Erste Hilfe / Treatment für 45 Minuten Doku-Fiction


Seminararbeit, 2003
19 Seiten, Note: 1,7

Gratis online lesen

Übersicht

1. Kurzdarstellung ("Buchklappentext")

2. Figurenbiographie
Axel
Axels Mutter
Arbeitskollege Volker
Arbeitskollegin Claudia
Zwei Praktikanten
Axels Vater

3. Absichtsbekundung
Das klassische Spielfilm-Genre stagniert.
Ein neues Genre entsteht
Umsetzung
Bildungsauftrag
Sendeplatzierung
Vorarbeiten und Schauplätze
Persönlicher Hintergrund

4. Handlungsablauf
Axels Arbeitsalltag
Axels Privatleben
Etwas läuft schief I
Etwas läuft schief II
Belastung bei der Arbeit
Axel weiß wo alles steht
Axels Tiefpunkt
Axels Flucht
Reanimation und Einsatz bei Vater
Axels Irrlauf durch Berlin

5. einzelne Szene Anfangsszene

1. Kurzdarstellung ("Buchklappentext")

Erste Hilfe

Axel, ein junger Rettungssanitäter in Berlin, führt ein seltsames Leben. Held im Einsatz aber privat ein einsamer Cowboy, stolpert er durch das Leben und die Anonymität der Großstadt. Bis zu einer chaotischen Silvesternacht schafft es Axel die Fassade aufrecht zu erhalten...

Was wie eine Dokumentation über den Beruf des Rettungsdienstes anfängt, erhält nach und nach den Anstrich eines Sozialdramas und endet schließlich in emotionsgeladener Doku-Fiction.

2. Figurenbiographie

Axel

Axel, 23 Jahre alt, ist in Berlin geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern lebte er bis zu seinem 20. Lebensjahr mit seiner Mutter, einer Krankenschwester, in Berlin Pankow. Den Kontakt zu seinem Vater, einem Hausarzt, weitgehend abgebrochen, ist sie die wichtigste Bezugsperson. Mit dem Beginn seines Medizinstudiums zog Axel allein in eine 1-Zimmer-Wohnung im Prenzlauer Berg.

Die ersten sechs Semester hat Axel ohne viel Aufwand und Leidenschaft oder Überzeugung studiert. Seine ganze Energie und Motivation widmete er seinem Job als Rettungsassistent. Als Axel durch das Physikum gefallen ist, gerät er frustriert in einen Trott. Ohne sich bewusst gegen das Studium zu entscheiden, ist der Job das Einzige, was ihn erfüllt, ihm Spaß macht und ihn aus dem Haus gehen lässt. Damit einhergehend isoliert sich Axel von seiner Umwelt: Das Unileben, in dem er unauffällig untertauchen konnte, existiert nun nicht mehr.

Axels Mutter

Die Mutter von Axel ist 53 Jahre alt und Krankenschwester. Sie ist eine sehr sensible und aufopferungsbereite Frau. In den Wechseljahren und nach der Scheidung von ihrem Mann immer noch allein, ist sie oft einsam und traurig. Seitdem Exmann und Sohn ihre eigenen Wege gehen, fühlt sie sich mit dem Verlust ihrer mütterlichen Funktion nutzlos und klammert sich an Axel. Die Versuche und Signale ihres Sohnes, auf eigenen Beinen zu stehen, übersieht sie gerne. Manchmal scheint es so, als ob sie sich der Realität nicht stellen möchte und in der Vergangenheit lebt, in der sie ihre Erfüllung in der Mutterrolle fand und die gesellschaftliche Anerkennung der Arzt-Frau genoss.

Arbeitskollege Volker

Volker ist so ganz anders als Axel: Volker ist offen und ein stets supergut-gelaunter Mensch, der viele Freunde hat, dem aber die nötige Ernsthaftigkeit für seinen Job zu fehlen scheint. Er ist etwas jünger als Axel, zierlich und beachtet nie 100%ig die Kleiderordnung, trägt bunte Socken und so. Volker ist noch relativ neu in dieser Rettungswache, kann aber schon irgendwie mit jedem. Er ist zwar ein kleiner Macho, aber die Frauen mögen ihn trotzdem – nur abends mit ihm ausgehen wollen sie alle nicht.

Volker ist ein praktischer Mensch und hat sich deshalb eine Wohnung ganz in der Nähe seiner Arbeitsstelle gesucht. Das hat zur Folge, dass Volker meist mit winzigkleiner Verspätung zum Dienst erscheint. Gutgelaunt ist er schon am frühen Morgen. Über das was er früher getan hat redet er fast ausschließlich negativ. Es scheint, als wolle er etwas hinter sich lassen: „Die dummen ehemaligen Kollegen!“, „Meine Ex-Freundin...“ und „Immer aggressive Stimmung in den Diskos!“ schildert er seine alte Heimat irgendwo bei Konstanz. Bei Einsätzen wirkt er immer höchstkonzentriert, scheinbar sogar angespannt, fast so als ginge ihm die Routine nur schwer von der Hand. Gespräche mit Patienten überlässt er am liebsten seinen Kollegen, meistens Axel.

