Industrialisierung in Deutschland/England - speziell Sachsen


Referat / Aufsatz (Schule), 2002
14 Seiten, Note: 11 NP

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Inhaltsverzeichnis

K A P I T E L 1
Begriffsdefinition
Die Rolle Englands
Vorraussetzungen

K A P I T E L 2
Die Verwirklichung
speziell in Sachsen
Entwicklung neuer Technologien und ihre Durchsetzung

K A P I T E L 3
Die Eisenbahn
Metallverarbeitung und Maschinenbau
Landwirtschaft
Baumwoll - und Textilindustrie

K A P I T E L 4
Richard Hartmann
Dresdner Bank

K A P I T E L 5
Gründerkrach und die Gründerjahre
Probleme die sich ergaben
Zusammenfassung

K A P I T E L 6
Quellenangabe

Kapitel 1

Begriffsdefinition

Definiert den Begriff Industrialisierung.

Die Industrialisierung beschreibt die Umwandlung einer Agrargesellschaft in eine Industriegesellschaft. Sie ist gekennzeichnet durch schnelle Veränderungen(wie Neuentwicklung) in den Produktionstechnik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die In- dustrialisierung Europas, beginnend in Großbritannien, wurde durch die systemati- sche Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich der Güterproduktion möglich. Das Kapital, das Aktionäre durch Investoren (zumeist Banken) erhielten, wurde durch Handel beziehungsweise Eroberungen erhalten. Der Einsatz von Maschinen und neuen Techniken in der Weiterverarbeitung führte zur Massenproduktion. Mit dem Zuzug von Arbeitskräften begann eine Welle von Städtegründungen, die man bis dahin nicht ge- kannt hatte. Die Industrialisierung führte zur Auflösung der überkommenen Gesellschafts- ordnung, es entstand eine Klassengesellschaft, die vom Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit beherrscht wurde.

Die Rolle Englands

Legt einleitend die Vormacht Englands in Europa dar und zeigt dass sie die Vorreiter der Industrialisierung waren.

Die Geschichte der Industrialisierung begann in England etwa um 1770, in Deutsch- land dagegen setzt man den Beginn etwa 70 Jahre später, also um 1840 an. Die industrielle Revolution hat das Leben der Menschen von Grund auf verändert. Es gab einen radikalen Bruch mit allen bis dahin bekannten Lebensformen.

In England gab es einen schnellen Fortschritt in der Landwirtschaft. Außerdem trieb Eng- land einen ausgedehnten Handel der sich über den Nord- und Ostseeraum ausdehnte. Der englische Binnenhandel florierte, da er durch keine Zölle oder Beschränkungen behindert wurde. Dazu besaßen sie große und leicht abzubauende Kohlevorkommen. Die Insel brach- te kurze und damit kostengünstige Verkehrswege. Daraus resultierte ausreichendes Kapital, um zu investieren. Nicht zuletzt durch die Kolonien und die damit verbundenen Rohstoffe, die England besaß, musste sich Staat seine Politik nach wirtschaftlichen Interessen ausrich- ten. Früher als anderswo gab es in England eine liberale Wirtschaftsordnung mit freiem Unternehmertum, privatem Kapital und freien Lohnvereinbarungen. Der kleine Landadel, die „gentry“, verband sich vielfach durch Heirat mit den kapitalbesitzenden Händlern. Bür- ger waren in der Lage Landgüter zu erwerben, um dann in den Adelsstand erhoben zu werden, damit gab es ein wohlhabendes Bürgertum mit Fabrikanten und Händlern.

In der Mitte des 18.Jahrhunderts wurden in England die Dampfmaschine und die Spinnmaschine erfunden. Diese Entwicklungen beschleunigten das englische Wirtschaftwachstum enorm, denn mit der Dampfmaschine konnte erstmals Eisen mit Kohle und Koks geschmolzen werden, anstatt wie bisher mit Holzkohle. Die Baumwollspinnerei, besonders in Manchester, übernahm die Führung in der englischen Industrie.

Vorraussetzungen

für das erfolgreiche entwickeln eines neuen Industriestaates.

