Die Bedeutung der Blutstropfenszene für die Parzival-Erzählungen Wolframs von Eschenbach und Chrétiens de Troyes


Hausarbeit, 2004

21 Seiten, Note: 1,3


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Inhalt

Einleitung

Die Tropfen im Schnee

Einbettung der Blutstropfenszene

Innen und Außen

Erlösung aus der Versunkenheit

Die Wirkung der minne

Der Weg zum Gral

tumpheit oder der richtige Zeitpunkt

Schluss

Literatur

Einleitung

„Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel, da saß eine schöne Königin an einem Fenster, das hatte einen Rahmen von schwarzem Ebenholz, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rothe in dem Weißen so schön aussah, so dachte sie: hätt ich doch ein Kind so weiß wie Schnee, so roth wie Blut und so schwarz wie dieser Rahmen. Und bald darauf bekam sie ein Töchterlein, so weiß wie der Schnee, so roth wie das Blut und so schwarz wie Ebenholz, und darum ward es das Sneewittchen genannt.[1]

Mit diesen Worten beginnt das bekannte Märchen „Schneewittchen“ der Brüder Grimm. Die Königin, inspiriert vom sanft fallenden Schnee, hat eine Vision von ihrer noch nicht geborenen Tochter. Die Vision wird ausgelöst vom Anblick der drei Tropfen Blut, die in den Schnee gefallen sind. Die Königin findet das Rote auf dem weißen Untergrund besonders schön und denkt dabei an ihre Tochter.

Ähnlich ergeht es auch Parzival, dem Helden aus den Erzählungen Wolframs von Eschenbach und Chrétiens de Troyes. Die Blutstropfen, die Parzival im Schnee erblickt, erinnern ihn nicht an seine Tochter, sondern an seine Frau Condwiramurs.

Für Schneewittchen erweist sich die Szene am Anfang als prägend für ihr weiteres Leben, denn sie wird zur schönsten Frau „im ganzen Land[2] “. Auch Condwiramurs wird zur schönsten Frau und zwar für Parzival. Er verliert sich im Anblick der drei Blutstropfen so sehr, dass er alles um sich herum vergisst.

Welche Bedeutung hat diese seltsame Szene für den Rest der Erzählung? Ist sie überhaupt wichtig oder ist sie nur als kleines Detail gedacht und kann ruhig überlesen werden? Warum handelt es sich eigentlich um genau drei Blutstropfen, die auf den Schnee fallen?

Der Beantwortung dieser Fragen möchte ich mich von verschiedenen Seiten aus nähern.

Die Tropfen im Schnee

Die Blutstropfenszene beginnt bei Wolfram zu Beginn des sechsten Buches. Artus hat sich auf den Weg gemacht, um Parzival zu suchen. Aufgrund dessen großer Verdienste möchte Artus, dass er sich der Tafelrunde anschließt.

Da es Mai ist, ist es ungewöhnlich, dass Schnee fällt. Dennoch ist der Weg unter einer dichten Schneedecke verborgen, so dass sich Parzival im Wald verirrt. Bei ihm ist Artus bester Jagdfalke, der bei der Jagd verloren gegangen ist. Die Nacht über bleibt der Falke ganz in Parzivals Nähe. Beide frieren sehr und beide haben sich verirrt. Auf einer Lichtung entdeckt Parzival am Morgen an die tausend Wildgänse. Auf einmal stürzt sich der Falke auf eine der Gänse und verletzt sie so, dass drei Blutstropfen in den Schnee fallen und sie sich nur mit Mühe unter das Astwerk eines umgestürzten Baumes retten kann. Von dort kann sie jedoch nicht mehr hochfliegen. Die drei Tropfen im Schnee erinnern Parzival an das Antlitz seiner Gemahlin. Dabei sieht er zwei Tropfen als ihre Wangen und einen als ihr Kinn. Er dankt Gott, dass ihm ihr Abbild begegnet ist. Die Liebe schlägt ihn so sehr in ihren Bann, dass er wie ein Schlafender wirkt.

Bei Chrétien findet man die Blutstropfenszene etwa ab Vers 4162. Am Morgen hat es stark geschneit. Parzival bricht in aller Frühe auf und kommt zu dem Wiesengelände, auf dem Artus mit seinem Gefolge lagert. Bevor er jedoch die Zelte erreichen kann, fliegt vor ihm ein Schwarm Wildgänse auf. Ein Falke verfolgt sie so lange, bis er eine zurückgebliebene Gans erreicht und sie zu Boden wirft. Vom Hals der Gans sind drei Tropfen Blut in den Schnee gefallen. Sie verspürt aber kaum Schmerzen und fliegt, als der Falke von ihr ablässt, fort. Als Parzival schließlich eintrifft, findet er nur noch die drei Blutstropfen im Schnee. Das Blut auf dem Schnee scheint Parzival eine „natürliche Farbe“ zu sein[3]. Die rote Farbe auf weißem Untergrund erinnert Parzival an das Gesicht seiner schönen Freundin. Er verliert sich in ein Sinnen und sieht aus, als schlafe er.

