Der Waldkindergarten - Eine historische und pädagogische Betrachtung. Ein Ansatz zur konzeptionellen Entwicklung für die Kindertagesstätte der 'Predigergemeinde'


Facharbeit (Schule), 2003

35 Seiten, Note: 1,0


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Inhalt

Einleitung

1 Historische Betrachtung
1.1 Wurzeln des Waldkindergartens
1.2 Die Waldkindergartenbewegung in den neunziger Jahren
1.3 Die verschiedenen Waldkindergärten -eine Auswahl-
1.3.1 Der „klassische“ Waldkindergarten
1.3.2 Die Erweiterung von Kindertagesstätten um eine Waldkindergartengruppe
1.3.3 Projekt bzw. zeitlich bezogene Waldprojekte in Kindertagesstätten
1.3.4 Der Strand- und Bauerhofkindergarten

2 Pädagogische Betrachtung
2.1 Die Idee der Waldkindergärten
2.2 „Ohne Wände“ -soziologisches Argument-
2.3 „Geschicklichkeit und Motorik“ -motorisches Argument-
2.4 „Soziales Lernen“ -sozialpädagogisches Argument-
2.5 „Natur pur“ -erlebnispädagogisches Argument-
2.6. „Umweltbildung“ -bildungstheoretisches und sozialökologisches Argument-

3 Praxisbeispiel: Der Waldtag in der Kindertagesstätte der „Predigergemeinde“ Erfurt Bestandsaufnahme und Ansätze zur konzeptionellen Weiterentwicklung
3.1 Bestandsaufnahme
3.1.1 Die Erweiterung des Kindergartens der Predigergemeinde um eine Waldgruppe
3.1.2 Beschreibung eines Waldtages
3.2 Wo ergeben sich Entwicklungsmöglichkeiten und wie können diese praktisch Aussehen?
3.2.1 Ohne Wände
3.2.2 Förderung der Motorik
3.2.3 Soziales Lernen
3.2.4 Erlebnispädagogik
3.2.5 Umweltbildung
3.2.6 Zusammenfassung

4 Abschluss

Literraturverzeichnis

Erklärung

Einleitung

Der Waldkindergarten ist einen neue Form des pädagogischen Arbeitens innerhalb der Kindergartenbewegung. Vor allem durch den Ort, den Wald, ist diese Form des Zusammenlebens ungewöhnlich. Als Waldkindergärten bezeichnet man die Einrichtungen, wo die pädagogische Arbeit und das Zusammenleben der Gruppe nicht in einem festen Gebäude, sondern im Wald stattfindet. Am Anfang wurde die Bestrebungen der Waldkindergärten behördlicherseits bewusst verschwiegen, um keinerlei Nachahmung zuzulassen. Dennoch konnte sich die Waldkindergartenbewegung ausbreiten. Zu verdanken ist dies engagierten Elterninitiativen die mit viel Geduld und der Öffentlichkeit dieses Thema immer wieder in die aktuelle Diskussion einbrachten. Heute sind Waldkindergärten eine Selbstverständlichkeit und nicht mehr aus der vielfältigen Kindergartenlandschaft wegzudenken. Sie haben sich fest etabliert und erfreuen sich regen Zuspruchs.

Die vorliegende Facharbeit beginnt im ersten Teil mit einer historischen Betrachtung. Hier wird die Entstehung des Waldkindergartens und verschiedene Formen des Waldkindergartens erörtert.

Im zweiten Teil werden die pädagogischen Besonderheiten des Waldkindergartens herausgearbeitet und in Zusammenhang mit aktuellen psychologischen und pädagogischen Erkenntnissen gestellt.

Der dritte Teil dieser Facharbeit beleuchtet die Situation der Waldgruppe der Ev. Kindertagesstätte „Predigergemeinde“ in Erfurt. In diesem Abschnitt werden nach einer Kritik und Würdigung der bisherigen Praxis das Waldtages neue konzeptionelle Ansätze und Entwicklungsmöglichkeiten herausgearbeitet und dargestellt.

Im Anhang wird ein erprobtes Praxisbeispiel, das sich auf neue konzeptionelle Ansätze stützt beigelegt.

1 Historische Betrachtung

1.1 Wurzeln des Waldkindergartens

Die Anfänge des Waldkindergartens sind in Nordeuropa zu finden, genauer in Dänemark. Begründerin des Waldkindergartens ist Ella Flatau aus Sölleröd.[1] Sie ging mit ihren eigenen Kindern jeden Tag in den Wald. Andere Eltern hörten von diesem Waldkindergarten und brachten ebenfalls ihre Kinder zu Frau Flatau. Die Gruppe entwickelte sich bald zu einer festen Einrichtung. Die Eltern gründeten eine Initiative aus der später der erste Waldkindergarten hervorging.[2]

In der Bundesrepublik Deutschland hat Ursula Sube den ersten Waldkindergarten in Wiesbaden (1968) eröffnet. Dieser erste private Waldkindergarten ist eher aus einer Notsituation entstanden. Ein Bekannter suchte für seine vier Kinder vergeblich einen Kindergartenplatz. Entsprechend nahm sie sich der Kinder an und verbrachte die Vormittage mit ihnen im Wald.[3] Der Waldkindergarten von Frau Sube wurde sehr populär in der Region. Bis 1998 leitete Sie den Waldkindergarten dreißig Jahre lang. Obwohl die Behörden (Jugendamt), mit denen Frau Stube sofort 1968 Kontakt aufgenommen hatte den Waldkindergarten nicht befürworteten, so wollten sie diese neue Form des Kindergartens dennoch nicht verbieten. Deshalb wurde er stillschweigend geduldet, ohne ihn jedoch weiterhin bekannt zu machen.[4] Er sollte über den unmittelbar betroffenen Kreis nicht bedeutend werden. Dies ist auch der Grund warum nach diesem ersten Waldkindergarten erst fünfundzwanzig Jahre später ein zweiter Waldkindergarten eröffnete.[5]

Ende der achtziger Jahre wurde das betreffende Referat im Jugendamt neu besetzt. Der neue Referent wollte aus Aufsichtspflichtgründen diesen Zustand nicht weiterhin dulden. Er forderte eine zweite Aufsichtsperson. Jedoch überstieg dies die finanziellen Möglichkeiten der Initiative. Es kam zu einem amtlicher Ortstermin, bei dem Experten diese Form des Waldkindergartens begutachteten. Die Experten waren begeistert und zum Erstaunen der Initiative erteilte das Jugendamt die amtliche Betriebserlaubnis mit zwei Auflagen: für eventuelle Notfälle musste ein Handy mitgeführt werden und die Gruppenstärke durfte 15 Kinder nicht überschreiten.[6] Dadurch war der Weg frei, dass Waldkindergärten in der ganzen Bundesrepublik Deutschland gegründet werden konnten.

1.2 Die Waldkindergartenbewegung in den neunziger Jahren

In der Bundesrepublik Deutschland gab es bis in die neunziger Jahre nur sehr vereinzelt Waldkindergärten. Dagegen hatte sich in Dänemark der Waldkindergarten zu einer festen Größe etabliert.

Die zweite Generation Waldkindergärten hat ihren Ursprung in Norddeutschland, aufgrund der Nähe zu Dänemark. In Flensburg (1993) und in Lübeck (1994) öffneten die ersten Waldkindergärten der zweiten Generation ihre Pforten für Kinder. Zeitgleich nahm in Berglen in Süddeutschland, der erste Waldkindergarten der zweiten Generation seine Arbeit auf.[7]

Gegründet waren diese Waldkindergärten auf Elterninitiativen hin, nicht von staatlicher Seite. Abhängig von der zuständigen Jugendpolitik eine Bundeslandes und der Kommunen sowie der Besiedlung gibt es starke regionale Unterschiede. Die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben die Waldkindergärten tatkräftig unterstützt. Diese Bundesländer verzeichnen auch heute noch die höchste Zahl an Waldkindergarteneinrichtungen.[8] In den neuen Bundesländern gab es dagegen nur wenige Waldkindergärten. Die bekanntesten sind in Dresden, Belzig und Eichenwalde. Bis 1999 waren lediglich 150 Waldkindergärten in der Bundesrepublik Deutschland bekannt.[9]

1.3 Die verschiedenen Waldkindergärten -eine Auswahl-

1.3.1 Der „klassische“ Waldkindergarten

Als „reine“ oder „klassische“ Waldkindergärten bezeichnet man Einrichtungen, die außerhalb des Waldes kein eigenes Gebäude besitzen und nicht an bestehende Kindergarteneinrichtungen angebunden sind.[10] Der „klassische“ Waldkindergarten findet ganzjährig im Wald statt. Nur bei extremen Witterungsbedingungen wird auf ein Gebäude ausgewichen. Dieser Schritt wurde, gemessen an der kleinen Zahl der Waldkindergärten, in großer öffentlicher Debatte diskutiert. Daher wurde das Konzept der Waldkindergärten in Deutschland in breiteren Kreisen bekannt. Das hatte Auswirkungen auf die Regelkindergärten, die nun ihr Angebot überprüfen und Aspekte naturnaher Elementarpädagogik in ihr Konzept integrieren mussten.[11] Durch den öffentlichen Einfluss entwickelten sich in den Regelkindergärten eine Anzahl an Mischformen von Wald- und Regelkindergärten.

