Das Principat des Othop


Seminararbeit, 2003

18 Seiten, Note: 2,3


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Inhalt

1 Einleitung

2 Das Principat des Otho
2.1 Die Adoption des Piso – Galbas letzter Fehler
2.2 Poppaea Sabina – Othos große Liebe
2.3 Othos Putsch
2.4 Der Versuch die Macht zu etablieren
2.5 Die Niederlage und der Tod des Otho
2.6 Beschreibung des Otho bei Sueton

3 Zusammenfassung

Literatur

Anhang

Auf dem Titelblatt:

Kaiser Otho (Hans Martinet, Sueton – Das Leben der römischen Kaiser, Düsseldorf 2001)

1 Einleitung

Genug, übergenug ist schon geschehen. Ich hasse einen Bürgerkrieg, auch wenn ich siegen sollte und ich liebe alle Römer, selbst wenn sie nicht auf meiner Seite stehen. So soll denn Vitellius siegen, da dies den Göttern gefiel; und auch seiner Soldaten Leben soll geschont werden, da dies mir gut scheint! Es ist ja sicher viel besser und gerechter, wenn ein einzelner für alle stirbt, als wenn viele für einen einzigen zugrunde gehen müssen und ich mich dem widersetze, dass das römische Volk eines einzelnen Mannes wegen in Zwiespalt gerät und eine so gewaltige Menschenmenge vernichtet wird “.[1]

Am 15. Januar 69 wird Otho durch den Senat zum neuen Kaiser bestimmt und am 16. April endet seine Regentschaft mit seinem Freitod. Otho war nicht der einzige Imperator, der das Vierkaiserjahr[2] nicht überlebte. Sein Vorgänger Galba, wie auch sein Nachfolger Vitellius seg­neten das Zeitliche noch vor Jahresfrist.

Es gilt zu klären, was Otho bewogen hat, seinen Vorgänger zu stürzen. Warum er die erlangte Macht nicht halten konnte. Und wie kam es überhaupt zu so dramatischen Ereignissen[3] ? Das gesamte Kaisertum stand auf dem Spiel, hatte doch Augustus das Kaisertum insbesondere durch die Überwindung der Bürgerkriege legitimiert.[4] Des Weiteren soll eine Untersuchung zur Person Othos durchgeführt werden, war er wirklich so ein schlechter Mensch, wie es uns die Geschichtsschreiber einhellig schildern.

Um die geschichtlichen Vorgänge besser zu verstehen, muss man bei den Wurzeln allen Übels beginnen und Neros Principat näher betrachten.

Von Nero zu Galba Nero hatte mit seiner tyrannischen Regierungsweise eine schwere Krise des Kaisertums he­raufbeschworen. Den Anfang vom Ende Neros machte der Statthalter der Gallia Lugdunen­sis, C. Iulius Vindex, der die Initiative zum Sturz des entarteten Kaisers ergriff und einen neuen Kaiser forderte[5]. Dabei hatte er Servius Sulpicius Galba, den Statthalter der Hispania Tar­raconen­sis im Blick, mit dem er in Verbindung getreten war. Galba wehrte zwar seiner Akk­lamation zum Imperator ab, gab aber durch Änderung seiner Statthalterbezeichnung zu erken­nen, dass er sich von Nero lossagte und nur noch ein Legat des Senates und des römi­schen Volkes[6] sei.[7]

Zwar konnte Nero durch L. Verginius Rufus, den Befehlshaber der obergermanischen Trup­pen, einen Sieg über Vindex verzeichnen[8], jedoch verweigerten die siegreichen Soldaten Nero den Gehorsam und riefen ihren Feldherren zum neuen Kaiser aus. Vergi­nius wollte aber nicht ohne die Zustimmung des Senat und des römischen Volkes den Titel annehmen.

Indes hatte der Prätorianerpräfekt, C. Nymphidius Sabinus[9], den Prätorianern jeweils 7500 Drachmen[10] versprochen, falls sie Galba zum neuen Kaiser ausrufen sollten.[11] Dies war Gal­bas Glück, denn er hatte die gallische Unterstützung verloren und dachte schon daran sich umzubringen[12].

Der Bestechungsversuch zeigte Erfolg. Der Senat erklärte Nero zum Staatsfeind (8.6.68), der einen Tag darauf Selbstmord beging und Galba wurde der neue Herrscher über das römische Imperium.

Das Regime Galba verliert die Akzeptanz

Binnen weniger Monate verspielte Galba seinen politischen Kredit bei den verschiedenen In­stitutionen des Reiches. Grund dafür war die Art seiner Herrschaftsausübung. Er stieß alle politisch maßgeblichen Sektoren des Reiches vor den Kopf.[13]

Galba war noch nicht in Rom angekommen, da erließ er den Befehl, alle Beteiligten an dem Putschversuch des Nymphidius Sabinus[14] hinzurichten. Bei seinem Einzug in Rom (Okt. 68) zog er sich neuen Unmut zu. Die von Nero im Zuge der Aufrüstung gegen Vindex aus ehe­maligen Flottensoldaten formierte Legion, wollte ihren Status behalten. Aber als Galba ihn diesen Wunsch abschlug und sie trotzdem auf ihrer Forderung bestanden, schickte der seine Reiterei auf sie und ließ später von den Überlebenden jeden zehnten Mann töten[15].

Die Bürger Roms verstimmte er, indem er ihnen jedwede Bitte abschlug. So forderten sie lei­denschaftlich den Tod des neronischen Prätorianerpräfekten Tigellinus, Galba weigerte sich ihrem Wunsch nachzukommen und nahm damit die Willkommensgeste der Plebs urbana nicht an, stattdessen warf er ihm Grausamkeit vor[16]. Weit weniger kompromittierte Personen[17] hatte Galba hinrichten lassen – häufig ohne Prozess – diese Schonung war ungerechtfertigt, nicht nur in den Augen der Bürger der Hauptstadt. Das Volk mochte ihn nicht besonders we­gen seiner Sparsamkeit, zudem war es an die Jugend Neros gewöhnt und mit seinen 72 Jahren hatte es so seine Probleme[18].