Deutschland besaß im späten 18. und beginnenden 19. Jahrhundert wesentlich un- günstigere Startbedingungen für seine industrielle Entwicklung als England. Es war in viele kleine Territorialstaaten zersplittert. Dadurch gab es Zollschranken und abweichende Maß-, Münz- und Gewichtssysteme, die außer der schlechten Infrastruktur, das wirtschaftliche Wachstum extrem hemmten. Die bürgerliche Bevölkerung war noch stark abhängig von den Gutsherren und die deutsche Gesellschaftsstruktur war noch nicht so offen wie in England. Es gab strenge Standesschranken und konservative Grundeinstellun- gen. 1798 wollte der hohe bayerische Beamte Josef von Baader auf Defizite in Technik, und fast allen Gebieten, die für eine Industrialisierung notwendig waren, verweisen

…und schrieb:

„Man muss in England gewesen sein, um sich von der demütigenden Wahrheit zu überzeugen, dass wir in diesen Fächern noch um wenigstens ein Jahrhundert hinter jenen Insulanern zurückgeblieben sind.“

Kapitel 2

Die Verwirklichung

Beschreibt chronologisch den Verlauf der Industrialisierung, wobei besonders aufden Staat eingegangen wird.

Staatliche Ansätze, eine Veränderung in der Wirtschaft und der Politik vorzunehmen, waren dringend nötig, da man sich nicht auf eine Initiative des Bürgertums verlassen könne. Zu Beginn der Industrialisierung konnte man auf den Merkantilismus zurück- greifen, der sich auf den Außenhandel und die innere Wirtschaft konzentrierte. Eine wichti- ge gesellschaftliche Vorraussetzung war die Abschaffung der feudalen Agrarverfassung und die Beseitigung der persönlichen Unfreiheit(Erbuntertänigkeit). Um 1810 wurde die Gewer- befreiheit eingeführt, nun konnten Bewohner von Stadt und Land über privates Eigentum verfügen und ihren eigenen Weg gehen. Durch die Bauernbefreiung mussten sich Bauern, mit Land oder Geld, freikaufen. Dieses Kapital konnten die Adligen nun in einen Betrieb investieren. Ein Argument für die Bauernbefreiung war die wirtschaftliche Aktivität, die sie nach sich zog. Nach Aufhebung der Zersplitterung Deutschlands durch den Rheinbund unter Napoleon und dem Deutschen Bund, wurden schon erste Erfolge sichtbar. Durch die Preußischen Reformen und die Gründung des Zollvereins, der die Aufhebung der Binnen- zölle nach sich zog, florierte die Wirtschaft in Deutschland erstmals. Von nun an konnten Güter zollfrei transportiert werden und damit war die Zeit der Eisenbahn in den deutschen Ländern gekommen. Sie war das ideale Transportmittel und es lässt sich an den Produkti- onszahlen gut ablesen, dass durch die Eisenbahn ein Vielfaches mehr produziert und weiter- verteilt werden konnte.

So wie es Leitbranchen der Industrialisierung gab, so gab es auch Leitregionen. Der weitaus größte Teil Deutschlands wurde von den neuen Entwicklungen nur indirekt beeinflusst. Dagegen wuchsen das Ruhrgebiet, Berlin, Sachsen und Oberschlesien in unerhörtem Tem- po. Aus den alten Zentren der Eisenindustrie in den Mittelgebirgen zogen Firmen in die neuen Industriestädte - so von der Eifel in die Städte an Rhein und Ruhr. Zugleich kamen aus dem früh industrialisierten Belgien ganze Unternehmen mit Firmenleitung und Ar- beitskräften nach Deutschland - ein ungemein wertvoller Beitrag zur deutschen Industriali- sierung.

…speziell in Sachsen

Die Entwicklung Sachsens im Vergleich zu England und Deutschland undBesonderheiten in ihr.

