Wandel der Kindheit und Jugend ab dem 18.Jahrhundert


Referat / Aufsatz (Schule), 2003
11 Seiten, Note: 14

Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kindersterblichkeit

3. Die Lebensweise der Kinder

4. Rolle der Eltern

5. Die Kinderarbeit

6. Die Bildung

7. Ziele der Kindererziehung

8. Die Partnerwahl

9. Die Berufswahl

1. Einleitung

In meiner Ausarbeitung beziehe ich mich auf die Entwicklung der Kindheit und Jugend in Deutschland.

Damit man die Entwicklung der Kindheits- und Jugendphase im Laufe der Zeit verstehen kann, muss man die jeweiligen „Stände“ oder gesellschaftlichen Schichten der Familien in der jeweiligen Zeit berücksichtigen. Auch spielen bedeutsame politische und gesellschaftliche Veränderungen eine große Rolle in der Entwicklung der Kinder, wie zum Beispiel die Industrialisierung, die Emanzipation oder der Nationalsozialismus.

Die jeweiligen Folgen solcher Bewegungen sind in den verschiedenen Schichten wiederum unterschiedlich.

Man muss auch berücksichtigen, dass die Kindheit oder besser das, was wir darunter verstehen, nie wirklich existiert hat und auch heute keinen reellen Lebensabschnitt beschreibt. Es gibt keine biologisch festgelegten Merkmale oder Definitionen. Die Kindheit ist sozusagen von uns frei erfunden und die Dauer variiert fortwährend, dementsprechend verschiebt sich auch der Beginn der Jugend.

Worin wir uns alle einig sein können ist, dass die Kindheit mit der Geburt beginnt und somit unterschiedliche Kindesentwicklungen seinen Lauf nehmen.

2. Die Kindersterblichkeit

Die Geburt eines Kindes brachte nicht nur Freude in eine Familie, sondern sogleich auch die Angst, das Kind wieder verlieren zu müssen. Die Säuglingssterberate betrug immerhin 40%, dabei konnte der Zeitpunkt der Geburt eine wesentliche Rolle spielen.

Säuglinge, welche im Sommer geboren wurden litten meistens an Verdauungskrankheiten und hatten somit ein schwächeres Immunsystem. Jedoch gab es noch einige weitere Faktoren, die ebenso wichtig waren. So hatte die Mutter meist nur wenig Zeit sich um ihr Neugeborenes zu kümmern, da sie wieder ganz in den täglichen Arbeitsprozess einsteigen musste. Ebenso hatten die Menschen damals ein anderes Verständnis von Säuglingsernährung, -pflege und -hygiene, was wiederum, nach heutigen Erkenntnissen, dem Kleinkind geschadet hat. Außerdem hatten viele Frauen noch kein Vertrauen auf die Schulmedizin und glaubten demnach eher alten Riten, abergläubischen Praktiken und der Naturmedizin.

Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts konnte die Kindersterblichkeit verringert werden, indem Aufklärungskampagnen zur richtigen Pflege von Kleinkindern durchgeführt wurden und man versuchte, den Müttern die Erfordernis einer täglichen Arbeitseinteilung, zum Wohle der Kinder, beizubringen.

Durch die erhöhte Kinderpflege und dem darausgehenden Rückgang der Kinderzahlen, einem Anstieg des Einkommens und besseren Wohnbedingungen, die sich im Laufe der Geschichte bis zum heutigen Tage weiterentwickelten, ging die Säuglingssterblichkeit deutlich zurück.

3. Die Lebensweise der Kinder

Am Anfang des 18.Jahrhunderts war die Landwirtschaft sehr ausgeprägt und die Mehrheit der Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft. Ein Hof hatte viele Personen zu versorgen, da diese als Arbeitskräfte benötigt wurden. So mussten auch die am Hof anwesenden Kinder schon früh bei der Arbeit mithelfen. Um die Kinder an die Arbeit zu gewöhnen, hat man früh damit begonnen sie in das tägliche Leben miteinzubeziehen. In diesem Sinne hatten die Kinder kaum Freizeit um mit anderen Kindern zu spielen, ihre Arbeit war sozusagen ihr Spiel. Sie war schließlich so aufgebaut damit die Kinder spielerisch den Ernst des Lebens kennen lernten. Außerdem bereitete es ihnen Spaß ihre Eltern und andere Erwachsenen nachzuahmen. Bis zu einem bestimmten Alter wurden Mädchen und Jungen gleiche Aufgaben zugeteilt, erst später wurden die Mädchen mehr zur eigentlichen Hausarbeit herangezogen. Sie wurden auch früh verheiratet, sodass sie keine wirkliche Jugend, so wie wir sie heute haben, kannten.