Auch den Senat konnte Galba nicht voll für sich gewinnen, da er den designierten Konsul Cingonius Varro, der mit Nymphidius Sabinus konspirierte hatte, ohne Urteil töten ließ und er damit gegen das von den Senatoren beanspruchte Recht verstieß, nicht ohne Gerichtsurteil getötet zu werden.[19]

Bei dem Versuch die finanziellen Nöte des Staates zu lösen, handelte er sich mit der Rück­for­derung[20] der Schenkungen Neros weiteren Ärger und Unmut unter den Betroffenen ein.[21]

2 Das Principat des Otho

2.1 Die Adoption des Piso – Galbas letzter Fehler

Da sich Galba im Greisenalter befand und er keine Kinder hatte, musste er, um den Zu­kunfts­erwartungen des Volkes entgegenzukommen, durch Adoption einen Nachfolger für seine Princepsstellung präsentieren.[22] Eigentlich dachte M. Salvius Otho, der sich als einer der ers­ten Galba gegen Nero anschloss[23], er sei der designierte Nach­folger des 72-jährigen Gal­bas. Vieles sprach dafür, dass Otho der Adoptivsohn des amtierenden Kaisers werden würde. Seine Hoffungen wurden durch viele Anzeichen unter­stützt, so hatte Otho in Titus Vi­nius, ei­nem Vertrauten[24] Galbas, einen Fürsprecher[25]. Er versäumte es nicht, wann immer er Galba als Gast zum Abendessen empfing, an jeden wachhabenden aus der Kohorte Goldstücke zu verteilen.[26]

Der günstigste Termin für eine Adoption wäre Anfang Dezember gewesen. Man hätte bei der Erneuerung des Fahneneides am 1. Januar die Heere des Reiches mit dem Namen des Nach­folgers bekannt machen können.[27] Doch Galba ließ diese Gelegenheit verstreichen und han­delte erst als ihn die Kunde von den rebellierenden Mainzlegionen erreichte. Das belastete die Adoption ungemein, da der Nachfolger nun einzustehen hatte für ein Regime, das ums Über­leben kämpfte.[28]

Galbas Auserwählter, Piso Licinianus, war ein politischer Niemand[29], er wird aber durchge­hend als tüchtig und tugendhaft beschrieben. Galba gewährte den Prätorianern kein Donativ[30].

Sueton berichtet in Galba 17, das Galba den Piso schon vor längerer Zeit zum Erben seines Privatvermögens auserkoren hatte.[31] Galba muss seine Entscheidung entweder überstürzt getroffen haben[32] oder war sich den Konse­quen­zen nicht bewusst.

Dies zeigt, dass sich Galba über die Nachfolge im Unklaren war, ihm wird nicht entgangen sein, dass das Thema öffentlich in Rom diskutiert wurde[33] und das Volk eine baldige Ent­scheidung wünschte.

Nun könnte man sich fragen warum er nicht den Otho, der zumindest beim Mi­litär beliebt war, zum Cäsar gekürt hat. Seine Abstammung[34] kann nicht der Grund gewe­sen sein, vielleicht aber seine frühere Vergnügungs- und Verschwendungssucht.

Otho war bis zu seiner Abschie­bung nach Portugal im Jahre 58 ein gern gesehener Mann am Hofe Neros und soll seinen Ex­zessen in nichts nachgestanden haben[35]. Leider berichten die Ge­schichtsschrei­ber[36] nicht aus­führlicher über sein „Lotterleben[37] “, es ist auch nicht zu klä­ren in welchem Jahr Otho auf Nero traf und wie lange er sein Gefährte gewesen sein soll. Aber allein diese Fakten reichen den Historiographen, Otho moralisch auf ewig zu verdam­men und gestehen ihm keine Besserung zu, obwohl er sich in Lusitanien bewährt hatte. Tacitus berichtet in seinen Historien: „Bei Galba hatte sich wohl auch Sorge um den Staat eingeschli­chen; die Leitung nach Neros Sturz ihm zu übertragen, wäre ja zwecklos ge­wesen, wenn man sie jetzt in Othos Hand gelassen hätte. Die­ser hatte nämlich seine Knaben­jahre leichtsinnig, seine Jünglingsjahre liederlich zugebracht, wohlge­litten freilich bei Nero, mit dem er in Aus­schwei­fungen wetteiferte. Deshalb hatte der Kaiser (Nero) auch Poppaea Sabina[38], die Hof­mätresse, bei Otho als Vertrauten seiner Lüste untergebracht…Später hat er den Otho, der ihm wegen Beziehungen zu der genannten Poppaea verdächtigt worden sei, in die Provinz Lusita­nien verwiesen, angeblich zur Übernahme der Statthalterschaft.“[39] Die er milde (lt. Tacitus) und freundlich (lt. Plutarch) ausgeführt hat.

Eine andere Erklärung für die Nichtwahl bietet Flaig: „ Der Grund für die Nichtadoptierung Othos liegt m.E. darin, dass des Vinius Einfluss auf den Kaiser ab einem nicht festzulegenden Zeitpunkt rapide sank. …Und im Januar hielten der Gardechef und der Freigelassene Icelus so gut wie in jedem Punkt gegen T. Vinius zusammen.[40] “ Galba musste einen triftigen Grund für die Wahl Pisos gehabt haben.[41]

2.2 Poppaea Sabina – Othos große Liebe

Dieses Kapitel soll klären wieso Otho nicht für eine Adoption und damit als nicht Herrscher über das römische Imperium in Frage kam. Die Hauptgründe sollen die charakterlichen Ge­mein­samkeiten von Nero und Otho gewesen sein. Aber bis auf die gebetsmühlenartige Beto­nung der Schlechtigkeiten des jungen Othos durch die Historiographen, gibt es fast Belege für die Berührungspunkte der zwei Kaiser, bis auf eine Frau, der sie wahrscheinlich beide verfal­len waren.