Der Falke und Parzival haben bei Wolfram etwas gemeinsam: Der Falke ist der beste Jagdfalke des Artus. Parzival ist ebenfalls so etwas wie der beste Jagdfalke. Er dient dem König, indem er alle gefangenen und besiegten Ritter an dessen Hof schickt. Wie der Falke hat sich Parzival verirrt und hält sich außerhalb der Artusgemeinschaft auf. Beide frieren in ihrer Einsamkeit. Bei Chrétien gibt es keine sichtbare Verbindung zwischen dem Falken und dem Artushof. Man weiß nicht, woher der Falke kommt und wohin er verschwindet. Bumke[4] betont die Zeichenhaftigkeit des Blutes: „Mit hurte (...) hat sich der Falke auf die Gans gestürzt und hat das Blut des unschuldigen Opfers vergossen. Wenn man die Gans als `Bruder-Vogel´ des Falken betrachtet, erinnert das Blutvergießen am Plimizoel an Parzivals `Brudermord´ an Ither.“ Diese Interpretation trifft anscheinend mehr auf Wolframs Erzählung zu als auf Chrétiens. Schließlich kommt die Gans bei Chrétien ja auch relativ unbeschadet davon. Bei Wolfram lässt sich die verletzte Gans in Vorausdeutung auf das Schicksal des verwundeten Keye verstehen. Er stürzt später auf eben jenen Baumstamm, unter dem sich die Gans verbirgt.

Bumke stellt fest, dass die Blutstropfenszene für den Handlungsverlauf eigentlich entbehrlich sei[5]. Probeweise fasst er die Geschehnisse von Parzivals Unterlassung der Erlösungsfrage in Munsalvaesche bis zu seiner Aufnahme in die Tafelrunde zusammen: „Wenn die Geschichte so erzählt worden wäre, würde niemand auf den Gedanken kommen, dass irgendwo etwas fehlt.“ Tatsächlich wäre dies wohl auch die Fassung, die man als Zuhörer, bzw. Leser erwartet hätte. Es ist doch recht ungewöhnlich, den mutigen und auch etwas tumben Kämpfer, als den man Parzival zuvor kennengelernt hat, derart versunken vorzufinden. Für den Handlungsverlauf, so Bumke weiter, scheine die Blutstropfenszene daher entbehrlich zu sein. Dies sei „ein Indiz dafür, dass die Bedeutung dieser Szene auf einer anderen Ebene zu suchen ist[6].“

Einbettung der Blutstropfenszene

Wolfram hat sich recht genau an die Vorlage Chrétiens gehalten. Nur in Einzelheiten weicht er von der französischen Fassung ab. Besonders bedeutend sei dabei, wie Wolfram die Blutstropfenszene mit anderen Teilen der Dichtung verbunden habe[7]. Der Schnee weise voraus auf das neunte Buch. Dort befindet sich Parzival wieder in einer verschneiten Wildnis. Das Zusammentreffen mit dem Artushof beziehe sich rückwärts auf das dritte Buch und vorwärts auf das vierzehnte. Im dritten Buch begegnet Parzival zum ersten Mal den Artusrittern und zieht daraufhin zum Artushof. Im vierzehnten Buch tritt Artus als Schlichter zwischen Parzival und Gramoflanz auf. Auf das vierzehnte Buch deute auch die Begegnung mit Gawan voraus. Wieder erkennen sich Parzival und Gawan nicht. Später ist es ebenfalls wieder Gawan, der Parzival zum Artushof bringt. Im sechzehnten Buch trifft Parzival am Plimizoel tatsächlich auf Condwiramurs, der er in der Blutstropfenszene nur innerlich begegnet. Auch die Lanze, mit der Parzival gegen Segramors und Keye kämpft, kommt noch in zwei weiteren Büchern zur Sprache: Einmal im fünften Buch, als er sie bei der Trevrizent-Klause findet, und einmal im neunten Buch, als er mit Trevrizent darüber spricht. Auch der Minne-Exkurs der Blutstropfenszene stehe im Zusammenhang mit den Minne-Exkursen in den Gawan-Büchern zehn und zwölf. Im zehnten Buch begegnet Gawan Orgeluse. Im zwölften Buch ergibt sich Orgeluse Gawan. Diese Einbettung der Blutstropfenszene in die gesamte Erzählung spricht anscheinend dafür, dass ihr tatsächlich eine gewisse Bedeutung innewohnt. Doch was ist damit gemeint, wenn Bumke von einer „anderen Ebene“ spricht? Was genau erfährt man in der Blutstropfenszene?

Innen und Außen

Die Atmosphäre, in der sich die Blutstropfenszene ereignet, ist von seltsamen Umständen geprägt. Obwohl es schon fast Sommer ist, ist Schnee gefallen. So heißt es bei Wolfram: „diz maere ist hie vast undersniten,/ ez parriert sich mit snêwes siten.“[8] Hier kommen offenbar Elemente zusammen, die eigentlich nicht zueinander passen. Der beste Jagdfalke des Artus verirrt sich im Wald und bleibt bei Parzival. Paradoxerweise geschieht dies alles in unmittelbarer Nähe zu Artus und seinem Gefolge. Als ein Knappe Cunnewares Parzival findet, erkennt er diesen nicht, obwohl Parzivals Rüstung ein eindeutiges Zeichen gewesen wäre. Sofort wollen alle den angeblichen Feind bekämpfen. Dies ist ebenfalls seltsam genug. Der einzige, der letztlich einen kühlen Kopf bewahrt, ist Gawan. Er reitet hinzu und bedeckt die Blutstropfen mit seinem Mantel.

