Die Entwicklung und Bedeutung der USA als Weltmacht von 1917 bis 1933


Facharbeit (Schule), 2004
13 Seiten

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Gliederung

1. Einleitung Seite

2. Der Erste Weltkrieg Seite
2.1 Das politische Verhalten der USA bis zum Kriegseintritt Seite
2.2 Die amerikanische Wirtschaft nach Eintritt in den Ersten Weltkrieg Seite

3. Amerikas Pläne zur Friedenssicherung Seite
3.1 Wilsons „Vierzehn Punkte“ Seite
3.2 Der Völkerbund Seite

4. Die Nachkriegsphase in den USA bis 1933 Seite
4.1. Die Golden Zwanziger Seite
4.2. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die USA Seite
4.3. Die Lösung der Probleme – Der „New Deal“ Seite

5. Resümee Seite

6. Anhang Seite

1. Einleitung

Als am 14. Mai 1607 die erste nichtindianische Siedlung namens Jamestown im heutigen Bundesstaat Virginia gegründet wurde, gab es auf dem jetzigen Territorium der Vereinigten Staaten von Amerika lediglich ca. 3 Millionen Einwohner. Heute leben in den USA etwa 278 Millionen Menschen. Bei einer Fläche von 9.626.047 km² entspricht dies einer Bevölkerungsdichte von 29 Einwohnern/km².

Aus den ehemaligen Indianergebieten und späteren Kolonien Frankreichs und Englands hat sich die gegenwärtig bedeutendste Wirtschaftsnation der Erde entwickelt. Die USA nehmen in der Weltpolitik eine dominierende Stellung ein und stehen heute für viele Menschen als Symbol von Freiheit, Demokratie, Macht, Wohlstand, Zusammenhalt, Fortschritt und Stärke.

Verglichen wird diese Entwicklung oft mit der des Römischen Reiches vor 2.000 Jahren.

Doch wie kam es dazu, dass aus diesem (aus europäischer Sicht) erst sehr spät entdeckten Erdteil eine so dominante und bedeutende Nation wurde; dass dort Menschen nahezu aller Völker und Rassen der Erde leben wollen, die aus ihren Ländern flüchten und immigrieren? Wie konnte aus diesem einst so unbedeutenden Land die derzeit wichtigste Industrie- und Handelsnation unseres Planeten entstehen? Wann wurden die Grundlagen dafür geschaffen bzw. welche Umstände führten zum Aufstieg zur derzeit alles dominierenden Weltmacht?

Mit dieser Frage habe ich mich in meiner Hausarbeit befasst, wobei ich mich auf den Zeitraum von 1917 bis 1933 konzentriert habe.

