsreform des Hannibal, welche auch eine Neuorganisierung des Finanzwesens beinhaltete, zu verdanken gewesen sein.

[20] Bleicken, J.: Geschichte der römischen Republik (=Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd.2), München 51999, S. 58.

[21] Kornemann, Römische Geschichte, 1977, S. 317.

[22] Rom führte 200 bis 197 v.Chr. den 2. Makedonischen Krieg gegen Philip V., weiterhin von 191 bis 188 v.Chr. den Krieg gegen die Seleukiden unter Antiochos III., 171 bis 168 v. Chr. den 3. Makedonischen Krieg, welcher mit der Auflösung des Makedonierreiches endete, sowie ab 154/153 v.Chr. den kriegerischen Konflikt in Spanien gegen die Lusitaner. Eine ausführliche Darstellung dieser neuen Politik Roms bietet beispielsweise Kornemann, Römische Geschichte, 1977, S. 265-372; knappe Überblicke finden sich bei Bleicken, Geschichte der röm. Republik, 1999, S. 50-55, oder bei Hoffmann, Römische Politik, 1960, S. 330-334.

[23] Polybios, XXXII, 2.

[24] Ebd.

[25] Vgl. Hoffmann, Römische Politik, 1960, S. 334.

[26] Vgl. ebd., S. 335.

[27] Vgl. Hoffmann, W. : Roms Aufstieg zur Weltherrschaft, In: Mann, G./Heuß, A. (Hg.), Propyläen Weltgeschichte, Bd. 4, Frankfurt a. Main 1991, S. 97-174, hier S.163.

[28] Vgl. Hoffmann, Römische Politik, 1960, S. 335.

[29] Mommsen, T.: Römische Geschichte, Bd. 2, Berlin 141933, S.22.

[30] Ebd.

[31] Vgl. Appian, Karth. Buch, 69, 313-315.

[32] Zu dieser innenpolitischen Debatte verweise ich auf Huss, W.: Die Geschichte der Karthager, München 1985, S.437-439.

[33] Vgl. Appian, Karth. Buch, 79, 316-318. bzw. Hoffmann, Römische Politik, 1960, S. 338.

[34] Interessant ist in diesem Zusammenhang die römische Einstellung, welche bei Livius, XLVIII : „Carthaginienses cum adversus foedus bellum Masinissae intulissent...“ signifikant zum Vorschein tritt.

[35] Der Verlauf dieses Krieges ist für das weitere Verständnis dieser Hausarbeit irrelevant, und wird demzufolge nicht geschildert. Den interessierten Leser verweise ich auf Appian, Karth. Buch, 70, 319 – 73, 337.

[36] Vgl. Kapitel 2.1 dieser Hausarbeit.

[37] Hierzu sei angemerkt, dass ein anderer Vertragsbruch Karthagos, der Bruch des Ebro-Vertrages, bereits zum 2. Punischen Krieg führte.

[38] Hoffmann, Römische Politik, 1960, S. 310.

[39] Elliger, Karthago, 1990, S.122.

[40] Vgl. Diodor, XXXII, 3.

[41] Hoffmann, Roms Aufstieg, 1991, S.164.

[42] Vgl. Appian, Karth. Buch, 76, 354f.

[43] Diese ehemals karthagische Stadt hatte sich sogleich nach der römischen Kriegsproklamation auf Seiten Roms geschlagen und diente jetzt den Consuln als Lager.

[44] Laut Appian, Karth. Buch, 80, 373 soll der Consul gefragt haben: „(...) wenn ihr ehrlichen Sinnes Frieden wollt, was braucht ihr da noch Waffen?“

[45] Vgl. Diodor, XXXII, 6; Polybios, XXXVI, 6f; Appian, Karth. Buch, 80, 375.

[46] Hoffmann, Roms Aufstieg, 1991, S.164.

[47] Vgl. Appian, Karth. Buch, 81, 378.

[48] Einen detaillierteren Überblick über die Zeit unmittelbar vor Aufnahme der kriegerischen Aktionen bietet besonders Appian, Karth. Buch, 74, 340 – 94, 447.

[49] Polybios, XXXVIII, 7.

[50] Vgl. ebd.

[51] Polybios, XXXVIII, 8.

[52] Vgl. Polybios, XXXVIII, 20.

