Mann, Thomas - die Buddenbrooks - Der Einfluss Nietzsches auf Thomas Mann, aufgezeigt an dessen Werk "Buddenbrooks"


Facharbeit (Schule), 2002

27 Seiten, Note: 14 Punkte


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Biografische Angaben

1.1. Thomas Mann

„Ich bin geboren am Sonntag, den 6. Juni 1875, mittags zwölf Uhr. Der Planetenstand war günstig, wie Adepten der Astrologie mir später oft versicherten, indem sie mir auf Grund meines Horoskops ein langes und glückliches Leben verhießen.“ So beginnt Thomas Mann 1936 seine Autobiografie „Lebensabriss“.[1] Aus der Art, wie er hier den Anfang von Goethes „Dichtung und Wahrheit“ „paraphrasiert“[2], wird bereits deutlich, wie gut es das berühmteste Mitglied der Familie Mann versteht, mit einer Kombination aus schier unglaublicher sprachlicher Gewandtheit und der für ihn charakteristischen Ironie - häufig auch Selbstironie - zu jonglieren. Diese Sprachgewalt in Verbindung mit einem umfassenden literarischen und philosophischen Wissen machte den Lübecker Ehrenbürger zu einem Schriftsteller von Weltruf und zum Nobelpreisträger.

Wodurch aber wurde Thomas Mann zum Künstler im Umgang mit der Sprache, und wie sehen die weiteren Stationen seines Lebens aus?

Für den Sohn einer alteingesessenen Lübecker Kaufmanns- und Patrizierfamilie schien eine Karriere als Nachfolger seines Vaters vorbestimmt. Als dieser 1891 starb, wurde jedoch die Lübecker Exportfirma aufgelöst. Johann Heinrich Mann hatte dies in seinem Testament festgelegt, da er offensichtlich keinem seiner vier Kinder (Thomas, Heinrich, Karla und Julia) die Kompetenz zutraute, seine Geschäfte weiterzuführen. Der Verkauf der Firma brachte Johanns Frau, Julia Mann, die inzwischen mit den Kindern nach München gezogen war, eine so hohe finanzielle Absicherung, dass Thomas nicht gezwungen war einen bürgerlichen Beruf zu ergreifen um Geld zu verdienen. Insbesondere diese soziale Unabhängigkeit, von ihm übertragen in eine Interessensfreiheit, war sehr entscheidend für seine Entwicklung zum Schriftsteller, da sich Mann so völlig der Kunst widmen konnte. Er selbst hält den Einfluss seiner Mutter mitverantwortlich und förderlich hinsichtlich seines beruflichen Schaffens. Fragt man Thomas Mann „nach der Herkunft s(m)einer Anlagen“, so verweist er auf den „ausgesprochen romantischen Typus“ seiner aus Brasilien stammenden Mutter und er fügt an, „die Lust zu fabulieren“ und die „künstlerisch-sinnliche Richtung“[3] von ihr zu haben. Diese künstlerische Begabung zeigte sich bereits während seiner nicht sehr erfolgreichen Schulzeit am Lübecker Katharineum in Gedichten in Anlehnung an Heinrich Heine und Friedrich Schiller, die er in einer von ihm mitbegründeten Schülerzeitung veröffentlichte. Wie sehr Thomas Mann die Einengung hasste und persönliche Freiheit liebte, vielleicht auch die Freiheit von lästigen Pflichten, wird in seiner Einstellung zur Schule deutlich: „Ich verabscheute die Schule und tat ihren Anforderungen bis ans Ende nicht Genüge. Ich verachte sie als Milieu, kritisierte die Manieren ihrer Machthaber und befand mich früh in einer Art literarischer Opposition gegen ihren Geist, ihre Disziplin, ihre Abrichtungsmethoden, ..., mein Bedürfnis nach viel freier Zeit für Müßiggang und stille Lektüre, ..., machten mir den Lernzwang verhasst und bewirkten, dass ich mich trotzig über ihn hinwegsetzte“[4]. So beendete Thomas Mann seine Schullaufbahn nach einigen „Ehrenrunden“ mit der mittleren Reife. Die daraufhin folgenden Neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts könnten unter dem Motto „Wanderjahre“ stehen. Gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich experimentiert er sowohl in biographischer, als auch in künstlerischer Hinsicht. Die beiden leben abwechselnd in München und Lübeck und halten sich wiederholt in Italien (in Palestrina und Rom) auf. Von den dortigen Erlebnissen inspiriert ließ Thomas Mann viele Eindrücke dieser Zeit in spätere Werke einfließen, so z.B. in „Der Tod in Venedig“, „Mario und der Zauberer“ und „Doktor Faustus“. Auch die Anfänge seines Gesellschaftsromans „Buddenbrooks“ entstanden in Palestrina. 1901 gelang ihm mit diesem Werk der Durchbruch als Schriftsteller.

Nach dem beruflichen Erfolg mit den Buddenbrooks will Mann auch sein Privatleben in geregelte Bahnen lenken. 1905 heiratet er die Münchnerin Katja Pringsheim und hat sechs Kinder mit ihr (Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth und Michael). In jener Zeit entstehen viele Dramen, Romane und Novellen wie „Tristan“, „Königliche Hoheit“, „Der Tod in Venedig“, und „Tonio Kröger“. Bereits in diesen Werken sind philosophische Ansätze klar bemerkbar, prägen sogar einige Hauptthemen Thomas Manns, wie beispielsweise die Gegensätze zwischen Künstlerwelt und Bürgertum sowie das Spannungsfeld zwischen Lebenspflicht und Todessehnsucht. Gerade die Faszination für das Morbide, für den Tod, ist ein zentrales Thema in Manns Werken. Für sein gesamtes literarisches Schaffen und die „Buddenbrooks“ erhält Thomas Mann 1929 den Nobelpreis. Dieser für einen Schriftsteller größte Triumph und weitere Auszeichnungen, wie zum Beispiel ein Ehrendoktorat der Universität Bonn, werden ihm aber nach der Machtergreifung Hitlers aberkannt. Sowohl während des ersten Weltkriegs macht Thomas Mann mit den „Betrachtungen eines Unpolitischen“ und teils im „Zauberberg“ keinen Hehl aus seiner von Patriotismus geprägten Einstellung zu Deutschtum, Monarchie oder Konservatismus, später spricht er sich, nach anfänglichem Zögern absolut gegen das Nazi-Regime aus (z.B. in „Mario und der Zauberer“). Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland geht Thomas Mann 1933 ins Exil. Er begibt sich über verschiedene Stationen schließlich nach Amerika und erhält 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft. In den USA verfasst Mann zahlreiche antifaschistische Stücke wie z.B. „Joseph und seine Brüder“. Deutschland sollte für den Schriftsteller nie mehr richtig zur Heimat werden. In einem Brief an Walter von Molo[5] schreibt er: „Ja, Deutschland ist mir in all diesen Jahren doch recht fremd geworden. Es ist, das müssen Sie zugeben, ein beängstigendes Land. Ich gestehe, dass ich mich vor den deutschen Trümmern fürchte - den steinernen und den menschlichen“.

