Konrad Adenauer: Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft


Seminararbeit, 2003
20 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1, die Biografie von Konrad Adenauer

2, Adenauers Auffassung von Frankreich vor dem zweiten Weltkrieg

3, die Bemühung um Integration und Aussöhnung

4, Adenauer und de Gaulle

5, Elyseé Vertrag

6, Adenauer: er hat seine Pflicht getan

Einleitung

Geschichte kann nicht nur als Ereignisfolge verstanden, die große Figuren spielen in der Geschichte immer eine wichtige Rolle. Höhen und Tiefen in den deutsch-französischen Beziehungen folgten in den Jahrzehnten bis zur Wiedervereinigung.Das Verhältnis beider Länder wurde in besonderen Maße von Bundeskanzler Konrad Adenauer geprägt. Die deutsche Außerpolitik nach dem Krieg wurde durch seine Auffassung, sein Wunsch, sogar seine Freundschaft mit Charles de Gaulle beeinflußt. Was er damals gedacht und getan hat, lohen sich nicht nur zu erinnern, sondern auch zu analysieren und darüber noch zu diskutieren, denn die internationale Situation verändert sich, Erbfeind kann Freundschaft werden, umgekehrt auch. Um die gute Beziehungen zu pflegen und von Generation zu Generation weiterzugeben, muss man studieren, was gemacht wurde, und davon aus kann man gehen, und über was man mittlerweile macht, und was man machen will, auseinander zusetzen.

Diese Hausarbeiter wird auf dem Basis des Referates aufgebaut, und versucht dazu stellen, was die Staatsmann Konrad Adenauer im seinen ganzen Leben, über die wieder Versöhnung der zwei Erbfeinden—Deutschland und Frankreich gedacht und darum Bemühung gegeben hat.

1. die Biografie von Konrad Adenauer

Am 5. Januar 1876 wurde Konrad Adenauer als dritten Sohn in einer katholischen Familie in Köln geboren. Sein Vater arbeitet als Kanzleirat beim Kölner Oberlandesgericht. In seinem Elternhaus lernte Adenauer vor allem "traditionelle Tugenden": Pflichtbewusstsein, Korrektheit und Fleiß.

1894 machte Adenauer das Abitur in Köln und dann ein Stipendium ermöglicht ihm den Weg zur Universität, Er hat in Universitäten von Freiburg, München und Bonn Jura Studiert. 1901 legte er sein zweites Staatsexamen ab. Vom 1902 bis 1904 arbeitete Adenauer in Köln als Hilfsrichter. 1904 heiratete er Emma Weyer,sie haben 3 Kinder. 1905 trat er der Deutschen Zentrumspartei bei. 1906 wurde er Beigeordneter der Stadt Köln mit den Aufgaben des Finanz-, Personal- und Ernährungsdezernenten. 1917 gelingt es Adenauer, Oberbürgermeister von Köln zu werden. In der gleich Zeit wurde er zusätzlich zum Präsidenten des preußischen Staatsrats gewählt. Adenauer beschäftigte als Bürgermeister bis 1933. Während seiner Amtszeit gründete er die Messe und eröffnete er die Universität in Köln, wofür er 1919 deren Ehrendoktorwürde in Politik, Medizin, Rechts und Philosophie verliehen bekam.

Als der Nazi Zeit kam, tat Adenauer sich 1933 als entschiedener Gegner der Nationalsozialisten hervor. Da hat er abgelehnt, ein Besuch für Wahlkampfrede von Adolf Hitler zu empfangen, hatte dies zu schweren Folgen führen, er wurde schließlich von allen seinen Ämtern enthoben. Schließlich konnte er nur Köln verlassen, um in einem Kloster in der Eiffel Schutz zu finden. 1944 wurde Adenauer durch die Gestapo verhaftet und gelegentlich inhaftiert, er sollte in ein Konzentrationslager kommen, aber es gelang ihm zu fliehen.

Nach der Kapitulation der Deutschen trat Adenauer trotz seines fortgeschrittenen Alters schnell wieder aus der Versenkung hervor, er wurde zur erst von den Amerikanern Militärregierung als Oberbürgermeister von Köln eingesetzt, damals war er schon beinahe 70 Jahre alt. Aber Adenauer neigt nicht zum Überschwang. 1946 wurde Land Nordrhein-Westfalen gegründet, Adenauer war CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag. Im August 1949 wurde er als Abgeordneter für Nordrhein-Westfalen in den ersten Deutschen Bundestag in Bonn gewählt. Am 15. September 1949 wählte das erste bundesrepublikanische Parlament, Konrad Adenauer wurde mit nur einer Stimme Mehrheit zum Bundeskanzler gewählt. Darüber hinaus übernahm Adenauer 1950 den Parteivorsitz der gerade gegründeten Bundes CDU, der er bis 1966 vorstand. Inzwischen hatte Adenauer 1951 zusätzlich die Leitung des Auswärtigen Amtes übernommen. Adenauer schaffte es außenpolitisch, um vor allem die volle Unabhängigkeit des neuen Staates zu erreichen.

Im Oktober 1953 wird er trotz einer starken SPD-Opposition wiedergewählt. Im Oktober 1957 wurde Adenauer zum 3. Mal nacheinander Bundeskanzler. 1961 gewinnt er seine 4. Wahl zum Bundeskanzler. In diesem Zeitraum, 1963 trat das von Sicht Adenauers bedeutendes Werk auf: Der Abschluss des Deutsch-Französischen Vertrages.

Am 10. Oktober 1963 kündigte Adenauer seinen Rücktritt an und 5 Tage später trat er als Bundeskanzler zurück. Adenauer lässt die Politik aber nicht richtig los, er begleitete jedoch als Abgeordneter im Deutschen Bundestag und vor allem gestaltete durch seine persönlichen Beziehungen zu de Gaulle auch die Außenpolitik weiter. Erst nach seinem 90. Geburtstag gab er den Parteivorsitz der CDU im März 1966 an damaligen Bundeskanzler Ludwig Erhard ab. 1965-1968 wurden seine Memoiren unter dem Titel “Konrad Adenauer - Erinnerungen” veröffentlicht, die nur 2 Jahre später in 4 Bänden erschienen.