2. Der Erste Weltkrieg

2.1 Das politische Verhalten der USA bis zum Kriegseintritt

Als die Balkankrise im August 1914 zum europäischen Hegemonial-Krieg eskalierte, erklärte der 28. Präsident der Vereinigten Staaten, Thomas Woodrow Wilson (Liste aller amerikanischen Präsidenten von 1917–1933 im Anhang), die Neutralität der USA und bat die Bevölkerung, sich unparteiisch zu verhalten. Denn es galt, Auseinandersetzungen zwischen Sympathisanten der Mittelmächte (Deutschland, Österreich-Ungarn, Türkei und Bulgarien) und den in erster Linie deutsch- und irischstämmiger Amerikanern und Anhängern der Westmächte (England und Frankreich, auch „Entente“ genannt) zu verhindern. Damit setzte er die außenpolitische Tradition seit Georg Washington fort. Wilson stand den Westmächten gefühlsmäßig und ideologisch näher als dem Deutschen Reich, das aus seiner Sicht Autokratie und Militarismus verkörperte und das europäische Mächtegleichgewicht zerstören wollte. Auch aus ökonomischen Gründen sprach alles für die Bevorzugung der Nationen der Entente, denn Großbritannien war nicht nur während der Friedenszeit ein wichtiger Handelspartner und Investor Amerikas. Auch nach Kriegsbeginn kaufte England viele Lebensmittel, Waffen und Munition in den USA ein. Andererseits gefährdete eine Kriegsbeteiligung Wilsons Reformprogramm. Wilson kannte die Stimmung der meisten Amerikaner, die Angst davor hatten, in den Kampf der imperialistischen Mächte hinein gezogen zu werden. Deshalb verhielt er sich keineswegs „anti-deutsch“ oder „pro-Entente“, sondern konzentrierte sich auf die amerikanischen Interessen und seine Wiederwahlsaussichten. An dieser Grundeinstellung änderte sich auch nichts nach dem schweren „Lusitania“-Zwischenfall, bei dem am 7. Ami 1915 ein deutsches U-Boot einen britischen Luxusdampfer auf der Rückfahrt von New York vor der irischen Küste versenkte und die Leben von 1200 Menschen, darunter 128 Amerikaner, kostete (Bild der New York Times im Anhang). Außerdem befand sich an Bord der Lusitania Gewehrmunition für England. Als die Regierung des Deutschen Reiches nach diesem Zwischenfall allerdings Zugeständnisse machte und im Mai 1916 den uneingeschränkten U-Bootkrieg einstellte, stabilisierten sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen wieder. [vgl. 1]

Nach seinem Wahlsieg im November 1916 über den Republikaner Charles Evans Hughes warb Wilson erneut für einen „Frieden ohne Sieg“ und forderte die kriegsführenden Nationen dazu auf, ihre Bedingungen bekannt zugeben. Doch die hinhaltende Taktik, mit der das deutsche Reich auf diese Friedensvermittlungen reagierte, sollte zu einer Entwicklung führen, die mit dem Eintritt der USA in diesen Krieg endete.

Als das deutsche Reich den U-Bootkrieg wieder aufnahm, brach Präsident Wilson alle diplomatischen Beziehungen zu Berlin ab, scheute aber immer noch vor einer direkten Kriegsbeteiligung zurück. Den entgültigen Stimmungsumschwung jedoch rief die Veröffentlichung des so genannten „Zimmermann-Telegramms“ hervor, ein Telegramm, das der deutsche Staatssekretär, Artur Zimmermann“ am 19. Januar 1917 an die deutsche Botschaft in Mexiko schickte. Darin wies Zimmermann den deutschen Botschafter an, dem mexikanischen Präsidenten ein Bündnis gegen die USA vorzuschlagen, in das möglichst auch Japan mit einbezogen werden sollte. Diese Nachricht wurde jedoch von dem englischen Geheimdienst abgefangen und entschlüsselt. Als dann auch noch deutsche U-Boote mehrere amerikanische Schiffe versenkten, erklärten die Vereinigten Staaten von Amerika am 6. April 1917 dem deutschen Reich schließlich den Krieg. [vgl. 2]

2.2 Die amerikanische Wirtschaft nach Eintritt in den Ersten Weltkrieg

So schwer sich die Amerikaner mit der Entscheidung in den Krieg einzugreifen taten, so intensiver und verbissener mobilisierten sie ihre menschlichen und materiellen Ressourcen. Die ökonomische Mobilisierung fiel ihnen nicht sehr schwer, da die Vereinigten Staaten über genug Produktionsreserven verfügten, um sowohl den militärischen Bedarf wie auch den menschlichen Konsum zu befriedigen. Selbst unter Einschluss der Lieferungen an die Verbündeten entfielen auf dem Höhepunkt der Produktion nur ein Viertel der gesamten Erzeugnisse auf die Kriegsführung. Eine Zwangs- oder Mangelproduktion, wie es die meisten kriegsbeteiligten Länder erfuhren, gab es in den USA nicht.