Es folgten nur noch wenige Besuche in Deutschland, meist zu öffentlichen Anlässen wie der Verleihung des Goethe - Preises 1949. Gegen Ende seines Lebens zog es Thomas Mann wieder nach Europa, in die Schweiz. 1955 starb er in Zürich im Alter von 80 Jahren. Er selbst schrieb, über das Wort „Ende“ philosophierend: „Wenn auch unter dem Leben Thomas Manns das Wort „Ende“ geschrieben steht, will das nicht sagen, nun sei alles abgeschlossen. Sein Geist ist gegenwärtig, hier und jetzt- wer unter uns würde ihn nicht spüren?“.[6] Wie Recht er mit dieser Aussage behalten sollte, zeigt sich in der Tatsache, dass er derzeit quasi wiederentdeckt worden ist, nicht nur allein deshalb, weil sich die Veröffentlichung der „Buddenbrooks“ jetzt zum hundersten Mal jährte; auch im Unterricht an den Schulen werden seine Werke nach wie vor geachtet. Durch eine Filmtrilogie über sein Leben, die erst vor kurzem im Fernsehen gezeigt wurde, ist Thomas Mann einem breiten Publikum ins Bewusstsein gerückt worden.

1.2. Friedrich Wilhelm Nietzsche

Friedrich Wilhelm Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 in Röcken in Sachsen geboren, also etwa 31 Jahre vor Thomas Mann. Nietzsche entstammt einer evangelischen Pfarrersfamilie, in der christliche Tugenden wie Gottesfurcht, Frömmigkeit, Demut oder Mitleid anscheinend so intensiv praktiziert wurden, dass sich Nietzsche in seinen philosophischen Ansichten später insbesondere gegen diese Werte richtet[7] Seine Familie plante, Friedrich Wilhelm, gemäß dem Beispiel seines Vaters, ebenfalls auf den Beruf des Pfarrers vorzubereiten. Seine gesamte Kindheit war also sehr religiös geprägt. Nach dem frühen Tod des Vaters (1849) wurde Nietzsche nur noch von Frauen erzogen, was ihn nachhaltig beeinflusste. Dies wird sowohl in seinem stets gestörten Verhältnis zu Frauen (Nietzsche war nie verheiratet) sowie in manchen seiner Schlagworte deutlich, wie zum Beispiel in diesem sattsam bekannten, das von jedermann zitiert wird, der sonst von Nietzsche keine Ahnung hat: „Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht“. Seine Schullaufbahn absolvierte der literarisch und musikalisch hochbegabte Junge vorwiegend in verschiedenen Internaten, wo sich in ihm langsam ein gewisser Zwiespalt zum Christentum entwickelt. Dieser äußert sich in Gedichten, wie dem folgenden:

„ , ...,

darauf erglüht tief eingeschrieben

das Wort: dem unbekannten Gotte.

Sein bin ich, ob ich der Frevler Rotte

Auch bis zur Stunde bin geblieben:

sein bin ich - und ich fühl die Schlingen,

die mich im Kampf darniederzwingen

und, mag ich fliehn,

mich doch zu seinem Dienste zwingen

, ..., “ (aus „dem unbekannten Gott“)[8]

Nicht zuletzt durch den Einfluss Schopenhauers[9] steigerte sich dieser Zwiespalt zu einer Aversion gegen das Christentum, und diese Aversion wurde zu einem der zentralen Themen seiner Philosophie. Nietzsche studierte in Bonn Philologie und wurde 1869 aufgrund seiner herausragenden Leistungen bereits vor einer Promotion zum Professor berufen. Diese Professur musste Nietzsche 1879 allerdings aus Gesundheitsgründen niederlegen und lebte so „der Ausarbeitung seiner Gedanken hingegeben“[10] meist in der Schweiz und Italien. Festgehalten hat Nietzsche diese Gedanken in zahlreichen Werken wie „Geburt der Tragödie“, „Wahrheit und Lüge im nichtmoralischen Sinn“, „Nietzsche kontra Wagner“, „Die Genealogie der Moral“, „Die fröhliche Wissenschaft“, „Also sprach Zarathustra“, „Jenseits von Gut und Böse“ und in vielen anderen Schriften. Jäh beendet wurde die schriftstellerisch-philosophische Tätigkeit Nietzsches durch den Ausbruch einer schweren Krankheit (progressive Paralyse = Zerfall des Gehirns im Zuge einer fortgeschrittenen Syphiliserkrankung). Seine letzten Lebensjahre verbrachte der Philosoph, dessen „psychologische Genialität“[11] bis heute als einmalig erscheint, in geistiger Umnachtung in Weimar, wo er am 25.08.1900 starb.

2. Inhaltsangabe des Romans „Buddenbrooks“

„Das Neueste ist, dass ich einen Roman vorbereite, einen großen Roman - was sagst du dazu?“ schreibt Thomas Mann aus Palestrina am 20. August 1897 an Otto Grautoff.[12] Er fährt fort: „ ... Ich selbst hatte eigentlich bislang nicht geglaubt, dass ich jemals die Courage zu einem solchen Unternehmen finden würde. Nun aber habe ich, ziemlich plötzlich, einen Stoff entdeckt, einen Entschluß gefaßt und denke nächstens, nachdem ich noch ein bißchen kontempliert, mit dem Schreiben zu beginnen.“

Bei diesem „großen Roman“, von dem Mann hier erzählt, handelt es sich um die „Buddenbrooks“. Welchen „Stoff“ entdeckte Thomas Mann und wie sieht das Ergebnis der Ausarbeitung seiner Idee aus?

Der Untertitel gibt den Stoff des entstandenen Romans an: „Der Verfall einer Familie“. Das Ergebnis ist ein beinahe unvergleichliches literarisches Meisterwerk:

In dieser Familienchronik wird die Geschichte einer Lübecker Kaufmannsfamilie geschildert. Die Handlung umfasst vier Generationen der Familie Buddenbrook und beginnt an dem Zeitpunkt, als sich die Familie auf ihrem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Höhepunkt befindet. Mit teils autobiographischen Zügen beschreibt Thomas Mann den Weg der Buddenbrooks von gesellschaftlichem Ruhm und finanziellen Erfolgen hin zu geschäftlichem Ruin und somit auch dem Verlust der angesehenen Position in der Lübecker Gesellschaft.

Anhand folgender Hauptfiguren stellt Thomas Mann den Wandel der Zeit, die bourgeoise Kultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Generationenwechsel und -konflikte, sowie die fortschreitende Entwicklung der Charaktere seiner Handlungsträger dar:

Johann Buddenbrook sen.,

Konsul Johann („Jean”)Buddenbrook,

Thomas Buddenbrook,

Antonie („Tony”) Buddenbrook,

Christian Buddenbrook,

Gerda Buddenbrook, und

Johann („Hanno“) Buddenbrook.

Nicht zuletzt durch die auktoriale Erzählsituation, die dem Leser ermöglicht, die Verflechtungen zwischen den handelnden Personen auch emotional zu verfolgen, gelingt es Thomas Mann trotz des zunächst eventuell abschreckenden Umfangs der „Buddenbrooks“ (ca. 750 Seiten), ein fesselndes Leseerlebnis zu schaffen.