Arbeitskollegin Claudia

Claudia wurde in Dresden geboren und kam nach Berlin, um etwas zu erleben. Den Rettungsdienst empfand sie als passendes Gegenstück zu einem bewegten Leben; immer Volldampf eben. Claudia machte ihre ganze berufliche Erfahrung in der Wache: erst ein Praktikum, dann ein freiwilliges soziales Jahr und schließlich ihre Ausbildung zur Rettungsassistentin. Mit ihren 34 Jahren ist sie fast schon so etwas wie die Mutter der Rettungswache, obwohl sie mit ihren rotgefärbten Haaren alles nur nicht mütterlich wirken möchte.

Ganz besonders Zivis mögen sie und lieben den verbalen Schlagabtausch mit der kleinen und zierlichen aber äußerst souveränen Claudia. So hat auch Axel Claudia kennen gelernt – im Zivildienst. Einsätze haben Axel und Claudia heute nur noch selten zusammen, denn Claudia zieht es vor mit Zivis im Team zu arbeiten – das hält sie jung. Aus den Augen hat sie ihn aber nicht verloren, mit einer guten Menschenkenntnis beobachtet sie Axel und wundert sich zunehmend über seine verschlossene Art.

Zwei Praktikanten

Zwei Jungs um die 20, welche ihren Zivildienst in Axels Rettungswache absolvieren. Sie kommen gerade frisch von einem Lehrgang und werden die ersten Male mit der Realität des Berufes konfrontiert. Da für die beiden alles noch neu ist, halten sie sich im Einsatz fast schüchtern zurück. Eng befreundet sind die Zwei trotzdem ein unschlagbares Team, das in szenigem Outfit, lässiger Art und schwarzem Humor seine Arbeit macht.

Axels Vater

Klaus ist 58 und praktizierender Allgemeinarzt. Seit der Scheidung lebt er das Leben eines Einzelgängers, der er im Grunde auch schon immer war. Träume und Hoffnungen gehören für ihn der Vergangenheit an. Mit einer robusten Grundhaltung ausgestattet, versucht er sich von seiner Umwelt weitgehend unabhängig zu machen und scheint gegen jede Art von Gefühl immun zu sein. Verpasst hat er die Chance, einen emotionalen Zugang zu seinem Sohn zu finden, dessen Leben mit seinen konventionellen Wertvorstellungen kollidiert. Klaus hat sich immer einen Sohn gewünscht, der ihm in persönlicher und beruflicher Hinsicht nacheifert.

3. Absichtsbekundung

Das klassische Spielfilm-Genre stagniert.

Besonders in den vergangenen Monaten und Jahren bekamen Dokumentarfilme eine Beachtung, die zuvor nur erfolgreichen Spielfilmen zuteil wurde. In Deutschland hatte u.a. „Black Box BRD“ oder „Hitlers Sekretärin“ großen Erfolg. Filme wie „Bowling for Columbine“ oder „Sein und Haben“ gewannen auch internationale Anerkennung. Das Bedürfnis nach einem Genre, das dokumentiert, scheint also größer zu werden. An dieser Stelle ist das wachsende Angebot an „Realtiy-TV“ nicht zu vergessen.

In Spielfilmen scheint sich ein neuer Trend in zweierlei Hinsicht bemerkbar zu machen: Auf der einen Seite könnte hier die Dogma-Reihe stehen, die versucht künstliche Distanz zwischen Leinwand und Zuschauer durch den Verzicht technischer Mittel aufzuheben. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Spielfilme, die abstrakte Elemente und Filmkunstästhetik mit einfließen lassen, so wie bei „Tiger and Dragon“, „Matrix“ oder „Spiderman“.

Ein neues Genre entsteht

Das Bedürfnis, sich durch ein neues Genre auszudrücken ist aus diesem Blickwinkel entstanden. In einem Film sollen sich nun Elemente aus Dokumentar- und Spielfilmbereich vermischen. Der "dokumentarische" Teil verfolgt den Arbeitsalltag des Protagonisten bei Einsätzen, er spielt sich im öffentlichen Raum ab und soll die von der Umwelt wahrgenommene objektive Realität des Mannes darstellen. Parallel dazu wird im Spielfilmteil der Fokus auf das Innenleben von Axel gesetzt. Hier wird seine Sicht der Dinge, seine subjektive Realität, thematisiert. Frustrationen und Ängste nehmen im Laufe des Films zu, dargestellt durch Videokunstszenen, und werden auch im "dokumentarischen" Teil zunehmend sichtbar.

45 Minuten lang sollen Genregrenzen nach und nach aufgehoben werden. Erzählt wird in den zwei parallel laufenden Handlungssträngen die Geschichte von Axel, einem jungen Mann, welcher Mitarbeiter im Rettungsdienst in Berlin ist. Im Big Bang endet Axels großes Rollenspiel in einer Silvesternacht - die zuvor getrennten Handlungsstränge werden dadurch zusammengeführt. Axel bricht nach einem unerwarteten Zusammentreffen mit seinem Vater bei einem Arbeitseinsatz zusammen und wird zum Helfer dem selbst geholfen werden muss.

Umsetzung

Im Doku-Teil wird mit dem „laufenden Kameramann“ gearbeitet. Personen sind auch dann zu hören, wenn die Kamera sie nicht im Bild hat. Der Ablauf wirkt etwas hektisch, Personen versprechen sich auch mal, manchmal schauen die Leute aus Versehen in die Kamera.