Inmitten dieser ungewöhnlichen Ereignisse verwundert es schließlich kaum noch, dass Parzival in einen Traum-Zustand verfällt und aussieht „als er sliefe[9] “. Bumke stellt einen Kontrast zwischen dem bewegungslosen Parzival und den wild durcheinanderschreienden Artusrittern fest. Diesen Kontrast könne man auch als einen Gegensatz von Innen und Außen beschreiben. „Parzival hat die äußere Welt verlassen und ist ganz nach innen gegangen. Er blickt noch mit seinen körperlichen Augen auf die Blutstropfen; aber was er da sieht, kann er nur mit seinen inneren Augen sehen.[10] “ In Gedanken spricht Parzival zu sich selbst. Er erkennt in den Tropfen auf dem Schnee seine geliebte Condwiramurs und preist Gott: „gêret sî diu gotes hant/ und al diu crêatiure sîn.[11] “ All dies geschieht nur im Innern Parzivals. Letztlich ist der Kontrast zwischen ihm und den Artusrittern gar nicht so groß, denn was diese äußerlich veranstalten, geht im Innern Parzivals genauso vor sich. Während die Artusritter in einem erstaunlich langsamen Prozess zur Erkenntnis über die Identität Parzivals gelangen, erkennt Parzival selbst ebenfalls etwas Wichtiges. Er erfährt, welche Ziele ihm gesetzt sind.

Solche Erkenntnisprozesse sind Parzival nicht fremd. Zwar hat man versucht, ihm in seiner Kindheit vieles vorzuenthalten, dennoch strebt er immer danach, Neues zu erfahren. Dies beginnt schon im Garten Herzeloydes, als er fragt, warum die Vögel getötet werden sollen. Er spricht: „waz wîzet man den vogelîn?“[12] Diese Frage bringt ihn sofort weiter zu einer anderen, entscheidenderen Frage: „ôwê muoter, waz ist got?“[13] Auf Umwegen erfährt Parzival das für ihn Wichtige.

Ein Beleg dafür, „dass das Drama der Gralsuche sich nicht in der äußeren Handlung abspielt, sondern im Innern des Helden[14] “ sei das Ausscheiden Parzivals aus der Handlung bis zum neunten Buch. Schirok[15] wendet dagegen ein, Parzival scheide gar nicht aus der Dichtung aus, sondern trete nur in den Hintergrund. Zumindest bei Wolfram werden die Kämpfe wenn schon nicht ausführlich geschildert, so doch erwähnt - abgesehen von denen gegen Gawan, Gramoflanz und Feirefiz. Später werde sich daraus die Frage nach der „ethischen Qualität“ dieser Kämpfe stellen.

Ich finde, dass Parzival eigentlich von Anfang an ein in gewisser Weise in sich gekehrter Mensch ist. Schon als er als Kind den Gesang der Vögel hört, „des süeze in sîn herze dranc[16] “, geschieht in seinem Innern etwas. Er kann gar nicht erklären, was mit ihm ist. Jedenfalls wird er vom Gesang der Vögel seltsam bewegt. So würde es wohl nur wenigen ergehen. In der Blutstropfenszene ist es vielleicht ähnlich. Auf einmal fühlt sich Parzival durch die Blutstropfen an Condwiramus erinnert. Wie zuvor der Gesang der Vögel, ruft nun Condwiramurs Abbild seine Sehnsucht hervor. Diesmal natürlich viel stärker, so dass er in einen tranceartigen Zustand fällt. Bumke sieht hier einen Erkenntnisprozess vor sich gehen. Dieser führt über den Anblick der Tropfen zu Condwiramurs und von dort zu der Frage, wer wohl der „Urheber des schönen Bildes aus Licht und Farbe[17] “ sei. Über diesen Gedanken kommt Parzival zu Gott. Parzival preist Gottes Schöpfung, durch die er Condwiramurs Abbild erblicken kann. Natürlich steht diese Erfahrung im Gegensatz zu seinen späteren Äußerungen, die er von sich gibt, wenn ihn Kundries Fluch getroffen hat. Bumke[18] weist darauf hin, dass Parzivals Vernunftschluss, den er später zieht, dumm ist, denn er reagiert nur aus Trotz. Parzival denkt daran, was ihm seine Mutter gesagt hat, nämlich dass Gott immer helfe. Da dies offenbar nicht so war, als er in Munsalvaesche die Erlösungsfrage stellen sollte, wendet er sich nun von Gott ab. Parzivals Gotteserfahrung in der Blutstropfenszene ist allerdings entscheidender als die Erfahrung, dass Gott ihm nicht immer hilft. Er vermag nur deshalb Gott zu erkennen, weil er zuvor sich selbst erkannt hat. Für Parzival ist das spirituelle Erlebnis wichtiger als die rationale Reflektion.

Erlösung aus der Versunkenheit

Die Erweckung Parzivals aus seinem tranceartigen Zustand geschieht bei Wolfram und Chrétien auf bemerkenswert unterschiedliche Weise. Bei Wolfram findet Gawan den versunkenen Parzival und legt seinen Mantel über die Blutstropfen. Damit sind sie Parzivals Blick entzogen und er kann aus seiner Trance erwachen. Vielleicht ist es besser zu sagen, er muss aus seiner Trance erwachen, denn Parzival ist darüber alles andere als erfreut. Er klagt:

´ôwê vrouwe unde wîp,/ wer hât benomen mit dînen lîp?/ erwarp mit ritterschaft mîn hant/ dîn werde minne, crôn unde ein lant?/ bin ichz der dich von Clâmidê/ loste? ich vant ach unde wê,/ und siufzec manec herze vrebel/ in dîner helfe. ougen nebel/ hât dich bî liehter sunnen hie/ mir benomen, jan weiz ich wie`[19].