Poppaea Sabina wurde um 31 n. Chr.[42] als Tochter des T. Ollius und der Poppaea Sabina d. Ä.[43] geboren. Ihr Vater wurde im Jahr im Zuge des Sturzes des Seian und der Verfolgung von dessen Freunden hingerichtet. Poppaeas gleichnamige Mutter galt als schönste Frau ihrer Zeit.[44] Sie wurde im Jahr 47 in den Untergang des Valerius Asiaticus hineingezogen und dadurch wurden auch gegen sie Vorwürfe erhoben.[45] Messalina[46] ent­sandte Helfer, welche ihr mit Kerker drohten und sie so in den Selbstmord trieben.[47]

Poppaeas Großvater C. Poppaeus Sabinus[48] erlangte hohe Bedeutung als Beamter unter Au­gustus und Tiberius. Im Jahr 25 unterwarf der die Thraker und wurde dafür mit den Triumph-insignien ausgezeichnet[49], was sicherlich von großer Bedeutung für seine Nachkommen war. Noch die Enkelin rühmt sich mit dieser Auszeichnung[50].

Poppaea war in erster Ehe mit dem Ritter Rufrius Crispinus verheiratet. Schon diese Verbin­dung ent­hüllte, glaubt man Tacitus, wesentliche Züge ihres Charakters. Trotz der Verwick­lung des Crispinus in den Tod von Poppaeas Mutter[51] heiratete sie diesen Mann, um sich ge­sellschaft­lich zu etablieren[52]. Der weitere Hergang der Geschichte ist nicht völlig gesichert, denn die Chronisten sind sich uneins.

Sueton schreibt in der Vita des Otho: „ Und Poppaea Sabina, damals noch Neros Geliebte, die ihrem Gatten entführt und vorläufig ihm [Otho] anvertraut war, nahm er durch eine Schein­heirat zu sich; und nicht zufrieden damit, sie verführt zu haben, liebte er sie so sehr, dass er nicht einmal Nero als Rivalen gleichmütig ertragen konnte. … Daher wurde er [Otho] nach der Trennung der Ehe unter dem Vorwand einer Legatenstelle nach Lusitanien entfernt. Das schien Nero genug, damit nicht eine härtere Bestrafung die ganze Geschichte bekannt machte, aber dennoch wurde sie auch so durch folgenden Zweizeiler verbreitet:

Fragt ihr: »Warum Otho mit erlogener Ehre ins Exil geschickt wurde?«

Es war so, dass er mittlerweile Ehebruch mit seiner eigenen Frau beging[53] “.

Bleibt noch zu bemerken, dass Sueton in seinem Kapitel über Nero Otho nicht einmal er­wähnt[54].

Plutarch bestätigt im wesentlichen Suetons Version und begründet warum Otho Poppaea nur zum Schein heiratete. Nero war noch Octavia vermählt und hatte Angst vor ihr und dem Zorn seiner Mutter.[55] Er schreibt weiter, dass sich Otho in Lebensgefahr befand und drückt seine Verwunderung darüber aus, dass Otho nicht das gleiche Schicksal erlitt, wie Neros Gattin[56]. Plutarch nennt Seneca als Retter von Othos Leben[57] ; nur auf dessen Rat und Fürbitte sei er nach Lusitanien verbannt worden.

Cassius Dios Darstellung ist leicht abweichend von den zwei Voranstehenden, aber trotzdem nicht völlig anders: „ Diesem Otho gab der Kaiser [Nero] auch Sabina…die er von ihrem Gatten getrennt hatte, als Gemahlin und nun erfreuten sich beide an ihr[58].“ Kein Wort von Othos Verbannung oder seinen Gefühlen zu Poppaea.

Die größten Abweichungen verursacht Tacitus, er hinterließ gleich zwei Versionen, zum ei­nen die älteren Historien und zum anderen die später verfassten Annalen des Tacitus. Die Historien besagen: „ Deshalb hatte der Kaiser [Nero] auch Poppaea Sabina, die Hofmätresse, bei Otho als Vertrauten seiner Lüste untergebracht, bis er sich seiner Gattin Octavia entledi­gen konnte. Später hat Otho, der ihm wegen Beziehungen zu der genannten Poppaea ver­dächtigt worden war, in die Provinz Lusitanien verwiesen, angeblich zur Übernahme der Statthalterschaft.[59] “ Tacitus erwähnt den früheren Gatten[60] der Poppaea nicht und macht sie zur Hofmätresse.

Anders dazu die Annalen, sie sind viel ausführlicher[61]. Tacitus verschweigt Rufrius Crispinus nicht und führt an, dass der Ehebruch nur von Otho ausging[62]: „ Mochte Otho in seiner Ver­liebt­heit unvorsichtig sein, jedenfalls pries er die Schönheit und den feinen Geschmack seiner Gattin vor dem Princeps; vielleicht tat er es auch, um dessen Leidenschaft zu erregen und, wenn sie beide die gleiche Frau besäßen, durch dieses Band sich zusätzlichen Einfluss zu ver­schaffen. … Ausgeschlossen wurde nun Otho aus der vertrauten Freundschaft, später aus der Gesellschaft und dem Gefolge und schließlich, um nicht in Rom den Nebenbuhler spielen zu können, zum Statthalter der Provinz Lusitanien ernannt; dort lebte er bis zum Bürgerkrieg.“ Tacitus bietet uns mehrere Beweggründe für diese Handlungsweise Othos an: Er sei entweder einfach blind vor Liebe zu Poppaea gewesen und habe nicht bedacht, dass er Neros Begierde, sie selbst zu sehen und sich ihrer zu bemächtigen, geradezu herausforderte. Oder er habe ge­rade das beabsichtigt, weil er glaubte, durch Preisgabe seiner Gattin und durch ein „Teilen“ mit Nero die Freundschaft zwischen sich und dem Kaiser noch enger knüpfen zu können, das heißt, mächtiger zu werden – durch Teilen, nicht dadurch, dass er Poppaea Nero gänzlich überließ. Otho hätte gründlich geirrt, wenn er die zweite von Tacitus angebotene Möglichkeit zutrifft.[63] Es ist wahrscheinlicher, das es Poppaea gelang durch ihren Gatten mit Nero be­kannt zu werden und in ihm das Feuer der Liebe zu entfachen. Damit wurde Otho gegen Nero aus­gespielt[64].