Im Spielfilm-Teil wird mit starrer Kamera gearbeitet. Sprechende Akteure sind immer auch durch die Kamera zu sehen, welcher sie jedoch keine Beachtung schenken. Beim Verlassen der Räume erfolgt stets ein Schnitt. Die Videokunst wird hier stets dann eingesetzt, wenn starke Emotionen dargestellt werden sollen. Licht soll überblendet, Farben übersteigert und die Geschwindigkeit verlangsamt oder beschleunigt werden.

Bildungsauftrag

Die Zielgruppe des Films sind junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren. Da die diese Generation unter fehlenden Perspektiven leidet, hat sie das Bedürfnis ihre Probleme auch in der medialen Welt reflektiert zu sehen. Gesprochen wird zur Zeit von der sogenannten „Quarter-Life-Crisis“, die auf Zukunftsängsten oder fehlender gesellschaftlicher Verankerung basieren kann. Durch das Alter unseres Protagonisten und seine menschliche Seite entwickeln sich starke Identifikationsmöglichkeiten. Ein Lösungsweg, der aus innerem Rückzug und sozialer Isolation führen soll, wird vorgeschlagen. Gleichzeitig aufgeklärt wird dabei über das Berufsleben, insbesondere über das des Rettungssanitäters.

Sendeplatzierung

Aufgrund des experimentellen Charakters und des Bildungsanspruchs unseres Films wäre eine Platzierung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sinnvoll. Besonders geeignet wäre der Film für arte, da der Sender keine großen Beträge investieren kann. Nicht nur weil es sich um eine Low-Budget-Produktion handelt - auch das neue Genre wäre für arte sicher interessant. Eine Ausstrahlung in der Vorweihnachtszeit wäre ideal, weil Themen wie Einsamkeit und Depression gerade in dieser Zeit aktuell sind und hohe Beachtung finden. Außerdem spielt die Geschichte in der Zeit kurz vor Silvester.

Vorarbeiten und Schauplätze

Berlin ist der geeignete Drehort für diesen Film, da auch die Schauplätze der Geschichte dort liegen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit Originalmaterial aus Filmaufnahmen von Unfallberichten einzubauen. Dies hätte wirtschaftliche Vorteile und würde zudem die Authentizität erhöhen.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe Berlin hat bereits Interesse an einer Unterstützung des Filmprojekts durch das Bereitstellen von Fuhrpark und Räumlichkeiten signalisiert. Lediglich Kosten wie Benzin und für verbrauchtes Sanitätsmaterial müssten durch die Produzenten getragen werden.

Gerade um den dokumentarischen Handlungsstrang unseres Films authentischer wirken zu lassen, ist eine Besetzung mit Laiendarstellern von Nöten. Ein prominentes Gesicht würde das ganze Projekt zerstören. Dies wirkt sich positiv auf die Produktionskosten aus.

Alles in allem gehen wir davon aus, dass ein Low-Budget zur Realisierung des Projekts ausreichen müsste.

Persönlicher Hintergrund

Christian:

- Ausbildung und 5-jährige Teilzeit-Berufserfahrung als Rettungssanitäter
- Kontakte zur Johanniter-Unfall-Hilfe Berlin

Indra:

- Auseinandersetzung mit Videokunst und Filmwissenschaft aus wissenschaftlicher Perspektive und privater Motivation

4. Handlungsablauf

Axels Arbeitsalltag

Axel und Kollegen auf einer Rettungswache und bei Notfalleinsätzen

Das Klingeln eines Weckers durchbricht die Dunkelheit. Der schrille Ton wird von langen, fast stöhnenden Atemzügen abgelöst. Unangenehm wie ein Blitzlicht wird es hell. Ein Mann ist erwacht, sein Gesicht wirkt verschlafen und erschreckt zugleich. Es ist Axel! Nach einem reichhaltigen Frühstück, bestehend aus Kaffee und Leitungswasser verlässt er das Haus und macht sich mit seinem klapprigen Golf auf den Weg zur Arbeit.

Die Straßen sind nahezu menschenleer. Es scheint sehr früh am Morgen zu sein, denn obwohl Axel offensichtlich durch eine Großstadt fährt, vorbei an Hochhäusern und Einkaufpalästen, ist noch niemand unterwegs. Zuerst sieht es aus, als arbeite Axel als Bäcker, denn überall sind weiße Hosen zu sehen, die sich in Axels noch etwas müde gesenkten Blick schieben. Doch die weißen Stiefel und eine Geräuschkulisse von Stimmen aus einem Funkgerät verraten schnell welchen Beruf Axel ausübt: Er ist Rettungssanitäter.

Plötzlich ertönt ein lautes Piepsen. Tüüüt-tüüüt-tüüüt. Immer wieder. Zwei junge Männer und eine Frau laufen eilig an Axel vorbei. Sein Blick geht nach oben, die Kollegin mit den roten Haaren grüßt ihn im Vorbeigehen. Axel geht in ein Umkleidezimmer und zieht sich seine Berufskleidung an: weiße Hosen, weiße Halbschuhe mit Stahlkappen, ein sauberes Polohemd und einen Gürtel mit einer Halterung. Axel wirft sich eine dunkelrot leuchtende Jacke über die Schulter und geht zu einer blinkenden Ladestation, nimmt sich einen Melder und schreitet zur Kaffeemaschine. Er schüttet sich Kaffee in eine Tasse welche aussieht wie eine große Maus mit Loch im Rücken, gibt Milch und einen weißen Würfel dazu und beginnt, ein wenig öfter als wirklich nötig um den Zucker aufzulösen, den Plastiklöffel in großen Kreisen im Rücken der Maus zu bewegen. Alles scheint so, als habe er Jahr und Tag nichts anderes getan, als sich jeden Morgen anzuziehen, seinen Melder zu nehmen und sich Kaffee einzugießen.