1.3.2 Die Erweiterung von Kindertagesstätten um eine Waldkindergartengruppe

Wenn die äußerlichen Bedingungen stimmen kann sich ein Regelkindergarten um eine Waldgruppe erweitern. Diese Bedingungen umfassen ein großes Gelände, genügend Erzieher bzw. Erzieherinnen[12], Nähe zum Wald und räumliche Möglichkeiten um den „normalen“ Regelkindergartenbetrieb bei Schlechtwetter nicht zu beeinflussen. Solche Varianten haben sich in ganz Deutschland entwickelt. In Erfurt beispielsweise ist das „Augusta-Victoria-Stift“ diesem Konzept gefolgt. Die Kinder werden morgens in die Einrichtung gebracht und starten von dort aus zu ihrem Domizil im Wald. Die Kinder haben die Möglichkeit in einer anderen Einrichtung eine warme Mittagsmahlzeit zu bekommen und sich dort auch ein wenig ausruhen.

Kritiker dieser Mischform werden ein, dass der Grundgedanke des Waldkindergartens verloren geht. Die Kinder erleben die Natur nur unter erleichterten Bedingungen. Die Kritiker halten es für wichtig, dass die Kinder bei jeder Witterung und zu jeder Jahreszeit im Wald sind. Desweiteren fragen die Kritiker, ob man Kindern die Wahl lassen sollte, ob sie heute in den Wald gehen wollen oder nicht.[13] „Früherziehung im Wald impliziert auch, den Reiz zu entdecken, der in der Einschränkung liegt. Eine Fülle von Angeboten, innerhalb derer der Wald nur ein Programmpunkt unter vielen ist, verträgt sich damit nicht unbedingt.“[14]

Dennoch herrscht anderseits ein breiter Konsens darüber, dass die „klassischen“ Waldkindergärten nur ein Nischenangebot sein können, da diese Form eine hohes Maß an Eigeninitiative und Mitarbeit der Eltern verlangt.[15]

1.3.3 Projekt bzw. zeitlich bezogene Waldprojekte in Kindertagesstätten

Einige Regelkindergärten haben sich auf verschiedenen Projekte beschränkt. Das heißt, dass alle Kinder der Einrichtung über einen gewissen Zeitraum sich mit einem konkreten Naturthema befassen. Es kann der Wald sein, aber ebenso der Bach, das Feld etc.[16] Jedoch ist hier von dem Erzieher ein hoher organisatorischer Aufwand, zumindest am Anfang, zu leisten. Es müssen Regeln für die Kinder aufgestellt werden, da der Wald andere Anforderungen (Kleidung, Ausrüstung) stellt als der Alltag im Regelkindergarten. Dennoch sollte man die gute Absicht der Einrichtung, die sie damit verfolgt, unterstützen.[17]

1.3.4 Der Strand- und Bauerhofkindergarten

Explizit zum Waldkindergarten entwickelte sich in Küstenregionen der Strandkindergarten. Da es hier wenig Wald gibt, lernen die Kinder den Strand und das Meer von allen Jahreszeiten kennen. Wärme, Kälte, Sturm, Wasser werden von den Kinder zu verschiedenen Jahreszeiten wahrgenommen. Die naturnahe Früherziehung steht hier ebenso im Mittelpunkt und wird auch konsequent umgesetzt.[18]

Der Bauernhofkindergarten setzt sich neben der Natur- und der Tierwelt auch mit landwirtschaftlichen Themen wie Aussaat, Ernte etc. auseinander. Die Kinder befassen sich mit Tieren und deren ökologischer Haltung. Sie helfen mit bei der Ernte und bei der Versorgung der Tiere. Ebenso werden verschieden Heil-, Nutz- und Färberpflanzen kennengelernt. Es gibt nur sehr wenige Bauernhofkindergärten, da dieses Konzept noch sehr neu ist. In Deutschland sind drei dieser Einrichtungen bekannt.[19]

2 Pädagogische Betrachtung

2.1 Die Idee der Waldkindergärten

Geschichtlich betrachtet ist die Idee des Waldkindergartens nicht neu. Bereits der bekannte Pädagoge Rousseau (1712–1778) hat eine Rückbesinnung auf die Natur verlangt. Die Pädagogen der Aufklärung forderten „die Autonomie des Einzelnen und der Natur gegenüber allem Künstlichem: Naturrecht, natürliche Religion und auch ein ‚natürliches System der Pädagogik.“[20] Der Mensch muss damit leben, dass die Welt in ihrer heutigen Form viele „Erleichterungen“ bringt, uns aber gleichzeitig auch immer weiter von der Natur „entfernt“. Diesen Zustand wollen die Waldkindergärten mit ihrem pädagogischen Konzept aufbrechen. Es wäre ein Irrglaube zu meinen, durch eine naturnahe Erziehung das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Das ist keinesfalls der konzeptionelle Ansatz der Waldkindergärten, sondern sie wollen in erster Line den Wald als Lebensraum gemeinsam mit den Kindern erfahren, erforschen und erleben.

Im Waldkindergarten wird mit der Natur gelebt, und man vertraut sich dem Rhythmus der Natur an. Infolgedessen gibt es kein einheitliches pädagogisches Konzept, beziehungsweise Richtlinien, auf die sich alle Waldkindergärten berufen. Es lassen sich jedoch grundsätzliche pädagogische Gedanken herausarbeiten, die die Spezifik des Waldkindergartens beschreiben.[21]

Allen Ansätzen gemeinsam ist in erster Linie der konsequente Bezug auf das Kind mit seiner Erlebnis- und Erfahrungswelt. Deshalb greifen Waldkindergärten vorrangig auf den Situationsansatz zurück. Dieser beinhaltet, dass der Erzieher mit der gerade eingetretenen Situation umgehen muss und sich auf diese einstellt.[22]

Die pädagogische Situation im Waldkindergarten wird vorrangig durch die Abwesenheit von festen Gebäuden bestimmt. Folglich gibt es auch keine festgelegten Räume. Im Abschnitt 2.2. werde ich dieses erörtern. Weiterhin werden die motorischen Fähigkeiten der Kinder im Wald außerordentlich beansprucht. Hier sind Äste und dergleichen zu bewegen. Dies erfordert außerdem ein hohes Maß an Sachkenntnissen auf naturwissenschaftlichen Gebiet. (vgl. 2.3.) Im Wald wird das soziale Verhalten geschult, da die Kinder stärker aufeinander angewiesen sind und sich gegenseitig in verschiedensten Situationen beistehen müssen. Deshalb verfügen Kinder im Waldkindergarten bereits im Vorschulalter über ein hohes Maß an Sozialkompetenz. (vgl. 2.4.) Darüber hinaus wird der verantwortungsbewusste Umgang mit der Natur den Kindern weitergegeben und vorgelebt. (vgl. 2.5.) Der Bildungsprozess des Kindes wird durch Erfahrungen mit realen Lebewesen und Objekten des Waldes in besonderer Weise gefördert. (vgl. 2.6.) Die Vorteile einer Kindergartenerziehung im Wald liegen in einer ganzheitlichen Erziehung des Kindes in deren Mittelpunkt die Natur mit dem Mensch steht. Beide sind gleichwichtig und akzeptieren sich gegenseitig in Achtung und Würde.

In den nachfolgenden Abschnitten werden die wichtigsten pädagogischen Grundsätze des Waldkindergartens herausgearbeitet und dargestellt.

2.2 „Ohne Wände“ -soziologisches Argument-

Im Gegensatz zu den Regelkindergärten hat der Waldkindergarten, keine Räume, Türen und dergleichen. Dadurch ist der größte und „offensichtliche“ Unterschied bereits aufgezeigt. Jedoch gibt es Naturräume, die bestimmte Funktionen haben.

So gibt es Waldlichtungen, auf denen man sehr gut Pausen machen kann und die als allgemeiner Treffpunkt gut geeignet sind. Ebenso gibt es Schonungen, Jungholzbestände und Altholzbestände. Jedes dieser Refugien bietet andere Möglichkeiten, um pädagogisch tätig zu werden. In Schonungen können Kinder beispielsweise sehr gut Verstecken spielen und hier wird der Orientierungssinn der Kinder geschult. Ebenso wird der Gruppenzusammenhalt gestärkt. (vgl. 2.4.) Das Jungholz ist z.B. bei starkem Wind ein geeigneter Aufenthaltsort. Da die jungen Bäume erheblich elastischer sind, besteht kaum Gefahr von Windbruch. Ferner kann man gut die Entwicklung der Bäume beobachten. So können Kinder im Laufe von drei Jahren im Waldkindergarten sichtbare Veränderungen bei Jungbäumen feststellen. Dies bezieht sich nicht nur auf die Höhe, sondern auf den gesamtem Baum, wie z.B. Beschaffenheit der Rinde, Entwicklung des Kronendachs, Vorkommen von Moosen und Flechten. In Altholzbeständen kann man den biologischen Zerfall eines Baumes in allen Stadien sehen und erfahren. Ebenso gibt es hier die größte Anzahl von Kleinlebewesen (Käfer, Asseln, Armeisen usw.) die man mit einem Lupenbecher genau untersuchen kann. Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie man den Wald, analog zum Regelkindergarten, in bestimmte „(Natur)Räume“ aufteilen kann. Der große Unterschied ist aber, das im Wald die „Räume“ nie klar abgegrenzt sind und es verschiedenste „Mischungen“ gibt. Das ist für Kinder sehr spannend und aufregend, da es immer etwas Neues gibt.

Kinder können sich im Wald zurückziehen, ohne den Gruppenkontakt zu verlieren. Bereits hinter einem Baum findet man Ruhe und Entspannung. Der Lärm ist wesentlich geringer, da der Wald eine gute Schallschutzwirkung hat. Ebenso berichten Erzieher und Eltern, dass ihre Kinder stressfreier, ausgeglichener und weniger aggressiv sind.[23] Meinen eigenen Beobachtungen bestätigen dies.

