Belagerungen und Gegenburgen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
17 Seiten

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Belagerungen und Gegenburgen

Eine kurze Vorbemerkung

Das Thema der vorliegenden Arbeit ist sehr umfassend, was sich schon daran zeigt, dass an der Universität Bamberg eine Magisterarbeit darüber geschrieben wurde1. Um den Rahmen einer Hauptseminararbeit nicht zu sprengen, sollen die Ausführungen hier nach einem Überblick über die bei einer Belagerung verwendeten Gerätschaften auf das Beispiel der Eltzer Fehde von 1331- 1337 begrenzt werden. Bei dieser Fehde spielten sowohl eine Belagerungs- wie eine Gegenburg eine Rolle. Die Heimburg schließlich wird kurz als Musterfall einer nicht unmittelbar im Zusammenhang mit einer kriegerischen Auseinandersetzung erbauten Gegenburg vorgestellt.

Ursache und Anlass lokaler militärischer Konflikte

Es ist keineswegs die Regel, dass Burgen im Hoch- und Spätmittelalter permanent im Zentrum von Kämpfen und Belagerungen standen. Ganz im Gegenteil ist der weit überwiegende Teil von ihnen nie in kriegerische Geschehnisse verwickelt gewesen2.

Wenn solche Auseinandersetzungen jedoch stattfanden, muss deutlich zwischen Ursache und Anlass dafür unterschieden werden:

Die Ursache, wegen der es zu einer Belagerung mit oder ohne Errichtung einer Gegenburg kam, war oft der gesellschaftliche Konflikt, in dessen Zentrum die Ritter standen. Ihr sozialer Status war durch das Aufkommen der Städte und die Machtausdehnung der Landesherren mit den sich daraus ergebenden wirtschaftlichen und politischen Veränderungen gefährdet.

Der Anlass war oft geringfügig im Vergleich zu den sich daraus ergebenden Auseinandersetzungen: Diebstahl von Schafen, Kühen, aber auch Überfälle auf Kaufleute usw.

Die gewaltsame Austragung von Konflikten war durch die Zersplitterung des Gewaltmonopols der Zentralgewalt (König/Kaiser) und durch den Mangel an effektiven gerichtlichen Lösungen bedingt.

Belagerung und Belagerungsmaschinen

Die Belagerung ist die militärische Taktik der Einschließung eines befestigten Ortes mit dem Ziel seiner Einnahme. Dabei wurden Mittel wie Beschuss, Sturmangriffe und Unterminierung der Verteidigungsanlagen angewandt. Die meisten Belagerungen fanden allerdings nicht mit der Erstürmung der belagerten Burg ein Ende, sondern mit einer einvernehmlichen Übernahme oder Aufgabe der Belagerung. Entscheidend war dabei oft, ob die Belagerten mit Entsatz rechnen konnten oder nicht.

Die Belagerungsgeräte, die zum Einsatz kamen, umfassten Maschinen zur Zerstörung oder Schwächung einer Befestigung und Hilfsmittel zur Erstürmung. Sie reichten von hoch komplizierten Apparaten, die von den Belagerern mitgeführt wurden, bis hin zu primitivsten Konstruktionen, die direkt vor Ort hergestellt wurden und keine Maschinen waren, sondern nur Belagerungsgerätschaften (z. B. Leitern und Rammen). Wichtig war das so genannte „Wurfzeug“, Dabei besonders zu erwähnen ist die Blide, auch Trebuchet oder Tribok genannt. Eine Rolle spielten ebenfalls Katapulte und Ballisten.

Zur Schwächung und Erstürmung einer Befestigung wurden Rammbock, Belagerungsturm, Sturmleiter und Faschine verwendet.

Das Aufkommen der Feuerwaffen veränderte natürlich zunehmend den Burgenbau und die Belagerungstechnik.

Die Belagerungsgeräte

a) Das Wurfzeug.

Dies sind sozusagen die „Fernwaffen“, die für den Beschuss verwendet wurden: Katapulte, Ballisten und eben besonders die Blide.

