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Der Einfluß der arabischen Sprache im Spanischen

Title: Der Einfluß der arabischen Sprache im Spanischen

Seminar Paper , 2002 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Emel Deyneli (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Ausgehend von der Geschichte kann man sagen, dass es kaum eine menschliche Gemeinschaft gibt, die nicht in Kontakt mit anderen Gemeinschaften tritt. Man kommt zwangsläufig durch äußere Konditionen wie Expansionsdrang und soziale Beweggründe in Kontakt mit andersgearteten Kulturen. Es entstehen Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Gemeinschaften, man profitiert voneinander.
Gegenstand dieser Arbeit ist die Untersuchung der Wechselbeziehungen auf der Iberischen Halbinsel, der sich mit der Invasion der Araber zutrug. Einen Beweis für die Herrschaft der Araber liefern uns heute die im Spanischen vorhandenen Arabismen, also spanische Wörter mit arabischem Ursprung.
Die Arbeit beschäftigt sich demzufolge mit den historischen Hintergründen, die für eine genauere Betrachtung der Arabismen von Relevanz sind. Die sprachliche und historische Entwicklung der Arabismen, deren Aufstieg und Fall, soll im Laufe der Arbeit erarbeitet werden.
Ferner gilt für eine weitergehende Betrachtung auf sprachlicher Ebene der Ansatzpunkt, dass die damaligen sprachlichen Gegebenheiten auf der Iberischen Halbinsel aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht werden sollen. Dies geschieht zum einen mit der Darstellung der verschiedenen sozialen Gruppierungen und deren sprachliche Konstitution. Zum anderen werden für die Intensität der Arabismen relevante Kriterien herangezogen. Maßgebend für die Entwicklung der Arabismen sind zudem die vielseitigen Wechselbeziehungen zwischen Arabern und Einheimischen.
Zur Illustration der Intensität der Arabismen werden verschiedene Arabismen aus unterschiedlichsten Bereichen angeführt, wobei diese alerdings nur begrenzt dargestellt werden können. Zum Abschluß wird versucht, einen kurzen Einblick in die derzeitige sprachliche Situation der Arabismen in Spanien zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Die Invasion der Araber und die Reconquista

2. Die sprachliche Situation in Al-Andalus

2.1 Das Arabische

2.2 Das Mozarabische

2.3 Der arabisch-romanische Sprachkontakt

3. Die Intensität der Arabisierung

3.1 Iberoromanische Wörter im Arabischen

3.2 Die arabische Dichtung

3.3 Die Arabismen

4. Schlußbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und sprachlichen Wechselbeziehungen zwischen der arabischen und der romanischen Kultur auf der Iberischen Halbinsel, um den Einfluss des Arabischen auf das Spanische anhand von Arabismen nachzuvollziehen. Dabei wird analysiert, wie soziokulturelle Faktoren und Bilingualismus zur Integration arabischer Begriffe in den spanischen Wortschatz führten.

  • Historischer Kontext der arabischen Invasion und der Reconquista
  • Sprachliche Situation in Al-Andalus und das Phänomen des Bilingualismus
  • Strukturelle Analyse der arabischen Sprache im Vergleich zum Romanischen
  • Identifikation und Kategorisierung von Arabismen in verschiedenen Fachbereichen
  • Kulturelle Durchdringung als treibende Kraft für sprachliche Entlehnungen

Auszug aus dem Buch

2.3 Der arabisch-romanische Sprachkontakt

Die meisten Menschen in Al-Andalus – etwa 5-6 Millionen – waren Einheimische. Infolge der Eroberung und der Zeit danach kamen etwa 50 000 Araber auf die Iberische Halbinsel. Es wohnten Menschen verschiedener Religionen, Rassen und Sprachen beieinander. Es gab Muslime, Juden, Christen, Berber, Araber, Romanen und Sklaven aus verschiedenen Ländern. Nach der Eroberung der Iberischen Halbinsel durch die Araber konvertierten viele Einheimische zum Islam und wurden Muladíes genannt. Die, die christlich blieben, wurden Mozárabes genannt.

Kontzi erläutert den Begriff des Mozarabischen wie folgt:

In erster Linie bezeichnet man damit die in Al-Andalus lebenden Christen. Zum anderen ist mozarabisch auch ein sprachgeschichtlicher Begriff, der zur Bezeichnung der romanischen Mundart im Bereich des muslimischen Hispanien dient. Diese Sprache wird aber nicht nur von den Christen in Al-Andalus verwendet, sondern auch von den Muladíes [zum Islam konvertierte Einheimische] und z. T. sogar von den Arabern. Mozarabisch nennt man auch den Kunststil der Christen in Al-Andalus.