Adenauer starb am 19. April 1967 in seiner Heimat Rhöndorf bei Bonn, wo er auch beigesetzt wurde. In seiner Beerdigung wurde sein Sarg von über 200.000 Leuten umdrängt, darunter viele bekannte Staatsmänner aus der ganzen Welt, die um ihm die letzte Ehre erweisen wollten. Eben die Franzosen verabschiedeten ihn als Freund.

2, Adenauers Auffassung von Frankreich vor dem zweiten Weltkrieg

Adenauer war ein geborener Kölner, Katholik und Zentrumsmann, er hatte als Rheinländer eine tiefe kulturelle und politische Bindung nach Westen. In seinem ganzen Leben, Adenauer schleppte aller Wert und Vorurteile mit, die er als ein Kölner geprägt wurde[1]. Seine Neigung, sich nach Westen einschließlich westen Deutschlands und westen Nachbarländer zu nähren, hat er immer mit sich im Bewusstsein Er war immer davon überzeugt, wie er nachher geschrieben hat, „dass wir zur westeuropäischen Welt gehören nach unserer Herkunft und nach unserer Gesinnung. Wir wollen zu allen Ländern gute Beziehung unterhalten, insbesondere aber zu den westeuropäischen Ländern, den Beneluxstaaten, Frankreich, Italien und Großbritannien.“ Diese Überzeugung begleitete ihm im ganzem Leben, obwohl er sich hauptsächlich nur auf das Interesse westliches Deutschlands beschränkt.

Gegen 1917, als Adenauer zum Oberbürgermeister von Köln gewählt wurde, war die Erste Welt Krieg noch im Laufen, hatte er schon angefangen zu denken über den Aufbau einer zukünftigen Außenpolitik Deutschlands, vor allem der deutsch-französischen Beziehung. Als französischer Truppen im Januar 1923 in das Ruhrgebiet einmarschten, schlug Adenauer wieder die Bildung einer Rheinischen Republik vor[2], um als Gegenleistung die Befreiung Deutschlands von den Reparationslasten des Versailler Vertrages und den Abzug der Besatzer aus dem Rheinland zu erhalten. Ferner, um den deutsch-französischen Gegensatz zu überwinden, verfolgte Adenauer außer Schaffung des westdeutschen Staats noch einen Plan: Kontrolle durch Kooperation statt durch Besetzung, nämlich eine Verflechtung der Eisen-, Kohle- und Stahlindustrien beider Länder. Zum erstenmal wurde ein Gedanke formuliert, durch eine europäische Gemeinschaft, wie sie später die Montanunion brachte, französische Sicherheitsbedürfnisse zu befriedigen. Nach seiner Auffassung, die Rheinlande als westdeutscher Bundesstaat—im Verband des Reiches und der gegenseitigen Verflechtung der Industrien böten die größte Sicherheit für einen langen Frieden zwischen Frankreich und Deutschland, da dieser Bundesstaat zwangsläufig den Schauplatz eines etwaigen weiteren Krieges zwischen Deutschland und Frankreich abgäbe. Er schrieb in seiner Erinnerung nachher: Ich bin für eine vernünftige, beiden Interessen gerecht werdenden Verständigung. Ich bin deshalb in den Zwanziger Jahren für eine organische Verflechtung der französischen, der belgischen und der deutschen Wirtschaft zur Sicherung eines dauernden Friedens eingetreten“, er war davon überzeugt, dass eine parallel laufende, gleichgeschaltete wirtschaftliche Interessen das gesundest und dauerhaftes Fundament für gute politische Beziehungen zwischen den Völkern sind und immer bleiben werden, damit die Industrien der Ruhr, Lothringens und Luxemburgs wechselseitig miteinander verbunden werden sollten, trotzdem war die Zeit damals noch nicht reif für derartige Pläne.

Während der Forderung der wirtschaftlichen Entwicklung beachtet Adenauer auch auf kulturelle Einigung mit Westen Nachbarland. Im Jahr 1919 gelange es Adenauer, die Neugründung der Kölner Universität, die nach der Besetzung Kölns durch napoleonische Truppen geschlossen worden war, nach über hundert Jahren wieder durchzusetzen. In seiner Rede zur feierlichen Wiedereröffnung am 12. Juni forderte er die Nachbarn Deutschlands auf, sich auf die Einheit Europas zu besinnen. Er meinte, dass die deutsche Kultur und die Kulturen der westlichen Demokratien während der nächsten Jahrzehnte nach dem Abschluss des Friedensvertrages heftig zusammenstoßen würden.(Poppinga, 1997, S87) Er warnte, dass eine Prozess von Versöhnung in Westeuropa gelingen müsste, indem die europäischen Völker lernen, das aller europäischen Kultur Gemeinsame zu erkennen und zu pflegen. Er behauptete, wenn es nicht gelingen würde, durch kulturelle Annäherung die Völker wieder zu einigen, wenn auf diesem Wege nicht einem neuen Kriege unter den europäischen Völkern vorgebeugt würden, dann würde Europas Vormacht in der Welt dauernd verloren.(Poppinga,1997, S89) Nach seiner Meinung war es besonders kein Zweifel, der deutsch-französische Gegensatz, der hundert von Jahren die europäische Politik beherrscht hatte, der zu so vielen Kriegen, Zerstörungen und blutvergießend Anlass gegeben hatte, musste endgültig aus der Welt geschaffen werden.