Um Arbeitskämpfe zu vermeiden, richtete die Regierung den „National War Labor Bord“ als Vermittlungsbehörde ein und drängte die Unternehmen, die Löhne zu erhöhen und die Gewerkschaftsverbände als Tarifparten anzuerkennen.

Doch die wirtschaftliche Mobilisierung ging keineswegs reibungslos vonstatten, denn es gab Fehlplanungen sowie Kompetenz- und Koordinationsmängel. Noch bevor die Rüstungsmaschinerie auf volle Touren kam, war im Oktober 1918 der Krieg beendet. Der Verteidigungshaushalt, der 1916 gerade mal 305 Millionen Dollar betrug, erreichte erst im Jahre 1919 seinen Höchststand mit 13,5 Milliarden Dollar. Trotz allem erzielten die Amerikaner eine eindrucksvolle volkswirtschaftliche Leistung. Sie finanzierten nicht nur ihre eigenen Kriegskosten sondern auch den Großteil der europäischen Verbündeten. Gesamtwirtschaftlich gesehen bewirkte der Krieg einen Wachstumsschub, der das Bruttosozialprodukt von 40 Milliarden (im Jahre 1914) auf 90 Milliarden Dollar (im Jahre 1920) steigen ließ. [vgl. 3]

3. Amerikas Pläne zur Friedenssicherung

3.1 Wilsons „Vierzehn Punkte“

Woodrow Wilson betrieb im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger eine liberalere und weniger aggressive Außenpolitik und er wünschte, dass sich die amerikanische Nation unter seiner Führung für Weltfrieden, Rüstungsbeschränkung und schiedsgerichtliche Lösungen einsetzte. Als Konsequenz daraus formulierte Wilson am 8. Januar 1918 vor dem Kongress die Kriegsziele der USA, die als ,,Vierzehn Punkte" oder auch „Wilson-Deklaration“ in die Geschichte eingingen. Sie betrafen unter anderem die Freiheit der Meere bei Krieg und Frieden, die internationale Abrüstung, die Beseitigung der Handelsbarrieren und das Hauptziel von Wilson, die Gründung eines Völkerbundes (alle 14. Punkte im Anhang).

Die Alliierten nahmen die Vierzehn Punkte zunächst wohlwollend auf, die Mittelmächte lehnten sie jedoch ab. Als sich für Deutschland aber die Aussichtslosigkeit eines Siegfriedens abzeichnete, suchte es auf der Grundlage der Vierzehn Punkte bei den Alliierten um Frieden nach, um harte Friedensbedingungen und hohe Reparationen zu vermeiden. Diese erklärten sich allerdings erst nach erheblichen Modifikationen dazu bereit, die Vierzehn Punkte als Basis für einen Waffenstillstand und für Friedensverhandlungen zu akzeptieren. Wilsons 14. und für ihn wichtigster Punkt wurde schließlich in der Gründung des Völkerbunds verwirklicht, der als Ergebnis der Pariser Friedenskonferenz von 1919 gegründet wurde. [vgl. 4]

3.2 Der Völkerbund

Woodrow Wilson, der damalige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika veröffentlichte am 8. Januar 1918 sein als ,,Die 14 Punkte" bekannt gewordenes Friedensprogramm. Dieses Friedensprogramm wird als der Anstoß zur Gründung des Völkerbundes angesehen. Besonders deutlich wird sein Gedanke an solch eine Organisation im letzten seiner 14 Punkte:

,,14. Ein allgemeiner Verband der Nationen muss gegründet werden mit besonderen Verträgen zum Zwecke gegenseitiger Bürgschaften für die politische Unabhängigkeit und die territoriale Unverletzbarkeit der kleinen sowohl wie der großen Staaten."

Diese Forderung nach einer internationalen Gemeinschaft konnte auf der im Januar 1919 beginnenden Pariser Friedenskonferenz erfolgreich umgesetzt werden. 32 Nationen nahmen an dieser Konferenz teil.