3.Thomas Mann, der Ästhet

In fast jeder Rezension über Thomas Mann wird ihm - meist ohne weitere Erläuterungen - der Begriff Ästhet zugeschrieben. Was aber ist mit „Ästhet“ in diesem Zusammenhang gemeint? Ein Ästhet ist laut Brockhaus definiert als eine Person, die sich mit der „Wissenschaft der Wesensgesetze und Erscheinungsformen des Schönen“ (das „Kunstschöne“, „Naturschöne“, sowie allen „Unterarten des Schönen“ ) befasst.[13] Gemäß des altgriechischen Schönheitsideals muss ein von Ästhetik durchdrungenes Werk zwei Bedingungen erfüllen: Es muss nicht nur gut, richtig und wahr sein, sondern auch schön, formvollendet. Ein Ästhet ist nun eine Person, die ästhetische Werte und Werke schätzt und / oder diese verwirklicht, eventuell in eigenem kreativen Schaffen. Nun erscheint es vielleicht schon klarer, warum Thomas Mann das Attribut eines Ästheten zugesprochen bekommt: Er ist einer dieser Künstler, die es verstehen, ihre Werke gemäß den oben genannten ästhetischen Grundsätzen zu formen und gleichzeitig Ästhetik bei Anderen zu erkennen und zu schätzen. Häufig lassen sich Künstler entweder von fehlender oder ideal umgesetzter Ästhetik anderer inspirieren, so auch Thomas Mann. Insbesondere philosophisch-ästhetisches Gedankengut fasziniert den Schriftsteller schon in jungen Jahren und beeinflusst sein literarisches Schaffen bezüglich der Stoffauswahl. Von der Ausdrucksform her gesehen sind die Werke Manns aufgrund seines meisterhaften Umgangs mit der Sprache bereits „schön“. Einer der Philosophen, dessen ästhetische Grundeinstellung er schätzt, ist Friedrich Nietzsche, wenngleich er anderen Elementen seiner Lehre eher kritisch gegenübersteht. Dennoch lässt Thomas Mann oft ideologische Ansätze Nietzsches in seine Werke einfließen.

Welche Gedanken und Inhalte vermittelt nun Nietzsches Lehre und welche sprechen Mann so besonders an, so dass er sie in die „Buddenbrooks“ einbaut?

4. Die Philosophie Nietzsches

4.1. Ein erkennbares System Nietzsches?

Eine wichtige Vorraussetzung im Umgang mit Nietzsche ist es, seine Philosophie nicht als eine Fülle von Dogmen zu betrachten. Es existiert kein Schema in Nietzsches Werk, mithilfe dessen er seine ideologischen Ansatzpunkte klar darlegt. Man findet keine einheitliche Denkstruktur. Das System seiner Gedankenspiele ist von Themenbereich zu Themenbereich unterschiedlich. Will man nun eine ansatzweise einheitliche Struktur herausarbeiten, so könnte man sich auf Nietzsches berühmtes Zitat „die Wahrheit ist Plural“ stützen. Tatsachlich sind Argumentationen Nietzsches meist mehrschichtig, oft sogar widersprüchlicher Natur. Im Zuge dessen nennt der Brockhaus die Schriften des Philosophen „eine Sammlung von Aphorismen“. Nietzsche versucht seine Lehre bewusst anhand antagonistisch wirkender Themenbereiche, wie Krankheit und Lebensbejahung, Jenseits und Diesseits, ..., auszudrücken. Verstärkt wird diese Art von „Lehrmethode“ durch die Tatsache, dass Nietzsche fähig ist, persönliche Eindrücke (z.B. die Erfahrung mit seinem Lebenswillen, der ja konträr zu seiner Krankheit steht) „in Sprache zu heben“ .[14] Das heißt also, er benutzt Selbstempfundenes zur Ausarbeitung seiner philosophischen Lehre. So verleiht er dieser Glaubwürdigkeit und Prägnanz. Zugleich versteht er es - trotz teils persönlichen Grundlagen - ihr eine Allgemeingültigkeit zu verleihen. Die Vermittlung seiner Ideologie beruht also auf Erkenntnisgewinn durch Vergleich, Widerspruch und Gegensatz.

4.2. Vielfältige Themenbereiche

Nietzsches philosophisches Gedankengut erstreckt sich über unzählige Themenbereiche. Die wichtigsten Züge sind folgende:

In seinen philosophischen Anfängen ist Nietzsche sehr dem pessimistisch-nihilistischem Weltbild Schopenhauers zugewandt. Dieser bildet mit Nietzsche und dem Komponisten Wagner das sog. „philosophischen Dreigestirns“[15] über Thomas Mann. Bald jedoch richtet er sich vor dem Hintergrund seines neuen Gesellschaftsbildes von der Existenz elitärer Übermenschen rigoros gegen diese Theorie. Er bezeichnet eine derartige Ideologie „des Rückzugs aus der Welt“[16] als Schwäche und propagiert plötzlich das Gegenteilige. „Die Hinwendung zum Diesseits“[17] und die Bejahung des Lebens lassen ihn seine pessimistische Phase neu definieren, als etwas Überwundenes, das ihn erst den Gegenpol erkennen ließ. Nietzsche geht nun ins andere Extrem über. Er baut eine Welt auf, in der moralische, vom Bewusstsein gesteuerte Handlungen dem Trieb und Instinkt der „Kraftvollen“ (also seines Übermenschen) weichen müssen. Eine Folge dieser Theorie ist eine Verneinung des Glaubens und sein „Immoralismus“. Wird nämlich vernunftbedingtes Handeln zu Gunsten von Triebhaftigkeit vernachlässigt, haben moralische und somit auch andere wertgebende Ideen keine Gültigkeit mehr. Diese Ansätze Nietzsches wurden übrigens später von den Nazis aufgegriffen und fatal in ihrer Bedeutung missbraucht.