Ein sehr wichtiges Argument für Waldkindergärten ist auch, dass Kinder im normalen Alltag kaum Möglichkeiten haben, einmal Grenzerfahrungen zu sammeln. Wenn ein Kind zum Kindergarten im PKW gebracht und abgeholt wird, erfährt es nie, was es heißt, drei Kilometer zu laufen obwohl einem die Beine schon weh tun. Der Wegfall von Grenzerfahrungen ist ein wesentlicher Punkt, warum Kinder häufig gereizt und aggressiv sind. Diese zilivisatorischen Umstände „werden als eine der Hauptursache für die immer häufiger zu beobachtenden Verhaltensauffälligkeit oder -Störungen wie hyperkinetisches Syndrom, Konzentrationsschwäche und Tendenz zu aggressivem Verhalten angesehen.“[24] Die Erziehung „ohne Wände“ im Waldkindergarten hingegen ermöglicht es, solche Grenzerfahrungen zu sammeln. Das Klettern auf einen Baum ist für Kinder eine große Herausforderung. Sie müssen hier Mut beweisen, Geschicklichkeit (Motorik) und Kraft. Die Kinder kommen in solchen Situation an verschiedene Grenzen. Seien es körperliche (die Kraft reicht nicht mehr) bis hin zu psychischen (Angst vor Verletzung bzw. herunterfallen). Diese elementaren Erfahrungen sind aber wichtig, damit das Kind selber einschätzen kann, was es sich zutrauen kann und was nicht.

Auch Regeln werden im Wald leichter eingehalten und akzeptiert als im Regelkindergarten. Das hat einfache Gründe. Es kann immer etwas Unvorhersehbares geschehen, sei es ein Tier wird aufgeschreckt, ein Kind verletzt sich, oder man hört unbekannte Geräusche. Deshalb sind die meisten Regeln für Kinder klar nachvollziehbar. (z.B.: Wir laufen nur soweit, dass wir noch Blickkontakt haben, um zu verhindern, dass sich ein Kind verläuft.) Ihnen begegnen reale Gefahren, die sich unmittelbar erleben lassen. Deshalb bewegen sich die Kinder nicht zu forsch im Wald und haben einen gesunden Respekt vor Unbekannten.[25] Im Regelkindergarten wo Kinder alles genau kennen, ist die Gefahr, dass etwas passiert, größer als im Wald, da hier der gesunde Respekt fehlt. Ebenfalls ist zu beobachten, dass die Regeln für den Wald bei den Kindern fest eingeprägt sind und die Regelbefolgung gegenseitig kontrolliert wird.[26] Die Erziehung „ohne Wände“ führt also dazu, dass die Abwesenheit sichtbarer Grenzen (Wände), die Schaffung und Befolgung unsichtbarer Grenzen (Regeln) zur Folge hat.

2.3 „Geschicklichkeit und Motorik“ -motorisches Argument-

Anhand des Phänomens „Sammeln“ wird die motorische Leistung der Kinder im Waldkindergarten basierend auf eigenen Beobachtungen exemplarisch darstellen. Es werden natürlich Äste aller Größen gesammelt, Moose, Blätter und vieles mehr. Hierbei werden die Kinder vor schwierige Aufgaben gestellt.[27] Wie bekomme ich einen großen Ast zu meiner Hütte? Allein ist dies unmöglich zu bewerkstelligen, da manche Äste viel zu lang und zu schwer sind. Also bilden die Kinder Arbeitsteams. Sie unterstützen sich gegenseitig und nehmen Hilfsmittel in Anspruch. So zum Beispiel wird der Ast mit Hebeln bewegt. Obwohl die Kinder nicht wissen, das sich dahinter ein physikalisches Gesetz verbirgt, wenden sie es zielsicher an. Hierdurch kommen sie schneller zum Ziel. Dies ist aber nur möglich, wenn man die Materialien kennt und viel ausprobiert. Genau das wird im Waldkindergarten täglich gemacht. Die Kinder wissen um die verschiedensten Materialien und ihre Wirkung. Ein morscher Ast ist nicht zum Hebeln geeignet. In welchem Winkel muss ich den Hebel ansetzen um Kraft zu sparen? All diese Dinge werden erforscht und nach dem Prinzip „Erfolg oder Irrtum“ ausprobiert. Es ist hierbei immer wieder erstaunlich, mit welcher Geschicklichkeit bereits 4-jährige an die Arbeit gehen. In einem Regelkindergarten sind leider diese Möglichkeiten meist nicht vorhanden, auch einmal große Lasten zu bewegen. Meist ist alles kindgerecht vorgearbeitet. Dass Kinder im Waldkindergarten motorisch sehr gut geschult sind, liegt gewiss auch daran, das sie nie vorgefertigtes Spielzeug haben, sondern alles sich selber herstellen müssen.[28]

Darüber hinaus ist es auch eine hohe kognitive Aufgabe, die in dem o.g. Beispiel bewältigt wird. Der Zusammenhang zwischen motorischer Bewegung und der kognitiven Entwicklung ist unbestritten.[29] Kinder die einmal das Prinzip des Hebelgesetzes erfahren haben werden es in gleichen und ähnlichen Situationen wieder anwenden. Durch Bewegung wird die kognitive Entwicklung stimuliert. Da das Kind sich frei bewegen kann wird seine Wahrnehmung geschult, das Denken angeregt und die Intelligenz gefördert.[30] „Die Motorik fördert durch das „Zugehen auf neue Reize“ nicht nur die Intelligenz, sondern die Intelligenz bestimmt wiederum auch motorisches Verhalten.“[31] Dieser enge Zusammenhang zwischen motorischen und psychischen Vorgängen wird mit dem Begriff der Psychomotorik umschrieben.[32]

Hierbei geht es um die richtige Auge-Hand- Koordination. Wie weit muss ich den Stock hochheben damit er in der Astgabel fest sitzt? Solche Fragen beschäftigen die Kinder. Ebenso wie schnell kann ich über den Baumstamm balancieren. Hier muss das Kind vieles gleichzeitig Koordinieren. Mit den Füßen, den Beinen, den Armen und den Augen muss das Kind jeden Schritt überwachen und nachprüfen.

Kinder sind im Wald ständig in Bewegung, sei es beim Klettern, Hänge hinabrutschen, über Bäche springen und vieles mehr. Diese Bewegung ist gewiss viel motivierender und effektiver als der gezielte Kindergartensport im Raum.[33]

Kritiker meinten, die Feinmotorik werde im Waldkindergarten völlig außer acht gelassen.[34] Dieses Argument ist zwar nicht völlig von der Hand zu weisen, jedoch nicht ganz dem Sachverhalt angemessen. Aus der natürlichen Umgebung (Wald) heraus, ist die Grobmotorik mehr gefragt. Jedoch kann es beim Bau einer Hütte schon schwierig sein einen Ast genau „einzufädeln“. Ebenso ist es nicht leicht, über einen Baum zu balancieren. Darüber hinaus kann man mit gesammelten Naturmaterialien didaktisch interessante Gegenstände herstellen. Sei es eine Kräutersuppe, wo man die kleinen Blätter erst abzupfen muss oder ein Boot aus Rinde mit Mast und Segel zu versehen. Oder einen Bogen und Pfeile zu bauen und mit Pflanzenfasern die Bogensehne herzustellen. All dies fordert von den Kindern eine gute und sensible Fingerfertigkeit. Deshalb ist der generelle Vorwurf, der Waldkindergarten vernachlässige die Förderung der Feinmotorik, nicht berechtigt. Kinder die feinmotorisch Probleme haben können außerdem gezielt gefördert werden, indem man zum Beispiel Pflanzen sammelt und sie in ihre Einzelteile (Blüte, Stängel, Wurzel) zerlegt. Da die Waldgruppen meist klein sind kann sich hier der Erzieher intensiv um diese Förderung kümmern.

2.4 „Soziales Lernen“ -sozialpädagogisches Argument-

Von Erziehern wird immer wieder berichtet, dass sich das Sozialverhalten der Kinder im Wald außerordentlich positiv entwickelt. Denn die Waldkinder sind in vielen Situationen auf sich allein gestellt und können zunächst nicht unmittelbar Hilfe erwarten.[35] „Solche natürlichen Anlässe zur gemeinsamen Lösung von Aufgaben erweisen sich als günstige Vorraussetzung zum Erlernen kooperativer Verhaltensmuster.“[36]

Durch die kleinere Gruppengröße im Wald als im Regelkindergarten, wirkt sich dieses positiv auf das Sozialverhalten aus. Die Kinder können ihre Gruppe überschauen und somit leichter Kontakt aufnehmen. Ebenfalls lassen sich Konflikte leichter untereinander lösen.[37]

Es ist zu beobachten, dass die Kinder im Wald oftmals als Gesamtgruppe tätig sind. Die Einzelgruppe, wie sie im Kindergarten zu beobachten ist (oftmals die besten Freunde- dies sind meist Gruppen von 2-4 Kindern), verliert ihre Bedeutung. Positive und negative Erfahrungen mit einzelnen Kindern treten hier in den Hintergrund. Wichtig ist der Zusammenhalt der Gruppe. Geschlechtsspezifische Rollenmuster werden abgebaut. Selbstverständlich wird noch immer rollentypisch agiert, jedoch nicht in dem Maße wie es unter Regelkindergartenverhältnisen üblich wäre.[38] Beide Geschlechter verhalten sich ähnlich, das heißt Mädchen sind ebenfalls sehr wild und lebhaft im Wald.[39]

