Im Rahmen der vorgegebenen Gesamtaufgabe des Unternehmens bestimmen vor allen Dingen die Grundlagen der Absatzwirtschaft die Aufgaben der Beschaffung.
In der weitesten Fassung umfasst die Beschaffung dabei die Verfügungsgewalt über die Objekte sowie sämtlicher Aktivitäten des Transports, der Lagerung und der Entsorgung. Eine engere Fassung des Beschaffungsbegriff sieht hingegen gemäß der Einteilung in die betrieblichen Grundfunktionen Beschaffung, Produktion und Absatz, lediglich die Erlangung der Verfügungsgewalt über die Beschaffungsobjekte vor. Menge, Art, Qualität und Preise der zu beschaffenden Ware; Art der Bestellung und der Umfang der Lagerhaltung sind letztlich die wesentlichen Merkmale dieser Sichtweise.
Im allgemeinen ergeben sich daraus Aufgaben, wie:
- Information über die Bestände
- Durchführung angemessener Beschaffungsaktivitäten
- Ermittlung von Bezugsquellen
- Bestellung der nach Art und Qualität richtigen Ware zum ausgehandelten Preis in der erforderlichen Menge
- Sicherung der vorgegeben Ziele
- Bereitstellung der Ware für den Absatz.
Neben diesen allgemeinen Aufgaben kann jedes Unternehmen spezielle Aufgaben für die Beschaffung definieren. Diese könnten wie folgt lauten:
Ermittlung der auf Dauer günstigsten Bezugsquellen für die Ware, Minimierung des Einstandspreises einer Ware durch das Aushandeln von Preisnachlässen, Festlegung optimaler Bestellpunkte, Ermittlung der optimalen Bestellmenge u.ä.
Damit hat die betriebliche Beschaffungsfunktion zusammenfassend die Aufgabe den Versorgungsablauf zu erfüllen und den Bedarf an Inputfaktoren zu decken. Unter der Versorgungsfunktion ist hierbei die Versorgung des Betriebes mit allem, was zur betrieblichen Leistungserstellung benötigt wird, zu verstehen. Somit ist die Beschaffung ein Bestandteil des betrieblichen Leistungsprozesses.
Inhaltsverzeichnis
2. Aufgaben und Ziele der betrieblichen Beschaffungsorganisation
2.1. Beschaffungsaufgaben
2.2. Beschaffungsorganisation
2.3. Beschaffungsziele
3. Beschaffungsplanung
3.1. Definition
3.2. Zeitplanung
3.3. Preisplanung
3.3.1. Angemessenheit des Einstandspreises
3.3.2. Preisvergleich
3.3.3. Beschaffungspreispolitik
3.4. Mengenplanung
3.4.1. Wirtschaftliche Mengenplanung
3.4.2. Bestellhäufigkeit
3.4.3. Optimale Bestellmenge
3.5. Qualitätsbezogenes Kriterium
4. Beschaffungsprinzipien
4.1. Einzelbeschaffung
4.2. Vorratsbeschaffung
4.3. Bedeutung in der Druckindustrie
5. Beschaffungswege
5.1. Direkte Beschaffung
5.2. Indirekte Beschaffung
5.3. Beschaffung aus dem Ausland
5.4. Kooperative Beschaffung
5.5. Die Wahl des Beschaffungsweges
5.6. Praxisbeispiel: Druckindustrie
6. Outsourcing von Beschaffungsprozessen
7. Beschaffungsabwicklung
7.1. Das Angebot
7.1.1. Die Einholung des Angebotes
7.1.2. Inhalt des Angebotes
7.1.3. Rechtliche Bedeutung des Angebotes
7.2. Die Bestellung
7.3. Der Kaufvertrag
7.3.1. Zustandekommen des Kaufvertrages
7.3.2. Besondere Formen von Kaufverträgen
7.4. Die mangelhafte Erfüllung des Kaufvertrages
7.4.1. Mangelhafte Lieferung
7.4.2. Lieferungsverzug
7.4.3. Annahmeverzug
7.4.4. Zahlungsverzug
7.5. Werkvertrag und Werklieferungsvertrag
7.6. Lieferterminkontrollen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die wesentlichen Funktionen, Strategien und Prozesse des betrieblichen Beschaffungsmanagements systematisch darzustellen und deren Bedeutung für den Unternehmenserfolg zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie durch eine fundierte Beschaffungsplanung, die Wahl geeigneter Beschaffungsprinzipien und -wege sowie eine rechtssichere Abwicklung die Effizienz im Versorgungsablauf gesteigert werden kann.