Das Katapult3, auch Mange genannt (engl. und franz.: Mangonel) ist das klassische Schleuderkatapult, das schon die Römer verwendeten. Die Spannkraft (Torsionsenergie) eines Strangs aus verdrehten Seilen, Sehnen oder sogar Haaren wurde dazu benutzt, den Wurfarm gegen einen abgepolsterten Querbalken hoch schnellen zu lassen und dadurch ein Geschoss weg zu schleudern, das sich in einer Löffel artigen Vertiefung am Ende des Wurfarms befand.

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Eine Balliste4 ist nach dem Prinzip einer Armbrust gebaut, ist jedoch wesentlich größer und wird mit Hilfe einer Spannvorrichtung geladen. Sie verschießt große Pfeile mit erheblicher Durchschlagskraft.

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Die Blide schließlich ist die „schwere Artillerie“5 des Mittelalters. Die Wortbedeutung verharmlost das Wurfgeschütz - im Mittelhochdeutschen ist es nämlich als Adjektiv „blide“gebräuchlich und bedeutet„fröhlich“. Damit in Verbindung steht das Verb „blitzen“ im Sinne von „ausschlagen“, aber auch „froh springen“6.

Die Blide verschoss nicht nur Steinkugeln mit einem Gewicht bis 100 Kilo rund 500 m weit (und größere Gewichte über eine entsprechend geringere Entfernung), sondern auch Tierkadaver, Fäkalien und Feuertöpfe, und mehr als einmal transportierten sie auch Bienenkörbe als Geschosse. Biologische Kriegsführung gab es also bereits im Mittelalter: Zerstückelte Tierkadaver per Blide in einer belagerten Burg oder Stadt verstreut und vom nächsten Regen in die Zisternen geschwemmt, konnten die Wasservorräte vergiften.

Eher anekdotenhaft ist folgendes verbürgtes Ereignis: Als Bürgermeister Felsbach von Eisenach 1262 im Hessisch-Thüringischen Erbfolgekrieg zu den Hessen hielt, schleuderten ihn die siegreichen Thüringer nach der Eroberung Eisenachs mit einer Blide über die Mauern der Stadt in Richtung eines nahen Waldes7.

Insgesamt gesehen ist es also kein Wunder, dass die gewaltigen Schleudern immer wieder als "teuflisches Werkzeug" bezeichnet wurden. Erstmalig gelangte sie wohl im Jahre 1212 vor der Runneburg in Weißensee/Thüringen durch Kaiser Otto IV. zum Einsatz8. Sie blieb auch nach dem Aufkommen der Feuerwaffen noch bis ins 16. Jahrhundert im Gebrauche. Dabei dürfte die Zuverlässigkeit der Blide eine Rolle gespielt haben, denn ihre Reichweite und Zielgenauigkeit waren bekannt, im Gegensatz zur Einsatzfähigkeit der noch unzuverlässigen Feuerwaffen9. Nicht nur die Belagerer verwendeten die Blide, sondern auch die Belagerten selbst. Es existieren mehrere historische Miniaturen, die dieses belegen. Schriftliche Quellen sind hierfür jedoch kaum zu finden. Allerdings wird in einer Urkunde des Gerhard von Landskron aus dem Jahre 1366 ein „Blidenhus ind Bliden pletze“ in seiner Burg genannt10.

Die Konstruktion der Blide11 bestand aus einem großen und massiven Balkengestell, in dem auf einer hoch angebrachten eisernen Querachse ein langer, sich zum unteren Ende verjüngender Holzbalken beweglich gelagert war. Diese Anordnung machte aus dem Balken einen zweiarmigen Hebel. Die Maciejowski-Bibel aus der Mitte des 13. Jahrhunderts12 zeigt ein Modell, das am vorderen Ende des Hebelarms Seile für den auf Kommando erfolgenden gemeinschaftlichen Zug

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Die Abbildung der „Zugkraftblide“ in der Maciejowski-Bibel

einer Bedienungsmannschaft aufwies, während sich am Ende des längeren Hebelarms eine Schlinge zur Aufnahme der Geschosse befand. Zum Wurf musste der Hebelarm am rückwärtigen Ende herab gezogen und dann das jeweilige Geschoss in die Schlinge gelegt werden, die in einer horizontalen Laufschiene am Boden der Balkenkonstruktion ausgelegt war. Die Bedienungsmannschaft riss ruckartig an den Seilen des kurzen Hebels und bewirkte so einen Schleudereffekt mit hoher Beschleunigung für das Geschoss.