Gawan jedoch weiß, was er tut, denn er selbst ist „solher noete al wîs[20] “. Auch er hat die große Macht der Liebe erfahren und kann sich in Parzival hineinversetzen. Nur diesem Umstand ist es zu verdanken, dass Parzival wieder zu sich kommt.

Bei Chrétien dagegen braucht es mehr als einen verständnisvollen Ritter. „Nur eine kosmisch-schicksalhafte Macht, das Höhersteigen der Sonne, hatte gleichsam das Recht, diese joie [21] Percevals zu beenden und damit die Lebensrichtung zu besiegeln, die einzuschlagen seine Berufung ihm auferlegte.[22] “ Dennoch weiß Gawan ganz genau, wie es um Parzival steht. Er erklärt dem König, den beiden Angreifern sei es recht geschehen, „denn ein Ritter darf einen anderen nicht, so wie es diese beiden getan haben, aus seinem Nachsinnen aufwecken, worüber es auch sei. (...) Der Ritter war wegen irgendeines Verlustes besorgt, den er erlitten hatte, oder seine Freundin war ihm entzogen, und das bekümmerte ihn, und so dachte er darüber nach.[23] “ Gawan macht es dann ja auch richtig, als er sich bei Parzival nicht einmischt. Gemeinsam ist beiden Erzählungen, dass die Versunkenheit etwas durchaus Positives ist. Bei Chrétien sagt Gawan, dieses Nachsinnen sei keineswegs gemein[24] gewesen, sondern vielmehr höfisch und zärtlich[25] und auch bei Wolfram bringt Gawan großes Verständnis auf. Als einmal bekannt geworden ist, was es mit der Versunkenheit auf sich hat, muss Parzival auch mit keiner Bedrohung durch angreifende Ritter mehr rechnen. Was genau es damit auf sich hat und welche Berufung Parzival auferlegt worden ist, weiß zu diesem Zeitpunkt natürlich weder der Artushof noch Parzival selbst so genau.

Im Zustand der Versunkenheit, bzw. des sich „Verdenkens“ erfährt Parzival die beiden Ziele seines Lebens: wîp und grâl. Der Schlüssel dazu ist die minne.

Die Wirkung der minne

In dem Moment, in dem Parzival die Blutstropfen erblickt, beginnt eine Erzählkette, in der es um die minne geht. Sie beginnt genau genommen mit der triuwe[26]. Der Erzähler kündigt an, dass Parzival durch diese noch nôt[27] zugefügt werden wird. Die minne wird im folgenden immer wieder kurz erwähnt. So heißt es beispielsweise, Parzival habe seine Liebe für Condwiramurs bewahrt und starke minne[28] habe ihn in ihren Bann geschlagen. Später dann wird auf der minne grôzen last[29] verwiesen, die der durch Schnee und Blut strapazierte Parzival tragen müsse. „Trotzdem erwecken die Minnepartien keineswegs den Eindruck des Unvollständigen oder Fragmentarischen; denn die stete Wiederholung des immer Gleichen schafft einen engen Zusammenhang zwischen ihnen.[30] “ Das „Gleiche“ meine hier den Zustand des regungslos auf dem Pferd sitzenden Parzival, so Dewald. Zu diesem Bild kehrt Parzival zwischen den Kämpfen gegen Keye und Segramors immer wieder zurück. Kaum ist alles beiseite geschafft, das ihn ablenken könnte, verliert er sich wieder in dem Anblick der Blutstropfen, die ihn an Condwiramurs erinnern, denn mit ihr ist er durch minne verbunden.

Zwischendurch meldet sich der Erzähler zu Wort. Er berichtet, dass auch ihm durch die strenge minne[31] Leid widerfahren sei. Da ihn die betreffende Frau nicht erhöre, wolle er sich nun von ihr abwenden. Daraufhin kehrt die Erzählung wieder zu Parzival zurück. So verhält es sich auch mit den beiden „Minneschelten[32] “. In der längeren[33] schimpft der Erzähler auf „ vrou Minne[34] “ und spricht diese direkt an. Er sagt, sie bringe Leid über die Menschen und nennt einige Beispiele dafür. So dürfe aber nur jemand sprechen, der sie selbst auf diese Weise erfahren habe. Der Erzähler habe jedenfalls nie trôst durch sie erhalten. Zum Ende seiner Schelte kehrt er zu Parzival und dessen Schicksal zurück. Die vrou Minne habe Parzival bezwungen und ihn dazu gebracht, dass er die Welt um sich vergisst. In der zweiten Schelte[35], die kurz danach folgt, kritisiert der Erzähler die vrou Minne und fordert sie auf, Parzival von ihrer vreise und ihrer strenge unsüezer last zu befreien, damit er sich endlich gegen den angreifenden Keye zur Wehr setzen könne.