Adlige Kinder hatten dagegen keinerlei Freizeit und durften auch nicht mit anderen Kindern spielen. Sie mussten schon früh lernen sich wie Erwachsene zu benehmen, um sich auf ihre späteren herrschaftlichen Aufgaben vorzubereiten.

Während der Industrialisierung hatten die Kinder noch weniger Freiraum und mussten zu Hause helfen soviel sie konnten. Da auch ein Wohnungsmangel in den Städten herrschte, wurden die Familien gezwungen auf engstem Raum zusammenzuleben. So musste eine Arbeiterfamilie zum Beispiel in einem Zimmer leben. Weil der Vater die meiste Zeit nicht zu Hause sondern auf der Arbeit war, mussten die Kinder ihrer Mutter helfen. Wenn das Einkommen des Vaters nicht reichte und auch die Mutter nicht viel oder überhaupt kein Geld verdiente, so mussten auch die Kinder arbeiten gehen.

In der Zeit vor und während der Weimarer Republik war eine kinderreiche Familie von vier bis sieben Kindern üblich. Es gab eine feste Familienstruktur, in der jedem Aufgaben zugeteilt waren und es auch feste familiäre Abläufe gab. So waren die Essenszeiten nach dem Nachhausekommen der Kinder aus der Schule gerichtet und auch die Zubettgehzeiten waren in diesem „Plan“ festgelegt. Ein Verstoß gegen diesen Zeitplan wurde normalerweise mit körperlicher Strafe geahndet.

Trotz der gut behüteten Kindheit hatten sie doch einen gewissen Freiraum, der jedoch meistens zu Hause im Kreise der Familie verbracht wurde. In dieser Zeit spielte man Gesellschaftsspiele wie Mühle oder Dame oder machte Handarbeiten wie Nähen. Es gab auch Tabuthemen wie zum Beispiel das abendliche Ausgehen oder das Weggehen während der Arbeitsstunde, die von 17.00 bis 19.00 Uhr dauerte. Ältere Jugendliche durften gelegentlich auf Tänze oder ins Kino gehen.

In dieser Zeit bildeten sich auch viele Jugendbewegungen und Vereine, die meistens politische Grundhaltungen hatten. Sie wurden aber im Dritten Reich wieder verboten.

Durch die Wirtschaftskrise waren viele Familien verarmt, da die Männer oft ihre Arbeit verloren hatten. Und so waren auch die Familien im Dritten Reich häufig nicht mehr so kinderreich. Für die Kinder war dies keine leichte Zeit, da sie vielem entsagen mussten und sie die häuslichen Probleme direkt mitbekamen. Ebenso war der Unterschied zwischen den armen und wohlhabenden Familien groß.

Viele von den reicheren Kindern durften nur selten oder gar überhaupt nicht raus um mit den anderen Kindern zu spielen. Wenn dies doch der Fall war spielten sie meistens Krieg. Weil man so früh wie möglich gute Nationalsozialisten aus den Kindern machen wollte, wurden sie in Erziehungsanstalten geschickt, wo ihnen die „guten arischen“ Eigenschaften anerzogen werden sollten wie zum Beispiel die Kameradschaft. Als der Krieg begann ernst zu werden und die Familien ohne Väter auskommen mussten, verschlechterte sich die Situation auch für die Kinder. Wenn die Kinder ein bestimmtes Alter erreicht hatten kamen sie in die Hitlerjugend (HJ) oder in den Bund Deutscher Mädel (BDM). In diesen Jugendorganisationen wurde die Beeinflussung der Jugendlichen noch intensiver durchgeführt um sie auf ihre späteren Rollen im Leben, entweder als Soldat oder als gute Ehefrau und Mutter, vorzubereiten.

