Zu: Martin Buber: Ich und Du


Seminararbeit, 2003
19 Seiten, Note: 2,5

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Inhaltsverzeichnis

1. Martin Buber
1.1 Kurzbiografie
1.2 Die Bedeutung des Chassidismus für Bubers dialogisches Denken

TEXT 1:
2. Die Bearbeitung von Text 1
2.1 Einleitung: Fragestellung und Aufbau der Erörterung
2.2 Hauptteil
2.2.1 Biografische Einordnung des Textes
2.2.2 Charakterisierung der beiden Grundwortpaare
2.2.2.1 Ich – Du
2.2.2.2 Ich – Es
2.2.3 Das Verhältnis der Grundwortpaare zueinander
2.3 Schlussteil

Text 2
3. Die Bearbeitung von Text
3.1 Einleitung – Fragestellung und Aufbau der Erörterung
3.2 Hauptteil
3.2.1 Zur Entstehung des Textes
3.2.2 Bubers Verständnis von dialogischer Erziehung
3.2.2.1 Die Rolle des Urhebertriebes
3.2.2.2 Die Rolle der Erziehung im dialogischen Sinne
3.2.3 Die pädagogische Differenz des dialogischen erzieherischen Verhältnisses
3.3 Schlussteil

1. Martin Buber

1.1 Kurzbiografie

Der jüdische Religionsphilosoph wurde am 8. Februar 1878 in Wien geboren. Er wuchs bei seinem Großvater, einem bekannten Gelehrten namens Salomon Buber, in Lemberg auf.

Buber studierte an den Universitäten Wien, Leipzig, Zürich und Berlin Philosophie und Kunstgeschichte. 1901 wurde er Chefredakteur der zionistischen Zeitung „Die Welt“. Als er -sich am 5. Kongress der Demokratischen Fraktion anschloss, die sich gegen Herzl wandte, trat er von seiner Position zurück. Er gründete in Berlin den Jüdischen Verlag. Daraufhin studierte und widmete er sich seit 1905 dem Chassidismus und erschloss damit der westlichen Welt diese ostjüdische Welt – und Frömmigkeitsform. Nachdem er die Geschichten des Rabbi Nachman ins Deutsche zu übersetzen versuchte, entschied er sich, sie frei nachzuerzählen.. Daraus entstanden im Jahre 1906 „Die Geschichten des Rabbi Nachman“ und 1908 „Die Legende des Baalschem“. Beim Ausbruch des ersten Weltkrieges gründete Buber in Berlin das Jüdische Nationalkomitee, eine Hilfsorganisation für Ostjuden und für den Jischud[1].

Im Jahre 1916 gründete er die Monatszeitschrift „Der Jude“. In den Nachkriegsjahren war Buber der Sprecher des hebräischen Humanismus. Ab 1923 unterrichtete er jüdische Religionswissenschaft und Ethik an der Universität in Frankfurt. 1923 entstand sein Buch „Ich und Du“. Im Jahre 1925 begann er mit Franz Rosenzweig die Verdeutschung des Alten Testaments. Diese epochale Neuübersetzung wurde 1961 abgeschlossen.

Durch Naziverfolgung wanderte er 1938 nach Jerusalem aus und übernahm dort an der Hebräischen Universität eine Professur für Sozialphilosophie. Er wurde der Wortführer zwischen Arabern, später auch zwischen Deutschen und Juden. In den letzten Jahren seines Lebens erhielt er Ehrungen aus aller Welt, darunter auch den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels im Jahre 1952. Am 13. Juni 1965 starb er in Jerusalem.[2]

1.2 Die Bedeutung des Chassidismus für Bubers dialogisches Denken

Der Chassidismus ist eine mystische Richtung im Judentum, die um 1750 im Kaparthengebiet gegründet und von den Zionisten – unter anderem Buber – neu belebt wurde. Der Chassidismus betont das Gefühl in der Religion, in dem Gesetzesglauben gegenüber die Offenbarung in der Natur.[3] Buber war überzeugter Zionist. Er setzte seine Hoffnung darauf, dass in Palästina Menschen ein Gemeinwesen aufbauen können, ohne auf die bereits bestehende herrschaftliche Struktur zu stoßen. Er erklärte die „genossenschaftlichen Siedlungen der Juden in Palästina... zu einem `Neuland sozialer Gestaltung`“.[4] Hiermit fordert er freiwilliges und somit nicht nach sowjetischem Vorbild erzwungenes „Gemeineigentum an Boden“ und die „freie Bestimmung der Siedler über die Normen des Gesellschaftlebens“ . Dies nannte er den „sozialistischen Zionismus“.[5] Es ging ihm um ihm um einen gewaltlosen Sozialismus in einer auf Liebe gebauten wirklichen Gemeinschaft.

Buber war von der Botschaft des Chassidismus tief bewegt. Er betrachtete es daher als seine Pflicht, diese an andere weiterzugeben.

„Der wirkliche Umgang mit Gott hat an der Welt nicht bloß seinen Ort, sondern auch seinen Gegenstand. Gott redet zum Menschen in den Dingen und Wesen, die er ihm ins Leben schickt. Der Mensch antwortet durch seine Handlung, durch eben diese Dinge und Wesen. Aller spezifische Gottesdienst ist seinem Sinn nach nur die immer erneute Bereitung und Heiligung zu diesem Umgang mit Gott an der Welt.“[6] Buber sieht Religion als Lebenspraxis.

Religion bedeutet für ihn, dass Gott in allen Menschen wohne, religiöses Verhalten wiederum bedeute, alle Menschen und Tiere zu heiligen. Die Heiligung des Lebens und des Augenblicks spielt in seinem Leben eine große Rolle. So wird die alltägliche Handlung nach Buber mit dem Gedanken verknüpft, dass sie heilig sei. Der Einbezug der Religion in den Alltag des Menschen ermögliche die Zwiesprache und finde somit in der Begegnung mit anderen Menschen statt.

Der Chassidismus umfasst die Lehre des göttlichen Funkens, der nach Buber gesehen werden müsse, um aus „irdischen Verschalungen“ zu befreien.

Katja Schmidt (4. Semester)

Hauptseminar: Dialogische Konzepte in Pädagogik und Theologie, SoSe 2003

Text 1: Martin Buber: Ich und Du, in ders. Das dialogische Prinzip, Gerlingen 1992, S. 7 – 38

Fragen:

1. Schreiben Sie mit eigenen Worten auf, wie Martin Buber die beiden Grundworte charakterisiert.

2. Wie bestimmt Buber das Verhältnis der beiden Grundworte zueinander?

2. Bearbeitung von Text 1

2.1 Einleitung: Fragestellung und Aufbau der Erörterung

In Martin Bubers 1923 entstandenem Buch „Ich und Du“ beschreibt er die beiden Grundworte Ich und Du, sowie Ich und Es. Auf seine Charakterisierung dieser beiden Grundworte gehe ich im Hauptteil (2.2.2) ein. Zunächst ordne ich den ausgewählten Text in Martin Buber`s Biografie ein, indem ich auf die Entstehungsgeschichte des Textes näher eingehen werde. Ich schreibe in 2.2.2.1 über sein Verständnis des Grundwortpaares „Ich und Du“ , im Teil 2.2.2.2 über das Grundwortpaar „Ich – Es“ unter Einbezug des Originaltextes „Ich und Du“.[7]

Im zweiten Teil des Hauptteils (2.2.3) werde ich auf das Verhältnis der beiden Grundwortpaare zueinander eingehen. Ich fasse dabei die wichtigsten Ergebnisse der vorhergehenden Beschreibungen von den beiden Grundwortpaaren noch einmal zusammen.

Im Schlussteil gehe ich noch kurz auf Bubers mögliche Absichten mit seinem Buch „Ich und Du “ ein.