Die Industrialisierung in Sachsen lief prinzipiell genauso ab, wie in Gesamtdeutsch- land, doch es lassen sich schon früher, Anfang des 19. Jahrhunderts, Unterscheide feststellen. Am Ende des 18. Jahrhunderts, zum Beispiel, führte die Ausweitung der Textilproduktion, speziell in Sachsen zu einer Hochkonjunktur, diese erste Wirtschaftswelle, könnte man schon als Anfänge der Industrialisierung ansehen. Denn auch die Mechanisie- rung erfolgte zuerst in den Baumwollspinnereien. 1806 begünstigt Napoleon durch die Kontinentalsperre und der Ausgrenzung Englands am Handel die sächsische Textilproduk- tion noch weiter. Zwischen 1800-1830 lassen sich zahlreiche Unternehmensgründungen verfolgen. Sie zog sich vom Erzgebirge über das Vogtland. Jedoch konnte die englische Wirt- schaft, durch denn Fall der Napoleonischen Herrschaft, einen Wirtschaftsboom erleben. Durch den Wiener Kongress und den Konsequenzen, hat Sachsen über 3/5 seines Territori- ums verloren und durch den Verlust der Hälfte der Bevölkerung, auch extrem viele Arbeits- kräfte und Industriegebiete abgeben müssen. Faktoren die die Industrie begünstigten waren zum Beispiel der Übergang zum Verfassungsstaat, die Urbanisierung, das Volksschulgesetz und neue soziale Ordnungen.

Entwicklung neuer Techno- logien und ihre Durchsetzung

Der Forschungsenthusiasmus war unerschöpflich, ein wichtiger Fakt für dieschnellere und bessere Produktion in einem Industriestaat.

Eine der wichtigsten Erfindungen, die im Verlaufe dieser Weiterentwicklung zu ver- zeichnen war, war die Eisenbahn, deren Vorkämpfer Friedrich List war. Sie begüns- tigte die Wirtschaft immanent. Durch die Verlegung neuer Eisenbahnnetze war die

Nachfrage nach Arbeitern, sowie Eisenprodukte Maschinen und Eisenbahnen extrem groß. Die Dampfmaschine brachte große Vorteile, was die Weiterverarbeitung von Metallen angeht, aber auch als Kraftmaschine fand sie Einsatz. Nichts zeigt das Tempo der Industriellen Revolution so deutlich, wie die Dampfmaschine. Innerhalb von 15 Jahren verfünffachte sich die Anzahl allein in Sachsen.

Leider waren die Neuentwicklungen sehr teuer und die Fabrikanten hatten aufgrund des hohen Drucks, der durch die Wirtschaft auf ihnen lastete, nur wenig Risikobereitschaft. So kam es das zum Beispiel der mechanische Webstuhl nur sehr langsam durchgesetzt wurde und zum größten Teil immer noch eine Unmenge an Arbeitern, diese Aufgabe erledigten. Die Fabrikanten machten aufgrund der niedrigen Löhne immer noch genug Profit.

Kapitel 3

Die Eisenbahn

Revolutionierte die Güterproduktion und schuf einen neuen Absatzmarkt.

Sowohl die sächsische, als auch die Gesamteuropäische Wirtschaft verdankt ihren Auf- schwung der Erfindung der Eisenbahn. Speziell für Sachsen bedeutete sie auch, durch die führende Rolle Chemnitz’ in der Eisenbahnherstellung, einen bedeutenden Wirt- schaftszweig. Friedrich List warb leidenschaftlich für den Bau der Strecke Leipzig - Dresden als Grundlage für das deutsche Eisenbahnsystem. Die führenden Vertreter der Leipziger Handelsbourgeoisie, unter anderem Gustav Harkort, bauten mit einer Planungszeit von zwei und einer Bauzeit von drei Jahren, ohne besondere Erfahrungen, diese erste Eisenbahnstrecke. 1840 und 1847 folgten die Strecken Leipzig - Magdeburg und Leipzig - Nürnberg. Die Schienen und Eisenbahnen importierten sie aus England, da in Sachsen beziehungsweise Deutschland die Metallverarbeitung, aufgrund des Rohstoffmangels, stagnierte. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts weitete sich das Schienennetz über Teile der Oberlausitz und Bayern aus. 1870 hatte Sachsen das dichteste Eisenbahnnetz Deutschlands. Die Bedeutung erkennt man an der Vervielfachung der transportierten Güter.