Die Satzung für den neuen Völkerbund, die insgesamt aus 26 Artikeln bestand, wurde am 28. April 1919 durch die Vollversammlung der Versailler Friedenskonferenz angenommen. Am 28. Juni 1919, also zwei Monate nach Annahme der Satzung, erfolgte dann deren Unterzeichnung durch die Gründerstaaten, die gleichzeitig auch Unterzeichnerstaaten des Versailler Friedensvertrages waren. [vgl. 5]

Durch die Zustimmung der Länder zum Versailler Vertrag und gleichzeitig zur Gründung des Völkerbundes konnte gewährleistet werden, dass Sieger- als auch Verliererstaaten auf dem Grundsatz einer friedlichen internationalen Beziehung zusammenleben konnten. Zu den Mitgliedern zählten alle Siegermächte des Krieges bis auf Amerika. Außerdem kamen noch 13 neutrale Staaten hinzu. Während Österreich dem Völkerbund 1920 beitreten durfte, blieb dem Deutschen Reich als ebenfalls besiegtem Land der Zugang zum Völkerbund vorerst verwehrt. Erst 1926 konnte es dank der Verständigungspolitik von Außenminister Gustav Stresemann die Mitgliedschaft mit ständigem Sitz im Völkerbundrat antreten (Liste alle Staaten die dem Völkerbund je beitraten im Anhang). Am 10 Januar 1920 nahm der Völkerbund offiziell zum ersten Mal die Arbeit in Genf, dem Sitz des Völkerbundes, auf. Die erste Völkerbundsversammlung erfolgte im November 1920. Der amerikanische Präsident Wilson war natürlich für einen Eintritt der USA in den Völkerbund. Die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit wurde ihm im Kongress dafür jedoch verweigert. Wilsons Gegner stützten sich dabei auf der Behauptung, dass bei einem Eintritt der USA in den Bund Europa mehr Einfluss auf die USA bekommen würde. Außerdem wurde befürchtet, dass durch das Recht des Völkerbunds bei Verstößen eines Landes gemeinsam gegen dieses Land vorzugehen, sich dann auch die USA dem Willen des Völkerbundes zu beugen hätten und so die eigene Souveränität nicht mehr gewährleistet wäre. Hinzu kam, dass viele Amerikaner enttäuscht darüber waren, dass Wilson auf den Pariser Friedenskongressen so viele seiner 14 Punkte nicht durchsetzen konnte. Deshalb gab man dem Völkerbund auch keine großen Chancen. [vgl. 3]

4. Die Nachkriegsphase in den USA bis 1933

4.1 Die Goldenen Zwanziger

Der Erste Weltkrieg hat die USA im Gegensatz zu den europäischen Großmächten wirtschaftlich nicht geschädigt. Deshalb entwickelte sich hier nach der Umstellung von der Kriegs- auf die Friedenswirtschaft seit etwa 1922 ein gewaltiger Wirtschaftsumschwung, der auf einer gewaltigen Ausweitung der Konsumgüterindustrie beruhte. Grundlage für diesen Wirtschaftsboom war die moderne Fabrikation von Massengütern, die der Rationalisierung viele Möglichkeiten bot. Das um die Jahrhundertwende entwickelte wissenschaftliche Betriebsmanagement, sowie das bereits 1914 eingeführte Fließband trugen entscheidend zur Steigerung der industriellen Produktivi­tät bei. Die Verwendung von Aluminium und neuen Kunststoffen, sowie der vielfältig einsetz­bare Elektromotor deckten diesen Produktivitätsschub. Zur gleichen Zeit expandierte die Bauindustrie, da in den Ballungszentren eine Fülle neuer Bürogebäude und Fabriken infolge dieser massiven Produktionsausweitung entstanden. [vgl. 1]

