Der Schmale Grat


Facharbeit (Schule), 2002

32 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Material und Methoden
2.1 Basiswissen
2.2 Erlebnisberichte

3. Wissenschaftliches Basiswissen
3.1 Pharmakologische Grundlagen
3.1.1 Stoffaufnahme und Körpermembranen (Pharmakokinetik)
3.1.2 Substanz-Rezeptor-Wechselwirkungen (Pharmakodynamik)
3.1.3 Affinität zwischen Rezeptor und Wirkstoff
3.1.4 Neurobiologische Grundlagen
3.2 Biologische Psychologie
3.2.1 Verhalten und Neurotransmitter
3.2.2 Verhaltensbiologische Aspekte einer Abhängigkeit
3.2.3 Die drei Aspekte der positiven Verstärkerwirkung
3.3 Physiologische Betrachtung einer Abhängigkeit
3.3.1 Adaption
3.3.2 Abhängigkeitsarten

4.Wirkstoffe
4.1 MDMA oder „Ecstasy“
4.1.1 Übersicht
4.1.2 Einige historische Aspekte
4.1.3 Wichtigere Wirkungen und Nebenwirkungen
4.1.4 Das serotonerge System
4.2. Amphetamin oder „Speed“
4.2.1 Übersicht
4.2.2 Geschichtlicher Abriss
4.2.3 Wirkungen
4.2.4 Pharmakologische Hintergründe

5.Fallbeispiele
Manuel, 18 Jahre alt
Tamara, 18 Jahre alt
Angela, 18 Jahre alt
Nina, 21 Jahre alt

6. Diskussion und Kommentar

7. Literaturnachweis

1. Einleitung

Vor etwa vier Jahren kam ich an die Kantonsschule Wetzikon und in meine damalige Klasse, das CW3. Doch damals war alles anders, wir waren so jung wie motiviert und wild noch dazu. Nach bestandener Probezeit legte sich die Motivation bei den meisten von uns etwas, dafür lernten wir uns besser kennen. So geriet ich an eine Mitschülerin, welche in der Technoszene verkehrte. Sie schien durch ihre Lebensweise schon sehr viel erlebt zu haben und strahlte diese Erfahrung auch aus. Auf der einen Seite schien sie sehr erwachsen und gefestigt im Umgang mit ihren Gefühlen und der Aussenwelt, auf der anderen Seite wirkte sie verspielt, vergnügt und ein wenig schrill.

Ich lernte sie und ihre Einstellung immer besser kennen und war fasziniert. Doch im Gegensatz zu ihr bin ich ziemlich introvertiert und denke analytisch. So übernahm ich ihre hedonistische Denkweise nicht und studierte sie und die Szene aus einer gewissen Distanz. Es war fast ein Leh- rer-Schüler-Verhältnis, nur kam ich mir dabei vor, als würde ich wirklich etwas für mich selbst lernen. Die ganze Thematik rund um Drogen begann mich auch diesem Anlass mehr zu interes- sieren, was mich dazu brachte, viel über gewisse Substanzen und die Technoszene zu lesen. Später besuchten wir auch ab und zu Technoparties zusammen und ich kam –wenn auch sehr oberflächlich- in Kontakt mit Drogenkonsumenten. Über die Monate driftete sie im Geist immer weiter weg von der Schule und so waren ihre Gedanken meistens beim nächsten Wochenende oder bei ihrem Liebhaber. Leider verliess sie nach nur etwa einem Jahr die Schule aus eigener Entscheidung, begann eine Lehre und verbringt nun die meiste Zeit mit ihrem Dauerfreund, den sie seit Ende ihrer Schulkarriere hat.

Meine Begeisterung für die Musik brachte mich dazu, DJ und somit auch ein Bestandteil der Szene zu werden. Grosses Interesse an Biologie, Chemie und Psychologie brachte mich auf die Idee, ei- ne Arbeit mit Schwerpunkt auf diesen Fächern zu schreiben, welche die sogenannten

„Technodrogen“ beleuchtet.