Die Kinder der Waldgruppe wurden von mir darüber einmal befragt warum hier alle zusammenspielen und sonst nicht? Die Antworten erklären die eben dargestellten Beobachtungen. Die Kinder antworteten, dass sie im Wald besser zusammenspielen können und die Kinder aufeinander angewiesen sind. Ebenso sagten sie, dass der Wald auch etwas anderes ist, als der Kindergarten. Hier darf man andere Sachen machen, wie Klettern, Höhlen bauen usw. Dabei wurden auch Ängste thematisiert. Das Schlimmste ist, die Gruppe zu verlieren, - danach eine Verletzung zu erleiden. Hier werden kindliche Grundängste sichtbar: Zum einen versetzt die Urangst, plötzlich allein zu sein, die Kinder in Panik. Obwohl sie genau wissen, wie sie sich im Falle des Verlaufens verhalten sollen, ist diese Angst greifbar. Es ist deutlich zu merken, wie unsicher die Kinder werden. Desweiteren ist zu beobachten, dass sich die Kinder immer abmelden, wenn sie sich weiter als Sichtweite von den Erziehern entfernen. Sie wollen damit eine Rückversicherung haben, das sie nicht vergessen werden. Um den Gruppenzusammenhalt zu gewährleisten setzt bei diesen „Außengruppen“ (d.h. diese Gruppe hat sich von der zentralen Gruppe wegbewegt, sie sind außer Sichtweite aber es sind keinesfalls Randgruppen bzw. Außenseiter) meist ein geschäftiges Umherlaufen ein zwischen „Basis“ (zentrale Gruppe) und ihrem selbstgewählten „Außenposten“ ein. Eine Verletzung kommt der Urangst des Allein-Seins sehr nahe, jedoch wissen hier die Kinder die Gefahr besser einzuordnen. Sie wissen das eine „Erste Hilfe Tasche“ immer dabei ist und für Notfälle auch ein Handy vorhanden ist. Dies gibt den Kindern Sicherheit.

Konflikte werden im Waldkindergarten aufgrund der äußeren Rahmenbedingungen anders gelöst als im Regelkindergarten. Meist wird hier der Erzieher als Konfliktlöser stärker in Anspruch genommen. Zugrunde liegt die Regel, dass Kinder bei Streitigkeiten den Erzieher informieren sollen, um Verletzungen (die bei Handgreiflichkeiten im Wald meist schlimmere Folgen haben) vorzubeugen. Der Erzieher sieht sich hier aber nicht als Konfliktlöser, sondern mehr als Moderator, der die gemeinsam erarbeiteten Regeln überwacht. Es erfordert von dem Erziehern ein gutes Einfühlungsvermögen. Es ist schwieriger einen Streit zu Moderieren als einfach Sanktionen auszusprechen. Kinder merken sehr genau, ob man neutral bleibt oder nicht. Ebenso zeigen wir hier den Kindern eine gewisse Art von Streitkultur bei der Konfliktlösung. Nicht der stärkere bekommt Recht, sondern derjenige der die besseren Argumente vorbringt, bzw. dem Unrecht zugefügt wurde. Es ist zu beobachten, dass Kinder sehr gut unterscheiden können wann sie den Moderator brauchen. Natürlich ist hier das persönliche Gerechtigkeitsempfinden eine maßgebliche Größe ob die Kinder die Erzieher in Anspruch nehmen oder es innerhalb der Gruppe klären.

Festzuhalten ist, dass das Sozialverhalten im Wald auf ein starkes Zusammenhörigkeitsgefühl aufgebaut ist. Konflikte werden auf demokratische Weise gelöst und die Kinder lernen unterschiedliche Konfliktlösungsansätze kennen. Sie merken das Gewalt (Verletzungsgefahr) und Ausgrenzung (Aussenseiterrolle) sehr negative Erfahrungen sind und versuche diese zu vermeiden.

2.5 „Natur pur“ -erlebnispädagogisches Argument-

Der Wald bietet alle Vorzüge einer erlebnispädagogisch orientierten Arbeit. Im Lebensraum Wald sind im Gegensatz zu den Regelkindergärten viele Indikatoren vorhanden die eine erlebnisbetonte Arbeit erleichtern. Die Tatsache, das Kinder im Wald viel Neues entdecken können, gibt ihnen die Möglichkeit sich emotional und kognitiv weiterzuentwickeln. Ein Kampf von zwei Käfern mitzuerleben ist einen völlig andere Erlebnisebene, als dies im Fernsehen oder im Buch zu sehen.[40] Der Waldkindergarten setzt bei der ganzheitlichen Erfahrung der Umwelt und der eigenen Person an und verwirklicht damit zentrale Forderungen der Erlebnispädagogik.[41]

Man beschäftigt sich viel mit der Natur, den Jahreszeiten, der Witterung und vieles mehr. Die Kinder werden sensibilisiert auf die Bedürfnisse der Natur Rücksicht zunehmen. Auch erhalten sie eine grundlegende Wissensbasis über die Zusammenhänge in der Natur. Welche Veränderungen innerhalb des Jahres vollziehen sich im Wald? Solche und andere Fragen können die Kinder sehr genau und fundiert beantworten. (vgl. dazu auch Abschnitt 2.6)

Ebenso werden andere Kinder mit ihren Stärken und Schwächen besser wahrgenommen. Im Wald kann die Schwäche des Außenseiters, die er im Regelkindergarten inne hatte, kompensiert werden. Dazu ein Beispiel: Ein Kind ist recht verschlossen und in sich gekehrt. Deshalb findet es kaum Freunde. Im Wald merken die Kinder, dass dieses Kind sehr logisch und rational denken kann bzw. eine gute Kombinationsgabe besitzt. Diese Gabe kann das Kind aber fast nur im Wald einsetzen, wo es oftmals darum geht, komplexe Aufgaben zu lösen (vgl. 2.2.).

Desweiteren wird die Persönlichkeit der Kinder gestärkt. Kinder können zeigen, dass sie etwas können. Ihnen werden viele Erfolgserlebnisse zu teil. Sei es eine Hütte zu bauen oder einen Baum zu besteigen. Diese positiven Erfahrungen schaffen Selbstvertrauen und sind wichtig zur Ausbildung des eigenen Selbstwertgefühls. Kinder in Regelkindergärten haben meist wenig Möglichkeiten, Erfolgserlebnisse zu sammeln. Da hier alles festgelegt ist, gibt es keine Anreize sich selber zu erfahren. Jedoch ist allseits bekannt, dass Kinder die viele positive Erfahrungen sammeln konnten, später selbstsicherer sind und weniger gefährdet, in das Gesellschaftliche abseits zu geraten. Darum spricht alles dafür, Kindern die Möglichkeiten zu bieten, sich selber auszuprobieren und auch an Grenzen zu stoßen. Der Waldkindergarten ist hierfür gut geeignet.

2.6. „Umweltbildung“ -bildungstheoretisches und sozialökologisches Argument-

Die Umweltbildung innerhalb des Waldkindergartens ist besonders wichtig, jedoch nicht auf der Grundlage einer idealisierten Vorstellung von der Natur. „Seine Pädagogik setzt darauf, dass Kinder schon im Vorschulalter erleben und begreifen, wie der Mensch mit seiner natürlichen Umwelt verbunden und dass er auf die Natur angewiesen ist.“[42] Kindergartenkinder sind nach wissenschaftlichen Untersuchungen besonders empfänglich für Naturerfahrungen. Dies bestätigen Psychologen und Umweltpädagogen[43]. In der frühen Kindheit lassen sich am besten die Grundlagen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur aufbauen.

Die Umweltdiskussion begann in den siebziger Jahren und führte in der BRD zur Aufnahme in die Lehrpläne. Jedoch erst in den neunziger Jahren wurde die Umwelterziehung auch zu einer außerschulischen Aufgabe, die von verschiedenen Gesellschaftsgruppen wahrgenommen wird. Hier zählen auch die Waldkindergärten hinein.[44] Ebenfalls andere Verbände bildeten Jugendgruppen die sehr aktiv sind. Zu nennen sind die Jugendgruppe der NABU[45] und des BUND[46] auf deutschem Gebiet. International sind zweifelsohne Greenpeace[47] und WWF[48] die bekanntesten Naturschutzverbände. Politisch wurde mit der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro im Jahre 1992 die Idee der Nachhaltigkeit international behandelt und von 178 Staaten verabschiedet. Viele Länder, darunter die gesamte EU, haben dieses Vertragswerk bereits ratifiziert.[49]

Im Waldkindergarten können Kinder die eigene Umwelt mit allen Sinnen erfahren. Die Bewegung im Freien ist heute für Kinder stark eingeschränkt. Dies liegt zum einen an der dichten Bebauung und an dem Verkehr. Wenige Eltern lassen ihr Kind noch allein im Garten spielen. Eltern gehen mit ihren Kinder weniger in die Natur, dafür mehr in „Konsumtempel“. Das heißt, sie kennen kaum Wälder, Wiesen, Bachufer und dergleichen. Etwas selber zu erforschen ist für viele Kinder derzeit schwierig, sie lernen die Natur über Bücher, Fernsehen und Internet kennen. Die eigene Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren, ist wenig in Regelkindergärten anzutreffen.