Daneben nahm die Automobilindustrie mit ihren Zuliefererbetrieben gewaltige Ausmaße an. Betrug die Zahl der Kraftfahrzeuge 1923 noch 15 Millionen, so stieg sie in nur sechs Jahren auf 26 Millionen an (Bild im Anhang). Damit kam in den USA bereits 1929 auf fünf Einwohner ein Auto. Dieser steile Wirtschaftsboom, der erstmals der ganzen amerikanischen Gesellschaft Massenwohlstand bescherte, vollzog sich unter den republikanischen Präsidenten Warren Harding (1921-1923) und Calvin Coolidge (1923-1929) weitgehend ohne staatliche Eingriffe unter dem Ein­fluss des "Big Business".

Das Auto veränderte die Lebensgewohnheiten der amerikanischen Bevölkerung zusehends, denn es steigerte die Mobilität erheblich. Besser Verdienende verlegten ihren Wohnsitz aus den Innenstädten der großen Wirt­schaftsmetropolen in die Vororte und Satellitenstädte. Sozial benachteiligte zogen, unter ihnen vor allem Farbige, in die Innenstädte ein und übernahmen die freigewordenen Wohnhäuser. Die hohen Bodenpreise in den Großstädten zwangen die Geschäftsleute zum Bau von Wolkenkratzern (Bild im Anhang). Sie waren das Symbol für die Leistungsfähigkeit und das Selbst­bewusstsein einer modernen, am Erfolg orientierten Gesellschaft. Elektrisches Licht, Radio, Telefon, Kino, Kühlschränke oder Staubsauger revolutionierten den Alltag. Sie galten in Europa als beneideter Erfolg der amerikanischen Gesellschaft. Die Ernährungsweisen änderten sich durch verbesserte Transportmöglichkeiten und neue Konservierungsmethoden. Da Massenkonsumgüter in den zwanziger Jahren spürbar billiger wurden, waren sie auch den einfachen Arbeiterfamilien zugänglich. Bei knappem Geld blieb ih­nen immer noch der Weg über das Abzahlungsgeschäft. Ungefähr zwei Drittel aller Autos und Haushaltsgegenstände wurden damals auf Raten gekauft. Man gewöhnte sich an diese Art der Verschuldung und betrachtete sie kaum noch (wie vordem üblich) als Schande. [vgl. 6]

4.2 Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die USA

Die anhaltende Prosperität der zwanziger Jahre verleitete die Amerikaner zunehmend zu Investitionen im Spekulationsgeschäft. Allein zwischen 1927 und 1929 verdoppelten sich die Aktienkur­se an der Wall Street, der US-Amerikanischen Börse, wobei in den ersten sechs Monaten der Regierung Hoover 1929 die größten Kurssteigerungen zu verzeichnen waren. In diesem Zeitraum wurden Milliarden US -Dollar im Aktienmarkt investiert. Das Kapital dafür kam aus Bankkrediten, Hypotheken oder dem Verkauf von Staatsobligationen wie den Liberty-Bonds. Allein im August 1929 handel­ten die Aktienhändler für ihre Kunden mit rund 300 Millionen Aktien. Im Oktober 1929 hatte sich dieser Kaufrausch jedoch erschöpft und schlug nun in eine fieberhafte Verkaufswelle um. Die Kurse stürzten steil ab, die Masse der Anleger verlor ihr gesamtes Vermögen. Am 25. Oktober 1929, dem so genannten Schwarzen Freitag, erlebte die Wall Street ihre verheerendste Panikverkaufswelle (Bilder im Anhang). Bis zum Jahresende beliefen sich die Kursstürze auf die unglaubliche Summe von 15 Milliarden US­-Dollar. [vgl. 1]

