Angela Anaconda - SuperRTL und eine besondere Serie


Seminararbeit, 2003

27 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Ein kurzer Überblick über SuperRTL

3. Kindgerechte TV-Serie – was heißt das?

4. Angela – wer?
4.1 Die Hauptpersonen
4.1.1 Angela Anaconda
4.1.2 Ihre Familie
4.1.3 Freunde und Feinde & Co.
4.2 Das Konzept und die Struktur der Serie
4.3 Die Machart
4.4 Die Erfolgsbilanz

5. Angela spricht!

6. Schluss

7. Literatur und Quellen

Angela Anaconda - SuperRTL und eine besondere Serie

1. Einleitung

Seit dem Herbst des Jahres 2201 ist Deutschland um eine Kinderserie reicher.

Nun wird man berechtigterweise fragen können, was daran erwähnenswert sein sollte.

Gerade Kinderserien kommen und gehen in einem Maße, wie es sonst wohl nur bei Talkshows der Fall ist.

Sat1, Pro7, RTL, RTL2 und vor allem die speziellen Kinderprogramme KiKa und SuperRTL bedienen mit ihren zahlreichen Angeboten einen stetig wachsenden Markt mit einer schier inflationären Fülle von Shows, Serien und Konzepten.

Dem Erwachsenen kann dabei sehr schnell der Überblick abhanden kommen.

Nur selten gerät eine Kinderserie so in den Focus des allgemeinen Interesses, wie es zum Beispiel, auch dank der besonders extensiven Marketingkampagne, bei den „POKéMON“ der Fall gewesen ist.

Oftmals sind die Serien billig eingekaufte Importe aus den USA oder Asien, deren wesentlichster Herstellungsgrund im anschließenden Merchandising zu sehen ist.

Sie sind oft nur von minderer Qualität, mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand produziert, pädagogisch fragwürdig und somit nicht wirklich kindgerecht.

Nur selten sind Eltern in dem Maße informiert über das, was sich ihre Kinder ansehen, wie es eben bei den „Poketmonstern“ der Fall gewesen ist.

Vor diesem Hintergrund macht die Ankündigung, das Deutschland um eine Kinderserie reicher ist, umso mehr Sinn.

Denn die Serie, um die es in dieser Arbeit gehen soll, ist das ansprechende Ergebnis einer Koproduktion der kanadischen und US-amerikanischen Firmen DECODE , C.O.R.E. Digital Pictures, Fox und Teletoon.

Es handelt sich um die Zeichentrickserie Angela Anaconda, die der Kindersender SuperRTL wochentags ausstrahlt.

Vorab möchte ich noch erwähnen, dass es mir leider nicht möglich war, zu dieser Kinderzeichentrickserie umfangreiche Literatur oder Hintergrundinformationen zu beziehen. Somit kann ich mich in dieser Arbeit nur auf einige wenige Quellen berufen.

2. Ein Überblick über SuperRTL

SuperRTL ging 1995 in Köln an den Start.

Zunächst als reiner Abspulsender der beiden größeren Brüder RTL und RTL2 verschrien, gelang es ihm relativ schnell, sich zunächst als Familiensender, und schließlich durch den aggressiv vorangetriebenen Aus- und Umbau seiner Tagesschiene auch und vor allem als qualitativ vergleichsweise hochwertiger Kindersender zu positionieren.

Diesen Weg erleichtert haben gewiss auch die von Anfang an ausgestrahlten hochwertigen Disney-Cartoons, die damals aber auch den wohl einzigen Höhepunkt des Programmschemas darstellten. Sie machten das Programm von SuperRTL schon vom Sendestart an für Kinder attraktiv. Durch die enge inhaltliche Kooperation mit dem Anteilseigner Walt Disney konnte sich der Sender inzwischen zudem den Ruf als „Europas Heimat der Zeichentrickfilme“ erarbeiten. Viele seiner Produktionen testet der amerikanische Medienkonzern hier auf ihre Wirkung und ihren Erfolg, bevor er sie an weitere europäische TV-Stationen verkauft.

In jüngster Zeit kamen zur Tagesschiene Eigenproduktionen hinzu, wie zum Beispiel „Was-ist-was-TV“, die den bei Kindersendern erwarteten Auftrag zur Bildung erfüllen sollen.

Das Abendprogramm besteht allerdings noch heute nicht selten aus Altproduktionen von RTL, wie zum Beispiel das „Schloss am Wörthersee“, „RTL-Samstag Nacht“ oder „Traumhochzeit“.

Die Hauptzielgruppe von SuperRTL ist die der drei- bis dreizehnjährigen. Hier erreicht man einen Marktanteil von angesehenen 19,8 Prozent. In der Zielgruppe der vierzehn- bis neunundvierzigjährigen sind es hingegen nur vergleichsweise geringe 2,4 Prozent.