2.2 Hauptteil

2.2.1 Biografische Einordnung des Textes

Inspiriert zu seinem Buch wurde er durch eine tragische „Vergegnung“ mit einem anderen Menschen, der in Not zu ihm gekommen war. Er empfing den Besuch eines unbekannten jungen Menschen, „ohne mit der Seele dabei zu sein“ .[8] Durch Zufall erfuhr er später, dass diese Person nicht aus Zufall zu ihm gekommen war, sondern aus Not vor einer wichtigen Entscheidung. Diese unterlassene Hilfe von Seiten Bubers bewirkte einen Wendepunkt im Denken Bubers. „Infolge eines (dieses!) traumatischen Erlebnisses, wohl auch einer allmählichen inneren Wandlung während des ersten Weltkrieges – er selbst spricht von einer „Bekehrung“ , begann Buber in der Realität des irdischen Lebens Fuß zu fassen. Von da an wandte sich sein Denken einer gelebten historischen Wirklichkeit samt ihren Widerständen und Forderungen zu. Aus diesem Hintergrund entstand eine dialogische Weltanschauung.“[9]

Er legt dabei den Angelpunkt des Menschens und der Existenz auf das dialogische Verhältnis von Ich und Du, auf die Beziehung und die Begegnung. Er ist der Meinung, dass sich der Mensch in der Welt zwiefältig verhalte und diese ihm daher auch zwiefältig gegeben sei. Diese Haltung wird geprägt durch die beiden Grundwortpaare „Ich – Du“ und „Ich – Es“.

Er knüpfte an philosophische Ansätze aus der Zeit des deutschen Idealismus an und leistete somit einen der wichtigsten Beiträge zur Geschichte des Denkens.

Sein Buch wurde im Frühling 1916 entworfen und in der ersten Fassung im Herbst niedergeschrieben. Seine endgültige Fassung erhielt es jedoch erst im Jahre 1922.[10]

Martin Bubers Buch „Ich und Du“ erschien im Jahre 1923. Dieses Buch, mit welchem er auch großen Einfluss auf christliche Kreise hatte, entwickelte das „dialogische Prinzip“, das für ihn Grundlage menschlichen Zusammenlebens und der Beziehung zu Gott darstellt.[11] Dieses Werk ist die Basis seiner Philosophie des Dialogs. Alle anderen Werke Bubers bauen auf diesem Buch (diesem Verständnis) auf und sind mit diesem Wissen zu interpretieren. Der Ausgangspunkt seiner Philosophie wiederum ist die Beziehung zwischen dem Menschen und der Welt.

„Die sechs Schriften und Reden aus den Jahren 1922 – 1941 (...) sind in der Absicht entstanden, auf eine vom Denken vernachlässigte Wirklichkeit hinzuweisen, von der ich heute wie im Beginn dieser Arbeit gewiß bin, dass sie für das Dasein des Menschen wesentliche ist, mächtig an Sinn und rettender Kraft.“[12]

Wir finden in Bubers Text „Ich und Du“ sowohl ein „grundsätzlich überräumliches und überzeitliches Moment als auch ein eingehen auf die Problematik von Mensch und Gesellschaft in unserer Zeit.“[13] Es geht in all seinen Schriften um philosophische und um Glaubensfragen sowie um anthropologische, psychologische, ethische, künstlerische, erzieherische, soziale und weitere Fragen. Außerdem ist der jüdische Religionsphilosoph der vielleicht wichtigste geistige Vater der Gestalttherapie.

2.2.2 Charakteristik der beiden Grundwortpaare
2.2.2.1 Ich – Du

Ein tragisches Ereignis in seinem Leben, das Buber „Bekehrung“ nennt, beinhaltet eine menschliche Begegnung, die den Ausgangspunkt seines Denkens bildet: nur in der gelebten Beziehung zum Anderen und zu Gott vollzieht sich das Menschsein. Buber sieht das Menschsein in zwei Arten von Beziehungen, die sich grundsätzlich voneinander unterscheiden: zum einen die Ich – Du Beziehung, zum anderen die Ich – Es Beziehung.

Eine wirkliche und vertiefte Beziehung ereigne sich jedoch nach Buber nur im Dialog der Ich – Du –Beziehung.

„Wer Du spricht, hat kein Etwas, hat nichts. Aber er steht in einer Beziehung.“[14]

Hier zeigt sich, dass die Beziehung als wesentliches Merkmal des Grundwortes „Ich – Du“ bildet. „Du“ sei in seiner Andersheit nicht erfassbar. Du sei weder erfahr – noch beschreibbar, das heißt nur außerhalb der Du – Welt erfahre ich. Du sei mehr als darüber gesagt werden könne. Nicht „etwas“, sondern „Nichts“.

„ – Was erfährt man also vom Du?
- Eben nichts. Denn man erfährt es nicht.
- Was weiß man also vom Du?
- Nur alles. Denn man weiß von ihm nichts Einzelnes mehr.“[15]

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Die Begegnung führt in eine neue Dimension des Seins. Nur wer diese Begegnung erfährt, erfährt das wirkliche Leben. Begegnung entspricht hier der Beziehung, die ich nur dann habe, wenn ich einen anderen Menschen „verwirkliche“[16].

„Die Gestalt, die mir entgegentritt, kann ich nicht erfahren und nicht beschreiben, nur verwirklichen kann ich sie.“[17] Man könne also „Du“ nicht beschreiben, nicht erfahren, aber: verwirklichen. Man sehe sie als das Gegenwärtige. „Indem ich verwirkliche, decke ich auf.“[18] Die Verwirklichung der Begegnung Ich –Du kann durch das Medium der Sprache geschehen, aber auch durch einen Händedruck, einen Blick oder eine unmerkliche Körperwendung. „Den Menschen, zu dem ich „Du“ sage, erfahre ich nicht. Aber ich stehe in einer Beziehung zu ihm, im heiligen Grundwort. Erst wenn ich daraus trete, erfahre ich ihn wieder.“[19] Erfahren kann man nur außerhalb der Begegnung – Erfahrung bezeichnet Buber daher als „Du – Ferne“ .[20]

„Das Grundwort kann nur mit dem ganzen Wesen gesprochen werden.“[21] Buber sagt, dass das Grundwortpaar Ich - Du zu sprechen, eine „Tat meines Wesens“[22] sei, da man in eine unmittelbare Beziehung zu ihm trete.

Ich und Du entdecken sich und treten miteinander in eine Verbindung. Ich und Du entstehen also aus dem Zwischen, der Begegnung und treten im Dialog in einen Raum. Voraussetzung dafür ist aber das Bestehen eines Verhältnisses zwischen Ich und Du. Dieses Verhältnis ist konstituiert aus der gegenseitigen Hinwendung und somit der Annahme des Anderen.

Ich nehme in der Ich – Du –Beziehung einen anderen Menschen an, indem ich ihn dort bestätige, wo er nicht so ist wie ich. Hierbei spielt das Innewerden eine große Rolle. Damit meine ich den Versuch, ein anderes Lebewesen in seiner ganzen Individualität zu sehen, also auch in Äußerung und Verhalten. Der Mensch müsse nach Bubers Philosophie also in seiner unvergleichlichen Einzigartigkeit kennen gelernt und akzeptiert werden. Wenn ich einem Menschen begegnen will, muss ich seine Perspektive und seinen Willen annehmen. Dies beschreibt Buber mit dem Begriff „Umfassungsakt“. Man benötigt hierbei Realfantasie, um sich andere Menschen zu vergegenwärtigen. Man nimmt nicht mehr nur sich selbst wahr, sondern auch den Anderen, wenn man die Gegenseite, das Du, erfährt. Als Beispiel für die Vergegenwärtigung erwähnt Buber in seinem Buch den „Baum“:

„Ich kann seine Diesmaligkeit und Geformtheit so hart überwinden, dass ich ihn nur noch als Ausdruck des Gesetzes erkenne – der Gesetze, nach denen die Stoffe sich mischen und entmischen.“[23] Buber meint hier, einen Baum könne man auf verschiedene Weisen aufnehmen: man könne ihn bildlich aufnehmen, als Bewegung verspüren, einer bestimmten Gattung zuordnen und als Exemplar beobachten, also auf Bau und Lebensweise.