. Adenauer als Oberbürgermeister wollte Köln als das Zentrum von Westdeutland werden, denn er natürliche Verbindung, sowohl geographische als auch kulturelle und historische Zusammenhängen mit Westen Ländern hat, und deshalb zum Mittelpunkt des Handels und des Verkehrs zwischen Deutschland und dem Westen werden sollte. Das heißt in erster Linie zu Frankreich. Weil er der Meinung war, dass die wirtschaftliche miteinander Verflechtung in ersten Linie die Sicherheit und Frieden zwischen Ländern gewährleisten konnte. Die Öffnung der Kölner Messe im Jahren 1924 galt eine Errungenschaft Adenauers als Oberbürgermeister. Es bedeutete einen wichtigen Schritt in Richtung auf das Ziel, Köln zu einem Mittelpunkt des Handels und des Verkehrs zwischen Deutschland und seinen westlichen Nachbahren zu machen. Die Messe soll nur eine Variation Adenauers Planes, in den verschiedenen wirtschaftlich Interessen verwirklicht werden.

Kurz gesagt, schon in früher Zeit vor Weltkrieg, während er nur ein lokaler Politiker war, hatte er die Deutsch-Französischen Beziehungen in vielen Aspekten überlegt und seine Skizze für Zukunft zeichnet.

3, die Bemühung um Integration und Aussöhnung

Nach dem Krieg war Adenauer schnell wieder auf die politische Bühne auftreten. Er sah die Notwendigkeit eines vereinigten Europa. Da eine westliche Vereinigung in der Situation nach 1945, in der die Kräfte der europäischen Staaten zerfallen waren und zu gleichen Zeit die Macht der unmittelbar benachbarten Sowjetunion zugenommen hat, ein zwingendes Gebot.

Für Adenauer, das vereinigte Westeuropa war zwar ein Ziel in sich, jedoch vor allem Schluss die deutschen Interessen ein. Um Deutschland ein wichtiges Teil Europas zu bilden, Deutschland muss in die Vereinigung aktiv teilnehmen und eine angemessene Rolle spielen; andererseits wären ohne ein vereinigtes Europa, Sicherheit und Freiheit Deutschlands nicht gewährleistet. Im Weg zur Verwirklichung des Ziels, war eine befriedigte Beziehung mit Frankreich eine unverzichtbare Voraussetzung. Gerade nach 15.September, 1949 Adenauer zum Bundeskanzler gewählt wurde, berichte er am 20,Sep die Erste Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag. Als Richtlinien seiner Außenpolitik unterstrich er: Teilnahme an den europäischen Einigungsbestrebungen, Überwindung des deutsch-französischen Gegensatzes, Lösung der Saarfrage. Diese drei Aufgaben hangen miteinander zusammen, denn ohne Unterstützung Frankreichs war die europäische Einigung keinen Sinn, Saarfrage war ein schwerer Stein im Weg der Verbesserung deutsch-französischer Beziehung.

Adenauer nahm an, dass ein Bundeskanzler zugleich guter Deutscher und guter Europäer seien muss. Er wünschte sich beides zu sein, deswegen wie er gesagt hatte, musste er eine deutsch-französische Verständigung anstreben.(Poppinga) Das heißt nicht, dass andere Länder nicht ebenso wesentlich für Deutschland wie die Frankreich sind. Nur bedarf die Freundschaft mit Frankreich größerer Anstrengungen, „denn sie gehemmt war“, und sie der wunde Punkt deutscher Politik geworden war, deswegen, nach seiner Ansicht, die freundliche Beziehung mit Frankreich ein Angelpunkt deutscher Politik sein sollte.

Adenauer wusste, dass Deutschland wegen des Kriegs keine Liebe von ihren westlichen Nachbarländern erwarten kann, sie, Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich eigene Sicherungen verlangen. Deswegen, die Methode der deutschen Außenpolitik muss sein, langsam und stückweise weiter zu kommen. Sie muss allem auch psychologisch sein und muss versuchen, das Vertrauen wieder zu erwerben, das Deutsche durch den Nationalsozialismus im weitem Umfange verloren hat. Die Lösung besteht nicht in Gewalt, sondern in Einigung.

Unter solcher Auffassung, schlug Adenauer im August 1946 schon als derartige Lösung die Schaffung eines durch gegenseitigen wirtschaftlichen Verflechtungen entstehenden Binnenmarktes vor, und den gemeinsamen Interessen folgen persönliche Annäherung, kulturelle Annäherung und gegenseitiges Verstehen. Am 7, März 1950 schlug er wieder einen Plan zur Schaffung einer deutsch-französischen Union vor. Er meinte, dass eine Union zwischen Frankreich und Deutschland einem schwerkranken Europa neues Leben und einen drahtvollen Auftrieb geben würde. Psychologisch und materiell würde sie von gewaltigem Einfluss sein und Kräfte freisetzen, die Europa sicherlich retten wird.(Koch,1985, S 296) Er glaubte, dass dies die einzige Möglichkeit, die Einheit Europas zu erreichen sei. Hiermit würde der Rivalitätsgedanke zwischen den beiden Ländern verschwinden. Adenauer fügte hinzu, auch für England, Italien, Belgien, Luxemburg und die Niederlande müsse eine Teilnahme offen stehen.

Deshalb als der französischen Außerminister Robert Schuman am 9, Mai Gründung einer europäischen gemeinsamen Hohen Behörde für Kohle, Eisen und Stahl(Montanunion) vorschlug, stimmte Adenauer sogleich zu. Wie wir erwähnt haben, Schumans Plan enthielt im Kern das gleiche Gedanke, für die er bereits sowohl in den zwanziger Jahren als auch im Ende 40er Jahren eingetreten war. Am 18, April 1951 wurde der Vertrage über die Montanunion unterzeichnet.