Ein lautes Geräusch durchbricht die morgendliche Gedankenlosigkeit. Alarm. Noch zwei, drei Fragen an den Mann hinter dem Funkgerät und schon rennt Axel durch die schwere Metalltür, welche sich Sekunden zuvor automatisch geöffnet hat. Ein junger Kollege springt hinterher und zieht ein Kabel aus dem Rettungswagen, der sich hinter der Tür verbarg. Die Türen des Kastenwagens gehen auf und schließen sich synchron wieder. Volker fährt. Zuerst durch enge Straßen, dann kommen breitere Straßen, schließlich ein Autobahn-Auffahrtsschild. Sie erreichen eine Autobahn und schon sieht man Blaulichter von Polizei und den Kollegen, die Axel wenige Minuten zuvor noch aus der Rettungswache springen sah. Axel und Volker fahren näher an das Lichtermeer heran und halten an. Volker spricht einige wie eine Geheimsprache klingende Sätze in einen Hörer und steigt aus, reißt die Tür auf, schnappt sich einen Sanitätskoffer und eine Halskrausen-Tasche. Axel ist bereits davon geeilt, hin zu den rufenden Kollegen.

Der Unfall auf der Autobahn scheint wohl schon vorbei zu sein. Nach Verlassen des Krankenhauses lehnen sich Axel und Volker an die Hauswand. Volker zündet sich eine Zigarette an und nimmt einen kräftigen Zug. Axel zieht eine Dose Cola aus der Tasche und öffnet diese vorsichtig, denn sie ist ganz durchgeschüttelt nach dem letzten Einsatz. Als erneut ein lautes Piepsen zu hören ist, drückt Volker seine Zigarette in ein Blumenbeet und Axel schüttet den letzten Schluck in einem Zug hinunter. Eine alte Frau sei ganz verwirrt von ihrer Tochter gefunden worden. Die Anfahrt ist nicht weit, nur wenige Straße vom Krankenhaus entfernt liegt die kleine Villa. Schnell erkennen die Profis, dass sie wohl einen Schlaganfall hatte. Da dies der älteren Dame wohl nicht ganz bewusst ist, erklärt Axel Tochter und Mutter ruhig die Situation, während Volker die Patientin medizinisch versorgt. Dabei redet sie Unverständliches, auf das die Tochter nur mit Tränen antworten kann.

Axels Privatleben

Axel ist verwirrt

Junge Menschen auf der Straße, stehen an der Tram, strömen in alle Richtungen an den typischen Prenzlauer Berg Cafés vorbei oder lassen sich in einem der vielen nieder. Im szenigen Wohnviertel der vielen Mitt-Zwanziger wohnt auch Axel. In seiner Wohnung ist nicht viel übrig von der anziehenden Geselligkeit, die vor der Tür zu herrschen scheint. Aber auch keine Indizien, die dafür sprechen, Axel sei zu Hause ebenso so ordentlich und penibel korrekt wie auf der Arbeit.

Ein Telefongespräch mit seiner Mutter durchbricht die Stille und Einsamkeit Axels. Sie ist eine wichtige Bezugsperson für Axel und da ihre Beziehung sehr eng ist, besonders seit der Scheidung, tauschen die beiden sich über viele Dinge aus, die Axel beschäftigen. Die Mutter versucht auch Einfluss auf Axels Leben zu nehmen und animiert ihn immer wieder, Kontakt zu seinem Vater aufzunehmen. Axel ist an dieser Stelle immer stumm, da er längst begriffen hat, dass sein Vater nicht an ihm interessiert ist, so lange er sich nicht bemüht, dessen hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Auch das Thema Studium blockt Axel ab.

In den Gesprächen mit der Mutter tun sich neue Erkenntnisse auf, Axel erzählt aus seiner Perspektive vom Einsatz. Auf der Arbeit hatte er doch noch alles unter Kontrolle und war der, wie ihn die Kollegen kennen: ausgeglichen und konzentriert. Nun aber macht er bisher verborgen gebliebenem Frust über die Arbeit und seine Kollegen Luft. Auf die Anteilnahme seiner Mutter reagiert Axel erst recht aggressiv und beendet das Gespräch. Wieder mit sich selbst allein fühlt er sich in seiner Wohnung unwohl.

Axel schenkt sich Wein ein, vergisst ihn, macht sich Tee und geht ziellosen Beschäftigungen nach. Nun erscheint die Wohnung auch etwas merkwürdig. An der langen weißen und niedrigen Wohnzimmerwand, die so kahl ist, kleben in einer Ecke Zettel und Schnipsel in keiner erkennbar bewussten Ästhetik angeordnet. Hier klebt Axel Horoskope an, die er seit kurzem akribisch aus Zeitungen, die er aus der Mülltonne fischt, ausschneidet. Geben sie ihm Antworten auf offene Fragen? Die „Vier Wände“ von Axel erscheinen zunehmend beklemmend: Hier wohnt ein junger liebenswürdiger Mensch, der eben noch vorbildhaft Menschen half und Leben rettete, ganz allein zwischen Chaos und Ordnung.

