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Das Finale des "Oktett für Blasinstrumente" 1923

Title: Das Finale des "Oktett für Blasinstrumente" 1923

Seminar Paper , 1995 , 11 Pages , Grade: 2

Autor:in: Ivano Abetini (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Das Oktett für Blasinstrumente steht am Anfang der neoklassizistischen Werke Strawinskys. Nach seiner russischen Periode, deren Werke wesentlich von der russischen Folklore bestimmt waren, beginnt mit der Komposition der Pulcinella-Suite eine neu Phase seines Schaffens: Zu seiner Kompositionsweise tritt die Dimension der Musikgeschichte hinzu. Klassizismus, der Rückgriff auf Klassisches war zur Zeit Strawinskys keine neu Idee. Die Nachahmung klassischer Vorbilder diente vielen Komponisten als Hilfe, den eigenen Werken klassische Geltung zu verleihen. Das grundsätzlich Neue des musikalischen Neoklassizismus Strawinskys liegt aber gerade dort, nicht nachzuahmen, sondern sich von klassischen Werken zu Neuem inspirieren zu lassen. Ganz im Sinne des russischen Formalismus geht es nicht um Verschmelzung von Elementen zu einer natürlichen und vollkommenen Einheit, sondern Strawinsky will das Geschlossene sprengen und die einzelnen Elemente freilegen und sichtbar machen. Der Eindruck des künstlich Gemachten und des unnatürlich Zusammengebauten soll dem Hörer auffallen und ihm helfen, die Machart des Werkes zu hören.
In dieser Arbeit werde ich zuerst auf die Form des Finales eingehen, im zweiten Teil die Elemente der neoklassizistischen Musik Strawinskys, die in diesem Satz auftreten, darlegen. Zum Schluß sei mir noch ein Versuch gestattet, die Gesamtanlage zu diskutieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

FORMALER AUFBAU DES SATZES

ELEMENTE DER NEOKLASSIZISTISCHEN MUSIK STRAWINSKYS.

FOLKLORISTISCHE ELEMENTE

BAROCKE ELEMENTE

NEOKLASSIZISTISCHE ELEMENTE BZW. VERFREMDUNGSTECHNIKEN

ZUR GESAMTANLAGE DES SATZES

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Finale von Igor Strawinskys „Oktett für Blasinstrumente“ aus dem Jahr 1923, um die spezifischen neoklassizistischen Kompositionsverfahren des Autors sowie deren formale und ästhetische Umsetzung zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Frage, wie Strawinsky traditionelle barocke Strukturen mit folkloristischen Elementen und modernen Verfremdungstechniken kombiniert, um die „Machart“ des Werkes für den Hörer erfahrbar zu machen.

  • Analyse des formalen Aufbaus des Finalsatzes als Rondo-Struktur.
  • Untersuchung der Integration barocker Formprinzipien und Kontrapunktik.
  • Einfluss der russischen Folklore und des „Chorovod“-Prinzips auf Rhythmik und Motivik.
  • Einsatz moderner Verfremdungstechniken zur Störung des gewohnten Taktempfindens.
  • Diskussion der Gesamtanlage des Werkes im Hinblick auf den Gegensatz von Anfang und Schluss.

Auszug aus dem Buch

Formaler Aufbau des Satzes

Das Finale beginnt nach einer Überleitung der Fagotte attacca. Es erklingt ein barock anmutendes Thema des Fortspinnungstypes, das an ein Fugenthema erinnert. Das zweite Fagott begleitet, wie ein basso continuo durchgehend in Achtel von Anfang an. Nach dem zweiten Themeneinsatz kommt mit der Klarinette ein weiterer Kontrapunkt hinzu. Beide Begleitstimmen verlaufen in rein skalarer Bewegung. Der dritte Themeneinsatz beginnt einen Halbton tiefer und führt nach vier Takten in eine Kadenz. Dieser Abschnitt, bis Ziffer 61, hat einen einfachen modal-harmonischen Rahmen: Bis auf wenige Ausnahmen, vor allem in der „Schlußkadenz“, werden Töne der ionischen und lydischen C-Tonleiter verwendet. Der Taktwechsel bei Ziffer 61 weist auf den andersartigen Charakter des ersten Couplets hin.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Einführung in Strawinskys neoklassizistische Schaffensperiode und die Zielsetzung, die Machart des Finales im Oktett für Blasinstrumente offen zu legen.

FORMALER AUFBAU DES SATZES: Detaillierte Beschreibung der musikalischen Struktur des Finales, inklusive der Themenverläufe und Übergänge bis zur Coda.

ELEMENTE DER NEOKLASSIZISTISCHEN MUSIK STRAWINSKYS.: Analyse der stilistischen Komponenten, unterteilt in Folklore-Bezüge, barocke Traditionen und moderne Verfremdungstechniken.

FOLKLORISTISCHE ELEMENTE: Erörterung der Wirkung russischer Folklore auf Strawinskys Kompositionsweise, insbesondere hinsichtlich Kurzmotivik und Blockhaftigkeit.

BAROCKE ELEMENTE: Untersuchung der kontrapunktischen Gestaltung und der Verwendung traditioneller dynamischer Prinzipien, die das Werk als „absolute Musik“ definieren.

NEOKLASSIZISTISCHE ELEMENTE BZW. VERFREMDUNGSTECHNIKEN: Beschreibung der Verfahren wie Polyrhythmik und mechanische Ostinati, die das vertraute Hörerlebnis stören und den künstlichen Aufbau betonen.

ZUR GESAMTANLAGE DES SATZES: Synthese der Beobachtungen zur Entwicklung des Satzes hin zur Coda und die Vermischung gegensätzlicher musikalischer Substanzen.

Schlüsselwörter

Igor Strawinsky, Oktett für Blasinstrumente, Neoklassizismus, Musikgeschichte, Finale, Rondoform, Kontrapunktik, russische Folklore, Verfremdungstechniken, Basso continuo, Polyrhythmik, Chorovod, formale Analyse, Moderne, Modale Harmonik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Finale des „Oktetts für Blasinstrumente“ (1923) von Igor Strawinsky und dessen Einordnung in das neoklassizistische Schaffen des Komponisten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind der formale Aufbau des Satzes, die barocken und folkloristischen Einflüsse sowie die bewussten Verfremdungstechniken, die Strawinsky einsetzt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Strawinsky durch die Freilegung und Sichtbarmachung einzelner musikalischer Bausteine den Hörer dazu anregt, die künstliche Machart des Werkes bewusst wahrzunehmen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine formanalytische und musikwissenschaftliche Untersuchung des Finalsatzes durch, wobei er den Notentext, die Rhythmik und die harmonische Gestaltung sowie vergleichende Literatur heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung des formalen Satzaufbaus, eine Analyse der stilistischen Elemente (Folklore, Barock) und eine Betrachtung der Verfremdungsstrategien sowie der Gesamtanlage des Werkes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Neoklassizismus, Kontrapunktik, Rondoform, Ostinati, Polyrhythmik und formale Analyse charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt dem „Chorovod-Prinzip“ in der Analyse zu?

Das „Chorovod-Prinzip“ (Russischer Reigentanz) dient als Erklärungsmodell, um das Streben des gesamten Satzes in Richtung der Coda zu verstehen.

Warum betont der Autor die „Verfremdung“ bei Strawinsky?

Die Verfremdung wird betont, weil Strawinsky durch Taktwechsel und Akzentverschiebungen die barocken Strukturen bewusst stört, um den Hörer zu überraschen und auf die Konstruktion des Musikstücks aufmerksam zu machen.

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Details

Title
Das Finale des "Oktett für Blasinstrumente" 1923
College
University of Tubingen
Course
Seminar: Igor Strawinski in den zwanziger Jahren
Grade
2
Author
Ivano Abetini (Author)
Publication Year
1995
Pages
11
Catalog Number
V108872
ISBN (eBook)
9783640070633
ISBN (Book)
9783640863808
Language
German
Tags
Finale Oktett Blasinstrumente Seminar Igor Strawinski Jahren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ivano Abetini (Author), 1995, Das Finale des "Oktett für Blasinstrumente" 1923, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108872
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