Leider wurde mein Enthusiasmus bald gebremst, denn eigentlich hatte ich vor, ein Gegenmittel für den Ecstasy-Kater zu finden. Dies was aber gar nicht möglich, jedenfalls im Rahmen dieser Maturitätsarbeit. Kollegen von mir, welche Serotonin gegen depressive Verstimmungen nach einer Party nahmen, schwören darauf und platzieren öfters eine Bestellung im Internet.

Aufgrund dieser Einschränkung beschloss ich, nicht praktisch tätig zu werden und liess stattdes- sen ausgesuchte Probanden ihre Lebensgeschichte mit den Drogen schildern. Zusammen mit pharmakologischem Basiswissen, welches im Vorfeld aufgezeigt wird, sollen zwei völlig verschie- dene Blickwinkel dargestellt und diskutiert werden. Der Leser soll einen Hauch des Gefühls für diese beiden Welten bekommen.

2. Material und Methoden

Die Ergebnisse dieser Arbeit entstanden auf zwei völlig unterschiedliche Arten. Einerseits habe ich versucht, Basiswissen aus vorhandenem Material (Fachbücher und Internet) aufzuzeigen, welches biologische Vorgänge im Zusammenhang mit psychoaktiven Stoffen bis zu einem gewissen Grad zu erklären vermag. Andererseits werden Schilderungen verschiedener Probanden, die ich selbst rekrutiert habe, dazu verwendet, die Problematik von einem subjektiven Standpunkt zu beleuch- ten.

2.1 Basiswissen

Hier bediente ich mich anfangs der Pharmakologie, speziell, ihrer Untergebiete Pharmakokinetik, Pharmakodynamik und Toxikologie. Vorgänge wie Stoffaufnahme, Verteilung und Ausscheidung können damit gut erklärt werden. Will man aber die Wirkung einer Substanz im Gehirn betrachten und daraus entstehende Verhaltensänderungen ableiten, stossen diese Wissenschaftszweige bald an ihre Grenzen. Daher habe ich Erkenntnisse aus der Biologischen Psychologie (behavioral neu- roscience) zu Hilfe genommen, um eine Brücke zu psychologischen und soziologischen Aspekten der Drogenproblematik zu schlagen. Allerdings liessen sich keine Theorien finden, welche von sich behaupteten, den Wirkungsmechanismus einer bestimmten Substanz auf die Psyche bis zur Voll- kommenheit aufgeschlüsselt zu haben.

Als Hilfsmittel verwendete ich geschriebenes Material und das Internet. Die Lehrbücher, Magazi- ne, Dissertationen und anderen wissenschaftliche Publikationen stammten vorwiegend aus Bibliotheken, wie der ETH-Bibliothek, der Zentralbibliothek Zürich und der Sammlung des Fach- kreises Biologie an der KZO Wetzikon. Aus dem Internet stammten fast alle Abbildungen, welche ich zum Teil digital verändert habe. Dazu gehörten übliche Verfahren wie Farbkorrekturen, Über- setzen oder Überarbeiten der Beschriftungen, Anpassen von Grösse und Format, etc.

Einige wichtige Internetadressen, welche mir als Quelle dienten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Erlebnisberichte

Ich begann schon vor dem eigentlichen Verfassen dieser Arbeit damit, in meinem Bekanntenkreis mögliche Kandidaten für eine Schilderung zu suchen. Das fiel mir nicht besonders schwer, da ich selbst regelmässig als DJ in der Technoszene verkehre und so Hunderte ihrer Anhänger mehr oder weniger flüchtig kenne. Doch bald erkannte ich, dass es viel mehr Sinn machen würde, je- manden für meine Absichten zu gewinnen, den ich selbst gut kenne. Ich erhoffte mir dadurch eine bessere Kooperation und vielsagendere Texte. Es stellten sich einige für meine Zwecke bereit und so musste ich aussuchen. Dabei beschloss ich möglichst interessante, sprich extreme Fälle, auszuwählen.

Die Probanden wurden angewiesen, selbständig einen Text zu verfassen mit der einzigen Auflage, in ihrer Schilderung möglichst keine relevanten Informationen zu verschweigen. Ihnen wurde vollkommene schriftstellerische Freiheit gewährt aber auch Hilfe geleistet, falls sie dies wünsch- ten. Die Berichte wurden von mir leicht redigiert, falls die abgelieferten Fassungen grosse Mängel in Ausdruck, Struktur oder Orthographie aufwiesen.