Metall und Maschinenbau

Umreißt kurz die Bedeutung von Chemnitz als Zentrum des sächsischenMaschinenbaus.

ls geringer ausgebauter Zweig zur Textilindustrie entstanden, begann sich der Ma- schinenbau als profilbestimmender Wirtschaftszweig zu entwickeln. Der rasche Fort- schritt im Textilgewerbe erforderte mechanisierte Herstellung der Spinnmaschinen.

Die hohe Nachfrage nach solchen Maschinen ließ die Anzahl der Bauwerkstätten explodieren. Besonders wichtig für den Aufbau der Führungsrolle Chemnitz’ als Produzent, ist die Arbeit von Haubolt und der Sächsischen Maschinenbau-Compagnie. Diese Verbindung beschäftigte etwa 5000 Arbeiter in 24 Fabriken. Die Fabrik Richard Hartmanns( ) entwickelte sich zum leistungsfähigsten Betrieb. Sie befassten sich vorrangig mit der Produktion von Dampfkesseln, -maschinen, sowie Lokomotiven und Werkzeugmaschinen. Jedoch waren die Schwerindustrie und die Rohstoffbasis schlecht entwickelt.

Landwirtschaft

beleuchtet die Entwicklung der Landwirtschaft in Sachsen..

In der Bevölkerung herrschte, aufgrund des enormen Bevölkerungsanstiegs und der Ur- banisierung, eine hohe Nachfrage on Lebensmitteln. Jedoch verliefen die vom Staat durchgeführte Agrarreform und die Ablösung der Bauern von den Feudallasten nicht ganz reibungslos ab. Denn bis 1848 hatte sich erst 2/5 der Bauern loskaufen können. Trotz dessen, warb Theodor Reuning für eine rationelle und intensive Wirtschaftsweise. Die Erfol- ge waren deutlich - Getreide hat sich bis zu den 40er Jahren verdreifacht und die Kartoffeln vervierfacht. Damit lagen die Erträge weit über deutschem Niveau. Durch die Missernten 45/46 und der Weltwirtschaftskrise 47 wurde Sachsen besonders hart getroffen, da eng mit Weltmarkt verbundene und wenig kapitalkräftige Wirtschaft besonders krisenanfällig war und die Landwirtschaft konnte schon in normalen Zeiten die Bevölkerung nicht mit Brot- getreide versorgen. Deshalb musste Sachsen viel Getreide importieren. Teuerung und Speku- lationen trieben die Preise in die Höhe. Dazu wurde analog zu vielen anderen dt. Staaten die Ablösung der Feudallasten beendet, was in den 50er Jahren seinen Höhepunkt fand. Bauern mussten mehr als 85 Mio. Mark zahlen, weshalb viele Bauernwirtschaften mit Verschuldung in kapitalistische Zukunft gingen. Auf ¾ der landwirtschaftlichen Grundfläche dominierten mittel- und großbäuerliche Betriebe. Der Vorteil waren die großen Erträge, durch intensive, kapitalistische Landwirtschaft. 1871 war Sachsen dem Deutschland um 20 Jahre in den Pro- duktionserträgen voraus.

Baumwoll - und Textilindust- rie

Das Profil der sächsischen Wirtschaft ist durch Textilindustrie geprägt.

Durch den Wegfall der Zollgrenzen wurde Sachsen ein großer innerdeutscher Markt geöffnet. Diese Entwicklung führte zu einer Welle von Neugründungen von Spin- nereien, besonders in Chemnitz, die den Beinamen „sächsisches Manchester“, als

Pendant zu Englands Textilmetropole, bekommen hatte. Die schwierigsten Probleme waren Rohstoffabhängigkeit, schwere zeitweilige Absatzkrisen und härteste Konkurrenz durch Eng- land.

Der Aufschwung war also nur möglich durch sehr niedrige Löhne für Arbeiter. Zumeist wurden Kinder und Frauen, aufgrund ihrer Fingerfertigkeiten und der niedrigen Lohnkos- ten eingestellt. Obwohl zirka 60% aller deutschen Spinnerein in Sachsen waren, wurden diese meist mit veralteter Technik geführt. Sie basierten meistens auf Handarbeit und der Webstuhl fand langsam seinen Eingang. Doch trotz der langsamen Weiterentwicklung konnte Sachsen sich gut im Zollverein und sogar in den USA, mit seinen Waren profilieren.