Etwas läuft schief I

Axel ist mit Kollegen bei einer Großveranstaltung

Axel ist mit Kollegen auf einer Großveranstaltung in einem Stadion eingesetzt worden. Volker hat sich das Wochenende frei genommen und man hat dem erfahrenen Axel zwei Praktikanten an die Hand gegeben. Berlin Thunder spielt gegen eine andere Mannschaft um den Abstieg. Axel wirkt irgendwie angeschlagen. Plötzlich werden sie von einem Fan daraufhingewiesen, dass auf der anderen Bühnenseite eine Schlägerei im Gange sei.

Die Sanitäter packen Taschen und Koffer und bahnen sich laut rufend den Weg. Dort angekommen ruft die Stadionwache Axel zu einem Gestiefelten, so nennt man solche die mit Stiefeln getreten wurden. Axel schaut ihn kurz an, als er jedoch bemerkt, dass sich sein Praktikant sehr ungeschickt damit beschäftigt, eine Halsschlagaderverletzung zu versorgen, indem er dem jungen Mann eine Mullbinde immer wieder um den Hals wickelt, springt Axel auf und übernimmt die Sache. Sein Praktikant holt weiteres Verbandsmaterial aus dem Fahrzeug und irgendwie gerät alles durcheinander.

Zwei Polizisten die als Verstärkung gekommen waren, löchern Axel mit Fragen zur Verfassung seiner Patienten und fragen, ob er nicht endlich auch mal die junge Frau versorgen könne, die von den Hooligans Tritte in den Bauch bekommen habe. Axels schlechte Tagesverfassung lässt ihn den Überblick verlieren und zeigt ihm die Grenzen seiner Leistungskraft. Er kümmert sich um die Frau und vergisst darüber völlig seinen Gestiefelten. Als nachalarmierte Kollegen eintreffen und diesen bereits leblos in einer Ecke liegend entdecken, beginnen sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen bei denen auch Axel hilft. Der junge Mann wird gerettet, und wiedereinmal scheint für den Außenstehenden alles wunderbar reibungslos gelaufen zu sein. Auch die Kollegen glauben, Axel habe den jungen Mann einfach noch nicht gesehen. Doch Axel hat ihn vergessen – und darüber schweigt er.

Etwas läuft schief II

Axel ist aggressiv

Axel hasst sich für sein Scheitern. Zuhause versucht er sich zu beruhigen, seinen inneren Kampf aufzulösen. Soll er Volker anrufen? Aus Angst sein Gesicht zu verlieren, ignoriert er den Wunsch, sich auszutauschen. Doch weder laute Musik noch das pedantische Ausschneiden der Horoskope erweisen sich als beruhigend. Im Gegenteil- der Blick auf die mittlerweile chaotisch beklebte Wand lässt Axel vor sich selbst erschrecken. Das schrille überlaute Klingeln des Telefons reisst ihn aus seinen Gedanken. Die bekannten, gutgemeinten Worte der Mutter bringen ihn jedoch innerlich zum Kochen. Wieder findet Axel kein Ventil für seine aufgestaute Aggression, anstatt sich der Mutter anzuvertrauen, knallt er den Hörer auf.

Innerlich auf der Suche nach einer Lösung, schaut Axel sich hektisch in seiner Wohnung um. Alles wirkt auf ihn bedrohlich, die Farben seiner Einrichtung, die Gegenstände scheinen alle schräg zu stehen, auf ihn einzustürzen. Der Blick auf seinen Adventskranz befreit ihn aus seiner körperlichen Lähmung. Axel reisst den Kranz aus seiner Halterung und schleudert ihn wie eine Frisbee aus seiner offenen Balkontür auf den Hof. Er schaut dem Kranz, der langsam nach unten segelt, hinterher. Die trostlose Landung beendet den symbolischen Akt.

Belastung bei der Arbeit

Axel kommt mit seinen Kollegen in die Wohnung einer jungen Frau

Plötzlich finden wir uns in einer Wohngegend wieder. Ein Blick auf die Hausnummer und die offenstehende Haustür: Volker und Axel springen hinein. Eine junge Frau liegt weinend auf dem Boden, und eine feine Spur Blutes zieht sich hinter ihr bis ins Bad. Die Meldung zum Notfall über die Axel und Volker diskutieren, sagte etwas von Bauchschmerzen bei einer Schwangeren, doch schnell wird klar, dass die junge Frau soeben eine Fehlgeburt auf der Toilette hatte. Ein Blick von Axel in das Badezimmer und Axel weiß, dass es nur einen Patienten gibt um den er sich kümmern muss und das ist die junge Frau. Dass das Kind gestorben ist, muss Axel ihr nicht erklären. Mit sicherem Blick in das weinende Gesicht hört sich Axel die Geschichte an, nach welcher der Geburtstermin eigentlich im April sein sollte. Ein schwieriges Unterfangen für einen Mann.