Ein persönliches Erlebnis, das ihn zur Kritik an Schopenhauers Pessimismus bewegt, ist der Ausbruch seiner schweren Krankheit. Nietzsche will sich nicht mit seiner Krankheit abfinden und sich aufgeben, sondern er baut stattdessen ein „gewaltsames Pathos der Gesundheit“[18] auf. Dies bildet einen weiteren Bestandteil seiner jetzt positiven Lebensphilosophie. Auch den Einbau der Askese in seine Philosophie kann man als Resultat seiner Krankheit betrachten. Nietzsche benutzt nämlich Askese im modernen Sinne, nämlich nicht als eine rein physische Zucht, sondern bezeichnet Askese in seinem Werk „Genealogie der Moral“ als ein „Zuchtmittel des Charakters eines degenerierten Lebens“.[19] Zusammenfassend könnte man also sagen, dass Nietzsches Ideologie ein Resultat von Abgrenzung und Annäherung der beiden Gegenpole Pessimismus und positiver Lebensbetrachtung ist. Die genaue Position Nietzsches zwischen diesen Gegensätzen lässt sich zu keinem Zeitpunkt seines Schaffens hundertprozentig genau definieren. Die oben genannte Grundtendenz von einer pessimistischen zu einer positiven Sichtweise ist zwar unbestreitbar vorhanden, aber es spielen neben seiner Krankheit auch zeitgeschichtliche Ereignisse eine richtungsweisende Rolle. So befasst er sich als erster in Deutschland mit dem Begriff der Dekadenz. Dieser steht für den kulturellen Umschwung im 19. Jahrhundert und „gipfelt in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts“ in einem „Pendeln zwischen Pessimismus und Lebensekstase“[20], also eigentlich genau ein Pendeln zwischen den zentralen Begriffen, die Nietzsches Philosophie bestimmen. An der Zeitgrenze zwischen Romantik, junges Deutschland und Naturalismus, an dieser Schwelle zur Moderne arbeitet Thomas Mann an seinem Werk die „Buddenbrooks“. In diesem großen Erstlingswerk verarbeitet er die Stimmung des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf der Grundlage von Nietzsches damaliger Philosophie.

5. Dekadenz als Verbindungsglied Mann- Nietzsche

5.1. Nietzsches Anwendung des Dekadenz-Begriffs auf die sozialen Gegebenheiten in Deutschland

Dekadenz kann man mit Niedergang, Verfall übersetzen. Der Begriff wird insbesondere in dem Sinn verwendet um das Ende einer Epoche, eines Zeitalters, einer Kultur anzudeuten und zu beschreiben. Im 19. Jahrhundert ist Dekadenz als gesellschaftliche Entwicklung in vielen Ländern Europas anzutreffen. Nietzsche kommt erstmals in Frankreich mit der Dekadenzstimmung in Berührung. Französische Philosophen wie Baudelaire begründen eine revolutionäre literarische Strömung unter dem Begriff der d¾cadence und lehnen sich damit gegen die sozialen Verhältnisse im Frankreich des 19. Jahrhunderts auf. Inhalte dieser Bewegung sind die Spannungen zwischen der Kunstwelt und der „bürgerlich-ethischen Wertwelt“, zwischen dem „Weltschmerz“ einerseits und dem „Auskosten exotischer Reize und narkotischer Wirkungen“[21] andererseits. Im Deutschland der Umschwungsphase Spätromantik - Realismus - Naturalismus verwendet Nietzsche als Erster diesen Begriff; er kritisiert die hier ähnlich wie in Frankreich liegenden Verhältnisse und trifft damit exakt die Stimmung der jungen Schriftstellergeneration, zu der auch Thomas Mann gehört.

5.2. Thomas Mann als junger gesellschaftskritischer Autor

Thomas Mann beschäftigt sich jetzt insbesondere mit den moralphilosophischen Schriften Nietzsches, was seine „Abwehr und Opposition“ gegen die „eigene bürgerliche Herkunft“ steigerte, „da Nietzsche hinzugetreten war“.[22] In diesen kritischen Schriften rechnet Nietzsche nämlich mit der Bourgeoisie der Gründerjahre ab, also mit der gesellschaftlichen Gruppe, die in der Blütezeit des wirtschaftlichen Imperialismus während der Achtziger- und Neunzigerjahre des 19. Jahrhunderts (im Gegensatz zum verarmten Proletariat) einen gesellschaftlichen und finanziellen Aufschwung erlebte. So schreibt er: „Man sieht jetzt mehrfach die Kultur einer Gesellschaft im Entstehen, für welche das Handeltreiben die Seele ist. Euer Geschäft- das ist euer größtes Vorurteil, es bindet euch an euren Ort, an eure Gesellschaft, an eure Neigungen. Im Geschäft fleißig aber im Geiste faul, mit eurer Dürftigkeit zufrieden und die Schürze der Pflicht über diese Zufriedenheit gehängt: so lebt ihr!“.[23] Ein Blick auf die Lebenssituation Thomas Manns zu dieser Zeit lässt verstehen, warum er gerade für diese Kritik Nietzsches offen war. Mann, der von seiner Abstammung her zwar der bourgeoisen Klasse zuzuordnen ist, ließ sich zu keinem Zeitpunkt seines Lebens an seinen „Ort“, seine „Gesellschaft“ binden, keineswegs war er bereit, vielleicht auch nicht fähig, das „Geschäft“, das „Handeltreiben“ seines Vaters zu übernehmen und seinen künstlerischen „Geist“ unbeansprucht zu lassen. Stattdessen widmet er sich während seiner „Wanderjahre“[24] der literarischen Verarbeitung der Dekadenz-Stimmung. Er konnte er sich dieses künstlerische Schaffen, was ihm damals als alleinige Einnahmequelle keineswegs zur Existenzsicherung ausgereicht hätte, nur aufgrund seines finanziellen Polsters leisten, das er seinem bourgeoisen Elternhaus verdankte. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint sein eigenes Tun und Leben etwas inkonsequent, weil er selbst so lebt wie die von ihm angeprangerte dekadente Gesellschaft.

Thomas Mann schätzt den Verdienst Nietzsches zur Aufklärung über die dekadenten Verhältnisse hoch ein. So erinnert er sich später einmal: „Das Wort „d¾cadence“, von Nietzsche mit so viel psychologischer Virtuosität gehandhabt, drang ein in den Jargon dieser Zeit ... und was das über Europa hinweggehende Schlagwort „Fin de siÀcle“ nun immer meinen möchte, Neu-Katholizismus, Satanismus, das geistige Verbrechen, die mürbe Überlieferung des Nervenrausches, - auf jeden Fall war es Formel des Ausklangs, die allzu modische u. etwas geckenhafte Formel für das Gefühl des Endes, des Endes eines Zeitalters, des bürgerlichen“.[25]

Durch das Erleben der gesellschaftlichen Verhältnisse in seiner Heimatstadt Lübeck sowie die eigene Einbindung in diese Gesellschaft durch seine bürgerliche Herkunft wurde Thomas Mann geradezu auf den Begriff der Dekadenz hingeführt. Die „vielfach variierte“ Bestimmung Nietzsches der Dekadenz an sich und des „dekadenten Künstlers“ als “Zeitphänomen“ bot dem jungen Autor Thomas Mann einen wichtigen „Anknüpfungspunkt“.[26] Mann selbst bezeichnet Nietzsche in den „Betrachtungen eines Unpolitischen“ als „Meister, als „den unvergleichlich größten und erfahrensten Psychologen der Dekadenz“. Er habe „die Psychologie des Verfalls von Nietzsche gelernt“.[27] Das Studium der Dekadenz im Sinne Nietzsches hatte ihn angeregt, zum einen mehr über Nietzsches Ideologie in Erfahrung zu bringen als auch den Dekadenz-Gedanken persönlich zu verarbeiten. So auch in seinem Erfolgsroman die „Buddenbrooks“:

6. Die Philosophie Nietzsches in Thomas Manns die „Buddenbrooks“

6.1. Dekadenz

6.1.1. Als Hauptthema

Der Verfall einer Familie“, so lautet der Untertitel der „Buddenbrooks“ und gibt somit gleich das Hauptmotiv an, das die Geschichte der Kaufmannsfamilie Buddenbrook als Leitlinie durchzieht. Thomas Manns Romanfiguren haben zunächst einen sozial gesicherten Status in der Gesellschaft und sind angesehene Leute. Im Lauf der Geschichte zeichnet sich aber sowohl der gesellschaftliche und familiäre als auch der wirtschaftliche Niedergang der Buddenbrooks ab.