Adenauer ging davon aus, dass die Drohung aus Osten zwar eine Ursache der europäischen Einigung bildet, aber auch bei einem Abklingen des Kalten Krieges der europäische Zusammenschluss eine zwingende Notwendigkeit blieb. Wie er sagte, „dieser Zusammenschluss Europas, ist nicht nur notwendig wegen der uns aus dem Osten drohender Gefahr. Auch wenn diese Gefahr eines Tages verschwunden sein wird, bleibt die Notwendigkeit bestehen, dass, wie die Welt nun einmal geworden ist, mit diesen Fortschritten der Technik und den Fortschritten der Wirtschaft, Europa sich zusammenschließen muss, weil kein einziges europäisches Land für sich allein in der Zukunft wirtschaftlich oder politisch mehr eine Rolle spielen kann.“(Poppinga 1997, S110) Adenauer griff immer den gemeinsamen Interessen westeuropäischer Völker, heute wird es sich vergewissern, dass Europa es geschafft hat, sein konfliktorientiertes Staatsverständnis, von dem es Jahrhunderte lang geprägt war, in die Archive der Geschichte zu verbannen, und dass die nationalen Interessen in Raum Europas nie wie vor miteinander verschränkt sind, dass sich für alle ein höherer Nutzen ergibt, als jeder Einzelne für sich erreichen könnte.

Eben im Bezug auf die Saarfrage[3], die Adenauer als ein Wichtigsten in der Westpolitik behandelte, überzeugte er ebenfalls, dass das Problem sich von selbst lösen werde, wenn die Frage der deutsch-französischen Beziehungen auf einer höheren Ebene gelöst werden könnte. Das heißt, er respektierte die Schaffung einer europäischen Ordnung und Zusammenarbeit europäischer Länder genau so die legitim Angehörigkeit einer Region innerhalb des westeuropäischen Raums.

Dieses Statut sollte durch eine Volksabstimmung bestätigt werden. Adenauer war zugunsten des deutsch-französischen Ausgleichs bereit gewesen, sich mit einem europäisierten Saargebiet abzufinden, zumal die französische Regierung ihre Zustimmung zu den Pariser Verträgen von einer derartigen Regelung der Saarfrage abhängig gemacht hatte.

Adenauer erkannte die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs im Saarland an, die allerdings mit den ebenso berechtigten politischen und wirtschaftlichen Interessen der soeben geschaffenen Bundesrepublik Deutschland und der Saarbevölkerung in Einklang gebracht werden müssen. Die Bundesregierung zeigte mit dieser Verständigungsbereitschaft, dass die Saarfrage nicht „die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich zum Schaden der erstrebten europäischen Zusammenarbeit“ belasten sollte. Vom 6. September 1953 kam es zu neuen Saarverhandlungen zwischen Deutschland and Frankreich, bei denen die Bundesregierung immer wieder betont hatte, dass die Lösung der Saarfrage mit der europäischen Einigung verbinden musste.

Am 23. Oktober 1954 unterzeichneten Adenauer und Ministerpräsident Mendes-France im Rahmen der Pariser Verträge auch das deutsch-französische Saarabkommen mit detaillierten Festlegungen zum Europäischen Statut für das Saarland. Es kam aber anders, die Saarbevölkerung lehnte im Oktober 1955 die im Saarstatut vorgesehene Europäisierung der Saar mit engem wirtschaftlichem Anschluss an Frankreich mit einer Mehrheit von über 67% ab und stimmte damit für die Eingliederung in die Bundesrepublik. Infolge dieses Abstimmungsergebnisses vereinbaren Adenauer und der französische Ministerpräsident Guy Mollet im Luxemburger Saarvertrag vom 27. Oktober 1956, dass das Saarland ab 1. Januar 1957 politisch und ab 1. Januar 1960 auch wirtschaftlich wieder der Bundesrepublik Deutschland angegliedert wird. Frankreich behält jedoch weiterhin das Recht zum Bezug von einem Drittel der saarländischen Kohle. Außerdem verpflichtet sich die Bundesrepublik zum Ausbau der Mosel und des Oberrheins. Die reibungslose Durchführung des Luxemburger Saarvertrages erleichtert entscheidend den Fortgang der deutsch-französischen Aussöhnung.[4]

Der Streit über Saarland wurde die Aussöhnung der deutsch-französischen Beziehung zwar erschwert. Da Adenauer im Grunde für das Europa-Statut gewesen war, machte die Opposition dem Kanzler dafür schwere Vorwürfe, das Gebiet „preisgegeben“ zu haben, um endlich seine Westpolitik unter Dach und Fach zu bringen(Dönhof,1999, S 283). Jedoch zeigte sich während Saarstreit auch der großen Geduld Adenauers, dass er kräftigen Verstoßen gegen den Nachbar vermeiden und die Interessen von beiden Ländern berücksichtigen wollte.

4, Adenauer und de Gaulle

Die entgültige Wende kam im Jahr 1958. Während der Lösung von Saarfrage und die Entwicklung im Gang der europäischen wirtschaftlichen Vereinigung[5], und zumal in politisch Eben waren die beiden Länder ab 1955 mit der Aufnahme der BRD in die Nato militärische Partner in der Allianz, kam es eine geeignete Zeit für Verbesserung der deutsch-französischen Beziehung. Aber der bekannte Sprung passierte nach der Begegnung zwischen Staatspräsident Charles de Gaulle und Konrad Adenauer.