Als der zweite Weltkrieg beendet war, herrschte eine Unordnung in den Lebensverläufen der meisten Kinder und Jugendlichen da ihnen die vorherige Orientierung genommen wurde.

In der sowjetisch besetzten Zone veränderte sich dagegen nicht viel, da durch die Gründung der Freien Deutschen Jugend (FDJ) an der eigentlichen nationalsozialistischen Erziehung festgehalten wurde.

In der BRD verbesserte sich die Situation der Kinder und Jugendlichen allmählich. Die meisten Familien litten immer noch an den Auswirkungen des Krieges, das heißt unter der Armut und dem Wohnungsmangel. Deswegen mussten viele schon früh die Schule verlassen und arbeiten gehen, damit sie die Familie finanziell unterstützen konnten. Es war keine Seltenheit, dass die ganze Familie in einem Raum schlief und sich mehrere Kinder ein Bett teilen mussten. In ihrer Freizeit spielten die Kinder auf der Strasse, wobei sie kaum Spielzeug hatten. Anfänglich unterschied sich die Situation der Kinder in der DDR kaum von der in der BRD.

In der DDR versuchte man in der FDJ die Kinder zu einem staatsbürgerlichen Bewusstsein im Sinne des Marxismus zu erziehen und sie ideologisch auszubilden. Obwohl die Mitgliedschaft freiwillig war, musste man als Nichtmitglied mit erheblichen Schwierigkeiten in der Schule und Ausbildung rechnen.

Die Kinder heute haben ein viel komplexer beeinflusstes Leben. Schon bevor ein Kind Lesen oder Schreiben kann, schaut es Fernsehen und wird somit mit den Problemen der Erwachsenenwelt unweigerlich konfrontiert. Im Kindergarten und in der Schule soll es lernen sich seine eigene Meinung zu bilden und sich in einer Gesellschaft mit Mitmenschen zurechtzufinden. Es kann schnell passieren, dass durch die Beeinflussung von außen das Kind verwirrt wird und den Überblick verliert. So ist das Leben der Kinder und Jugendlichen keinesfalls einfacher als das derer im 18.Jahrhundert. Der Problemschwerpunkt hat sich lediglich verändert. Heute hat ein Kind mehr Rechte und auch einen besseren Start ins Leben, durch die komplizierte und globalisierte Umwelt jedoch, kann ein Kind oder Jugendlicher in dieser Zeit viel leichter seine Orientierung und Perspektiven verlieren.

4. Rolle der Eltern

In jeder Zeitepoche sind die Eltern das wichtigste für die Kinder. Sie dienen als Orientierungspunkt und gleichzeitig als „Sprungbrett“ in das eigenständige Leben.

Die Rolle des Vaters in der Familie hat sich im Laufe der Zeit nur langsam gewandelt. Dies lässt sich dadurch begründen, dass die Stellung der Frau in der Gesellschaft über Jahrhunderte unter der des Mannes war. Er war daher das Oberhaupt und hatte folglich die Vormachtstellung. Er war größtenteils autoritär und fällte die familiären Entscheidungen. Die Kinder waren ihm zu striktem Gehorsam verpflichtet. Er war aber trotzdem ein Vater, der sich um seine Kinder kümmerte indem er mit ihnen spielte und lernte.

In den adeligen Familien bestimmte er vollkommen über die ganze Erziehung der Kinder, das heißt, dass ohne seine Erlaubnis nichts geschah. Wenn die Kinder nicht gehorchen wollten wurden sie mit Schlägen bestraft.

Die Vaterrolle änderte sich während der Industrialisierung kaum.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg wandelte sich die Vaterrolle deutlich. Viele Kinder kannten ihre Väter nicht, da er als Soldat dienen musste oder im Krieg gefallen war. Zudem wurden die Mütter zur einzigen Bezugsperson und emanzipierten sich. Folglich wurde die Beziehung zwischen den Eltern, nach seiner Rückkehr, zunehmend partnerschaftlicher und gleichberechtigter.