Die Funktion dieser »Zugkraftblide« war durch das Geschossgewicht und die Stärke der Bedienungsmannschaft beziehungsweise durch deren Koordination beim Ansatz der Kraft am vorderen Hebelarm bestimmt.

Schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Konstruktion jedoch verbessert: Die letztlich auf die Muskelkraft und die koordinierte Aktion der Männer beschränkte Kraftentwicklung am kurzen Hebel ließ sich durch das Anbringen eines schweren Gewichtes ersetzen. Damit nutzte man für die Hebelfunktion die Schwerkraft aus und erreichte durch das beim Auslösen des herab gezogenen Wurfarms sehr schnell absinkende Gegengewicht sowohl eine höhere als auch eine gleichmäßigere Beschleunigung der Wurfbewegung. Das Gegengewicht bestand in der Regel aus einem mit Steinen oder Erde gefüllten, am kurzen Hebel beweglich befestigten hölzernen Kasten. Eine genaue Zeichnung davon hat Conrad Kyeser in seinem Werk „Bellifortis“ um 1405 überliefert13:

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Zur Bedienung dieses Wurfgeschützes wurde eine ausgebildete Mannschaft von bis zu einem Dutzend Leuten benötigt, die unter der Anleitung eines Blidenmeisters standen. Das ist verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass der Wurfarm 15 - 18 m lang und das Gesamtgewicht 30 - 40 Tonnen betragen konnte. Die Kosten für diese Mannschaft waren sicherlich nicht unerheblich, und gegebenenfalls war es billiger, sie von Fall zu Fall anzuheuern. So besaß die Stadt Frankfurt zwar ein Blidenhaus, bezahlte aber 1367 den Blidenmeister Dylman von Fulde für seine Dienste in der Fehde mit Philipp den Ältesten von Falkenstein, was dieser quittierte14. Er war also offensichtlich nur für die Fehde von Fulda aus in die Dienste der Stadt getreten. Über die Wirksamkeit der von einer Blide abgefeuerten Geschosse gehen die Meinungen auseinander. So kam eine Arbeitsgruppe der Deutschen Burgenvereinigung unter der Leitung von Dr. Joachim Zeune zu der Ansicht, es habe sich eher um psychologische Kriegsführung gehandelt, obwohl natürlich Personen und Häuser hätten getroffen werden können. Neben der direkten Bedrohung durch Personentreffer wäre durch den Beschuss aber in erster Linie die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und damit eine erhebliche psychologische Belastung der Belagerten erzielt worden15.

Ein ganz anderes Ergebnis zeigten jedoch archäologische Nachforschungen in der Wysburg (Kreis Lobenstein). Dort wurde ein hohes, mehrgeschossiges Gebäude durch Beschuss mit Blidenkugeln und Feuer vernichtet16, wobei das Feuer ebenfalls durch einen von einer Blide verschossenen Feuertopf entstanden sein könnte.

b) Kriegsgerät für den Angriff

Beim direkten Angriff auf eine belagerte Burg gab es unterschiedliche Gerätschaften. Bei ihrem Einsatz spielte sowohl die Zahl der Angreifer wie auch das Objekt des Angriffs und seine örtliche Lage eine Rolle.

Zur Annäherung an die Mauern gab es das auf Rädern bewegliche Schutzhaus, die Katze. Die Angreifer erhielten so einen besseren Schutz vor Pfeilen oder Steinen, mit denen die Verteidiger sie bei ihrem Vorrücken zu stoppen versuchten.

Zur Zerstörung der Mauern kamen Rammböcke zum Einsatz. Ein Rammbock kann verschiedene Formen haben; die Spanne reicht vom simplen, von einigen Leuten getragenen Baumstamm bis hin zum 10 m langen, zum Schutz der Bedienungsmannschaft mit Brettern und Leder bedeckten Holzwagen, in dem die Ramme aufgehängt war. Sie wurde von der Mannschaft in Schwingungen

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gebracht und und in der Regel nicht gegen die Tore der belagerten Burg eingesetzt - denn diese waren gegen solche Angriffe besonders geschützt -, sondern gegen die weniger gesicherten Mauern.

