Die Arbeit baut auf dem Text „Wirtschaft und Staat im Zeitalter der Globalisierung“ von Ditmar Brock1 und widmet sich unter Einbeziehung weiterer in den Endnoten angeführter Texte und persönlicher Ansichten der vergangenen Entwicklungen der Globalisierung sowie des Begriffs der Globalisierung, der Aushöhlung des Staates in seinen verschiedenen Formen in der aktuellen Gegenwart, der gewaltigen Ausdehnung der Macht der „Wirtschaft“ im Sinne der multinationalen Konzerne auf die ökonomischen Verhältnisse in den Industrie- und Entwicklungsländern, prognostiziert wahrscheinliche Entwicklungen, welcher die globale Ökonomie in Zukunft ausgesetzt sein wird und wagt einige Aspekte verschiedener Lösungs- und Fluchtwege aufzugreifen, die weisen sollen in ein Zeitalter, in dem die mit der modernen Globalisierung einhergehenden Probleme wieder beherrschbar werden.
1 Brock, Ditmar, 1997: Wirtschaft und Staat im Zeitalter der Globalisierung. Aus Politik und Zeitgeschichte B33-234/1997, S. 12 – 19
Inhaltsverzeichnis
1. Globalisierung: Was ist das?
1.1. Die Historie der Globalisierung
1.1.1. Globalisierung I: Vormoderne Globalisierung
2. Globalisierung II: Die entgrenzte Herrschaft der Ökonomie
3. Das Dilemma des Staates
4. Wege aus der Falle
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Globalisierung auf das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Staat. Dabei wird analysiert, wie multinationale Konzerne zunehmend die ökonomische Kontrolle übernehmen, welche Herausforderungen dies für den Nationalstaat bedeutet und welche Lösungswege in einer zunehmend globalisierten Welt existieren, um soziale und politische Handlungsfähigkeit zu wahren.
- Historische Entwicklung und Definition der Globalisierung
- Die Machtverschiebung zugunsten multinationaler Akteure
- Das Dilemma nationalstaatlicher Handlungsspielräume
- Strategien zur Bewältigung des globalen Wettbewerbs
- Perspektiven für eine zivile gesellschaftliche Mitgestaltung
Auszug aus dem Buch
Die entgrenzte Herrschaft der Ökonomie
Der vor kurzem verstorbene französische Soziologe und führende Globalisierungskritiker Pierre Bourdieu verdeutlicht, dass „all das, was man unter dem deskriptiven und zugleich normativen Begriff der Globalisierung fasst, keineswegs das Ergebnis zwangsläufiger ökonomischer Entwicklungen [ist], sondern einer ausgeklügelten und bewusst ins Werk gesetzten, sich ihrer verheerenden Folgen allerdings kaum bewussten Politik.“ Außerdem sei diese Politik, die sich eines Vokabulars der Freiheit, des Liberalismus, der Liberalisierung, der Deregulierung bedient, in Wirklichkeit eine Politik der Entpolitisierung und ziele paradoxerweise darauf ab, die Kräfte der Ökonomie von all ihren Fesseln zu befreien, ihnen dadurch einen fatalen Einfluss einzuräumen und die Regierungen ebenso wie die Bürger den derart von ihren Fesseln „befreiten“ Gesetzen der Ökonomie zu unterwerfen.
Bourdieu macht für die Effekte der Globalisierung nicht, wie viele hilflose Staatenlenker in den Industrienationen, unkontrollierbare und ungreifbare Gesetze der Volkswirtschaft verantwortlich, denen sich niemand entziehen könne, es sei, ganz im Gegenteil, vor allem die in den Sitzungen der großen internationalen Organisationen wie der WTO oder der Europäischen Kommission innerhalb all der „Netzwerke“ multinationaler Unternehmen entwickelte Politik, die sich auf den verschiedensten Wegen - in erster Linie juristischen - bei den liberalen oder gar sozialdemokratischen Regierungen einer ganzen Reihe von wirtschaftlich fortgeschrittenen Ländern durchgesetzt hat, was dazu geführt hat, dass diese ihre frühere Kontrolle über die Kräfte der Ökonomie Schritt für Schritt aufgegeben haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Globalisierung: Was ist das?: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und differenziert zwischen verschiedenen historischen und modernen Formen der Globalisierung, um das Verständnis für die Komplexität des Begriffs zu schärfen.
1.1. Die Historie der Globalisierung: Hier wird der historische Kontext beleuchtet, insbesondere die Rolle des Staates in früheren wirtschaftlichen Phasen.
1.1.1. Globalisierung I: Vormoderne Globalisierung: Dieser Abschnitt beschreibt den wirtschaftlichen Prozess der frühen globalen Arbeitsteilung und deren Einfluss auf die Struktur der Nationalstaaten.
2. Globalisierung II: Die entgrenzte Herrschaft der Ökonomie: Hier wird die aktuelle Dynamik global agierender Akteure untersucht, die den staatlichen Einfluss schrittweise zurückdrängt.
3. Das Dilemma des Staates: Dieses Kapitel thematisiert den zunehmenden Druck auf Nationalstaaten durch Standortkonkurrenz und die Erosion nationaler Sozialstandards.
4. Wege aus der Falle: Abschließend werden Strategien diskutiert, um durch soziale Bewegungen und politische Neuausrichtungen eine stärkere demokratische Kontrolle zurückzugewinnen.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Nationalstaat, Wirtschaft, Multinationale Konzerne, Deregulierung, Standortkonkurrenz, Soziale Bewegungen, Weltwirtschaft, Entpolitisierung, Arbeitsteilung, Kapitalismus, Standortfaktoren, Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Machtverschiebung von staatlichen Institutionen hin zu global agierenden Wirtschaftsunternehmen im Zeitalter der Globalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Strukturwandel des Staates, die Entwicklung der globalen Arbeitsteilung, die Standortkonkurrenz sowie die Rolle zivilgesellschaftlicher Bewegungen als Gegenpol.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Herausforderungen durch den globalen Wettbewerb aufzuzeigen und mögliche Lösungswege zu skizzieren, um nationale und soziale Stabilität zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer fundierten Auswertung bestehender Fachliteratur und theoretischer Ansätze (u.a. von Pierre Bourdieu und Manuel Castells) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die Beschreibung der entgrenzten Ökonomie, die Analyse der staatlichen Handlungsunfähigkeit und die Erörterung zukünftiger sozialer Bewegungsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind insbesondere Globalisierung, Nationalstaat, Standortkonkurrenz, Entpolitisierung und der Einfluss multinationaler Netzwerke.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Nationalstaates?
Der Autor sieht den Nationalstaat in einem Dilemma, da er zwischen dem Druck zur globalen Standortanpassung und der Verantwortung für soziale Sicherheit innerhalb seiner Grenzen steht.
Was schlägt der Autor konkret für Österreich vor?
Der Autor plädiert dafür, bestehende Standortvorteile (wie Ausbildung und Stabilität) zu forcieren, anstatt die Industrieproduktion künstlich zu subventionieren oder Lohnniveaus an Dritte Welt-Länder anzugleichen.
- Quote paper
- Mag. Hannes S. Auer (Author), 2003, Wirtschaft und Staat im Zeitalter der Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10840