Ein nochmaliger Blick auf die sozialkritische Stimmung, die zur Entstehungszeit des Romans unter der jungen Schriftstellergeneration herrscht, zu der auch Mann gehört, macht die Themenwahl verständlich. Thomas Mann lässt sich inspirieren von Nietzsches Dekadenz-Begriff bezüglich einer von sozialer Ungerechtigkeit geprägten Epoche, in der sich gut situiertes, meist industrielles Bürgertum und verarmtes Proletariat gegenüberstehen. So kann die Wahl der Protagonisten, einer Industriellenfamilie, sowie der Verlauf der Handlung, der fortschreitende Familienverfall, als Teil der „Abwehrreaktion“[28] Thomas Manns gegen eine „gesättigte“ bourgeoise Industriegesellschaft gewertet werden.

In welchen Schritten und an welchen Personen wird nun der Verfall, das Dekadente in den Buddenbrooks aufgezeigt?

Vergleicht man die Personen, die sich am Anfang und am Ende der Erzählung gegenüberstehen, so erkennt man völlig entgegengesetzte Verhältnisse. Zu Beginn der Handlung spielt der „Seniorchef“ des Unternehmens, Johann Buddenbrook, ein charakterfester, selbstbewusster Mann mit Führungsqualitäten die Hauptrolle des Romans. Am Ende der Geschichte, der Familie steht als Verkörperung des Schlusspunktes der kränkelnde Hanno Buddenbrook, „das Kind“, das „ziemlich ungesund“ aussehe[29], der schließlich im frühen Alter von 16 Jahren an Typhus stirbt.

Hanno ist der Handlungsträger in den Buddenbrooks, an dessen Persönlichkeit dekadente Elemente wohl am besten zu erkennen sind. Er ist aber bei weitem nicht der Einzige, dessen Leben unter keinem guten Stern steht. Dekadenzerscheinungen, wie Krankheit, Ehekrisen, wirtschaftliche Misserfolge, Schicksalsschläge, Tod und weitere negative Erfahrungen erschüttern, im fortschreitenden Verlauf des Romans in gesteigerter Intensität, alle Mitglieder der Familie Buddenbrook.

6.1.2. In den Charakteren

Einerseits liefert fast jede handelnde Person in den „Buddenbrooks“ von ihrem Charakter her selbst ein Beispiel für Verfall, andererseits trägt jede einzelne dieser Figuren zum gesamten Verfallsprozess bei. Will man dekadente Erscheinungsformen in den Buddenbrooks exemplarisch aufzeigen, bietet sich neben Hanno auch die Figur des Thomas Buddenbrook als markantes Beispiel an. Wie gestaltet nun Thomas Mann die beiden Charaktere Hanno und Thomas Buddenbrook, um den Dekadenz-Begriff Nietzsches als tragendes philosophisches Element in seinem Roman erkennen zu lassen?

6.1.2.1. Thomas Buddenbrook

Thomas Buddenbrook repräsentiert die 3. Generation der Buddenbrooks. Der ehrgeizige, intelligente junge Senator Thomas soll später einmal das Geschäft der Familie Buddenbrook übernehmen. Er wird zunächst als „solider und ernster Kopf“ bezeichnet, der, „darüber besteht kein Zweifel“, „Kaufmann werden muss“.[30] Thomas Buddenbrook soll also dem Familienbetrieb wieder etwas Aufwind verleihen. Er selbst, „ganz voll dem Wunsche, der Firma den Glanz zu wahren und zu mehren, der ihrem alten Namen entsprach, liebte es überhaupt, im täglichen Kampf um den Erfolg seine Person einzusetzen, denn er wusste wohl, dass er seinem sicheren und eleganten Auftreten, seiner gewinnenden Liebenswürdigkeit, seinem gewandten Takt im Gespräche manch gutes Geschäft verdankte“.[31] Die Zukunftsaussichten für die Person Thomas Buddenbrook als auch für das Unternehmen der Familie Buddenbrook scheinen also durchaus positiver Natur zu sein. Jedoch gibt es viele kleine symbolhafte und direkte Anzeichen dafür, dass auch das Leben von Thomas dem zunehmenden Abstiegstendenzen in der Familie unterworfen ist. So heißt es, als zum ersten Mal von Thomas die Rede in den Buddenbrooks ist, dass „seine Zähne“ „klein und gelblich“, „nicht besonders schön“ sind.[32] Hier wird angedeutet, dass später ein fauler Zahn Ursache für seinen frühen Tod sein wird. Belege dafür, dass sich sein Gesundheitszustand schleichend verschlechtert, sind immer wieder fast beiläufig eingestreute Beschreibungen über Verhalten und Äußerlichkeiten Thomas`. Bei der Geschäftsübergabe wird er als „bleich“ beschrieben. Seine Hände“, deren Fingernägel eine“ bläuliche Färbung“ zeigen, sind von einer „frostigen Blässe.[33] Dass diese Aussagen über ihn während seines Einstands als Chef des „großen Handlungshauses“[34] getroffen werden, ist kein Zufall. Diese Wendungen sind ein Zukunftsausblick auf den „Verfall“ der Firma mit dem zunehmend schwächeren Thomas als Firmenleiter. Betrachtet man nochmals seine Hände, so erkennt man „einen Ausdruck, der den ziemlich breiten und bürgerlichen, wenn auch feingegliederten Händen der Buddenbrooks bis dahin fremd geblieben war und wenig zu ihnen passte...“[35], einen Ausdruck von einer „beinahe ängstlichen Zurückhaltung“. Diese Beschreibung der Hände Thomas Buddenbrooks zeigt eindeutig das Hauptmotiv, Dekadenz, auf. Die Beschaffenheit der Hände ist hier symbolhaft für die Stärke in der Familie und im Geschäft der Buddenbrooks. Bei Thomas ist eine klare Schwäche erkennbar. Diese Schwäche weitet sich immer mehr aus und durchzieht sein berufliches Schaffen sowie sein Familienleben. Thomas Buddenbrook erkennt selbst, dass es mit seiner Gesundheit bergab geht. „In ihm war es leer“.[36] Im Vergleich zu seinem Vater und Großvater gesteht er ein, „dass sie praktische Menschen gewesen, dass sie es voller ganzer, stärker, unbefangener, natürlicher gewesen waren als er, ... “.[37] Er sieht sich verantwortlich dafür, dass sich die Firma „Johann Buddenbrook“ zum „pfennigweise Geschäftemachen“ ... „erniedrigt“ hatte.[38] Thomas Buddenbrook stürzt in tiefe Selbstzweifel, zerbricht an seiner Unfähigkeit die bürgerlichen Ideale, die Geschäftstüchtigkeit und Geradlinigkeit seines Vaters und Großvaters würdig zu vertreten. Anlass für seinen Tod im Alter von 48 Jahren ist ein fauler Zahn. „Aber zum Donnerwetter, daran starb man doch nicht!“[39], so lautet die Reaktion seiner Mitbürger in den „Buddenbrooks “. Der eigentliche Grund für sein wenig geglücktes Leben war wohl die nie ausgelebte künstlerische Seite Thomas Buddenbrooks. Interesse für Philosophie, kreative künstlerische Aktivität - das passt nicht in das Bild eines bürgerlichen Geschäftsmannes. Thomas Buddenbrook zerbrach an diesem innerlichen Zwiespalt („Bin ich `ne Memme?“, ein „praktischer Mensch“ oder ein „zärtlicher Träumer?“)[40]

