Alexander Sutherland Neill


Hausarbeit, 2005
13 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Biografie

2. Sozialpädagogisches Konzept

3. Bedeutung für Heute

4. Literaturverzeichnis

5. Internetquellenverzeichnis

1. Biografie

Alexander Sutherland Neill wurde am 17. Oktober 1883 in Forfar, Schottland, als viertes von insgesamt acht Kindern geboren. Sein Vater George war Schulleiter in der Nachbarstadt Kingsmuir und auch seine Mutter Mary hatte eine Ausbildung zur Lehrerin erfolgreich absolviert, sie lehrte jedoch zur Zeit seiner Geburt nicht mehr, da es verheirateten Frauen in Schottland nicht erlaubt war zu unterrichten.

Die Anstellung als Lehrer war in keiner Weise ein angesehener Beruf, so gelang es einer schottischen Lehrerfamilie des neunzehnten Jahrhunderts kaum nicht an Geldnot zu leiden. Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage war die Familie Neill immer sehr darauf bedacht einen Schein nach außen zu wahren, nämlich den einer angesehenen Familie: Sie ließen ihre Kinder nur in tadelloser Kleidung auf die Strasse, des weiteren war es ihnen nicht erlaubt mit ihren Freunden draußen zu spielen, dies alles hätte schließlich dem Ansehen der Familie schaden können.

Neills Situation innerhalb der Familie war im Allgemeinen sehr kompliziert, besonders das Verhältnis zum Vater. Dieser war ihm nicht sehr wohl gesonnen, er beschrieb Neill laut Überlieferungen als Nichtsnutz und Taugenichts. Die Prügelstrafe war nicht nur in den Schulen Alltag, auch im Hause Neill wurde mit Stock und Gürtel hantiert wenn es darum ging, dass jemand seine Hausaufgaben nicht richtig machte. Meist war es Neill, der die Prügel einsteckte, da seine schulischen Leistung zu wünschen übrig ließen. Dies führte letztendlich auch dazu, dass er als einziges Kind der Familie keine weiterführende Schule besuchen durfte.

Nach verschiedenen Lehren, die er entweder aus gesundheitlichen Gründen oder auf Grund von Heimweh abbrach, begann er im Alter von 15 Jahren als „pupil teacher“ zu arbeiten. Dies war zur damaligen Zeit ein verbreitetes Lehrsystem, welches ältere Schüler berechtigte zu unterrichten. Diesen Beruf übte er vier Jahre lang aus, anschließend bestand er eine Hilfslehrerprüfung, die es ihm doch noch ermöglichte zu studieren. Doch plötzlich stand dem jungen Neill nicht mehr der Sinn nach Pädagogik, er begann Agrarwissenschaften zu studieren:

Der Umstand, daß ich bereit war, Agrarwissenschaften zu studieren, zeigt, wie unstet ich war. Ich interessierte mich nicht für Landwirtschaft und wusste, daß ich mich nie dafür interessieren würde. Ich akzeptierte den Vorschlag, diese Laufbahn einzuschlagen, wie man eine Aufforderung zum Tennisspielen annimmt – weil man grad nichts Besseres vorhat.’[1]

Nach nicht allzu langer Zeit korrigierte er seine Studienwahl und wechselte zum englischen Institut. Parallel dazu begann er viel zu lesen um mit den anderen Studenten mithalten zu können, unter anderem Barrie, Shakespeare, Marlowe, Nietzsche und Ibsen.

Neills erste laute Kritik gegen das damalige Schul – und Universitätssystem findet sich in seiner Tätigkeit als Mitglied der Studentenzeitung. Schon immer hatte er sich gegen die Prügelstrafe bekannt, aus diesem Grund in seiner Zeit als „pupil teacher“ auch oft die Schulen wechseln müssen, doch durch die Presse bekam er ein wirksameres Medium zur Verbreitung seiner Ansichten.

Wie im oben genannten Zitat bereits beschrieben, blieb Neill unstet und nach seinem hervorragenden Abschluss beschloss er Journalist zu werden. Doch der erste Weltkrieg verhinderte eine dauerhafte Einstellung, auch als Soldat war er untauglich, so wechselte er wieder zu seiner eigentlichen Bestimmung des Lehrers zurück und wurde Schulleiter in Gretna Green. Dies sollte für ihn eine sehr prägende Zeit sein. Es wurde ihm ermöglicht weitestgehend seine eigene Vorstellung von Erziehung und Unterricht umzusetzen und er begann eine bezeichnende Leidenschaft für das Lehren und den Umgang mit den Schülern zu entwickeln.

Nach einem kurzen Einsatz beim Militär, bei dem er nie einen Fronteinsatz hatte, verbrachte er viel Zeit mit Homer Lane, der eine Besserungsanstalt für jugendliche Straftäter namens „Little Commonwealth“ leitete. Diese Begegnung schien für ihn ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur eigenen Erziehungsgestaltung werden, denn er lernte in endlosen Gesprächen mit Lane unsäglich viel über Psychologie und den Umgang mit Kindern. Er übernahm aus dieser Zeit Lanes Idee des „self-government“, der Selbstverwaltung, in der die Insassen ihre eigenen Gesetze machten und Funktionäre wie Richter und Schatzmeister selbst wählten. Dies sollte später ein wichtiger Bestandteil Neills Schule Summerhill werden.