Vergleicht man nun alle fünf Texte miteinander kommt man auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: Poppaea verlässt Crispinus und heiratet Otho, ihr neuer Gatte liebt sie. Ihretwegen entsteht eine Rivalität zwi­schen Otho und Nero, und Otho wird ins Exil verwiesen.

Cassius Dios, Suetons und Plutarchs Versionen stehen mit der der Historien im Großen und Ganzen im Einklang. Das ist unter anderem dadurch erklärbar, dass es bei den genannten Pas­sagen vorrangig um die Charakterisierung der Person Othos geht. Sie sollen seinen schlechten Lebenswandel untermauern. Die Annalenversion soll Poppaea Sabina näher beschreiben. Plausibel wäre es, den vier im relativen Einklang befindlichen Versionen, glauben zu schen­ken und nicht einer isoliert dastehenden Erzählung der Ereignisse.

Holztrattner stellt dazu in seinem Werk[65] die verschiedensten Thesen von mehreren Autoren vor und bewertet sie. Er kommt zu dem Schluss, dass die Darstellung in den Annalen des Ta­citus die glaubwürdigste ist. Tacitus hat seine älteren Historien stillschweigend korrigiert und die anderen drei müssen die gleiche Quelle als Grundlage ihrer Beschreibungen gehabt ha­ben[66]. Auch diese Arbeit schließt sich dem Urteil Holztrattners an und vertraut den Annalen des Tacitus, wobei davon ausgegangen wird, dass sich Poppaea vielleicht Othos Eitelkeit zu Nutze machte und ihn dazu brachte sie bei Nero lobend zu erwähnen.

Bis auf Cassius Dio bestätigen alle, dass Otho Poppaea geliebt[67] haben muss, selbst bei noch so großer Unmoral Othos, ist es zweifelhaft das er sich gern seine Frau mit Nero teilte.

Un­strittig dürfte auch die Tatsache sein, dass Otho Nero gehasst haben muss und nur auf eine günstige Gelegenheit zur Rache wartete. Dies dürfte neben seinen machtpolitischen Ambitio­nen auch ein Grund für seinen Anschluss an Galba gewesen sein.

Leider ist über Othos Zeit in Lusitanien nur bekannt, das er die Provinz ungefähr zehn Jahre lang wiedererwartend maßvoll verwaltet haben soll. Im Jahr 68 kehrte er ohne Frau nach Rom zurück.[68]

Nero heiratete Poppaea Sabina erst im Jahr 62, nachdem sie schon lange Neros Beischläfe­rin[69] war. Im Jahr 65 fand ihr Leben durch einen Fußtritt Neros gegen ihren Frucht tragenden Bauch ein tragisches Ende.

2.3 Othos Putsch

Die Adoption Pisos machte aus Otho eine gefährliche und gefährdete Person. Er musste damit rechnen, dass ihn der neue Cäsar spätestens am Tag seiner Alleinherrschaft beseitigen ließ.[70] Ein zweites Exil gäbe es nicht[71]. Er hatte die Wahl zwischen seinem Tod[72] und dem Tod Gal­bas. Man kann sagen, Otho wurde geradezu zur Machtergreifung getrieben.

Dabei machte er sich die Missliebigkeit Galbas bei den Prätorianern zunutze: Otho verteilte Bestechungsgelder und setzte einen Tag fest, an dem er die Herrschaft an sich reißen wollte. Dieser Tag war der 15. Januar 69. Während Galba auf dem Palatin opferte, wurde Otho auf dem Forum von den dort auf ihn wartenden Prätorianersoldaten zum Imperator akklamiert und in das Prätorianerlager gebracht.[73] Nachdem die hier versammelten Soldaten der Garde den Eid auf ihn geleistet und sich bewaffnet hatten, formierten sie sich zum Zug aufs Forum. Gleichzeitig begab sich Galba mit der im Palast wachhabenden Kohorte ebenfalls aufs Forum. Als die Soldaten der Eskorte Galbas mitten auf dem Forum mit dem Heereszug ihrer Kamera­den zusammentrafen, ließen sie Galba im Stich und erklärten sich für Otho. Der alte Kaiser wurde aus dem Tragesessel geworfen und auf grässliche[74] Art ermordet. Mit ihm fanden Piso und Vinius den Tod. Noch am gleichen Tag erkannte der Senat Otho die kaiserlichen Gewal­ten und den Augustus-Titel zu.[75]

2.4 Der Versuch die Macht zu etablieren

Von Anfang an befand sich Otho in der schwierigsten Lage, in welche bis dahin ein römischer Kaiser geraten war: gegen ihn stand ein Rivale, dessen kampfkräftiges Heer schon vom Rhein her anmarschierte und dessen Usurpation um 13 Tage älter war als die seine. Davon hatte Otho mit Sicherheit nichts gewusst.[76] Jeder Gegner Galbas wurde zu seinem Kontrahenten.

Otho, der jetzt Imperator Otho Caesar Augustus hieß, hoffte noch als er von der Usurpation Vitellius hörte, sich mit dem Aufständigen friedlich einigen zu können. Er bot Vitellius brief­lich Geld an, wenn er sich auf einen Ruhesitz zurückziehe. Vitellius konterte mit dem glei­chen Angebot. Otho erhöhte sein Angebot und erklärte sich bereit, Vitellius als Mitregenten zu akzeptieren und sein Schwiegersohn zu werden.[77] Das schien realistischer, doch kam es zu keiner Einigung.

Der Umgang des neuen Kaisers mit dem Senat versprach meisterhaft zu werden. Die Versöh­nung mit dem von den Truppen am Leben bedrohten und von Otho geretteten Marius Celsus war nur der spektakuläre Auftakt zu einer Ära intensiver Kommunikation zwischen Kaiser und dem Senat.[78] Soweit zu ersehen, hielt er Freigelassene aus dem Entscheidungsbereich fern[79], was dem Verhältnis zwischen Kaiser und Senat nur gut tun konnte.

Otho respektierte die Designierungen, die Nero und Galba für den Konsulat vorgenommen hatten.