Das sture Festhalten an bürgerlichen Idealen als Ursache für eine innere Zerrissenheit macht krank und dekadent. Am Beispiel seiner Romanfigur Thomas Buddenbrook zeigt Mann besonders intensiv die Spannung zwischen empfindsamer künstlerischer Veranlagung und robuster spießbürgerlicher Umwelt auf und will verdeutlichen, dass diese „natürliche Feindschaft“ zweifellos zum Bruch, zum Verfall eines Menschen, einer Generation, einer Gesellschaft, ja einer Epoche führen kann.

6.1.2.2. Hanno Buddenbrook

Johann Buddenbrook, „Hanno“ genannt, der letzte Spross der Familie Buddenbrook kann wohl als „reinste“ Dekadenz-Figur[41] bezeichnet werden. Thomas Mann selbst nennt ihn sogar den „kleinen Verfallsprinzen Hanno“.[42] Die „bläulichen Schatten“[43] um seine Augen, von denen bei seiner Taufe die Rede ist, deuten bereits bei dem vier Wochen alten Kleinkind auf eine wenig gesunde Veranlagung hin. Nachdem schon seine Geburt als sehr schwierig beschrieben wurde, („er lebt und es könnte anders sein“)[44], gestaltet sich auch die weitere Entwicklung des kleinen Johann eher problematisch. Beim Zahnen erleidet er fast tödliche Krämpfe und ist auch sonst ein kränkelndes Kind. Im Bezug auf Hanno sind es die Zähne, die symbolhaft für den Verfall stehen, ähnlich den Händen bei der Charakterisierung seines Vaters, Thomas. Die schlechten Zähne, „weich und verletzlich“[45] hat Hanno also von seinem Vater vererbt bekommen. Wie sollte denn Hanno den Erwartungshaltungen seiner Familie als „Stammhalter“, als „Erbe“ seines Groß- und Urgroßvaters (daher der traditionelle Name Johann ) gerecht werden, wenn schon in seiner Veranlagung dekadente Elemente überhand nehmen? Den Ansprüchen an ihn kann Hanno in keinem Bereich genügen. Sein Vater Thomas ist enttäuscht von seinem Sohn. „Er war in seinem Herzen nicht einverstanden mit dem Wesen und der Entwicklung des kleinen Johann“. Hanno ist ein Träumer, ein sensibler schwächlicher Junge, der aber im Gegensatz zu seinem Vater seiner Liebe zur Kunst, zur Musik freien Lauf lässt. Er will gar nicht versuchen, den bürgerlich-kaufmännischen Idealen seiner Familie zu entsprechen. Hanno leidet also nicht wie sein Vater an einer inneren Zerrissenheit. Was ihm aber schwer zu schaffen macht, sind die Forderungen der Außenwelt, des „Lebens“[46] an ihn. Der hohe Druck durch die Schule, das angespannte Verhältnis zu seinem Vater, der ihm seine „träumerische Schwäche“[47] übel nimmt, seine schwache gesundheitliche Konstitution, das alles nagt schwer an ihm. Hanno zeigt zudem keinen Lebenswillen und besitzt kein Selbstvertrauen. Dies wird in vielen Gesprächen mit seinem Freund Kai deutlich: „ ... Ich möchte sterben Kai! ... Nein, es ist nichts mit mir! Ich kann nichts wollen. Ich will nicht einmal berühmt werden. Ich habe Angst davor, genau, als wäre ein Unrecht dabei! Es kann nichts aus mir werden, sei sicher. Neulich nach der Konfirmationsstunde hat Pastor Pringsheim zu jemanden gesagt, man müsse mich aufgeben, ich stammte aus einer verrotteten Familie ...“, ..., „Er hat sicher recht. Man sollte mich nur aufgeben. Ich wäre so dankbar dafür!“.[48] Man könnte also fast sagen, dass ihm der Tod durch eine Typhuserkrankung mit 16 Jahren die „Erlösung“ von dieser für ihn fremden, bürgerlich- kapitalistisch geprägten Welt bringt. Genauso bedeutet sein Tod die endgültige „Verrottung“ für die Familie Buddenbrook. „Tom, Vater, Großvater und die anderen alle! Wo sind sie hin?“.[49]

Sie sind Opfer des Verfalls der bürgerlichen Familie Buddenbrook, der Dekadenz der Bourgeoisie des 19. Jahrhunderts.

6.1.3. Autobiographische dekadente Züge

Bei keiner anderen Person in den Buddenbrooks finden sich so eindeutig autobiographische Züge Thomas Manns wie in der Figur des Hanno. Sein Hass auf die Schule, sein Hang zur Musik, zur Kunst, zur Melancholie, seine Abwehrhaltung gegen die von seinem Vater verlangte Stärke in Beruf und Leben, all diese Eigenschaften sind auch in Thomas Manns Entwicklung zu finden. Die Geschichte der Familie Mann ist ebenso wie die der Romanfamilie Buddenbrook von vielen typischen Erscheinungen wenig geglückter Lebensläufe durchzogen: Selbstmorde wie bei Klaus Mann und Michael Mann, mehrere unglückliche Ehen und Partnerschaften, gespaltene Persönlichkeiten wie Heinrich Mann und Thomas Mann selbst als manchmal schillernde Figur mit verborgenen Abgründen.

Die persönlichen Erfahrungen von Kindesbeinen an mit dem Zwiespalt zwischen den Erwartungshaltungen eines autoritären bürgerlichen Elternhauses und den (zumindest von väterlicher Seite) wenig anerkannten Neigungen zu Kunst, Musik und Philosophie bestimmten die Stoffauswahl von Thomas Manns erstem großen Roman: „Verfall“ der bürgerlichen „Buddenbrooks“. Beinahe hätte der Autor ja auch zugunsten einer Karriere im bürgerlichen Sinn, also beispielsweise als Kaufmann, seine künstlerischen Talente unterdrücken müssen. Sein Vater hatte allerdings - im Endeffekt zu seinem Glück - kein Vertrauen in Thomas` Fähigkeiten als Unternehmenschef, vielleicht aus unternehmerischer Weitsicht und aus der Lebenserfahrung eines fest in seiner Heimatstadt und im Bürgertum verwurzelten Lübeckers. Der Verlauf der eigenen Kindheit und Jugend lässt verstehen, was ihn so empfänglich macht für die Dekadenz- Philosophie Nietzsches, die den Untergang einer Epoche altdeutscher Bourgeoisie fordert.