Buber beschreibt jedoch auch eine andere Art der Betrachtung: Die Betrachtung „kann aber auch geschehen, aus Wille und Gnade in einem, dass ich, den Baum betrachtend, in die Beziehung zu ihm eingefasst werde, und nun ist er kein Es mehr. Die Macht der Ausschließlichkeit hat mich ergriffen.“[24] Der Baum kann also mehr sein als nur Holz, das verarbeitet wird. Durch sogenannte ganzheitliche Betrachtung trete man in eine andere Beziehung zu ihm – in die Ich – Du – Beziehung. „Stehe ich einem Menschen als meinem Du gegenüber, spreche das Grundwort Ich – Du zu ihm, ist er kein Ding unter Dingen und nicht aus Dingen bestehend.“[25] Hier wird die kategorial geordnete Struktur der Dinge verlassen. Die Begegnung füllt den gesamten Raum der Wahrnehmung aus – alles andere wird nebensächlich und tritt in den Hintergrund. Ich weiß alles, nichts Einzelnes mehr.

Nicht die optische Erscheinung des Baumes präge sich bei dem Menschen ein, sondern ein Erregungsbild bleibe im Gedächtnis.[26]

„Nur wo alle Mittel zerfallen sind, geschieht die Begegnung.“[27] Buber schreibt, die Beziehung könne nur dort existieren, wo alle Mittel zerfallen wären. Er schreibt zudem, jedes Mittel sei Hindernis. Zwischen Ich und Du stünde keine Vorwegnahme, keine Gier und kein Zweck. „Die Beziehung zum Du ist unmittelbar.“[28] Es handele sich um ein Ereignis der Gegenwärtigkeit, in dem Neues erscheine und unsere Sehnsucht erfülle. Alle Grenzen von Alter, Geschlecht, Nation lösen sich hier auf. Zwischen Ich und Du bestünde keine Begrifflichkeit, kein Vorwissen und keine Fantasie. Gegenwart entstehe insofern also nur, indem das „Du gegenwärtig wird.“[29]

Nach Buber ist das Grundwort Ich – Du vorichhaft, das heißt es sei eingeboren („das eingeborene Du“)[30]. Nur Kinder und Primitive könnten diese Beziehung eingehen. Buber schreibt: „Im Mutterleib wisse der Mensch das All, bei der Geburt vergesse er es.“ Dies beschreibt auch den vorichhaften Charakter des Grundwortes. Das Kind nimmt nicht zuerst einen Gegenstand wahr, sondern schmiegt sich beispielsweise zuallererst in die aufgewölbte Hand. Hier ist ein großes Beziehungsstreben vorhanden, das alles andere nebensächlich werden lässt. Das Kleinkind hat den Trieb, alles zum Du zu machen.[31]

Unter primitiven Menschen versteht Buber jene Menschen, „die gegenstandsarm geblieben sind“.[32] Das heißt, er meint alle Menschen, die sich dem Materiellen der Welt entweder freiwillig entsagen oder entsagen mussten.“ Wie der Primitive, so lebt das Kind zwischen Schlaf und Schlaf (...), im Blitz und Wiederblitz der Begegnung.“[33]

Die Liebe stünde nach Buber zwischen dem Ich und dem Du, ist also Voraussetzung für eine Beziehung zwischen den Menschen. „Liebe ist Verantwortung eines Ich für ein Du: hierin besteht, die in keinerlei Gefühl bestehen kann, die Gleichheit aller Liebenden, vom kleinsten bis zum größten, vom selig Geborgnen, dem sein Leben in dem eines geliebten Menschen beschlossen ist, zu dem lebelang ans Kreuz Geschlagenen, der das Ungeheure vermag und wagt: die Menschen zu lieben.“[34] Buber bezeichnet Liebe, die den Menschen nicht als Ganzen sieht, als „blinde Liebe“.[35] Klar unterscheidet Buber den Begriff „Liebe“ von dem Begriff „Gefühl“. „Gefühle werden gehabt; die Liebe geschieht.“[36] Als Beispiel nennt Buber an dieser Stelle ein religiöses: „Das Gefühl Jesu zum Besessenen ist ein andres als das Gefühl zum Lieblingsjünger; aber die Liebe ist eine.“

Gott wohnt Bubers Welt inne: er will die von ihm geschaffene Welt durch den Menschen erobern. Dies geschehe nach Buber durch die Begegnung, die alltäglich stattfinde. Hier knüpft Buber am Chassidismus an: „In jedem Du reden wir das Ewige an.“ Buber meint die Einwesung Gottes in jedem Menschen, also auch in jedem Gegenüber, mit dem wir in einen Dialog treten können.

„Dass du Gott brauchst, mehr als alles, weißt du allzeit in deinem Herzen; aber nicht auch, dass Gott dich braucht, in der Fülle seiner Ewigkeit dich? Wie gäbe es den Menschen, wenn Gott ihn nicht brauchte, und wie gäbe es dich?

Du brauchst Gott, um zu sein, und Gott braucht dich zu eben dem, was der Sinn deines Lebens ist.“[37] Nur durch Begegnung könne das Leben erfasst werden.

Zum Schluss ein letztes Zitat Bubers:“(...) die Wesen leben um dich her, und auf welches du zugehst, du kommst immer zum Wesen.“ Es liegt an uns, wie wir in der Welt leben. Wir können jedem Lebewesen als Du gegenüberstehen, als ihn als ein „Ding unter Dingen“ nur wahrzunehmen und ihm Eigenschaften zuzuordnen.[38]

2.2.2.2 Ich – Es

„Die Haltung des Menschen ist zwiefältig nach der Zwiefalt der Grundworte, die er sprechen kann. Die Grundworte sind nicht Einzelworte, sondern Wortpaare. Das eine Grundwort ist das Wortpaar Ich – Du. Das andere Grundwort ist das Wortpaar Ich – Es (...)“[39]

Im letzten Kapitel bin ich auf die Charakteristik des Grundwortpaares „Ich – Du“ eingegangen. An dieser Stelle wende ich mich dem Grundwortpaar „Ich – Es“ zu.

Gleich am Anfang wäre festzuhalten, dass für „Es“ auch „Er“ oder „Sie“ eintreten könne,[40] wobei ich mich Bubers Gewohnheit anschließen werde, das Grundwortpaar allgemein als „Ich – Es“ zu benennen.

Martin Buber beschreibt das „Reich des Es“ folgendermaßen:

„Es besteht nicht aus Tätigkeiten allein, die ein Etwas zum Gegenstand haben. Ich nehme etwas wahr. Ich empfinde etwas. Ich stelle etwas vor. Ich will etwas. Ich fühle etwas. Ich denke etwas.“[41] Es handele sich dabei um eine „Beschaffenheit“, „erfahrbar, beschreibbar“ – ein „lockeres Bündel benannter Eigenschaften“.[42]

An dieser Stelle erfahren wir von Buber, dass wir – im Gegensatz zum Grundwortpaar Ich – Du – „Ich – Es“erfahren und beschreiben können. Wir können beschreiben, indem wir Personen, Dingen und Sachverhalten Eigenschaften zuordnen. „Ich – Es“ findet auf Kategorien der Wahrnehmung und der Erfahrung statt.