Bis heute hat sich in dieser Hinsicht kaum noch etwas verändert. Ein heutiger Vater zeigt sich noch liebevoller und besorgter um seine Kinder. Er übernimmt auch Aufgaben, die in früheren Zeiten nur für die Frauen vorgesehen waren, zum Beispiel die Säuglingspflege. Es ist sogar keine Seltenheit mehr einen allein erziehenden Vater anzutreffen.

Die Aufgaben der Mutter bestanden in der Versorgung der Kinder und in ihrer Erziehung. Dabei musste sie sich an ihrem Mann orientieren. Diese Aufgaben nahmen sie also den ganzen Tag in beschlag. Daneben musste sie sich noch um den ganzen Haushalt und um die Versorgung der Tiere kümmern. So wurden den Kindern viele hauswirtschaftliche Aufgaben zugeteilt, um ihre Mutter zu entlasten und dienten sogleich als Erziehungsmaßnahmen.

Im 19. Jahrhundert ändert sich die Situation der Frau allmählich. So war sie zwar immer noch unselbstständig und ihrem Mann untergeordnet, jedoch organisierte sich die bürgerliche Frau zunehmend in sozialistischen Frauenbewegungen.

Die Arbeiterfrau musste sich jetzt auch beruflich betätigen, um die Existenz ihrer Familie zu sichern und hatte somit kaum eine Erholungsphase. Nach dem zweiten Weltkrieg mussten die Frauen größtenteils ohne Männer auskommen und wurden immer selbstständiger.

Heute ist eine berufstätige Mutter schon fast Standard. Sie kümmert sich neben ihrem Beruf um ihre Kinder und den Haushalt, wobei sie heute von allen Seiten Hilfen hat.

5. Die Kinderarbeit

Schon immer waren Kinder in den häuslichen Arbeitsprozess der Familien integriert. Sie mussten anfänglich zwar keine schweren Aufgaben übernehmen, aber auf sie wurde auch keine allzu große Rücksicht genommen. So mussten sie bei der täglich anfallenden Hausarbeit mithelfen, die Tiere versorgen und sich um kleinere Geschwister kümmern.

Mit der Industrialisierung und dem dadurch verursachten Massenelend mussten nun viele Kinder arbeiten gehen um die Familie finanziell zu unterstützen. Dabei mussten sie wie die Erwachsenen ebenfalls zwölf Stunden am Stück arbeiten. Die Bedingungen waren zudem so unmenschlich, dass sie diese Arbeit nicht lange machen konnten aufgrund von Folgeerkrankungen und es war nicht selten, dass sie an ihrer Krankheit starben. So wurden in Preußen 1839 erste Verordnungen zur Einschränkung der Kinderarbeit gemacht und 1853 wurde sie ganz verboten.

Durch die allgemeine Schulpflicht mussten die Kinder nun auch erst ein Minimum an Bildung erlangen, bevor sie dann arbeiten durften. Jedoch die Hausarbeit wurde ihnen nicht erspart, dort mussten sie grundsätzlich mithelfen.

Nach dem zweiten Weltkrieg und der erneuten Armut vieler Familien, mussten viele Kinder schon nach der achten Klasse die Schule verlassen um arbeiten zu gehen. Heute, durch sie sozialen Strukturen, muss kein Kind mehr arbeiten gehen um die Existenz der Familie zu sichern. Es gehen trotzdem viele Jugendliche freiwillig einer Arbeit nach, damit sie einen gewissen Freiraum haben und sich etwas leisten können.

6. Die Bildung

Da es keine einheitlichen Bildungseinrichtungen gab, waren die Kinder unterschiedlich gebildet. Meistens gingen sie nicht regelmäßig in die Schulen. Es gab auch nicht überall eine allgemeine Schulpflicht. In Preußen war sie bereits 1717 eingeführt worden, aber erst 1794 als Staatsaufgabe in die Verfassung aufgenommen. Viele Kinder vom Lande gingen nur in die Sonntagsschulen, da sie auf dem Hof helfen mussten und somit für die Schule keine Zeit aufbringen konnten. Bürgerlichen Kindern wurde meistens Privatunterricht erteilt. Als im Zuge der Industrialisierung viele Kinder die staatlichen Schulen nicht mehr besuchen konnten, übernahmen die Sonntagsschulen die religiöse und allgemeine Bildung. Als der allgemeine Schulbesuch wieder anstieg, widmeten sich die Sonntagschulen überwiegend wieder der religiösen Bildung.

