Entwicklung rezeptiver Fertigkeiten im Unterricht DaF


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
18 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Abkürzungen

1. Einleitung

2. Phasen der Textarbeit

3. Leseverstehen
3.1 Darstellung der Fertigkeit „Leseverstehen“
3.2 Zur Förderung des Lesenverstehens
3.3 Didaktisierung
3.3.1 Lesetext
3.3.2 Hinführungsphase
3.3.3 Erarbeitungsphase
3.3.4 Anschlussphase

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

Anhang

Verzeichnis der Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die menschlichen Gesellschaften gründen sich nicht nur auf den Bereich der wirtschaftlichen Beziehungen, sondern auch auf moralische Grundlage, infolge dessen ist die Gemeinschaft der materiellen Interessen und Zielen nicht genug, um die harmonische Funktion zu begründen.

Wichtiges gesellschaftliches Kapitel in der ungehinderten und schöpferischen Koexistenz wird die Sprache angesehen, denn ihrer Hauptfunktion ist der direkt oder indirekt soziale angebotene Zusammenhang.

Die Sprache – ein bedeutsames menschliches Kennzeichen, erhält nicht nur ihrer Wichtigkeit für die menschlichen Beziehungen, als echter Wert, sondern auch drückt ihrer Notwendigkeit aus!

Das Lehren von Sprachen ist also sehr wichtig, damit man sie ausreichend lernen kann. Demzufolge muss man erkennen, dass ihr Schwerpunkt beim Lernen der Sprachen die Didaktik anzusehen ist, und besonders die Suche nach bestimmten Übungen, die zur Förderung der rezeptiven Fertigkeiten und gleichzeitig auf die Beschreibung der zum erfolgreichen Lernen führenden Schritten beitragen. In dieser Seminararbeit werden wir diese Schritten der rezeptiven kommunikativen Fertigkeiten beschreiben1, die den „ Gegenstand

dieses Hautseminars2 darstellen, und wir werden auch diese Schritte analysieren und lehren.

Im Rahmen des Seminars wurden einige Referate gehalten, die als Hauptthema eine Didaktisierung einer bestimmten Art von rezeptiven Fertigkeiten dargestellt haben. Diese Didaktisierung ist als ein erster persönlicher Versuch anzusehen, theoretische, methodisch- didaktische Kenntnisse und praktische Unterrichtsdurchführung aufeinander zu verknüpfen. Ihr Kern liegt auf dem Suchen nach Übungen, die zur Förderung der rezeptiven Fertigkeiten dienen, und gleichzeitig auf die Beschreibung deren Schritten.

Zunächst sollte man ein Paar Zeilen über die zentralen Bereiche des fremdsprachlichen Lernens schreiben: die vier Grund Fertigkeiten (Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben) basieren auf sprachlichen Fähigkeiten in der Aussprache, in der Grammatik und im Besitzen

eines Wortschatzes.3 Beim Erlernen einer Fremdsprache wird etwas Gemeintes oder Intendiertes in eine Struktur der Fremdsprache überführt. Man lernt zu sprechen und zu schreiben, d.h. man verarbeitet einen Konzept oder die Verbindung mehrerer Konzepte.4

Beim Hören und Lesen werden sprachliche Strukturen umgekehrt nach einem vielschichtigen Prozess in Konzepte umwandelt. Wenn man eine FS lernt, muss man sich die Grundfertigkeiten in der L2 aneignen. Unter, „aneignen“ ist hier folgendes gemeint: Das bloße Wissen über sie scheint unzulänglich zu sein. Paralleles praktisches Training (bzw. Können) ist als die zweite Voraussetzung anzusehen, damit eine Fremdsprache vollkommen gelernt und gefördert wird.

Die Grundfertigkeiten können doppelt gruppiert werden: Rezeptive Fertigkeiten unterscheiden sich von produktiven: Bei den ersteren stellt der Lerner eine Verknüpfung der neu erfahrenen Information mit seinen bereits vorhandenen Kenntnissen her.5 Die produktiven Fertigkeiten beziehen sich doch auf die Tätigkeit des Formulierens, des Sprechens nach passenden Redemitteln sowie auf die Wiedergabe vorgegebener Informationen.6 Wie man unter den vorgeschlagenen Übungen feststellen kann, geht es sich dabei um Anfängers Niveau und spezifischer um Grundstufe II (Alter von 11-12 Jahren). Es könnte der Eindruck entstehen, dass die Übungen, die den Anforderungen eines niedrigen fremdsprachlichen Niveaus entsprechen, leichter sich gestalten lassen. Trotzdem sollte man nicht Beachtung schenken lassen, dass besonders solche Übungstypen die Grundlage am Erwerben vom FS Kenntnissen bilden.