Adenauer und Charles de Gaulle haben es innerhalb weniger Jahre geschafft, das Verhältnis zwischen den zwei Ländern entgültig zu normalisieren. Allerdings am Anfang, als de Gaulles als Staatspräsident im Jahre 1958 antrat, zogen die beide Leute gegen einander noch skeptisch in Betracht. Denn die Hinweise auf Gemeinsamkeiten beider Staatsmann schienen zu wenige. De Gaulle war in Ersten Weltkrieg deutscher Kriegsgefangener, und hatte im Zeiten Weltkrieg als Führer des Freien Frankreichs zum Kampf gegen Deutschland aufgerufen, und hatte dann den besiegten Nachbarn an Boden gehalten, „wir wollen nie weder ein Reich“ sagte er. Ebenfalls zeigte er in vielen seiner Äußerungen eher skeptisch gegenüber Deutschland, zwar nicht nur durch seine unmittelbare Erfahrung aus dem 2. Weltkrieg. Er stellte Deutschen feindlich dar, wie z.B. Deutsche ist "großes Volk, das fähig ist,... andere zu zermalmen,... das immer bereit ist, denen, die ihnen Eroberungen versprechen, bis zum Verbrechen zu folgen" und so weiter. Seine Außerpolitik gegen Deutschland war damals, einen widervereinigten Zentralstaat zu verhindern, so dass von deutschem Gebiet nie wieder Gefahr für Frankreich ausgehen und gleichzeitig die französische Vorherrschaft in Westeuropa wiederherstellen könne, während Adenauer die Gleichberechtigung Deutschlands in Europa erzielen wollte.

In der Bundesrepublik wurde de Gaulles Rückkehr äußerst beunruhigt aufgenommen. Denn der Kriegsgegner, der den Widerstand gegen die einstigen deutschen Besatzer organisiert, flammende Reden gegen Deutschland gehalten hatte, war für viele Deutschen das Symbol eines Nationalismus. ( Hönekop, 2001, S93). Die damals schon erschienenen Memoiren de Gaulles wiese den General sich auch als ein strammen Nationalist aus, der die Restauration Frankreichs als Macht Europas zum höchsten Ziel seiner Außenpolitik erklärte.

Adenauer gab selbst zu, dass de Gaulles war ihm zunächst unklar gewesen. Adenauer hatte Sorge über die weitere Entwicklung in Frankreich, vor allem mit dem Blick auf das deutsch-französische Verhältnis und auf die europäischen Einigungsbestrebungen, an denen er angestrebte. De Gaulle hat öffentlich Stellung gegen alle Projekte der europäischen Integration, vom Schuman Plan bis zur EWG, bezogen. Die Gaullisten waren schon vorher mitverantwortlich für das Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft gewesen einer Seite, andere Seite hatte Adenauer ebenso etwas ermutigen zu können. Da gab es die Äußerung de Gaulles aus dem Jahr 1945, Deutsche und Franzosen sollte einen Strich unter die Vergangenheit ziehen und eingedenk der Tatsache, dass sie Westeuropäer seinen, zusammenarbeiten. Dazu was es de Gaulle gewesen, der in 1950 der Adenauers Vorschlag einer deutsch-französischen Zweier-Union positiv aufgenommen hatte. Wie würde de Gaulle die Politik Frankreichs lenken?

Als de Gaulle 1958 Staatspräsident, wäre er protokollarisch als jüngerer Staatsmann mit weniger Dienstjahren an der Reihe gewesen, Adenauer in Bonn zu besuchen. De Gaulles Umfeld jedoch ließ informell Adenauer mehrmals bestellen, er möge doch nach Paris fahren (Ziebura 1997: S91). Adenauer lehnte dies mit der Begründung ab, als Kanzler eines besiegten Volkes könne er "nicht als erster zum Herrn de Gaulle fahren" und bat um Verständnis. De Gaulle ersannen einen Kompromiss: er lud Adenauer zum berühmt gewordenen Privatbesuch am 14. /15. September 1958 in sein Landhaus im lothringischen Colombey-les-deux-Eglises ein. Welche Bedeutung de Gaulle diesem Treffen und der Person Adenauers beimaß, wird in der Tatsache deutlich, dass de Gaulle vorher und später nie einen ausländischen Politiker in sein Landhaus einlud, Adenauer blieb der einzige. Für Adenauer, die Zusammenarbeit mit Frankreich wurde zum Mittelpunkt seiner Politik in den letzten Jahren der Kanzlerschafe, wie er später in seiner &Erinnerungen& konzentrierte er sich zum Schloss nur noch auf die deutsch-französischen Beziehungen, trotzdem war er immer noch nicht ganz beruhigt. Der Zweifel trieft ihn um, ob de Gaulle ihn wirklich als gleichrangig ansieht. De Gaulles Seite war die bereits weitgehend vollzogene französische Annährung an Bonn das Fundament, auf dem er seinsgeplante Politik nationaler Unabhängigkeit zu errichten gedachte.

Später erinnerte Adenauer sich an den Treffen„ Ich gestehe sehr offen, dass ich mit ein bisschen Sorge hingefahren bin. Ich kannte ihn nicht.“ De Gaulle hat dafür gesorgt, er ließ sowohl seine Begleitung als auch Adenauers, also die beiden Außenminister, bis zum anderen Morgen in eine 25 km entfernte Stadt gehen dort Quartier nehmen, damit die zwei Staatsmänner sich einmal in aller Ruhe und ganz ungezwungen über die verschiedensten Dinge unterhalten können. Es war ein Sonntag, und die zwei Männer sollten sich an diesem Sonntag bis spät in den Abend unterhalten haben.

Offiziell wurde nach dieser Begegnung ein Kommuniqué unterzeichnet, auf dem stand es, dass die alte Feindschaft der beiden Staaten ein Ende hätte und man nun eng zusammenarbeiten wolle. Adenauer interpretierte das Kommuniqué als Zeichen der Verbundenheit "zum Schutz gegen Sowjetrussland", de Gaulle schloss daraus eher die Annahme bestimmter Bedingungen durch Deutschland.