Anhand dieses Zitates macht Kontzi ebenfalls deutlich, dass sowohl die Mozaraber als auch die Araber bilingual waren. Da die Sprachen unterschiedliche Funktionen erfüllten, spricht Kiesler hier von einer Diglossie bzw. Triglossie: Zumindest die gebildeten Schichten waren dreisprachig. Sie beherrschten das klassische Arabisch, die arabische Umgangssprache (Hispano-Arabisch) und das Mozarabische. Der Großteil der Bevölkerung war zweisprachig, „fast jeder Bewohner des Landes konnte Arabisch und Mozarabisch. Auch die Juden verwendeten diese beiden Sprachen.“ Gustav Ineichen fügt zu diesem Bilingualismus hinzu:

In den Bereichen der Halbinsel, in denen sich eine maurisch-romanische Symbiose herausbilden konnte, etablierte sich offenbar ein umgangssprachlicher, religiös nicht diskriminierender volkssprachlicher Bilingualismus. Die Romanen behielten ihren romanisch-mozarabischen Dialekt auch dann, wenn sie konvertierten, kannten jedoch auch den Umgang mit dem Arabischen. Die maurische Bevölkerung verständigte sich nach Bedarf auch auf romanisch, so daß praktisch beide Volksgruppen zweisprachig waren [...].

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit erläutert die Zielsetzung, die historischen Wechselwirkungen auf der Iberischen Halbinsel zu untersuchen und den Einfluss der arabischen Sprache auf das Spanische nachzuweisen.

1.Die Invasion der Araber und die Reconquista: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss der muslimischen Eroberung ab 711 sowie des langwierigen Prozesses der christlichen Rückeroberung bis zur Vertreibung der Araber.

2. Die sprachliche Situation in Al-Andalus: Hier werden das Arabische als semitische Sprache, das Mozarabische als Dialektgruppe und die komplexe Dynamik des arabisch-romanischen Sprachkontakts analysiert.

3. Die Intensität der Arabisierung: Dieses Kapitel belegt den kulturellen und sprachlichen Austausch durch Beispiele aus der Dichtung, der Verwaltung, der Wissenschaft, der Agrikultur sowie der Toponymie.

4. Schlußbemerkungen: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei das Prestige der arabischen Kultur und der weit verbreitete Bilingualismus als Hauptfaktoren für die Entstehung der Arabismen identifiziert werden.

Schlüsselwörter

Arabismen, Iberische Halbinsel, Al-Andalus, Sprachkontakt, Bilingualismus, Reconquista, Mozarabisch, Arabische Sprache, Romanische Sprachen, Sprachgeschichte, Kulturaustausch, Sprachwissenschaft, Lehnwörter, Diglossie, Hispanistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den sprachgeschichtlichen Einfluss des Arabischen auf das Spanische während und nach der Zeit der muslimischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Reconquista, die soziolinguistische Situation in Al-Andalus, das Phänomen des Bilingualismus sowie die lexikalische Entlehnung arabischer Begriffe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Aufstieg und die Bedeutung der Arabismen im Spanischen sowie deren Integration in verschiedene gesellschaftliche und fachliche Bereiche zu dokumentieren und zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die unter Heranziehung von Fachliteratur und historischen Quellen die sprachlichen Spuren der arabisch-romanischen Symbiose untersucht.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Hintergründe, die Eigenheiten des Arabischen und Mozarabischen, den Sprachkontakt sowie konkrete Arabismen aus Bereichen wie Verwaltung, Wissenschaft, Agrikultur und Toponymie.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Arabismen, Sprachkontakt, Bilingualismus, Al-Andalus und Iberische Halbinsel.

Welche Rolle spielt die "Jarcha" in der arabisch-romanischen Dichtung?

Die Jarcha fungiert als sprachliches Bindeglied, da sie arabische und romanische Elemente in einer gemeinsamen Strophenform vereint und somit die gelebte Symbiose der Kulturen illustriert.

Warum konnten sich arabische Lehnwörter trotz der Reconquista im Spanischen halten?

Viele Begriffe waren fest mit der arabischen Sachkultur verknüpft, die als überlegen wahrgenommen wurde, und überdauerten als Fachbegriffe in Bereichen wie der Verwaltung oder der Landwirtschaft.

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Details

Title
Der Einfluß der arabischen Sprache im Spanischen
College
University of Marburg  (Romanistik)
Course
PS: Die Sprachgeographie der Iberischen Halbinsel
Grade
2
Author
Emel Deyneli (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V10862
ISBN (eBook)
9783638171755
ISBN (Book)
9783638777407
Language
German
Tags
Arabismen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Emel Deyneli (Author), 2002, Der Einfluß der arabischen Sprache im Spanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10862
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