Kapitel 4

Unternehmerportait:

Richard Hartmann

Am 8.November 1809 wird Richard Hartmann als Sohn eines Weißgerbers im Elsass geboren. Nachdem er eine Lehre zum Zeugschmied gemacht hatte und A 1832 seine Wanderschaft startete, gelangte er nach Chemnitz. Dort arbeitete er in verschieden Unternehmen, unter anderem auch in einer Maschinenbaustätte von Haubold, wobei er sein technisches Talent mehrfach unter Bewies stellen konnte. Er hatte keinerlei Vorbildung und fertigte trotz Werkzeuge und Kleinmaschinen an. Nach ei- ner Lokomotivausbildung in England gründet er 1837 eine Werkstatt zu Reparatur von Spinnereimaschinen. Ab 1842 war dann Alleinunternehmer und bereitet den Lokomotivbau vor. Nach anfänglichen finanziellen Problemen konnte er, dank seiner einflussreichen Be- ziehungen, ein Darlehen von 30000 Talern beziehen. Jetzt war er in der Lage die benötigten Maschinen aus England importieren zu lassen und produziert ab 1848 Lokomotiven(am 7.Februar 1848 lief seine erste Bahn, die „Glück Auf“, vom Stapel). Der Hauptabnehmer war die sächsische Staatseisenbahn

Dresdner Bank

Nachdem Jakob Kaskel 1771 eine Bank auf der Wilsdruffer Straße 44 gegründet hat, entschied sich Carl von Kaskel, sein Nachfahre, mit seinem Teilhaber Eugen Gut- mann zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Am 1. Dezember 1872 eröffneten sie ein Unternehmen mit dem Namen Dresdner Bank. Aufgrund der Konkurrenz und des Zuwachs an Fabriken legten sie den Standort auf Dresden fest.

Die Wirtschaftskrise, die in Verbindung mit dem Gründerkrach stand, war durch das unge- heure Ausmaß an Spekulationen nach der Reichsgründung entstanden. Viele Unternehmen und Banken meldeten Konkurs an. Aber die Direktoren der Bank führten sie sogar noch mit Zugewinn an Immobilien(durch Aufkaufen bankrott gehender Banken) durch dieses Ereignis. In dieser Zeit haben sie sogar ihre erste außersächsische Bank aufgekauft. Damit konnte die Geschäftsbasis deutlich vergrößert und das Geschäftsvolumen angehoben wer- den. Das anfängliche private Unternehmen hat sich zu einer der größten Banken. Deutsch- lands entwickelt und sollte es auch noch die nächsten 100 Jahre bleiben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kapitel 5

Gründerkrach und Gründer- jahre

Zeigt Gründe und Folgen in der Bewegung des zweiten drittels des 19. Jahrhun-derts auf.

Nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/1871 wurde das Deutsche Reich ge- gründet in Versailles gegründet. Natürlich folgten auch daraus für Sachsen wirt- schaftliche Vorteile, als da die bessere wirtschaftliche Gesetzgebung, die nun ver- einheitlichten Maße und Gewichte und die Restaurationszahlungen Frankreichs, in Höhe von 5 Mrd. Francs, wären. Es folgte eine überschäumende Wirtschaftseuphorie. Diesen Nachfrage- und Investitionsboom bezeichnet man als Gründerjahre und die folgenden Jahre mit Überschuldungen und Überproduktion Gründerkrach(1873). Die Folgen waren Preis- verfall, Arbeitslosigkeit und starkes Konkurrenzdenken. Um etwas gegen diese Erscheinung zu unternehmen, wurden neue Wirtschaftssektoren gebildet (elektrische beziehungsweise chemische Industrie), die Schutzzollpolitik (durch Interessenverbände) eingeführt. Die noch bestehenden Fabriken wurden von außen gemanagt keine Familienunternehmen und es wurden so genannte Syndikate, Kartelle und Interessengemeinschaften (IG) eingeführt, um die Märkte zu kontrollieren. Deutschland hat infolge des Mottos Wissenschaft als Produk- tionsfaktor - an technischen Hochschulen wurde geforscht - England in der Forschung und Technisierung hinter sich gelassen.