Bildungstheoretisch hat der Waldkindergarten eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft. Kinder in unserer Gesellschaft haben zu wenig Möglichkeiten „Primärerfahrungen“, Erfahrungen mit konkreten Gegenständen oder Lebewesen zu machen.“[50] Unser gesamte Bildungssystem ist darauf ausgelegt, über Medien wie Texte, Bilder, Fernsehen und Internet Wissen zu vermitteln (vgl. 2.5.). Besonders das Fernsehen spielt hier eine entscheidende Rolle. Diese Medien sollen in ihrer Bedeutung gewürdigt werden. Dennoch ist anzufragen ob man sich im Sach- und Heimatkundeunterricht einen Film über den Mischwald ansehen muss oder nicht besser mit den Kindern in den Wald geht und Themen vor Ort gemeinsam erarbeitet. Hier sind Erzieher und pädagogisches Personal gefragt, umweltbildend tätig zu werden. Kinder die im Wald gewesen sind, behalten den vermittelten Lernstoff besser als Kinder, die es über Medien erfahren haben. Mit dieser These beziehe ich mich unter anderem auf Schäfer und Rumpf: „Wahrnehmung braucht einerseits vielfältige Anregungen, damit sie zu „plastischen“ Bildern führt; und sie braucht anderseits Zeit, um all die Denk- und Verarbeitungswege auch gehen zu können, die nötig sind, um einen Wahrnehmungsvorgang im Sinne einer komplexen Musterbildung auch abschließen zu können.“[51] Im Waldkindergarten wird konkret und „vor Ort“ gelernt. Die Kinder eigenen sich Wissen über den Wald an. Und sie lernen zugleich, ein ökologisches Bewußtsein auszubilden. Die Gefährdung und Zerstörung der Natur sowie ein umweltgerechter Umgang mit der Natur sind zentrale Themen dieser Umwelterziehung. Ein Beispiel: Kinder lernen im Wald, dass sie alles was sie an Verpflegung mitbringen auch wieder mit nach Hause nehmen müssen. Selber sehen sie welche Zerstörung der Müll (durch illegale Entsorgung) im Wald anrichten kann. Dort wachsen meist keine Pflanzen, es stinkt und man kann sich beim Spielen verletzen.

3 Praxisbeispiel: Der Waldtag in der Kindertagesstätte der „Predigergemeinde“ Erfurt Bestandsaufnahme und Ansätze zur konzeptionellen Weiterentwicklung

3.1 Bestandsaufnahme

3.1.1 Die Erweiterung des Kindergartens der Predigergemeinde um eine Waldgruppe

In diesem Abschnitt wird von mir ein Waldtag vorgestellt, wie er zur Zeit in der Kindertagesstätte „Predigergemeinde“ durchgeführt wird.

Die Kindertagesstätte Predigergemeinde hat seit 2000 ihr Regelkindergartenangebot um eine Waldgruppe erweitert. Es handelt sich somit um keinen „klassischen Waldkindergarten“, sondern um eine Mischform. (vgl. Abschnitt 1.3.2.) Eine Mitarbeiterin der Kindertagesstätte hat den Waldkindergarten vorgestellt und erste Vorschläge zur Umsetzung aufgezeigt. Nach Beratungen mit dem Träger, den Eltern und dem Team wurde das Projekt „Waldtag“ ins Leben gerufen. Dieses Angebot war erst nur den Vorschulkindern zugänglich, wurde aber später auf Anregung der Eltern für die 4- und 5-Jährigen erweitert. Die gesammelten Erfahrungen wurden kontinuierlich immer wieder innerhalb der Elternschaft und des Teams diskutiert. Die Begeisterung der Kinder hat dazu geführt, dass der „Waldtag“ heute nicht mehr aus der Kindertagesstätte wegzudenken ist.

Jeden Dienstag ist „Waldtag“. Die Waldgruppe umfasst die gesamten älteren Kindergartenkinder ab vier Jahren, das sind insgesamt etwa 25 Kinder. Um dieses Waldkindergartenangebot mit einer sinnvollen Gruppengröße durchzuführen wurde vom Erzieherteam eine Zweiteilung der Gruppe beschlossen. Die Stammgruppe umfasst alle Vorschulkinder (zur Zeit sind dies 13 Kinder) und in den Wechselgruppen I und II sind die Kinder, im Alter zwischen vier und fünf Jahren, zu je sechs Kindern zusammen gefasst. Die Stammgruppe geht jeden Dienstag in den Wald, die jeweilige Wechselgruppe im 14- tätigem Wechsel. So entsteht eine maximale Gruppenstärke von 19 Kindern. Diese wird aber nur sehr selten erreicht, da meist einige Kinder wegen Krankheit fehlen. Es gibt eine Stammerzieherin, Frau Rita Beate, einen weiteren Erzieher (z.Z. nehme ich als Jahrespraktikant diese Aufgabe wahr) und wenn möglich ein Elternteil.

3.1.2 Beschreibung eines Waldtages

Alle Kinder treffen sich um acht Uhr in der Kindertagesstätte. Gemeinsam laufen wir zur Straßenbahn und fahren mit ihr und dem Bus zu unserem Ausgangspunkt. Dieser ist zur Zeit immer der „Stern“ im „Steiger“. („Steiger“ ist das Naherholungsgebiet für Erfurt) Der „Stern“ ist ein zentraler Platz, an dem sich alle Wanderwege des „Steigers“ treffen. Damit ist er ein idealer Ausgangspunkt.

Wenn wir angekommen sind, treffen sich alle Waldkinder im Wanderhaus. Dort werden die Regeln für den Waldtag von den Kindern selbstständig wiederholt. Die Regeln sind:

- An Wegkreuzungen, Weggabelungen und Bänken anhalten.
- keine Pflanzen abreißen
- keine Pilze, Früchte, Beeren usw. essen
- wenn die Trillerpfeife ertönt sofort zum Erzieher kommen
- nicht schupsen und ärgern im Wald
- nicht außer Sichtweite rennen

Bisher kam es noch nie vor, dass die Kinder eine Regel vergessen haben.

Danach fragen wir die Kinder, wo sie heute gern hinwandern würden. Es gibt einige Punkte im „Steiger“, die bei den Kindern sehr beliebt sind:

- „Kletterberg“ Ein Gelände mit mehreren Wällen im Wald, wo die Kinder sehr gern spielen, klettern und toben.
- „Fuchsfarm“ Eine kommunale Einrichtung, wo sich jeder über den Wald informieren kann. Der „Fuchsfarm“ ist eine sehr große Wiese angeschlossen. Hier kann man sehr gut Insekten beobachten und Verstecken spielen bzw. auf Bäume klettern. Wir nehmen mehrmals im Jahr das Angebot der „Fuchsfarm“ wahr und lassen uns durch die Mitarbeiter durch den „Steiger“ führen, um Neues zu entdecken. Diese Führungen stehen unter einem bestimmten Thema, das gemeinsam mit den Kindern abgesprochen wird.
- „Indianerspielplatz“ Hier ist ein großer Abenteuerspielplatz im Wald und eine kleine Hangwiese.
- „Sängerwiese“ Eine große Wiese im Wald mit vielen Kletterbäumen und viel Unterholz zum Bau von Hütten.

- Wenn die Kinder nicht genau wissen wohin sie wollen, machen wir auch „Entdeckereisen“. An diesen Tagen laufen wir sehr viel durch den „Steiger“ und suchen nach neuen interessanten Plätzen.

Nachdem die Kinder den Ort ausgewählt haben, gehen wir gemeinsam dorthin. Wenn der Punkt weit entfernt ist, machen wir unterwegs unsere „Obstpause“. Diese ist immer gegen 9.30 Uhr. Wenn wir unser Tagesziel erreicht haben, gehen die Kinder ihre eigenen Wege und spielen, bauen, rennen, verstecken etc. Gegen 11.30 Uhr rufen wir alle Kinder zur Mittagspause zusammen. Jedes Kind isst dann sein selbst mitgebrachtes Essen. Danach können die Kinder noch solange spielen, dass genügend Zeit für den Rückweg bleibt. Zum Aufbruch rufen wir alle Kinder zusammen und laufen gemeinsam zum „Stern“ zurück. Dort fahren wir mit dem Bus und der Straßenbahn zur Kindertagesstätte, wo wir gegen 14 Uhr ankommen.

3.2 Wo ergeben sich Entwicklungsmöglichkeiten und wie können diese praktisch aussehen?

In diesem Abschnitt werden von mir einige Anregungen gegeben, wie der „Waldtag“ in der Ev. Kindertagesstätte „Predigergemeinde“ eine neue Form erhalten kann. Von mir wird die Praxis des Waldtages mit den vorrausgegangenen theoretischen Beschreibungen des Waldkindergartenkonzepts verglichen und einige Vorschläge unterbreitet. Diese Vorschläge stellen keine neue Konzeption dar, sondern sollen Anregungen sein, den „Waldtag“ in einer neuen Form noch attraktiver im Interesse der Kinder zu gestalten.

3.2.1 Ohne Wände

Oben wurde dargestellt, dass der Waldkindergarten als Angebot „ohne Wände“ (vgl. 2.2) viele (Natur)erfahrungen für die Kinder eröffnet. Dies wird innerhalb des „Waldtages“ begrenzt umgesetzt. Bereits in Kapitel 3.1.2 werden von mir die verschiedenen genutzten Naturräume beschrieben. Da der „Steiger“ auch nur ein kleines Waldgebiet ist, sind leider nicht sehr viele unterschiedliche Naturräume vorhanden. Zwar werden alle genannten Naturräume von der Waldgruppe in Anspruch genommen, trotzdem ist es anzumerken, dass es klare Favoriten gibt. So sind der „Kletterberg“ und die „Fuchsfarm“, hier vor allem die Wiese, die wichtigsten Anlaufpunkte der Waldgruppe. Die Kinder wünschen sich meist zu diese beiden Orten zu wandern und dort den „Waldtag“ zu verleben. Das ist auf Dauer zu einseitig. Die Kinder lernen durch diese beiden Orte nicht die Gesamtheit des Waldes kennen. So fehlen „Altholzbestände“, wo die Kinder die Natur von ihrer vergänglichen Seite kennen lernen. Ebenso lernen die Kinder wenig über die verschiedenen Waldformen (Schonungen, Jung- und Altholz) kennen. Es ist aber wichtig für eine ganzheitliche Erziehung den Kindern die Möglichkeit zu eröffnen auch in anderen Naturräumen Erfahrungen sammeln zu können.

