Die Literatur des Mittelalters


Facharbeit (Schule), 2001

12 Seiten, Note: 13 Punkte


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung - Definition „Mittelalter“

2. Die historischen Verhältnisse zur Zeit des Mittelalters
2.1 Frühes Mittelalter - 750 bis 1170
2.2 Hohes Mittelalter - 1170 bis 1270
2.3 Spätes Mittelalter - 1270 bis 1470

3. Verbindungen zwischen der Suche nach dem heiligen Gral und den Mythen des Mittelalters
3.1 Der frühchristliche Ursprung der Gralsmythologie
3.2 Die Vermischung christlicher Inhalte mit keltischen Sagen
3.3 Der heilige Gral in der Artussage
3.4 Parzival
3.4.1 Hintergründe
3.4.2 Inhalt

4. Die Artussage und das Nibelungenlied: ein Vergleich
4.1 Zeitliche Einordnung und Typ des mittelalterlichen Epos
4.2 Unterschiedliche Ehrauffassungen - Hagen von Tronje und Lancelot

5. Anhang
5.1 Literaturverzeichnis
5.1.1. Literatur/Bücher/Nachschlagewerke
5.1.2. Internetquellen
5.2 Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung - Definition „Mittelalter“

Der Begriff Mittelalter stammt aus dem Lateinischen (medium aevum) und bezeichnet in Mitteleuropa den Zeitraum zwischen Antike und Neuzeit. Eine genaue Abgrenzung dieses Zeitraumes ist jedoch auf Grund der national unterschiedlichen historischen Entwicklungen kaum möglich. Die möglichen zeitlichen Ansätze für den Beginn des Mittelalters reichen von der Krise des röm. Reiches im 3. Jh. n. Chr. über die Zeit der Völkerwanderung (4. - 6. Jh. n. Chr.), die jeweils große gesellschaftliche Änderungen mit sich brachten, bis hin zur Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahre 800.

Ebenso schwer lassen sich genaue Angaben über das Ende des Mittelalters machen. Nach her- kömmlicher Auffassung setzt man das Ende des Mittelalters mit dem Beginn der Barockzeit gleich und stützt sich dabei auf unterschiedliche geschichtliche Ereignisse zu Beginn des 16. Jh. wie die Entdeckung Amerikas (1492) oder den Beginn der Reformation (1517) u. a., die ebenfalls gesellschaftliche Umbrüche bewirkten. Natürlich lässt sich der Übergang eines Zeitalters in das Nächste nicht punktuell festlegen, vielmehr muss jeweils eine längere Übergangszeit voraus- gesetzt werden.1 In dieser Arbeit beziehe ich mich auf die allgemein übliche Begrenzung des Mittelalters auf die Zeit zwischen 750 und 1470 n. Chr.

Im Rahmen der Facharbeit gilt es, einen historischen Überblick über diesen Zeitraum zu erarbeiten sowie Besonderheiten der Literatur dieser Zeit durch den Bezug zu Mythen und Sagen und einen Literaturvergleich darzustellen.

2. Die historischen Verhältnisse zur Zeit des Mittelalters

2.1 Frühes Mittelalter - 750 bis 1170

Die Gründung des Frankenreiches schuf als bedeutendste germanische Staatsgründung die Voraus- setzungen für die Kultur und Gesellschaftsordnung des Mittelalters.

Die Christianisierung der Franken begann um etwa 500 n. Chr.2 Dieser Umbruch zwischen dem „alten Weg“, der polytheistischen keltischen Religion und dem „neuen Weg“, dem christlichen Glauben war Ursache verschiedenster Konflikte, die ihre Bearbeitung in zeitgenössischer Literatur bzw. mündlich überlieferten Sagen und und Erzählungen (wie z. B. den Einzelsagen des in späterer Zeit niedergeschriebenen Nibelungenliedes) fanden.

Im 9. Jh. enstanden durch mehrer Erbteilungen das West- und das Ostfränkische Reich (ab etwa 920

regnum teutonicum, Kaiserreich von 962 bis 1806).3

Von Beginn an ist die mittelalterliche Kultur christlich geprägt. Karl d. Gr. versuchte, die antike Kultur mit ihrem System der sieben freien Künste (Wissenschaften) wiederzubeleben.

In dieser Zeit wurde auch mit der Aufarbeitung und Niederschrift der bis dahin nur mündlich überlieferten Heldensagen wie z. B. dem Hildebrandslied begonnen. In das Feudalssystem des frühen Mittelalters war die Kirche aufgrund gegenseitiger Schutz- und Treueverpflichtungen stark eingebunden. Der kirchliche Einfluss wurde durch den Auftrag Karls d. Gr., den Bildungsstand durch das Einrichten von Schulen in jeder Bischofskirche und in jedem Kloster zu verbessern, noch vergrößert.4

Als Amts-, Gelehrten- und Kirchensprache diente im frühen Mittelalter das Mittellatein, neben dem als Volkssprache die sog. „ theodisca lingua “ besteht. Daraus entwickelte sich über die althoch- deutsche (um 750) ab etwa 1050 die mittelhochdeutsche Stufe der dt. Sprache.

Die bisher als Schriftzeichen dienenden Runen werden vom lateinischen Alphabet abgelöst, wobei Karl d. Gr. eine Vereinfachung schafft, indem er die Kleinbuschstaben einführt. Als Schreib- utensilien dienten damals Gänsekiel und Pergament, welches in Mitteleuropa erst gegen 1400 vom Papier abgelöst wurde.5

Aufgrund der Abgrenzung zwischen handwerklichen Künsten und freien Künsten (zu denen nur die Wissenschaften gezählt wurden) zählte die Schreibkunst zu den handwerklichen Künsten.