Definitiv war es, dass sich gleich bei erster Begegnung eine persönliche Beziehung zwischen die beiden entwickelte, die außerhalb rational fassbarer Erkenntnisse lag. Persönlich haben die zwei Staatsmänner auch viele Ähnlichkeiten, die beide liebten die Autorität, besitzen einen starken Willen, sie sind aufrichtige Demokraten, zumal regierten die Beide Sammlungsparteinen eher wie aufgeklärte Monarchen denn auf Zeit gewählte Mehrheitsführer. Seit diesem Treffen schwärmte de Gaulle von Adenauer als "großem Deutschen", "großem Europäer" und bescheinigte ihm auch Jahre später die Freundschaft und Bewunderung ganz Frankreichs. De Gaulles Bibliographen erklären den Respekt des Generals vor dem greisen Kanzler mit dessen "antipreußischen" Charakterzügen, dessen "abendländische Gesittung" und mangelndem "germanism". (Kapferer 1985: S.238) Adenauer war für de Gaulle der westlichen Idealen verpflichtete Staatsmann, kein Militarist und fern allen Großmachtstrebens. Kurz gesagt, Adenauer trug für de Gaulle alle Charakterzüge, die ein Deutscher haben sollte und hatte all jene Merkmale nicht, die de Gaulle an den Deutschen hasste oder fürchtete. Adenauer war für ihn die Hoffnung schlechthin, sich "wie Gallier und Germane wechselseitig zu ergänzen". Spätestens seit der Begegnung mit Adenauer schien de Gaulle wieder ernsthaft Vertrauen in Deutschland zu fassen. ( Hönekop 2001, S 183).

Die Bewunderung war wechselseitig. Auch Adenauer zeigte sich seit Colombey-les-deux-Eglises begeistert von Charles de Gaulle. Die Eigenschaften de Gaulles, die ihn von dem Deutschen unterschieden, wurden für Adenauer Anlass zu vorbehaltloser Bewunderung: Die Brillanz der Sprache, die intellektuelle Souveränität bei historischen und philosophischen Wissen und, wie er in & Erinnerungen& davon schwärmt hatte, die bibliothik de Gaulles.„ Und er hat die ganzen Bücher auch gelesen!“ Erzählte er mit Respekt. Offenbar soll er auf Zweifel an de Gaulles Glaubwürdigkeit erwidert haben, " der Herr de Gaulle" sei ein "Herr" (Ziebura 1997, S. 92). Seit dem erschien ihm de Gaulle nicht mehr als der "Deutschen-Hasser", sondern als ein Staatsmann, der Deutschland in seinem Bestreben, wieder seinen Platz in der Staatenwelt zu finden, verstehen und unterstützten wollte. Ganz persönlich empfand Adenauer für de Gaulle ein gewisser Partner, denn beide hatten feste Vorstellungen davon, was gut war für ihr Land und beide waren fest davon überzeugt, nur sie selbst könnten mit einem relativ autoritären Herrschaftsstil diese Vorstellungen verwirklichen. ( Hönekop 2001). Die beide Staatsmänner versuchten, und waren erfolgreich, Freundschaft zu erhalten. In folgenden Jahren, sogar nach Zurücktritten Adenauers wirkte er noch die Bundesaußerpolitik durch seine Intimität mit de Gaulle ein.

5, Elyseé-Vertrag

Im April 1962, als das Konzept einer organisierten Politischen Zusammenarbeit der EWG-Staaten scheiterte[6] gewannen die Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und Frankreich wieder als eine drängende Aufgabe an groß Bedeutung. Bei dem ersten Treffen in Colombey 1958 sich Adenauer und de Gaulle schon einig gewesen waren, wie wichtig regelmäßige Konsultationen und Kontakte zwischen beiden Regierung seien. Zunächst war der General, der stärker als Adenauer in den Kategorien bilateraler Großmachtpolitik des 19. Jahrhunderts dachte, die treibende Draft.

Schon bei einem Treffen auf Schloss Rambouillet südlich von Paris an 29. und 30. Juli 1960 überraschte Charles de Gaulle Bundeskanzler in einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Vorschlag, eine deutsch-französische Zweierunion zu bilden. Der französische Staatspräsident hatte sich bereits Details überlegt: Beide Länder sollten zu einem Bundesstaat zusammengefasst werden, in ihnen sollte es nur noch eine Staatsangehörigkeit geben, die Auswärtigen Ämter und die Verteidigungsressorts in Bonn und Paris sollten verschmolzen werden. (Koch,1995, S319)

Adenauer hatte zwar selbst seit den zwanziger Jahren für eine organisierte Zusammenarbeit mit Frankreich eingetreten, aber damals, unter dem Druck der Chruschtschows Ultimaten und der Angst vor schwindender amerikanischer Rückendeckung, lehnte Adenauer derartigen Umorientierung ab, da er dachte, dass die Zeit noch nicht reif sein sollen. De Gaulle wollte eine von Amerikanischen Macht unabhängigen Führungsstelle sichern, denn würde Adenauer in eine Situation geraten, wo er sich zwischen zwei Partnern findet, ohne die Möglichkeit zu haben, sich bei einer Entscheidung zwischen ihnen nur die Vorteile zu sichern. Er war deshalb entschlossen, sich desto enger an de Gaulle anzulehnen, je stärker er den Amerikanern unterzumstellte, und alles noch aus Ruhe zu ziehen.

Mit Scheitern der Politischen Zusammenarbeit der EWG-Staaten, kamen de Gaulle und Konrad Adenauer überein, um den noch nicht verwirklichenden Plan, nun doch zu zweit zu verabreden. Damit hatte Adenauer den Vorschlag de Gaulles für einen Zweierbund, den er in Rambouillet verworfen hatte, wiederaufgenommen. Für Adenauer hatte dieser Zweierbund jetzt neues Gewicht gewonnen, weil der Kanzler seine Nachfolger binden wollte. Adenauer war skeptisch, ob seine Nachfolger den Beziehungen zu Frankreich ebenso große Bedeutung zumessen würden wie er, eben hatte er sich schon langer darum gesorgt, dass seine Nachfolger nicht in der Lage seien, die von ihm eingerichtete Außenpolitik durchzusetzen, und vorzubauen. Deshalb sollten die Details der Zusammenarbeit in einem Staatsvertrag festgeschrieben werden. Außerhalb regelmäßigen Treffen der Regierungschef wurde dem deutsch-französischen Jugendwerk verabredet, da der Kanzler die angestrebte Entente nicht nur auf die entrückte Sphärenader hoher Politik beschränkt sehen mochte.