„Das Ich des Grundwortes „Ich – Es“ (...) hat nur Vergangenheit, keine Zukunft.“[43] Buber schreibt hierzu: „ (...) insofern der Mensch sich an den Dingen genügen lässt, die er erfährt und gebraucht, lebt er in der Vergangenheit, und sein Augenblick ist ohne Präsenz. Er hat nichts als Gegenstände; Gegenstände aber bestehen im Gewesensein.“[44] Während wir mit einem erfahrenen Menschen positive Gedanken verknüpfen, erfährt Buber die Welt vor dem Hintergrund seiner eigenen Geschichte: die Welt erfahren heißt für ihn, sie nicht kennenzulernen. Erfahrung führe nicht über das eigene Bewusstsein hinaus und habe daher keine Zukunft. Das Reich „Ich – Es“ habe Gegenständlichkeiten zum Inhalt. Diese würden in der Vergangenheit gelebt. Buber beschreibt das Gegenständliche als „Stillstand, das Innehalten, das Abbrechen, das Sichversteifen, die Abgehobenheit, die Beziehungslosigkeit, die Präsenzlosigkeit.“[45]

„Ich“ konstituiert sich hier als gebrauchendes Ich : “Freilich, mancher, der sich in der Welt der Dinge damit begnügt, sie zu erfahren und zu gebrauchen, hat sich einen Ideen – Anbau oder – Überbau aufgerichtet, darin er vor der Anwandlung der Nichtigkeiten Zuflucht und Beruhigung findet.“[46] Ein Mensch, der sein Glück in materiellen Werten sucht, baut eine Scheinwelt, die von Buber als „Ideen – Anbau oder - Überbau“ bezeichnet wird, auf. Er konzentriere sich auf sogenannte „Nichtigkeiten“, ohne das Wesentliche zu erkennen. „Die edelste Fiktion ist ein Fetisch, die erhabenste Fiktivgesinnung ist ein Laster.“[47] Dieser „Ideen – Anbau oder – Überbau“ bezeichnet Buber hier als „Laster“ des Menschen. Nach Buber erlebe man besser die schmerzliche Begegnung mit der Wirklichkeit, als in einer Ideenwelt zu leben: „(...) besser noch Gewalt am real erlebten Wesen, als die gespenstische Fürsorge an antlitzlosen Nummern.“[48]

Über das Verhältnis des Grundwortpaares zur Welt schreibt Buber , dass es an keiner Wirklichkeit teilnähme und auch selbst keine gebe. Man könne ohne die Welt nicht leben, da wir von ihrer Zuverlässigkeit erhalten würden.[49] Hier diene uns auch die Erfahrung, um uns immer wieder auf die Wirklichkeit der Welt beziehen zu können. Die Welt diene zudem als Verständigungsmöglichkeit, jedoch nicht als Möglichkeit der Begegnung. Es handelt sich um ein produzierendes Verhalten der Welt gegenüber: Man will sich so viel Wissen über diese aneignen, wie möglich.

Buber bezeichnet das Grundwort Ich – Es als „nachichhaft“.[50] Da Ich – Du vorichhaft sei bildet dieses Grundwortpaar offensichtlich die Voraussetzung für Ich – Es. „Der ichhaft gewordene Mensch ,der Ich – Es sagt, stellt sich vor den Dingen auf, nicht ihnen gegenüber(...)“[51] Jetzt erst erfahre der Mensch die Dinge als „Summe der Eigenschaften“.[52] Eigenschaften sind aus Beziehungserlebnissen mit einem Du in seinem Gedächtnis zurückgeblieben.

Das Reich des „Es“ sei ein „im Weltnetz aus Raum und Zeit eingetragener Punkt[53] “ Die Wirklichkeit wird hier in eine raumzeitliche Struktur eingeordnet. Buber hält diese für notwendig, da wir uns an Raum und Zeit orientieren müssen. Buber schreibt, dass die Dinge in einen „räumlich – zeitlich – ursächlichen Zusammenhang“ gestellt werden, das hieße, dass alles „seinen Platz“ bekäme, seine „Messbarkeit“ und seine „Bedingtheit“[54]. Indem die Dinge aus unserem Du zu unserem Es werden, würden sie koordinierbar und bekämen somit eine Ordnung.[55]

Ich habe in meiner vorhergehenden „Beschreibung“ des Grundwortpaares Ich – Du Bubers Beispiel des Baumes aufgenommen. Auf dieses möchte ich auch an dieser Stelle erneut eingehen. Buber schreibt: „Ich betrachte einen Baum.“[56] Dies ist Aussage über einen Sachverhalt, der auf Bubers Wahrnehmung beruht. Der Baum ist ein „Es“, da Buber ihn als Gegenstand in seiner Art und Beschaffenheit betrachtet. „(...) ist der Satz „Ich sehe den Baum“ erst so ausgesprochen, dass er nicht mehr eine Beziehung zwischen Menschen - Ich und Baum - Du erzählt, sondern die Wahrnehmung des Baum – Gegenstandes durch das Menschen – Bewusstsein feststellt, hat er schon die Schranke zwischen Subjekt und Objekt aufgerichtet: das Grundwort Ich –Es, das Wort der Trennung, ist gesprochen.“[57]

2.2.3 Das Verhältnis der beiden Grundwortpaare zueinander

Die Ich – Du Beziehung ist vorichhaft, dem Menschen eingeboren. Am Anfang besteht ein enormes Beziehungsstreben, das alles andere in den Hintergrund tritt. Das Kleinkind betrachtet die Welt aus anderen Augen, ohne jegliche Erfahrung. „Der Mensch wird am Du zum Ich.“[58] Langsam entwickelt sich das „Ich – Bewusstsein“, das Bewusstsein des gleichbleibenden Partners. Jetzt kann das getrennte Ich „fortan in seiner Bewusstheit in Beziehung treten“.[59] Jetzt könne sich laut Buber das andere Grundwort , das Grundwort Ich – Es , zusammenfügen. “Nun erst erfährt er die Dinge als Summen von Eigenschaften: Eigenschaften waren wohl aus jedem Beziehungserlebnis, dessen erinnertem Du zugehörig, in seinem Gedächtnis verblieben, aber nun erst bauen sich ihm die Dinge aus ihren Eigenschaften auf (...)“[60] Das Grundwort Ich – Es ist nachichhaft,[61] da es sich erst nach dem „Ich – Bewusstsein“ entwickelt.

Das was Buber dialogisch nennt, sind sowohl Ich – Du – als auch Ich – Es – Momente.

Die alltägliche Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt, der Natur und den Dingen ist eine Ich – Es – Beziehung. Sie verläuft eher beobachtend oder auf die eigenen Gefühle bezogen. Es handelt sich hierbei um eine Anhäufung des Wissens.

Eine wirklich vertiefte Beziehung ergibt sich erst im Dialog der Ich – Du – Beziehung.“Ich – Du kann nur mit dem ganzen Wesen gesprochen werden.“[62] Man muss sich wirklich auf den Anderen, auf sein Gegenüber, einlassen – ohne irgendein Vorwissen mit einzubeziehen. Die Begegnung findet nicht mit der dahinter stehenden Absicht eines Zweckes statt und benötigt kein Wissen. Hinter der Ich – Es – Beziehung jedoch steht jener Zweck, jene Absicht, sich Wissen über die Welt anzueignen. „Das Grundwort Ich – Es kann nie mit dem ganzen Wesen gesprochen werden.“[63] Während die Ich – Du – Beziehung durch Unmittelbarkeit und Offenheit charakterisiert ist, fehlt dies der Ich – Es – Beziehung.

.In der Ich – Du – Beziehung treten zwei Menschen miteinander in Kontakt, sprechen das Gleiche an. Ich – Es hingegen benutzt einen anderen, um ein gewisses Ziel zu erreichen.

Ich – und Du zeigt die Beziehung zwischen Mensch und Gott. Nach Buber wohne Gott in uns Menschen inne. Gott will durch uns seine Botschaft vermitteln. Die Ich – Es – Beziehung hat keinen oder wenn dann wenig religiösen Hintergrund – sie ist vielmehr materiell orientiert.