Eine Möglichkeit dieses zu ändern ist mehr „Entdeckerreisen“ zu veranstalten. Gewiss ist es wichtig die Kinder an vertrauten Orten spielen zu lassen. Dennoch sollte einmal monatlich eine „Entdeckerreise“ stattfinden. Für diese „Entdeckerreise“ sollte ein fester Dienstag im Monat vereinbart werden und im Jahresprogramm langfristig vorgesehen werden. Der Stammerzieher muss im Vorfeld klären, wohin diesmal die „Entdeckerreise“ führen soll. Er ist verantwortlich, dass eine ausgewogene Mischung stattfindet und die Kinder die Möglichkeit erhalten, viele verschiedene Naturräume zu erfahren. Das Ziel dieses „Entdeckerreise-Waldtages“ sollte sein, die Kinder mit neuen Naturräumen zu konfrontieren, ihnen die Angst vor diesem neuen Naturraum zu nehmen und sie neugierig auf Neues zu machen. Ebenfalls ist diese „Entdeckerreise“ wichtig, um neue Grenzerfahrungen zu erleben. Dies wird erreicht, in dem die Waldgruppe an diesem Tag mehr laufen muss und die Gruppe sich mit neuen Naturgegebenheiten auseinander setzt. In einer Schonung zu spielen und sich zu bewegen, erfordert ganz andere Bewegungen von den Kindern als auf einer Wiese.

3.2.2 Förderung der Motorik

Über die Bewegungen in den unterschiedlichen Naturräumen wird man auf das Argument der Motorik aufmerksam. Renommierte Pädagogen[52] sehen in den Waldkindergärten eine hervorragende Grundbasis, um die Motorik zu schulen und auszubauen, da der Wald eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet, wo sich die Kinder in ihrer Bewegung ausprobieren können. (vgl. 2.3)

In der bestehenden Waldgruppe wird die Motorik gut gefördert. Die Kinder sind bei den „Waldtagen“ immer in Bewegung und probieren verschiedene Bewegungsabläufe aus. Das wird im folgenden von mir aufgezeigt:

Da wir ältere und jüngere Kinder gemeinsam in der Gruppe haben, zeigen die älteren Kinder den Jüngern wie man einen Baumstamm am besten hochhebt, ohne das man mit dem Stamm umfällt. Die jüngeren Kinder sehen dies und probieren es selber aus. Ebenso bieten die Erzieher hier Hilfen an oder gemeinsam wird eine Höhle gebaut. Dort kann der Erzieher als Lehrender den Kindern verschiedene Tricks und Tipps des Höhlenbaus zeigen. Durch seine längere Lebenserfahrung weiß er um verschiedene Gesetzmäßigkeiten und kann den Kindern den richtigen Umgang mit den Dingen erklären. Die Kinder sind meist sehr konzentriert dabei.

Über die bereits sehr breite Förderung der motorischen Fertigkeiten während des Waldtages hinaus, kann man motorische Defizite der Kinder gezielt fördern. Ein Beispiel ist der Bau einer Höhle aus Ästen und kleinen Baumstämmen. Der Erzieher sollte sich einbringen aber im Verlauf des Höhlenbaus immer weiter zurücknehmen. Innerhalb der Waldgruppe sollte der Erzieher darauf achten, dass die Kinder unterschiedlichste Bewegungen ausprobieren. Diese sollte er gezielt durch Spiele und Aufgaben fördern. Als Spiele bieten sich hier beispielsweise Hindernisspiele an. (vgl. Anhang: Sichtstunde) Aufgaben sollten gemeinsam mit der Gruppe besprochen werden. So zum Beispiel der Bau eines Unterstandes für Regen oder eine Hütte. Um der Kritik der unzureichenden Förderung der Feinmotorik zu begegnen kann man im Herbst eine Blattsammlung erstellen. Ebenso können Blumen gesammelt und gepresst werden, die für Geburtstagskarten verwendet werden können. Darüber hinaus wird auf die Sichtstunde im Anhang verwiesen. Hier werden noch weitere Beispiele zur Förderung der Feinmotorik dargestellt.

3.2.3 Soziales Lernen

Wichtig innerhalb der pädagogischen Betrachtung ist das „soziale Lernen“ (vgl. 2.4). Dieses Thema wird innerhalb der Sichtstunde (vgl. 1.2 und 1.3) dargestellt. Hier ist die Waldgruppe sehr fortschrittlich. Die Kinder besitzen ein hohes Maß an Sozialkompetenz. Deutlich wird dies am Umgang bei Konflikten. Die Kinder lösen Konfliktsituationen fast ausschließlich verbal. Es ist zu beobachten, dass ein Kind als Moderator darauf achtet, dass es nicht zu Gewalttätigkeiten zwischen den Konfliktparteien kommt. Hier muss der Stammerzieher aufpassen, dass die „Gruppenführer“ nicht zu starke Macht bekommen. Jedoch sind hier keine großen Schwierigkeiten zu erwarten. Der partnerschaftliche Umgang innerhalb der Gruppe zwischen Erziehern und Kindern sollte unbedingt beibehalten werden.

3.2.4 Erlebnispädagogik

Erlebnispädagogische Elemente werden in der Waldgruppe bisher gut umgesetzt. Die Kinder erhalten viel Freiraum selber etwas auszuprobieren. Zum Beispiel den Bau einer Hütte oder das Beobachten von Tieren. Den Kindern wird dadurch die Möglichkeit gegeben ihre Umwelt ganzheitlich zu erfahren. Dies fordert auch Gorges in seinem Aufsatz (vgl. 2.5). Die Stärken oder Schwächen der Kinder werden im Wald kompensiert und erlangen andere Bedeutung.[53] Die Kinder werden sensibilisiert, die Natur zu achten. Das geschieht durch die Regeln für den Waldtag und die Vorbildwirkung des Erziehers.

Wichtig ist auch die Vermittlung von grundlegendem Wissen. Dazu wird von mir auf den folgenden Abschnitt „Umweltbildung“ verwiesen. Hier wird anhand eines Beispiels dieser Sachverhalt verdeutlicht.

3.2.5 Umweltbildung

Es ist klar erwiesen, dass Kindergartenkinder für Naturerfahrungen besonders empfänglich sind. Dies sollte man unterstützen und ausbauen. In der Waldgruppe des Kindergartens der Predigergemeinde wurde auf den Aspekt der Umweltbildung (vgl. 2.6) bisher wenig eingegangen. Natürlich wurden die Kinder, in ihrer Neugier in neue Wissensgebiete vorzudringen, unterstützt, aber es gab und gibt keine Planung, wie dies gezielt gefördert werden kann. Gerade auf dem Sektor der Umweltbildung kann man die Kinder, insbesondere die Vorschüler, befähigen, eigene Erkenntnisse zu gewinnen. Diese Erkenntnisse werden ihnen dann in der Schule und im weiteren Leben von Nutzen sein. Dies setzt voraus, dass eine Gesamtplanung besteht, die das gesamte Spektrum von der Themenwahl bis zur Präsentation umfasst. Bereits im ersten Punkt deutet sich diese Forderung klar an. Der „Predigerkindergarten“ sollte eine Planung für die gesamte Waldsaison erarbeiten. Daran sollten die Kinder natürlich beteiligt werden. Im folgenden Abschnitt wird exemplarisch gezeigt, wie eine solche Planung aussehen könnte.

Das wichtigste Argument ist, dass man gemeinsam mit den Kindern einen Jahresplan zusammenstellt. Dieser sollte die Schwerpunktthemen des Jahres beinhalten. „Was ist uns als Waldgruppe in diesem Jahr wichtig? “ Hier sollte man sich mit den Waldkindern genügend Zeit lassen und alle Argumente zunächst sammeln und darstellen. Am sinnvollsten ist hier ein großes Blatt Papier, wo alle Kinder ihre Wünsche aufzeichnen können. Dann wird dieses von den betreuenden Erziehern zusammengefasst und nach Übereinstimmungen durchgesehen. Danach wird der erste Vorschlag der Gruppe unterbreitet und diskutiert. Am Ende dieser Einheit sollten die Hauptthemen des Jahres klar sein. Wichtig ist hier, dass der Erzieher vor allem die Moderation der Diskussion übernimmt und die Regeleinhaltung kontrolliert. Natürlich muss der Erzieher auch darauf achten, dass die Hauptziele realisierbar sind. Neben dem Jahresplan, wo die Hauptrichtungen und Hauptthemen festgelegt sind, ist es wichtig, noch „Wochenpläne“ zu entwickeln. Diese sind zeitlich begrenzt und bearbeiten Teilthemen des Jahresplans. An der Ausarbeitung der Wochenpläne sollten die Kinder ebenfalls aktiv beteiligt werden. In einer Einführung sollte der Stammerzieher zu diesem Thema hinführen, jedoch noch keine Vorschläge unterbreiten. Danach sollten sich die Kinder äußern, welche Vorstellungen es gibt, was gewünscht wird und wo es eventuelle Probleme gibt. Ein Protokulant (Jahrespraktikant oder zweiter Erzieher der Waldgruppe) sollte die Ergebnisse dokumentieren. Anhand dieses Gespräches stellt der Stammerzieher gemeinsam mit dem Team einen vorläufigen Wochenplan auf. Hier sollten auch die Schwerpunkte mit aufgeführt werden, die der Stammerzieher aus pädagogischer Sicht für notwendig hält. Nachdem der vorläufige Wochenplan erarbeitet wurde, wird er den Kindern vorgestellt. Sie können sich dazu äußern und Änderungen einbringen. Durch den konsequenten Einbezug der Kinder in die Planungsphase werden grundlegende Planungstechniken von den Kindern „nebenbei“ erlernt. In der Schule wird später oft vorausgesetzt, dass sich Kinder den zu erlernenden Stoff selbst in Etappen gliedern können. Durch die gemeinsame Planung der Teilthemen können diese wertvollen Schlüsselqualifikationen erlernt werden.

