Verbriefung nicht handelbarer Risiken - Strukturierung, Risiken und Bewertung von Asset Backed Securities


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Charakteristika und Gestaltung von Asset Backed Securities
2.1 Grundkonzeption und Definition
2.2 Beteiligte Parteien und deren Funktionen
2.3 Strukturvarianten und Arten von Asset Backed Securities

3 Risikoanalyse und Sicherungsmöglichkeiten
3.1 Risiken der Asset Securitisation
3.2 Träger der Kreditrisiken
3.3 Besicherungsformen (Credit Enhancement)

4 Bewertung von ABS
4.1 Vor- und Nachteile aus Sicht des Originators
4.2 Aufsichtsrechtliche Problembereiche in Deutschland

5 Schlussbetrachtung
Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundstruktur einer Forderungsverbriefung

Abbildung 2: Risiken der Asset Securitisation

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Verbriefung von Forderungen (Asset Securitisation)[1] ist eine sich seit drei Jahrzehnten entwickelnde Tendenz an den internationalen Finanzmärkten. Die Asset Securitisation hat ihren Ursprung in den siebziger Jahren, als amerikanische Kreditinstitute zunehmend bankeigene Forderungen verbrieften. Einige Gründe hierfür waren Liquiditätsprobleme zwischen Banken einzelner Bundesstaaten und der notwendig gewordene Abbau von Zinsänderungs- und Fristentransformations-risiken.[2] Um das Ziel - den gewünschten Kapitalausgleich und die Übertragung der o. g. Risiken - zu erreichen, musste ein Sekundärmarkt für Hypothekenkredite eingerichtet werden. Nun begannen die Banken Hypothekarkredite aufzukaufen, zu bündeln und mit diesem Pool unterlegte Wertpapiere auszugeben. Somit entstand ein Sekundärmarkt für die vorher illiquiden Mortgages. Die staatliche GNMA nahm hierbei die wichtigste Rolle ein, da sie als Pionier auf dem Gebiet der Securitisation die ersten MBS (Mortgage Backed Securities)-Konstruktion initiierte.[3] Anfang der achtziger Jahre ergab sich aufgrund verschiedener Ursachen[4] ein nachhaltiger Strukturwandel auf den Finanzmärkten. Von diesem Zeitpunkt an bedienten sich immer mehr Nichtbanken dieser Finanzierungsform, indem beispielsweise Tochterunternehmen von Automobilherstellern, Leasing-gesellschaften und Kreditkartenunternehmen Forderungen zu einem Pool bündelten und sich durch Wertpapierbegebung refinanzierten.[5] „In Deutschland fristete die Asset Securitisation bis Mitte 1997 lediglich ein Schattendasein, da ihre wichtigsten Träger, die Kreditinstitute, bis dahin kaum Transaktionen durchgeführt hatten, bei welchen sie ihre eigenen Forderungen verbrieften.“[6] Das Ziel der folgenden Arbeit ist es, die Grundstruktur und die beteiligten Parteien dieser innovativen Finanzierungsform darzustellen. Dabei soll hauptsächlich auf die klassische Verbriefung eingegangen werden. Anschließend folgt eine Risiko- und Chancenanalyse, um die Vor- und Nachteile transparent zu machen. Abschließend werden noch kurz die aus deutscher Sichtweise geäußerten aufsichtsrechtlichen Stellungnahmen zu einer Asset Backed-Finanzierung betrachtet.

2 Charakteristika und Gestaltung von Asset Backed Securities

2.1 Grundkonzeption und Definition

Die zugrundeliegende Idee der ABS-Finanzierung von Unternehmen besteht darin, nicht handelbare Forderungen an eine Zweckgesellschaft (SPV= Special Purpose Vehicle) mit bilanzbefreiender Wirkung zu verkaufen. Diese Gesellschaft wird mit einem nur geringem EK ausgestattet und hat als alleinigen Geschäftszweck die angekauften Forderungen von dem Assetverkäufer (Originator) in einem diversifizierten Pool zu bündeln und sich durch deren Verbriefung (Securitisation) zu refinanzieren. Die Verbriefung erfolgt entweder über die Emission von Wertpapieren oder über die Platzierung von Schuldscheindarlehen bei institutionellen Anlegern, wobei der Forderungspool als Haftungsmasse dient. Allgemein ausgedrückt erfolgt eine Emission von mit werthaltigen Forderungen (Assets) besicherten (Backed) Wertpapieren (Securities).[7] Der Originator erhält dafür sofort den vereinbarten Kaufpreis. Mit der Übertragung der Forderungen (True Sale) an die SPV werden diese rechtlich verselbständigt und entziehen sich somit dem allgemeinen Geschäfts- und Managementrisiko des Assetverkäufers.[8] Des weiteren erfolgt ein Rating der Emission durch eine Ratingagentur (z.B.: S&P, Moodys, DCR oder Fitch/IBCA), deren Aufgabe es ist, die Transparenz der mit den Wertpapieren übernommenen Risiken für die Investoren zu gewährleisten. Es findet somit eine Beurteilung des Forderungsportefeuille, der Bonität aller Beteiligten, aber vor allem des SPV und der Garantiegeber statt.[9]

In der Fachliteratur existieren unzählige Versuche einer Definition für Asset Securitisation. Eine der aktuelleren Begriffserklärungen nach Bär lautet: „Die Asset Securitisation ist eine innovative Finanzierungstechnik, bei der [...] ein

(meist) diversifizierter Pool von Finanzaktiven aus der Bilanz einer Bank oder eines Unternehmens ausgegliedert, [...] in einem Special Purpose Vehicle rechtlich verselbständigt, [...] und von diesem über die Ausgabe von Wertschriften an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten refinanziert wird. Dabei handelt es sich um die Konversion illiquider Vermögenswerte in geld- und kapitalmarktfähige Finanzinstrumente.“[10]

[...]


[1] In der deutschen Literatur wird meist die angloamerikanische Bezeichnung verwendet, da sich

noch kein deutscher Begriff etabliert hat.

[2] Vgl. Bund (2000), S. 2.

[3] Vgl. Paul (1994), S.122.

[4] Vgl. Ohl (1994), S. 10.

[5] Vgl. Arbeitskreis „Finanzierung“ (1992), S.496.

[6] Bund (2000), S. 4.

[7] Vgl. Herrmann (1997), S. 223.; Arbeitskreis “Finanzierung” (1992), S. 496.; Benner (1988), S. 403 ff.; Paul (1994), S. 118 ff.; Pollock/Stadum/Holtermann (1991), S. 275 f.; Schneider/Eichholz/Ohl (1992), S. 1452 ff.; Wulfken/Weller (1992), S. 644 ff.

[8] Vgl. Bund (2000), S.13.

[9] Vgl. Hermann (1997), S. 223.

[10] Bär (1997), S.35.; vgl. auch: Böhmer (1996), S. 17.; Benner (1988), S. 403f.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Verbriefung nicht handelbarer Risiken - Strukturierung, Risiken und Bewertung von Asset Backed Securities
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Wiwi-Fakultät)
Note
2,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
20
Katalognummer
V10887
ISBN (eBook)
9783638171922
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Asset Backed Securities; ABS
Arbeit zitieren
Patrick Witzmann (Autor), 2002, Verbriefung nicht handelbarer Risiken - Strukturierung, Risiken und Bewertung von Asset Backed Securities, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10887

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