3. Wissenschaftliches Basiswissen

Im Gegensatz zu den verbreiteten Büchern und Broschüren, welche sich an den Konsumenten oder an andere eher praktisch interessierte Leser richten, soll hier ein etwas differenzierteres pharmakologisches Bild aufgezeigt werden.

Eingangs werden fundamentale Theorien der Pharmakologie dargelegt, welche sich vor allem mit Stoffaufnahme und -verteilung befassen. Danach werden neurobiologische Wirkungsmechanis- men aufgezeigt, welche zwar auch ein pharmakologisches Untergebiet sind, aber derzeit noch nicht in befriedigendem Masse untersucht sind.

3.1 Pharmakologische Grundlagen

3.1.1 Stoffaufnahme und Körpermembranen (Pharmakokinetik)

Ein Wirkstoff muss, bevor er zum Rezeptor gelangt, verschiedene Typen von Membrangrenzen passieren. Hier werden die im Bezug zur Arbeit wichtigsten näher betrachtet.

Zellmembranen: Bei der Resorption im Darm oder beim Übertritt ins Zellinnere muss eine Sub- stanz die Zellmembran passieren. Diese besteht aus einer Doppelschicht aus komplexen Lipidmolekülen, den Phospholipiden, welche einen wasserlöslichen Kopf und einen Wasserabstos- senden Schwanz besitzen und den Hauptteil der Membran ausmachen. Einige viel grössere Proteine erstrecken sich vom Zellinneren durch die Phospholipidschicht bis in den Extrazellulär- raum. Diese Doppelmembran ist für viele, aber längst nicht alle, Moleküle durchlässig.

Kapillaren: Kurz nach Eintritt in die Blutbahn ist eine Substanz ziemlich gleichmässig über die ganze Blutmenge verteilt. Allerdings besteht ein ständiger Stoffaustausch zwischen Gewebe und den Blutkapillaren („allerkleinste Äderchen“). Die Kapillare selbst besteht aus Zellen, welche in ih- rer Zellwand wassergefüllte Poren aufweisen, welche den Stoffaustausch fördern. Diese Durchgänge sind nur für Moleküle mit einer Grösse von mehr als 15 Nanometer unpassierbar. Einzig Proteine sind davon betroffen, alle Stoffe aus der Phenethylamin-Gruppe sowie alle ande- ren auf das zentrale Nervensystem wirkenden Substanzen verlassen die Blutbahn problemlos durch die Kapillaren.

Blut-Hirn-Schranke: Diese strukturelle Barierre braucht das Gehirn, um normal funktionieren zu können. Der Stoffaustausch zwischen Gehirn und Blut wird durch die Blut-Hirn-Schranke stark ein- gedämmt. Um sie zu überwinden muss ein Wirkstoffmolekül sehr klein und dazu auch noch fettlöslich sein.

Anders als in den übrigen Körperregionen haben Kapillarwände im Gehirn kaum Poren. Ausser- dem umgeben spezialisierte Zellen, die Astrocyten (Abbildung 1), in der Nähe die Oberfläche der Kapillaren mit ihrer lipidreiche Hülle, welche von einem Stoff kaum passiert werden kann, falls

dieser keine ausgeprägten fettlöslichen Eigenschaften hat. Folglich muss jede Substanz, die aus den Kapillaren des Gehirns austritt, sowohl die Wand der Kapillare selbst (da es keine Poren gibt), als auch die von den Astrocyten gebildete Membran durchdringen.