Es entsteht der Eindruck, die minne sei nicht gerade zu empfehlen. Auch möchte sie der Erzähler nicht noch einmal am eigenen Leib erfahren. Damit weicht er von den Äußerungen Parzivals stark ab. Als dieser von Gawan „geweckt“ wird, klagt er, dass ihm nun die beglückende Erfahrung der minne verwehrt ist. Auch vorher schon, als Parzival die Blutstropfen zum ersten Mal erblickt, ist er von dieser Erfahrung beglückt. Offenbar kommt es auf die Perspektive an. Mit großer Leichtigkeit besiegt Parzival Keye und Segramors. Während die Besiegten völlig entkräftet und schwer verletzt abtransportiert werden, ist Parzival schon längst wieder in den Anblick der Blutstropfen versunken. Damit stellt sich die Frage, wie ernst die beiden Minneschelten überhaupt gemeint sind. Schließlich befindet sich Parzival zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr. Die heftigen Beschimpfungen der beiden Angreifer wirken schon fast lächerlich, wenn man bedenkt, wie schnell sie verpuffen. Der Erzähler der Schelten stellt einen Widerspruch zur Handlung dar. Ihm bleibt die unfreiwillige Komik der Angreifer Keye und Segramors verborgen. Er nimmt die beiden viel zu ernst. Zugleich stellt diese Situation noch einen weiteren Widerspruch dar, nämlich zwischen dem Anspruch der Gesellschaft, vertreten durch Keye und Segramors und dem des einzelnen, vertreten durch Parzival. Parzival scheint unterlegen zu sein, während man an den Sieg der Angreifer glaubt. Die Handlung beweist jedoch das Gegenteil. „Der Erzähler hat sich geirrt und sich auf die Perspektive der Artusgesellschaft eingelassen, als er deren komischen Gestalten den Sieg über das in der Subjektivität begründete Recht des einzelnen zutraut.[36] “ In den Minneschelten zeigt sich, wie sehr der Erzähler in der Sichtweise der Artusgesellschaft verhaftet ist. Was im Innern Parzivals vor sich geht, lässt sich nur in der äußeren Handlung selbst erkennen. Diese nämlich bestimmt die Richtung, welche die Erzählung einschlägt. Es kommt also nicht auf die Kämpfe Parzivals gegen Keye und Segramors an, denn dann wären sie wohl anders dargestellt. Dadurch, dass sie sozusagen nur nebenbei geschehen und Parzival sich noch nicht einmal besonders anstrengen muss, tritt der Held selbst in den Vordergrund. Es kommt auf ihn an und zwar in seiner rätselhaften Versunkenheit. Wenn man sich am Verlauf der Handlung orientiert, sieht man, dass die Perspektive Parzivals gegenüber der des Erzählers recht behält.

Wessen Perspektive teilt Wolfram aber dem Erzähler der Minneschelte zu?(...) Er beobachtet und beurteilt diese szenisch vorstellbare Wirklichkeit vom Standpunkt des Außenstehenden, gleichsam in der Rolle eines Zuschauers des von ihm selbst aufgezogenen Bühnengeschehens. Da es aber kein räumlich aufgeführtes und sinnlich wahrnehmbares, sondern ein erzähltes und in der Phantasie vorstellbares Geschehen ist, nimmt er den Standort eines Zuhörers seiner eigenen Geschichte ein. Doch verfügt er dabei (...) nicht über die Allwissenheit des Autors, sondern betrachtet das erzählte Geschehen aus dem Blickwinkel des Publikums[37].

Letztlich dreht Parzival alle gängigen Vorstellungen einfach um. Die Versenkung in das Bild seiner geliebten Frau ist auf einmal wichtiger als der Kampf gegen die beiden anerkannten Helden. Durch den Erzähler bringt Wolfram die Perspektive des Zuschauers in die Erzählung ein. Von diesem Standpunkt aus gelingt es, gerade diese in den Minneschelten genannten Besorgnisse zu widerlegen. Allerdings, wendet Schirok ein, ist die positive und beglückende Erfahrung Parzivals nicht ausschließlich, denn es ist „die Vision (vorläufig) nur Vision und (noch) keine Realität[38] “. Damit hat er sicherlich recht, denn erst als Parzival seine Frau tatsächlich wiedersieht, wendet sich für ihn alles zum Guten und er ist zu seiner wahren Bestimmung gelangt. Diese wahre Bestimmung ist jedoch nicht einzig die Erlangung der minne, sondern sie enthält noch einen weiteren Aspekt.

Der Weg zum Gral

In der Blutstropfenszene erkennt Parzival, welches die Ziele seines Lebens sind. Bumke bezeichnet die Blutstropfenszene als visio [39]. Schirok merkt an, dass Parzivals Traum auf der Gralburg bei Bumke nicht erwähnt wird. Für Schirok stehen die visio und das somnium in Munsalvaesche in engem Zusammenhang. „Der Traum auf der Gralburg weist auf die bevorstehenden Kämpfe hin, die Blutstropfenszene lässt Parzival sein Doppelziel erkennen. In Form von somnium und visio deutet sich der Weg an und wird das Ziel klar. Das Gewicht des Traumes wird noch dadurch unterstrichen, dass er zum Traum Herzeloydes in Beziehung gesetzt wird.[40] “ Dort heißt es, Parzival sei auf seinem Lager nicht allein gewesen, denn „geselleclîche unz an den tac/ was bî im strengiu arbeit./ ir boten künftigiu leit/ sanden im in slâfe dar,/ sô daz der junge wol gevar/ sîner muoter troum gar widerwac,/ des si nâch Gahmurete pflac.[41] “ Bei Chrétien gibt es auf der Burg keinen Traum. Es heißt nur, Parzival habe bis zum Morgen geschlafen.[42] Ist dieser Unterschied überhaupt von Bedeutung für den weiteren Verlauf der Erzählung? Er ist es, wenn man den Traum als Vorausdeutung für Parzivals weiteren Weg begreift, denn er zeigt einen Teil der Entwicklung an, die sich in Parzivals Innerem vollzieht. Wenn sich der aufmerksame Zuhörer an den Traum Parzivals erinnert, kommt ihm die innere Versenkung in der Blutstropfenszene vielleicht schon bekannt vor. Wieder geschieht etwas im Innern Parzivals, das anscheinend von wegweisender Bedeutung ist. Noch deutlicher als bei Chrétien zeigt sich bei Wolfram der Erkenntnisweg Parzivals, der vom Anblick der Blutstropfen über Condwiramurs zur „Schöpferherrlichkeit Gottes[43] “ und zum Gedanken an den Gral führt.

tumpheit oder der richtige Zeitpunkt

Eine Frage, die in der Interpretation immer wieder gestellt wird, ist die nach dem Grund für Parzivals Frageunterlassung. Warum fragt Parzival auf Munsalvaesche nicht, was es mit Anfortas Leiden auf sich hat? Lädt er damit Schuld auf sich?