Dieser Börsencrash leitete eine Wirtschaftskrise ein die nicht nur die USA erfasste, sondern zur Weltwirtschaftskrise auswuchs (Bild im Anhang). Zahlreiche Fabriken mussten schließen. Die Industrieproduktion und das Bruttosozialprodukt der USA sanken von 1929 bis 1932 um die Hälfte, viele Banken brachen zusammen und gingen Konkurs. Besonders schwer traf es den landwirtschaftlichen Sektor, denn viele Farmer waren nun hoch verschuldet und mussten ihre Höfe aufgeben. Erschreckend waren die sozialen Folgen dieser "Großen Depression". Die Arbeitslosenzahl stieg bis 1933 auf fast 15 Millionen (Bild im Anhang). Da es in den USA keine staatliche Sozialversicherung gab, standen die öffentlichen Fürsorgeeinrichtungen der Massenarbeitslosigkeit hilflos gegenüber. In weiten Teilen des Landes breite sich eine Hungers­not aus und viele Amerikaner ernährten sich von Abfällen oder standen vor der Suppenkü­che Schlange. Viele amerikanische Familien verloren ihre Wohnungen oder auf Kredit er­worbene Eigenheime und wurden obdachlos oder kamen in sogenannten "Hoovervilles" un­ter (Bilder im Anhang).

Die Krise verschärfte sich bis 1932 unaufhaltsam und die Regierung Hoover tat wenig, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Sie vertraute vielmehr auf die Selbstheilungskräfte des Marktes. In Folge dessen unterlag Hoover bei den Präsidentschaftswahlen klar gegen seinen demokratischen Her­ausforderer Franklin D. Roosevelt, der versprach, die Vereinigten Staaten von Ame­rika mit seinem "New Deal" aus dieser Krise herauszuholen. [vgl. 7]

4.3 Die Lösung der Probleme – Der „New Deal“

Roosevelts überwältigender Wahlsieg von 1932 eröffnete unter dem Druck der bislang schwersten Wirtschaftskrise in den USA den Weg für eine Gesetzesflut im Jahr 1933. Das Bankenkrisengesetz führte erstmals Bankinspektionen durch Bundesbehörden ein; vor dem Hintergrund zahlreicher Bankzusammenbrüche trug es zur Wiederherstellung des Vertrauens der Öffentlichkeit in das amerikanische Bankensystem bei. Ein zweites Bankengesetz schrieb strengere Richtlinien vor und schloss eine Einlegerversicherung über eine eigens hierzu gegründete Bundesgesellschaft ein. Zwei weitere Gesetze, eines von 1933, das andere von 1934, enthielten genaue Bestimmungen für den Wertpapiermarkt, den die neue Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) zu überwachen hatte. Andere Gesetze bezogen sich auf die Wohnungsfrage. Sie gewährten Hypothekenbeihilfen für Farmer und Hausbesitzer, indem die Bundesbehörde für Wohnungswesen Kreditgarantien für Hauskäufer gab. Eine Bundesbehörde für Sozialhilfe, die Federal Relief Administration, stockte bereits bestehende Hilfsfonds der Einzelstaaten auf. Das Zivile Aufbaukorps, Civilian Conservation Corps (CCC), bot schließlich Arbeitsbeschaffungsprogramme für junge Männer im Rahmen einer Art paramilitärischen Arbeitsdienstes an. Der US-Kongress gründete die Tennessee Valley Authority (TVA) als Entwicklungsbehörde für das gesamte Einzugsgebiet des Tennessee.

Die bedeutendsten Gesetzeswerke von 1933 betrafen zentrale Wirtschaftsbereiche. Der US-Kongress verabschiedete nach einem Jahrzehnt parlamentarischen Kampfes 1933 ein komplexes neues Farmgesetz, das so genannte Landwirtschaftliche Ausgleichsgesetz, welches die Anhebung der Preise für landwirtschaftliche Produkte regelte. Der National Industrial Recovery Act (NIRA, Nationales Gesetz zum Industrieaufschwung) war das revolutionärste Werk des frühen New Deal. Es bestand aus zwei Aufbauprogrammen: einem staatlichen Arbeitsbeschaffungsprogramm, das unter der Aufsicht der Public Works Administration stand und einem Programm zur Regulierung der US-Wirtschaft und zur Sicherung des fairen Wettbewerbs. Eine Nationale Aufbaubehörde (National Recovery Administration, NRA) verabschiedete ein Bündel wettbewerbsorientierter Regelwerke für jede Industriebranche und überwachte deren Einhaltung. [vgl. 8]

