Gefangennahmen und Gefangenschaften im 17. und 18. Jahrhundert - Zeitgenössische Berichte aus dem kolonialen Nordamerika im Vergleich


Seminararbeit, 2005
18 Seiten, Note: 1,4

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Inhalt

1. Einleitung

2. Gefangennahme und Gefangenschaft
2.1. Allgemeine Ausführungen
2.2. Konstellationen
2.2.1. Gefangennahme von Indianer durch Indianer
2.2.2. Gefangennahme von Indianer durch Kolonialisten
2.2.3. Gefangennahme von Kolonialisten durch Indianer
2.3. Gefangenschaft und Sklaverei

3. Formen und Bedeutung der Gefangenenberichte
3.1. Allgemeine Ausführungen
3.2. Captivity Narratives
3.2.1. Allgemeine Ausführungen
3.2.2. Die Absicht der Gefangenenberichte im Wandel der Zeit
3.2.3. Die Gefangenschaft als Wahrnehmung der Gegensätzlichkeit der Kultur
3.2.4. Ausgewählte Gefangenenberichte im Vergleich

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich zum einen mit Gefangennahmen und Gefangenschaften im 17. und 18. Jahrhundert als einem Bestandteil der Kolonialgeschichte des Nord-Ostens der USA. Zum anderen werden die C aptivity Narratives als wichtiges Zeugnis der Geschichte der Kolonialisierung dargestellt und analysiert.

Zu Beginn der Arbeit werden einige allgemeine Ausführungen zur Gefangennahme und zur Gefangenschaft gemacht. Die zentrale Frage ist hier, wer wen aus welchem Grund gefangen nahm und in Gefangenschaft hielt. Schon vor der beginnenden Kolonialisierung durch die Europäer war die Gefangennahme ein bedeutendes kriegerisches Mittel der Indianer im Kampf der Stämme untereinander. Gefangene wurden genommen, damit sie Verstorbene des eigenen Stammes ersetzen sollten. Sie wurden als Geiseln gehalten oder als Arbeitskraft eingesetzt.[1] Als die Kolonialisten das neue Land erkundeten nahmen sie Indianer gefangen, um sie u.a. als Ortskundige zu benutzen. Auch wurden Indianer nach Europa gebracht um sie dort zu „zivilisieren“.[2] Doch auch die Indianer begannen während ihrer kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Europäern diese gefangen zu nehmen. Diese Gefangenen dienten u.a. als Geiseln und als „Tauschobjekte“, die gegen europäische Güter oder Geld ausgelöst werden konnten.[3] Die Ausführungen zu diesem Punkt sind ausführlicher dargestellt, als die zu den beiden erst genannten Gefangenenkonstellationen. Die Beschreibungen gefangener Europäer sind schriftlich fixiert und in großer Zahl überliefert. So können diese Szenarien besser nachvollzogen werden. Die Versklavung von Gefangenen wird in dieser Seminararbeit kurz thematisiert. Die „Sonderform“ der Gefangenschaft betraf aber vor allem gefangene Indianer.

Ein weiterer Schwerpunkt der Seminararbeit liegt auf der Deskription und Analyse der Gefangenenberichte. Die so genannten C aptivity Narratives können als Quellengrundlage dienen, um die Zeit der Kolonialisierung besser beschreiben, analysieren und historische Entwicklungen nachvollziehbar machen zu können. Bei der Interpretation der Quellen muss sehr genau beachtet werden, wer das Dokument zu welchem Zweck erstellt hat. Die Intention des Autors bestimmte den Inhalt des Schriftstücks.[4] Die Berichte transportierten somit auch die sozialen und politischen Wertvorstellungen der damaligen Zeit und geben den Historikern die Möglichkeit die damaligen gesellschaftlichen Prozesse besser zu verstehen.

Vor allem im puritanisch geprägten Neuengland waren die Berichte weit verbreitet und erfreuten sich einer großen Beliebtheit. Daneben gibt es auch Berichte gefangen genommener Indianer, diese wurden allerdings in einem quantitativ wesentlich geringen Maße verfasst. Bei den Captivity Narratives der aus der Gefangenschaft zurückgekehrten Europäer zeigt sich über die Jahrzehnte hinweg ein Wandel in der Art der Darstellung.

Die Berichte wurden, anfangs moralisch und religiös geprägt, zunehmend populärliterarisch verfasst und als Abendteuergeschichten angepriesen. Dennoch gingen die Gefangenenberichte als eigenständiges Genre in die amerikanische Literaturgeschichte ein.[5]

2. Gefangennahme und Gefangenschaft

2.1. Allgemeine Ausführungen

Gefangennahmen und Gefangenschaften sind bis heute Bestandteil kriegerischer Ausei-nandersetzungen. Die Gefangennahmen zur Zeit der Kolonialisierung waren beabsichtigt, wenn auch verschiedene Motive zugrunde lagen. Neben den Kriegsgefangenen waren es aber auch Zivilpersonen, die zu dieser Zeit von den verschiedenen Seiten gefangen genommen wurden. Sie wurden bewusst entführt oder gerieten zufällig in Gefangenschaft.

Die Gefangenschaft konnte unterschiedlich lange dauern und sich unterschiedlich gestalten. Während der Gefangenschaft waren sich die Menschen der verschiedenen Kulturen gezwungenermaßen so nah wie sonst selten. Es fand, wenn zunächst auch zögerlich eine Art Annäherung oder zumindest eine Akkulturation statt. Das konnte soweit führen, dass ehemalige Gefangene in der Kultur bleiben wollten, in der sie eine Zeit lang gefangen gehalten wurden.[6] Wurden die Gefangenen nicht als Arbeiter eingesetzt, so wurden teilweise sie zu einer „Ware“ degradiert. Vor alle die Indianer erkannten den materiellen Wert der Gefangenen. Sie verkauften sie untereinander, aber sie ließen sich die Freilassung auch von den Kolonialisten bezahlen. Diese Praxis wird in den Schilderungen Mary Rowlandsons, einer der ersten und bekanntesten Autorinnen einer Gefangenenerzählung, deutlich sichtbar.[7]

2.2. Konstellationen

2.2.1. Gefangennahme von Indianer durch Indianer

Vor der Ankunft der Europäer waren Gefangennahmen der Indianer untereinander Gang und Gäbe. Das latente Führen von Kriegen in kleineren Raubzügen und Verdrängungskriege hatte mehrere Gründe.

Benachbarte Stämme sollten unterworfen und deren ökonomischen Ressourcen geraubt werden. Die Niederlage eines Stammes konnte auch Tributzahlungen oder Vertreibung nach sich ziehen. Die Gefangenen mussten meist als Sklaven arbeiten. Die sesshaften Indianer setzten ihre Gefangenen bei der alltäglichen Arbeit ein. Die nichtsesshaften Indianer hingegen konnten ihre Gefangenen nur begrenzt einsetzten, denn es bestand immer Fluchtgefahr. Aus Furcht vor gewaltsamen Fluchtversuchen konnten den Gefangenen nur begrenzt Werkzeuge gegeben werden. Sie wurden daher häufig als Beuteträger eingesetzt. Es ist dabei festzustellen, dass die sesshaften Indianerstämme explizit keine Kriege führten, um Sklaven zu „erbeuten“.[8]

Eine weitaus bedeutendere Funktion der Gefangennahmen war es verstorbene Stammesmitglieder durch Gefangene zu ersetzen. Im Glauben der Indianer sollte der Gefangene an die Stelle des Verstorbenen treten und dessen frühere Funktionen in der Gemeinschaft und der Familie übernehmen. Vor allem bei längeren kriegerischen Auseinandersetzungen mussten die Gefallen ersetzt werden um die demographischen Verluste auszugleichen.[9]

2.2.2. Gefangennahmen von Indianern durch Kolonialisten

Als die Indianer und die Europäer aufeinander trafen, boten sich einige von ihnen als ortskundige Führer an. Sie lernten die Sprache der Europäer und dienten als Vermittler zwischen den Kulturen. Gleichzeitig nahmen die Europäer auch Gefangene und zwangen die Indianer diese Vermittlerfunktion auszuüben. Die Europäer entführten auch Indianer nach Europa. Sie sollten dort als exotische Wesen präsentiert werden. Des Weiteren sollten sie die europäische Sprache lernen und mit den europäischen Sitten vertraut gemacht werden.[10]

Die Puritaner in Neuengland hatten den Umgang mit (Kriegs)-Gefangenen per Gesetz fixiert. Erst mit dem Ende der Phase der relativen Frieden und Koexistenz ab etwa 1637 verrohten auch auf Seiten der Europäer die Sitten und es kam zu Übergriffen der Bevölkerung auf gefangen genommene Indianer.[11]

2.2.3. Gefangennahmen von Europäern durch Indianer

Im Gegensatz zu den Europäern machten die Indianer auch zivile Gefangene. Sie machten dabei keinen Unterschied zwischen Männern, Frauen oder Kindern. Für sie zählte zunächst die Arbeitskraft und der materielle „Wert“ der Gefangenen. Dabei konnten die Europäer zufällig in Gefangenschaft geraten, wenn sie sich zum Beispiel im Wald verirrt oder sich zu weit von ihrer Siedlung entfernt hatten. Des Weiteren wurden sie, wie im Fall Rowlandson, nach Überriffen auf die Siedlungen gefangen genommen.[12] Sie sollten zunächst dazu dienen die Beute der Indianer in deren Lager zu schaffen. Die oft langen und beschwerlichen Märsche überlebten einige Europäer, vor allem die Kinder und Frauen, nicht oder nur geschwächt.[13]

Die Behandlung der europäischen Gefangenen war den Beschreibungen nach sehr unterschiedlich. Sie war abhängig vom jeweiligen Stammesoberhaupt oder den Stammesmitgliedern, denen die Gefangenen zugeteilt wurden. Das Verhalten reichte von Vernachlässigung über Freundlichkeit bis hin zur Brutalität.[14]

Auch die Dauer der Gefangenschaft war sehr unterschiedlich. Waren die europäischen Gefangenen nur bedingt zur Arbeit einsetzbar, konnten sie relativ schnell gegen eine Auslöse in ihren Kulturkreis zurückkehren. Mary Rowlandson wurde etwa drei Monate gefangen gehalten, ehe sie ihr Mann für 20 Dollar freikaufte.[15] Für die heutige Zeit sind 12 Wochen eine überschaubare Zeit, die relativ schnell vergeht. Meiner Meinung nach wird den entführten Europäern der damaligen Zeit dieser Zeitraum wesentlich länger vorgekommen sein. In einer „primitiven“ Kultur leben zu müssen, die dem eigenen Moral- und Lebens-verständnis gänzlich entgegensteht, erschwerte die Gefangenschaft. Dieser Gegensatz zwischen der eigenen und der fremden Kultur prägte die Captivity Narratives entscheidend. Dabei wurde die indianische Kultur aus der moralischen, sozialen und religiösen Sichtweise der Puritaner betrachtet und meist mehr als nur kritisiert. Andere blieben über Jahre bei den Indianern, teilweise, weil sie nicht freigelassen wurden, teilweise, weil sie die freie und wilde Kultur nicht verlassen wollte. Diese Personen wurden meist in Kindesalter gefangen genommen. Ihre Sozialisation war noch nicht so weit fortgeschritten und so konnten sie leichter in die indianische Kultur integriert werden. John Tayler lebte zum Beispiel dreißig Jahre bei einem indianischen Stamm.[16] Da er die indianische Kultur kennen- und verstehen lernte, waren seine Vorbehalte gegenüber den Eingeborenen aufgehoben und er versuchte mit seinem Berichte die herrschende Meinung über die Indianer zu einem Teil zu revidieren. In Teilen könnten sich die Kolonialisten durch seine Ausführungen auch bestätigt gefühlt haben, da Tanner auch über die Brutalität seines Stammes berichtete.[17]

In einigen Fällen war es auch so, dass Gefangene es ablehnten in die Kultur der Kolonialisten zurückzukehren. Es kam zu einer vollständigen Akkulturation und so wurden die Gefangenen zu Stammesmitgliedern. Von diesen Personen gab es keine C aptivity Narratives, aber es ist zu vermuten, dass ein fiktiver Bericht dieser „Gefangenen“ von der indianischen Denk- und Verhaltensweise geprägt gewesen wäre. In diesen Fällen würden wohl auch die den Kolonialisten fremden Riten verteidigt werden.[18] Einer dieser Fälle ist die 1704 entführte Eunice Williams. Sie verzichtete darauf zu ihren Verwandten zurückzukehren und lebte stattdessen unter konvertierten Indianern.[19]

2.3. Gefangenschaft und Sklaverei

Die Gefangenschaft kann, in verschiedenen Ausprägungen, auch als Versklavung betrachtet werden. In einer weit gefassten Definition kann schon der Einsatz der Gefangenen als Arbeiter oder Gehilfen bei der Jagd als Versklavung angesehen werden. Im engeren Sinne war die Versklavung als extreme Form der Gefangenschaft geprägt von der persönlichen Abhängigkeit der Gefangenen gegenüber dem Gefangenennehmer. Die Gefangenen wurden als Eigentum betrachtet und je nach Gutdünken des Sklavenhalters eingesetzt.[20]

Lauber widerspricht der These, dass es unter den Irokesen keine Sklaven gegeben hätte, da sie die Gefangenen entweder getötet oder sie adoptiert hätten. Er spricht davon, dass die Irokesen, vor allem die Seneca unzählige Gefangene nahmen uns sie als Sklaven hielten. Viele wurden als Hausdiener eingesetzt. Die Versklavung von Gefangenen gestaltete sich in den Kolonien der Engländer und Holländer im Nord-Osten der heutigen USA als im Süden des Landes. Im Süden wurden vor allem von der Gesellschaft Ausgestoßene oder Kriminelle im eigenen Stamm versklavt. Die Indianer im Nord-Osten versklavten sowohl Europäer, als auch Angehörige anderer indianischer Stämme. Dabei betont Lauber, dass die Sklaven auch als „Handelsware“ angesehen wurden und in die Leibeigenschaft an Mitglieder eines anderen Stammes verkauft wurden. Sklaven wurden, neben Fellen und Schmuck, auch als Gabe in den Verhandlungen zwischen den Stämmen dargebracht. Die Gaben sollten als Zeichen des guten Willens fungieren und diese Geste sollte Frieden zwischen den Stämmen.[21]

3. Formen und Bedeutung der Gefangenenberichte

3.1. Allgemeine Ausführungen

Wie in den vorangegangenen Kapiteln beschrieben waren Gefangenschaften ein Bestandteil des alltäglichen Lebens im Nord-Osten Amerikas im 17. und 18. Jahrhundert. Die Berichte über diese Gefangenschaften sind, wie alle anderen schriftlichen Quellen aus dieser Zeit, neben den archäologischen Funden eine der wichtigsten Arbeitsmittel der Wissenschaft. So kann die historische Entwicklung der Kolonialisierung authentisch analysiert und interpretiert werden. Die wissenschaftliche Methode verlangt es zunächst, neben der gründlichen Inhaltsanalyse, den Autor der Quelle und dessen Intention zu eruieren. In einem weiteren Schritt müssen unter anderem die Sekundärliteratur zur Quelle oder weitere Berichte gesichtet werden, um die Authentizität der Quelle sicherzustellen. Erst dann kann eine Interpretation der Ereignisse und historischen Abläufe erfolgen. Aus dieser Analyse heraus ergibt sich auch der soziale, politische, religiöse und kulturelle Kontext, der das Denken und Handeln der Menschen der damaligen Zeit prägte.[22] Das Problem bei der Analyse der Gefangenberichte besteht in der Einseitigkeit der verfügbaren Quellen. Die Europäer allein waren zu Beginn der Kolonisation befähigt zu lesen und zu schreiben.

Die Indianer hingegen vermittelten sich ihre Berichte traditionsgemäß in mündlicher Form. Die Indianer, denen man das Lesen und Schreiben beibrachte, veränderten ihre Denk- und Handlungsweisen durch den Kontakt mit den Europäern. Ihre Berichte waren nicht mehr nativem Ursprungs im streng definitorischen Sinn. Wyss betont dabei allerdings, dass das ursprüngliche Gedankengut der Indianer dennoch erkennbar ist. Indem sie in ihren Schriften den Gegensatz zwischen ihrer und der kolonialen Welt herausarbeiteten, versuchten sie ihre eigene Identität zu bewahren.[23] Die Captivity Narratives wurden als literarisches Phänomen zu einem Untersuchungsgegenstand der Literaturwissenschaft. Die Forscher gingen vor allem der Frage nach, welche Wurzeln die Gefangenenberichte entführter Kolonialisten hatten und wie sich die Berichte im Verlauf der Zeit veränderten.

3.2. Captivity Narratives

3.2.1. Allgemeine Ausführungen

Captivity Narratives waren ein spezielles kolonialistisches Phänomen, das zwischen dem Ende des 17. Jahrhunderts bis etwa 1890 vor allem in Neuengland auftrat.[24] Dieses spezielle literarische Genre vereinte verschiedene Strömungen dieser Zeit. Zuvor waren Gefangenen-berichte nur ein Bestandteil verschiedener Biographien oder Berichten aus den Kolonien. John Smith berichtet zwar von seiner Gefangenschaft bei den Powathans, aber das geschieht nur im Kontext seiner biographischen Erzählungen.[25] Mit den Schilderungen Mary Rowlandsons begann die literarische Epoche der Captivity Narratives. Sie schrieb 1682 ihre dreimonatige Gefangenschaft sechs Jahre nach ihrer Rückkehr nieder.[26] Wissenschaftler schätzen, dass zwischen 1675 und 1763 etwa 1641 Europäer gefangen genommen wurden. Von ihnen kehrten cirka 40% zurück, während 30% bei den jeweiligen indianischen Stämmen verblieben. Haselstein schätzt, dass etwa hundert Gefangenenberichte veröffentlicht wurden.[27]

Die Captivity Narratives vereinten verschiedene literarische Strömungen der damaligen Zeit, was ein Grund dafür sein könnte, warum diese Gefangenenerzählungen so kommerziell erfolgreich wurden. Die Erzählungen enthielten Elemente der spirituellen Biographie. Zu dieser Zeit veröffentlichten Privatpersonen ihre Biographien, deren Verlauf sie mit Gottes Wirken und Weisheit interpretierten. Der dort oftmals enthaltene Kampf des Guten gegen das Böse im Menschen wurde später auf den Kampf der Indianer gegen die Kolonialisten übertragen.[28]

Eine weitere Quelle der Inspiration waren die Predigten der puritanischen Kleriker. Der Inhalt der Predigten bestimmte und beschrieb das gottgerechte Alltagsleben. Diese gemeinsamen Erfahrungswerte wurden für die Beschreibungen genutzt. Ein drittes Element, das aufgegriffen wurde, waren die so genannten Jeremaids. Die Klagegesänge von Laien-predigern beschrieben das Abkommen der Pilgergemeinschaft vom göttlichen vorgesehenen Weg und warnten vor den Folgen dieser Entwicklung.[29] Die Gefangenschaft, die von Vielen als Bestrafung oder Prüfung angesehen wurde, konnte so als Bestätigung dieser Warnungen dienen.

Die Captivity Narratives unterschieden sich in ihrem Inhalt und ihren Absichten von den anderen literarischen Formen der damaligen Zeit. So waren die Missionary Tracts, unter anderem von John Eliot, von Beschreibungen der Zivilisierung der Indianer durch ihre Christianisierung geprägt.[30] In den Conversions Narratives setzen sich konvertierte Europäer mit den Ängsten und Segnungen ihres neuen Glaubens auseinander.[31] Die Captivity Narratives hingegen wurden zu einem anderen Zweck geschrieben. Einerseits versuchten die Autoren ihre Erlebnisse und Wahrnehmungen der Differenz zwischen den Kulturen darstellen, andererseits steckte hinter den Erlebnisberichten anfangs auch ein pädagogischer Gedanke.[32]

3.2.2. Die Absicht der Gefangenenberichte im Wandel der Zeit

Der Alltag der ersten Generation der Puritaner in Neuengland war sehr religiös bestimmt. Die Eroberung des neuen Kontinents wurde als Wiederholung der biblischen Geschichte der Befreiung des Volkes Israel interpretiert.[33]

Das Unverständnis und die Fehlinterpretation der indianischen Kultur führte dazu, dass die Ureinwohner als primitiv, grausam, böse und somit als Abkömmlinge des Teufels stigmatisiert wurden. Dennoch entwickelte sich zwangsläufig ein Nebeneinander der Kulturen. Dieses war sowohl von Handel, als auch von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. Kontakt hatten die „normalen“ Kolonialisten meist nur zu den praying Indians, die sie distinguiert zu den „Wilden“ betrachteten und behandelten.[34]

Umso erschreckender muss es für die Kolonialisten gewesen sein, wenn sie von Indianern gefangengenommen wurden. Die Indianer erwiesen sich dabei nicht als rücksichtsvoll. Ohne Rücksicht auf Geschlecht oder Alter des Gefangenen mussten diese die Beute über weite Strecken hinweg tragen oder diesen Weg mit den Indianern zunächst lebend überstehen.

Das Leben unter den Indianern gestaltete sich, wie eingangs beschrieben, unterschiedlich. Auch die Wahrnehmung des Geschehens war verschieden. Während Mary Rowlandson eher alltägliche Situationen, wie Essen, das Verhalten der Indianer oder den Handel mit ihnen beschrieb[35], stellte John Gyles eher grausame Details der Gefangenenbehandlung in den Vordergrund.[36]

Die ersten Captivity Narratives waren ein besonders starkes Ausdrucksmittel des sozialen, politischen und vor allem religiösen Lebens der Puritaner der ersten Generation Neu Englands. Durch die Differenzierung zwischen der eigenen und der fremden Kultur wird die Gesellschaftsbeschreibung besonders hervorgehoben. Die Intention der AutorInnen war es die erlebten Geschehnisse wiederzugeben und diese in einen Kontext mit dem Willen und Werk Gottes zu setzen. Die Gefangenschaft wurde dabei nicht als Ergebnis eines militärischen Aktes oder als zufälliges Ereignis angesehen, sondern als ein Zeichen und eine Warnung Gottes.[37] Die Erzählungen aus der Zeit der Gefangenschaft sind ebenfalls stark religiös geprägt. So suchte Mary Rowlandson aus einer Bibel, die ihr zwei betende Indianer schenkten, Zitate heraus, um das Erlebte als Gott gewollt darzustellen.

Die teilweise schlechte Behandlung durch die Indianer bestätigte das Bild des grausamen Wilden als Abkömmling des Teufels. Diese Typisierung der Indianer erlaubte den Kolonialisten auch gegen sie vorzugehen und sie von ihren angestammten Siedlungsgegenden zu vertreiben.

Im Gegensatz wurde wohlwollendes Verhalten wurde als fürsorgliches Zeichen Gottes interpretiert.[38] Der Widerspruch, der sich aus dem gegensätzlichen Verhalten der Indianer ergab wurde hingegen nicht thematisiert. Eine Revidierung der Vorurteile gegenüber der indianischen Kultur oder des Glaubens an eine überlegene europäische Zivilisation war nicht vorgesehen.[39] Die ersten Gefangenenberichte waren ganz den moralischen und gesellschaftlichen Vorstellungen der Puritaner angepasst und wohl deshalb auch so erfolgreich. Die gelungene Rückkehr wurde als Zeichen der Güte Gottes verstanden, der den Gläubigen immer wieder den rechten Weg weist.[40]

Die AutorInnen der Captivity Narratives wollten Zweierlei erreichen. Zum einen sollten den Lesern die Wildnis und das unbekannte Land nahe gebracht werden. Auf der anderen Seite sollte das Lesen eine Rückbesinnung auf die religiösen Fundamente der puritanischen Gesellschaft bewirken.[41]

Anfang des 19. Jahrhunderts wandelte sich die Intention der Gefangenenerzählungen. Da nur die ersten Berichte novellenartige Beschreibungen über Landschaft und die indianische Kultur bieten konnten[42], wurde das persönliche Schicksal und Empfinden der Gefangenen immer häufiger in den Mittelpunkt gestellt. Die Gefangenenerzählungen wurden verstärkt fiktiver und säkularisierter verfasst. Das Abenteuer und die Wildnis wurden zunehmend dargestellt. Anfang des 19.Jahrhunderts wurden nationale Motive in den Erzählungen aufgegriffen. Es wurden Heldenfiguren konstruiert und dabei wurden die Emotionen der Leser geschürt. Vaughan bemerkt, dass die Captivity Narratives Ende des 19. Jahrhunderts vieles von ihrer authentischen und seriösen Aussagekraft verloren hätten, indem sie sich zunehmend dem Niveau fiktiver Abenteuergeschichten näherten.[43]

3.2.3. Die Gefangenschaft als Wahrnehmung der Gegensätzlichkeit der Kulturen

Die indianische Kultur unterschied sich in vielerlei Hinsicht von der Kolonialistischen. Traditionen, Gebräuche und der Glauben unterschieden sich völlig. Die hierarchische Ordnung, die Normen und Werte, selbst der Alltag der beiden Kulturen differierten grundlegend. Während die Indianer Polygamie erlaubten und den Frauen eine höhere gesellschaftliche Position einräumten, war dies bei den Puritanern verpönt. Und diese Gegensätze prägten die Schilderungen der Gefangenen. Zunächst versuchten die indianischen Gefangenen ihre Eindrücke über die kulturellen Unterschiede niederzuschreiben. Wyss bemerkt dazu, dass sie durch den Kontakt mit den Kolonialisten nicht mehr als Ureinwohner im engen Sinne verfassten. Ihr Werk entstand als kulturelles Mischprodukt. Dennoch fand eine Suche nach der eigenen Kultur im Gegensatz zur erlebten Kultur statt.[44]

Vor allem die ersten Captivity Narratives waren geprägt von der Gegensätzlichkeit der Kulturen. In der Literatur wird dieser Umstand teilweise als bewusste Distinktion interpretiert. Die Erzählungen erzeugten bewusst, so Burnham, eine soziale und rassische Abgrenzung. Vorurteile und Stereotypen seien aufgegriffen worden, um die Überlegenheit der eigenen Kultur zu betonen. Die Begegnung mit der „primitiven“ Kultur sei von den Gefangenen häufig als psychischer und physischer Schock wahrgenommen worden.[45] Ähnlich äußert sich auch Wyss.[46] Die Darstellung der Abgrenzung und die Ablehnung und teilweise Verachtung der Sitten und Bräuche der Indianer verwundert nicht. Die stark religiös geprägten Moralvorstellungen der Puritaner standen konträr zu denen der Indianer.

Die Gefangenschaft war unfreiwilligerweise die oft einzig legitimierte Möglichkeit „wilden“ Indianer zu begegnen. Dabei wurden Vorurteile, wie in den meisten Fällen, bestätigt. Gab es im Verhalten der Indianer einen Widerspruch zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Handeln, wurde dies, wie bereits erwähnt, als Zeichen der Güte Gottes interpretiert oder nicht thematisiert. Sympathie mit den Indianern, oder der Versuch die indianische Kultur vorurteilsfrei zu vermitteln waren in der puritanischen Gesellschaft Ende des 18. Jahrhunderts eher unüblich. Gefangene, die nur über einen relativ kurzen Zeitraum bei den Indianern waren, konnten zudem die kulturelle Welt ihrer Entführer meist nicht erfassen und verstehen. Es blieb daher bei einer Beschreibung des alltäglichen Gesehenen.[47] Gerade nach der Rückkehr der Gefangenen in ihre ursprüngliche Kultur wurde den Rückkehrern die Trennung zwischen beiden Kulturen bewusst. Sicher überwog zunächst die Freude über die glückliche Rückkehr der ehemaligen Gefangenen. Gleichzeitig argwöhnte die Gemeinschaft, ob nicht der ehemalige Gefangene zu sehr von der nativen Kultur geprägt worden war und so zu einer Gefahr darstellen könnten.[48] So waren die Rückkehrer ihrer Gefangenschaft entronnen, in der sie größtenteils von der indianischen Kultur ausgeschlossen waren. Gleichzeitig waren sie nicht in ihrer eigenen Kultur angekommen. Sie standen zwischen den Kulturen.[49]

Auch dies könnte ein Grund gewesen sein, dass die ehemaligen Gefangenen ihre Geschichte niederschrieben. Zum einen wollten sie sich durch das Schreiben selbst ihres Schicksals bewusst werden. Auf der anderen Seite sollte die Darstellung auch dazu dienen, darzustellen, dass man nicht durch die native Kultur vereinnahmt worden war. In den täglichen Erfahrungen kam es aber auch, gerade bei den Gefangenen, die länger bei den Indianern blieben, zu einem Wandel der Einstellungen. Die Gegensätzlichkeit der Kulturen wurde weniger bewusst wahrgenommen und, vor allem weil Normen und Werte der alten Kultur abgelegt und die der nativen Kultur angenommen wurden. Vielmehr wurden die Berichte verfasst, um die Kultur der Indianer zu erklären und Vorurteile abzubauen.[50] Ein gutes Bespiel hierfür ist der Gefangenenbericht John Tanners. Seine Geschichte wird, im Bezug auf andere ausgewählte Beispiele im folgenden Kapitel dargestellt. Dabei sollen die eben beschriebenen Unterschiede der Darstellung miteinander verglichen werden.

3.2.4. Ausgewählte Gefangenenberichte im Vergleich

Um den Wandel der Darstellungen besser nachvollziehen zu können, werden die Gefangenenberichte in chronologischer Reihenfolge präsentiert und im Anschluss Unterschiede herausgearbeitet. Unterschiede in den Erzählungen ergeben sich sowohl durch die verschiedenen Publikationszeiten, als auch durch die unterschiedliche Dauer der Gefangenschaft.

Wie eingangs erwähnt, gilt der Gefangenenbericht Mary Rowlands als eine der ersten und erfolgreichsten Publikationen ihrer Art.

Sechs Jahre nach ihrer zwölfwöchigen Gefangenschaft schrieb Rowlandson ihre Geschichte nieder. Sie wurde während eines Übergriffes auf ihre Siedlung Lancaster gefangen genommen.[51] Sie beschrieb sehr ausführlich den brutalen Angriff, bei dem unter anderem ihre Schwester und ihr Neffe getötet wurden. Dabei bediente sie sich der Zuschreibungen für die Indianer als Kinder Satans. Sie und ihre beiden Kinder wurden verschleppt. Ihr jüngstes Kind überlebte die strapaziöse Flucht mit den Indianern nicht. Rowlandons Sohn wurde bei anderen Indianern gefangengehalten, so dass sie immer in Furcht um ihn leben musste.[52] Ihr Bericht ist sehr religiös geprägt. Er gleicht der biblischen Heilsgeschichte von der Gefangenschaft und Befreiung des Volkes Israel. Alles Geschehene hat einen göttlichen Ursprung. Jede Handlung, jedes Erlebnis wird als ein Zeichen Gottes interpretiert. Um dies zu belegen bringt Rowlandson während ihrer Beschreibungen immer wieder Bibelzitate an. Diese sollen die Indianer als Kinder Satans brandmarken und ihre alltäglichen Qualen und Probleme als Prüfung Gottes darstellen. Gleichzeitig wird ihre Befreiung als Beweis dafür gewertet, dass nur das tiefe Gottvertrauen alle Unwägbarkeiten des Lebens überwinden kann.[53]

Der bereits angesprochene Widerspruch zwischen dem Erlebten und den Vorurteilen gegenüber den Indianern wird zwar kommuniziert, aber nicht explizit erklärt. Vielmehr wird die Milde der Indianer, Zeichen des Wohlwollens oder der Freundschaft entweder als Hinterhalt oder als gütiges Zeichen Gottes gewertet.[54] Bei ihren Erzählungen beschreibt Rowlandson vor allem alltägliche Situationen und Unwägbarkeiten, etwa wie die mangelhafte Nahrungsversorgung. Dabei wird klar, dass sie allenfalls das soziale Leben erkennt. Das spirituelle Leben hingegen bleibt für sie unverständlich.[55] Die religiöse Prägung ihrer Erzählungen wird auch durch den Epilog ihres Mannes verstärkt. Er war Pfarrer und wies in seinem als Predigt verfassten Nachwort nochmals darauf hin, welche Bedeutung die Geschehnisse für die Gemeinschaft haben sollte.[56]

Die puritanische Gemeinschaft sollte sich der Einhaltung der moralischen Grundsätze bewusst werden, denn sonst könnte dieses Einzelschicksal auch alle treffen.

Einen säkularisierteren aber dafür um so erschütternden Bericht verfasste der 1689 gefangengenommene John Gyles.[57] Der als Kind Gefangengenommene lebte neun Jahre unter den Indianern und lernte viele ihrer alltäglichen Praktiken. Seine Erzählungen handelten aber auch von der Behandlung der Gefangenen durch die Indianer. Dabei berichtete er vor allem von grausamen Details. So musste er mit ansehen, wie sein Bruder nach einem missglückten Fluchtversuch auf brutale Art und Weise misshandelt wurde. Dies sollte Nachahmer abschrecken.[58] Das Bild, das mit diesen Erzählungen über die Indianer vermittelt wurde, konnte Vorurteile nur bestätigen. Fraglich ist, ob die Betonung auf die Gräueltaten intendiert war, oder ob Gyles, nur seine subjektive Wahrnehmung wiedergab.

Einen besonders tiefen Einblick in die indianische Kultur gewährt der Gefangenenbericht John Tanners. Hier finden sich im Vergleich zu Mary Rowlandson kaum noch religiöse Akzente in der Darstellung. Auch ging es Tanner nicht darum Vorurteile zu schüren oder die Distinktion der Kulturen zu betreiben. Er versuchte im Gegenteil durch seine Erzählungen die Aufklärung und Entmystifizierung der indianischen Kultur voranzutreiben. Im Vorwort zu seinen Schilderung beklagt der Verleger Tanners auf der einen Seite die zunehmende Verkitschung und Romantisierung der indianischen Kultur. Auf der anderen Seite verurteilt er die sensationslüsterne Vermarktung der Brutalität der Indianer. Dabei würden Wahrheit und Fiktion vermischt. Tanners Geschichte hingegen sei authentisch und soll als Dokumentation der indianischen Kultur und Tradition dienen.[59]

Der als Jugendlicher 1789 gefangengenommene Tanner lebte 30 Jahre mit den Indianern und wurde in den indianischen Stamm integriert. Er lernte alle Sitten und Bräuche und wurde schließlich mit einer Indianerin verheiratet. Aber es blieb immer etwas Misstrauen gegenüber dem Kolonialisten. Das ging soweit, dass seine Schwiegermutter zu seiner Ermordung aufrief. Aus diesem Grund kehrte er auch in die „Zivilisation“ zurück. Seine Kinder musste er bei dem indianischen Stamm lassen. Die Rückkehr fiel ihm nicht leicht, denn er hatte seine Muttersprache nahezu verloren und ihm waren die Gebräuche der kolonialistischen Kultur fremd.[60]

Als letzte Captivity Narrative gilt die Erzählung der 1724 gefangengenommenen Elisabeth Hansons. Ihr Bericht sprach den individuellen Leser an und richtete sich weniger an die Gemeinschaft. Danach wurden die Gefangenenberichte zu einem Teil der Geschichts-schreibung Neuenglands.

Die Geschichten wurden mit nationalitätsstiftenden Aspekten verknüpft. Helden und Mythen wurden begründet. Sie sollten die Widerstandsfähigkeit und den Mut der puritanischen Kolonialisten aufzeigen.[61]

4. Fazit

Gefangennahmen und Gefangenschaften waren ein wichtiges Moment im Alltagsleben der Kolonialisten des 17. und 18. Jahrhunderts. Abseits des Handels zwischen den Indianern und den Kolonialisten gab es allerdings kaum Kontakte zwischen den Kulturen. Abgesehen von der Integration der praying Indians lebten beide Kulturen mehr oder minder friedlich nebeneinander. Die Gefangenen beider Seiten wurden quasi zum kennen lernen der anderen Kultur gezwungen. Sie wurden sowohl von den Indianern, als auch von den Kolonialisten selten vernünftig behandelt. Vielmehr galten sie als Arbeitssklaven. Vor allem die Indianer erkannten den ökonomischen „Wert“ der Gefangenen. So konnten gefangene Kolonialisten bereits nach kurzer Zeit befreit oder freigekauft werden. Andere blieben über Jahre oder wurden ganz in die indianische Kultur integriert.

Die Captivity Narratives bilden einen Grundstein der Erforschung der Kolonialisierung-geschichte des Nord-Ostens des amerikanischen Kontinents. Vor allem in Neuengland war diese literarische Form vorzufinden und erfreute sich großer Beliebtheit unter den Kolonialisten des 17. und 18. Jahrhunderts. Trotz ihres Wandels des Inhalts und der Intentionen über die Zeit hinweg geben sie einen guten Einblick in das soziale, politische und moralische Denken der Puritaner. Sie sind aber auch ein Zeichen der Distinktion zweier Kulturen, von denen sich die Puritanische als die Überlegene bzw. Auserwählte hielt. Die Erzählungen gefangener Indianer waren nicht zahlreich und können, wie dargestellt nur bedingt als ursprüngliche Zeugnisse einer nativen Kultur gewertet werden. Eine Fokussierung auf die Berichte gefangener Kolonialisten bleibt daher unumgänglich. Die Arbeit an den Primärquellen hilft den heutigen Wissenschaftlern die damaligen Verhältnisse besser nachvollziehen und darstellen zu können.

Wird dabei die Intention des Autors und die Authentizität der Berichte beachtet, sind sie ein unermessliche Hilfe bei der Erforschung der Kolonialisierung des amerikanischen Kontinents.

5. Literaturverzeichnis

Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000.

Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis in Amerika, 1682-1861, München 2000.

http://guweb2.gonzaga.edu/faculty/campbell/enl310/captive.htm

http://guweb2.gonzaga.edu/faculty/campbell/enl311/jeremiad.htm

http://link75.org/mmb/History/gyles.htm

http://www.lsg.musin.de/Geschichte/ArbeitstechnikenG/quellenanalyse_in_geschichte.htm

http://www.rra.dst.tx.us/c_t/History1/INDIAN%20CAPTIVES.cfm

Lauber, Almon Wheeler: Indian Slavery in Colonial Times within the Present Limits of the United States, New York 1913.

Maninger, Stefan: Unveröffentlichtes Manuskript anlässlich des Historikertages 2004.

Tanner, John: Dreissig Jahre unter den Indianern, Weimar 1952.

Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Hrsg.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981.

Wyss, Hilary E.: Writing Indians, Literacy, Christianity, and Native Community in Early America, Amherst 2000.

[...]


[1] Siehe dazu Kapitel 2.2.1., S.3.

[2] Siehe dazu Kapitel 2.2.2., S.3.

[3] Siehe dazu Kapitel 2.2.3., S.4.

[4] Siehe dazu Kapitel 3.1., S.6.

[5] Vgl.: Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S.3

[6] Vgl.: Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis in Amerika, 1682-1861, München 2000, S.16.

[7] Vgl.: Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000, S.11 bzw. S.33.

[8] Vgl.: Maninger, Stefan: Unveröffentlichtes Manuskript anlässlich des Historikertages 2004, o.P.

[9] Vgl.: http://www.rra.dst.tx.us/c_t/History1/INDIAN%20CAPTIVES.cfm vom 7.11.2004.

[10] Vgl.: Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis in Amerika, 1682-1861, München 2000, S.15.

[11] Vgl.: Maninger, Stefan: Unveröffentlichtes Manuskript anlässlich des Historikertages 2004, o.P.

[12] Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New

England/Hanover/London 2000, S.10.

[13] Vgl.: Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis

in Amerika, 1682-1861, München 2000, S.68.

[14] Vgl.: Lauber, Almon Wheeler: Indian Slavery in Colonial Times within the Present Limits of the United States, New York 1913, S. 39.

[15] Vgl.: Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000, S. 22.

[16] Vgl.: Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S.16.

[17] Vgl.: Tanner, John: Dreissig Jahre unter den Indianern, Weimar 1952, S.IX-X.

[18] Vgl.: Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S.16.

[19] Vgl.: Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis in Amerika, 1682-1861, München 2000, S.16

[20] Vgl.: Lauber, Almon Wheeler: Indian Slavery in Colonial Times within the Present Limits of the United States, New York 1913, S. bzw. 36.

[21] Vgl., ebd., S. 26-29 bzw. 38.

[22] Vgl.: http://www.lsg.musin.de/Geschichte/ArbeitstechnikenG/quellenanalyse_in_geschichte.htm vom 21.2.2005.

[23] Vgl.:Wyss, Hilary E.: Writing Indians, Literacy, Christianity, and Native Community in Early America, Amherst 2000., S.5.

[24] Vgl.: Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis in Amerika, 1682-1861, München 2000, S.23.

[25] Vgl.: Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S.2.

[26] Vgl.: http://guweb2.gonzaga.edu/faculty/campbell/enl310/captive.htm vom 20.1.2005.

[27] Vgl.: Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis in Amerika,1682-1861, München 2000, S. 60.

[28] Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S.4/5.

[29] Vgl.: ebd., S.8.

[30] Vgl.: Wyss, Hilary E.: Writing Indians, Literacy, Christianity, and Native Community in Early America, Amherst 2000.

[31] Vgl.: http://guweb2.gonzaga.edu/faculty/campbell/enl311/jeremiad.htm vom 19.1.2005.

[32] Vgl.: Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000, S.2.

[33] Vgl.: Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S.8.

[34] Vgl.: Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000, S.15

[35] Vgl.: Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis in Amerika, 1682-1861, München 2000, S.69

[36] Vgl.: Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S.13.

[37] Vgl.: ebd, S.1.

[38] Vgl.: Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis in Amerika, 1682-1861, München 2000, S.74.

[39] Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000, S.17.

[40] Vgl.: Wyss, Hilary E.: Writing Indians, Literacy, Christianity, and Native Community in Early America, Amherst 2000.

[41] Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000, S.40.

[42] Vgl.: ebd., S. 34

[43] Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S.3.

[44] Vgl.: Wyss, Hilary E.: Writing Indians, Literacy, Christianity, and Native Community in Early America, Amherst 2000, S.5.

[45] Vgl.: Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000, S.3.

[46] Vgl.: Wyss, Hilary E.: Writing Indians, Literacy, Christianity, and Native Community in Early America, Amherst 2000, S.13.

[47] Vgl.: Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S.12.

[48] Vgl.: ebd., S. 14.

[49] Vgl.: Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis in Amerika, 1682-1861, München 2000, S.43.

[50] Tanner, John: Dreissig Jahre unter den Indianern, Weimar 1952, S. IX.

[51] Vgl.: Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000, S.11.

[52] Vgl.: Haselstein, Ulla: Die Gabe der Zivilisation. Kultureller Austausch und literarische Textpraxis in Amerika, 1682-1861, München 2000, S. 69.

[53] Vgl.: ebd., S70-73.

[54] Vgl.: Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000.

[55] Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S.12.

[56] Burnham, Michelle: Captivity and Sentiment, Cultural Exchange in American Literature 1682-1861, New England/Hanover/London 2000, S.33.

[57] Vgl.: http://link75.org/mmb/History/gyles.html vom 27.1.2005.

[58] Vgl.: Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S13.

[59] Vgl.: Tanner, John: Dreissig Jahre unter den Indianern, Weimar 1952, S. IX.

[60] Vgl.: ebd., S. 240-256.

[61] Vgl. Vaughan, Alden T./Clark, Edward W. (Edt.): Puritans among the Indians. Accounts of Captivity and Redemption 1676-1724, Cambridge/Mass. and London 1981, S. 230 bzw. 26-30.

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Details

Titel
Gefangennahmen und Gefangenschaften im 17. und 18. Jahrhundert - Zeitgenössische Berichte aus dem kolonialen Nordamerika im Vergleich
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Übung: Konfliktgeschichte im kolonialen Nordamerika (1607-1763)
Note
1,4
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V109237
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gefangennahmen, Gefangenschaften, Jahrhundert-Zeitgenössische, Berichte, Nordamerika, Vergleich, Konfliktgeschichte
Arbeit zitieren
Alexander Strangfeld (Autor), 2005, Gefangennahmen und Gefangenschaften im 17. und 18. Jahrhundert - Zeitgenössische Berichte aus dem kolonialen Nordamerika im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109237

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