Ein Belagerungsturm war bei einer auf einem Felssporn gelegenen Burg praktisch nutzlos, wird jedoch bei einem Angriff auf eine größere befestigte Ansiedlung eine wichtige Rolle gespielt haben. Er wurde nicht selten erst vor Ort gebaut, um ihn an die Mauerhöhe der angegriffenen Befestigung anzupassen, weshalb er auch die Bezeichnung „Ebenhöh“ trug. Auf Grund des hohen Material- und Arbeitsaufwandes lohnte sich seine Anfertigung allerdings wohl nur bei längeren Belagerungen. Auch der Angriff mit einem solchen Turm war nicht gerade einfach, da ebenes Gelände dafür eine Voraussetzung war. Verteidigungsgräben mussten also zuvor mit Faschinen (Rutenbündeln) und Erde ausgefüllt werden. Der Turm wurde dann in einem langwierigen, nicht ungefährlichen Manöver an die Mauer gerollt. Über eine Fallbrücke auf der obersten Plattform - oder, falls diese mit Bogenschützen besetzt war, auch darunter - konnten die Angreifer auf die Mauerkrone gelangen. Besonders wirksam war die Kombination von Belagerungsturm und Rammbock. Während nämlich oben Angreifer versuchten, den Wehrgang einzunehmen, bearbeiteten unten andere mit dem Rammbock das Mauerwerk, um es zu durchbrechen.

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Belagerungsturm17.

Nachbau, bei dem anscheinend aber die Plattform für die Bogenschützen fehlt.

Die Gegenburg

Der Begriff Gegenburg hat eine doppelte Bedeutung. Einmal handelt es sich um eine Belagerungsburg, die als Stützpunkt und Rückzugsmöglichkeit für die Angreifer bei einer Belagerung diente. Sie wurde im Allgemeinen in einer Entfernung von maximal 500 m von der belagerten Burg errichtet, was in etwa der Schussweite einer Blide entspricht. Der Standort der Belagerungsburg war üblicherweise gegenüber der angegriffenen Burg erhöht, um die Wucht der von dort oben verschossenen Steinkugeln vermittels der Schwerkraft noch zu verstärken18. Umgekehrt hatte die Blide des Gegners - falls er ebenfalls über ein solches „Wurfzeug“ verfügte - eine wesentlich geringere Wirkungsmöglichkeit.

Es ist nicht eindeutig zu klären, ob eine solche Belagerungsburg bewusst nur für die Dauer der Belagerung geplant und erbaut wurde oder ob von vornherein beabsichtigt war, sie auch noch nach dem Ende der Feindseligkeiten bestehen zu lassen.

Weiterhin bezeichnet Gegenburg eine Befestigungsanlage, die als Gegengewicht zu Burgen politischer oder militärischer Gegner errichtet wurde. Eine solche Befestigungsanlage konnte sich mehrere Kilometer entfernt von dem Zielobjekt befinden.

Eine Trutzburg im mittelalterlichen Sinne kann sowohl eine Belagerungsburg wie (seltener) eine Gegenburg im Sinne eines Gegengewichts zum Burgenbau eines möglichen Gegners sein. In der wissenschaftlichen Literatur werden diese Begriffe oft nicht sehr differenziert verwendet.

Ein konkretes Beispiel: Die Eltzer Fehde

In der Eltzer Fehde von 1331-1336 spielten eine Belagerungsburg (die Trutz-Eltz) und eine militärische Gegenburg (die Burg Rauschenberg) eine große Rolle.

Es gibt keine umfassende Ausarbeitung über die Fehde. Kurz gesagt handelte es sich um Folgendes: Der Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg, geboren 1285, wurde bereits mit 22 Jahren in dieses hohe kirchliche Amt berufen und ging sofort daran, seine Territorialherrschaft systematisch zu festigen und auszubauen. Das rief jedoch Widerstand hervor; 1331 schlossen die Herren von Eltz, Ehrenberg, Waldeck und Schöneck (insgesamt 21 Ritter) einen förmlichen Schutzbund gegen ihn. Balduin versuchte einen direkten Angriff auf Eltz, der aber scheiterte. Daraufhin erbaute er die Belagerungsburg Trutz-Eltz. Im folgenden Jahr ließ er außerdem die Burg Rauschenberg errichten, deren Aufgabe die militärische Abschirmung der drei mit Eltz verbündeten Burgen war. 1333 baten die Ritter um Frieden, der 1336 formell abgeschlossen wurde. Mit dem Ritter Johann von Eltz kam allerdings erst 1337 eine Einigung zu Stande.

Die Eltzer Fehde ist auch deshalb von Bedeutung, weil bei der Belagerung neben der Beschießung der Burg durch Bliden erstmals in Deutschland Feuerwaffen zum Einsatz kamen, die Pfeile verschossen - die so genannten Pfeilbüchsen (Musterexemplar: die Loshult-Büchse, 1861 in Schweden gefunden). Sie hatten jedoch keine entscheidende Wirkung.

Zur Lage der Burg Eltz

Burg Eltz ist heute mit rund 250 000 Besuchern pro Jahr eine der meist besuchten Burgen Deutschlands. Sie liegt auf einem niedrigen Felssporn an einer Windung des Elzbachs (kurz „Elz“genannt - man beachte die Unterscheidung zur Burg, die mit „tz“ geschrieben wird) oberhalb einer noch heute sichtbaren Furt. Der Kastellan Dieter Ritzenhofen vermutet allerdings, dass ein Vorgängerbau auf der Anhöhe oberhalb des heutigen Standorts im Wald gelegen haben müsste, worauf auch die Flurbezeichnung „Alte Burg“ hinweisen würde. Er hat dort Mauerreste gefunden, die er einmal archäologisch untersuchen lassen möchte19. Allerdings wird auch ein Bereich im südwestlichen Teil der heutigen Burg als „Alte Burg“ bezeichnet.

Wo auch immer die Ursprünge von Burg Eltz zu suchen sind20 - sicher ist, dass sie sich relativ abgelegen von der Hauptverkehrsader der damaligen Zeit in diesem Gebiet befand, nämlich der Mosel21. Es ist auch nicht sicher, ob die Elz schiffbar war. Zwar scheint ein Grabstein am Ortsrand von Moselkirchen direkt am Ufer der Elz darauf hin zu deuten, der einen Lastkahn mit aufgeblähtem Segel zeigt, aber die örtliche Überlieferung spricht eher von einem ertrunkenen Schiffer, der hier beigesetzt wurde, ohne dass ein direkter Bezug zur Elz bestand22.

Ursache und Anlass der Fehde

Die Ursache für die Eltzer Fehde war sicherlich der Expansionsdrang des Trierer Erzbischofs Balduin von Trier, der seinen Herrschaftsbereich arrondieren wollte. Der Anlass allerdings ist unklar. Nach Angaben des „Gräflich zu Eltz'schem Archivars“ F.W.E. Roth waren die Herren der Burgen Waldeck, Schöneck, Ehrenberg und Eltz „eine Verbindung zu gegenseitigem Schutz und Rathe“23 eingegangen, verletzten den Landfrieden - ohne genauere Angaben dazu - und wurden deshalb von dem Erzbischof mit einer Fehde überzogen. Die bei Roth im 2. Band ebenfalls abgedruckten „historischen Schriften Georgs des Jüngeren zu Eltz“ von 1555 führen allerdings aus, „... weil sich die fier schloß Eltz, Ernberg, waldeck und Schoneck gegen Innen (den Erzbischof) verbunden und befeten“24, was bedeuten würde, die vier hätten sich vereinigt, um die Fehde gegen Balduin zu führen. Vorangestellt ist diesen Worten aber der Vermerk „Ex annalibus Treverorum“, von denen es keine Spur gibt. Anscheinend bezog sich Georg der Jüngere auf die Gesta Trevirorum (oder Treverorum), die allerdings völlig einseitig auf der Seite Balduins stehen und Balduin im positiven Licht erscheinen lassen, die Schuld für den Ausbruch der Fehde also auf die Ritter schieben.