Um es zu zeigen, wie weit die Aussöhnung der „ Erbfeinde“ 17 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gediehen war, hatten der Staatspräsident und der Kanzler danach bei beiden Gelegenheiten demonstrierten. Als Adenauers Am 2 Juli 1962 begann auf Einladung von de Gaulle ein einwöchiger Staatsbesuch in Frankreich war, ging er mit Staatspräsident gemeinsam zur Heiligen Messe in der Krönungskathedrale der französischen Könige in Reims. Sie nahmen eine Parade deutscher und französischer Truppen ab und umarmten einander vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Während des Staatsbesuchs in der Bundesrepublik Deutschland im September 196, wollte sich de Gaulle unmittelbar an die deutsche Bevölkerung wenden. Wie Adenauer sagte „ eine Woche von tiefer geschichtlicher Bedeutung liegt hinter uns. Ein Duell zweier großer Völker, das über zweihundert Jahre gedauert hat, ist- wie Präsident de Gaulle in Hamburg so eindrucksvoll sagte- beendet. Die Staatsmänner müssen handeln, aber es gibt dann seltene Augenblicke, in denen die Völker selbst sprechen.“ ( Poppinga, S133)

Erst Anfang Januar 1963 gelangte das Auswärtige Amt in Bonn zu der Überzeugung, ein völkerrechtlicher Vertrag sei notwendig, um eine Verfassungslage von Abgeordneten auszuschließen, die sich in einer derart wichtigen Frage übergangen fühlten. Der Kanzler erwärmte sich rasch dafür, auch weil er sich von einem durch den Bundestag ratifizierten Vertag eine größere Bindwirkung auf seine Nachfolger versprach.

Im Januar 1963 ist es endlich soweit: In der langen Geschichte der Deutschen und Franzosen wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Konrad Adenauer und seiner französische Kollege Charles de Gaulle setzen ihre Unterschrift unter den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Die Unterzeichnung findet im Sitz des französischen Staatspräsidenten statt, dem Pariser Elysée-Palast. Der Vertrag wurde von Adenauer und de Gaulle als ein Fortschritt in Richtung einer politischen Union Europas verstanden.

Der Freundschaftsvertrag sah unter anderem regelmäßige halbjährliche Konsultationen der Regierungen Frankreichs und der Bundesrepublik vor. Hierdurch sollte eine enge Zusammenarbeit beider Länder institutionalisiert werden. Der weiter Schwerpunkt der Intentionen des Vertrages lag darin, dass er die Jugend beider Völker zusammenführen sollte. Dazu sagte Adenauer in einer Fernsehansprache am 23, Januar 1963„ Er will, dass die Jugend beider Völker aller Stände, nicht nur Schüler und Schülerinnen oder Studenten und Studentinnen, sondern auch die Angehörigen der arbeitenden Berufe sich kennen lernen, dass sie ihre Sprache, ihre Naturschätze, ihre Kulturschätze kennen lernen und so eine große Heimat auch in dem anderen Lande wiederfinden.“ Über dessen Bedeutung glaubte er, dass der Vertrag später einmal von der Geschichtsschreibung als einer der wichtigsten und wertvollsten Vertragswerke der Nachkriegszeit bezeichnet werden wird. Adenauer war auch fest davon überzeugt, dass „er (der Vertrag) sich zum Nutzen beider Völker auswirken wird und zum Nutzen Europas und zum Frieden in der Welt.“[7]

6, Adenauer: er hat seine Pflicht getan

Die Ära Adenauers hat ebenso lang gedauert wie die Weimarer Republik und länger als das Hitlerreich. Das Faktische, nicht der Stil seiner Zeit, wird im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Epochen weiterbestehen, denn seine zwei große, fundamentale außenpolitische Leistung sind von Dauer. Adenauer hat die Integration der Bundesrepublik Deutschland in die freie Welt vollzogen, die Aussöhnung mit Frankreich herbeigeführt, dadurch sehen wir ihn, wie er mit sicherem Instinkt, himmlischer Geduld und gelassener Würde deutschen Volk- das in den Augen der Welt zu einem Volk von Mördern geworden war -- langsam Schritt für Schritt das Vertrauen der Welt- vor allem seines „Erdenfeind“ Nachbars zurückgewinnt. Adenauer betonte häufig, es würde kein Europa geben, wenn nicht diese wirkliche Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland vorangegangen wäre. Alle die europäischen Institutionen, wären undenkbar ohne eine Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland.

Heute sehen wir, dass Deutschland und Frankreich den Jahrestag insbesondere auch dazu genutzt haben, die besondere Bedeutung, die das deutsch-französische Verhältnis für Europa hat, deutlich gemacht zu haben. Die Geschichte der Europäischen Einigung zeige, dass "alle großen europäischen Aufgaben vor allem dann gelöst werden, wenn Deutschland und Frankreich sich einig waren". Auf diesem Grund erinnern wir uns Konrad Adenauer als der Führer und Wegbreiter deutsch-französischer Freundschaft. Kein deutscher Politiker hat sich so intensiv für den deutsch - französischen Ausgleich eingesetzt wie Konrad Adenauer. Er hatte sich bemüht- und schließlich auch erfolgreich-, den Deutschen das Gefühl für diese Richtung, Proportion und Maßstab wiederzugeben.