Zwei Menschen müssen für eine echte Begegnung offen sein. Trotz der Absichten einer Ich – Du Begegnung heißt es noch lange nicht, dass sich dies einstellt. Mein Gegenüber muss auch bereit sein für die Begegnung. So sehr ich mir eine Verbindung mit dieser Person wünsche, bin ich doch auf ihre Offenheit und Bereitschaft angewiesen. Ein solcher dialogischer Ansatz erkennt genau, dass ein Ich – Du – Moment im Wechselspiel mit Ich – Es – Beziehungsmomenten stattfindet. Das Dialogische verlangt nach einem Gleichgewicht von Ich – Du - und Ich – Es – Momenten.“ Ich führe die Gestalt hinüber in die Welt des Es. Das geschaffene Werk ist ein Ding unter Dingen, als eine Summe von Eigenschaften erfahrbar und beschreibbar. Aber dem empfangend Schauenden kann es Mal um Mal leibhaftig gegenübertreten.“[64] Den Menschen, zu dem ich Du sage, erfahre ich dagegen nicht, aber ich stehe in einer Beziehung zu ihm. Wenn ich aus dieser Beziehung heraustrete, erfahre ich ihn wieder. „Erfahrung ist Du – Ferne.“[65]

Ein Beispiel für eine mögliche Begegnung wäre der Kuss. Während dieses Vorganges tritt alles andere in den Hintergrund – die Begegnung füllt den Raum der Wahrnehmung aus. In Erinnerung ist dieser Kuss am nächsten Tag im Gedächtnis gespeichert. Ich sage jedoch nicht mehr wie in der unmittelbaren Begegnung Du, sondern sage Er, Es oder Sie. „Nun kann ich aus ihm wieder die Farbe seiner Haare, die seiner Rede, die seiner Güte holen; aber solang ich es kann, ist er mein Du nicht mehr und noch nicht wieder.“[66]

Ich – Es findet in der Vergangenheit statt. Diese Tatsache soll mein Beispiel veranschaulichen. „Die Es – Welt hat einen Zusammenhang in Raum und Zeit. Die Du – Welt hat in Raum und Zeit keinen Zusammenhang.“[67] Nach Ablauf eines Beziehungsvorgangs werde das Du immer zum Es. Ich - Es könne jedoch durch eine Begegnung auch zu einem Du werden. Ich – Du ist das Gegenwärtige, nicht Beschreib – und nicht Erfahrbare. Ich – Es kann erfahren und beschrieben werden. „Wesenheiten werden in der Gegenwart gelebt, Gegenständlichkeiten in der Vergangenheit.“[68]

Der Gegenstand in Ich - Es sei beziehungslos. Wer Du spreche, habe dagegen kein Etwas zum Gegenstand, aber eine Beziehung.[69]

„Es“ ist Autor der Wirklichkeit.

Das Reich des Ich und Du verlässt die kategorial geordnete Struktur der Dinge, während die Dinge koordinierbar werden, indem sie zum Es werden. Somit bekommen die Dinge eine Ordnung.[70] Bei Ich – Du finde ich den Menschen, zu dem ich Du sage, nicht in einem Irgendwann und Irgendwo vor.[71]

Buber schreibt: „Das Es ist die Puppe, dass Du der Falter.“[72] Das Du ist das Wesentliche im Leben. Aber auch das Stadium der Puppe wird benötigt, damit sich ein Falter entwickeln kann. Der Falter – in unserem Falle das Grundwort „Ich – Du“ stellt das Ziel der Entwicklung dar.

„Und in allem Ernst der Wahrheit, du: ohne Es kann der Mensch nicht leben. Aber wer mit ihm allein lebt, ist nicht der Mensch.“[73] Der Mensch braucht Erfahrung UND Beziehung.

2.3 Schluss

Ich denke, Bubers zentrales Interesse bestand darin, der stetig zunehmenden Es – Welt entgegenzuwirken. Denn wo findet heutzutage schon noch wahre Begegnung im Sinne Bubers statt? Wo leben wir dem Menschen als unserem Du gegenüber? Durch die zunehmend instrumentellen Leistungen der modernen Gesellschaft fällt ein menschliches Miteinander schwer. Sein Zitat „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ soll uns sagen, dass wir alle selbst eine Begegnung stattfinden lassen können. Gott wohnt, wo man ihn einlässt. Es liegt an uns, ob und wie wir anderen Menschen gegenübertreten.

Wir Menschen in der heutigen Zeit denken wohl oft, unser wahres Glück gefunden zu haben – meist durch Reichtum. Mit Geld lassen sich all unsere materiellen Bedürfnisse befriedigen, nicht jedoch die inneren Bedürfnisse. Dies ist ein Trugschluss, da wir uns hinter dieser uns selbst aufgebauten „Ideenwelt“ verstecken und das Wesentliche im Leben nicht mehr sehen. Bubers Ansatz ernst zu nehmen würde bedeuten, die eigenen ich – bezogenen Bedürfnisse und Absichten zumindest vorübergehend beiseite zu legen und sich in den Dialog mit einer anderen Person zu stellen. Die Begegnung aber bedeutet für Buber nur ein Abglanz der Begegnung mit Gott – ein Gespräch zwischen Mensch und Gott soll ermöglicht werden.

Buber will mit dem ganzen Wesen ergriffen und nachgelebt werden

Katja Schmidt (4. Semester)

Hauptseminar: Dialogische Konzepte in Pädagogik und Theologie, SoSe 2003

Text 2:

Martin Buber: Über das Erzieherische, Heidelberg 1986,

aus: „Reden über das Erzieherische“ - Seite 11 – 49

Fragen:

1.)Arbeiten Sie vor dem Hintergrund von „Ich und Du“ das Verständnis von dialogischer Erziehung heraus!

2.) Wie kann das erzieherische Verhältnis ein rein dialogisches sein, obwohl es zwischen Erzieher und Zögling ein pädagogisches Gefäll, eine pädagogische Differenz gibt?

3. Die Bearbeitung von Text

3.1 Einleitung – Fragestellung und Aufbau der Erörterung

Zuerst gehe ich auf die Entstehung von Bubers „Reden über das Erzieherische“ ein.

Vor dem Hintergrund von „Ich – Du“ werde ich zunächst anhand des Textes „Rede über das Erzieherische“ das Verständnis dialogischer Erziehung unter Berücksichtigung der Rolle des „Urhebertriebes“ herausarbeiten. Anschließend werde ich erklären, was Buber in diesem Zusammenhang unter einem „pädagogischen Gefäll“ zwischen Erzieher und Zögling versteht und wie das erzieherische Verhältnis ein rein dialogisches sein kann, obwohl eine pädagogische Differenz vorhanden ist.

Im Schlussteil fasse ich die wichtigsten Inhaltspunkte des Textes noch einmal zusammen.

3.2 Hauptteil

3.2.1 Zur Entstehung des Textes

Auf der 3. Internationalen Pädagogischen Konferenz des Weltbundes für Erneuerung der Erziehung, die unter dem Motto „Die Entfaltung der schöpferischen Kräfte im Kinde“ im Jahre 1925 in Heidelberg stattfand, hielt Buber seine „Rede über das Erzieherische“. In den Jahren 1926 – 1930 gab Buber im Verlag Lambert Schneider in Berlin die Vierteljahresschrift „Die Kreatur“ heraus. Im ersten Heft wurde die „Rede über das Erzieherische“ abgedruckt.

Es folgte 1935 am Jüdischen Lehrhaus die 2. Rede über Erziehung – die „Rede über Bildung und Weltanschauung“. 1935 hielt er in Tel Aviv die 3. Rede über Erziehung unter dem Motto „Über Charaktererziehung“.

Bubers „Rede über das Erzieherische“ bildet die Grundlage aller pädagogischen Arbeiten.

3.2.2 Bubers Verständnis von dialogischer Erziehung
3.2.2.1 Die Rolle des Urhebertriebes

Soll die Erziehung „Die Entfaltung der schöpferischen Kräfte im Kinde“ zum Inhalt haben? Ist dies das Hauptanliegen der heutigen Erziehung?[74] Obwohl es sich hierbei um das Thema der Tagung handelt, wird dieser Ansatz von Seiten Bubers kritisch beleuchtet.[75]

„Schöpfertum bedeutet ursprünglich nur den göttlichen Aufruf an das im Nichtsein verborgene Wesen.“[76] „Schöpferisch“ versteht Buber als eine Eigenschaft, die allen Menschen „in irgendeinem Maße innewohne und eben nur der rechten Ausbildung bedürfe.“[77] Die „Grundkräfte der Künste“ , wie zum Beispiel das Zeichnerische oder das Musikalische, seien zu entwickeln. Auf dieser Entwicklung solle die „natürliche Selbsttätigkeit, die Erziehung der ganzen Person“ aufgebaut sein.[78]

Buber schreibt dem Erzieher eine große Rolle zu, was die Prägung der zu Erziehenden anbelangt. „Unabmeßbar ist der Anteil jedes heute Lebenden, heute Erwachsenden, heute noch Kindhaften daran, gar unabmeßbar der unsere, wenn wir Erzieher sind.“ Die Erziehung spielt gerade deshalb eine so enorme Rolle, da wir Einfluss auf die „nahenden Generationen“ ausüben, von denen die Zukunft abhängig ist.[79]

Eine wichtige Rolle in der Erziehung des Menschen spiele laut Buber der „Urhebertrieb“.[80]

Er beschreibt diesen Trieb als das Verlangen des Kindes, selbst Anteil am „Werden der Dinge“ zu haben.[81] Das Kind wolle selbst „Subjekt“, das heißt ausführende Kraft, des „Produktionsvorganges“ sein.[82] Dies unterscheidet Buber klar vom von ihn als „Beschäftigungs – oder Tätigkeitstrieb“ . Der Urhebertrieb müsse in seiner Selbständigkeit und Unableitbarkeit erkannt werden.[83] Das Kind habe keinen wirklichen „Beschäftigungs – oder Tätigkeitstrieb“ .[84] Vielmehr käme es darauf an, das durch die intensiv empfundene eigene Handlung etwas entsteht, das es vorher noch nicht gegeben habe. Als Beispiel schreibt Buber hier von dem Verhalten eines Kindes, das sich mit einem Blatt Papier beschäftigt. Das Kind zerreiße das Papier und sei interessiert an der neuen geschaffenen Gestalt, die es zustande bringt.[85]

Der Urhebertrieb ist nicht auf ein „Haben“, sondern auf ein „Tun“ aus.[86]

Buber schreibt, „dass nicht der Freimachung eines Triebes, sondern den Kräften, die dem freigemachten begegnen, der entscheidende Einfluss beizumessen ist: den erzieherischen Kräften.“[87] Vom Erzieher hängt es ab, was aus dem Kind wird.

„Sowie der wirkende Mensch in eine Sache eintritt, wo er Werkgemeinschaft mit anderen Menschen entdeckt und übt, folgt er nicht mehr dem Urhebertrieb allein.“[88] Solange er am Werke sei, entgegne er der Welt, begegne er ihr jedoch nicht mehr. Die vom Urhebertrieb ausgelösten Handlungen dagegen finden in der Begegnung mit der Welt statt. Buber sagt, der Mensch als Urheber sei einsam. Daher würde eine Erziehung, die allein auf dem Urhebertrieb begründet ist, die Vereinsamung des Menschen bringen.[89] Es handelt sich bei dem Urhebertrieb also um eine begrenzte Berechtigung, da Erziehung auch Umgang mit der sachlichen Welt bedeutet.

Das Kind lerne bei der Herstellung von Dingen deren Bau und Zusammenhang auf eine Art, wie es dies allein durch Betrachtung nicht erfahren könne. „Man lernt das Objektsein von innen her, aber ihr Subjektsein, ihr Ichsagen nicht, also auch ihr Dusagen nicht.“[90] Um Du sagen zu können, reiche der Urhebertrieb nicht aus: der Trieb nach Verbundenheit spiele bei der Begegnung die wesentliche Rolle.

Diese Freimachung bestimmter Kräfte dürfe jedoch nicht mehr sein als lediglich eine Voraussetzung für die Erziehung.

3.2.2.2 Die Rolle der Erziehung im dialogischen Sinne

„Mit den schöpferischen Kräften, die zur Entfaltung zu bringen sind, ist ja letztlich nicht der Urhebertrieb allein gemeint; sie stehen für die Spontaneität des Menschen.“[91]

Die Spontanität des Jugendlichen dürfe nicht unterdrückt werden.

Hier geht Buber auf das Beispiel des Kunstunterrichtes ein: Der Lehrer lässt die Schüler etwas Gegenständliches abzeichnen. Jeder Schüler setzt diese Anweisung individuell um. Nun übt der Lehrer Kritik aus und stuft somit die Zeichnungen gut bis schlecht ein. Dieses Wissen um Gut und Schlecht trete den Kindern entgegen. Es übt Einfluss auf sie aus und hat die Folge, dass die Schüler ihre Zeichnung den neuen geltenden Kriterien für eine „gute“ Arbeit anpassen.

„Dieses so fast unmerklich Hinzutretende, dieses Leiseste, ein Fingerheben vielleicht, ein fragender Blick, ist die andere Hälfte des erzieherischen Geschehens.“[92] Jener beispielweise fragender Blick sei das echte Tun des Erziehers.[93] Zum einen haben wir nun also die moderne Pädagogik, die die Freiheiten der Kinder und somit ihre freie Entfaltung fördert. Zum anderen gibt es da noch jene genannte andere Hälfte, die auf autoritärer Erziehung basiert. Die moderne, absichtsvolle Erziehung, die ziel – und zweckorientiert ist, verfehle das Wesentliche . Eine Erziehung, die sich ausschließlich nach Ziel und Zweck richtet, findet im Reich „Ich – Es“ statt und kann somit nicht zu einer Begegnung mit dem Wesentlichen führen. Mit absichtsvoller Erziehung meint Buber, dass in der modernen Erziehung vorher festgelegt wird, was gelernt werden muss. Es handele sich dabei nicht mehr um impliziertes Lernen.[94] Früher fand Erziehung im richtigen Leben statt, heute haben wir abgegrenzte Bereich wie beispielsweise Kindergarten und Schule. Buber nennt hier das Beispiel des Meisters und seines Lehrlings. Der Lehrling war dermaßen vom Können und Wissen seines Meisters fasziniert, dass er es auch können wollte. Ebenso sollte der Lehrer handeln: Er sollte schöpferische Kräfte fördern und den Schüler dazu motivieren, sich selbst Ziele aufzustellen, die er erreichen möchte.[95]

„Was wir Erziehung nennen, die gewusste und gewollte, bedeutet Auslese der wirkenden Welt durch den Menschen; bedeutet, einer Auslese der Welt, gesammelt und dargelebt im Erzieher, die entscheidende Wirkungsmacht verleihen.“[96]

Die Welt wird erst durch den Erzieher „Subjekt ihres Wirkens“.[97] Die Welt wirke als Natur und Gesellschaft auf den Menschen ein. Zum einen würde das Kind durch Luft, Licht sowie durch das Leben in Tier und Pflanze erzogen, zum anderen durch die Verhältnisse.[98]

Durch das Fingerheben oder den fragenden Blick, wie Buber es nennt, übt der Erzieher Erziehung am Kind aus, indem er diese nicht „in einer Gebärde des Eingriffs erscheinen lässt“ , indem er so tut, „als täte er nicht“.[99] In diesem Vorbild erzieherischen Handelns für Buber ist Absicht und Ziel vorhanden, jedoch kein gezieltes Handeln. Durch das Eingreifen würden sich der zu Erziehende beispielsweise zwischen Gehorsam und Empörung entscheiden. Das verborgene Einwirken des Erziehers habe jedoch eine besondere Wirkung („gänzende Kraft“) .[100]

Die „Freiheit der Entfaltung“ sei eine sinnvolle Tatsache, von der die Erziehung ausgehen könne. Dies sei laut Buber jedoch keinesfalls seine „grundsätzliche Aufgabe“.[101] Der Gegenpol von Zwang sei nicht Freiheit, sondern Verbundenheit. Das bedeutet mit unserem Schicksal, mit den Menschen und mit der Natur verbunden sein. „Freiheit in der Erziehung, das ist Verbundenwerdenkönnen.(...) Um die kämpfen wir , immer wieder, von jeher, siegreich und vergebens.“[102] Unser Leben könne Erfüllung bringen, wenn es eine Zwiesprache sei.