Vor und während der Weimarer Republik waren auf dem Land in den Volksschulklassen zum Teil über fünfzig Schüler verschiedener Stufen. Die ersten drei und die letzten fünf Klassen lernten immer gemeinsam. Die ersten drei wurden vormittags und die letzten fünf nachmittags unterrichtet. In den Städten dagegen wurden in der Landschule die Stufen einzeln unterrichtet. Nach sieben Jahren konnten die Schüler dann auf das Gymnasium und anschließend auf die Universität. Wobei nur den Kindern wohlhabender Eltern dies ermöglicht werden konnte. In allen Schulen herrschte eine strenge Disziplin und man wurde auch körperlich bestraft.

Im Dritten Reich wurden die Kinder in den Schulen nach der Ideologie des Nationalsozialismus erzogen.

Nach dem zweiten Weltkrieg gingen viele Kinder nur acht Jahre in die so genannte Volksschule, da sie anschließend arbeiten mussten. Auch wenn die Kinder intelligent waren und die Schule mit sehr guten Noten abschlossen hatten sie keine Chance sich weiterzubilden, wenn die Eltern nicht vermögend waren.

Heute wird jedem Kind die bestmögliche Schulbildung ermöglicht. Dies beginnt bereits im Kindergarten, im dem Kinder schon im Alter von drei Jahren gefördert werden. In der Grundschule wird dann die Basis für die weiterführenden Schulen gelegt.

7. Ziele Der Kindererziehung

Beginn des 18. Jahrhundert gab es keine gezielte Erziehung, es sei denn es war eine betont fromme Familie. Ansonsten wurden die Kinder so erzogen, dass sie eine relativ kurze Kindheit hatten und somit bei der anfallenden Arbeit helfen konnten. Hierbei spielte das Geschlecht keine allzu große Rolle, erst nach einem gewissen Alter, ca. mit 6 Jahren, wurden Unterschiede bemerkbar. Sie wurden also zur Selbstständigkeit erzogen und hatten eine Teilnahme am erwachsenen Leben. In den bürgerlichen Familien wurde sie noch in die Ständegesellschaft erzogen und durften somit keinen Kontakt zu Kindern anderer Stände pflegen. Jedoch gegen Ende dieses Jahrhunderts fand die geschlechterspezifische Erziehung immer mehr Anklang in den bürgerlichen Familien. Dies gründete sich einerseits auf das von J.J Rousseau geschriebene Buch „ Emile“ andererseits auf das sich geänderte Weltverständnis aufgrund der Aufklärung. So wurden die Mädchen von Anfang an zu Anstand erzogen, sie sollten ihre Launen bändigen und sich anderen unterwerfen.

In dieser Zeit kam die Kindermode in den Umlauf. Sie unterschied sich von der Mode der Erwachsenen sodass die Kinder eine längere Kindheit hatten und die Zustimmung, ihre Kindlichkeit auszuleben, immer größer wurde. Hier kamen die auch noch heutigen Babyfarben Blau und Rosa auf. In dieser Zeit boomte auch die Spielzeugproduktion. Dies blieb jedoch nur für die bürgerliche Familie vorbehalten, die ärmeren konnten sich eine solche Erziehung nicht leisten und waren immer noch auf die Arbeitskraft ihrer Kinder angewiesen.

Während der Industrialisierung wollte man die Kinder der Arbeiterfamilien früh an die Lohnarbeit gewöhnen. Sie war schließlich notwendig zur Existenzsicherung. So hatten die Kinder wieder eine kurze Kindheit und waren dazu verpflichtet zu helfen wo sie konnten. Sie wurden somit aus dem Kindheitsleben Gleichaltriger ausgeschlossen und zur Selbstständigkeit erzogen.