Jegliche auf das ZNS wirkende Substanz muss diese und die vorherigen zwei Hürden auf ihrem Weg zum Gehirn nehmen, wäre sie dazu nicht fähig, könnte sie im Individuum keine bewusstseinverändernde Wirkung erzielen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Elektronenmikroskopische Aufnahme von menschlichem Nervengewebe mit 2250- facher Vergrösserung. Gelblich dargestellt sind die Neuronen, welche von einem hier grün einge- färbten Astrocyt umgeben sind. Seine lipophile Hülle schränkt den Stoffaustausch zwischen den Blutgefässen und den Nervenzellen ein. Quelle: http://www.denniskunkel.com

3.1.2 Substanz-Rezeptor-Wechselwirkungen (Pharmakodynamik)

Um eine pharmakologische Wirkung entfalten zu können, muss eine Substanz mit einem oder mehreren Zellteilen interagieren. Die Zellkomponente, welche zuerst mit der Substanz in Wech- selwirkung tritt, wird als Rezeptor bezeichnet. Die Wirkstoffmoleküle binden sich an spezifische Rezeptoren, die sich auf der Zellmembran oder im Zellinneren befinden. Diese Bindung veran- lasst die Zelle, anders zu funktionieren, was in der Pharmakologie als Wirkung bezeichnet wird. Aktiviert diese Bindung den Rezeptor, wird von einer agonistischen Wirkung gesprochen, bei einer Inaktivierung von einer antagonistischen. In beiden Fallen wird eine Kaskade von Ereignissen in der Zelle ausgelöst, wodurch schliesslich die relevanten Wirkungen und Nebenwirkungen entste- hen.

Einige wichtige Aspekte des Wirkungsmechanismus sind:

- Rezeptoren befinden sich gewöhnlich an der Oberfläche membrandurchziehender Proteine. Diese Proteine haben wiederum eine oder mehrere Arten von Bindungsstellen, in der Regel für einen körpereigenen Überträgerstoff (Ligand), zum Beispiel einen Neurotransmitter.
- Die Anlagerung des spezifischen Liganden an den Rezeptor aktiviert diesen durch strukturelle Veränderung des Proteins. Diese Veränderung erzeugt ein Signal, welches durch die Membran hindurch ins Innere der Zelle übertragen wird.
- Die Stärke des entstandenen Transmembransignals hängt entweder von der Anzahl der akti- vierten Rezeptoren ab oder von der Geschwindigkeit, mit welcher diese besetzt werden.
- Eine nicht körpereigene Substanz kann die Entstehung, die Übertragung oder den Empfang des Transmembransignals entweder verstärken oder abschwächen, bindet sie sich an die Bin- dungsstelle des Liganden. Imitiert diese Fremdsubstanz die aktivierende Wirkung des Liganden, entsteht eine agonistische (oder „stimulierende“) Wirkung, besetzt sie den Rezep- tor ohne eine ligandähnliche Aktivierung hervorzurufen, wirkt sie antagonistisch (oder inhibitorisch).

3.1.3 Affinität zwischen Rezeptor und Wirkstoff

Ein Wirkstoffrezeptor zeichnet sich durch eine hohe (aber nicht absolute) Spezifität oder Affinität für die Moleküle „seines“ Wirkstoffes aus. Die Stärke der Wirkung einer Substanz als Agonist oder Antagonist stehen in engem Zusammenhang mit ihrer chemischen Struktur. Eine scheinbar gerin- ge oder unbedeutende Veränderung dieser kann die Intensität der zellulären Reaktion erheblich beeinflussen. So haben beispielsweise Amphetamin und Methamphetamin eine stark erregende Wirkung auf das ZNS. Trotz der ausgeprägten Strukturähnlichkeit wirkt Methamphetamin bei glei- cher Dosis viel länger und stärker, obwohl beide Substanzen wahrscheinlich auf die gleichen Rezeptoren im Gehirn wirken.

Ausserdem unterliegen die Rezeptoren selbst vielen biologischen Einflüssen, welche ihre Empfind- lichkeit und Zahl in beide Richtungen ändern können. Derartige Vorgänge sind unter anderem wichtig in bezug auf Toleranzbildung und unterliegen auch genetischen Einflüssen.