Die Retter beschließen, dass man die Frau nicht alleine zu Hause lassen kann, obwohl sie eigentlich nicht das Haus verlassen will solange ihr Mann nicht nach Hause gekommen ist. Er soll nicht sehen was passiert ist, sie möchte es ihm erzählen. Axel überredet sie dennoch sanft dazu, mit in ein Krankenhaus zu kommen. Auf der anschließenden Fahrt erzählt die Patientin, dass dies nun schon ihre zweite Fehlgeburt gewesen sei. Axel scheint mitfühlend zu sein, lenkt jedoch durch verschiedene Fragen und dem Ausfüllen von Formularen von der Situation ab.

Axel weiß wo alles steht

Routine herrscht

beim Checken des Rettungswagen-Inventars gemeinsam mit den Praktikanten

Axel lehnt mit eingezogenem Kopf an einem Schrank im Rettungswagen und erklärt zwei Praktikanten das Inventar der Fahrzeuge. Er erklärt ihnen die Wichtigkeit von Ordnung im Wagen und in den Koffern. Nur dann wisse man schnell wo alles steht und müsse nicht suchen. Da wo Routine herrscht, hat er alles unter Kontrolle, so zum Beispiel beim Checken des Rettungswagen-Inventars. Fast liebevoll wischt er bei seinen Erklärungen Schubladen aus, rollt Blutdruckmanschetten zusammen und sortiert falsch eingeordnete Ampullen um.

Den Wirkstoff jeder Ampulle, die er aus den Schränken nimmt, liest er laut vor und fragt seine Schützlinge nach deren Anwendungsgebieten. Bei falschen Antworten wird Axel nicht etwa wütend, sondern erklärt kurz und legt die Fläschchen auf ein Brett, so dass seine Praktikanten verstehen, dass er sie in wenigen Minuten wieder danach fragen wird. Zu jedem Medikament weiß Axel eine kleine Geschichte zu erzählen, fast so, als habe er sie alles persönlich erfunden. XX habe man früher aus XY hergestellt und AB sei rein zufällig erfunden worden, wohingegen PT eigentlich nur gemeinsam mit TD gegeben werden dürfe, sonst kotzten einem die Patienten das Fahrzeug voll – und die Reinigung sei ja schließlich Praktikantensache. Es scheint fast, als höre sich Axel gerne so reden. Ein Kollege streckt seinen Kopf ins Fahrzeug, macht ein paar kleine Witze und erklärt den Neulingen, dass sie in guten Händen seien bei dem Fast-Arzt, der nur noch irgendwann sein Studium beenden müsse.

Axels Tiefpunkt

Axel ist traurig

In fließender Überleitung nimmt sich Axel den Salzstreuer aus dem Regal und salzt sein Nudelwasser, völlig versunken in das Kochen. Der Dampf steigt ihm ins Gesicht, und das sprudelnde Wasser wirkt beruhigend auf ihn. Der Appetit auf die liebvoll zubereitete Pasta bleibt aber aus. Die glasigen Augen Axels verraten, dass etwas anderes Überhand gewonnen hat: Die Erlebnisse des Einsatzes kommen wieder in ihm hoch und verdrängen den Hunger. Auch das ferne Telefonklingeln scheint ihn nicht von seiner Traurigkeit ablenken zu können. Er starrt aus dem Fenster in die Dunkelheit, auf die Stadt. Axel weint, und ihre Lichter und Umrisse verschwimmen. Die schwermütige Musik aus dem Hintergrund verstärkt seine innere Stimmung.

Axels Flucht

In der Einsamkeit und traurigen Stimmung, in der sich Axel befindet, flüchtet er nach Draußen. Aber auch dieser Versuch endet in einer Sackgasse.

Den Ausweg sucht Axel draußen, doch auch auf der Straße ziehen die Menschen wie merkwürdige Wesen an ihm vorbei, zum Teil verwischen ihre Konturen, ihre Stimmen klingen dumpf und werden mit der Musik, die aus den Kneipen dringt, zu einem einzigen Geräusch. All das „normale“ Leben der Außenwelt dringt nicht mehr zu Axel durch. Die Flucht führt Axel in eine Kneipe. Trotz des sympathischen Pärchens, das neben ihm sitzt und sein Befinden zu erahnen scheint, ist alles um ihn herum immer noch ein einziges Wirrwarr. Sein Blick verliert sich im Weinglas.

Reanimation und Einsatz bei Vater

Axel hetzt mit seinen Kollegen von einem Einsatz zum nächsten und findet sich im Wohnzimmer des Vaters wieder

Axel ist mit seinen Kollegen bei einer Reanimation. Diese ist jedoch erfolglos, der anwesende Arzt bricht die Wiederbelebung ab. Als man sich gerade beim Einräumen des Fahrzeugs befindet, kommt ein zweiter Einsatz, ganz in der Nähe. Axel und seine Kollegen springen ins Fahrzeug. Der unerwartete zweite Einsatz nach der anstrengenden Reanimation sorgt für Stress in der Gruppe. Eine Atemnot wurde gemeldet. Diesmal fährt Axel, und Volker redet offen mit einem Praktikanten über den hoffnungslosen Einsatz.