Parzival trägt schon von Anfang an eine andere Schuld mit sich herum. Er ist verantwortlich für den Tod seiner Mutter. Als sie ihn fortreiten sieht, trifft es sie so sehr, dass sie daran stirbt. Man kann sich streiten, ob es sich tatsächlich um Parzivals Schuld handelt. Jedenfalls ist er der Auslöser für Herzeloydes Tod. Eindeutiger ist Parzivals Schuld am Tod Ithers, den er in der Nähe des Artushofes mit seinem Jagdspeer besiegt. Allerdings hat Parzival nicht geplant, Ither zu töten. Es passiert ihm einfach und er ist sich der Folgen gar nicht recht bewusst. Auch die Tatsache, dass er mit Ither verwandt ist und die Tat so noch verwerflicher wird, ist ihm verborgen geblieben. Die Verwandtschaft ist außerdem so entfernt, dass sie Parzival unmöglich bewusst sein kann. Als er schließlich beim Gral die entscheidende Erlösungsfrage nicht stellt, ist Parzival schon wieder in etwas hineingeraten, das er so gar nicht gewollt hat. Er folgt dem Rat seines Lehrers Gurnemanz. Dieser hatte ihm geraten, er solle „niht vil gevrâgen[44] “, sondern stets die rechte „mâze[45] “ bewahren. Genau an diese mâze hält er sich aber nicht, denn in diesem Fall wäre es angemessen gewesen, durch Fragen seine Hilfe anzubieten. Parzival schätzt die Situation also falsch ein. Dafür muss Parzival reichlich Schelte ertragen. Sigune, Cundrie und Trevrizent verurteilen Parzivals Verhalten. Als er Sigune trifft, erfährt er zunächst, was er durch das Unterlassen der Frage angerichtet hat. Dann erst berichtet er ihr von dem Geschehen. Sigune beginnt sofort, Parzival zu beschimpfen[46]. Cundrie begibt sich zur Artusgesellschaft und erscheint kurz nach der Blutstropfenszene. Sie verflucht Parzival dafür, dass der „trûrige vischaere[47] “ von ihm nicht erlöst worden ist. Trevrizent hält sich mit seinem Fluchen mehr zurück als die anderen. Ihn stimmt Parzivals Geschichte eher traurig[48]. Er bietet Parzival seine Hilfe an, indem er ihm die Geschichte des Grals erzählt und ihm gute Ratschläge gibt[49].

Man könnte glauben, dass die drei mit ihren Wertungen recht haben, schließlich sind sie sich auffallend einig und jeder von ihnen stellt darüber hinaus eine Autorität dar. Dennoch ändern sie ihre Meinungen noch einmal völlig. Sigune möchte Parzival nicht mehr tadeln, da er ohnehin schon genug gestraft sei. Er solle auf Gott vertrauen. Vielleicht sei es dann möglich, zum Gral zu gelangen.[50] Cundrie entschuldigt sich bei Parzival und spricht von grôzer schulde[51], die sie auf sich geladen habe. Sie teilt ihm mit, dass er zum Gralsherrscher berufen sei. Auch Trevrizent bittet Parzival um Verzeihung. Um Parzival von seiner Suche abzubringen habe er gelogen. Er wünscht sich wandel vür die sünde [52] und verspricht, Parzival in Zukunft gehorsam zu sein.

Parzival kann nicht durch andere geholfen werden. Er muss selbst zur Erkenntnis seiner selbst und Gottes gelangen. Andere können ihm nur Inspiration oder Wegweiser sein. Ein direkter Rat funktioniert bei Parzival nicht. Dadurch wird er eher noch behindert. Auch auf Munalvaesche geht man mit den Hinweisen zu weit. Eigentlich war es von Gott verboten worden, den Frager zu warnen. Ob dieses Handeln tatsächlich direkt durch Gott zu „Sanktionen[53] “ führt, ist nicht entscheidend. Wichtig ist nur, dass Parzival durch die blutige Lanze, die Schwertübergabe und das Erscheinen des Grals mehr abgelenkt als auf den richtigen Weg geführt wird. Parzivals tumpheit hilft ihm sogar. Er ist vorurteilsfrei und geht unbedarft an die Dinge heran. Dabei macht er zunächst viele Fehler. Die innere Reife, zu der er in der Blutstropfenszene gelangt, führt schließlich zum richtigen Handeln. Die Berufung durch Gott allein ist nicht Parzivals Verdienst. Diese zu erkennen macht Parzivals Leistung aus.

Schluss

Parzival ist von Anfang an anders als andere Ritter. Er wächst abgeschieden vom Artushof auf. Die Mutter möchte ihn möglichst fernhalten von allem, das ihm schaden könnte. Das macht es ihm jedoch unmöglich, seinen eigenen Weg zu gehen, bzw. seiner Bestimmung zu folgen. Parzival wirkt wie einer, der von tumpheit geschlagen ist und dem man nicht ohne weiteres zutraut, etwas Bedeutendes zu tun. Auf seinem Weg stellt er dies immer wieder unter Beweis. Er versteht den gutgemeinten Rat anderer falsch und handelt oft völlig ohne ein Gefühl für die mâze. Andererseits ist Parzival kein schlechter Mensch. Er meint es stets gut mit anderen Menschen und der Natur. Er ist hilfsbereit und offen für Neues. Seine Verwachsenheit mit der Natur erklärt sich sicherlich aus seiner Kindheit, denn er wächst schließlich im Wald auf. Dadurch ist es wenig verwunderlich, dass er auch andere Zeichen deutet als ein vom Artushof geprägter Ritter. Als er die Blutstropfen erblickt, ist er davon ähnlich überwältigt, wie die Zuhörer es schon von seiner Begegnung mit den vier Rittern im Wald kennen. Er hält sie für Götter, weil sie so prachtvoll und glänzend aussehen. Obwohl Parzival so etwas zum Zeitpunkt der Blutstropfenszene nicht mehr passieren würde, lässt er sich dennoch von dem seltsamen Anblick einfangen. Es ist in der Tat erstaunlich, dass die Tropfen wie ein gleichseitiges Dreieck fallen. Dass zwei für die Wangen und einer für das Kinn stehen, lässt diese Folgerung zu. Das Dreieck kann nicht für das Symbol Gottes stehen, bei dem sich in der Mitte des Dreiecks ein Auge befindet. Wenn es so wäre, würde Parzivals Frau auf dem Kopf stehen.

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Dennoch ist es auffällig, dass die Tropfen so gleichmäßig fallen. Es handelt sich also nicht um Zufall. Parzival ist zu recht von dem Anblick hypnotisiert. Auch dass z.B. im Sommer Schnee fällt, deutet darauf hin, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Bei Chrétien heißt es nur, die Blutstropfen erinnerten Parzival an die „frische Farbe[54] “ seiner schönen Freundin. Von einem Dreieck ist nicht die Rede. Offenbar legt Wolfram auf die Form besonderen Wert. Das Dreieck, das sich in der Blutstropfenszene für Parzival ergibt, besteht aus seiner Frau (wîp), dem Gral (gral), bzw. Gott und sich selbst. Parzival findet seine Bestimmung und wird damit auch ein Stück weit erwachsen. So gestärkt kann er seinen Weg fortsetzen, der ihn schließlich dahin führt, wie er es in der Blutstropfenszene vorausgesehen hat. Er erringt den Gral und begegnet seiner Frau an genau diesem Ort nach fünf Jahren[55].

Als sich Schneewittchen an einem Apfelstück vergiftet, fällt sie in einen Zustand, der zwischen Leben und Tod ist. Zwar sieht sie aus wie tot und ist nicht mehr ansprechbar, dennoch verwest sie nicht, sondern ist „noch so weiß als Schnee und so roth als Blut, und wenns die Aeuglein hätte können aufthun, wären sie so schwarz gewesen wie Ebenholz, denn es lag da, als wenn es schlief.[56] “ Gerettet wird Schneewittchen, indem sie wachgerüttelt wird und ihr der Apfel aus dem Mund fällt. Damit wird auch der Prinz erlöst, der völlig versunken ist in den Anblick des schlafenden Schneewittchens, das so weiß ist wie Schnee und so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz.

Offenbar eignet sich die Mischung aus Blut und Schnee dazu, den Betrachter in seltsame Zustände zu versetzen. Gleichzeitig eignet sich wiederum dieser Zustand dazu, in sich zu kehren und die Bestimmung für das weitere Leben zu erkennen. Jedenfalls ist es so für Parzival und seine Frau Condwiramurs und auch für Schneewittchen und ihren zukünftigen Ehemann.

Literatur

Primärliteratur:

Wolfram von Eschenbach: Parzival. Mittelhochdeutscher Text nach der Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung und Nachwort von Wolfgang Spiewok. 2 Bde. Stuttgart: Reclam 1981.

Chrétien de Troyes : Der Percevalroman (Le Conte du Graal). übersetzt v. Monica Schöler-Beinhauer. München : Wilhelm Fink Verlag 1991.

Brüder Grimm : Kinder- und Hausmärchen. Vollständige Ausgabe in der Urfassung. Hrsg. v. Friedrich Panzer. Wiesbaden: Emil Vollmer Verlag.

Sekundärliteratur:

Bumke, Joachim: Die Blutstropfen im Schnee. Über Wahrnehmung und Erkenntnis im „Parzival“ Wolframs von Eschenbach. Tübingen : Niemeyer 2001.

Dewald, Hans: Minne und „sgrâles âventiur. Äußerungen der Subjektivität und ihre sprachliche Vergegenwärtigung in Wolframs ´Parzival`. Göppingen: Verlag Alfred Kümmerle 1975.

Johnson, L. Peter: Die Blutstropfenszene in Wolframs ´Parzival`: Humor, Komik und Ironie. In: Studien zu Wolfram von Eschenbach. Festschrift für Werner Schröder zum 75. Geburtstag. Hrg. Kurt Gärtner; Joachim Heinzle. Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1989. S. 307-320.

Köhler, Erich: Die drei Blutstropfen im Schnee. Bemerkungen zu einem neuen Deutungsversuch. In: Germanisch-Romanische Monatsschrift 40 (1959). S.421-425.

Möhren, Markus: der snê dem bluote wîze bôt. Die Blutstropfenszenen als Beispiel symbolisch- verdichteten Erzählens in Wolframs ´Parzival`. In: Als das wissend die meister wol.Beiträge zur Darstellung und Vermittlung von Wissen in Fachliteratur und Dichtung des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Hrg. Martin Ehrenfeuchter; Thomas Ehlen. Frankfurt am Main u.a.: Europäischer Verlag der Wissenschaften 2000.

Schirok, Bernd: Rezension zu Joachim Bumke: Die Blutstropfen im Schnee. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 131 (2002), S. 98-117.

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[1] Brüder Grimm : Kinder- und Hausmärchen. Vollständige Ausgabe in der Urfassung. Hrg. v. Friedrich Panzer. Wiesbaden: Emil Vollmer Verlag. S. 196. Im folgenden zitiert als „Schneewittchen“.

[2] ebda.

[3] Chrétien de Troyes : Der Percevalroman (Le Conte du Graal). München : Wilhelm Fink Verlag 1991. übersetzt v. Monica Schöler-Beinhauer. : V. 4189: „natural color“. im folgenden zitiert als „Chrétien“.

[4] Bumke, Joachim: Die Blutstropfen im Schnee. Über Wahrnehmung und Erkenntnis im „Parzival“ Wolframs von Eschenbach. Tübingen : Niemeyer 2001. S. 59ff., im folgenden zitiert als „Bumke“.

[5] Bumke: S. 1.

[6] ebda.

[7] Bumke: S. 9, f..

[8] Wolfram von Eschenbach: Parzival. Mittelhochdeutscher Text nach der Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung und Nachwort von Wolfgang Spiewok. 2 Bde. Stuttgart: Reclam 1981. 281, V. 21, f.. im folgenden zitiert als „Wolfram“.

[9] ebda. 283, V. 23.

[10] Bumke: S. 3.

[11] Wolfram: 283, V. 2, f..

[12] Wolfram: 119, V. 10.

[13] ebda. V. 17.

[14] Bumke: S. 5.

[15] Schirok, Bernd: Rezension zu Joachim Bumke: Die Blutstropfen im Schnee. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 131 (2002), S. 98-117. S.100. im folgenden zitiert als „Schirok“.

[16] Wolfram: 118, V. 16.

[17] Bumke: S. 46.

[18] ebda.

[19] Wolfram: 302, V. 7-16.

[20] ebda: 301, V. 8.

[21] joie: franz. „Freude“.

[22] Köhler, Erich: Die drei Blutstropfen im Schnee. Bemerkungen zu einem neuen Deutungsversuch. In: Germanisch-Romanische Monatsschrift. Hrg. Franz Rolf Schröder. Band 40. N.F., 9. 1959. S.423.

[23] Chrétien : V. 4354-4363. « Que chevaliers autre ne doit/ Oster, si con cil dui ont fet,/ De son panser, quel que il l´et. (…) Li chevaliers d´aucune perte/ Estoit pansis qu´il avoit feite,/ Ou s´amie li ert forstreite,/ Si l´an enuie et s´i pansoit. ».

[24] Chrétien: V. 4458 : „vilains“.

[25] ebda. V. 4459 : „cortois et douz“.

[26] Wolfram: 282, V. 23.

[27] ebda. V. 22.

[28] ebda. 283, V. 18.

[29] ebda. 290, V. 26.

[30] Dewald, Hans: Minne und „sgrâles âventiur. Äußerungen der Subjektivität und ihre sprachliche Vergegenwärtigung in Wolframs ´Parzival`. Göppingen: Verlag Alfred Kümmerle 1975. S.25. im folgenden zitiert als „Dewald“.

[31] Wolfram: 287, V. 11. ff.

[32] Dewald: S. 26.

[33] Wolfram: 291, V. 1 – 293, V. 16.

[34] ebda. 292, V. 1.

[35] ebda. 294, V. 21-30.

[36] Dewald: S. 123.

[37] Dewald: S. 124.

[38] Schirok: S. 111.

[39] Bumke: S. 50 ff..

[40] Schirok: S.102.

[41] Parzival: 245, V. 2 ff..

[42] Chrétien: V. 3356: „Et il dormi jusqu´au matin“.

[43] Bumke: S. 46.

[44] Wolfram: 171, V. 17.

[45] ebda. V. 13.

[46] ebda: 255, V. 2-29.

[47] ebda: 315, V. 28.

[48] ebda: 488, V. 21ff..

[49] ebda: 489 V. 1.

[50] Wolfram: 441, V. 18ff..; 442, V. 9ff..

[51] Wolfram: 780, V. 5.

[52] Wolfram: 798, V.8.

[53] Schirok: S. 102. Schirok erwähnt hier die „beunruhigenden Überlegungen“ Christoph J. Steppichs zu den möglicherweise unerlaubten Hinweisen durch Anfortas.

[54] Chrétien: V. 4200: „fresche color“.

[55] Wolfram: 797, V. 4-12.

[56] Schneewittchen: S. 202.

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Details

Titel
Die Bedeutung der Blutstropfenszene für die Parzival-Erzählungen Wolframs von Eschenbach und Chrétiens de Troyes
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Parzival
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V108969
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Blutstropfenszene, Parzival-Erzählungen, Wolframs, Eschenbach, Chrétiens, Troyes, Parzival
Arbeit zitieren
Antje Heidbrede (Autor), 2004, Die Bedeutung der Blutstropfenszene für die Parzival-Erzählungen Wolframs von Eschenbach und Chrétiens de Troyes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108969

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