Probleme die sich ergaben

Zeigt Probleme in allen Breichen der Wirtschaft und Gesellschaft auf.

Das Überangebot an Arbeitskräften seit 1830 erlaubte es den Unternehmern, die Masse der Arbeiter elenden Arbeitsbedingungen auszusetzen. Die Arbeiter wurden ausgebeutet. Es wurden Hungerlöhne bezahlt. Um überleben zu können, mussten auch Frauen und Kinder arbeiten, oft zu schlechtesten Bedingungen. Es gab Arbeitszeiten von 16 bis 18 Stunden täglich. Kinder wurden bevorzugt in Bergwerken eingesetzt Gesund- heitsgefährdung am Arbeitsplatz, Unfallgefahren und menschenunwürdige Wohnverhältnis- se erhöhten das Lebensrisiko. Die Lebenserwartung der Arbeiter lag bei 40 Jahren. Die Le- benserwartung stieg zwar mit der Industrialisierung. Aber trotzdem starben die Arbeiter im Vergleich zur reichen Bevölkerung weiterhin erschreckend früh. Massenstreiks z.B. der Bergarbeiter im Jahre 1889 führten vor Augen, dass die soziale Frage gelöst werden musste.

Wirtschaftlich gesehen hatte Sachsen viele kleine Probleme, wie partikulare Absatzkrise und die Konkurrenz durch England, aber das Hauptproblem war die Rohstoffversorgung. Sach- sen hatte nur 3% der Eisenförderung aller Länder im Zollverein, Folge waren hohe Import - und Lieferkosten. Somit hatte Sachsen nicht das Potenzial für die Errichtung einer funktio- nierenden Schwerindustrie. Das Handwerksgewerbe leidete besonders unter den aufkom- menden Manufakturen und Fabriken. Sie wurden zumeist in den Ruin getrieben und arbei- teten nur noch als Tagelöhner oder sind in eine tiefer soziale Schicht gefallen. Die Gesellen führten ein oft unerträgliches Leben. Die Unterversorgung mit Lebensmitteln der Bevölke- rung darf man nicht vergessen. Die Fläche und die Bevölkerung standen in keinem Maßstab zueinander. Es fiel der sächsischen Regierung schwer Lösungsansätze zu finden.

Zusammenfassung

Die industriellen Entwicklungen in Sachsen, besonders in und um Chemnitz, sind ein Beispiel für die schnelle Weiterentwicklung der Wirtschaft in dieser Zeit. Die führende Rolle Sachsens, in der Baumwoll- und Textilindustrie(besonders das „sächsische Manchester“), sowie im Maschinenbau, die sich im Verlaufe der Revolution gebildet hat, ist unglaublich. Sie fungierten als wichtigste Kraft, die das Land dahin gebracht haben, wo es heute immer noch steht. Sachsen hat von allen Ländern Deutschlands das dichteste Krankenversicherungsnetz und der Lohn, der Arbeiter stieg, bei gleich bleibenden Lebenserhaltungskosten.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Sachsen zu modernsten und innovativsten Wirtschaftsraum ganz Deutschlands. Ein Umstand, der bis heute, im Antlitz sächsischer Städte oder wirtschaftlichen Stellenwert gleich geblieben ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kapitel 6

Quellenangabe

BÜCHER:

„Geschichte Sachsens“ von Karl Czok

„Industrielle Revolution in Sachsen“ von Hans Münch

Encarta Enzyklopädie 2002/2003

Brockhaus-Lexikon

„Geschichte Sachsens“ von Wendelin Szalai

„Erfinder Erforscher Entdecker“ von Walter Conrad

„Entdecken und Verstehen“ von, Cornelsen

„Deutschland im 19.Jh“ von Görtemaker

„Sachsen im Kaiserreich“ von S. Lässig/ H. Pohl

WEBSITES:

www.google.de

www.mdr.de

www.chemnitz.de

www.teegee.de

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Industrialisierung in Deutschland/England - speziell Sachsen
Note
11 NP
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V108376
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industrialisierung, Deutschland/England, Sachsen
Arbeit zitieren
Martin Brylski (Autor), 2002, Industrialisierung in Deutschland/England - speziell Sachsen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108376

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