Die Adresse ist für Axel wie jede andere und auch über den geläufigen Namen „Müller“ wundert sich Axel nicht. Seine Kollegen stürmen vor in die kleine Villa während Axel noch mit der Feuerwehrleitstelle funkt. Als er wenig später ebenfalls das Wohnzimmer betritt, erstarrt er; er schaut in das Gesicht des Patienten, den er offensichtlich gut kennt. Es ist sein Vater. Diese unerwartete Konfrontation bricht wie ein Gewitter über ihn herein. Axel versucht Profi zu bleiben, kann es jedoch nicht. Er geht auf die Knie und wühlt ungeschickt in einer Tasche, ständig wieder Blicke austauschend mit dem nach Luft ringenden Mann. Axels Anwesenheit scheint den Zustand des Mannes noch zu verschlechtern. Als Axel versucht eine Ampulle zu öffnen und diese zersplittert, steht er auf. Axel geht einfach aus dem Raum, ohne zu sagen warum.

Volker schaut den Praktikanten an und ruft Axel hinterher; Ratlosigkeit in ihren Gesichtern. Der Vater ist unfähig die Situation zu erklären. Die Kollegen kümmern sich weiter um ihren Patienten. Vielleicht war es Axel ja nur übel geworden? Nach einer ersten Versorgung des Vaters rennt Volker nach draußen, um Axel zu suchen, doch dieser läuft bereits – niemand weiß wie er in seinem apathischen Zustand dort hin kam – durch Menschenmengen in der Berliner Silvesternacht...

Axels Irrlauf durch Berlin

Axel bricht zusammen

Die Kollegen reden aufgeregt durcheinander, was ist mit Axel? So was ist doch noch nie vorgekommen. Volker versucht Axels Verschwinden mit Humor herunterzuspielen, eigentlich hat er aber Angst und die Befürchtung, dass wirklich etwas nicht stimmt mit seinem Freund. Er funkt schließlich Claudia an.

Eine merkwürdige Stimmung herrscht auf dem S-Bahnhof Yorckstraße kurz vor Mitternacht. Dort ist auch Axel mittlerweile gelandet. Kleine Grüppchen gehen mit schnellen Schritten, ungeduldig und in der Hoffnung schnell ihr Ziel zu erreichen. Andere sitzen mit Sektflaschen im Wagon und versuchen, sich die Silvesterlaune vom Bahnfahren nicht vermiesen zu lassen. Für Axel ist diese Atmosphäre unangenehm. Wie ein Fremdkörper sitzt er zwischen den Menschen. Angewidert von der ausgelassenen Stimmung der anderen und immer noch wie gelähmt von der Begegnung mit seinem Vater, ist er zu keinem klaren Gedanken fähig.

Claudia wird der Ernst der Lage sofort klar, sie schlägt vor, Axel zu suchen. Weiter funkt sie Kollegen an, die gerade überall in der Stadt unterwegs sind.

Am Potsdamer Platz steigt Axel aus. Über der Erde herrscht teils geselliges, teils aggressives Treiben. Niemand interessiert sich für den jungen Mann in Rettungsuniform, der bleich und verzweifelt immer schneller zwischen den Hochhäusern entlang läuft. An den Hochhäusern spiegeln sich schon einzelne Lichtreflexe von Feuerwerkskörpern. Zwischen dem ästhetischen Schauspiel, das hoch über Axel hinausragt, fühlt er sich noch einsamer und hilfloser. Je näher Axel dem Brandenburger Tor kommt, desto lauter wird es. Er fühlt sich zunehmend bedroht von den Massen, Angst macht sich in ihm breit. Am Brandenburger Tor wankt Axel an der Straße am Rand des Tiergartens entlang.

Bei einer Gruppe Gleichaltriger hält er kurz an. Als ihm eine Frau eine Flasche Jägermeister hinhält, nimmt er die Flasche und setzt sie an. Er wendet sich ab und trinkt, Tränen füllen seine Augen. Axel läuft weiter ohne sich bewusst zu werden, dass er immer noch die Flasche in der Hand hält. An einer kleinen Gruppe vorbeikommend, entdeckt ein junger Mann erleichtert den Sanitäter und winkt ihn heran. Axel tritt näher und entdeckt dessen Freundin, die sich offensichtlich am Kopf eine Verletzung zugezogen hat und sich in der Hocke sitzend, versucht abzustützen. Axel reagiert aber nicht: Wie gelähmt starrt er auf das junge Mädchen. So sieht er nicht die zwei Sanitäter, die hinter ihm angerannt kommen. Der eine rempelt ihn im Vorbeilaufen an und beugt sich zu dem Mädchen. Apathisch dreht sich Axel um und läuft davon, beginnt zu rennen. Weg vom Brandenburger Tor. Weg von den Menschen. Geradeaus ins Dunkle. Axel rennt und weint.

Im Off hört man ein Gespräch zwischen Axel und Volker - zu sehen ist aber der Ausschnitt eines Zeitungshoroskopes:

„Nehmen Sie das Glück in die eigene Hand, und hören Sie auf Ihre innere Stimme - dann wird sich im kommenden Jahr alles zum Positiven wenden!“

Volker macht einen Witz über die Silvesternacht. Axel meint im Spaß, er solle das Maul halten und schlägt ihm ein Abendprogramm vor: „Gehen wir zusammen aus? - im roten Salon ist heute eine gute Faschingsparty! Das kann ich wirklich gebrauchen nach dem Scheißtag.“