Während des Kaiserreiches sollten die Mädchen in den bürgerlichen Familien zu einer guten Ehefrau erzogen werden. Das Erziehungsideal bei den Jungen war Tapferkeit und Ehrenhaftigkeit.

Während dem Nationalsozialismus sollten die Kinder zu guten Säulen des Systems erzogen werden. Den Jungen wurden Ideale wie Tapferkeit und Kameradschaft anerzogen. Das Erziehungsziel der Mädchen war die zukünftige Mutterrolle.

Die heutige Erziehung soll die Kinder so gut wie möglich auf das spätere Leben und eine Partnerschaft vorbereiten.

8. Die Partnerwahl

Eine Eheschließung gestaltete sich in der vorindustriellen Gesellschaft schwieriger als man meinen kann. Da die Heirat keineswegs eine Privatsache darstellte und bestimmte Kriterien zu deren Vollzug erfüllt werden mussten, konnte damals nicht einfach jeder jeden heiraten. Die Partnerwahl wurde ebenfalls durch den Stand und den Besitz bestimmt. So hat man nicht geheiratet, sondern man wurde verheiratet. Im 19.Jahrhundert wurde eine Heiratsbeschränkung eingeführt, die dazu führte, dass man um heiraten zu können ein bestimmtes Vermögen und einen Beruf vorweisen musste. Sie wurde erst 1871 wieder aufgehoben. In dieser Zeit begann auch die individuelle Partnerwahl.

Heute kann sich jeder seinen Partner selber aussuchen und ist theoretisch nicht auf Besitz und Stand angewiesen, jedoch gibt es unterschiede in den einzelnen Familien und was damals der Stand war ist heute mit Staatsangehörigkeit oder Religion vergleichbar.

9. Die Berufswahl

Im ländlichen Bereich galt es als selbstverständlich, dass vor allem der älteste Sohn den Betrieb oder den Hof des Vaters, nach seinem Tod, übernommen hatte. Die Töchter wurden verheiratet und hatten keinen Anspruch auf ein Erbe und somit auch nicht auf einen Beruf. Ihre Aufgabe bestand darin sich um den Haushalt und um die Familie zu kümmern.

In der Industrialisierung begann zwar der Kampf um eine Arbeitstelle, jedoch konnte man sich immerhin seinen Beruf einigermaßen frei wählen. Da genug Arbeiter zu Verfügung standen musste man sich anstrengen seinen eigenen Arbeitsplatz zu behalten. Ein Arbeiter konnte jedoch keinen besseren Beruf erlangen, er blieb Arbeiter.

Mit der verbesserten Bildung stiegen die Chancen auf einen besseren Arbeitsplatz. So konnte später jeder seinen Beruf individuell bestimmen.

Heute stehen unseren Jugendlichen viele Wege offen. Jeder kann frei entscheiden was er mit seiner Schulbildung für einen Beruf er erlernen will. Ihm stehen heute viele Türen offen.

Quellenangaben

Bücher:

Neil Postmann: Die Verweigerung der Hörigkeit. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1988.

Meinhard Miegel, Stefanie Wahl: Das Ende des Individualismus, Die Kultur des Westens zerstört sich selbst. AKTUELL im Olzog Verlag, München, 1996.

Geschichte und Geschehen 12 Sekundarstufe II. Klett Verlag, Leipzig 2002.

Microsoft Encarta Enzyklopädie 2002

Internet:

www.efh-bochum.de/Homepages/henke/vu/Wandel.htm

www.muenster.org/annette/aktuelles/zeiten%2001.htm

www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/MORALISCHEENTWICKLUNG/default.shtml

http://members.chello.at/wiener.freiheit/ns-jugend.htm

http://amor.rz.hu-berlin.de/~h0444xbo/einleitung.htm

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Wandel der Kindheit und Jugend ab dem 18.Jahrhundert
Note
14
Autor
Jahr
2003
Seiten
11
Katalognummer
V109024
Dateigröße
352 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wandel, Kindheit, Jugend, Jahrhundert
Arbeit zitieren
Tanja Milenkovic (Autor), 2003, Wandel der Kindheit und Jugend ab dem 18.Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109024

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Wandel der Kindheit und Jugend ab dem 18.Jahrhundert


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden