Die Wikinger in Amerika

Eine Geschichte von Expansion und Besiedlung


Studienarbeit, 2003
46 Seiten, Note: 1

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I. Die Expansion nach Westen
I.I. Abgrenzungen

II. Schriftliche Quellen

III. Archäologische Quellen
Zusammenfassung
Literatur

Vorwort

Die Entdeckungsgeschichte unbekannter Erdteile ruft in vielen Menschen Faszination, Ehrfurcht und Sehnsucht hervor. Das Vordringen in ferne Länder und der Wagemut der frühen Entdecker haben eine fesselnde Wirkung. Die Expansionsbestrebungen der Wikinger, besonders jene nach Amerika, stellen hierin keine Ausnahme dar. Bezeichnenderweise ist der wikingischen Expansion nach Amerika umfassende Literatur gewidmet worden.1

Abhandlungen zur wikingischen Präsenz in Amerika erfreuen sich beachtlicher Auflagenstärke und Nachfrage. Sobald jedoch die ephemere nordische Präsenz in Amerika mit jener auf dem europäischen Kontinent oder im insularen Westen verglichen wird, muss der Befund nüchtern ausfallen: ‚L´Anse aux Meadows’, die bislang einzig einwandfrei bezeugte wikingische Siedlung Amerikas, ist an sich nichts anderes als ein kleines Dorf, das nur wenige Jahrzehnte Bestand hatte—ein für die wikingische Geschichte zwar unbedeutendes Dorf, das allerdings stets noch viel an Faszination hervorruft.

Was könnte diese Faszination ausmachen? Anna Yates gibt—bewusst oder unbewusst—Antwort auf diese Frage. Sie betont Leif Erikssons Rolle als Entdecker Amerikas, “the mysterious continent which was to capture the European imagination in centuries to come.”2 In ähnlicher Weise beschreibt Gwynn Jones die Faszination der nordischen Expansion nach Amerika: “of all viking achievments it was this last which most strongly impressed itself upon our modern imagination”.3

Die Beigeisterung über die wikingische ‚Entdeckung’ Amerikas hat jedoch auch ihre problematischen Seiten. Wie bei so vielen populären Geschichtsthemen leidet das Thema der wikingischen Präsenz in Amerika unter den Verallgemeinerungen journalistischer Amateure und selbsternannter Historikerinnen und Historiker. So schreibt ein Autor:

Erik’s discovery of Greenland took place in the year 982, and this is the first authentic date in American history. [. . .] In his planned discovery of the American continent as well as in his earlier non-stop voyage across the Atlantic he is the symbol of those bold sailors and intrepid pioneers from Great Britain, Holland, Normandy and the Scandinavian countries who conquered this land and impressed upon it the culture of northern Europe.4

Holand rechnet die Entdeckung Grönlands zur amerikanischen Geschichte und nimmt an, es handle sich beim Vordringen nach Amerika um ein geplantes Vorhaben. Gleichzeitig kreiert er einen Heldenmythos Eriks und—wenngleich nicht manifest erwähnt—von dessen Sohn Leif. Seriöse Geschichtsschreibung sollte sich weder obskurer Heroisierungen noch anachronistischer Vereinfachungen bedienen: die wikingische Präsenz in Amerika als Teil amerikanischer Geschichte zu sehen, macht keinen Sinn: zum einen existierte der Begriff Amerika im 10. und 11. Jahrhundert nicht; zum anderen, so über diese Ungenauigkeit hinweggesehen werden möchte, hätten sich die Wikinger wohl kaum als Amerikaner begriffen.

Ebenso wenig lässt sich, wie es im obigen Ausschnitt heißt, von einer Entdeckung Amerikas sprechen. Zum einen blendet dies die ‚Entdeckungsgeschichte’ der First Nations aus;5 zum anderen setzt die Entdeckung von Amerika eben jenes Bewusstsein voraus, auf einen bislang unbekannten Erdteil gestoßen zu sein. Dies war bei den Wikingern keineswegs der Fall. Aus diesem Grund schließe ich mich Langenberg an, die für eine ‚Vorentdeckung’ Amerikas durch die Wikinger plädiert.6 Zwar argumentiert Hennig für eine Titulierung der ‚Vorentdeckung’ als ‚eigentliche Entdeckung’, indem er auf deren weit reichende Bekanntheit im 11. Jahrhundert verweist.7 Diese Bekanntheit bringt der Autor mit der Verbreitung der Hamburgischen Kirchengeschichte Adams von Bremen in Zusammenhang—in dieser ist auch Vínland, dem wikingischen Amerika, eine Passage gewidmet. Allerdings ist für Larson ein solch hoher Bekanntheitsgrad von Vínland nicht erwiesen.8 Aus Mangel an empirischen Befunden schließe ich mich daher Larson und Langenberg an.

Dasselbe gilt für den Terminus ‚Neue Welt’, der in der Sekundärliteratur so häufig gebraucht wird.9 Auch dieser Ausdruck ist unzeitgemäß und sollte vermieden werden: zum einen ist die Verwendung neuzeitlicher respektive zeitgenössischer Termini für die mittelalterliche Periode10 unpräzise. Zum anderen liegt dem Begriff ‚Neue Welt’ die klare Kenntnis und Vorstellung von zwei Kontinenten zugrunde. Die ‚Neue Welt’ setzt also eine ‚Alte Welt’ voraus. Die Wikinger hätten sich im Kontext der Expansion nach Amerika alles andere als Repräsentanten der Alten Welt oder als Europäer gesehen.

Die vorliegende Abhandlung versucht derartige analytische Schwächen nicht fortzuschreiben. Sie bezieht sich hauptsächlich auf den Zeitraum des 10. und 11. nachchristlichen Jahrhunderts und soll die Lokalisation von Vínland ergründen. Es gibt zwei höchst unterschiedliche Quellen zur wikingischen Expansion nach Amerika: (a) die Familiensagas, die über die so genannten Vínlandfahrten, also die Schiffsfahrten nach Amerika (Vínland), berichten; (b) die Überreste der wikingischen Siedlung auf Neufundland, nahe dem heutigen Dorf L´Anse aux Meadows.

In dieser Studie geht es darum, ‚L´Anse aux Meadows’ im Kontext des sagenhaften Vínlands einzuordnen. Anders formuliert: Ist ersteres mit letzterem, dem Amerika der Sagas, identisch?

Ich werde zunächst einen Überblick über die Expansion nach Amerika und die dafür wichtigen Hintergründe geben. Dabei sollen Abgrenzungen zu vorangehenden und nachfolgenden Expansionsphasen und zu nicht-nordischen Fundstellen in Amerika Erwähnung finden. In einem zweiten Arbeitsschritt werden schriftliche Quellen, vor allem die Sagaliteratur, befragt, um an dritter Stelle mit den archäologischen Überresten in Abstimmung gebracht zu werden. Letztlich sollen Übereinstimmungen zwischen den Informationen aus den Sagas und dem archäologischen Fundgut Anregungen für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema bieten. Aufgrund des Arbeitsumfangs können Schifffahrt und deren technische Innovationen keine Berücksichtigung finden.11

I. Die Expansion nach Westen

Im Folgenden sollen die wesentlichen Aspekte der wikingischen Präsenz in Island und Grönland beschrieben werden. Dies vor allem deshalb, weil die Vínlandfahrten12, wie Jones zu Recht betont, kein isoliertes Phänomen13, sondern Folgen der spezifisch isländischen und vorwiegend grönländischen Verhältnisse darstellten. Vínlandfahrten sind als Sammelbegriff für die Reisen nach Helluland, Markland und Vínland, den in den Sagas bezeichneten drei ‚Großregionen’ Amerikas, zu verstehen.

Ich möchte in diesem Kontext drei Punkte herausgreifen, die die Hintergründe der Vínlandfahrten erhellen. (1) Die Expansion nach Amerika wäre nicht ohne die Wind- und Strömungsbedingungen zwischen Island, Grönland und dem kanadischen Festland möglich gewesen;14 die technisch einzig mögliche Route nach Amerika war nicht die direkte, sondern jene über die ‚Brücke’ von Island und Grönland—nur diese Strecke war für die damaligen Verhältnisse schiffbar; (2) die Nordamerikafahrten hängen mit der wirtschaftlichen und politischen Situation in Grönland und Island zusammen; (3) weitere Gründe mögen in Abenteuerlust und im Erkundungsstreben gelegen haben.

Island wurde 874 entdeckt. Die Gründe für die Expansion nach Island sind unterschiedlich und teilweise nicht mehr gänzlich rekonstruierbar. Ältere Thesen gehen von Überbevölkerung als Expansionsmotiv aus. Langenberg führt politische und sozialökonomische Veränderung in Norwegen an.15 Capelle erweitert diese Gründe um die Einwanderung aus den Britischen Inseln, deren Ursachen jedoch im Dunklen liegen.16 In Island dürften zur Zeit der wikingischen Landnahme lediglich einige angelsächsische und irische Eremiten, jedoch keine indigene Bevölkerung gelebt haben. Die Wikinger stießen nach dem Rückzug der Eremiten auf unbesiedeltes Land. Dieser Umstand führt dazu, dass die Expansion über den Atlantik oft als Sonderform der wikingischen Kolonisation angesehen wird—als Landnahme. In diesem Kontext rastert Langenberg die Expansion—in Anlehnung an Fritz Askeberg—in Handelsreisen, private Plünderungsunternehmen, staatlich organisierte Flottenoperationen mit politischem Ziel und Kriegszüge zum Zweck der Kolonisation auf. Die Landnahme stelle eine Sonderform dar; es könne daher nicht von einer homogenen Form der wikingischen Expansion gesprochen werden.17 Morison geht weiter und spricht im Kontext von Grönland und Vínland nicht von Wikingern, sondern von „friedvollen Händlern und Farmern“.18

Da es sich bei Island und Grönland also um weitgehend menschenleere Gebiete handelte, ist deren wikingische Geschichte nicht von den ansonsten so wohl bekannten Plünderungen, Raubzügen und Kämpfen, sondern von Landnahme und Besiedlung gekennzeichnet.

Die isländische Landnahme gilt mit der Etablierung des Allthings (939), eines politischen Versammlungsorgans, als abgeschlossen.19 Diese Instanz hatte allerdings nur gesetzgebende Funktionen. Das Fehlen eines zentralen Exekutivorgans20 führte zu einer dezentralisierten Verlagerung exekutiver Aufgaben auf die Familie und Sippe. Aus diesem Hintergrund ist die Rolle der für Vínland bedeutenden Familiensagas zu verstehen: die Niederschrift der Sagas wurde von den Machtinteressen der jeweiligen Familien beeinflusst; die Unterschiede in den Sagas sind daher teilweise auf diese Einflüsse zurückzuführen.

Island war zum einen rasch besiedelt, zumal die Siedler schnell an die Grenzen land-

und viehwirtschaftlich nutzbarer Gebiete stießen. Zum anderen wurde es durch die Abholzung seiner Birkenwälder vermehrt von Rohstoffimporten abhängig.21

Es bleibt die Frage, ob diese Gründe eine weitere Landsuche ausgelöst haben, oder ob die Expansion nach Grönland nicht bloß Zufall war. Gesichert ist jedenfalls, dass Erik der Rote im Jahr 982 den Spuren Gunnbjörn Ulfssons folgte, der, vom Kurs abgekommen, um 870 Grönland gesichtet haben soll.22 Erik hatte guten Grund Ulfsson zu folgen, da er aufgrund wiederholten Totschlags für drei Jahre aus Island verbannt wurde und auch nicht nach Norwegen konnte:23 Der Westen stellte für Erik die einzige Option dar. Die Landnahme Grönlands erfolgte.

Einer systematischen Erforschung der Küstenregionen folgte die Anwerbung von Neusiedlern aus Island. Die künftige Ost- und Westsiedlung, deren Zentrum das in der Ostsiedlung gelegene Brattahlíd werden sollte, bekam ein Island ähnliches politisches System.24 Die Ostsiedlung ist auf der Breite des heutigen Julianehåb/Qaqortoq, die Westsiedlung auf jener des heutigen Godthåb/Nûk gelegen.

Erik der Rote nannte Grönland—damals bereits fast völlig eisbedeckt—Grünland. Teilweise mag dieser Lockname in den Absiedlungsabsichten aus Island gelegen haben. Allerdings gab es einen zusätzlichen Grund Grönland als Grünland zu bezeichnen—ein Grund mit (indirektem) Verweis auf Amerika. Denn ein Vorteil Grönlands gegenüber Island lag im Treibholz, das von den Küsten Nordamerikas angeschwemmt wurde. Logan misst Grönland aufgrund des Treibholzes und des Holzimports aus Amerika sogar eine Autarkie bei.25 Auch wenn diese These ein wenig übertrieben erscheint, so war das Holzvorkommen für die Wikinger von besonderer Bedeutung. Die Expansion nach Amerika stellte eine Frage der Zeit dar. Holz war ein wichtiger Faktor.

Ähnlich wie Grönland wurde auch Nordamerika um die Jahre 985/986 durch einen vom Kurs abgekommen nordischen Seefahrer namens Bjarni Herjolfsson gesichtet und erst Jahrzehnte danach, etwa um das Jahr 1000, erforscht.26 Die Erforschung erfolgte durch Eriks Sohn Leif, der Bjarnis Kurs in umgekehrter Richtung gen Süden folgte. Leif erreichte in Folge Helluland, das so genannte ‚Flachsteinland’, Markland oder ‚Waldland’ und Vínland, das in der Sagaliteratur gelobte ‚Weinland’.27 Forschungsreisen sowie Kolonisationsversuche folgten.

Die erstmalige Sichtung der Küsten Grönlands und Nordamerikas war also reiner Zufall—wikingische Seefahrer gerieten vom Kurs ab. Expansion und Landnahme unterlagen in beiden Fällen oft ähnlichen Motiven und Zielen. Zugleich gab es auch wesentliche Differenzen zwischen der Expansion nach Grönland und jener nach Nordamerika: (1) Grönland wurde dauerhaft nordisch geprägt; (2) Grönland durchlief die Christianisierung; (3) in Grönland gab es während der wikingischen Besiedlung keine Präsenz von indigenen Gruppen; (4) Grönland hat weitaus mehr (wikingisches) archäologisches Fundgut aufzuweisen als Nordamerika. In Grönland kommt der Besiedlungsgeschichte folglich mehr Bedeutung zu als der Entdeckungsgeschichte. Genau umgekehrt verhält es sich im Fall Amerikas.

I.I. Abgrenzungen

Von einer homogenen Expansion nach Amerika zu sprechen, erfordert eine Korrektur sowohl in zeitlicher als auch in topographischer Hinsicht. Daran anknüpfend muss deren politische Instrumentalisierung erwähnt werden. Am augenfälligsten tritt diese in den mannigfachen Fälschungen von Schriftquellen und archäologischen Objekten zu Tage. Ziel dieser Fälschungen war es, die wikingische Präsenz in Amerika zu bezeugen. Beide Aspekte sollen hier thematisiert werden:

Um den ‚ersten’ Platz in der Geschichte der europäischen Entdeckung Amerikas ranken sich viele Mythen. Sie gehen der normannischen Expansion zeitlich oftmals weit voraus: irische Mönche, so einige Spekulationen, hätten im 5. Jahrhundert die Küsten Nordamerikas gesichtet. Besonders dem Heiligen Brendan wird die Ehre erwiesen, als erster Europäer den amerikanischen Kontinent entdeckt zu haben.28 Basierend auf einer Legende, der Navigatio sancti Brendani, werden irische Landsichtungen im Nordatlantik für tatsächliche Entdeckungen gehalten. Einige Forscher gehen sogar so weit, die Existenz irischer Kolonien in Nordamerika für wahrscheinlich zu halten.29 All diese Thesen sind empirisch nicht gesichert, höchst spekulativ und in meinen Augen unwahrscheinlich.

Indes lässt sich die Expansion nach Amerika nicht allein auf die Wikingerzeit des 9. und 11. Jahrhunderts begrenzen, sondern weist auch für die Zeiten danach Kontinuität auf. Ich möchte in diesem Kontext zwischen zwei Expansionsrichtungen unterscheiden: jener in den Norden und jener in den Süden. Beide Expansionsrichtungen werden in der Literatur oft nicht unterschieden: Erstere, die nördliche, führte in das arktische Kanada, nördlich der Davisstraße in die Baffin Bay bis hin zur Ellesmere Island um den 80. Breitengrad. Es liegen keine literarischen Quellen für Reisen in solch weit entfernte und wirtschaftlich kaum nutzbare Gebiete vor—es hat sie aufgrund der lebensfeindlichen Bedingungen wohl auch nie gegeben.30 Dennoch ist nordisches Streufundgut in Eskimosiedlungen belegt: geschmolzene Kupfer- und Eisenerzeugnisse, deren Technik den indigenen Gruppen weitgehend unbekannt war. Die in der Gesamtanzahl geringen Gegenstände datieren allesamt in das 13. Jahrhundert, können aber die Art der nordischen Präsenz, die theoretisch von Handel bis zur Kolonisation reichen konnte, nicht erklären.31 Das Fundgut dürfte logischerweise auf Handel deuten. Koloniegründungen erscheinen wenig plausibel: Worin wäre der Nutzen einer Kolonie am 80. Breitengrad gelegen?

Die Expansion nach Süden ist hingegen mehrfach bezeugt und fällt direkt in die wikingische Zeit. Dabei reicht die Suche nach nordischen Überresten in Amerika bis in das Jahr 1837 zurück. Zu dieser Zeit rief die Veröffentlichung der Vínland-Sagas ein großes Interesse in den Vereinigten Staaten hervor. In den meisten Fällen war die Suche nach der wikingischen Präsenz in Amerika mehr von Fälschungen als von seriösen, empirischen Untersuchungen gekennzeichnet: Linderoth-Wallace zählt an 52 verzeichneten Orten 73 gefälschte Artefakte und mehr als 100 gefälschte epigraphische Hinweise für eine nordische Existenz auf amerikanischem Boden.32 Diese Fälschungen erstrecken sich von Neuengland bis weit in den Mittelwesten. Zwei prominente Fälschungen sollen hier anhand des Kensington Rune Stones und der Vínlandkarte diskutiert werden.

Der in Minnesota gefundene Runenstein von Kensington wurde bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert als Fälschung entlarvt.33 Dennoch sollte sich rund um dessen Inschrift ein Gelehrtenstreit entwickeln, der mit unterschiedlicher Intensität bis weit in die 1990er geführt wurde. Robert Hall etwa sprach sich erst 1994 für die Authentizität des Runenesteins aus.34 Die Inschrift selbst berichtet von einer Reise einiger Nordmänner aus Vínland in Richtung Westen; diese wäre im Verlauf des 14. Jahrhunderts geschehen. Mittlerweile wurden einige der skandinavischen Schriftzeichen bzw. Worte auf dem Kensington Runenstein als für das 14. Jahrhundert atypisch nachgewiesen; die Authentizität des Steins wurde somit hinlänglich widerlegt.35 Dennoch wird und wurde selbst in seriösen wissenschaftlichen Zeitschriften ein zuweilen hitziger Disput um die Echtheit des Runensteins geführt. Jener zwischen Hjalmar Holand und Erik Moltke war sogar von gegenseitigen Beleidigungen gekennzeichnet. So bezichtigte Moltke Holand der Geschichtsklitterei, da dieser für sein Heimatland, die USA, eine prä-kolumbianische Geschichte fälschen wolle.36

Um einiges spektakulärer und blamabler war die Fälschung der so genannten Vínlandkarte. Diese wurde 1965 von der Yale University Press unter großem publizistischem Aufsehen veröffentlicht. Dabei handelte es sich um ein Konvolut mehrerer Pergamente unter denen sich eine Weltkarte befand. Auf dieser Karte waren Grönland und Vínland als Inseln abgebildet (siehe Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Die Vínlandkarte (LOGAN 1987: 121)

Die Karte wurde aus drei Gründen als unecht eingestuft: (1) die kartographischen Details der Küsten Grönlands waren viel zu genau und wirklichkeitsgetreu abgebildet, um in das 15. Jahrhundert zu passen; (2) die Abbildung Vínlands als Insel, das in den anderen Quellen nicht als Insel beschrieben wird, erregte Bedenken; (3) den endgültigen Beweis brachte letztlich eine chemische Analyse der Tinte: die erste vor-kolumbianische Karte Amerikas wurde als Fälschung des 20. Jahrhunderts entlarvt.37 Obwohl die Karte weithin als Fälschung erkannt wurde, reißen auch in der rezenten Forschung Spekulationen über ihre Echtheit nicht ab. So spricht sich Enterline 2002 für die Echtheit der Vínlandkarte aus, indem er die Insel (Vinilanda Insula) mit der Baffin Island identifiziert.38

Die Geschichte der wikingischen Expansion nach Amerika liest sich mancherorts wie ein Kriminalroman von Betrügereien, Aufdeckungen und gegenseitigen Beleidigungen. Gerade dieser Teil wikingischer Geschichte wurde oftmals für politische Interessen missbraucht: Seien es nun die nationalsozialistischen Einwirkungen auf die Wikingerforschung39 gewesen, die in der ‚Entdeckung’ Amerikas eine ‚Heldentat des Germanentums’ sahen; oder seien es die zahlreichen Versuche gewesen, archäologische Monumente von First Nations in wikingische umzudeuten,40 um eine europäische Überlegenheit zu demonstrieren; eines steht fest: die zahlreichen Fälschungen enthüllen die „Vikingomanie“41 eher als politisches denn als rein wissenschaftliches Phänomen.

Genauigkeit und Differenzierung sind beim Thema der wikingischen Expansion nach Amerika angebracht: Zum einen ist von mehreren Expansionsunternehmungen zu sprechen, die einerseits in ihrer Wirkung nicht überschätzt und in ihrem zeitlichen Kontext (ob nun wikingisch oder danach) nicht vermischt werden sollten. Zum anderen ist angesichts der Fülle and Fälschungen, die bei weitem die Zahl authentischen Fundguts übersteigt, besondere Vorsicht bei der Quelleninterpretation angebracht.

In welche Richtung ist nun vereinzeltes nordisches Fundgut in archäologischen Siedlungen Nordamerikas zu interpretieren? Diese Frage bezieht sich auf die zuvor erwähnten Funde im heutigen Nordkanada und auf eine in Maine gefundene nordische Silbermünze (spätes 11./12. Jahrhundert). Diese Münze ist zwar als Beweis für Handelsbeziehungen anzusehen, bezeugt jedoch keine nordische Präsenz in Maine, da Ort und Beteiligte des Austausches nicht mehr zu rekonstruieren sind.42 Einzelne Artefakte zeugen also mehr von Handelsbeziehungen zwischen der jeweiligen indigenen Bevölkerung und den ‚Nordmännern’ als von nordischen Kolonisationsbewegungen in breitem Ausmaß. Dies gilt ebenso für die von Thomas Lee ausgegrabene Siedlung von Pamiok Island in der Ungava Bay43, die nicht eindeutig als nordisch bestimmbar ist44 und daher eher als indigene zu werten ist.

Fazit: die Überreste von ‚L´Anse aux Meadows’ stellen die einzige wikingische Siedlung Nordamerikas dar. Alle anderen Belege sind entweder gefälscht, deuten auf bloße Handelsbeziehungen, oder sind Siedlungen indigener Provenienz.

II. Schriftliche Quellen

Obwohl die drei Landstriche Helluland, Markland und Vínland aus dem Blickwinkel der Expansion in gemeinsamer Verbindung zu verstehen sind, fokussiert die Forschung auf Vínland. Dies lässt sich nicht zuletzt aufgrund der schriftlichen Quellen erklären. In diesen wird Vínland im Vergleich zu den beiden anderen Landstrichen weitaus häufiger, eingehender und beinahe als paradiesisch beschrieben.

Es liegen verschiedene Arten von Quellen vor, die in unterschiedlichem Ausmaß Vínland erwähnen respektive beschreiben. Die für das Thema wesentlichen Quellen sind—bis auf Adam von Bremens’ Bischofsgeschichte—isländischen Ursprungs. Hinsichtlich der Ausführlichkeit der Vínlandberichte ist zwischen drei Quellenarten zu differenzieren: (1) die zahlreichen, über viele Schriftstücke verstreuten Erwähnungen von Vínland; (2) die Sagas norwegischer Könige; (3) die Familiensagas der Vínland-Fahrer.45

Verstreute Hinweise lassen sich sowohl in Büchern der isländischen Geschichtsschreibung als auch in Sagas finden. In diesem Fall ist die Quellenform des ‚Buchs’ (Bók) von jener der Saga zu unterscheiden. Die ‚Bücher’ entwickelten sich aus den in der Volkssprache während des 12. Jahrhunderts aufgezeichneten Gesetzestexten hin zu einer isländischen Geschichtsschreibung. Die Sagas hingegen bezeichnen mündlich tradierte Erzählungen, die seit dem 12. Jahrhundert schriftlich niedergelegt wurden. Dabei gibt es verschiedene Arten von Sagas. Diese inkludieren die mythischen ‚Vorzeit- und Lügensagas’, die historischen Königssagas, deren Autoren zumeist bekannt sind, und die ‚Familiensagas’, deren Verfasser anonym sind.46 Die Sagas beschreiben in der Regel Geschehnisse zwischen dem Zeitraum der Errichtung des Allthings (930) und der zweiten christlichen Generation auf Island (etwa 1030).

Langenberg macht für die verstreuten Hinweise auf Vínland folgende Quellen aus: (a) Adam von Bremens Bischofsgeschichte; (b) Ari Thorgilssons ’Islendingabók’ aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts; (c) das ‚Landnámabók’ (13.-17. Jh.); (d) die von Abt Nicholas Saemundsson von Thingeyrar im 15. Jahrhundert verfasste ‚Geographie’; (e) und die drei isländischen ‚Eyrbyggja-, Grettis- und Kristni- Sagas’ aus dem 13. Jahrhundert.47 Trotz aller Differenzen ist den beiläufigen Erwähnungen Vínlands ein gemeinsames Charakteristikum eigen: Vínland wird zwar einhellig als „das Gute“ bezeichnet, detaillierte Schilderungen einer Entdeckungs- und Besiedlungsgeschichte fehlen jedoch.

Langenberg stellt daher die These auf, es hätte ein in Island weit verbreitetes Wissen über Vínland und die Vínlandfahrten existieren müssen, woraus das Fehlen einer ausführlichen Schilderung von ohnehin Bekanntem erklärt werden könne.48 Dieses Argument ist zwar logisch, doch muss die unterschiedliche Bedeutung Amerikas in Rechnung gestellt werden: was als beiläufige Erwähnung eines aus rezenter Sicht bedeutenden Kontinents erscheint, kann nicht eins zu eins auf die mittelalterliche Periode übertragen werden. Die wikingischen Seefahrer waren sich nicht bewusst einen neuen Erdteil entdeckt zu haben: wie könnten sie also diese ‚Entdeckung’ ausführlich schildern?

Auch wenn Vínland in den Sagas als ‚gutes Land’ beschrieben wird, so kann dies genauso als Teil eines Landnahmemythos interpretiert werden, der das neu kolonialisierte Land wohl kaum als schlecht diskreditieren wird. So weist Wahlgren etwa auf die Ähnlichkeiten zwischen den euphemistischen Bezeichnungen ‚Vínland das Gute’ (‚Vínland ìt goða’) und ‚la dulce France’ hin.49 ‚America the beautiful’ könnte hier noch hinzugefügt werden. Nicht zuletzt wurde Grönland ebenso als ‚grünes Land’ gepriesen.50 Die Beschreibung des guten Landes sollte also nicht zu eng gesehen werden.

Ähnlich verhält es sich bei den isländischen Sagas norwegischer Könige, die vor allem im Fall von König Olaf Tryggvasson (Reg. 995-1000) nicht nur dessen Lebensgeschichte, sondern auch eine allgemeine norwegische Geschichte schildern und dabei am Rande auf Vínland eingehen. Die von Langenberg in diesem Zusammenhang erwähnten Sagas sind zum einen die ‚Große Saga von Olaf Tryggvasson’, die eine Kompilation mehrerer anderer Sagas darstellt, zum anderen die in das frühe 13. Jahrhundert datierende ’Heimskringla’ des Snorri Sturluson.51 Sie enthalten ähnliche Informationen wie die zuvor erwähnten Quellen.

Die älteste und zugleich einzig nicht-isländische Quelle ist die Bischofsgeschichte der Hamburger Kirche. Darin greift Adam von Bremen auf Befragungen von Zeitgenossen des 11. Jahrhunderts zurück—er führt gewissermaßen qualitative Forschung durch. Sein Bericht über Vínland beruht nicht auf Autopsie, sondern auf den Erzählungen des dänischen Königs Sven Estridsson:

Preterea unam adhuc insulam recitavit a multis in eo repertam oceano, quae dicitur Winland, eo quod ibi vites sponte nascantur, vinum optimum ferentes. Nam et fruges ibi non seminatas habundare non fabulosa opinione, sed certa comperimus relatione Danorum.52

Meine Überssetzung lautet:

Außerdem erzählte er [Sven Estridsson] viele [Männer] hätten in diesem Ozean eine Insel entdeckt, die Winland heiße, weil dort Weinstöcke wild wüchsen, die die besten Weintrauben trügen. Dass dort reichlich Getreide selbst ohne Aussaat wächst, erfahren wir nicht von unglaublichen Vermutungen, sondern von zuverlässigen Berichten der Dänen.

Dieser knappen Schilderung sind nicht viele Anhaltspunkte für die Lokalisation von Vínland zu entnehmen, zumal die Bilder vom ‚schönen’ Land, in dem Wein und Getreide in üppigster Weise wachsen, auch überzeichnet sein könnten. Derartige Beschreibungen sollten nicht als starre Vorgaben für die Lokalisation Vínlands angesehen werden.

Ersichtlich wird, dass es in Europa zwar ein gewisses Spektrum an Wissen über Vínland gab, das jedoch in seiner Reichweite nicht mehr zu rekonstruieren ist. Glaubwürdig erscheint hingegen folgende Erwähnung: Adam von Bremen spricht von vielen Männern, die nach Vínland fuhren. Dies entspricht nicht nur den in den beiden Familiensagas erwähnten Expansionszügen, sondern auch den Hausgrößen in ‚L´Anse aux Meadows’, wo an die hundert Menschen53 einquartiert werden konnten.

Zu den ergiebigsten schriftlichen Zeugnissen über die Vínlandfahrten zählen zwei isländische Familiensagas: die Saga von den Grönländern (GS) oder ‚grönländische Version’ und die Eriksaga (ES) oder ‚isländische Version’. Die Unterscheidung zwischen ‚grönländischer’ und ‚isländischer“ Version bezieht sich nicht auf den Entstehungsort, sondern auf die in den Sagas vorgenommene Fokussierung auf die jeweilige grönländische (Leifs) beziehungsweise isländische (Thorfinns) Familie. Die beiden Versionen sind in drei Büchern erhalten. Die grönländische ist in drei Teilstücken in der ‚Flateyjarbók’ fixiert, einem Codex aus dem 14. Jahrhundert, der in der Forschung als ‚Grœnlendinga saga’ (GS) bekannt ist. Die isländische ist zweifach, in den Pergamentcodices ‚Hausbók’ aus dem 14. Jahrhundert und in der ‚Skáholtsbók’ aus dem anfänglichen 15. Jahrhundert enthalten. Beide differieren jedoch in manchen Details. Die isländische Version wird in der Forschung auch als ‚Eiríks saga rauða’ (ES) tituliert. Zuweilen wird sie auch ‚Thorfinns saga Karlsefni’ genannt.54

Der zuvor erwähnte Einfluss der Familie in der isländischen Wikingergesellschaft erklärt zu einem Gutteil die Unterschiede in den zwei Sagas. In der ersten Version, der Eriksaga, liegt der Akzent auf den Taten der Erik-Familie; in der zweiten ist das Hauptaugenmerk auf die Thorfinn-Familie gerichtet. Folgende quellenkritische Bedenken tun sich bei der Sagainterpretation auf: Zum einen muss zwischen den jeweiligen Originalen und deren Abschriften unterschieden werden; zum anderen müssen beide Schriften im Kontext ihrer Entstehungsbedingungen interpretiert werden. Beide Quellen dürften in Island um das 14. Jahrhundert in Form von Kopien entstanden sein und von den jeweiligen Originalen erheblich abweichen. Die Entstehungszeit der Originale oder des Originals ist nicht mehr zu rekonstruieren. Wahlgren schätzt das Datum für die GS auf 1200 und das der ES um einige Generationen später. Ferner stellt er die These in den Raum, die ES sei nur eine auf der GS basierende ‚neuere’ Version des Originals, eben der GS.55

Ein wesentlicher Unterschied zwischen der grönländischen und der isländischen Version ist, dass erstere eine ausführlichere ‚Entdeckungs- und Siedlungsgeschichte’ schildert, letztere hingegen auf die Besiedlungsgeschichte der Thorfinn-Familie fokussiert und die Erkundungsfahrten von Leif bloß nebenbei erwähnt.56 Der Grund dafür ist vor allem in der Zeit der Abschrift der isländischen Version zu sehen, als sich Thorfinns Familie gegen Eriks Familie in einem Rivalitätskampf behaupten konnte.57

Ein anderer Grund mag in religiösen Einflüssen gelegen haben. Genzmer macht etwa darauf aufmerksam, dass bestimmte Schilderungen in den Sagas christlich-religiösen Hintergrund haben und die Abschriften womöglich von mönchischer Hand herrührten. Als ein Beispiel führt Genzmer folgende Szene an: Nach dem Verzehr eines Wals, der von Thor gesandt worden war, wurde den Männern übel, sodass sie das Fleisch wieder zurück ins Meer warfen. Für die Zurückweisung von Thors ‚Geschenk’ sind die Männer während des harten Winters in Vínland vom Christengott reich an Nahrung belohnt worden. Demgegenüber wird die Episode mit dem Wal in der GS nur beiläufig und ohne direkten religiösen Impetus erwähnt.58

Aufgrund dieser Unterschiede werde ich mich im Folgenden hauptsächlich auf die GS konzentrieren und auf markante Unterschiede zur ES gesondert hinweisen. Wichtig bleibt allerdings, dass, wie Else Ebel zu Recht festhält, beide Sagas „nicht als sicherer Beweis dafür genommen werden, daß die Grönländer nun tatsächlich Amerika entdeckt haben“.59 Damit möchte ich Sagas freilich nicht per se als untaugliche Quellen disqualifizieren.60 Allerdings weisen sie oftmals Schwächen auf und sollten nur in Verbindung mit dem archäologischen Fundgut als taugliche Quelle verwendet werden. Sie erhellen also die Vorentedeckung Amerikas, sollten aber in Hinsicht auf die Lokalisation Vínlands nicht zu eng ausgelegt werden. Den einzigen empirisch haltbaren Beleg für die wikingische Präsenz in Amerika stellen die archäologischen Funde dar.

Oftmals wurden die Vínlandfahrten jedoch als historisches Faktum ausgegeben. Die meisten Autoren, die vor der Entdeckung von ‚L’Anse aux Meadows’ publizierten, stützen sich allein auf die Quelleninterpretation der Sagas und gingen dennoch von den Vínlandfahrten als erwiesene Tatsachen aus.61 Ich fand dazu in lediglich einer der von mir konsultierten Literatur (des Zeitraums vor der Entdeckung von ‚L´Anse aux Meadows’) eine kritische Position.62

Für die Lokalisation von Vínland sind die Sagas also nur im Kontext archäologischer Beweise verwendbar. In der GS63 unterscheide ich drei für die Vínlandfahrten wichtige Phasen: (1) die Landsichtung; (2) die Exploration; (3) die Besiedlung respektive Landnahme. Die Sichtung selbst war bloßer Zufall: Bjarni Herjolfsson, so der Sagatext, wurde auf dem Weg nach Island vom Kurs abgetrieben und stieß einen Tag nach Besserung des Wetters auf dicht bewaldetes Land mit sanften Hügeln. Danach segelte er in Richtung Norden; nach zwei Tagen erreichte er ein diesmal flaches und bewaldetes Land. Weiter im nördlichen Kurs kam er nach dreitägiger Fahrzeit an ein gebirgiges, vergletschertes und von ihm als wertlos eingestuftes Land, das er als Insel identifizierte. Nach weiteren vier Tagen Schifffahrt in östliche Richtung erreichte er Grönland. Weder Bjarni noch ein Mitglied seiner Besatzung setzten Fuß auf den Boden eines dieser drei Länder.

Einige Jahre darauf beschloss Leif Eriksson die von Bjarni gesichteten Länder in umgekehrter Reihenfolge zu erkunden. Er heuerte dazu 35 Mann an und erstand Bjarnis Schiff. Im Gegensatz zu Bjarni ging Leif jeweils an Land und gab den einzelnen Abschnitten Namen: Den ersten nannte er aufgrund der flachen Felsbrocken, die zwischen Gletschern und Küste lagen, Helluland (‚Flachsteinland’); den zweiten bezeichnete er aufgrund der weißen Sandstrände und flachen Waldgebiete als Markland (‚Waldland’). Im Gegensatz zu Bjarni berichtet Leif nicht über die Fahrtdauer, außer dass die Reise von Markland zum dritten—und Bjarnis erstem—Land zwei Tage in Anspruch nahm:

Nach Sichtung des dritten Landes landete Leifs Mannschaft auf einer kleinen Insel, die der Landspitze nördlich vorgelagert war. Der Verfasser der Saga beschreibt wie die Männer den Tau der Gräser kosteten, „ihnen schien, sie hätten nie etwas gekannt, das ähnlich süß war wie dieses.“64 Langenberg und Morison identifizieren diese Insel mit der Cape Bauld (Nordwestspitze Neufundlands) vorgelagerten Belle Isle.65 Dies schient mir zutreffend zu sein, da Belle Isle auch nördlich von ‚L´Anse aux Meadows’ liegt.

Nach der Landung segelten die Männer von der Insel in den nahe gelegenen Sund, führten ihr Schiff einen Flusslauf landeinwärts hinauf und ankerten in einem See. Dort errichteten sie ein Lager, stellten Hütten auf und begannen in kleinem Umkreis das Land zu erforschen. Weiters wird berichtet, dass es in den Gewässern größere Lachse als andernorts gäbe, dass Tag und Nacht nicht so unterschiedlich lange dauerten wie in Island und Grönland, dass es saftige Wiesen, Nutzholz und während der Wintermonate keinen Frost gäbe. Ferner wird erzählt, dass einer der Männer in trunkenem Zustand vom Auskundschaften heimgekehrt sei; die Trunkenheit habe aus dem Verzehr von Weinbeeren resultiert. Aufgrund der zahlreich vorhandenen Weinstöcke nannte Leif dieses Land daher Vínland (‚Weinland’).

Die Männer blieben insgesamt für einen Winter und fuhren danach mit Holz, Weinbeeren und Weinstöcken beladen nach Grönland zurück.

Danach folgte ein weiterer Sohn Eriks, Thorwald, den Spuren seines Bruders; er segelte mit 30 Mann und ebenfalls mit Bjarnis Schiff nach Leifsbúðir, den Leifshütten auf Vínland. Dort blieb die Besatzung über zwei Winter. Über die Fahrt nach Vínland und über die Länder Helluland und Markland wird, wie auch in den nachfolgenden Reiseberichten, nichts mehr erwähnt. Es wird von zwei Expansionszügen innerhalb Vínlands berichtet; einer in Richtung Westen, wo die Männer auf weiße Sandstrände und Untiefen stießen; ein anderer in Richtung Osten und Norden, wo es zum ersten Kontakt mit Indigenen, den so genannten skrælings (‚Barbaren’) kam—eine pejorative Fremdbezeichnung.66 Allerdings ist unklar, ob es sich bei den skrælings um Inuit, genauer um Dorset oder Tunnit, oder um Aborigines, genauer Micmac, Beothuk oder Montagnais von Québec respektive Labrador handelte;67 die Wikinger haben zwischen den indigenen Gruppen nicht differenziert.

Der Erstkontakt zwischen den Wikingern und den indigenen Gruppen war von Kampf gekennzeichnet, den die Wikinger eröffneten. Viele Männer kamen dabei ums Leben— einschließlich des Expeditionsleiters Thorwald. Thorwalds Bruder Thorstein und dessen Ehefrau Gudrid suchten auf der nunmehr vierten Vínlandfahrt nach dem Leichnam des im Kampf gefallenen Familienmitglieds—doch sollten sie aufgrund schlechten Wetters ihr Ziel nie erreichen. Unverrichteter Dinge kehrten sie nach Grönland zurück. Bald darauf erlag Thorstein einer Epidemie, und Gudrid ehelichte einen Isländer namens Thorfinn Karlsefni.

Mit der nun fünften Fahrt nach Vínland setzt die dritte Phase der Landnahme ein, die von Jones als Kolonisation bezeichnet wird.68 Karlsefni brach mit 60 Mann, 5 Frauen und Vieh nach Leifsbúðir auf. Am Ziel angelangt, beschickten sie die Wiesen mit ihren Tieren, trieben Handel mit den ‚skrælings’, wobei die Wikinger Milch gegen Pelze eintauschten. Auch wurde Karlsefnis und Gudrids Sohn Snorri in Leifsbúðir als erster Wikinger in Amerika geboren. Was wie eine dauerhafte Besiedlung anmutet, blieb jedoch ein ephemeres Unterfangen. Nach nur zwei Wintern verließen alle Wikinger Leifsbúðir und kehrten nach Grönland zurück. Als einer der Hauptgründe werden die kämpferischen Zwischenfälle mit der indigenen Bevölkerung genannt.

Die sechste und letzte Vínlandfahrt, von der die GS berichtet, ist jene von Leifs Schwester Freydis; auch diese Expedition führte nicht zu einer dauerhaften Besiedlung Vínlands. Die Gründe dafür waren Zwistigkeiten und Mord unter der Besatzung.

Hinsichtlich der ES ergeben sich zum Teil wesentliche Unterscheide zur GS. In der ES werden lediglich zwei Expansionen erwähnt, wobei Bjarni Herjolfsson völlig ausgeblendet wird. Die zweite und eigentlich wichtige Fahrt wird Karlsefni gewidmet, der die drei Länder benannte und ebenfalls eine ephemere Kolonie errichtete und mit den ‚skrælings’ Handel trieb.69

Ein interessanter Aspekt, der Handel und Gründe für die Vínlandfahrten erhellen könnte, und auf den ich im folgenden Kapitel noch eingehen werde, ist jener des Hartholzes. Die nicht häufig zitierte Stelle am Ende der GS gibt Aufschluss darüber. Sie handelt von Thorfinn Karlsefni, als er längst wieder Vínland verlassen hatte, von Norwegen aus nach Island überfahren wollte und von einem Deutschen gefragt wurde, ob er seinen Schiffsschmuck verkaufen wolle:

„Ich werde dir eine halbe Mark Gold geben“, sagte der Deutsche. Karlsefni schien das ein gutes Angebot, und er verkaufte dann. Der Deutsche ging nun mit dem Schiffsschmuck weg; aber Karlsefni wusste nicht, was für ein Holz das war, - es war aber Mösur aus Vinland.70

Ungeachtet der Frage, ob Karlsefni nun über Ursprung und Art des Holzes bescheid wusste und ob ihm der Käufer tatsächlich ein solches Angebot machte, so wird dem Ahornholz (=Mösur) große Bedeutung beigemessen. Ahorn zählt zu Hartholz, das als widerstandsfähiges Baumaterial gute Verwendung fand und als Importgut in Grönland von speziellem Interesse war.71

Hartholz wiederum gab es nur in Vínland. Im Gegensatz dazu dürften Weichholzsorten weiter nördlich, wie in Markland, durchaus vorgekommen, jedoch aufgrund mangelnder Qualität weniger geschätzt worden sein. Das könnte auch erklären, weshalb die Grönländer sich mit Markland nicht begnügten, sondern weiter in Richtung Süden fuhren. Ingstad und Ingstad hingegen sehen den Anreiz für die Wikinger von Markland aus weiter nach Süden zu segeln darin, dass es in Markland—im Gegensatz zu Vínland—keine Wiesen für das Vieh gab.72 Beide Thesen sind überzeugend. Der Umstand des Hartholzimportes wird noch im kommenden Kapitel bei der Frage nach der Lokalisation Vínlands Aufschluss geben. Gibt es in der GS sonstige Hinweise auf die Lage Vínlands?

Aus dem Verhältnis zwischen Bjarnis Reisedauer und der Abfolge der von ihm gesichteten Länder lassen sich keine näheren Anhaltspunkte für die tatsächliche Fahrtzeit, Entfernung und topographische Bestimmung der Landstriche entnehmen.73 Ferner ist zwar die Identifizierung von Markland mit der Küste Labradors und die Identifizierung Hellulands mit der Südspitze der Baffin Insel weitgehend unumstritten.74 Allerdings kann Helluland nicht die gesamte Baffin Insel meinen. Wahrscheinlicher ist, dass die in der GS erwähnte Umseglung von Helluland, das als Insel bezeichnet wird, auf eine vorgelagerte Insel von Baffin Isle zutrifft—die Baffin Insel ist viel zu groß, um in nur einem Tag umsegelt zu werden.

Es existieren also Hinweise für die geographische Einordnung von Helluland und Markland. Allerdings werden beide Länder in der GS nur einmal, nämlich im Verlauf von Leifs Reise, und noch dazu ohne brauchbare Information über die Fahrtdauer erwähnt. Dies macht eine nähere geographische Identifikation beider Länder unmöglich. Es lassen sich nur größere Landschaften wie Labrador und Teile der Baffin Insel ausmachen. Eine genauere Lokalisation ist nicht möglich.

In der Saga wird zudem erwähnt, dass Bjarnis Landsichtung aus purem Zufall75 erfolgte und die Vínlandfahrten sich alle um einen Ort zentrierten—um Leifsbúðir. Nach der GS und ES muss zwischen Leifsbúðir und dem von Karlsefni gegründeten Straumsfjord aus der ES unterschieden werden. Von daher wird an manchen Stellen auch von zwei unterschiedlichen Orten ausgegangen, sodass die Gleichsetzung von ‚L´Anse aux Meadows’ mit Leifsbúðir umstritten ist. So identifiziert Wahlgren ‚L´Anse aux Meadows’ mit Straumsfjord.76 Linderoth-Wallace wiederum spricht von Leifsbúðir als ‚Hauptcamp’ und von Straumsfjord als ‚Satellitencamp’.77 Demgegenüber weisen Ingstad und Ingstad darauf hin, dass es zwischen Straumsfjord aus der ES und dem Leifsbúðir aus der GS unverkennbare geographische Übereinstimmungen gebe; Leifsbúðir sei in der ES bloß durch Straumsfjord ersetzt worden, in Realität aber gleichzusetzen.78 Die These von Ingstad und Ingstad ist aus zweierlei Gründen überzeugend: (1) sie spiegelt den Entstehungskontext der ES wider; (2) in der ES wird von einer Expeditionsmannschaft von 160 Mann gesprochen—die Häuser in ‚L´Anse aux Meadows’ boten für so viele Menschen jedoch keinen Platz.

Die Frage nach der Lokalisation von Vínland beschäftigte und beschäftigt viele Historikerinnen und Historiker. Sie lässt sich bis ins 18. Jahrhundert rückverfolgen und war teilweise von der regelrechten Verbissenheit gekennzeichnet, Vínland möglichst südlich in den USA zu identifizieren. Ausgangspunkt der Lokalisationsforschung stellte die 1705 in Kopenhagen von Thormodus Torfaeus publizierte Historia Vinlandiae Antiquae dar, worin Vínland mit Neufundland gleichsetzt wurde. Auf diese Publikation folgend, sollten sich Dutzende Autorinnen und Autoren dem so genannten Vínlandproblem, also der Lokalisation, widmen. Teilweise wurde Vínland sehr weit südlich vermutet—vom heutigen Boston, über New York, bis hin nach Florida79 Die Quellen für die Lokalisation beruhten einerseits auf einzelnen, oftmals gefälschten archäologischen Funden, andererseits auf der (zuweilen alleinigen) Interpretation der Sagas.

Was die saga-zentrierte Lokalisation von Vínland betrifft, fasst Hjalmar Holand sieben Anhaltspunkte zusammen, die der von mir konsultierten Literatur weitgehend entsprechen— der Autor selbst identifiziert Vínland mit Nantucket Sound, südlich von Cape Cod und Boston:80

(1) Bjarnis nordöstliche respektive Leifs südwestliche Fahrtrichtung spiegle den Küstenverlauf Nordamerikas wider. Meiner Ansicht nach ist diese These zwar ein plausibles Argument dafür, dass die Wikinger entlang der nordamerikanischen Küste gesegelt sein mussten, doch beantwortet dies nicht die Frage nach der Lage Vínlands.
(2) Aus den in den Sagas beschriebenen milden klimatischen Verhältnissen könne beziehungsweise müsse eine südliche Lage abgeleitet werden. Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass die Erwähnung von frostlosen respektive milden Wintern auch als ‚euphemistischer Landnahmemythos’ interpretiert werden könnte, der das Neuland möglichst attraktiv beschreibt. Ferner kommt hinzu, dass die Winter in Neufundland zur damaligen Zeit mild und schneefrei sein konnten und definitiv wärmer waren als jene in Island oder gar Grönland. Generell dürfte das Klima Neufundlands seit dem 11. Jahrhundert weitgehend konstant geblieben sein, sodass sich auch die Fauna kaum verändert haben dürfte.81
(3) Im Vergleich zu Island und Grönland wird in den Sagas die unterschiedliche Dauer der Tages- beziehungsweise Nachtzeit betont. Da die Sagas jedoch keine exakten Angaben über die Uhrzeit von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang enthalten, ergeben sie dafür kein verlässliches Ergebnis.
(4) Wein, so Holand, sei im Neufundland des 11. Jahrhunderts nicht vorgekommen. Weinstöcke gediehen in südlicheren Regionen. Diese Interpretation des Sagatexts sollte allerdings nicht allzu wörtlich genommen werden. Zum einen ist es unglaubwürdig, dass das in der GS erwähnte Mannschaftsmitglied allein vom Verzehr von Weintrauben berauscht wurde, zum anderen kann dies als literarisches Stilmittel, als bewusste Übertreibung gelesen werden. Else Ebel argumentiert, dass es sich beim Namen Vínland—genauso wie bei jenem von Grönland—um eine die Attraktivität des Neulands steigernde Namensgebung handelte;82 Neusiedler sollten somit angelockt werden. Es ist daher durchaus möglich, dass auf Vínland niemals Wein wuchs (zumal der Wein in den Sagas kein zentrales Thema darstellt). Die unterschiedliche Namensbedeutung und die Tatsache, dass auf Neufundland kein Wein gedeiht, haben Ingstad und Ingstad dazu veranlasst, das ‚i’ in ‚vin’ kurz, also in der Bedeutung von ‚Wiese’ zu lesen.83 Vínland könnte also nicht nur als ‚Weinland’ sondern auch als ‚Wiesenland’ übersetzt werden.
(5) Der Lachs käme bis zum 41. Breitengrad, also nicht südlicher als Rhode Island und Connecticut, vor. Diesem Hinweis ist nichts entgegenzuhalten.
(6) Anhand von Leifs zweitägiger Fahrtzeit von Markland nach Vínland ließen sich sowohl Entfernung als auch Lokalisation ausmachen. Diese Zeiten habe ich bereits als unglaubwürdig beschrieben.
(7) Es gebe in den Sagas unverwechselbare Ähnlichkeiten mit den tatsächlichen Küstenabschnitten, genauer desjenigen zwischen der ‚vorgelagerten Insel’ und dem Sund, wo Leif landete. Dieser Vergleich von Küstenabschnitten stellt eine mögliche Methode der Lokalisation dar; allerdings ist die Beschreibung der Küstenabschnitte in den Sagas sehr diffus—sie kann auf so manchen Küstenverlauf zutreffen.

Trotz aller meiner Einwände lässt sich aus der GS zweierlei für die Lage Vínlands schließen. Zum einen gibt sie Hinweis darauf, dass unter Führung von Karlsefni 60 bis 70 Leute kolonisierten. Von daher müssten die Häuser in ‚L´Anse aux Meadows’ auch annähernd eine solche Zahl an Menschen beherbergt haben. Zum zweiten ermöglichen die Schilderungen des Lachsvorkommens, des moderaten Wetters, des Nutzholzes und der Wiesen eine grobe geographische Einordnung. Von diesen ausgehend können nur archäologische Befunde ein konkretes und seriöses Ergebnis liefern.

III. Archäologische Quellen

Der Fokus dieses Kapitels liegt auf der Siedlungsfunktion von ‚L’Anse aux Meadows’, der einzigen wikingischen Siedlung in Nordamerika. Entdeckt wurde die Siedlung vom norwegischen Juristen Helge Ingstad, der ab 1960 systematisch zu Wasser und zu Luft Neufundlands Küstenlinien erforschte. Sein Ziel lag im Vergleich der Küstenlinien mit den Landschaftsbeschreibungen in den entsprechenden Sagas. Zusätzlich dazu zog Ingstad drei Landkarten aus dem 16. beziehungsweise 17. Jahrhundert heran, die auf einer mittlerweile verloren gegangenen altisländischen Karte beruhen dürften; alle drei zeigen eine Halbinsel namens Promontorium Winlandiæ. Bei der ersten Karte handelt es sich um die 1590 von Sigurd Stéfansson angefertigte Skålholt-Karte, die nur mehr in Kopie aus dem Jahr 1670 vorhanden ist; die zweite Karte wurde von Bischof Resen im Jahr 1605 angefertigt; die dritte Karte datiert in das Jahr 1599 und wurde von Helge Ingstad in Ungarn aufgefunden.84 Eine Gemeinsamkeit erscheint wichtig im Zusammenhang der Lokalisation Vínlands: alle drei Karten zeigen die Halbinsel Promontorium Winlandiæ.

Aufgrund dieser Gemeinsamkeit konnte Ingstad seine Suche auf die ‚Northern Peninsula’, die Halbinsel im Nordwesten Neufundlands einengen. Die Umrisse dieser Halbinsel sehen den Zeichnungen auf den drei Karten verblüffend ähnlich. Ingstads ‚Detektivarbeit’ war erfolgreich:

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Fischerdorf L´Anse aux Meadows, in der Nähe der Épaves Bay, stieß Ingstad an sein Ziel. Im Zeitraum von 1961 bis 1968 wurden nach insgesamt sieben archäologischen Expeditionen—unter der Leitung der Archäologin Anne Stine Ingstad—acht Häuser inklusive einer Schmiede, einem Holzkohlemeiler und vier Bootsschuppen zu Tage gelegt. Die Siedlung steht auf einer Meeresterrasse, durch die der Black Duck Brook fließt, der einige Kilometer landeinwärts aus einem See entspringt.85 Die Überreste liegen also nicht direkt an der Küste und weisen in Verbindung des Flusses und des Sees Parallelen zu den Landschaftsbeschreibungen aus der GS auf.

Die Gebäude selbst bestanden aus Soden, die nicht auf Steinfundament, sondern auf bloßem Grund aufgeschichtet wurden; sie wurden mitsamt den Dächern durch Holzrahmen zusammengehalten.86 Linderoth-Wallace unterscheidet zwischen zwei Sodenarten, die in ‚L´Anse aux Meadows’ als Bausubstanz verwendet wurden. Zum einen grobschichtigere Grassoden, die aus trockeneren Gebieten stammen, zum anderen solideres Torf. Beide stammen aus unmittelbarer Umgebung der Siedlung.87

Insgesamt wurden die einzelnen Häuser im Verlauf der archäologischen Feldforschung mit den Buchstaben ‚A’ bis ‚J’ versehen, wobei drei Häuserkomplexe zu unterscheiden sind, deren Zentren jeweils ein großes Haus bilden. Die Haupthäuser erinnern an die rechteckigen Langhäuser nordischen Typs88 und sind von einem oder mehreren kleineren Trabantenhäusern umgeben. Der Häuserkomplex A-B-C besteht aus dem Haupthaus A, das im Inneren 14 Meter in Länge und 4 bis 4.5 Meter in Breite misst und vier Räume aufweist.89 Die Sodenwände sind zwischen 1 und 1.5 Meter dick. Die Nebengebäude B und C sind wesentlich kleiner (4.5 x 3.25 Meter für B und 4 x 2.8 Meter für C) und weisen je einen Raum auf. Der Gebäudekomplex D-E besteht aus dem Haus D mit 3 Räumen, wobei Haus H mit Haus D zu DIII verschmolzen wurde. Haus E besteht aus nur einem Raum. Der F-G Komplex besteht aus dem größten Langhaus F (20 Meter in der Länge) und aus 6 Räumen. Haus G weist nur einen Raum auf in dessen Zentrum eine Feuerstelle und Dutzende Steine gefunden wurden, die aufgrund ihrer Spröde großer Hitze ausgesetzt gewesen sein mussten. Die Archäologie geht davon aus, dass Haus G eine Art Sauna gewesen sein dürfte. Bei Haus J, dem einzigen westlich des Bachufers gelegenen Gebäude, handelt es sich um eine Schmiede.

Wahrscheinlich um die Brandgefahr zu mindern, dürfte dieses Gebäude weit ab von den anderen Gebäuden errichtet worden sein. Einige Häuser wurden im Nationalpark ‚L´Anse aux Meadows’ rekonstruiert. Abbildung 2 zeigt ein rekonstruiertes Wikingerhaus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2. Rekonstruktion einen Grassodenhauses im Nationalpark ‚L´Anse aux Meadows’, Neufundland, Kanada (Foto: Autor).

Sowohl die aus Grassoden hergestellten Dächer als auch die Sodenwände sind mittlerweile eingestürzt und zum Teil bis zur Unkenntlichkeit90 erodiert, sodass Sand- und Torfschichten stratigraphisch, also in Bezug zu unterschiedlichen Schichten91 studiert werden mussten. Die am besten erhaltenen Wände haben lediglich eine Größe von in etwa 20 bis 60 Zentimetern.92

Im Grabungsareal lässt sich eine Siedlungskontinuität vor und nach der Zeit der Wikinger konstatieren, wobei bauliche Überreste indigener Provenienz—im Gegensatz zur wikingischen Siedlung—direkt an der Küste93 von Épaves Bay zu finden sind. In der Wikingersiedlung wurden nur vereinzelt nicht-nordische Artefakte gefunden. Dabei handelt es sich um eine Pfeilspitze aus dem Haus A und um eine Pfeilspitze aus Quarz aus Haus D. Beide sind dem Dorset Typ zuzurechnen.94 Die nicht-nordischen Artefakte dürften meiner Meinung nach für den Aspekt von Handel respektive Tauschgeschäften zwischen den Wikingern und den indigenen Gruppen sprechen. Wahlgren hingegen meint, die von den Wikingern errichteten Häuser seien nach deren Abzug von den Dorset bewohnt worden.95 Dies scheint mir aus zwei Gründen fraglich: (1) die Sodenbauten hielten aufgrund des in Neufundland wärmeren Wetters nicht länger als 10 bis 20 Jahre; (2) die Häuser wurden später nie repariert oder ergänzt.96

Dieser Hinweis wirkt auch auf die Vínlandfahrten nach Karlsefni und Freydis erhellend: Zwar dürften noch über einige Jahrhunderte Fahrten nach Markland und Vínland unternommen worden sein, um die Bevölkerung mit Holz zu versorgen. Allerdings wurden diese nur sporadisch festgehalten—wenn etwa ein Schiff vom Kurs abgekommen war; die beiden Länder gerieten im 14. Jahrhundert zunehmend in Vergessenheit, und die Siedlung verfiel.97 Erwiesen ist, dass die Gebäude in ‚L’Anse aux Meadows’ während der nachfolgenden Reisen nicht weiter benutzt wurden.

Aus dem bisher vorgestellten archäologischen Befund geht hervor, dass ‚L´Anse aux Meadows’ ephemeren Charakter hatte, also nur für einige Dekaden genutzt wurde. Ebenso war es eine kleine Siedlung: nach den Berechnungen von Linderoth-Wallace konnte es in etwa 70 bis 80 Menschen beherbergen.98 Ferner sind die einzelnen Gebäude auf derselben Schicht gelegen, sodass es nur eine Okkupationsphase von einigen Dekaden Dauer geben konnte.99

Die einzelnen Gebäude hatten zum Teil unterschiedliche Funktionen und waren demnach unterschiedlich ausgestattet. Dies spiegelt sich in den archäologischen Funden wider. So wurden in einzelnen Häusern respektive Räumen längliche Feuerstellen, Kochmulden und vereinzelt auch Glutkammern mit Schieferbelag entdeckt; in den Glutkammern wurden glühende, mit Asche bedeckte Kohlestücke die Nacht über gelagert, um das Feuer wieder entfachen zu können. Die Glutkammern erinnern dabei sehr an jene aus Grönland, Island und Norwegen.100 Die Häuser stimmen also mit bestimmten Typen wikingischen Stils überein— dies kommt ebenso in der Schmiede, im Holzkohlemeiler und den vier Bootsschuppen zum Ausdruck. Haus J konnte aufgrund der dort häufig gefundenen Eisenschlacken, Eisenfragmente und Eisenerzstücke als Schmiede identifiziert werden. Im Holzkohlemeiler, der an die Schmiede angrenzte, dürfte die Holzkohle für die Schmiedearbeiten erzeugt worden sein.101

Die Hauptgebäude A bis G hatten drei wesentliche Funktionen: Wohn-, Arbeitsplatz- und Stauraumfunktion. Wohnraum lässt sich anhand von Feuerstellen, Essensresten und dergleichen, Arbeitsraum anhand von Werkzeug-, Rohstoffresten usw. und Stauraum durch das Fehlen von derartigem Fundgut feststellen. Linderoth-Wallace weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Verhältnis von Stau- versus Wohnraum im Vergleich zu anderen nordischen Siedlungen ungewöhnlich hoch war: die Autorin berechnet das Verhältnis zwischen Wohnraum versus Arbeitsraum als 2.75:1 und jenes zwischen Wohnraum versus Stauraum als 4:1.102 In ‚L´Anse aux Meadows’ gab es also verhältnismäßig viel Stauraum. Ebenso lässt sich für ‚L´Anse aux Meadows’ eine arbeitsteilige Gemeinschaft rekonstruieren:

We find evidence of four specific activities at L´Anse aux Meadows, each of which constitutes one facet of boat repair. The association of each activity with a particular complex could be an indication that the work was carried out by specialists, each specialist being part of a certain group of residents: iron workers in the A-B-C complex, carpenters in the D-E complex, and ship-wrights in the F-G complex. Ships would have been vital for the safe return of everyone to Greenland or Iceland.103

Der kulturelle Kontext der Gebäude und deren Innenausstattung weist die Siedlung ‚L´Anse aux Meadows’ als nordisch aus. Doch ist dies nicht der einzige Beweis für deren wikingische Provenienz. Anne Stine Ingstad macht darauf aufmerksam, dass es auf Neufundland genügend Holz gegeben hätte, um mit diesem Baustoff langlebigere Häuser zu errichten. Stattdessen wurden die Häuser aus Grassoden errichtet—so wie es die aus Grönland stammenden Erbauer gewohnt waren. Die lokalen indigenen Gruppen hingegen errichteten vorwiegend Pfahlbauten aus Holz.104 Dies widerspräche Régis Boyers´ These, die Dorset hätten die grönländischen Gebäude auf Handelsmissionen gesehen, sich zum Vorbild genommen und in Neufundland errichtet.105

Ebenso wurden C-14 Analysen von Grassoden, Holzkohlestücken und Walknochen gemacht. Gemessen wurde dabei die Zeitspanne des radioaktiven Zerfalls von C14 Atomen in abgestorbenen Organismen, wobei Grassoden und Knochen sicherere Ergebnisse liefern als Holzkohlereste, da bei letzteren die Zeitspanne zwischen Tod des Baums und dem Zeitpunkt der Umwandlung in Kohle groß sein kann.106 Die Radiokarbonanalysen der Soden ergaben ein annäherndes Datum von 1000 nach Christus mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 90 Jahren.107 Dieses Datum passt in den Zeitraum der Vínlandfahrten.

Neben der Bausubstanz und Siedlungsstruktur bezeugt auch das archäologische Fundgut den nordischen Ursprung der Siedlung. Das Fundgut gibt ebenso Auskunft über die Siedlungsfunktion. Die Anzahl der in ‚L´Anse aux Meadows’ gefundenen Objekte ist im Vergleich zu anderen wikingischen Ausgrabungsstätten sehr gering.

An dieser Stelle möchte ich einige Artefakte diskutieren, die für das Thema der Siedlungsfunktion und der Lokalisation von Vínland aufschlussreich sind. Von Interesse ist eine Spinnwirtel aus Speckstein, die von der Machart und vom Material her eindeutig nordischen Ursprungs ist; darüber hinaus handelt es sich bei Spinnwirteln um Frauenwerkzeuge. Dies bezeugt also die Präsenz von Frauen in ‚L´Anse aux Meadows’ und entspricht somit den Schilderungen aus der GS.108 Daneben wurden 99 Eisennägel respektive Fragmente von Eisennägeln gefunden, die für die Reparatur von Schiffen verwendet wurden.109 Dies stützt die These, dass ‚L´Anse aux Meadows’ nicht nur als ‚Speicherstadt’ sondern auch als Werkstatt, als quasi Werft verwendet wurde. Aufschlussreich für eine kurze Siedlungsdauer sind ebenfalls die geringen Mengen an gefundenem Abfall, sowie das gänzliche Fehlen von Grabstätten und Stallungen.110 Das Fehlen von Stallungen besagt jedoch noch nicht, dass die Siedler kein Vieh mit sich nahmen, da ein Knochenstück eines nicht auf

Neufundland heimischen Schweins gefunden wurde—dieses musste von den Wikingern eingeführt worden sein.111 Das Fehlen von Stallungen weist vielmehr auf eine kurze Besiedlungsdauer hin.

Ein an sich unspektakulärer Fund sollte letzten Endes ein Licht auf die Lokalisation von Vínland und auf die Siedlungsfunktion von ‚L´Anse aux Meadows’ werfen: Graunüsse. Die nördlichste Verbreitung der Graunuss, einer Verwandten der Walnuss, ist das südliche Ende des St. Lorenz Golfes, in der Nähe der Miramichi Bay in New/Nouveau Brunswick. Graunüsse sind in Neufundland nicht heimisch. Zudem ist ihr Gewicht zu schwer, um von Vögeln auf die Insel gebracht worden zu sein. Die in ‚L´Anse aux Meadows’ gefundenen Graunüsse konnten also nur von Expeditionsfahrten herrühren.112

Aus den archäologischen Befunden lässt sich daher schließen, dass ‚L´Anse aux Meadows’ für nur kurze Zeit bewohnt wurde, nordischen Ursprungs ist und dass die Wikinger weiter in den Süden vorgestoßen sein mussten. Ebenso diente die Siedlung als eine Art Werft, in der Schiffe wieder flott gemacht werden konnten. Daneben fungierte ‚L´Anse aux Meadows’ als (Winter)Quartier: die unverhältnismäßige Proportion des Stauraums spricht dafür, dass Vorrat gelagert wurde.

Unter Berücksichtigung des archäologischen Fundguts stellen sich zwei Fragen: (1) Ist ‚L´Anse aux Meadows’ mit Vínland identisch? (2) Ist ‚L´Anse aux Meadows’ mit Leifsbúðir identisch? Beide Fragen haben mit der der Lokalisation Vínlands zu tun. An dieser Stelle möchte ich auf zwei Aussagen in der GS rekurrieren: (1) die Vínlandfahrten hatten weniger den Zweck von Handelsmissionen; Ziel war vielmehr die Exploration und die Erschließung von Rohstoffquellen—es ging vor allem darum, den grönländischen Holzbedarf für den Schiffsbau abzudecken. (2) Die Ähnlichkeiten der Landschaftsbeschreibungen aus der GS mit der Siedlungsumgebung sind nicht zu übersehen.

Dennoch: ‚L´Anse aux Meadows’ mit Leifsbúðir gleichzusetzen, liegt zwar mehr als nur nahe, kann aber nicht eindeutig bewiesen werden. Gänzlich anders verhält es sich mit der Frage nach dem Bezug von ‚L´Anse aux Meadows’ zu Vínland. Dazu ist auf die besondere Rolle des Stauraums hinzuweisen, der die Siedlung als Drehscheibe und Pforte nach Vínland ausweist. Der Graunussfund beweist, dass ein Teil der Bewohner Explorationsfahrten nach Süden unternahm, wo Hartholzbäume geschlagen werden konnten. Die Küstenregionen des südlichen St. Lorenzgolfs waren voll von Hartholzbäumen. Ebenso stellt diese Region den nördlichsten Verbreitungsgrad von zwei Pflanzen dar: (a) die Graunuss; (b) die Weintraube.113

Die Siedlungsfunktion allein spricht bereits dafür, dass es Expeditionen nach Süden geben musste. Dies wird durch den Graunussfund zusätzlich gestützt. Dieser allein stellt freilich noch keinen Beweis für Expeditionsunternehmungen dar, da die gefundenen Nüsse auch Tauschobjekte aus den Handelsbeziehungen mit den indigenen Gruppen sein könnten. Der Wein ist ein weiteres Indiz für Explorationsfahrten in den Süden: Auf Neufundland wuchs kein Wein. Das bedeutet allerdings nicht, dass die entsprechenden Berichte in den Sagas völlig frei erfunden wären: Die Schilderungen in der Saga könnten zeitlich gerafft worden sein. Der GS lässt sich entnehmen, dass Weinbeeren während einer Expedition gefunden wurden. Ähnlich der ungenau geschilderten Reisedauer nach Vínland mag vielleicht auch die Expansionsdauer von ‚L´Anse aux Meadows’ ungenau sein: Wein wuchs demnach nicht in unmittelbarer Siedlungsumgebung, sondern weiter entfernt. Selbst wenn dies der Spekulation überlassen wird, so spricht die Funktion von ‚L´Anse aux Meadows’ für zwei Charakteristika: (a) die Sieldung diente als Quartier, in dem Güter gesammelt wurden; (b) sie stellte eine Art Pforte dar, die in ein Hinterland führte. Beides ist Beleg für die wikingische Präsenz in den Golfregionen:

We can therefore see L´Anse aux Meadows as a trans-shipping station. I suggest that it served as a gateway […]. A gateway is a passage point into and out of a distinct natural or cultural zone, situated at ist edge and linking that region with the core area settlement. Raw metarials or other goods are collected from several areas of this hinterland and brought to the entrance point where they are sorted and prepared for shipment to the core area and redistributed there by its political authority who maintains full control of the gateway. Leifsbúdir in Vinland functioned as such a gateway, Vinland being the hinterland, Leifsbúdir the gateway.114

Vínland war kein eng umgrenzter Punkt, sondern muss als Landschaft verstanden werden, zu der ‚L´Anse aux Meadows’ genauso wie die südlichen Golfregionen der heutigen kanadischen Bundesstaaten Québec, New/Nouveau Brunswick, Prince Edward Island/Île-du-Prince- Édouard und Nova Scotia/Nouvelle Écosse zählen.

Zusammenfassung

In dieser Arbeit ging es um die Lokalisation von Vínland, dem Amerika der Wikinger. Dazu wurden die schriftlichen Quellen, allen voran die Sagaliteratur, mit dem archäologischen Fundgut verglichen. Die bislang einzig bezeugte wikingische Siedlung in Nordamerika ist jene von ‚L’Anse aux Meadows’ auf Neufundland. Sie war klein und von kurzer Dauer und wurde nicht länger als einige Dekaden benutzt. Sie diente als Winterquartier, als Stauraum für die Expansionszüge und als Werft für die Schiffsreparatur. ‚L´Anse aux Meadows’, das wahrscheinlich, jedoch nicht sicher, mit dem Leifsbúðir der Saga identisch ist, war ein Teil von Vínland. Es war eine Art Torweg in ein südlich gelegenes Hinterland, das eine für Grönland wichtige Ressource enthielt: Hartholz. Vínland hatte für die Wikinger eine vorwiegend ökonomische Funktion.

Letztlich bleibt die Frage: war Vínland wirklich ein Paradies wie es so oft genannt wird? Vínlands Länder mit ihrem begehrten Hartholzvorrat waren von Grönland annähernd gleich weit entfernt wie die norwegische Küste. Norwegen konnte dieselben Güter bieten wie Amerika. Ein Unterschied blieb aber: Waren die Zeiten in Vínland von Kämpfen mit den indigenen Gruppen gekennzeichnet, so konnte Europa mehr bieten: angefangen von Luxusgütern bis hin zur Religion, dem Christentum. Vínland blieb daher eine Episode in der wikingischen Geschichte. Eine Episode ohne nachhaltige Folgen für Europa.

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[...]


1 Ausführliche Bibliographien finden sich in folgenden Monographien: HERMANNSSON (1966), 1-94; LANGENBERG (1977), 134-182; PITSCHMANN (1982), 231-235.

2 YATES (1993), 9.

3 JONES (1973), 290.

4 HOLAND (1969), 9, 30.

5 Vgl. DESCHAMPS (1969), 41.

6 Vgl. LANGENBERG (1977), 9 und dort Anm. 17, 119.

7 Vgl. HENNIG (1936), 466; HENNIG (²1950), 326.

8 Vgl. LARSON (1914), 117.

9 ‚Neue Welt’ wird u.a. von folgenden Autorinnen und Autoren verwendet: YATES (1993), 14f.; LANGENBERG (1977), 119; THÓRDARSON (1930), 66; JONES (1973), 298; LOGAN (1987), 98; HENNIG (²1950), 324; INGSTAD (1970), 130; LINDEROTH-WALLACE (1990), 194; BIGELOW (1990), 1.

10 Auch wenn Capelle darauf hinweist, dass nach skandinavischer Periodisierung das Mittelalter erst mit dem Ende der Wikingerzeit (1066) beginnt, wird diese Enteilung von mir aus arbeitspraktischen Überlegungen nicht übernommen. Vgl. CAPELLE (1986), 1. Weiters unterstreicht der Autor an derselben Stelle, dass die ‚Wikingerzeit’ das 9., 10. und die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts umfasst, obwohl sich wikingische Lebensweisen auch danach noch mancherorts hielten.

11 Die Wikinger orientierten sich allein am Sonnen- und Sternestand. Ihnen war der Kompass unbekannt, weshalb sie entlang der Küsten navigieren und von Grönland aus über die Davisstraße in südliche Richtung segeln mussten. Zur Schifffahrt im Zusammenhang mit der Expansion nach Amerika vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 1-7; LANGENBERG (1977), 4, dort Anm. 1; MORISON (1971), 32-36; WAHLGREN (1986), 41-44; YATES (1993), 63-74.

12 Vgl. LANGENBERG (1977), 10, dort Anm. 19.

13 Vgl. JONES (1982), 224; JONES (1973), 270f.; JONES (1982), 220.

14 Vgl. ZECHLIN (1935), 10.

15 LANGENBERG (1977), 6, 21.

16 Vgl. CAPELLE (1986), 97.

17 Vgl. LANGENBERG (1977), 8f.

18 Vgl. MORISON (1971), 32, dort Asteriskus.

19 Zum Allthing vgl. JONES (1973), 282f.; BARTH (2002), 10f., s.v. Allthing.

20 Das Gefolgschaftsverhältnis zwischen dem Oberhaupt eines Gebietes, dem Godhen, und den darin lebenden Thingmännern war zu locker, um als exekutive Zentralinstanz zu dienen. Vgl. LANGENBERG (1977), 22; BARTH (2002), 75f., s.v. Gode.

21 Vgl. CAPELLE (1986), 98f., 100.

22 Vgl. HENZE (1983), 174, Sp. II., s.v. Erik (Eirik, Erich) der Rote; 414., Sp. I, s.v. Gunnbjörn Ulfsson.

23 Vgl. GRAHAM-CAMPBELL/BATEY (1994), 174.

24 Vgl. JONES (1973), 293; INGSTAD/INGSTAD (2001), 7-28.

25 Vgl. LOGAN (1987), 85. Capelle hingegen spricht sich gegen eine solche Annahme der Autarkie aus. Vgl. CAPELLE (1986), 102.

26 Vgl. WIPF (1986), 29f.; GOTTSCHLING (1982), 61-66. Die Datierung wird in der Forschung unterschiedlich diskutiert. So nimmt Holand für Leifs Ausfahrt keinen früheren Beginn als das Jahr 1003 an. Vgl. HOLAND (1969), 29. Yates, Cooke/Holland und Wahlgren sprechen hingegen für das Jahr 1000. Vgl. YATES (1993), 22; COOKE/HOLLAND (1978), 13; WAHLGREN (1968), 29.

27 Vgl. HENZE (1993), 190, Sp. II, s.v. Leif Eriksson.

28 Vgl. dazu COOKE/HOLLAND (1978), 13; SAUER (1968), 163-165; SPITZBART (1986), 11-22

29 Vgl. HENNIG (1936), 464

30 Vgl. JONES (1973), 295; LINDEROTH-WALLACE (1991), 212.

31 Zu nordischen Funden in der (kanadischen) Arktis vgl. WAHLGREN (1986), 18-21.

32 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1991), 207. Nicht alle Artefakte stammen dabei aus wikingischer Zeit.

33 Vgl. LOGAN (1987), 108f.; SNOW (1989), 16f.

34 Vgl. HALL (1994), 79. Zur älteren Diskussion vgl. ZECHLIN (1935), 16-18.

35 Vgl. LANGENBERG (1977), 63; EBEL (1973), 3; WAHLGREN (1986), 100-106.

36 Vgl. HOLAND (1922), 134; HOLAND (1951), 24ff.; MOLTKE (1953), 4; MOLTKE (1953), 13.

37 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 121; LOGAN (1987), 118-124.

38 Vgl. ENTERLINE (2002), 64-66, 68-70.

39 Vgl. LANGENBERG (1977), 83-85.

40 Vgl. SNOW (1989), 19f.

41 Vgl. PLUMET (1976), 67.

42 Vgl. GRAHAM-CAMPBELL/BATEY (1994), 179.

43 Vgl. PLUMET (1976), 71, 74f.

44 Vgl. WAHLGREN (1986), 133-137; LOGAN (1987), 110f.

45 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 29f.; LANGENBERG (1977), 32-49.

46 Vgl. LANGENBERG (1977), 15-19; BARTH (2002), 182f., s.v. Sagas.

47 Vgl. LANGEBERG (1977), 33-44.

48 Vgl. LANGENBERG (1977), 38, 44.

49 Vgl. WAHLGREN (1986), 97.

50 Zum Vergleich zwischen Grönland und Vínland als Teil eines Mythos vgl. MORISON (1971), 52.

51 Vgl. LANGENBERG (1977), 44-47.

52 Magistri Adam Bremensis Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum, IV, 39; Original abgedruckt in TRILLMICH/BUCHNER (³1973), 488, 490.

53 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 105.

54 Vgl. EBEL (1973), 1f., LANGENBERG (1977), 50-54; INGSTAD/INGSTAD (2001), 30ff. Als Übersetzungen der GS und ES werde ich jene von GOTTSCHLING (1982) und von HRUBY (1928) heranziehen.

55 Vgl. WAHLGREN (1968), 27f. Die Interpretation eines solchen Verhältnisses ist nachvollziehbar, kann hier aber nicht weiter diskutiert werden.

56 Vgl. WAHLGREN (1968), 28; GENZMER (1944), 290.

57 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 31ff.; LANGENBERG (1977), 54.

58 Vgl. GENZMER (1944) 292; zur Szene selbst (in der ES) vgl. HRUBY (1928), 13f.; zur selben Szene in der GS vgl. GOTTSCHLING (1982), 88.

59 EBEL (1973), 3.

60 Kritisch etwa Jones, der ES und GS (zusammen und/oder getrennt) als nicht zufrieden stellendes Quellenmaterial besieht. Vgl. JONES (1982), 227.

61 Vgl. GENZMER (1944), 300ff.; ZECHLIN (1935), 10; THÓRDARSON (1930), 7; HENNIG (1936), 466.

62 Vgl. LARSON (1914), 113.

63 Ich beziehe mich hier ausschließlich auf die Übersetzung der GS von GOTTSCHLING (1982).

64 GOTTSCHLING (1982), 72.

65 Vgl. LANGENBERG (1977), 115; MORISON (1971), 41.

66 Vgl. SENS (1994), 136f.

67 Vgl. MORISON (1971), 53; INGSTAD (1970), 129-133.

68 Vgl. JONES (1973), 300f.

69 Vgl. HRUBY (1928).

70 GOTTSCHLING (1982), 98, 28, dort Anm. 7.

71 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1991), 218; WAHLGREN (1986), 129; INGSTAD (1966), 157.

72 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 136.

73 Vgl. YATES (1993), 51.

74 Vgl. LANGENBERG (1977), Tabelle 2, 128-132; YATES (1993), 52; JONES (1973), 300.

75 Vgl. JONES (1973), 295.

76 Vgl. WAHLGREN (1986), 166; vgl. dazu auch EBEL (1973), 7.

77 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1990), 168.

78 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 87, 134.

79 Vgl. MORISON (1971), 36; HENNIG (²1950), 323; HENZE (1993), 193, Sp. II, s.v. Leif Eriksson. Vgl. dazu auch die von Langenberg zusammengestellte Tabelle über die Lagebestimmung Vínlands, Marklands und Hellulands. LANGENBERG (1977), Tab. 2, 128-132.

80 Vgl. HOLAND (1969), 42-50; THÓRDARSON (1930); GENZMER (1944); ZECHLIN (1935); BLACKWELL (1847), 270-276.

81 Vgl. dazu WAHLGREN (1986), 126f. Der Autor stützt sich dabei auf Pollenanalysen.

82 Vgl. EBEL (1973), 7.

83 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 105-109. Wahlgren hingegen argumentiert, dass das ‚lange í’ in vín(land) die einzig denkbare Schreib- und Lesart für das 11. Jahrhundert gewesen sei, da die Schreibweise mit dem kurzen ‚i’ zur Zeit der Niederschrift nicht mehr gebräuchlich gewesen sei. Vgl. WAHLGREN (1968), 27. Vgl. dazu auch LINDH (2002), 49,52; YATES (1993), 49; MORISON (1971), 52.

84 Vgl. dazu INGSTAD/INGSTAD (2001), 111-120; MORISON (1971), 72.

85 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 129-131.

86 Vgl. WAHLGREN (1986), 124.

87 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1990), 176, 183.

88 Zur Verbreitung des Langhaustyps in den Nordatlantischen (wikingischen) Niederlassungen vgl. STUMMANN- HANSEN (2000), 100.

89 Zu den folgenden Gebäudebeschreibungen vgl. INGSTAD (1970), 111-127; LINDEROTH-WALLACE (1990), 172f.; INGSTAD/INGSTAD (2001), 165.

90 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 135, 143.

91 Vgl. STEVE (1966), 19.

92 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1991), 213.

93 Zur Siedlungskontinuität in „Épaves Bay“ vgl. LINDEROTH-WALLACE (1990), 172.

94 Vgl. INGSTAD (1970), 114, 117.

95 Vgl. WAHLGREN (1986), 131.

96 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1991), 214f.

97 Vgl. LANGENBERG (1977), 119; HENNIG (²1959), 323.

98 Die Autorin legt ihrer Berechnung als Dividend 140m² an Grundfläche für Schlafplätze und, ausgehend vom Mittel an in Island und Grönland zur Verfügung stehendem Schlafplatz pro Kopf, als Divisor 1.5m² zugrunde. Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1991), 215.

99 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1991), 213.

100 Vgl. dazu INGSTAD (1970), 112-115; INGSTAD/INGSTAD (2001), 136; EBEL (1973), 7.

101 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 150, 152f.; INGSTAD (1970), 126-128; YATES (1993), 59. Die Eisenschmiedearbeiten und die Reduktion von Eisen aus seinen Erzen verlangen großer Hitze, die über die heißen Verbrennungsgase der Holzkohle erzeugt wird. Vgl. HIRSCHBERG/JANATA (³1986), 78.

102 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1991), 216, 176f. Anne Stine Ingstad schlüsselt die Artefakte und deren exakte Fundstellen auf. Vgl. INGSTAD (1970), 114-128.

103 LINDEROTH-WALLACE (1991), 217.

104 Vgl. INGSTAD (1970), 134.

105 Vgl. BOYER (1992), 228f..

106 Vgl. dazu STEVE (1966), 28f. Kritisch zu den C14 Analysen in ‚L´Anse aux Meadows’ CARTER (1982); LEE (1982).

107 Vgl. INGSTAD (1970), 115; WAHLGREN (1986), 129.

108 Nicht aus allen Häusern (etwa aus Haus E) sind Funde zu berichten. Die Spinnwirtel stammt aus Haus F. Vgl. dazu INGSTAD (1970), 118ff. Zum Material (Speckstein) vgl. LANGENBERG (1977), 62; zum Aspekt der Präsenz von Frauen vgl. LINDEROTH-WALLACE (1990), 186.

109 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1990), 184; LINDEROTH-WALLACE (1991), 216f.; YATES (1993), 59.

110 Vgl. YATES (1993), 59.

111 Vgl. INGSTAD/INGSTAD (2001), 147.

112 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1990), 193; YATES (1993), 61.

113 Vgl. LINDEROTH-WALLACE (1991), 217.

114 LINDEROTH-WALLACE (1991), 217.

45 von 46 Seiten

Details

Titel
Die Wikinger in Amerika
Untertitel
Eine Geschichte von Expansion und Besiedlung
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
46
Katalognummer
V109281
ISBN (Buch)
9783640165018
Dateigröße
740 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Hauptfragestellung dieser Arbeit liegt auf der Lokalisation von Vínland, der zeitliche Untersuchungsrahmen erstreckt sich vom 9. bis ins 11. nachchristliche Jahrhundert. Dabei werden Siedlungsfunktion von 'L´Anse aux Meadows', archäologische Quellen, sowie Schriftquellen diskutiert, um ein genaueres Bild von der wikingischen Expansion nach Amerika zu erhalten.
Schlagworte
Amerika, Entdeckung Amerikas, Leif Erikson, Wikinger
Arbeit zitieren
Oliver Haag (Autor), 2003, Die Wikinger in Amerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109281

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