5. einzelne Szene

Anfangsszene

Dunkelheit, ein Wecker klingelt, Axel erwacht, man hört ihn atmen. Er knipst das Licht an. Sein Gesicht wirkt verschlafen und erschreckt zugleich. Er steht auf, geht ins Bad. Man sieht ihn als einen Stehpinkler in Unterhosen. Ohne zu duschen zieht er sich an; Bluejeans, blaues T-Shirt. Danach frühstückt er sparsam (Kaffee und ein Glas Leitungswasser). Nachdem er noch kurz seinen Schlüssel in einer der vielen über dem Bügel liegenden Hosen gesucht und einen Teil der Scheine aus seinem Geldbeutel in den Brotkasten in der Küche gepackt hat, geht er durch seine Haustür und fährt mit dem Fahrstuhl nach unten. Er verlässt das Haus und steigt in seinen klapprigen Golf. Die Straßen sind nahezu menschenleer. Es ist sehr früh am Morgen. Axel fährt durch eine Großstadt, vorbei an Hochhäusern und Einkaufspalästen. Auf einem kleinen Parkplatz angekommen, schließt er sein Auto ab und läuft über die Straße in ein großes Gebäude, das aussieht wie eine Lagerhalle. Aus seiner Perspektive sind nur weiße Hosen zu sehen. Stimmen dringen aus einem Funkgerät:

„Steinmannstraße 16,... davor soll ein Mann liegen bewusstlos... – Verstanden!“

Plötzlich ertönt ein lautes Piepsen. Tüüüt-tüüüt-tüüüt. Immer wieder. Zwei junge Männer und eine Frau laufen eilig an Axel vorbei. Sein Blick geht nach oben, die Kollegin mit den roten Haaren grüßt ihn im Vorbeigehen.

„Moin Axel! Wir haben die ganze Nacht kein Auge zugemacht, scheiße!“

Sie rennt weiter.

„Hey Claudi, kannst du mir 2 Salamibaguettes mitbringen?“ ruft Axel hinterher.

„Was?“ hört man fragend aus der Ferne. Claudia hat ihn nicht mehr verstanden. Axel geht in ein Umkleidezimmer und zieht sich seine Berufskleidung an: weiße Hosen, weiße Halbschuhe mit Stahlkappe, ein weißes Polohemd und einen Gürtel mit einer Halterung. Axel wirft sich eine dunkelrot leuchtende Jacke über die Schulter und geht zu einer blinkenden Ladestation, nimmt sich einen Melder und schreitet zur Kaffeemaschine. Er schenkt sich Kaffee ein. Ein lautes Geräusch ertönt.. Alarm.

„Es sind wohl mehr Verletzte, ihr müsst auch noch auf die Autobahn!“

sagt der Kollege hinter dem großen Funkgerät.

„Scheiße, hättste mir das nicht gleich sagen können! Hier, ist jetzt deiner!“

sagt Axel, stellt dem Kollegen die Tasse vor die Nase und schnappt sich seine Jacke.

Zwei Türen eines Kastenwagens gehen auf und schließen sich synchron wieder. Axel und sein Kollege Volker wirken eingespielt. Volker fährt und sagt:

„Es muss gleich nach der Auffahrt auf die A100 sein. Man, da iss bestimmt richtig was passiert! Wenn wir schon die vierten sind, die die Leitstelle nachalarmiert!“

Enge Straßen, breitere Straßen, ein Autobahn-Auffahrtsschild. Eine Autobahn.

„Da vorne ist es. Mann, der LKW liegt ja auf der Seite. Warum haben die denn noch keine Blechschere geholt, den kriegen die doch sonst nie da raus!“

Blaulichter von Polizei und den Kollegen, Axel und Volker fahren darauf zu, halten an. Volker funkt mit der Leitstelle:

„Konstantin 91/82 an Leitstelle Berlin Steglitz“

JA HIER LEITSTELLE“

„Wir sind jetzt Standort. Hat schon jemand eine Blechschere gerufen. Hier liegt ein LKW auf der Seite.“

„JA, ISS BEREITS JERUFEN, DER MUSS GLEICH KOMMEN!“

„OK. „

„OK. ENDE“

Axel steigt aus, reißt die Tür auf, schnappt sich einen Sanitätskoffer und eine Halskrausen-Tasche. Kollegen rufen ihm zu:

„Da vorne im grünen Golf sitzt noch eine Frau. Frank ist bei ihr!“

Axel läuft hin...

19 von 19 Seiten

Details

Titel
Erste Hilfe / Treatment für 45 Minuten Doku-Fiction
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Medienseminar Film/Video Drehbuch
Note
1,7
Autoren
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V108331
Dateigröße
633 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In Dtschl. hatte u.a. Black Box BRD oder Hitlers Sekretärin großen Erfolg. Das Bedürfnis nach einem Genre, das dokumentiert, scheint also größer zu werden. An dieser Stelle ist das wachsende Angebot an Realtiy-TV nicht zu vergessen. In Erste Hilfe sollen sich nun Elemente aus Dokumentar- und Spielfilmbereich vermischen. Die hier angebotene Arbeit (45 Minuten Doku-Fiction) ist als Treatment zu verstehen und soll Interessierten zeigen, wie ein solches professionell aufgebaut wird.
Schlagworte
Erste, Hilfe, Treatment, Minuten, Doku-Fiction, Medienseminar, Film/Video, Drehbuch
Arbeit zitieren
Christian Rell (Autor)Indra Hoffmann (Autor), 2003, Erste Hilfe / Treatment für 45 Minuten Doku-Fiction, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108331

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Erste Hilfe / Treatment für 45 Minuten Doku-Fiction


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden