Die Arbeit mit Synonymen, Antonymen und Begriffen im Deutschunterricht der Primarstufe und der Sekundarstufe 1


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
17 Seiten, Note: 2,0

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Thema
Definitionen

2. Synonyme, Antonyme, Begriffe und die Erweiterung der Formulierungsfähigkeit im Lehrplan Deutsch
2.1 Der Lehrplan der Grundschule
2.2 Der Lehrplan der Sekundarstufe 1

3. Synonyme, Antonyme, Begriffe und die Erweiterung der Formulierungsfähigkeit in Lehrbüchern des Faches Deutsch
3.1 Synonyme und Antonyme in Wörterbüchern für Kinder
3.2 Synonyme, Antonyme und Begriffe in Lehrbüchern der Primarstufe
3.3 Synonyme, Antonyme und Begriffe in Lehrbüchern der Sekundarstufe 1

4. Synonyme im Textverarbeitungsprogramm

5. Der Beitrag von Synonymen, Antonymen und Begriffen zur Erweiterung der Formulierungsfähigkeit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einführung in das Thema

In dieser Arbeit werden zunächst die Bezeichnungen Synonym, Antonym und Begriff definiert. Daraufhin wird der Begriff der Formulierungsfähigkeit erläutert. Weiterhin wird der Lehrplan für das Unterrichtsfach Deutsch in Schleswig-Holstein daraufhin ausgewertet, ob die Behandlung von Synonymen, Antonymen und Begriffen im Deutschunterricht explizit vorgesehen ist und ob von der Erweiterung der Formulierungsfähigkeit gesprochen wird.

Lehrbücher des Faches Deutsch werden unter der Fragestellung untersucht, ob sie die Thematik behandeln und wenn ja, wie. Dabei interessiert die Frage, ob die Erweiterung der Formulierungsfähigkeit tatsächlich durch die Arbeit mit Synonymen, Antonymen und Begriffen erreicht werden kann.

Definitionen

Ein Synonym ist ein Wort, das mit Einschränkungen die gleiche Bedeutung hat wie ein anderes Wort. Von Synonymie spricht man daher, wenn zwei oder mehr Wörter den gleichen Inhalt, aber in Wort und Schrift verschiedenen Ausdruck haben. Der Begriff leitet sich ab von dem griechischen „synonymos“ (gleichnamig), der deutsche Name für Synonym lautet Ersatzwort.

Beispiele für Synonyme sind Orange/Apfelsine, anfangen/beginnen, Fernsprecher/Telefon, waagerecht/horizontal. Restlose Synonymie ist gegeben, wenn man in sämtlichen möglichen Kontexten das eine Wort für das andere einsetzen kann, ohne dadurch einen Bedeutungsunterschied zu erhalten. Pelz (2000, 213) schreibt einschränkend dazu: „Zwischen den üblichen Synonymen herrscht teilgleiche Distribution, sie sind strenggenommen nur Quasi-Synonyme.“ Schwarz/Chur (1993, 55) meinen dazu, „strikte Synonymie ist in unserem Vokabular kaum vorzufinden, da kein Bedarf für völlig bedeutungsgleiche Wörter besteht.“

Die Unterscheidung der Synonyme stellt Pelz (2000, 213) wie folgt dar: „Und selbst wo sich die Distributionen decken, kann noch ein Unterschied in den Konnotationen bestehen, z.B. deutsch Samstag/Sonnabend: die Wahl konnotiert die regionale Herkunft des Sprechers mit.“ Weiterhin würden bei der Wahl zwischen Synonymen auch unterschiedliche Stilniveaus zur Auswahl stehen, die z.B. die soziale Schichtzugehörigkeit anzeigen. Als Beispiele nennt Pelz (2000, 228) sterben – verrecken – abkratzen, Frau – Gattin – Gemahlin u.a.

Fleischer/Michel/Starke (1993, 172) definieren Synonyme als „formal verschiedene, in der Sprachgemeinschaft nebeneinander mehr oder weniger gebräuchliche (also nicht territorial beschränkte) lexikalische Einheiten gleicher Wortart, die in ihren wesentlichen semantischen Merkmalen – mindestens in bezug auf ein Semem – übereinstimmen, sich jedoch durch sekundäre semantische Merkmale und/oder Distributionsmöglichkeiten unterscheiden.“

Die Abgrenzung von Synonymen zu Wortfeldern und Wortfamilien ist folgendermaßen zu verstehen: De Saussure (zit. n. Pelz 2000,188) hat jedes Wort als Mittelpunkt eines Netzwerks angesehen. Dabei könnte man die Wörter, die ebenfalls in diesem Netzwerk sind, in drei Teile aufteilen: Wörter mit lautlicher wie inhaltlicher Ähnlichkeit. Sie werden als lexemidentisch bezeichnet und bilden eine sogenannte Wortfamilie. Dagegen sind Wörter nur mit inhaltlicher Ähnlichkeit, die zu dem Ausgangswort in einem bedeutungsähnlichen Zusammenhang stehen, sogenannte Synonyme. Der dritte Teil besteht aus Wörtern, die morphemidentisch sind, aber nicht bedeutungsähnlich.

Ein deutsches Beispiel dafür ist das Wort Entschuldigung. Ein Synonym wäre Verzeihung, es ist bedeutungsgleich, aber nicht aus den gleichen Morphemen zusammengesetzt oder lexemidentisch. Wörter aus der Wortfamilie sind entschuldigen, schuldig, Schuld, denn sie sind inhaltlich wie lautlich ähnlich. Morphemidentisch, aber nicht bedeutungsgleich sind Wörter wie Entmachtung und Entwertung. Wortfamilien unterscheiden sich also von Synonymen dadurch, dass sie lexemidentisch sein müssen.

Wortfelder hingegen umfassen alle die Wörter, die inhaltsverwandt sind, einschließlich ihrer Antonyme. Sie müssen alle der gleichen Wortart angehören. Ein Beispiel dafür ist das Wortfeld „Verwandte“. Eltern, Großeltern, Enkel, Onkel, Tante, Neffe, Nichte u.v.a. gehören dem Wortfeld an. Diese Wörter gehören nicht der Wortfamilie an, da sie keine lautliche Ähnlichkeit haben. Sie sind keine Synonyme, da sie den Oberbegriff in einer bestimmten Weise näher bestimmen. Synonyme zu „Verwandten“ wären dagegen „Familienmitglieder“ oder „Sippe“. Ein Wortfeld ist daher in der Regel größer als der Bereich der Synonyme.

Antonyme sind Wörter, die das Gegenteil eines anderen Wortes bedeuten. Der Begriff leitet sich ab von dem griechischen „anti“ (dagegen) und „onoma“(Namen).(Wahrig 2001, 34) Der deutsche Name für Antonyme lautet Gegenwörter. Beispiele für Antonyme sind klein/groß, schön/hässlich, hoch/tief. Die Schwierigkeit liegt darin, dass Antonyme nicht generell bestimmt sind. Dem Paar alt/jung kann man alt/neu gegenüberstellen. Alt hat also zwei Antonyme, die je nach Kontext benutzt werden. Fleischer/Michel/Starke (1993, 177) sagen dazu: „Unter Antonymen als Wörtern mit ‚gegensätzlicher’ Bedeutung lassen sich neben Antonymen im engeren Sinne (hell-dunkel) in einem weiteren Sinn auch solche mit der Beziehung der Komplementarität (Mann – Frau, fehlerlos – fehlerhaft) und der Konversivität (Freund – Feind, Lehrer – Schüler, nehmen - geben) zusammenfassen (...).“

Der Begriff ist je nach Kontext und (wissenschaftlichem) Gebiet unterschiedlich zu definieren. In der Umgangssprache bezeichnet man mit Begriff häufig ein Wort oder eine Bezeichnung. In der Philosophie gibt es jedoch eine lange Geschichte von Definitionen des Begriffs an sich. „Nach der klassischen auf der Antike fußenden Definition wird ein Begriff durch Abstraktion und Unterscheidung gewonnen. Für Descartes und Leibniz sind Klarheit und Deutlichkeit hinreichende Merkmale eines Begriff. Immanuel Kant unterscheidet zwischen der Anschauung als einer Vorstellung, die auf einen einzelnen Gegenstand bezogen ist, und dem Begriff, als allgemeiner Vorstellung dessen, was mehreren Objekten gemein ist.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/begriff, 04.02.2004). Das heißt, dass der Begriff als Vertreter auf alle unter diese Bezeichnung fallenden Gegenstände referiert, zum Beispiel ist ein Gedanke, bezogen auf ein bestimmtes, einziges Glas eine Anschauung, in einer grundsätzlichen Betrachtung über alle Gläser, ‚das Glas an sich’, wäre es ein Begriff. Der Begriff ist weiter nach der deutschen Industrienorm definiert worden als „Denkeinheit, die aus einer Menge von Gegenständen unter Ermittlung der diesen Gegenständen gemeinsamen Eigenschaften mittels Abstraktion gebildet wird.“ (zit. n. http://de.wikipedia.org/wiki/begriff, 04.02.2004) Diese Definition stimmt also mit der von Kant dahingehend überein, dass ein Begriff eine generelle Bezeichnung für mehrere Dinge ist.

Fleischer/Michel/Starke unterscheiden den Oberbegriff und den Unterbegriff. „Das Verhältnis von Oberbegriff (Hyperonym) und Unterbegriff (Hyponom) stellt sich unter stilistischem Gesichtspunkt vor allem als Verhältnis zwischen allgemeinem und speziellem Ausdruck dar. (...) Der Sprachunterricht hat auf die Erweiterung des Wortschatzes der Lernenden hinzuarbeiten, indem etwa neben allgemeine Tätigkeitsbezeichnungen wie sagen oder machen solche mit spezielleren Merkmalen gestellt werden wie flüstern, murmeln, herausplatzen (für sagen) und anrichten, herstellen, zusammenbauen, basteln (für machen), Unter diesem didaktischen Aspekt hat die vielfach ausgesprochenen Forderung nach dem spezielleren Ausdruck als dem besseren eine gewisse Berechtigung. Sie darf jedoch nicht verabsolutiert werden.“ (1993, 178). Begriffe werden eingeführt, die bestimmte grammatische Sachverhalte oder literarische Gattungen bezeichnen. Dazu schreiben Abraham u.a. (2000, 107): „Im Deutschunterricht werden ständig Begriffe vermittelt und von den Schülern gelernt, seien es ‚grammatische Grundbegriffe’ oder die Termini wie Gattungsbezeichnungen im Literaturunterricht.“

Unter Formulierungsfähigkeit wird die Fähigkeit verstanden, treffende Begriffe einzusetzen, sich in der jeweils passenden Stilebene auszudrücken und Sachverhalte verständlich wiederzugeben oder zu entwickeln.

2. Synonyme, Antonyme, Begriffe und die Erweiterung der Formulierungsfähigkeit im Lehrplan Deutsch

Die Lehrpläne des Faches Deutsch in der Grundschule und in der Sekundarstufe 1 des Landes Schleswig-Holstein werden hier untersucht. Das Augenmerk liegt darauf, ob die Begriffe Synonyme, Antonyme, Begriffe genannt werden und ob sie in den Lehrplänen als wichtige Bereiche im Deutschunterricht genannt werden. Weiterhin wird geprüft, ob die Erweiterung der Formulierungsfähigkeit explizit als Lernziel genannt wird oder implizit in anderen Lernzielen enthalten ist.

2.1 Der Lehrplan der Grundschule

Im Lehrplan der Grundschule werden die Begriffe „Synonym, Antonym, Begriff, Formulierungsfähigkeit“ nicht direkt gebraucht. Trotzdem gibt es Bereiche, in denen die Inhalte und die Erweiterung der Formulierungsfähigkeit implizit enthalten sind.

Im Abschnitt Basisfähigkeiten heißt es unter dem Punkt Schreiben: „Die schriftliche Ausdrucksfähigkeit wird entsprechend der kognitiven Entwicklung der Kinder besonders durch die Sicherung und Erweiterung eines rechtschreiblich gesicherten Grundwortschatzes und der Satzbaumuster gefördert.“ (Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein 1997a, 60, im folgenden zitiert als MBWFK)

Darunter kann im Unterricht praktisch auch die Beschäftigung mit Synonymen und Antonymen fallen. Die „Erweiterung (...) des Grundwortschatzes und der Satzbaumuster“ führt zu der Erweiterung der Formulierungsfähigkeit. Im Punkt der Leitthemen heißt es unter anderem: „Der Erwerb und die Erweiterung eines Grundwortschatzes(...) finden funktional und handeln in konkreten Sprech- und Schreibsituationen statt.“ (MBWFK 1997a, 61) Auch dies dient der Erweiterung der Formulierungsfähigkeit.

In den Übersichten zu den verschiedenen Klassenstufen stehen verschiedene Gegenstandsfelder zur Behandlung an. Innerhalb des Gegenstandsfeldes „Wörter“ sind für Klasse 1 und 2 die Punkte „Die Bedeutung von Wörtern erschließen“ und „Wortfamilien kennen lernen“ (MBWFK 1997a, 63) aufgeführt. In der Erschließung der Bedeutung von Wörtern ist die Beschäftigung mit Begriffen enthalten: Die Kinder müssen, um den Buchstabenfolgen von Wörtern eine Bedeutung zuordnen zu können, gewissermaßen abstrahieren von der konkreten Buchstabenfolge hin zu einem Begriff, der vorhandene Dinge oder Sachverhalte inhaltlich beschreibt. Auch wenn der „Begriff“ nicht direkt angesprochen wird, so wird doch davon ausgegangen, dass die Kinder die Buchstabenfolgen mit einem Begriff verknüpfen können. So können sie erst die Bedeutung von Wörtern erschließen. Indem die Kinder Wortfamilien kennen lernen, ist der erste Schritt zur Erfassung von Synonymen getan. Sie lernen nämlich, was nicht Synonyme sind. Die Wortfamilie von „Entschuldigung“ umfasst „Entschuldigen, schuldig, schulden“ usw. Die Kinder lernen die Wortarten kennen und erkennen so, dass diese Wörter eben nicht synonym verwendet werden können. Dies ist eine wichtige Erkenntnis auf dem Weg zur richtigen Verwendung von Synonymen.

In der Klassenstufe 3 steht „Wortfelder erarbeiten“ (MBWFK 1997a, 65) im Lehrplan. Wortfelder umfassen Wörter mit inhaltlich naher Bedeutung, die aber nicht synonym zu gebrauchen sind. Durch die Erarbeitung von Wortfeldern werden diese indirekt zu Synonymen abgegrenzt. Sie sind eine Vorstufe zum Arbeiten mit Synonymen. Im Erzählen ist es ein Lernziel, dass die Kinder Wiederholungen in den Satzanfängen vermeiden. „Wortwahl, Satzanfänge, einfache Sprach- und Strukturierungsmittel anschaulichen Erzählens kennen lernen und verwenden“ (MBWFK 1997a, 65) wird im Lehrplan gefordert. Durch die Begriffe „Wortwahl“ und „Satzanfänge“ wird implizit die Verwendung von Synonymen verstanden. Unterschiedliche Stilebenen durch unterschiedliche Wortwahl, der Unterschied zwischen Umgangssprache und Schriftsprache werden hier thematisiert. Häufig wird Wert darauf gelegt, Wiederholungen an Satzanfängen (und dann..., und dann..., und dann) zu vermeiden und verschiedene, synonym zu verwendende Satzanfänge zu erarbeiten (Danach, später, darauf; jetzt, nun etc). In der Klassenstufe 3 wird weiter im Lehrplan gefordert, dass operationale Verfahren gelehrt und angewendet werden: „Operationale Verfahren (Umstell-, Erweiterungs-, Ersatz-, Weglass-, Klangprobe) kennen und zur Textproduktion nutzen.“ (MBWFK 1997a, 66) Die Ersatzprobe zielt direkt auf die Verwendung von Synonymen. Im Lehrplan für die Klassenstufe 4 wird dieser Lehrinhalt wortgetreu wieder aufgegriffen. (MBWFK 1997a, 70)

In den Hinweisen zur Leistungsbewertung heißt es: „Bei der Bewertung mündlicher Leistungen werden insbesondere Gesprächsfähigkeit, Sprachrichtigkeit und sprachliche Angemessenheit berücksichtigt.“ (MBWFK 1997a, 74) Auch hier wird die Formulierungsfähigkeit nicht erwähnt, ist aber implizit enthalten, denn sprachliche Angemessenheit zielt eben darauf ab, verschiedene Stilebenen anzuwenden und Wiederholungen zu vermeiden.

2.2 Der Lehrplan der Sekundarstufe 1

Unter„Der Beitrag des Faches zur Vermittlung von Kompetenzen“ heißt es: „Die schriftliche Ausdrucksfähigkeit wird entsprechend der kognitiven Entwicklung der Heranwachsenden besonders durch eine systematische Erweiterung eines rechtschreiblich gesicherten Wortschatzes und der Satzbaumuster gefördert. Komplizierte Denkoperationen, symbolisches Sprachverständnis und das Herstellen formallogischer Beziehungen entwickeln sich erst allmählich.“ (MBWFK 1997b, 20). Formallogische Beziehungen sind zum Beispiel die Entwicklung des Verständnisses für abstrakte Begriffe, aber auch für logische Beziehungen der Wörter untereinander, wie sie eben Synonyme und Antonyme darstellen.

In den „Angaben im Einzelnen“ werden einzelne Lernziele für die verschiedenen Klassenstufen angegeben. Bezogen auf das hier bearbeitete Thema wird in den Klassenstufen 5 und 6 als Lernziel genannt: „Differenzierung und Erweiterung des Wortschatzes“. (MBWFK 1997b, 21) Die Methodik ist nicht vorgeschrieben. Auch wenn das Wort Formulierungsfähigkeit hier wieder nicht genannt wird, so ist die Differenzierung und Erweiterung des Wortschatzes doch genau das, was mit Formulierungsfähigkeit gemeint ist. Differenzierung heißt, dass verschiedene Wörter zu verschiedenen Anlässen gebraucht werden. Dazu ist ein Wortschatz mit vielen Synonymen und ihre Zuordnung zu einer Sprachschicht unabdingbar. Die Erweiterung des Wortschatzes hat ebenfalls Einfluss auf die Formulierungsfähigkeit, denn je mehr Wörter zur Verfügung stehen, desto genauer und passender werden die Formulierungen. Ebenso wird als Lernziel genannt, „Wortfamilien kennen; Wörter Wortfamilien zuordnen können“ (MBWFK 1997b, 28) Wie schon zum gleichen Lernziel im Lehrplan der Grundschule erwähnt, ist die Kenntnis von Wortfamilien Voraussetzung dafür, zu erkennen, warum Synonyme nicht dazu gehören und was das Charakteristische an Synonymen ist. „Satzbaumuster erweitern, Bereitschaft zu Umformung und Variation entwickeln“ (MBWFK 1997b, 29) zielt ebenfalls auf eine Sprache mit Variationsmöglichkeiten, also mit guter Formulierungsfähigkeit, ab. Das wird noch weiter konkretisiert im Ziel „Bereit und in der Lage sein, (...)Erfahrungen und Empfindungen differenziert wahrzunehmen, ihnen im sprachlichen Ausdruck möglichst nahe zu kommen.“ (MBWFK 1997b, 30)

Für die Klassenstufen 7 und 8 steht im Lehrplan, dass die Schülerinnen und Schüler „Gefühle und Stimmungen genau wahrnehmen und entsprechend sprachlich ausdrücken“ (MBWFK 1997b, 36) können sollen. Dazu sind gute Formulierungsfähigkeiten unabdingbar. Sie sollen „sich zunehmend sicher und selbständig adressaten-, sachangemessen und intentionsgerecht mündlich wie schriftlich verhalten.“ (MBWFK 1997b, 41) Auch dies ist eine Frage der jeweils angemessenen Stilebene, die durch Synonyme erreicht werden kann. Die „Festigung und Erweiterung des stufengemäßen Gebrauchswortschatzes“ (MBWFK 1997b, 43) wird ebenfalls verlangt. Da im Lehrplan nur die inhaltlichen Ziele, aber nicht die Methodik festgelegt werden, ist es Sache der Lehrkraft zu entscheiden, ob die Festigung und Erweiterung durch Übungen mit Synonymen, Antonymen und Begriffen geschieht oder auf anderem Weg. Dies gilt auch für die weiterhin genannten Lernziele „Sich im Blick auf Sprachform und Sprachebene situations-, adressaten- und sachangemessen verhalten“, „Bewusstsein für angemessenen Umgang mit unterschiedlichen Sprachformen und – ebenen entwickeln“ und „Bereit sein, eigene Texte zu überarbeiten“ (MBWFK 1997b, 44).

In den Klassenstufen 9 und 10 werden diese Inhalte wieder aufgegriffen. Hier heißt es: „Etwas nach Kriterien gemeinsam überarbeiten/verbessern“ (MBWFK 1997b, 53). „Über Genauigkeit im Umgang mit Sachfragen bemüht sein“ (MBWFK 1997b, 54). Weiterhin werden folgende Inhalte behandelt: „ Wesentliche sprachliche Phänomene beschreiben, benennen und in ihrer Funktion erfassen; dabei grammatische Kenntnisse und Einsichten im Blick auf Sprachverwendung und- reflexion sowie auf die Auseinandersetzung mit Texten erweitern und vertiefen.“, „Sprachliche Möglichkeiten der Stilgestaltung einsetzen“, „Stilistische Mittel bewusst anwenden, eigene Texte stilistisch überarbeiten (dabei u.a. ein Textverarbeitungsprogramm nutzen)“, „Sprachliche und kulturelle Vielfalt bewusst wahrnehmen und wertschätzen“ (MBWFK 1997b, 57). Zu den wesentlichen sprachlichen Phänomenen können durchaus Synonyme und Antonyme gezählt werden.

Die Ausdrücke ‚Synonym’, ‚Antonym’, ‚Begriff’ und ‚Formulierungsfähigkeit’ sind also auch im Lehrplan der Sekundarstufe 1 nicht enthalten. Sie werden aber, wie gezeigt, implizit abgehandelt und miteinbezogen.

3. Synonyme, Antonyme, Begriffe und die Erweiterung der Formulierungsfähigkeit in Lehrbüchern des Faches Deutsch

Lehrbücher für das Fach Deutsch an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe 1 werden daraufhin überprüft, ob die Fachwörter Synonym, Antonym und Begriff eingeführt werden. Des weiteren wird überprüft, welche Typen von Aufgaben zu diesem Bereich gestellt werden und inwieweit sie gewährleisten, dass die Erweiterung der Formulierungsfähigkeit erreicht wird.

3.1 Synonyme und Antonyme in Wörterbüchern für Kinder

Für Kinder gibt es eigene Wörterbücher, die didaktisch aufbereitet mit einem geringen Wortschatz eine Einführung in das Benutzen von Wörterbüchern geben. Sie enthalten häufig weitere Hinweise auf die Verwendung eines Wortes. Das Wörterbuch „Wortprofi“(Greil 1996) enthält neben den eigentlichen Lexemen weitere Informationen. Das Lexem wird in einen Kontext gestellt und die je nach Kontext unterschiedliche Bedeutung wird durch in diesem Kontext gültige Synonyme verdeutlicht. So heißt es beispielsweise unter dem Lexem „abgeben“: „einen Brief abgeben (abliefern) – jemandem etwas von seinem Gewinn abgeben (überlassen) – der Spieler gibt den Ball ab (spielt ihn einem Mitspieler zu) – seine Stimme abgeben (wählen) – sich viel mit Kindern abgeben (beschäftigen) – einen guten Soldaten abgeben (geeignet dafür sein) – etwas gegen Geld abgeben (verkaufen).“ (Greil 1996, 11) So können die Kinder entweder das nachgeschlagene Wort benutzen oder ein je nach Kontext passenderes Wort einsetzen. Gleichzeitig wird hier auch deutlich, dass strikte Synonymie nicht erreicht wird: Die in Klammern stehenden Synonyme können nicht beliebig untereinander ausgetauscht werden. Einen Brief kann man abgeben oder abliefern, man kann sich viel mit Kindern abgeben oder beschäftigen, aber man kann nicht einen Brief beschäftigen oder sich mit Kindern abliefern.

Ein anderes Wörterbuch für Kinder, „Mein Schulwörterbuch“(Kühn 1994), beinhaltet sowohl Synonyme als auch Antonyme. Synonyme werden „Ersatzwörter“ genannt. Der Autor schreibt einleitend: „Diese Ersatzwörter haben die gleiche oder eine ähnliche Bedeutung wie das Stichwort. (...) Wenn du in einem Aufsatz Wiederholungen vermeiden möchtest, dann schlage in deinem Schulwörterbuch die entsprechenden Ersatzwörter nach!“ (Kühn 1994, 9) Er betont damit den praktischen Nutzen der Angabe der Synonyme. Beispiel: „ gucken (guk-ken) Die Ersatzwörter sind: blicken, schauen, sehen.(...)“ (Kühn 1994, 129). Die Antonyme werden in diesem Wörterbuch als Gegenwörter bezeichnet. Kühn (1994, 10) erklärt: „Gegenwörter drücken gegenüber dem Stichwort die entgegengesetzte Bedeutung aus.“ Unter dem Lemma langweilig ist angegeben: „ langweilig (lang-wei-lig) Die letzte Deutschstunde war lang weilig. Die Ersatzwörter heißen: eintönig, lahm, uninteressant. Das Gegenwort heißt: kurzweilig, interessant.“(Hervorhebungen durch den Autoren) Dieses Wörterbuch kann auch im Unterrichtsfach Deutsch als Fremdsprache oder Zweitsprache eingesetzt werden, denn durch die Aufführung von Synonymen und Antonymen erleichtert es das Verstehen von Wörtern und das Erweitern des Wortschatzes.

3.2 Synonyme, Antonyme und Begriffe in Lehrbüchern der Primarstufe

Synonyme werden unter dem Titel „Das passende Wort gebrauchen“ und „Texte verbessern“ im Sprachbuch Pusteblume für die 2. Klasse (Menzel/Schimmler 1994) angesprochen. Jedoch sind die Synonyme, die zu dem Wort „gehen“ genannt werden, schon eher Wörter aus dem Wortfeld. Zu dem Wort „gehen“ werden genannt: „Hüpfen, springen, huschen, trampeln, rennen, stapfen, schleichen, humpeln.“ (Menzel/Schimmler 1994, 89) Da diese Wörter jeweils sehr unterschiedliche Aspekte des Wortes gehen bezeichnen, können sie nicht beliebig ohne Bedeutungsveränderung gegeneinander ausgetauscht werden. Es handelt sich eher um eine Wortfeldübung, die aber wegen der Nähe der Wortfelder zu Synonymen nicht unwichtig ist im Prozess der Einsicht in das Prinzip der Synonyme. Unter dem Titel „Texte verbessern“ wird eine kurze (41 Wörter umfassende) Geschichte erzählt. Die Satzanfänge sind mit Ausnahme des ersten Satzes „da“. Der Arbeitsauftrag lautet: „In dieser Geschichte beginnen fast alle Sätze mit da. Das klingt nicht gut. Schreibe die Geschichte ab. Verändere die Satzanfänge. Für das Wort da kannst du andere Wörter einsetzen: darum, dort, deshalb, danach, dabei, nun, deswegen.“ (Menzel/Schimmler 1994, 94) Auch hier handelt es sich nicht um reine Synonyme, denn die Satzanfänge „darum, deshalb, deswegen“ leiten eine kausale Bestimmung ein, die Anfänge „danach, nun, dabei“ drücken eine zeitliche, „dort“ eine lokale Beziehung aus. Es handelt sich auch hier nicht um Synonyme. Auf der folgenden Seite ist ein etwas längerer Text abgedruckt, der von einer Lehrerin handelt. Der Arbeitsauftrag hierzu lautet: „Diese Geschichte kann noch besser werden. Verwende für ‚unsere Lehrerin’ manchmal ‚sie oder ‚Frau Müller’.“ (Menzel/Schimmler 1994, 95) Hier werden Personalpronomina genannt, die zwar synonym verwendet werden können, außerhalb dieses Kontextes aber keine Synonyme sind.

Übungen zu Antonymen gibt es in allen Klassenstufen der Primarstufe. In einer Fibel (Czarnetzki 1997, 60) werden die Kinder unter der Überschrift „So oder so? Immer das Gegenteil“ angeregt, Antonyme zu finden. Ein Bild zeigt ein Kind, das Karten mit Adjektiven zu Antonympaaren zusammenlegt. (Siehe Anhang 1) Auf diese Art und Weise wird den Kindern die Bedeutung von Wörtern verdeutlicht, es ist eine sogenannte negative Definition, ein Begriff aus der Mathematik, der hier gut passt, denn es bezeichnet die Definition eines Sachverhalts durch das Erklären des Gegenteils. In der mathematischen Sprache können allerdings mit Gegensätzen alle Felder lückenlos abgedeckt werden (A ist das Gegenteil von A´, Elemente von A können nicht Elemente von A´ sein und umgekehrt), in der Sprache ist dies nicht der Fall (alt ist das Gegenteil von jung, aber auch von neu). Im Sprachbuch für die 2. Klasse wird unter dem Titel „Wiewörter und ihr Gegenteil“ ein Unsinnsgedicht „Das Gegenteil von schwarz ist weich, das Gegenteil von eisig – reich ...“ (Menzel/Schimmler 1994, 115) (siehe Anhang 2) aufgeführt. Dieses Gedicht soll so verändert werden, dass die Gegensätze richtig zusammengestellt sind. Dann reimt sich das Gedicht ebenfalls. In einem weiteren Arbeitsauftrag werden die Kinder aufgefordert, weiterzureimen: „Du kannst auch immer weiterreimen. Dazu musst du immer das Gegenteil suchen: hoch-? Gerade-? jung-? warm-? hungrig-? rauh-?“ (Menzel/Schimmler 1994, 115) Dem einfachen Muster des Gedichts nachempfunden sollen die Kinder weiter schreiben. Damit soll die Freude an der Sprache gefördert werden. Der Reim hilft zusätzlich, das richtige Antonym zu finden. In einem Lehrbuch für die dritte Klasse (Bartkowski/Felger-Pärsch 1999, 78) wird vorgeschlagen, ein „Domino mit Gegenteilen“ zu basteln. Auf die Karten werden jeweils zwei Wörter geschrieben, die keine Gegensätze sind, z.B. „früh – falsch“. Auf andere Karten werden dann die Wörter „spät - krank“ und „gesund - richtig“ notiert. Im Dominospiel sollen dann die passenden Antonympaare aneinander gelegt werden. Die Herstellung des Dominospiels erfordert zunächst eine Liste mit einer Reihe von Antonymen, die dann auf die richtige –Art und Weise auf die Karten geschrieben werden müssen. Darauf wird aber in der Aufgabenstellung nicht eingegangen, es gibt lediglich eine Zeichnung von einigen Dominokarten und die Aufforderung: “Fertigt ein solches Domino an! Viel Spaß beim Spielen“. Die Kinder sollen selbständig erkennen, welche Arbeitsschritte notwendig sind, um dieses Spiel zu erstellen. In einem Sprachbuch der vierten Klasse wird ein Unfall eines jungen Inlineskaters geschildert. Nach zwei Verständnisfragen zum Unfallhergang wird die Aufgabe gestellt: „Finde die Gegenteile von gefährlich, ruhig und vorsichtig!“(Bartkowski/Karasz 2001, 51) Diese Aufgabe steht nicht im Zusammenhang mit den vorausgegangene Aufgaben. Vielleicht soll anhand der möglichen Antworten (ungefährlich, unruhig, unvorsichtig) thematisiert werden, dass Antonyme durch das Präfix un- gebildet werden können. Im Buch wird an dieser Stelle jedoch nicht weiter darauf eingegangen.

Der Begriff an sich wird den Kindern in den Lehrbüchern nicht vermittelt. Trotzdem sollen sie aber bestimmte Begriffe lernen. In der zweiten Klasse werden kurze Definitionen zentraler Begriffe gegeben. Ein Beispiel ist die Definition der Namenwörter: „Tiere, Pflanzen und Dinge haben Namen. Wörter wie Meerschweinchen, Löwenzahn, Stall nennen wir Namenwörter (Nomen). Namenwörter haben Begleiter (Artikel): der, die, das oder ein, eine: die Katze, eine Katze“ (Bartkowski/Karasz 2001, 78) In einfachen Worten und mit Beispielen wird der Begriff der Namenwörter eingeführt und auch der Fachbegriff Nomen genannt. In einem Lehrbuch der vierten Klasse ist die Definition genauer. Es werden keine Beispiele genannt. „ Substantive (Nomen) sind Bezeichnungen für Gegenstände und Lebewesen, für Gefühle, Wünsche oder Wettererscheinungen. Substantive verwenden wir in der Einzahl oder Mehrzahl. Die Artikel, der die, das; ein, eine, einer sind Begleiter der Substantive.“ (Bartkowski/Karasz 2001, 115)

3.3 Synonyme, Antonyme und Begriffe in Lehrbüchern der Sekundarstufe 1

Synonyme werden in allen Jahrgangsstufen verwendet, ohne dass der Begriff Synonym benutzt wird. In den meisten Fällen werden die Synonyme im Rahmen der sogenannten Ersatzprobe verwendet. Ein Text, in dem viele Wortwiederholungen vorkommen, soll sprachlich verbessert werden, indem einige Synonyme verwendet werden. In einem Lehrbuch der 7. Klasse wird das folgendermaßen erklärt: unter der Überschrift „13 Tipps, deinen Text zu verbessern“ steht „Tipp 2: Wortwiederholungen vermeiden (Ersatzprobe): Du benutzt immer wieder dasselbe Wort: ...sagte...sagte...sagte... Anne...Anne...Anne... Mache dir eine Liste mit Ersatzwörtern und wähle die passenden aus. Sagte, flüsterte, stotterte, meinte...Anne, sie, meine Freundin...“ (Dick/Haardt 1998, 85). Die Ersatzprobe, eigentlich verwendet, um Satzglieder zu trennen, wird hier als Mittel vorgestellt, den Text abwechslungsreich zu gestalten. Auch auf Synonyme, die verschiedenen Sprachstilen zuzuordnen sind, wird in diesen Tipps eingegangen: „Tipp 9: Unpassende Wörter vermeiden: Achte darauf, dass du nicht plötzlich Ausdrücke und Wendungen benutz, die nicht zur Sprache des übrigen Textes passen!“ (Dick/Haardt 1998, 87). In den Ausgaben für die Jahrgangstufen 8 und 9 werden diese 13 Tipps wiederholt. In einem Lehrbuch der 8. Klasse gibt es eine Aufgabe zu Synonymen, die unterschiedlichen Stilebenen zuzurechnen sind. „Mit Worten kann man auch verletzen: Marius gehört zu den dicken Klassenkameraden. Marius gehört zu den vollschlanken Klassenkameraden. a) Wie wirkt die Wortwahl in den beiden Sätzen auf euch? b) In dieser Wortliste sagt immer einer auf verletzendere Weise das gleiche wie ein anderer aus. Rechthaberisch – gesprächig – lustig – unordentlich – albern – feige – leidend – selbstbewusst – krank – faul – gründlich – bequem – schwatzhaft – pedantisch – vorsichtig – schlampig.“ (Dick/Haardt 1996, 124) Auch hier handelt es sich nicht um reine Synonyme, da die Ausdrücke unterschiedlichen Stilebenen zuzuordnen sind. Dies zu lernen und die Ausdrücke den passenden Stilebenen zuzuordnen ist ebenfalls ein wichtiges Lernziel.

Antonyme werden in den höheren Klassen weniger häufig behandelt. Das mag daran liegen, dass die gegensätzlichen Wörter zumindest Muttersprachlern ab der fünften Klasse vertraut sind und eine Aufgabe zu dieser Thematik Unterforderung bedeutete. In einem Lehrbuch der fünften Klasse (Semmler 1999,143) gibt es jedoch noch eine Aufgabe, in der Adjektive in eine Tabelle nach positiven und negativen Aussagen getrennt aufgeschrieben werden sollen (siehe Anlage 3).

Der Begriff an sich wird in den von mir untersuchten Lehrbüchern nicht thematisiert. Wieder werden aber bestimmte Fachbegriffe eingeführt. Am Beispiel der Nomen zeigt sich, dass die Definitionen in der Sekundarstufe 1 knapper werden und weniger Beispiele enthalten. Das Nomen wird nicht mehr Namenwort genannt. „Nomen: Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen) , Gegenstände und andere sichtbare oder unsichtbare Dinge sind Nomen.“ (Krull 2001, 277). Diese Definition wird auch in den Folgebänden dieser Schulbuchreihe beibehalten.

4. Synonyme im Textverarbeitungsprogramm

Wie bereits erwähnt, heißt es im Lehrplan: „Stilistische Mittel bewusst anwenden, eigene Texte stilistisch überarbeiten (dabei u.a. ein Textverarbeitungsprogramm nutzen)“ (MBWFK 1997, 57) Die Arbeit mit dem meistverwendeten Textverarbeitungsprogramm, Microsoft Word, erlaubt die Benutzung eines Thesaurus. Wenn einzelne Wörter oder Ausdrücke markiert werden, schlägt der Thesaurus Synonyme vor. Ein Beispiel ist der nächste Absatz, der dieser Arbeit entnommen ist. Zunächst wird der Originaltext wiedergegeben, dann der mit Hilfe des Thesaurus umgewandelte Text.