Anhand eines Beispiels wird die Verfahrensweise von mir erläutert. Nehmen wir an, dass ein Thema im Jahresplan der „Waldboden“ ist. Jetzt im Frühjahr, wo die gesamte Natur erwacht kann man sicher Veränderungen und Beobachtungen im Waldboden feststellen. Sinnvoll ist es zunächst in der „Fuchsfarm“ sich eine allgemeine Einleitung zu diesem Thema von den Mitarbeitern geben zu lassen. An den Modellen können die Kinder zunächst einmal die wichtigsten Dinge erfahren, die es im Zusammenhang mit Waldboden gibt. Wichtig ist vor allem hier: „Der Wasserspeicher Waldboden“, „Der Schadstoffreiniger Waldboden“ und „Der Lebensraum Waldboden.“ Nachdem man die allgemeinen Grundkenntnisse erworben hat, kann man gemeinsam mit den Kindern an die Untersuchung des Waldbodens gehen und mit den Kindern erarbeiten, wie man das Thema „Waldboden“ untersuchen kann und welche Fragen dabei besonders interessant sind. Eine Bearbeitung des Themas könnte am Ende folgendermaßen aussehen:

Zunächst kann man mit einem Experiment die Wasserspeicherkraft testen. Man füllt zwei Gläser mit Erde. Eines mit Walderde, das Andere mit Erde aus dem Kindergarten. Nun wird eine bestimmte Menge Wasser in jedes Glas gegeben und man kann beobachten, welche Erdprobe das Wasser aufnimmt und wo das Wasser durchfließt und nicht gespeichert wird. Dann kann man diese Gläser verschließen und am Fenster im Kindergarten stehen lassen. Jeden Tag können die Kinder nachsehen wie trocken die Erde ist. Sie werden merken, dass die Walderde deutlich länger feucht ist als die Erde des Kindergartens. Solche Experimente machen Kindern viel Freude und wecken die natürliche Neugier auf Unbekanntes und deren Zusammenhänge. Ebenfalls kann man untersuchen, wie tief der Waldboden mit Wasser durchfeuchtet ist. Dabei graben die Kinder bereits erste Tiere und Pflanzenteile aus, die ihnen unbekannt sind.

Daraufhin wird beim nächsten Mal das Thema „Wasserspeicher“ abgeschlossen und der „Lebensraum Waldboden“ rückt in den Mittelpunkt unseres Interesses. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die beigefügte Sichtstunde aufmerksam machen. Hier wird diese Einheit exemplarisch dargestellt und durchgeführt. Viele Kinder besitzen einen Lupenbecher oder eine Lupe. Mit diesem optischen Hilfsmittel werden die Kinder eine ganze Anzahl von Tieren im Waldboden entdecken. Von der Assel bis zum Floh sind alle Spezies hier vertreten. Diese Einheit wird sehr spannend werden, da sich hier die Kinder wie Entdecker fühlen dürfen. Sie werden neue Lebewesen entdecken, die zuvor noch kein anderes Kind entdeckt hat, eine gewaltige Herausforderung. Es gehört viel Mut dazu sich mit unbekannten Lebewesen einzulassen. Ängste der Kinder kann der Erzieher mit Gesprächen begegnen, indem er den Kindern das Tierverhalten erklärt und betont, dass kein Tier giftig ist oder sonst irgend einen Schaden anrichten kann. Mit einem Naturführer kann man dann gemeinsam die „unbekannten Tiere“ bestimmen und ihnen die richtigen Namen geben. Wichtig ist hier, dass man den Kindern genügend Zeit gibt, sich in Ruhe mit den Tieren zu beschäftigen. Es ist sehr erstaunlich wie gut Kinder Tiere beobachten und welche Einzelheiten sie unterscheiden können. Selber wurde von mir beobachtet, wie ein Kind genau wusste, wann sich der Käfer putzt: nach jedem Fressen hat er sich mit seinen Fühlern seine Greifwerkzeuge gereinigt. Solche Beobachtungen machen Kinder sehr gewissenhaft und mit großer Leidenschaft.

Die „Schadstoffreinigung des Waldbodens“ ist in einem Experiment darstellbar. Man nimmt schmutziges Wasser und lässt es durch verschiedene Erdschichten laufen. Dazu benötigt man ein Sieb, um die Walderde auszusieben. Dann kommen Steine hinein, danach kleingehackte Steine (Kieselsteine), dann Sand mit Ton, danach Feinsand und am Ende ganz feine Walderde, die mehrmals mit einem Sieb gereinigt wurde, hinein. Wenn man die fertige „Waldbodenfilteranlage“ einsetzt, gießt man einfach das schmutzige Wasser oben in den Trichter und schaut, ob es im Glas bereits sichtbar sauberer geworden ist. Dann kann man noch den ph- Wert des Wassers messen und alle Ergebnisse aufschreiben oder aufzeichnen. Da der „Steiger“ auch das Trinkwassereinzugsgebiet von Erfurt ist, wäre ein Besuch des Wasserwerkes eine sinnvolle Ergänzung des Themas.

Das Gesamtprojekt „Waldboden“ habe ich hier ansatzweise dargestellt. Es ist ein sehr vielseitiges Thema, wobei ich hier auf den Umweltsektor einen Schwerpunkt gelegt habe. Dies ist aber nicht bindend, sondern soll nur ein Ansatzpunkt sein und verdeutlichen, wie viele unterschiedliche Möglichkeiten man hat, den „Waldtag“ und dessen Themen zu nutzen. Für dieses beschriebene Projekt „Waldboden“ würde ich 8 Wochen empfehlen, die sich wie folgt aufteilen:

- Einführung („Fuchsfarm“) (1 Tag)
- „Der Wasserspeicher Waldboden“ (2 Tage)
- „Der Lebensraum Waldboden“ (2 Tage)
- „Der Schadstoffreiniger Waldboden“ (2 Tage)
- Abschluss (z.B. Besuch des Wasserwerkes) (1 Tag)

Diese Einheiten sollten aber nicht zeitlich eng begrenzt bleiben, sondern sich über den gesamten Waldtag verteilen. Zur Zeit ist es oft so, dass die thematischen Einheiten relativ losgelöst eine Einheit von 45 min pro Waldtag einnehmen. Wichtig ist, den Kindern genügend Freiraum zu ermöglichen, um sich selber zu bewegen. Es sollte Zwang vermieden werden, um die positiven Erfolge nicht zu zerstören. Wichtig ist, dass der Erzieher die Kinder motiviert und ihnen immer beratend und helfend zur Seite steht. Die Eigenkreativität des Kindes sollte aber immer im Vordergrund stehen und unterstützt werden. Wichtig ist, dass das Kind selbst die Erkenntnisse gewinnt und verarbeitet und nicht, dass es vorgelegte Lösungen bekommt.

3.2.6 Zusammenfassung

Zur bisherigen Praxis des Waldtages im Kindergarten der Predigergemeinde ist festzustellen, dass die Motorik der Kinder sowie das soziale Lernen und die Erlebnispädagogik gut gefördert wird. Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich vor allem in einer Erweiterung der genutzten Naturräume und in einer stärkeren Berücksichtigung der umweltbildenden Aspekte.

Meine Anregungen zur Neugestaltung des „Waldtages“ basieren auf den zuvor erörterten pädagogischen Geschichtspunkten. Die Kritikpunkte wurden von mir benannt und Lösungen dargestellt. Die Umgestaltung des „Waldtages“ wird natürlich Zeit in Anspruch nehmen. Eine gute Möglichkeit mit neuen konzeptionellen Ansätzen den „Waldtag“ durchzuführen, wäre der Beginn des neuen Schuljahres. Bis dahin hat man noch genügend Zeit, innerhalb des Teams Diskussionen zu führen und einen Plan auszuarbeiten. Wichtig ist auch, dass die Veränderungen gründlich evaluiert werden.

4 Abschluss

Die vorliegende Facharbeit stellt einen Überblick über die Geschichte des Waldkindergartens und ihre pädagogischen Ansätze dar. Im zweiten Teil werden konkrete Umsetzungen für die Ev. Kindertagesstätte „Predigergemeinde“ Erfurt aufgezeigt. Die aufgeführten pädagogischen Ansätze stellen die auffallendesten Unterschiede zu den Regelkindergärten dar. Anhand der fünf ausgewählten Beispiele werden sie ausführlich verdeutlicht. Durch die Verknüpfung mit der Psychologie ergibt sich ein zusammenhängendes, konkretisiertes und objektives Gesamtbild.

Im zweiten Teil werden die pädagogischen Argumente aufgegriffen und konkrete Vorschläge unterbreitet. Diese sollen Möglichkeiten darstellen wie ein „Waldtag“ noch attraktiver für die Kinder gestaltet werden kann. Die dazu angeführten Beispiele sollen unterstützend wirken.

Am Ende noch einige persönliche Bemerkungen zu meiner Facharbeit.

Die pädagogischen Ansätze des Waldkindergartens haben mich von Anfang an fasziniert. Vor allem durch die bedingungslose Verknüpfung mit der Umwelt, dem Wald, wird eine völlig andere Dimension der pädagogischen Elementarerziehung eröffnet. Für mich steht außer Frage, dass die Idee des Waldkindergartens stärker in die Konzeptionen der Regelkindergärten einfließen muss. Kindern werden, durch die naturnahe ganzheitliche Form der Erziehung in Waldkindergärten, Chancen eröffnet, die ihrer Entwicklung sehr zuträglich sind. Der Umgang mit Naturmaterialien, das Erleben des starken Gruppenzusammenhaltes, die Freude an Entdeckungen/ Erforschen und das spielerische Erlernen von naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und Gesetzmäßigkeiten sind einige Beispiele hierfür. Der „Predigerkindergarten“ hat diesen Weg bereits einschlagen. Er ist ein Beispiel dafür, dass die Umsetzung des Waldkindergartens in abgewandelter Form zum „klassischen“ Waldkindergarten eine positive Wirkung auf die Kinder und die Einrichtung hat.

Natürlich sind Grenzen vorhanden. Einen Waldkindergarten in seiner klassischen Form umzusetzen erfordert ein hohes Maß an Elterninitiative und organisatorischer Planung. Dennoch sollten diese Dinge nicht Argumente sein eine Orientierung zum Waldkindergarten als unmöglich zu betrachten.

Entscheidend ist das Team der Einrichtung. Sie müssen diesen Schritt begehen und dem verantwortlichen Träger und die Eltern für die Notwendigkeit einer konzeptionellen Umsetzung zu gewinnen.

Durch diese neuen konzeptionellen Ansätze werden auch Kernforderungen von renommierten Pädagogen umgesetzt. Zu nennen ist hier die Pädagogin Donata Elschenbroich und ihr bekanntes Buch „Weltwissen der Siebenjährigen“. Sie befürwortet die Kinder im Elementarbereich gezielt und bewusst zu fördern. Vor allem die kindliche Kreativität und die Freude an Entdeckungen soll gestärkt werden. Donata Elschenbroich fasst dies in einem Satz sehr treffend zusammen:

„Die Zukunft lernt im Kindergarten.“[54]

Literraturverzeichnis

BÖHM, Winfried: Wörterbuch der Pädagogik; 14. überarbeitete Aufl.; Stuttgart 1994

ELSCHENBROICH, Donata: Weltwissen der Siebenjährigen, München 2001

GÖDER, Annette: Der Bauernhofkindergarten, in „Mobile“, Freiburg 10/2002 S.36

HOBMAIR, Herrmann (Hg.): Psychologie; Köln 1992

SCHEDE, Hans-Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick; Freiburg 2000

Verwendete Internetquelle

GORGES, Roland: Der Waldkindergarten ein aktuelles Konzept kompensatorischer Erziehung aus Zeitschrift „Unsere Jugend“ 06/2000

http://www.home.t-online.de/home/luw.horstwyrich/waldkiga.htm 04.01.2003

zu finden über: www.google.de

Stichworte: Gorges Waldkindergarten

Suchergebniss:

Walkindergarten und Ergebnisse für die Schule

... Handbuch München 1993 Gorges, R.: Vernachlässigt der Waldkindergarten die Schulfähigkeit?In:

kita aktuell (Ausgabe Baden-württemberg) Mai 1999 Hessisches ...

home.t-online.de/home/luw.horstweyrich/waldkiga.htm

Erklärung

Ich versichere hiermit, das ich die vorliegende Arbeit selbständig verfasst, keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet und sämtliche Stellen, die benutzten Werke im Wortlaut oder dem Sinn nach entnommen sind, mit Quellenangaben kenntlich gemacht habe.

Alle wörtlich entnommenen Stellen habe ich als Zitate markiert.

Erfurt, den 28. März 2003 Albrecht Strümpfel

[...]


[1] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 8

[2] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 8. Leider ist über die Entstehung nicht sehr viel bekannt, so dass dies die einzigen belegbaren Informationen sind, die in allen Quellen übereinstimmen.

[3] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 8

[4] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 8

[5] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 8

[6] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 9

[7] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 9

[8] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 9

[9] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 10
Dies bezieht sich auf Erhebungen des Bundesarbeitskreis der Natur- und Waldkindergärten

[10] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 12

[11] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 12

[12] Im folgenden Text soll nur von „Erziehern“ die Rede sein. Ich bin mir bewußt, dass diese Spracheregelung die tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse im Kindergarten nicht adäquat widerspiegelt. Trotzdem werde ich im Interesse einer besseren Lesbarkeit nur die männliche Form verwenden.

[13] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 14

[14] Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 14f.
Leider sind die Kritiker hier nicht namentlich erwähnt, sodass ich keine genaueren Aussagen treffen kann.

[15] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 15

[16] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 15

[17] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 15

[18] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 15

[19] Göder, Annette: Der Bauernhofkindergarten, 2002, S. 36

[20] Böhm, Winfried: Wörterbuch der Pädagogik, 1994, S. 47

[21] Schede unterscheidet die offensichtlichen/ allgemeinen Argumente „Ohne Wände“, „Geschicklichkeit und Motorik“, „soziales Lernen“, „Umweltbildung“. Ich übernehme diese Gliederung und füge noch die Argumente von Gorges ein, die diese konkretisieren und Zusammenhänge zur Psychologie herstellen.

[22] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 18

[23] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 19

[24] Vgl. Gorges, Roland: Der Waldkindergarten ein aktuelles Konzept kompensatorischer Erziehung, S. 3

[25] Vgl: Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick 2000, S. 19

[26] Vgl: Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick 2000, S. 19f.

[27] Oftmals ist das Sammelgut erheblich mehr, als in den Rucksack passt. Bereits auf dem Weg zum Aufenthaltsplatz werden alle möglichen Naturmaterialien eingesammelt. Dabei ist festzustellen, dass vor allem die Jungen häufig bereits klare Vorstellungen haben was gebaut werden soll und dann gezielt sammeln. Mädchen hingegen lassen sich eher vor Ort durch die Gegebenheiten Inspirieren.
Dies sind meine eigenen Erfahrungen. Leider gibt es hierzu keine Forschungsergebnisse .

[28] Vgl: Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick 2000, S.20f.

Die bekannte Pädagogin Donata Elschbroich fordert in ihrem Buch „Weltwissen der Siebenjährigen“ die Kreativität und Motorik der Kinder zu fördern

[29] Vgl. Gorges, Roland: Der Waldkindergarten ein aktuelles Konzept kompensatorischer Erziehung, S.3

[30] Vgl. Hobmair, Herrmann: Psychologie, 1992, S.224

[31] Hobmair, Herrmann: Psychologie, 1992, S.225

[32] Vgl. Hobmair, Herrmann: Psychologie, 1992, S.225

[33] Vgl. Gorges, Roland: Der Waldkindergarten ein aktuelles Konzept kompensatorischer Erziehung, S. 3

[34] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 23

[35] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000 , S.: 24

[36] Gorges, Roland: Der Waldkindergarten ein aktuelles Konzept kompensatorischer Erziehung, S. 4

[37] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000 , S.: 24

[38] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000 , S.: 24

[39] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000 , S.: 24

[40] Vgl. Gorges, Roland: Der Waldkindergarten ein aktuelles Konzept kompensatorischer Erziehung, S. 5

[41] Vgl. Böhm, Winfried: Wörterbuch der Pädagogik, 1994, S. 199f.

[42] Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 25f.

[43] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 27

[44] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 26

[45] Naturschutzbund Deutschland

[46] Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland

[47] Internationale Naturschutzorganisation mit Hauptsitz in Hamburg

[48] Internationale Naturschutzorganisation Worldwide Fund for Nature mit Hauptsitz in Gland (Schweiz)

[49] Vgl. Schede, Hans Georg: Der Waldkindergarten auf einen Blick, 2000, S. 27

[50] Gorges, Roland: Der Waldkindergarten ein aktuelles Konzept kompensatorischer Erziehung, S. 5

[51] G. Schäfer: Bildungsprozesse im Kindesalter, 1995 S. 109

[52] Gorges, Elschbroich

[53] Vgl. 2.5

[54] Elchenbroich, Donata: Weltwissen der siebenjährigen; 2001, S. 49

35 von 35 Seiten

Details

Titel
Der Waldkindergarten - Eine historische und pädagogische Betrachtung. Ein Ansatz zur konzeptionellen Entwicklung für die Kindertagesstätte der 'Predigergemeinde'
Veranstaltung
Berufsanerkennungsjahr
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
35
Katalognummer
V108954
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Waldkindergarten, Eine, Betrachtung, Ansatz, Entwicklung, Kindertagesstätte, Predigergemeinde, Berufsanerkennungsjahr
Arbeit zitieren
Albrecht Strümpfel (Autor), 2003, Der Waldkindergarten - Eine historische und pädagogische Betrachtung. Ein Ansatz zur konzeptionellen Entwicklung für die Kindertagesstätte der 'Predigergemeinde', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108954

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