Die zu beschreibenden Koren Nr. 678 und Nr. 679 stammen im Original aus dem Akropolismuseum in Athen. Die für die folgende Beschreibung vorliegenden Koren sind Gipsabgüsse von den Originalen und stehen in der Gipssammlung des Archäologischen Institutes der Ruhr- Universität-Bochum. Da die Reste der Bemalung an den Originalen nicht an den vorliegenden Kopien zu sehen sind, soll auf diese hier nicht eingegangen werden. Beschreibung von Kore Nr. 679: [...]
Inhaltsverzeichnis
Beschreibung von Kore Nr. 679
Maße
Datierung und Fundort
Erhaltungszustand
Zur Darstellung
Beschreibung von Kore Nr. 678
Maße
Datierung und Fundort
Erhaltungszustand
Zur Darstellung
Vergleich der Koren Nr. 678 und Nr. 679
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die beiden in der Gipssammlung der Ruhr-Universität-Bochum befindlichen Koren Nr. 678 und Nr. 679 anhand einer detaillierten formalen Analyse vergleichend gegenüberzustellen, um Unterschiede in der stilistischen Ausführung und der bildhauerischen Absicht herauszuarbeiten.
- Formale Beschreibung und Erhaltungszustand der Kore Nr. 679 (Peploskore)
- Formale Beschreibung und Erhaltungszustand der Kore Nr. 678 (Chitonkore)
- Vergleichende Untersuchung der Gewanddarstellung und Stofflichkeit
- Analyse der Haar- und Gesichtsbildung als Indikatoren für den künstlerischen Stil
- Bewertung der künstlerischen Qualität und Zuschreibung der Werke
Auszug aus dem Buch
Vergleich der Koren Nr. 678 und Nr. 679:
Beide Koren sind Werke der Spätarchaik und in den 30er Jahren des 6. Jahrhunderts v. Chr. entstanden. Die Koren erfüllten den Zweck, die Heiligtümer der Göttinen zu schmücken. Ihr offen getragenes Haar deutet auf einen festlichen Anlaß hin. Die Art der Darstellung ist sehr ähnlich: Beides sind unterlebensgroße Ganzkörperdarstellungen eines jungen Mädchens, das ruhig dasteht und frontal angelegt ist. Die Arme sind vom Körper gelöst, wobei ein Arm weiter erhoben und angewinkelt war. Dadurch hebt sich bei beiden Koren die linke Schulter und gleichzeitig senkt sich die rechte ein wenig ab. Auch der Gesichtsausdruck mit seinem „archaischen“ Lächen und die festliche Frisur sind gleich. Ebenfalls weist die Darstellung der Kleidungsfalten Ähnlichkeiten auf: Etwa die S-förmigen Falten an beiden Gewändern oder auch, bei der Peploskore, die feinen wellenlinienförmigen Falten am unteren Chitonsaum und, bei der Chitonkore, die unter dem Gesäß beginnenden senkrechten Falten.
Auffällig ist der Unterschied in der Kleidung: Während die Kore Nr. 678 im für die Korenweihungen zeittypischen Gewand, nämlich dem ionischen Chiton, abgebildet wird, trägt die Kore Nr. 679 den dorischen Peplos, in welchem nur wenige Koren der Jahrhundertmitte oder früher gezeigt werden. Der Körper tritt unter dem schweren Stoff des Peplos fast vollkommen zurück. Die Umrisse der Figur werden größtenteils von dem natürlichen Fall des Gewandes bestimmt. Durch den in der Taille geschnürten Gürtel erfährt der Körper hier seine stärkste Einziehung, die jedoch die Körperform unter dem Gewand nur erahnen läßt. Ganz anders hingegen bestimmt bei der Kore Nr. 678 der Körper selbst den Kontur, da sich der dünne Chiton und das Himation an den Körper anschmiegen. Durch die natürliche Form der Taille hat der Kontur hier seine stärkste Einziehung. Das mit reichem Faltenwurf verzierte Gewand tritt dabei in den Hintergrund und erscheint als Mittel zum Zweck, um die Körperlichkeit der Kore zum Ausdruck zu bringen.
Zusammenfassung der Kapitel
Beschreibung von Kore Nr. 679: Detaillierte Dokumentation der Maße, des Fundkontextes und des Erhaltungszustandes sowie eine formale Analyse der Peploskore.
Beschreibung von Kore Nr. 678: Dokumentation der spezifischen Merkmale der sogenannten Chitonkore, inklusive ihrer Maße und einer Analyse der Körperhaltung und Gewandführung.
Vergleich der Koren Nr. 678 und Nr. 679: Synthetische Gegenüberstellung beider Figuren, die stilistische Differenzen in der Gewandbehandlung und der bildhauerischen Umsetzung aufzeigt.
Schlüsselwörter
Kore, Spätarchaik, Gipssammlung, Ruhr-Universität-Bochum, Peploskore, Chitonkore, Meister Rampin, archaisches Lächeln, Gewanddarstellung, Marmorplastik, Skulptur, Kunstgeschichte, antike Plastik, Gipsabguss, Ikonographie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem direkten stilistischen Vergleich zweier archaischer Koren-Statuen, die als Gipsabgüsse in der Sammlung des Archäologischen Instituts der Ruhr-Universität-Bochum aufbewahrt werden.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die formale Beschreibung antiker Skulpturen, die Analyse archaischer Gewandformen (Peplos vs. Chiton) sowie die Untersuchung bildhauerischer Details an Kopf und Körper.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die künstlerische Absicht der jeweiligen Bildhauer durch einen detaillierten Vergleich von Form, Stofflichkeit und anatomischer Darstellung zu differenzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der vergleichenden Stilkritik, basierend auf einer deskriptiven Analyse der vorliegenden Gipsabgüsse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme beider Koren (Datierung, Erhaltung, Darstellung) und deren anschließende vergleichende Gegenüberstellung hinsichtlich Gewandwahl und Körperlichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Spätarchaik, Koren, Peploskore, Chitonkore, archaisches Lächeln und die formale Stilbetrachtung.
Welchen Einfluss hatte der Meister Rampin auf die untersuchten Werke?
Die Autorin diskutiert die Zuschreibung der Peploskore an den Meister Rampin und vermutet, dass die Chitonkore zwar nicht von seiner Hand stammt, aber stark unter seinem künstlerischen Einfluss entstand.
Wie unterscheidet sich die Gewanddarstellung der beiden Koren wesentlich?
Während die Chitonkore den Körper durch den dünnen Stoff betont und zur Schau stellt, verhüllt die Peploskore den Körper unter schwerem Stoff, der die Körperformen eher nur erahnen lässt.
- Citation du texte
- Carmen Trappenberg (Auteur), 1998, Vergleich der Kore Nr. 678 und Nr. 679 in der Gipssammlung des Archäologischen Institutes der Ruhr-Universität-Bochum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10812