„Für Kinder gibt es eigene Wörterbücher, die didaktisch aufbereitet mit einem geringen Grundwortschatz eine Einführung in das Benutzen von Wörterbüchern geben. Sie enthalten häufig weitere Hinweise auf die Verwendung eines Wortes. Das Wörterbuch „Wortprofi“ enthält neben den eigentlichen Lexemen weitere Informationen.“

Bei Veränderung dieses Textes durch den Thesaurus entsteht:

„Pro Nachkommen spendet es eigene Lexika, die schulmäßig aufbereitet zu einem geringen Begriffsschatz eine Einleitung in das Anwenden von Lexika spenden. Sie fassen zahlreich ausgedehntere Anzeichen fort die Benutzung eines Zitats. Das Lexikon „Wortprofi“ fasst abgesehen von den wesenhaften Lexikalische Bedeutungseinheit ausgedehntere Auskünfte.“

Hier ist offensichtlich, dass eine Kontrolle des Textes in Hinblick auf die Kriterien der Situationsangemessenheit, fachsprachliche Besonderheiten und grammatisch richtige Ausdrücke notwendig ist. Ansonsten entstehen Texte, die schwer verständlich oder mit Stilbrüchen behaftet sind.

5. Der Beitrag von Synonymen, Antonymen und Begriffen zur Erweiterung der Formulierungsfähigkeit

Obwohl die Begriffe Synonym, Antonym und Begriff weder in den Lehrplänen noch in den untersuchten Schulbüchern explizit benannt werden, sind sie doch wichtige Inhalte des Deutschunterrichts. Sie bringen eine Ordnung in das Verhältnis von Lexemen. Besonders im Bereich des Deutschen als Fremd- oder Zweitsprache sind Synonyme, Antonyme und Begriffe notwendig, um einen systematischen Überblick zu geben. Muttersprachler haben im allgemeinen weniger Schwierigkeiten, einem Wort ein Antonym zuzuordnen, da viele Antonympaare auch schon im vorschulischen Bereich erlernt wurden. Synonyme werden in den Schulbüchern in den meisten Fällen im Zusammenhang mit dem Verbessern eines Textes erwähnt. Die sogenannte Ersatzprobe, eigentlich zur Trennung von Satzgliedern eingesetzt, soll eine breitere Variation des Textes ermöglichen. Wortwiederholungen sollen vermieden werden. In anderen Fällen geht es darum, einen Sachverhalt genau zu beschreiben. In solchen Fällen sollen Wörter spezieller und angemessener gewählt werden. Dazu ist es Voraussetzung, dass die Schülerinnen und Schüler aus einem weiten Wortschatz schöpfen können. Solche Wortschatzerweiterungen können gezielt durch das Arbeiten mit Synonymen betrieben werden.

Antonyme werden vor allem in den unteren Klassenstufen behandelt. Es geht in den Aufgaben darum, eine bestimmte Systematik zu erkennen zwischen dem Wort und seinem Gegenteil. Diese Systematik ist auch in anderen Fächern, z. B der Mathematik, wichtig. Durch das Gegenüberstellen von Gegenteilen wird die Bedeutung eines bis dahin unbekannten Wortes deutlich, da es abgegrenzt wird zu dem bekannten Wort.

Im Deutschunterricht geschieht, so weit es Lehrpläne und Schulbücher vorsehen, keine bewusste Auseinandersetzung mit der Bezeichnung „Begriff“. Die Beschäftigung mit dem Be-griff beschränkt sich auf die praktische Anwendung. Begriffe werden nicht hinterfragt, sondern als Definitionen gelernt. Definitionen von grammatischen Grundbegriffen wie Nomen, Verben usw. müssen den Kindern bekannt sein, um über Grundwissen im Bereich der Sprachwissenschaft zu verfügen. Diese Begriffe werden allmählich eingeführt, in den unteren Klassen werden zum Beispiel Adjektive erst Wie-Wörter genannt. Dies ist ein anschaulicher Begriff, der sich herleiten lässt von dem, was er bezeichnet. In einigen Bundesländern werden Adjektive auch Eigenschaftswörter genannt. Wieder wird in der Bezeichnung der Bedeutung Ausdruck gegeben. Ab Klasse 4 werden auch die fachsprachlichen, abstrakten Begriffe verwendet. Eine Vorstellung, einen Begriff von Wörtern wie „Adjektiv“ müssen Kinder zu diesem Zeitpunkt aber schon in sich haben.

Die Formulierungsfähigkeit lässt sich also gezielt fördern. Durch den Einsatz von Synonymen können genauere, besser formulierte Texte entstehen. Antonyme helfen, gegensätzliche Ausdrücke zu verstehen. Begriffe tragen dazu bei, eine wissenschaftlichere, exaktere Sprache zu verwenden, die auch von anderen verstanden wird.

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17 von 17 Seiten

Details

Titel
Die Arbeit mit Synonymen, Antonymen und Begriffen im Deutschunterricht der Primarstufe und der Sekundarstufe 1
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Veranstaltung
Grundlagen der Stilistik im Deutschunterricht
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V109231
Dateigröße
376 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Inklusive Auswertung einiger Schulbücher.
Schlagworte
Arbeit, Synonymen, Antonymen, Begriffen, Deutschunterricht, Primarstufe, Sekundarstufe, Grundlagen, Stilistik
Arbeit zitieren
Sabine Storm (Autor), 2004, Die Arbeit mit Synonymen, Antonymen und Begriffen im Deutschunterricht der Primarstufe und der Sekundarstufe 1, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109231

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