Die Abweisung von Macht und Eros spielt in der Erziehung eine ebenfalls wichtige Rolle. Dem Erzieher soll es weder um Genuss, noch um Beherrschung gehen. Der Machtwille kann beschwören, dass der Lehrer dem Schüler nicht mehr als Abgesandter, sondern als Einzelner gegenüberstehe, der seine eigenen Interessen durchsetzen will. „Ganz verklärungswidrig haben wir einzusehen, dass Eros, (...) , eins notwendig einschließt: Menschen genießen zu wollen. Und dass das Erzieherische (...) eben dies ausschließt.“[103]

Ein Erzieher, der sich seinem Eros hingibt, verfehle das Wesentliche, um das es in der Erziehung gehen solle. „Eros ist Wahl, Wahl aus Neigung. Erziehertum ist eben dies nicht.“[104] Ein Lehrer, der sich aus Sympathie einem Sprössling zuwendet, verfehlt den Sinn der Erziehung. Der Erzieher soll jeden Schüler gleich annehmen – unabhängig von Sympathie und anderen Gefühlen jenem gegenüber.“(...) sein Blick, der Blick des Erziehers, nimmt sie alle an und nimmt sie auf.“[105] Auch wenn die Kinder in Verhalten und Aussehen vielfältig seien, so spiegelten sie eben die Vielfalt der Schöpfung dar. Auch hier finden wir das Prinzip Bubers Dialogphilosophie der wahre Begegnung wieder: der Erzieher soll sich allen gleich annehmen, die Gegenseite erfahren und gerade dort bestätigen, wo diese nicht so sind wie er.

„Eros wie Machtwille jedoch sind Leidenschaften der Seele, denen die Stätte ihrer eigentlichen Auswirkung anderswo bereitet ist; Erziehung kann für sie nur einen Gelegenheitsbereich abgeben, und zwar einen, der seinem Wesen nach ihrer Auswirkung eine Grenze setzt, welche nicht ohne Zerstörung des Bereichs verletzt werden kann.“[106]

Erziehung sei jedoch von Machttrieb und Eros keinesfalls als komplett abgehoben betrachtet zu werden. Gerade hier spiele die Erfahrung der Gegenseite als Perspektivenwechsel eine wesentliche Rolle. Buber nennt hier das Beispiel eines Schlages: ein Mensch schlägt auf sein Gegenüber ein. Plötzlich empfängt dieser auch einen Schlag. In diesem Moment erfährt dieser die „gemeinsame Situation von der Gegenseite aus.“[107] Buber betont, dass es nicht darauf ankomme, in jeder Begegnung doppelseitig zu empfinden. Jedoch diese Erfahrung macht ihm den anderen für immer gegenwärtig.

„Das erzieherische Verhältnis ist ein rein dialogisches.“[108] „Beziehung ist Gegenseitigkeit“ formulierte Buber in Ich und Du. Dies trifft mit Einschränkung auch auf die Erziehung zu. Das „innerlichste Werk“ des erzieherischen dialogischen Verhältnisses sei Vertrauen, meint Buber.[109] Schon der Säugling hat das Bedürfnis nach dialogischer Beziehung zur Welt, indem zuallererst Zuneigung und Vertrauen braucht. Dieses Vertrauen zur Welt, zu den Menschen muss insofern bestätigt werden, dass der Mensch auch wirklich für das Kind da sein muss. Der Mensch muss, „um dem Kind in Wahrheit präsent zu werden und zu bleiben, dessen Präsenz in seinen eigenen Bestand aufgenommen haben, als einen der Träger seiner Weltverbundenheit, einen der Herde seiner Weltverantwortung.“[110] Nur so könne das erzieherische Verhältnis seinen dialogischen Charakter bewahren. Nur so könne die Wirklichkeit zwischen beiden sein und Gegenseitigkeit bestehen. Dieses dialogische Verhältnis der Gegenseitigkeit bezeichnet Buber als einen einseitigen Umfassungsakt. Die Umfassung[111] kann hier keine Gegenseitige sein, weil der Erzieher zwar seine eigene Seite und die des Sprösslings erfährt, aber der Sprössling selbst nur die eigene Seite wahrnehme. „Der Erzieher steht an beiden Enden der gemeinsamen Situation, der Zögling nur an einem.“[112]

Auch in der Erziehung ist das Grundwortpaar Ich – Es von entscheidender Wichtigkeit: der Erzieher versucht hier, sich möglichst viel Wissen von der Welt anzueignen. „Die Kräfte der Welt, die der Zögling zum Aufbau seines Wesens braucht, soll der Erzieher aus der Welt lesen und in sich ziehen.“[113] Die Welt wirkt durch den Erzieher auf den Zu – Erziehenden. Der Erzieher gibt sein Wissen von der Welt an das Kind weiter.

„Der Mensch, das Geschöpf, welches Geschaffnes gestaltet und umgestaltet, kann nicht schaffen. Aber er kann, jeder kann sich und andere dem Schöpferischen öffnen.“[114] Am Ende des Textes kommt Buber auf das Schöpferische im Menschen erneut zurück. Der Erzieher hat die Aufgabe, seinen Sprössling dem Schöpferischen gegenüber zu öffnen. „Und er kann den Schöpfer anrufen, dass er sein Ebenbild rette und vollende.“[115]

3.2.3 Die pädagogische Differenz des dialogischen erzieherischen Verhältnisses

Erziehung ist in unserer Zeit sehr problematisch geworden. Die Erreichbarkeit des Kindes ist eine der Voraussetzungen erzieherischen Handelns, die nicht immer gewährleistet zu sein scheint.

Buber weist uns darauf hin, als Erzieher den Dialog anzustreben. Er sagt: „Das erzieherische Verhältnis ist ein rein dialogisches.“[116] Es geht hierbei um die offene und zugleich vorurteilsfreie Hinwendung zum Anderen, um das gegenseitige Innewerden von zwei Personen. Durch unterschiedliche Lebensläufe und daher resultierenden unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen erweist es sich als schwierig, dem Anderen offen gegenüberzutreten. So wird das Du schnell zum Es. Dies ist das pädagogische Gefälle, das Erzieher und Zu – Erziehenden distanzieren kann. Eine sich entwickelnde Individualität so anzusprechen, dass sie sich angenommen fühlt, stellt eine erzieherische Herausforderung dar.

Die von Buber angesprochene Haltung des Dialogischen findet in der Vergegenwärtigung des anderen Menschen statt. „Das erzieherische Verhältnis hat seinen Grund in der konkreten, aber einseitigen Umfassungserfahrung.“[117] Der Erzieher erfährt das Erzogenwerden des Zöglings und seine eigene Handlung. Der Zögling jedoch erfährt lediglich seine Erziehung, jedoch nicht die Perspektive des Erziehers.[118] Die Erfahrung der Gegenseite durch den Zögling würde das erzieherische Verhältnis zerstören und zur Freundschaft werden lassen. Auf dieser Basis findet keine Erziehung im Sinne Bubers statt. Durch das einerseits bestehende dialogische Verhältnis und die andererseits bestehende einmalige Umfassung handelt es sich um ein pädagogisches Paradox. Das Paradoxe an diesem Umfassungsakt erschließt sich durch das einerseits einseitige Umfassen, also durch den fehlenden Perspektivenwechsel, der nicht stattfinden soll, und andererseits durch den doch angestrebten dialogischen Charakter der Umfassung. Der Erzieher erkennt die Intention des Zöglings und kehrt auf die eigene Seite zurück und handelt erzieherisch an diesem. Der Zögling wird jedoch erzogen, erkennt Sinn und Zweck seiner Erziehung, kennt jedoch nicht die Pespektive seines Erziehers.

3.3 Schluss

Einerseits ist als Erzieher zu beachten, den Schüler als Du anzunehmen und eine menschliche Ebene zu finden, auf der Kommunikation stattfinden kann uns sich der Schüler ernst – und angenommen fühlt. Andererseits darf diese Ebene nicht dazu führen, dass Freundschaft entsteht. Der Erzieher soll die Gegenseite durch einen Perspektivenwechsel erfahren.

Zudem trägt der Erzieher große Verantwortung, indem er lebende Wesen beeinflussen und prägen kann. Der Zögling darf nicht zum eigenen Zweck des Erziehers ausgenutzt werden – der Erzieher darf ihn nicht gebrauchen, um eigene Interessen zu verwirklichen. Ausschließlich der Zögling soll von ihm im Dialog – in der wahren Begegnung – verwirklicht werden. Du – Sagen bedeutet Verantwortung und Macht, die jedoch nicht missbraucht werden darf.

Der Erzieher soll in Wechselwirkung auf den Schüler wirken: im Austausch von Erfahrungen, aber auch im Du – Sagen. Dem Erzieher wohnt wie jedem Menschen Gottes Geist inne – so soll er mit religiösen Hintergrund erziehen. „Ein Ganzes ist Erziehung nur, wenn sie als Ganzes religiös wird.“[119] Dem Erzieher muss bewusst sein, dass die Botschaft Gottes in jedem Menschen lebt und dass diese durch ihn erweckt und weitervermittelt werden kann und muss. Gott will die von ihm geschaffene Welt durch den Menschen erobern.

Hinzu kommt, dass der Lehrer und Erzieher alle Schüler gleich sehen und als menschliches Wesen, als Du, annehmen soll. Der Lehrer soll sich nicht von subjektiven Empfindungen leiten lassen, indem er den einen oder anderen Schüler bevorzugt aufgrund seiner Begeisterung über dessen Intelligenz oder Sympathie. Macht und Eros müssen abgewiesen werden.

„Der Erzieher soll tun, als täte er nicht.“ Dieses Zitat Bubers führt auf ein für ihn vorbildliches erzieherisches Handeln zurück: Der Erzieher soll zwar Ziel und Zweck seiner erzieherischen Vorgehensweise kennen, dieses jedoch nicht gezielt und somit dem Schüler offensichtlich durchführen.(gebrochene Absicht) Das Kind sollte Werte und Regeln weitgehend freiwillig übernehmen, weil es sie als vernünftig und wahr erkennt und sich bewusst für diese entscheidet.

Zuletzt wäre zu sagen, dass der Erzieher die Aufgabe hat, schöpferische Kräfte im Kinde zu fördern. Er soll die Schüler dazu motivieren, sich selbst Ziele aufzustellen und diese zu erreichen.

[...]


[1] Die Verbindung zwischen Gott und seiner Schechina auf Erden

[2] Vergleiche Biografie in der Weltchronik

[3] Vergleiche „Chassidismus“ in „Der kleine Brockhaus“ , 1949

[4] siehe Wolf 1992, Seite 96

[5] Buber 1985b, Seite 377, 385

[6] Zitat aus Buber, Gesammelte Werke, BD. 3, Seite 744

[7] „Ich und Du“ aus: Martin Buber: „Das dialogische Prinzip“ , Gerlingen 1962, 6. Auflage 1992

[8] Vergleiche „Bekehrung“ aus Bubers „Autobiographischen Fragmenten“

[9] Vergleiche Schapira 1985, 425f

[10] Vergleiche Martin Buber – „Dialogisches Leben“ – Vorwort (Fußnote)

[11] Vergleiche „Weltchronik“

[12] Zitat Martin Buber – „Dialogisches Leben“ - Vorwort

[13] Zitat Schapira 1985, 424 und 426

[14] Zitat „Ich und Du“ Seite 8

[15] Zitat Seite 15

[16] Zitat Seite 15

[17] Zitat Seite 14

[18] Zitat Seite 17

[19] Zitat Seite 19

[20] Vergleiche Seite 13

[21] Zitat Seite 14

[22] Vergleiche Seite 15

[23] Zitat Seite 11

[24] Zitat Seite 11

[25] Zitat Seite 12

[26] Vergleiche Textpassage über die Beziehung zum Mond auf Seite 23,24

[27] Zitat Seite 16

[28] Zitat Seite 15

[29] Zitat Seite 16

[30] Zitat Seite 31

[31] Zitat Seite 29

[32] Zitat Seite 22

[33] Zitat Seite 30

[34] Zitat Seite 19

[35] Zitat Seite 20

[36] Zitat Seite 18

[37] Zitat aus Ich und Du

[38] Zitat Seite 12

[39] Zitat Seite 7

[40] Zitat Seite 7

[41] Zitat Seite 8

[42] Zitat Seite 12

[43] Zitat Seite 16

[44] Zitat Seite 16

[45] Zitat Seite 17

[46] Zitat Seite 17

[47] Zitat Seite 17

[48] Zitat Seite 28

[49] Zitat Seite 35

[50] Zitat Seite 26

[51] Zitat Seite 33

[52] Zitat Seite 33

[53] Zitat Seite 12

[54] Zitat Seite 34

[55] Zitat Seite 34

[56] Zitat Seite 10

[57] Zitat Seite 27

[58] Zitat Seite 32

[59] Zitat Seite 32

[60] Zitat Seite 33

[61] vergleiche Seite 26

[62] Zitat Seite 7

[63] Zitat Seite 7

[64] Zitat Seite 14

[65] Zitat Seite 13

[66] Zitat Seite 20

[67] Zitat Seite 37

[68] Zitat Seite 17

[69] Vergleiche Seite 8, letzter Absatz

[70] vergleiche Seite 34

[71] Vergleiche Seite 13

[72] Zitat Seite 21

[73] Zitat Seite 38

[74] Zitat Seite 11 – Thema der Tagung

[75] Vergleiche Seite 13

[76] Zitat Seite 15

[77] Zitat Seite 15

[78] Vergleiche Seite 15

[79] Vergleiche Seite 13

[80] Vergleiche Seite 15

[81] Zitat Seite 16

[82] Zitat Seite 16

[83] Vergleiche Seite 17

[84] Vergleiche Seite 16

[85] Vergleiche Seite 17

[86] Vergleiche Seite 17

[87] Zitat Seite 18

[88] Zitat Seite 19

[89] Vergleiche Seite 20

[90] Zitat Seite 20

[91] Zitat Seite 22

[92] Zitat Seite 23

[93] Vergleiche Seite 25

[94] Zitat Seite 25

[95] Vergleiche Seite 30

[96] Zitat Seite 24

[97] Zitat Seite 24

[98] Vergleiche Seite 25

[99] Zitat Seite 25

[100] Zitat Seite 25

[101] Vergleiche Seite 26

[102] Zitat Seite 27

[103] Zitat Seite 32

[104] Zitat Seite 32

[105] Zitat Seite 32

[106] Zitat Seite 30

[107] Zitat Seite 36

[108] Zitat Seite 40

[109] Zitat Seite 40

[110] Zitat Seite 40

[111] Vergleiche text Seite 40 - 43

[112] Zitat Seite 44

[113] Zitat Seite 45

[114] Zitat Seite 49

[115] Zitat Seite 49

[116] Zitat Seite 40

[117] Zitat Seite 42

[118] Vergleiche Seite 44

[119] Zitat Martin Buber - Nachlese

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Details

Titel
Zu: Martin Buber: Ich und Du
Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Note
2,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V109230
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Note war deshalb nicht besser, weil die Hausarbeit formale Kriterien vernachlässigt, wie beispielsweise richtiges Zitieren, Fehler in der Kapitelnummerierung.
Schlagworte
Martin, Buber
Arbeit zitieren
Katja schmidt (Autor), 2003, Zu: Martin Buber: Ich und Du, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109230

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