6.2. Der positive Gehalt der Dekadenz in den „Buddenbrooks“ durch künstlerische „Gegenmächte“

In seinem Roman schildert Thomas Mann im Zusammenhang mit dieser Philosophie Nietzsches nun auch die „Gegenmächte“[50] dieser kapitalistischen altdeutschen Bürgerlichkeit, nämlich Musik, Philosophie, Liebe, Kunst, Emotionalität.

6.2.1. Künstlerische „Gegenmächte bei den „sensiblen Helden“

Die Figuren in den „Buddenbrooks“, die sich von diesen „Gegenmächten“ angezogen fühlen, sie verwirklichen, sind zwar augenscheinlich besonders vom Verfall der Familie betroffen, verleihen dem Dekadenz-Begriff jedoch einen positiven Aspekt; denn „ihr Verfall“ bringt einen „konstruktiven Inhalt“[51] mit sich. „Die Zerstörung alter Formen ist auch der Preis für die Entstehung neuer Werte. Mit dem biologischen und gesellschaftlichen Verfall der Buddenbrooks schreitet die Entwicklung ihrer geistigen und künstlerischen Empfindsamkeit einher“[52]. Die Aussageintention Thomas Manns ist also hier klar formuliert: Die Überwindung kleinbürgerlichen Denkens gibt den Weg frei für künstlerisches Wirken. Beispiele für Handlungsträger in den Buddenbrooks, die musikalische und schauspielerische Begabungen zeigen, sind insbesondere Hanno und Christian Buddenbrook. Für diese Begabungen ist ein gewisses Potential an dem „spießbürgerlichem“ Ideal entegegengesetzten Eigenschaften wie Emotionalität, Feingefühl und Phantasie nötig. Beide zerbrechen an der Ablehnung seitens ihrer bourgeoisen Familie, an der Abneigung gegenüber dem, was ihnen ihr Leben wertvoll erscheinen lässt: ihr musikalisches (Hanno) und schauspielerisches (Christian) Talent. Das Entscheidende aber ist, dass Thomas Mann ihr Leben so darstellt, dass diese beiden Figuren dem Leser eindeutig sympathischer sind als deren gefühlslose, materiell denkende Familienmitglieder. Zudem erscheinen sie ehrlicher und authentischer. Ehrlicher, weil sie zumindest versuchen ihre Veranlagungen auszuleben, auch wenn sie dafür als „Tausendsassa“[53] abgestempelt werden und authentischer, weil sie sich nicht hinter einer Maske von scheinbarer Stärke verstecken, wie es auf Thomas Buddenbrook zutrifft. Thomas Mann benützt hier das Motiv eines „sensiblen Helden“[54]. Seine sensiblen Helden, Hanno insbesondere, zerbrechen an den hohen Anforderungen einer bürgerlichen Welt, denen sie aufgrund ihrer Veranlagungen einfach nicht gerecht werden können. Mit dem gefühlsbetonten Hanno als „Verkörperung des Künstlertums“[55] appelliert Mann an den Leser, diese Neigungen nicht autoritär zu unterdrücken, sondern zu fördern.

6.2.2. Nietzsches positives Dekadenz-Verständnis

Musikalischer Sachverstand, künstlerische Begabungen und philosophische Kompetenz kennzeichnen ja auch den Vordenker der Epoche am ausgehenden 19. Jahrhundert, Friedrich Nietzsche. Mit seinen Theorien über Dekadenz will er nicht nur bourgeoises Denken anprangern, nicht allein die materiell-kapitalistische Werteideologie des Bürgertums stürzen, sondern dieses bürgerliche Bewusstsein erweitern. Nicht allein Erwerbssinn und wirtschaftlicher Erfolg sollen die Richtschnur für das Handeln einer Gesellschaft sein, auch vermeintlich wenig nützliche Talente und Eigenschaften wie Musikalität oder andere künstlerische Begabungen sind wichtig für die Harmonie in einem Individuum. Nach Nietzsches Meinung ist nicht der künstlerisch veranlagte, vielleicht erwerbsuntüchtige Mensch dekadent, sondern das Denken in einer Gesellschaft, das keine Sensibilität für künstlerische Neigungen zulässt. Die soziale Ungerechtigkeit zu Nietzsches Zeit war Resultat eines Denkens in der bestimmenden Schicht, das den Erwerbssinn zum alleinigen angesehenen Inhalt des menschlichen Strebens erhob.

Nietzsches Intention ist es also, dass sich das materialistisch- kapitalistische gesellschaftliche Denken ändert. Er möchte durch seine Philosophie aufwecken, harmoniebringende Eigenschaften eines Menschen, wie Musikalität, Feingefühl und künstlerische Kreativität zu achten. Dieselbe Absicht verfolgt Thomas Mann, mit Nietzsche als Lehrmeister, in seinen „Buddenbrooks“. Ihrer beider Ziel ist soziale Gerechtigkeit , die Harmonie unter den Menschen zu schaffen. Doch die Vorraussetzung dazu ist die Harmonie in den einzelnen Individuen als den Bausteinen der Familien, den Bausteinen der Gesellschaft. Jede Familie, jede Gesellschaft ist so glücklich, so harmonisch, so in sich geordnet, wie den meisten Einzelmitgliedern die Chance zum Glücklichsein gegeben wird.

7.Thomas Mann lesen hilft Nietzsche verstehen

„Verstehen, das heißt: etwas Neues ausdrücken zu können in der Sprache von etwas Altem“[56]. Nietzsche zu verstehen, das heißt etwas scheinbar Neues an sich heranzulassen, etwas Neues in der Sprache von etwas scheinbar Veraltetem. Stößt man nämlich als Neuling in den Gefilden der Philosophie auf Begriffe wie Dekadenz, Askese, Ästhetizismus, so erfordert es doch eine gewisse Selbstüberwindung sich in dieses Thema einzuarbeiten. Wagt man jedoch den Balanceakt zwischen Geduld und Resignation, zwischen dem Versuch Nietzsche zu interpretieren und seine Philosophie als Ergebnis seiner fortschreitenden Demenz zu betrachten, so entwickelt man langsam Lust darauf, abstrakte Begriffe Nietzsches umzuformulieren, zu verstehen und deren Allgemeingültigkeit zu erkennen. Es ist nichts wirklich Neues, was man erfährt, wenn man sich intensiv mit Nietzsche beschäftigt, aber das Entdeckte gibt einem die Möglichkeit zu hinterfragen und auf das eigene, selbst erlebte Leben zu übertragen. Genau dies hat sicherlich auch Thomas Mann gereizt und fasziniert. Er lässt Nietzsches Gedanken nicht nur in seine Werke einfließen, sondern überträgt sie auch auf seine eigene Lebensphilosophie. Ein Beleg hierfür ist folgendes Zitat:

„Mein Nietzsche-Erlebnis bildete die Vorraussetzung einer Periode konservativen Denkens, die ich zur Kriegszeit absolvierte; zuletzt aber hatte es mich widerstandsfähig gemacht gegen alle übel-romantischen Reize, die von einer inhumanen Wertung des Verhältnisses von Leben und Geist ausgehen können und heute so vielfach ausgehen!“[57]. Es stellt wahrlich eine Herausforderung dar, Nietzsche - ohne philosophische Vorbildung - auf Anhieb verstehen zu wollen, zumal die Sekundärliteratur über ihn fast ausschließlich von philosophisch versierten Autoren verfasst wurde und somit für einen Anfänger eine erneute Schwierigkeit darstellt. Mit einem „Vermittler“, wie es Thomas Mann für mich war, gestaltet es sich aber ein wenig einfacher, das Wesentliche von Nietzsches Ideologie zu erfassen. Als Meister im Umgang mit der Sprache ist es Thomas Mann sicherlich leichter gefallen, Nietzsches Aussagen auf eine andere Sprachebene und teilweise auch Projektionsebene zu bringen. Ich hoffe, es ist mir mit Hilfe dieses sprachlichen „Mediums“ gelungen einen Einblick in das philosophische Werk Friedrich Wilhelm Nietzsches zu schaffen.

8. Anmerkungen zur Stoffbegrenzung dieser Facharbeit

Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, wenn neben Dekadenz (in positivem wie negativen Sinne) weitere Nietzsche - Themen wie Religion (als bestimmender Faktor des bürgerlichen Lebens) oder Metaphysik erörtert werden würden; zudem sind sie in ihrer Bedeutung und Tragweite in den „Buddenbrooks“ vernachlässigbar. In anderen Werken Thomas Manns liegt der philosophische Schwerpunkt auf diesen anderen Themenbereichen. Zur Entstehungszeit der Buddenbrooks allerdings war nun einmal die „fin de siÀcle“ - Stimmung vorherrschend, die auch den jungen Thomas Mann ergriffen hatte und ihn veranlasste, Dekadenz als philosophisches Leitmotiv in seinen „Buddenbrooks“ zu verarbeiten.

9.Bibliographie

Primärliteratur:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sekundärliteratur:

Verwendete Bücher:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kataloghefte zur Ausstellung “Die Buddenbrooks- ein Jahrhundertroman“

„Die „Buddenbrooks“- ein Jahrhundertroman“

Redaktion: Claudia Bahnsen, Britta Dittmann

Druck: b& w Schönkirchen

„Die Manns- eine Schriftstellerfamilie“

Redaktion: Britta Dittmann, Dorothea Grusnick

Druck: s.o.

Verwendete Internetseiten:

www.Literaturkritik.de/txt/2000-04-49.html

Literatur und Internetseiten zum Allgemeinverständnis:

www.nietzsche.de

www.tma.ethz.ch

Heinrich und Thomas Mann- Zentrum, „Heinrich und Thomas Mann- ihr Leben und Werk in Text und Bild“; Verlag graphische Werkstätten Dräger Druck, Lübeck 2001

[...]


[1] vgl. Karst Roman, S.1

[2] ebd.

[3] Karst Roman, S.14

[4] a.a.O., S.15

[5] „die Manns, eine Schriftstellerfamilie“, S.33

[6] Karst Roman, S.349

[7] vgl. „Farbe bekennen“, S.110

[8] a.a.O., S.111

[9] vgl. Brockhaus unter „Nietzsche“

[10] Brockhaus unter „Nietzsche“

[11] ebd.

[12] die „Buddenbrooks- ein Jahrhundertroman“, S.23

[13] vgl. Brockhaus unter „Ästhetik“

[14] Brockhaus unter „Nietzsche“

[15] www.Literaturkritik.de/txt/2000-04-49.html

[16] Oldenburg Interpretationen, S54

[17] Brockhaus unter „Nietzsche“

[18] ebd.

[19] ebd.

[20] Brockhaus unter „Dekadenz“

[21] Brockhaus unter „Dekadenz“

[22] Klaus Schröter, S.46

[23] Schröter Klaus, S.47.

[24] vgl. Biografische Angaben

[25] Karst Roman, S.29

[26] Vogt Jochen, S.98

[27] Vogt Jochen, S.98

[28] Vogt Jochen, S.98

[29] „Buddenbrooks“, S. 398

[30] „Buddenbrooks“, S.17

[31] a.a.O., S.268

[32] „Buddenbrooks“, S.18

[33] a.a.O., S.254

[34] ebd.

[35] ebd.

[36] a.a.O., S.612

[37] a.a.O., S.470

[38] a.a.O., S.468

[39] a.a.O., S.688

[40] „Buddenbrooks“, S.470

[41] Vogt Jochen, S.100

[42] Oldenburg Interpretationen, S.43

[43] „Buddenbrooks“, S.396

[44] ebd.

[45] a.a.O., S.512

[46] Vogt Jochen, S.101

[47] „Buddenbrooks“, S.511

[48] a.a.O., S.743

[49] a.a.O., S.758

[50] Kurzke Hermann, S.78

[51] Karst Roman, S.49

[52] Karst Roman, S.49

[53] „Buddenbrooks“, S.17

[54] Oldenburg Interpretationen, S.11

[55] ebd.

[56] Zitat Nietzsches aus: „Passauer Neue Presse“ von Weihnachten 1990

[57] Karst Roman, S.34

27 von 27 Seiten

Details

Titel
Mann, Thomas - die Buddenbrooks - Der Einfluss Nietzsches auf Thomas Mann, aufgezeigt an dessen Werk "Buddenbrooks"
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
2002
Seiten
27
Katalognummer
V108361
Dateigröße
409 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bewertung: "...Es ist ein Verdienst dieser Arbeit, dass sie auch sehr komplexe und teilweise auch komplizierte Zusammenhänge anschaulich und nachvollziehbar darstellt. ... Die Übertragung des Geagten auf das Werk Manns wird geschickt immer wieder auf die Pholosophie Nietzsches bezogen, so dass ein organisches Ganzes entsteht, in dem kein Teil in "der Luft hängt". Eine sehr informative und gut aufgebaute Arbeit, die Lust auf Mann und Nietzsche macht."
Schlagworte
Mann, Thomas, Buddenbrooks, Einfluss, Nietzsches, Werk
Arbeit zitieren
Katharina Petzi (Autor), 2002, Mann, Thomas - die Buddenbrooks - Der Einfluss Nietzsches auf Thomas Mann, aufgezeigt an dessen Werk "Buddenbrooks", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108361

Kommentare

  • Gast am 13.2.2008

    ...Ja, also es bietet sich nicht an Nietzsche über Thomas Mann verstehen zu wollen. Und die Lebensbejahung als Ergebnis Nietzsches Erkrankung zu begreifen - hm, das halte ich auch für gewagt.
    Wenn auf die Interpretation nicht zu viel Gewicht gelegt wird (oder am besten fast gar keins), dann kann man allerdings die ein oder andere Information zu Mann, Nietzsche und den Buddenbrooks herausgreifen.

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