[53] Polybios, XXXVIII, 8.

[54] Vgl. Polybios, XXXVIII, 8. Auch Appian schreibt von solchen Hinrichtungen ; (Karth. Buch, 120, 571), was ihre Authentizität bekräftigt.

[55] Vgl. Polybios, XXXII, 8.

[56] Polybios, XXXII, 11.

[57] Ebd.

[58] Vgl. ebd., 11-14.

[59] Ebd., 15.

[60] Vgl. Polybios, XXXVIII, 21f., und ausführlicher bzw. vollständig erhalten bei Appian, Karth. Buch, 132, 628 – 631.

[61] Polybios, XXXVIII, 22.

[62] Diese Einstellung des Polybios lässt sich sicherlich auch zum Teil auf seine Übernahme des allgemein negativ besetzten Bildes des Karthagers in der römischen Literatur zurückführen.

[63] Besonders wird dies offensichtlich, wenn man den Schilderungen des Appians folgt. Auch hier zeigen sich eindeutig Tendenzen, dass der Autor die Person des Scipio im Vergleich zu Hasdrubal positiver zeichnet, allerdings finden sich hier an keiner Stelle derart pauschale und verabsolutierende Urteile wie bei Polybios. Appian bemüht sich in diesem Zusammenhang um deutlich mehr Sachlichkeit.

[64] Schepens, G.: Polybios on the Punic Wars. The problem of objectivity in history, in: Devijver, H./ Lipinski, E. (Hg.): Studia Phoenica X. Punic Wars, Leuven 1989, S. 317-327, hier S.324.

[65] Ebd.

[66] Vgl. Polybios XXXII, 9-11. Die Intensität der Freundschaft verdeutlicht die Passage »…so erwuchs eine gegenseitige Liebe von einer Innigkeit, als wären sie verwandt, wie zwischen Vater und Sohn.» (Polybios, XXXII, 11) am eindringlichsten.

[67] Schepens, Polybios on the Punic Wars, 1989, S.326.

[68] Vgl. Kornemann, Römische Geschichte, 1977, S.327.

[69] Für detaillierte Informationen sei der interessierte Leser auf Appian, Karth. Buch, 97, 456 – 133, 632 oder auf Huß, Geschichte der Karthager, 1985, S.443 – 457 verwiesen.

[70] Polybios, XXXVI, 9.

[71] Mommsen, Römische Geschichte, 1933, S. 37.

[72] Vgl. z.B. Appian, Karth. Buch, 69, 313.

[73] Elliger, Karthago, 1990, S.122.

[74] Vgl. . Hoffmann, Römische Politik, 1960, S. 323. Ferner führt er aus, „...von hier aus schienen alle Vorraussetzungen für eine weitere Stabilisierung der römisch-karthagischen Beziehungen gegeben zu sein.“ (S. 324).

[75] Hoffmann, Römische Politik, 1960, S. 312.

[76] Vgl. Mommsen, Römische Geschichte, 1933, S.21.

[77] Vgl. Kornemann, Römische Geschichte, 1977, S.273.

[78] z.B. bei Elliger, Karthago, 1990, S. 122. bzw. bei Kornemann, Römische Geschichte, 1977, S.326.

[79] Vgl. Elliger, Karthago, 1990, S.122.

[80] Huss, Geschichte der Karthager, 1985, S.437.

[81] Polybios, XXXVI, 9.

[82] Vgl. Fußnote 22 dieser Arbeit

[83] Bleicken, Geschichte der röm. Republik, 1999, S.54.

[84] Elliger, Karthago, 1990, S.123.

[85] Vgl. Bleicken, Geschichte der röm. Republik, 1999, S.56f.

[86] Kornemann, Römische Geschichte, 1977, S.326.

[87] Vgl. Kapitel 2.1 dieser Hausarbeit.

18 von 19 Seiten

Details

Titel
Die Kriegsschuldfrage im 3. Punischen Krieg
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Proseminar Altertum
Note
1,0
Autor
Jahr
1999
Seiten
19
Katalognummer
V108122
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kriegsschuldfrage, Punischen, Krieg, Proseminar, Altertum
Arbeit zitieren
Stefan Solle (Autor), 1999, Die Kriegsschuldfrage im 3. Punischen Krieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108122

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