3.1.4 Neurobiologische Grundlagen

Die Funktionen des menschlichen Gehirns basieren auf dem Zusammenspiel von ungefähr 100 Milliarden Nervenzellen, welche Neurone genannt werden. Diese Neuronen (Abbildung 2) besitzen besondere Fortsätze, sog. Dendriten, über die das Verarbeiten von Informationen abläuft. Eine für die Wirkungsweise von psychotropen Phenethylaminen besondere Rolle spielen dabei die Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen, die sog. Synapsen. Jede einzelne der Nervenzellen im Gehirn verfügt nämlich über unzählige Eingangskontakte und Ausgangssynapsen, so dass sich ein unglaublich feingeädertes Nervengeflecht bildet. Wenn ein elektrisches Signal über ein Axon (Nervenzellen-Fortsatz) zu dem synaptischen Spalt kommt, wird eine Ausschüttung spezieller chemischer Botenstoffe (Neurotransmitter) bewirkt. Diese Botenstoffe befinden sich vor dem Eintreffen des Reizes in den sich vor dem synaptischen Spalt befin-

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Ner- venzelle

denden synaptischen Bläschen, die Vesikel genannt werden. Nun öffnen sich die Bläschen und die Neurotransmitter überqueren den Spalt zwi-

schen den beiden Nervenzellen. Dort binden sie an spezifische Rezeptoren auf der postsynapti- schen Seite und bewirken dort eine Weiterleitung des elektrischen Impulses. Die Botenstoffe werden anschliessend entweder von speziellen Enzymen wieder abgebaut, oder vom Neuron, das sie ausgeschüttet hat, wieder aufgenommen, um für die nächste Reizübertragung bereit zu sein. Im menschlichen Nervensystem kommt eine grosse Anzahl von Neurotransmittern vor, wie z.B. Acetylcholin, Serotonin, Dopamin, GABA, etc.

3.2 Biologische Psychologie

3.2.1 Verhalten und Neurotransmitter

Die Katecholamine und das mesolimbische Dopamin-System

Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin gehören zu einer Gruppe von Neurotransmittern, welche als Katecholamine bezeichnet werden und kaum mehr als 1-2% der gesamten Transmittermenge im ZNS ausmachen. Diese Überträgerstoffe scheinen einen sehr grossen Einfluss auf breite Gebiete der Physe und Psyche zu spielen, darunter fallen v.a. Motorik, emotionales Verhalten und Denken (Kognition). Um sich die Wichtigkeit dieses Quäntchens einer körpereigenen Substanz noch bes- ser vorstellen zu können, sei ein Parkinson-Patient erwähnt, dessen gesamtes Krankheitsbild auf einen zu tiefen Dopaminspiegel zurückzuführen ist. Daher kann Dopamin (genauer ein sogenann- ter Dopamin2-Agonist) in der Therapie erfolgreich eingesetzt werden.

Es würde im Rahmen dieser Arbeit kaum Sinn machen, diese komplexen neurochemischen Vor-

gänge herzuleiten, deshalb beschränke ich mich hier auf ein gewisses Untersystem im menschlichen Gehirn, auf das sogenannte "mesolimbische Dopaminsystem". Dieses System ist die gemeinsame Endstrecke praktisch aller belohnender Ereignisse. Wenn man etwas Positives er- reicht hat (z.B. gute Prüfung geschrieben, etwas geschenkt bekommen, Tor geschossen, etc.) und sich darüber freut, ist dies unter anderem dadurch vermittelt, dass in diesem System Dopa- min ausgeschüttet wird. Dieses System erstreckt sich vom Mesencephalon (Mittelhirn) bis zum Telencephalon (Endhirn), da vor allem zum limbischen System und spielt eine zentrale Rolle in al- len motivationalen Prozessen. Etwas vereinfachend kann man sagen: "Ohne funktionierendes mesolimbisches System keine Motivation." Auch die Wirkung von Drogen wie Kokain oder Amphe- tamin entfaltet sich hier, d.h. die Drogenzufuhr bewirkt eine Ausschüttung von Dopamin, welches einem Belohnungsreiz gleichkommt.

32 von 32 Seiten

Details

Titel
Der Schmale Grat
Autor
Jahr
2002
Seiten
32
Katalognummer
V109057
Dateigröße
1200 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schmale, Grat
Arbeit zitieren
Stefan Amstein (Autor), 2002, Der Schmale Grat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109057

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