Annelises Poppinga zitiert den von ihr bewunderten Adenauer in ihrem sehr informativen, schön geschriebenen Buch, das seine letzten Lebensjahre beschreibt, mit Gedanken über die Voraussetzungen einer guten Außenpolitik: „Außenpolitik kann man nicht ohne Kenntnis der Vergangenheit treiben. Man muss Wissen haben und man muss Erfahrung haben. Genau wie im menschlichen Leben setzt sich da ein Stein auf den anderen. Man muss die Entwicklung seines eigenen Landes und die der anderen Staaten zumindest in ihren großen Zügen kennen, man muss die Entwicklungen studieren, wenn man erfolgreiche Politik machen will.“ Vieles von dem war dem Kanzler Konrad Adenauer gegeben. Adenauer sagte "Ich habe den Wunsch, daß später einmal, wenn die Menschen über den Nebel und Staub dieser Zeit hinwegsehen, von mir gesagt werden kann, daß ich meine Pflicht getan habe..." Im Betracht der Aussöhnung deutsch-frankzösischer Beziehung, sein Wunsch soll erfüllt gewesen sein.

Literaturquelle

1, Gilbert Ziebura , Die deutsch-französischen Beziehungen seit 1945:Mythen und Realitäten. Klett-Cotta /J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger,1997 ISBN: 3788505117
2, Anneliese Poppinga , Meine Erinnerungen an Konrad Adenauer Broschiert - 459 Seiten - Lübbe 1997 ISBN: 340461397X
3, Hans Sarkowicz, Sie prägten Deutschland: Eine Geschichte der Bundesrepublik in politischen Portraits, Müchen: Beck, 1999 ISBN 340644959 X
4, Anneliese Poppinga, Konrad Adenauer: Eine Chronik in Daten, Zitaten und Bildern, Gustav Lübbe Verlag GmbH, 1987 ISBN 3 7857 0463 1
5, Peter Koch, Konrad Adenauer: Eine politische Biographie, Rowohlt Verlag GmbH, 1985 ISBN 3499123959
6, Guido Knopp, Kanzler: Die Möchtigen der Republik, C. Bertelsmann Verlag, Müchen, ISBN 3-570-00138-5
7, Marionn Gräfin Dönhoff, Deutschland, deine Kanzler: Die Geschichte der Bundesrepublik 1949-1999, Albrecht Knaus Verlag, München 1999 ISBN 3-442-75559-X
8, Hans-Peter Schwarz, Adenauer: Der Staatsmann: 1952-1967, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, 1999 ISBN 3-421-06613-2
9, Helmut Schmidt, Die Deutschen und ihre Nachbarn: Menschen und Mächte II, Siedler, Berlin, 1990 ISBN 3-88680-289-2
10,Laurent Leblond, Frankreich und Deutschland seit 1945,Leipziger Universitätsverlag, 1999
11, Dominik Geppert, Die Ära Adenauer , Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt,2002 ISBN: 3534151550
12, Edgar Alexander, Adenauer und Das neue Deutschland, Paulus Verlag Reclinghausen , 1956
13, Wilhelm von Sternburg, Adenauer eine deutsche Legende , Fischer Taschenbuch Verlag 1987, ISBN: 3596101514
14, http://www.historicum.net/
15, http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/AdenauerKonrad/
16, http://www1.kas.de/archiv/dokumente/adenauerdegaulle_index.html
17, http://www.uni-stuttgart.de/lettres/projekte/adg/adenau.htm

[...]


[1] Das antipreußische Ressentiment war typisch für viele Bewohner des Rheinlandes, im Gegenteil zogen sie vor, sich den Westen zu nähren. Adenauer selbst hatte in seiner Kindheit noch persönlich den Kulturkampf erlebt.

[2] Am 1, Februar 1919, schlug Konrad Adenauer schon die Bildung „ einer Westdeutschen Republik im Verband des Deutschen Reiches „ vor. Diese Republik sollte zusätzlich zur Rheinprovinz rechtsrheinische Gebiete, insbesondere das Ruhrgebiet, umfassen, um der Republik auch ein wirtschaftliches Schwergewicht zu geben. Seine Hoffnung wurde aber durch die Unterzeichnung des Friedensvertrags am 28. Juni 1919 im Spiegelsaal des Versailler Schlosses nicht erfüllt. Vgl. Peter Koch , Konrad Adenauer—Eine politische Biographie

[3] Das Saarstatut besagt, dass das Saargebiet, welches bis zu Jahr 1952 französischer Kontrolle unterstanden hatte, einen europäischen Status erhalten und von einer europäischen Kommission kontrolliert werden sollte.

[4] vgl. Malte Bauer ,die Ära Adenauer und die Westintegration http: //www.lsg.musin.de

[5] 1957 25. März: Unterzeichnung der Römischen Verträge. In den Verträgen einigen sich Frankreich, Italien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg und die Bundesrepublik auf die Errichtung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM).

[6] Am 17. April 1962 scheiterte ein Projekt auf Gründung einer politischen Union von Westeuropa in der Sitzung der sechs Außenminister in Paris endgültig, da Belgien und Holland den Vertrag, mit dem eine politische Zusammenarbeit aufbauen werden sollte, ablehnten. Vgl. dazu auch: Koopmann, Martin: Das schwierige Bündnis. Die deutsch-französischen Beziehungen und die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland 1958-1965, Baden-Baden: Nemos 2000, S. 127.

[7] Adenauers Ansprache im Deutschen Fernsehen anlässlich der Unterzeichnung des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages, 23. Januar 1963

20 von 20 Seiten

Details

Titel
Konrad Adenauer: Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Autor
Jahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V108254
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Geschichte kann nicht nur als Ereignisfolge verstanden, die große Figuren spielen in der Geschichte immer eine wichtige Rolle. Höhen und Tiefen in den deutsch-französischen Beziehungen folgten in den Jahrzehnten bis zur Wiedervereinigung. Das Verhältnis beider Länder wurde in besonderen Maße von Bundeskanzler Konrad Adenauer geprägt.
Schlagworte
Konrad, Adenauer, Wegbereiter, Freundschaft
Arbeit zitieren
Dayong Zhou (Autor), 2003, Konrad Adenauer: Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108254

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