5. Resümee

Der Drang zur Großmacht hat die Geschichte der USA seit Ihren Anfängen entscheidend mitbestimmt. Kontinuierlich erfolgte die Ausweitung des eigenen Territoriums. Als Beispiele seien hier nur kurz die Einverleibung der Westgebiete wie Kalifornien, Texas oder New Mexikos genannt und sie gipfelte schließlich im Kauf von Alaska im Jahr 1867. Allein durch die nun erreichte Größe mit all seinen Ressourcen an Menschen, landwirtschaftlichen Nutzflächen und Bodenschätzen wie beispielsweise Öl, stellte sich aus damaliger imperialistischer Sicht dieser Anspruch. Auch der Aufstieg der Vereinigten Staaten zur Handelsnation, England verlor seine Führungsposition im Pazifikhandel allmählich an die USA mit ihrer modernen und zunehmend an Stärke gewinnenden Flotte, ist an dieser Stelle notwendigerweise zu erwähnen. Somit waren national wie auch international für die damaligen Verhältnisse notwendigen Grundlagen für eine zur Weltmacht aufstrebenden Nation gelegt.

Wenn man dann bedenkt, dass der Wirtschaft 1913 eine ernst zunehmende Rezession drohte, kam der Erste Weltkrieg gerade zum richtigen Zeitpunkt. Die Blockademaßnahmen der Krieg führenden Mächte benachteiligten den amerikanischen Seehandel anfänglich zwar schwer, durch die Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zu den Alliierten konnten die Amerikaner ihre Wirtschaft ankurbeln, in dem sie die Alliierten mit Kriegsmaterial und Lebensmittelbelieferten. Da sich die Vereinigten Staaten, wie oben bereits erwähnt, mittlerweile zu einem Handelsimperium (Seehandel) entwickelt haben, war auch die Logistik kein Problem.

Während die europäischen Großmächte durch die massiven menschlichen und materiellen Verluste geschwächt aus diesem Krieg hervorgingen, hatten die USA bedingt durch ihren späten Kriegseintritt und dass der Krieg außerhalb ihres Territoriums geführt wurde, keine wirtschaftlichen Auswirkungen zu verkraften. Die Wirtschaft lief durch die enormen Kraftanstrengungen auf Hochtouren und stand nun nach Kriegsende weiter voll zur Verfügung. Die kriegsbedingte Mobilisierung ihrer ökonomischen Kräfte führte, begleitet durch die enorme Finanzkraft, in den USA zu einem allgemeinen Aufschwung in der Industrie und der Landwirtschaft. Entgegen der Befürchtung einer Rezession nach Stilllegung der Kriegsproduktion nahm die öffentliche und private Investitionstätigkeit weiter zu.

Die Nachkriegszeit in den USA, die so genannten Goldenen 20er Jahre, nahmen den Schwung des wirtschaftlichen Aufstiegs mit und führten zu einem weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Die Mehrheit der Amerikaner profitierte von der Konjunktur und teilte mit den damaligen politischen und wirtschaftlichen Machthabern den Optimismus, dass jeder der arbeitet zu Wohlstand oder gar Reichtum gelangen könnte und es schien, als könnte die Armut endlich überwunden werden. Der "american way of life" wurde geboren. Die Zeit ab 1917 bis Ende der 20er Jahre prägten das amerikanische Volk weitgehend hinsichtlich des Zusammengehörigkeitsbewusstseins (auf Grund des Krieges) und des ungeheueren Selbstbewusstseins (nach dem Motto: wenn man nur will, kann man alles erreichen). Wahrend dieser Zeit wurden Unternehmen groß deren Namen auch heute noch Synonym für Wohlstand, Konsum, Macht und Unternehmergeist stehen und überall auf der Erde bekannt sind (z.B. Ford, General Motors, General Electric, Coca Cola).