Hauptkonkurrent ist neben den diversen auf Kinder zugeschnittenen Pay-TV-Angeboten der Kirchgruppe (Disney Channel, FoxKids und Junior) vor allem der öffentlich-rechtliche Spartensender KiKa, vormals Kinderkanal der aus Leipzig sendet.

SuperRTL erreicht inzwischen über die Verbreitungswege Kabelfernsehen und Satellit (Astra und Eutelsat) circa 84 Prozent, oder 31,8 Millionen aller Haushalte in Deutschland. Nicht erfasst werden die Haushalte im deutsch- und fremdsprachigen europäischen Ausland, wo SuperRTL über Satellit und teilweise über die Kabeleinspeisung ebenfalls zu empfangen ist.

Etwa fünfzig Prozent der Anteile an SuperRTL gehören der RTL-Gruppe, der TV- und Hörfunktochter des Bertelsmann-Konzerns, die verbleibenden fünfzig Prozent liegen in Händen des bereits erwähnten Disney-Konzerns. Der offizielle Firmenname des Senders lautet daher auch RTL Disney Fernsehen GmbH & Co. KG, SuperRTL ist lediglich der Programmname.

Die RTL-Gruppe ist heute das erfolgreichste Medienunternehmen Europas und betreibt derzeit in acht Ländern vierundzwanzig TV- und vierzehn Radiostationen und Ketten.

Neben SuperRTL gehören zum Beispiel die deutschen TV-Sender RTL, RTL2 und Vox, sowie die RadioNRW GmbH zum Konzern.

Die Stärke und Kompetenz des Disney-Konzerns dürfte hinlänglich bekannt sein, wodurch sich klar zeigt, dass sich hier zwei starke Partner gefunden haben, um den deutschsprachigen europäischen Fernsehmarkt mit Kinderfernsehen zu versorgen.

Der so genannte Advertising Share, also der Anteil des Werbeaufwands eines Anbieters am gesamten Werbeaufwand seiner Branche, liegt für den Sender SuperRTL bei etwa 2,4%.

Das heißt, man trägt in Köln mit nur 2,4% zum gesamten Aufwand bei. Damit ist er im Vergleich zu anderen kommerziellen Sendern relativ gering. Dies heißt im Klartext, dass SuperRTL im Gegensatz zu anderen privaten TV-Sendern vergleichsweise wenig Werbespots sendet.[1]

Dies geschieht zum einen, um sowohl die jungen Zuschauer, als auch vielmehr deren Eltern nicht zu verprellen, zum anderen, weil die Gesetzeslage eine übermäßige Bewerbung von Kindern untersagt.

Die Finanzierung des Programms erfolgt daher neben dem klassischen Weg der TV-Spots über folgende weitere Wege:

1. Sponsoring. SuperRTL lässt sich die Produktion einzelner Inhalte seines TV- und Internetangebotes durch interessierte Werbekunden finanzieren. Im Ausgleich dafür wird deren Firmenlogo gezeigt und dem Konsumenten mittels eines kurzen Hinweises klargemacht, dass dieses Angebot ohne die Unterstützung der jeweiligen Firma nicht hätte produziert werden können. Auch der Videotext von SuperRTL wird gesponsort. Die Spielwarenkette Toys’r’Us hat sowohl die Finanzierung, als auch die inhaltliche Konzeption von SuperRTL übernommen.
2. Merchandising: Durch den Verkauf von zum Bespiel Spielwaren, Software, Kleidung, Haushalts- und Schulbedarf erhält SuperRTL über die Lizenz- und Vermarktungsrechte Einnahmen, die zur Finanzierung des Sendebetriebs beitragen.
3. Cross-Media-Konzept: Ergänzend zu den Inhalten des Programms vermarktet SuperRTL mediale Angebote in Form von zum Beispiel Zeitschriften oder über seine Internetseite www.toggo.de. Diese ergänzenden Inhalte und Informationen sind teilweise nur gegen Bezahlung abrufbar.

Das dieses Konzept aufgeht, lässt sich an der Tatsache erkennen, dass das zugegeben recht unterhaltsame und anspruchsvoll gemachte Internetangebot von SuperRTL seit seiner Schaffung Deutschlands meistbesuchte Kinderseite überhaupt ist.[2]

[...]


[1] Alle Angaben aus http://www.rtl-group.com

[2] Angaben aus den Unterlagen zu Prof. Dr. Hans Dieter Erlinger: SuperRTL und Kinder Kanal. Siegen, SS2001

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Angela Anaconda - SuperRTL und eine besondere Serie
Hochschule
Universität Siegen  (FB Medienpädagogik)
Veranstaltung
Seminar: SuperRTL und Kinderkanal
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
27
Katalognummer
V10905
ISBN (eBook)
9783638172097
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Angela, Anaconda, SuperRTL, Serie, Seminar, SuperRTL, Kinderkanal
Arbeit zitieren
Nils Vervoort (Autor), 2003, Angela Anaconda - SuperRTL und eine besondere Serie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10905

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