Otho strengte sich an, die Verhältnisse schnellstens zu stabilisieren, er musste herausstrei­chen, wie sehr ihm daran gelegen war, den konstitutionellen Grundkonsens nicht zu verletzen. Darum betrieb er von allen Usurpatoren der Jahre 68/69 am deutlichsten eine Politik der Res­tauration.[80]

Gegenüber der Plebs urbana verhielt sich Otho nicht eindeutig. Zwar wurde Galbas Freigelas­sener Icelus hingerichtet und Neros Gardechef Tigellinus zum Selbstmord gezwungen, was gewiss populäre Maßnahmen waren. Jedoch schützte er Crispinilla, die beim Volk verhasst war und deren Hinrichtung es forderte, weil sie Clodius Macer zum Getreide-Embargo ange­stiftet haben soll.[81] Der neue Kaiser ließ sich also nicht von bestimmten Positionen abbringen, um der Plebs gefällig zu sein.[82]

Eine Weile lang schwankte der neue Kaiser, inwiefern er der proneronischen Stimmung bei Teilen des Volkes sollte. Er soll zeitweilig sogar Neros Namen seinem eigenen beigefügt ha­ben[83].

2.5 Die Niederlage und der Tod des Otho

Es ist nicht die Absicht dieser Arbeit den Niedergang Othos im Detail zu klären, auf diesem Gebiet ist in der Vergangenheit schon viel geleistet worden. Es folgt nur ein kurzer chronolo­gischer Abriss der wichtigsten Ereignisse.

Vitellius hatte den großen Vorteil, die sieben Legionen Nieder- und Obergermaniens mit ihren Hilfstruppen zu seiner direkten Verfügung zu haben. Aus diesem Potential stellte er zwei Heeresgruppen auf. Die eine, 40.000 Mann stark, übernahm Fabius Valens. Das Kommando über die andere in einer Gesamtstärke von 30.000 Mann erhielt A. Caecina Alienus, Legions­legat der IV Macedonica. Fabius Valens sollte die Alpes Cottiae[84], Caecina Alienus die Alpes Poeninae[85] überwinden. Das gelang trotz der Winterzeit. Im März ergriffen die beiden Hee­resgruppen von der Transpadana Besitz.[86]

Otho, dem man als Privatmann Weichheit nachgesagt hatte, entwickelte als Kaiser eine be­trächtliche Energie. Aus Dalmatien und Pannonien ließ er vier Legionen nebst den zugehöri­gen Hilfstruppen in Marsch setzen. Die Flotte erhielt den Befehl, mit verstärkten Mannschaf­ten die Narbonensis anzugreifen. Aus Rom wurden fünf Prätorianerkohorten, eine Legion Flottensoldaten sowie 2000 Gladiatoren an den Padus[87] geschickt. Otho selbst zog, wie ein ein­facher Soldat, zu Fuß vor den Feldzeichen, „ ganz anders als sein Ruf es vermuten ließ[88] mit den ihm verblieben Prätorianerkohorten, Veteranenabteilungen dieser Truppen und einem großem Kontingent Flottensoldaten in die zum Schlachtfeld ausersehene Gegend bei Placen­tia.[89]

Die Kampfhandlungen begannen für die Vitellianer ungünstig, so erlitt Caecina eine Reihe von Niederlagen. Doch die Vereinigung der beiden Heeresgruppen ließ diese vergessen. Man suchte die Entscheidung. Auf Seiten Othos setzte C. Suetonius Paullinus, der in Britannien seine hervorragenden Feldherrnqualitäten bewiesen hatte, sich dafür ein, die Entscheidungs­schlacht aufzuschieben, zumindest bis auch die von der Donau anmarschierende legio XIV Gemina eingetroffen sei.[90] Otho aber wollte die Entscheidung.[91]

Sie fiel am 14. April 69 bei Bedriacum in der Nähe von Cremona. Othos Truppen wurden ge­schlagen. Otho selbst hatte den Ausgang der Schlacht bei Brixellum abgewartet. Die Nach­richt von der Niederlage ließ ihn den Entschluss zum Selbstmord fassen. Vorher aber ordnete er mit größter Sorgfalt die persönlichen und staatlichen Angelegenheiten. Wenigstens sein Tod[92] fand ein rühmendes Echo.[93]

2.6 Beschreibung des Otho bei Sueton

Dieses letzte Kapitel befasst sich mit der Frage der Darstellung der Person Othos bei den Historiographen, stellvertretend wurde Sueton gewählt.

Sueton beschreibt eingangs seiner Vita Othos die Familie des Kaisers. Als er zu Otho kommt, charakterisiert er ihn als von frühster Jugend an so verschwenderisch und frech, dass er oft von seinen Vater ausgepeitscht wurde[94]. Weiter heißt es: „ Er soll sich auch nachts oft herum­getrieben und jeden Schwachen und Betrunkenen, der ihm begegnete, ergriffen und auf einen ausgespannten Mantel in die Luft geschleudert haben [95].“ Spätestens hier fallen dem geneigten Leser Gemeinsamkeiten mit dem Verhalten Neros[96] auf. „ Später nach dem Tod seines Vaters, habe er eine bei Hofe einflussreiche Freigelassene, um ihr desto wirkungsvoller den Hof zu machen, sogar zu lieben vorgegeben, obwohl sie alt und beinahe hinfällig war [97].“ Auch Nero liebte eine Freigelassene (Claudia Acte). Und jetzt kommt endlich das vermeintliche Vorbild Othos der göttliche Nero ins Spiel. Otho wird zu Neros vertrauten und sein bester Freund.[98] Das Motiv der Freundschaft ist klar: „ die charakterliche Übereinstimmung “. Jetzt bringt Sueton ein konkretes Beispiel für Othos Verderbtheit: Ein ehemaliger Konsul der wegen Er­pressung verurteilt war, ließ er begnadigen und kassierte dafür eine riesige Belohnung[99]. Da­mit haben wir jetzt auch das „Geldgier-Motiv“.

Er weiß auch von den Tötungsabsichten Neros gegen die eigene Mutter, damit wird er mora­lisch gesehen zum Mittäter und ist nicht besser als Nero. An dieser Stelle irrt Sueton aber, denn zur Zeit der Tötung der Agrippina befand sich er nicht mehr in Rom.

Auch Poppaea Sabina dient als Beispiel für Othos leichte Moral (ausführlich diskutiert in Kap. 2.2). Aufgrund dieser Affäre wird Otho nach Lusitanien verbannt, lt. Sueton fand er nicht den Tod, damit die ganze Angelegenheit im Verborgenen bliebe[100]. Was aber nicht der Fall war.

Die Provinz verwaltete er als ehemaliger Quästor zehn Jahre lang mit seltener Mäßigung und Selbstlosigkeit. Kaum bot sich die Gelegenheit zur Rache, da trat er Galbas Unternehmen als erster bei. Und zur gleichen Zeit begann der selbst auf die Herrschaft zu hoffen[101] “. Neben der Information, dass er sein Amt vorzüglich ausgeführt hat, er fährt der geneigte Leser noch, dass Otho von starken Rachegefühlen geleitet wurde.

Als nächstes erfahren wir von der letzten Unart Othos, er dachte sich alles mit Geld erkauften zu können. „ Daher ließ Otho es niemanden gegenüber an Gefälligkeiten und Schmeicheleien gleich welcher Art fehlen, verteilte, sooft er den Kaiser zum Abendessen empfing, Goldstücke an jeden einzelnen in der Kohorte[102] …“

Der Leser dieser Lebensgeschichte bekommt den Eindruck als hätten wir es bei Otho mit ei­nem zweiten Nero zu tun. Er schafft es zwar nicht ganz auf sein Niveau und stellenweise hat man das Gefühl, es nur mit einer billigen Kopie Neros zu tun zu haben, bis auf Othos Ende. Sein Selbstmord unterscheidet sich maßgeblich von dem Neros. Bei Nero musste jemand hel­fen sich den Dolch in die Kehle zu treiben. Otho hingegen bereitete seinen Ausstieg aus dem Leben sorgfältig vor: Er verfasste Abschiedsbriefe[103], verteilt letzte Geschenke und tötet sich ohne fremde Hilfe.

3 Zusammenfassung

Durch seinen Tod hat Otho der Bevölkerung, wie den Soldaten, vorläufig noch größeres Leid erspart. Vitellius und Vespasian verwüsten das Land und die Stadt Rom, selbst das große Heiligtum der Römer, der Jupitertempel, wurde durch sie in Mitleidenschaft gezogen.

Die große Frage warum Galba ihn nicht zum Nachfolger wollte bleibt offen, hatte er nur die Geschi­cke des Staates im Sinn oder hatte er womöglich doch andere Beweggründe[104] ?

Die namhaften Geschichtsschreiber dieser Zeit Tacitus, Plutarch, Sueton und Cassius Dio be­schreiben Othos Wesen durchgängig als schlecht und verdorben – schuld daran seien seine Ju­gendjahre – doch seine Maßhaltigkeit in Lusitanien als Proprätor rechnen sie ihm nicht positiv an.

Doch was kann man Otho konkret vorwerfen? Ein, zwei bekannte Verfehlungen in der Jugend und dass er den Kaiser, dessen Herrschaft im Wanken war, stürzte um sein eigenes Leben zu retten[105]. Unter seiner, wenn auch kurzen, Herrschaft wurde kein Senator hingerichtet und auch sonst sind nicht übermäßig viele Köpfe bei Umsturz gerollt.[106] Eine gewisse Durchtrie­benheit musste ein Regent schon mitbringen, um überhaupt an die Macht zu kommen und sie vor allem zuhalten. Auch andere Großen des Reiches (z.B. Vespasian) haben unter Nero Kar­riere gemacht, seinen „Spielchen“ konnte sich bestimmt niemand entziehen.

Besonders Tacitus[107] lässt keine Gelegenheit aus Othos Verderbtheit zu beschreiben, was zu fol­gender These veranlasst: Otho unterlag dem Vitellius, der wiederum von Vespasian besiegt wurde. Vespasian, der Flavier, war tüchtig und stabilisierte das römische Imperium. Otho war nur das Bindeglied zwischen zwei gescheiterten Herrschern, wenn man ihn also schlechter macht als er gewesen ist, rechtfertigt man damit die Usurpation Vespasians und richtet keinen großen Schaden in der Geschichts­schreibung an.

Allgemein besteht das Problem, das sich jede Quelle auch gegen Otho auslegen lässt. Es ist stark anzuzweifeln, das Otho so von Grund auf schlecht gewesen sein soll. Es wird zwar oft betont, aber fast nie konkret belegt. Die lässt nur den Schluss zu, dass entweder die Historio­graphen mehr wussten als sie aufgeschrieben haben oder ein geläuterter Otho nicht in das ge­stalterische Konzept passte. Aufgrund der Quellenlage bleibt eine Bewertung hypothetisch.

Literatur

Bellen, Heinz: Grundzüge der römischen Geschichte, Bd. 2,Darmstadt 1998

Borst, Joseph: P. Cornelius Tacitus HISTORIEN – Lateinisch-deutsch – München und Zürich 1984

Flaig, Egon: Den Kaiser herausfordern. Die Usurpation im Römischen Reich, Frankfurt, New York 1992

Heller, Erich: P. Cornelius Tacitus ANALEN – Lateinisch-deutsch – München und Zürich 1985

Holztrattner, Franz: Poppaea Neronis potens – Studien zu Poppaea Sabina, Graz Horn Wien 1995

Kaltwasser: Plutarchs vergleichende Lebensbeschreibungen, Leipzig 1927

Veh, Otto: Cassius Dio – Römische Geschichte, Zürich und München 1987

Wellesley, Kenneth: The long year 69 AD, London 1989

Anhang

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Münze Othos (Vorder- und Rückseite),

Wellesley, Kenneth: The long year 69 AD, London 1989, Plate 1.

[...]


[1] Cass. Dio 63.13.1-2.

[2] Bezeichnung für den Zeitraum 68/69 n. Chr., in dem nacheinander Galba, Otho, Vitellius und Vespasian zu rö­mischen Kaisern ausgerufen wurden.

[3] Gemeint ist der Bürgerkriege.

[4] Vgl. Heinz Bellen, Grundzüge der römischen Geschichte, Bd. 2, Darmstadt 1998, S. 66.

[5] Vindex war ein romanisierter Gallier und rühmte sich, eine Anhängerschaft von 100 000 Mann hinter sich zu haben. Sozusagen in ihrem Namen (Sequaner, Häduer und Arverner) forderte er einen anderen Kaiser.

[6] Suet. Galba 10.1.

[7] Vgl. Heinz Bellen, Grundzüge der römischen Geschichte, Bd. 2, Darmstadt 1998, S. 66.

[8] Plut. Galba 6.3. Zirka 20 000 Gallier und er selbst fielen bei der Schlacht.

[9] Er tat dies nicht aus Selbstlosigkeit, denn er hoffte nach der Entmachtung seines Kollegen Ofonius Tigellinus al­lein das Kommando über die Garde zu haben.

[10] Etwa 30.000 Sesterzen.

[11] Plut. Galba 2.2.

[12] Zumindest berichtet es Sueton in Galba 11.1.

[13] Flaig, Den Kaiser herausfordern, 1992, S. 293.

[14] Galba hatte seinen Vertrauten Cornelius Laco zum neuen Prätorianerpräfekten ernannt und damit Nymphidius Sabinus vor den Kopf gestoßen. In seiner Enttäuschung ging er so weit, dass er sich von „seinen“ Prätorianern zu Imperator akklamieren lassen wollte, er wurde jedoch von den Soldaten getötet. (Plut. Galba 8).

[15] Tac. hist. I.6.2, Suet. Galba 12.3 und Cass. Dio 63.3.

[16] Plut. Galba 17.

[17] Vgl. Plut. Galba 15.2. So erhielt Petronius Turpilianus, ein ehemaliger Konsul der Befehl sich selbst zu töten.

[18] Vgl. Tac. hist. I.7.3, I.6.1, I.16.4 und Cass. Dio 63.3. Sie betonen sein hohes Alter.

[19] Plut. Galba 15.1.

[20] Laut Tac. hist. I.20.1 waren es 2.200 Millionen Sesterzien, von denen 90% zurück zu geben waren.

[21] Vgl. Tac. hist. I.20.1 und Suet. Galba 15.1. Das Eintreiben der Summen löste eine unüberschaubare Anzahl von Kettenreaktionen aus (vgl. Flaig, Den Kaiser herausfordern, 1992, S. 295).

[22] Heinz Bellen, Grundzüge der römischen Geschichte, Bd. 2, Darmstadt 1998, S. 70.

[23] Otho war zu dieser Zeit Statthalter der Provinz Lusitania (heutiges Portugal). Er unterstützte Galba sogar mit seinem Privatvermögen (Plut. Galba 20.2).

[24] Galba hatte im wesentliche drei Berater: den Gardechef Cornelius Laco, den Freigelassenen und zum Ritter er­nannten Icelus und Titus Vinius mit dem er sich das Konsulat teilte.

[25] Vgl. Plut. Galba 21.1. Vinius wollte Otho als Nachfolger (er beabsichtigte seine Tochter mit Otho zuvermäh­len), Laco und Icelus waren gegen Otho.

[26] Dies konnte Otho nur mit Billigung Galbas tun. Es war normal dass der Cäsar ein Donativ an die Soldaten ver­teilte. Also muss Galba Otho zumindest als Adoptionskandidat in betracht gezogen haben, sonst hätte zumindest C. Laco dieses Verhalten nicht geduldet. (Vgl. Suet. Otho 4.2, Plut. Galba 20 und Tac. hist. I.24)

[27] Flaig, Den Kaiser herausfordern, 1992, S. 297.

[28] Ebenda.

[29] Ebenda.

[30] Was den Unmut noch verstärkte.

[31] Flaig glaubt Sueton nicht und begründet. „Dies kann nicht der Wahrheit entsprechen (das er Piso schon vor lan­ger Zeit zum Erben seines Privatvermögens eingesetzt hatte) da das Privatvermögen des Kaisers automatisch an seinen Nachfolger übergeht“. Wenn aber Galba Piso vor seinem Principat zu seinem rechtmäßi­gen Erben be­stimmt hat, kann das wohl der Wahrheit entsprechen. Otho muss es ja nicht gewusst haben.

[32] Flaig, Den Kaiser herausfordern, 1992, S. 298.

[33] Ebenda. Bereits im Herbst 68 war die Nachfolge Tagesgespräch in Rom und man erwartete die Adoption zur Jahreswende (vgl. Tac. hist. I.13.2, Plut Galba 19.1 und 21.2).

[34] Ebenda, S. 300. Die Salvier waren zwar kein altrömisches Adelsgeschlecht, aber doch eines der vornehmsten etrurischen. Der Eintritt in den Senat war erst Othos Großvater gelungen, doch bereits der Vater durchlief eine glänzende Karriere und verschaffte der Familie den Patriziat.

[35] Plut. Galba 19.2-3, Tac. hist. I.13.3, Tac. ann. 45.4 und Suet. Otho 2.1-2.

[36] Tacitus, Plutarch, Sueton und Cassius Dio.

[37] Die Historiographen berichten übereinstimmend, dass Otho ein wirklich verdorbener Menschen gewesen sein muss, es fehlen aber, bis auf den Fall der Poppaea Sabina (dazu später mehr), konkrete Beispiele, mit den bei Nero nicht gespart wird! Plutarch formuliert: „Otho habe den Hang zur Schwelgerei und sei von Kindheit an verdorben gewesen“.

[38] Siehe Kap. 2.2.

[39] Tac. hist. I.12.3

[40] Flaig, Den Kaiser herausfordern, 1992, S. 302.

[41] Vielleicht hatte er profanere Gründe, als wir vermuten. Es könnte eine persönliche Abneigung gegenüber Otho bestanden haben oder stand er womöglich in einer Art Abhängigkeitsverhältnis mit einem seiner Vertrauten, Laco oder Icelus. In Suet. Galba 21 wird berichtet, das Galba ein Verhältnis mit Icelus gehabt haben soll, der ja bekanntlich großen Einfluss auf Galbas Entscheidungen hatte.

[42] Das Jahr ihrer Geburt ist nicht gesichert. Es liegt zwischen 30 und 32.

[43] Die Mutter hatte den gleichen Namen, wie die Tochter. Bei ihr spricht man von Poppaea Sabina der Älteren.

[44] Tac. ann. 13.45.2.

[45] Tac. ann. 11.2.1.

[46] Dritte Frau des Kaisers Claudius.

[47] Tac. ann. 11.2.2.

[48] Der Großvater ist ihr Namenspatron, was darauf schließen lässt, dass ihr Vater schon tot oder zumindest politisch in Ungnade gefallen war.

[49] Tac. ann. 4.46.1.

[50] Tac. ann. 14.1.2.

[51] Tac. ann. 11.1.3 und 11.4.3.

[52] Vgl. Franz Holztrattner, Poppaea Neronis potens, 1995, S. 7. Weiter bemerkt er, dass Agrippina im Jahr 51 bei Claudius die Entlassung des Rufrius aus dem Präfektenamt durchgesetzt hatte und damit auch die „Karriere“ Poppaea am Ende war.

[53] Suet. Otho 3.

[54] Obwohl Nero Poppaea kurz darauf zur Frau nahm. Suet Nero 36.1.

[55] Plut. Galba 19.2-5.

[56] Octavia wurde auf Befehl Neros ermordet.

[57] Plut. Galba 20.1.

[58] Cass. Dio 62.11.2.

[59] Tac. hist. I.13.3

[60] Rufrius Crispinus wird in den Historien nie erwähnt. Vgl. Franz Holztrattner, Poppaea Neronis potens, S .26.

[61] Der Zweck der Annalen ist auch ein anderer, sie dienen dazu Poppaea näher zu charakterisieren.

[62] Otho zog Poppaea in seinen Bann, auch weil er als der am meisten begünstigte unter den Freunden Neros galt. Und nicht lange, so wurde durch den Ehebruch ein Ehebund gestiftet. So Tac. ann. 13.45.4.

[63] Franz Holztrattner, Poppaea Neronis potens, S .21-22.

[64] Ebenda, S .24.

[65] Franz Holztrattner, Poppaea Neronis potens, 1995.

[66] Zumal sie sich im Detail in Widersprüche verstricken.

[67] Mehrere Indizien sprechen für Othos Liebe. Zum einen die räumliche Trennung (Statthalteramt in Lusitanien, für das er die Vorrausetzungen nicht erfüllte) von Poppaea und zum anderen ließ er in seiner Regierungszeit ihre Statuen Poppaeas wieder aufstellen (Tac. hist. I.78.2.).

[68] Zumindest wird keine Frau in den Quellen erwähnt.

[69] Tac. ann. 14.60.

[70] Flaig, Den Kaiser herausfordern, 1992, S. 302.

[71] Tac. hist. I.21.1: Es gibt keine zweite ehrenvolle Verbannung.

[72] Tacitus baut das Argument noch aus, indem er schreibt: Der Tod sei von Natur uns allen in gleicher Weise bestimmt, ein Unterschied ergebe sich nur darin, ob ihm Vergessenheit bei der Nachwelt oder Ruhm folge (Tac. hist. I.21.2).

[73] Tac. hist. I.27.2.

[74] Alle Details in Suet. Galba 20.2.

[75] Vgl. Heinz Bellen, Grundzüge der römischen Geschichte, Bd. 2, Darmstadt 1998, S. 71-72.

[76] Flaig, Den Kaiser herausfordern, 1992, S. 305.

[77] Suet. Otho 8.1.

[78] Flaig, Den Kaiser herausfordern, 1992, S. 310.

[79] Suet. Otho 7.1 und Tac. hist. I.87.2.

[80] Ebenda, S. 311.

[81] Plut. Otho 2 und Tac. hist. I.73.

[82] Flaig, Den Kaiser herausfordern, 1992, S. 307.

[83] Plut. Otho 3.1 und Suet. Otho 7.1.

[84] Bei Mt. Genèvre.

[85] Bei Gr. St. Bernhard.

[86] Heinz Bellen, Grundzüge der römischen Geschichte, Bd. 2, Darmstadt 1998, S. 72.

[87] Po.

[88] Tac. hist. II.11.3.

[89] Ebenda.

[90] Tac. hist. II.32.2.

[91] Tac. hist. II.39.2.

[92] 16.04.69.

[93] Heinz Bellen, Grundzüge der römischen Geschichte, Bd. 2, Darmstadt 1998, S. 72.

[94] Suet. Otho 2.1.

[95] Ebenda.

[96] Vgl. Suet. Nero 26.1.

[97] Suet. Otho 2.2.

[98] Ebenda.

[99] Ebenda.

[100] Suet. Otho 3.2.

[101] Suet. Otho 4.1.

[102] Suet. Otho 4.2.

[103] Zwar ist auch einer an Neros Witwe Messalina dabei, die er angeblich heiraten wollte und damit wieder eine Verbindung zu Nero geschaffen, dies soll aber hier nicht weiter diskutiert werden. Suet. Otho 10.2.

[104] Vielleicht gab es Abhängigkeiten Galbas, von denen wir heute nicht mehr wissen? Otho muss sich von Galba etwas erhofft haben, sonst wäre er in Portugal geblieben.

[105] Da er nicht adoptiert wurde, war er ein potentieller Gegner und die lebten normalerweise nicht lange.

[106] Es ist klar, dass Galba und Piso den Machtwechsel nicht überlebten.

[107] Tacitus hat seine Karriere unter der flavischen Dynastie begonnen. Er betont zwar seine Unabhängigkeit, doch ist das vielleicht sogar in Indiz dagegen.

18 von 18 Seiten

Details

Titel
Das Principat des Othop
Hochschule
Technische Universität Dresden
Veranstaltung
Principat des Claudius
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V108772
Dateigröße
673 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Principat, Othop, Principat, Claudius
Arbeit zitieren
Alexander Berndt (Autor), 2003, Das Principat des Othop, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108772

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