Anhand der Weltwirtschaftskrise kann man schließlich erkennen, wie verzahnt die amerikanische Wirtschaft zum einen mit der Weltwirtschaft war und zum anderen, welchen dramatischen Einfluss sie bereits auf diese besaß. Denn die interne Wirtschaftskrise der USA löste mit dem Schwarzen Freitag als Knalleffekt die Weltwirtschaftskrise aus.

Vor dem Ersten Weltkrieg führten die USA eine isolationistische Politik. Mit Kriegsausbruch und die damit verbundenen plötzlichen Handelsbarrieren (Seeblockade der Alliierte, U-Boot-Krieg Deutschlands um nur einiges zu nennen) waren die Vereinigten Staaten jedoch dazu gezwungen, diese Politik allmählich aufzugeben. Wilson Neutralitätssinn ließ sich wegen der bereits beschriebenen Vorkommnisse mit Deutschland (Zimmermann-Telegramm, Lusitania-Vorfall) nicht aufrecht erhalten. Trotzdem war Wilson bis zum Ende seiner Amtsperiode bestrebt, mit seinen Gedanken und Vorstellungen von Freiheit, Demokratie und Frieden den Kriegsausgang und den damit verbundenen nachfolgenden Verhandlungen zu beeinflussen. Dies gipfelte schließlich in seinen 14 Punkten, welche sich letztendlich auch in den Versailler Verträgen wiederfinden.

Den Ersten Weltkrieg kann man daher auch als Wendepunkt in der Politik der USA, insbesondere seiner Außenpolitik, bezeichnen. Dank Wilsons Engagement auf der Bühne der Außenpolitik qualifizierten sich die USA zunehmend als international federführende politische Großmacht. Allerdings war bereits zu dieser Zeit deutlich erkennbar, das die Vereinigten Staaten auf der einen Seite die politischen Bedingungen formulieren, auf der anderen Seite aber schon die Möglichkeit jeglicher Einmischung in die eigene Politik ausschließen. Das ist ja auch ein wesentlicher Grund dafür gewesen, dass die USA dem von Wilson initiierten Volkerbund nicht beigetreten sind. Und daran hat sich bis heute nichts geändert

6. Anhang

Literaturverzeichnis

1. Horst Dippel Geschichte der USA Beck’sche Verlagshandlung 1994

2. Jürgen Heideking Geschichte der USA Francke-Verlag 1999

3. Hans R. Guggisberg Geschichte der USA; 4. Auflage Kohlhammer GmbH 2002

4. Florian Osburg; Dagmar Klose Expedition Geschichte 3 Verlag Moritz Diesterweg 1999

5. Bernd Müller; Falk Pingel, Norbert Zwölfer Geschichtsbuch 4 – Neue Ausgabe Die Menschen und ihre Geschichte in Darstellungen und Dokumenten

6. http://www.geschichteusa.de.vu Stand: 07.12.03

7. http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/pok/13849.html Stand: 07.12.03

8. Microsoft Encarta Enzyklopädie 2002

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung und Bedeutung der USA als Weltmacht von 1917 bis 1933
Autor
Jahr
2004
Seiten
13
Katalognummer
V108631
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dies ist meine Hausarbeit für die 10. Klasse, die man seit dem Schuljahr 2003/04 ablegen muss. Ich denke, dass sie ganz gut geworden ist.
Schlagworte
Entwicklung, Bedeutung, Weltmacht
Arbeit zitieren
Oliver Hannemann (Autor), 2004, Die Entwicklung und Bedeutung der USA als Weltmacht von 1917 bis 1933, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108631

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