- Grundlagen der Beschaffungsorganisation und strategische Zielsetzung
- Methoden der Beschaffungsplanung (Preis, Zeit, Menge und Qualität)
- Entscheidungskriterien zwischen Einzel- und Vorratsbeschaffung
- Analyse verschiedener Beschaffungswege sowie Outsourcing-Trends
- Rechtliche Grundlagen und Abwicklung von Kauf- und Werkverträgen
Auszug aus dem Buch
7.3.1. Zustandekommen des Kaufvertrages
Im dem Beispiel ist ein Kaufvertrag zustande gekommen, weil die Großhandlung Müller zu den Bedingungen des Angebots bestellt, die in ihren Inhalten übereinstimmen. Verkäufer und Käufer müssen diesen Kaufvertrag erfüllen: Der Verkäufer muss liefern, und zwar zur rechten Zeit, in der richtigen Art und Weise, an den richtigen Ort, und die Ware übereignen; der Käufer muß die ordnungsgemäß gelieferte Ware annehmen und bezahlen.
Anders sieht es allerdings aus, wenn die Bestellung von den Bedingungen des Angebotes abweicht. Verlangt der Käufer beispielsweise andere Lieferungsbedingungen, ein längeres Zahlungsziel, höhere Rabattsätze oder etwas anderes als angeboten, so kommt der Kaufvertrag erst zustande, wenn die Bestellung so vom Verkäufer angenommen und bestätigt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Aufgaben und Ziele der betrieblichen Beschaffungsorganisation: Das Kapitel definiert die Beschaffungsaufgaben im Unternehmen und erläutert die Notwendigkeit einer individuellen Organisationsform, um sowohl funktionale als auch objektorientierte Anforderungen zu erfüllen.
3. Beschaffungsplanung: Hier werden die zentralen Kriterien Preis, Zeit, Menge und Qualität detailliert beleuchtet, wobei der Fokus auf einer wirtschaftlichen Planung liegt, die beispielsweise durch die optimale Bestellmenge unterstützt wird.
4. Beschaffungsprinzipien: Dieses Kapitel vergleicht die Einzel- und Vorratsbeschaffung hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile sowie ihrer spezifischen Anwendung, unter anderem in der Druckindustrie.
5. Beschaffungswege: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der direkten und indirekten Beschaffungswege sowie der Einflussfaktoren, die bei der Auswahl des optimalen Beschaffungsweges für ein Unternehmen entscheidend sind.
6. Outsourcing von Beschaffungsprozessen: Das Kapitel analysiert den Trend zur Auslagerung von Teilprozessen der Beschaffung an spezialisierte Dienstleister zur Konzentration auf das Kerngeschäft.
7. Beschaffungsabwicklung: Dieser Abschnitt beschreibt den formalen Prozess von der Angebotsanfrage über den Kaufvertragsabschluss bis hin zur rechtlichen Behandlung von Mängeln, Verzug und Lieferterminkontrollen.
Schlüsselwörter
Beschaffungsmanagement, Beschaffungsplanung, Beschaffungsziele, Preisplanung, Mengenplanung, Einzelbeschaffung, Vorratsbeschaffung, Beschaffungswege, Kaufvertrag, Outsourcing, Beschaffungsabwicklung, Lieferverzug, Mängelrüge, Einstandspreis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die grundlegenden Aspekte des betrieblichen Beschaffungsmanagements, von der strategischen Planung bis hin zur operativen Abwicklung von Kaufverträgen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Beschaffungsplanung (Preis, Menge, Zeit), die Wahl der Beschaffungsprinzipien, die verschiedenen Beschaffungswege sowie das Outsourcing und die rechtliche Vertragsabwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, dem Leser ein strukturiertes Verständnis für die Gestaltung effizienter Beschaffungsprozesse zu vermitteln und die Kriterien für eine erfolgreiche Beschaffungsstrategie aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt einen praxisorientierten Ansatz, der theoretische Konzepte (wie die ABC-Analyse oder Optimierungsmodelle) mit konkreten Fallbeispielen, insbesondere aus der Druckindustrie, verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Planung der Beschaffung, die Entscheidung zwischen verschiedenen Bereitstellungsprinzipien und -wegen sowie die detaillierte Darstellung der rechtlichen und administrativen Kaufvertragsabwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Beschaffungsplanung, Einstandspreis, Vorratsbeschaffung, Beschaffungsmarketing, Outsourcing und Kaufvertragsrecht.
Warum spielt die Mengenplanung eine so entscheidende Rolle?
Die Mengenplanung ist entscheidend, da sie den Ausgleich zwischen den Preisvorteilen durch hohe Abnahmemengen und den Kostennachteilen durch erhöhte Lagerhaltung sowie das Risiko von Fehlmengenkosten steuern muss.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kauf- und einem Werklieferungsvertrag?
Beim Kaufvertrag steht die Lieferung einer fertigen Sache im Vordergrund, während beim Werklieferungsvertrag der Auftragnehmer verpflichtet ist, das Werk aus von ihm selbst zu beschaffenden Stoffen erst herzustellen.
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- Susann Unger (Author), 2001, Beschaffungsmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10855