Der Aufbau der Didaktisierung geht zunächst von der Beschreibung der Phasen der Textarbeit dann werden Übungen zur Förderung der Lesefertigkeit dargestellt. Abschließend schlägt man einige Techniken zur Führung der Lesefertigkeit vor. Wie man also feststellen kann, besteht die folgende Didaktisierung aus zwei miteinander verbundenen Teilen.

Die Einleitung lässt sich durch eine Hoffnung enden, dass diese Didaktisierung hilfreich für Lehrer des Deutschen als Fremdsprache sein kann.

2. Phasen der Textarbeit

Die gespielte Rolle der Phasen, durch sich die einen Unterricht gestalten lässt, scheint aus dem ersten Blick einen theoretischen Ansatzpunkt zu haben. Da durch eine richtig organisierte Unterrichtsdurchführung beim FSU der Lernprozess ausreichend unterstützt und gefördert werden kann, ist es möglich, dass eine allgemeine Planung des FSUs hilfreich ist. Günther Storch (Vgl.: 2001: 161f.) erwähnt, dass es sich drei7 unterschiedliche – dennoch miteinander verknüpfte – Phasen der Textarbeit unterscheiden lassen; die Hinführungsphase8 zum Text, die eigentliche Textpräsentation und Erarbeitung wie auch die Anschlussphase.

Erstens gehen wir auf eine nähere Darstellung der Hinführungsphase ein. Man konnte behaupten, dass diese Unterrichtsphase durch eine große Bedeutsamkeit beschreibbar ist. Diese Phase dient als eine Vorbereitung der Lernenden zum Text, den sie zu begegnen haben, besonders eine Vorbereitung zu seinem Inhalt und Funktion. Dafür gibt es eine Vielfältigkeit von Aktivitäten. Erstens gibt es eine Erklärung der kommunikativen Faktoren des Textes. Dadurch werden nach Storch (Vgl.: 2001, 161ff.) die Lernenden bereits vieles und wesentliches über den Text vorher wissen, und auf dieser Weise wird leichter Verständnis ermöglicht.

Außerdem lassen sich nach Storch die inhaltlichen und sprachlichen Vorkenntnisse der Lernenden während dieser Phase aktivieren. Demzufolge ergibt sich nicht nur ein leichter Verständnisprozess, sondern auch eine bessere Erarbeitung und Aufspeicherung des neuen Lernstoffes (Vgl.: 2001, 161ff.). Zusätzlich ist es wertvoll, dass der Unterrichtsende den Lernenden während der Hinführungsphase die unbekannte Wörter einführt, wenn diese Wörter notwendig für das Verständnis des Textsinhaltes sind (Vgl.: Storch: 2001, 162).

Die Hinführungsphase hat schließlich „ eine Motivationspsychologische Funktion9. Deshalb sind in dieser Phase Aktivitäten günstig, durch die eine Erwartungshaltung auf den neuen Text geschaffen und Interesse an der neuen Text geweckt wird (Vgl.: Storch: 2001, 162.).

Ebenfalls erwähnen wir einige schnell beschreibende methodische Verfahren der Hinführungsphase. „ Eine häufig verwendete Technik der Hinführungsphase ist das

Assoziogramm10 (Storch: 2001, 162). Die Lernenden bringen frei zum Ausdruck durch ein Bild oder ein Schlüsselwort des Textes ihre anwerkenden Assoziationen. Auf dieser Weise erlernen die Lernenden neue Wörter oder erinnern sie sich wieder an einigen vergessenen Wörtern. Ferner können die Lernenden anhand einer Titelanalyse Hypothese bilden. Der Lerner schreibt an die Tafel den Titel des Textes und aus der Assoziationen der Lernenden ergibt sich ein allgemeiner Einblick über den Textinhalt. Durch Hypothesebildung erweitert sich der Gedankenhorizont der Lernenden, der sehr nützlich für eine andere Textarbeit sein kann. Eine letzte Technik, die oft für eine Textvorbereitung benutzt wird, ist die so genannte Zuordnungstechnik. Dabei werden einem Bild vorgegebenen Wörter/ Ausdrücke zugeordnet und die Zuordnung begründet (Vgl.: Storch: 2001, 162ff.).

An dieser Stelle fortfahren wir zu der Analysierung der zweiten Phase, solche der Erarbeitungsphase. Zu dieser Phase gehören alle Aktivitäten, die die Erarbeitung der Funktion, des Inhaltes, und der Form eines neuen Textes angehen. Zum Beginn der Erarbeitungsphase findet erstmals das Lesen oder das Hören des neuen Textes statt. Im Anfängerunterricht haben die Lerntexte eine streng in der Progression der Grammatik, Lexik und Redeabsichten eingebundene spezifische Form. Auf eine solche bestimmte Konstellation bei Lerntexten lässt sich auch im Vorgeschrittenen FSU stoßen. Nur der Schwierigkeitsgrad ist jetzt höher und die Lektionen werden durch einen thematischen Schwerpunkt insgesamt gewählt. Während bei Anfängern der neue Text sprachlich erarbeitet wird, übernimmt bei Vorgeschrittenen die sprachliche und inhaltliche Arbeit mit einem neuen Text eine wichtige Rolle. Bei der Erarbeitung des neuen Textes bei Anfängern spielen seine sprachlichen Mittel eine entscheidende Rolle. Andererseits tragen zur Erarbeitung des Textes bei Fortgeschrittenen inhaltliche Mittel bei. Deshalb ist die Textproduktion in diesem Fall stärker am Inhalt und weniger an der sprachlichen Form, wie bei Anfänger-FSU orientiert (Vgl.: Storch: 2001, 165f.).

Die Grenzen zwischen Erarbeitungs- und Anschlussphase sind fließend. In dieser Unterrichtsphase werden Aktivitäten organisiert, bei denen sprachlich oder inhaltlich mit einem erarbeiten Text weitergearbeitet wird. Zum Beispiel:

- „ Transfer in andere Situationen

- Auseinandersetzung mit dem Textinhalt
- Textzusammenfassung oder
- weitere Arbeit mit Redemitteln.
- Interkulturelles Gespräch zum Textinhalt “.11

Zum Schluss stellen wir die Anschlussphase dar. In dieser Phase werden die unterschiedlichen Aktivitäten, die zur sprachlichen und inhaltlichen Weiterbeararbeitung des Textes dienen, realisiert und bewertet. In dieser Unterrichtsphase können die Lehrenden auch weitere themensbezogene Hausaufgaben den Lernenden vorschlagen, die von den neuen Text erworbenen Erfahrungen zu festigen versuchen (Vgl.: Storch: 2001, 177.).

[...]


1 Vgl.: http://www.gs.uoa.gr (Seite des Fachbereichs für deutsche Sprache und Literatur) [Stand. 21. Juni 2004]

2 http://www.gs.uoa.gr (Seite des Fachbereichs für deutsche Sprache und Literatur) [Stand. 21. Juni 2004]

3 Vgl: Huneke, Hans-Werner/ Steinig, Wolfgang (2002): Deutsch als Fremdsprache – „ Eine Einführung “. S.109.

4 Ebd., S.109f., auch in: Storch, Günther (2001): Deutsch als Fremdsprache – „ Eine Didaktik “. S.116ff.

5 Ebd., S.111ff.

6 Ebd., S.116ff.,

7 In der englischen Bibliographie, wird es häufig dargestellt, dass es vier Phasen gibt: Erwärmungs-, Hinführungs-, Erarbeitungs- und Anschlussphase.

8 Sie wird auch als Aktivierungsphase beschreibt.

9 Storch, Günther (2001): Deutsch als Fremdsprache – Eine Didaktik. S. 162

10 Storch, Günther (2001): Deutsch als Fremdsprache – Eine Didaktik. S. 162

11 Storch, Günther (2001): Deutsch als Fremdsprache – Eine Didaktik. S. 177.

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Details

Titel
Entwicklung rezeptiver Fertigkeiten im Unterricht DaF
Hochschule
National & Kapodistrian University of Athens
Veranstaltung
Entwicklung rezeptiver Fertigkeiten im Unterricht DaF
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V108754
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Fertigkeiten, Unterricht
Arbeit zitieren
Ioannis Argyros (Autor), 2004, Entwicklung rezeptiver Fertigkeiten im Unterricht DaF, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108754

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