Im Jahre 1920 wurde er dann zeitweise Journalist bei der Zeitschrift „Education for the New Era“, in der er diesmal die Möglichkeit bekam seine Ansätze und Theorien sogar einem Fachpublikum von Lehrern und weiteren Pädagogen zur Verfügung zu stellen und damit für Diskussions – und Gesprächsstoff zu führen.

In dieser Zeit unternahm er viele Bildungsreisen um Erfahrungen an verschiedenen Schulen in Europa zu sammeln und seine Ideen weiterzuentwickeln, besonders intensiv war sein Kooperation mit der Dresdner Hellerau Schule, in der er ein weiteres wichtiges Element aus der Summerhill - Erziehung ausprobierte: die „private lessons“ (PS).

1923 verließ er Deutschland und kehrte nach England zurück, gemeinsam mit seiner Bekannten Lilien Neustätter, und gründete nach langer Suche nach einem geeigneten Grundstück die Summerhill Schule.

In einem Ausschnitt aus der „New Era“ wird die Schule dem Fachpublikum vorgestellt:

[...]


[1] (Neill 1972, Zitat nach Kühn 1995, S.20)

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Alexander Sutherland Neill
Hochschule
Fachhochschule Potsdam
Veranstaltung
Geschichte der Sozialen Arbeit
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V109217
ISBN (eBook)
9783640073986
ISBN (Buch)
9783640440016
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Alexander, Sutherland, Neill, Vorlesung
Arbeit zitieren
Jennifer Hoffmann (Autor), 2005, Alexander Sutherland Neill, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109217

Kommentare

  • Gast am 16.11.2005

    Völlig falsche Schlussfolgerungen.

    Liebe Jennifer Hoffmann

    ich freue mich ja für Sie, dass sie mit diesem - mir wichtigen Thema - eine so gut bewertete Hausarbeit abgeliefert haben aber ich stimme mit ihren Schlussfolgerungen überhaupt nicht überein.
    - Zwangfreie Erziehung ist möglicherweise zum Teil Neills Verdienst - bei weitem nicht allein. Und wo findet sie heute tatsächlich statt ausser in wenigen priviligierten Akademikerfamilien?
    - Neill hat seine provate lessons frühzeitig aufgegeben und bemerkt, dass die Selbstregulierungskräfte der Schulgemeinschaft viel wirksamer sind als alles Psychologisieren.
    - Die sogenannte Selbstverwaltung an unseren Schulen mit der Selbstregierung in Summerhill zu vergleichen ist blanker Hohn.
    - Neills Schulkonzept ist auf die heutige Zeit mit ihren rasanten Entwicklungen (die jeden Lehrplan schon bei Erscheinen zu Altpapier machen) hochgradig aktuell und überlegenswert - dies auch besonders unter dem Aspekt der Demokratieerziehung.
    - Schließlich und endlich prosperiert Summerhill gegenwärtig besser denn je - heute hat die Schule mehr Schüler als zu Neills Zeiten. Gleichzeitig hat sie ihr Konzept nicht geändert und erfolgreich gegen alle äußeren Einflüsse verteidigt.

    Tut mir ja leid, dass ich Ihrer guten Bewertung so eine massive Mängelliste entgegenstelle aber da sich mein Buch als eine der Hauptquellen angeben fühle ich mich unter Rechtfertigungszwang.

    Schöne Grüße Axel Kü

  • Jennifer Hoffmann am 22.6.2006

    Interessant zu hören, aber....

    Dass Sie mit meinen Schlussfolgerungen nicht konform gehen, muss ich akzeptieren, Herr Kühn, jedoch sehe ich nicht, dass aus eben meinen Schlussfolgerungen irgendwo abzuleiten ist, dass ich sie aus Ihrem Buch entnommen habe, bzw. das von Ihnen Geschriebene mich auf diesen Pfad brachte. Sie lieferten die Fakten - richtig. Aber was ich daraus gemacht habe, ist meine Sache. Ich sehe das von mir Erarbeitete auch in keiner Art und Weise als Gesetzmäßigkeit an. Meine Schlussfolgerungen als FALSCH zu deklarieren halte ich für vermessen. Sie können sie gern bezweifeln oder mit mir diskutieren, aber sie falsch zu nennen entbehrt jeder Grundlage. Ihre Kritikliste finde ich interessant, jedoch halte ich den Ort für unpassend und nicht sehr überzeugend, eine email-Diskussion zwischen uns beiden wäre doch effektiver. Denn eine Kritik in einem Satz zu äußern und gleichzeitig zu begründen - wie soll ich Ihnen da folgen. Ich würde Ihren Standpunkt nämlich sehr gern verstehen.
    Trotzdem freut es mich, dass Sie meine Arbeit gelesen haben.

    Mit studentischen Grüßen,

    Jennifer HOffmann

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