Der Schreiber, der im Kloster Werke handschriftliche vervielfältigte, genoss einen ähnlichen Status wie der tatsächliche Urheber (lat. Auktor).

Die Bibelabschriften (komplett oder teilweise) besaßen den höchsten Rang unter den Werken jener Zeit, waren aber, auf Grund der lateinischen Sprache und dem Bildungsstand des größten Teiles der Bevölkerung, nur dem Klerus zugänglich. Dem leseunkundigen Volk wurden biblische Inhalte durch Wandmalereien in der Kirche vermittelt, denn selbst die Predigten waren im für die breite

Masse unverständlichen Latein gehalten. Ein Werk des frühen Mittelalters, welches zeigen sollte, dass die deutsche Volkssprache ebenfalls geeignet ist, die damals so hoch geschätzte Antike Dicht-

kunst nachzuempfinden war die „Evangelienharmonie“ (um 865) des Mönchs Otfried aus dem elsässischen Kloster Weißenburg. Ebenfalls von Geistlichen verfasst wurden in dieser Zeit Chroniken, zeitgeschichtliche Darstellungen und romanhafte Lehrwerke.

Die fahrenden Unterhaltungskünstler verfassten ihre sog. „Spielmannsepen“ meist in der dt. Volks- sprache bzw. deren Dialekten.

Das Theaterspiel war im frühen Mittelalter im wesentlichen auf den geistlichen Bereich beschränkt. Die inszenierten Bibeltexte wurden zu besonderen Anlässen in Gottesdiensten oder öffentlich aufgeführt.6

2.2 Hohes Mittelalter - 1170 bis 1270

Aus politischer Sicht deckte sich diese Epoche im Großen und Ganzen mit der Stauferherrschaft (1138

- 1254). Sie war gekennzeichnet durch die zunehmende Selbstständigkeit der weltlichen wie geistlichen Landesherren und die Entwicklung eines höfisch-kulturellen Lebens an den

Residenzen der Fürsten einerseits sowie den Grundlagen der bürgerlichen Kultur in den Städten andererseits.7

In dieser Zeit entwicheln sich durch Enstehung einer neuen Gesellschaftsschicht, des Rittertums, die Ideale des Ritters: Maß, Beständigkeit, Treue und Selbstzucht. Das Rittertum ermöglichte ursprünglich unfreien Ministerialien den Aufstieg in den niederen Adel. Die ritterlichen Ideale finden im Minnesang wie in epischen Werken dieser Zeit (z. B. Eschenbachs „Parzival“) Ausdruck, ebenso der Niedergang des Rittertums gegen Ende der Epoche (z. B. in Wernher der Gartenaeres

„Meier Helmbrecht“).

Wichtige Kennzeichen der Entwicklung von Sprache und Schrift sind u. a. die wachsende Akzep-tanz der dt. Volkssprache als gleichberechtigte Literatursprache neben dem Mittellatein, v. a. im süd- deutschen Raum die Bemühungen zur Schaffung einer gemeindeutschen Hochsprache und im

12. Jh. die Entwicklung der gotischen Kleinbuchstaben aus den Karolingischen.8

Bedeutende Autoren des hohen Mittelalters sind Konrad von Würzburg, Hartmann von Aue, Neidhart von Reuental, Reinmar der Alte, Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach; meist waren sie Abkömmlinge eines Ministerialiengeschlechts oder bürgerlicher Herkunft. I. d. R. zogen sie von Hof zu Hof, um ihre Werke vorzutragen. Die Minnesänger waren dabei zugleich Dichter und Musiker, da sie ihre Werke singend zur Begleitung von Harfe oder Fidel

vortrugen. Ebenso die sog. Vaganten, fahrende Geistliche oder Akademiker.

Die Werke jener Zeit waren meist Auftragsdichtungen, die Autoren von ihren Mäzenen (Gönnern) abhängig. Als Auftragswerke entstanden im hohen Mittelalter u. a. das Rolandslied und das Nibelungenlied.

Der Fähigkeit des Lesens waren damals wohl neben den Geislichen ein großer Teil der adligen Frauen mächtig, die diese Kunst von den Hofgeistlichen erlernten. Dagegen waren die Autoren warscheinlich nicht in der Lage, ihre Werke selbst niederzuschreiben; man nimmt an, dass sie Schreiber beschäftigten.

Das Theaterspiel bleibt im hohen Mittelalter weitgehend an die klerikale Umgebung gebunden, wenngleich es auch Einflüsse der höfischen Epik zeigt (wie beispielsweise das um 1250 entstandene „Osterspiel von Muri“).9

[...]


1 vgl. BROCKHAUS Bd. 14, S. 668 ff.

2 vgl. C. WETZEL „Literaturbetrieb Kurzgefasst“, S. 4, Klett

3 vgl. ebd.

4 vgl. C. WETZEL „Literaturbetrieb Kurzgefasst“, S. 4, Klett

5 vgl. ebd.

6 vgl. ebd, S. 4. u. 5

7 vgl. C. WETZEL „Literaturbetrieb Kurzgefasst“, Klett S. 6

8 vgl. ebd.

9 vgl. ebd., S. 7

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Details

Titel
Die Literatur des Mittelalters
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
12
Katalognummer
V109020
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literatur, Mittelalters
Arbeit zitieren
Frank Sandig (Autor), 2001, Die Literatur des Mittelalters, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109020

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