Wer auch immer angefangen hat: Balduins Truppen griffen offensichtlich die Burg Eltz an und verwendeten dabei sowohl eine Blide wie auch Büchsenpfeile. Dies ergibt sich aus den Funden am

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Burg Eltz von Norden her fotografiert. Rechts ist deutlich der Zwinger mit dem Rundturm zu erkennen, wo die Blidenkugeln und der Büchsenpfeil entdeckt wurden25

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Grundriss von Burg Eltz.

Die Fundstelle des Büchsenpfeils und der Blidenkugeln am westlichen Zwinger ist durch einen Pfeil markiert (nach Ritzenhofen)26

Zwinger im Westen der Burg. Als dort zwischen 1975 und 1981 Restaurierungsarbeiten stattfanden und der angehäufte Schutt beseitigt wurde, entdeckte man in der untersten Schicht 23 große Blidenkugeln und einen Büchsenpfeil. Da die Burg nur einmal in ihrer Geschichte in eine bewaffnete Auseinandersetzung verwickelt war, nämlich eben in die Eltzer Fehde, müssen sie von damals stammen. Dies bedeutet aber auch, dass auch der Zwinger schon zu dieser Zeit bestanden hat27. Ob die Funde im Zusammenhang mit einem direkten Angriff an dieser Stelle stehen - vor dem Zwinger bis zur Elz befindet sich ebenes Terrain, das es den Angreifern ermöglicht hätte, bis an die Burg heran zu rücken - oder ob dort nur die während der Kampfhandlungen auf die Burg abgefeuerten Steinkugeln und der Büchsenpfeil entsorgt wurden, ist nicht ersichtlich. Gegen einen direkten Angriff an dieser Stelle spricht allerdings, dass der Zwinger keine Beschädigung durch Beschuss aufweist.

Trutz-Eltz

Auf jeden Fall schreibt Georg der Jüngere 1555, dass Balduin, „nach dem ehr (Balduin) das Schloß nit hatt gewinnen konnen,...hat ehr Baldeneltz...mit gewalt ehrbauwen lassen28 “ - die Trutz-Eltz, von Georg nach ihrem Erbauer benannt. Hervorzuheben ist das Wort „Gewalt“, das kennzeichnet, dass Balduin hier unrechtmäßig vorging, die Burgbewohner dies aber nicht verhindern konnten. Ihre Lage verschlechterte sich dadurch zusehends, denn die Trutz-Eltz hatte den idealen Standort für die Beschießung der Burg mit einer Blide. Zugleich sperrte sie auch den unmittelbaren Zugang zur Burg und ihre Verbindung zum Umland.

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Die Trutz-Eltz von Norden. Der vorgelagerte Zwinger ist deutlich zu erkennen, ebenso der Eckturm mit der daneben befindlichen Terrasse, höchstwahrscheinlich die Blidenstellung Die kleine Burg liegt auf einem nach drei Seiten steil abfallendem Bergsporn weniger als 300 Meter nördlich der Burg Eltz und höher als diese. Sie ist ihrer Lage völlig angepasst und wird auf der von Norden zugänglichen Seite durch einen aus dem Berg geschlagenen Halsgraben sowie durch einen vorgelagerten Zwinger geschützt29. Die neben dem Eckturm befindliche Terrasse war höchstwahrscheinlich die Blidenstellung, denn sonst gibt es keinen Platz dafür auf dem Felssockel. Dies würde auch erklären, warum die Mauern der Trutz-Eltz so dick sind ( die Nordwand war bis zur Gebäudemitte keilförmig von 3 auf 5 m verstärkt30 ), denn abgesehen von dem Gewicht der Blide (wie oben gesagt: ca. 30 Tonnen) mussten auch die Erschütterungen durch den Abschuss der Steinkugeln aufgefangen werden.

Es ist allerdings bemerkenswert, dass die Beschießung der belagerten Burg von dieser günstigen Position aus anscheinend nicht zu größeren Zerstörungen geführt hat. Die Blide wurde offensichtlich nicht mit der Intensität eingesetzt, die möglich gewesen wäre. Balduin lag also nicht daran, seine Gegner zu vernichten. Sein Ziel war, sie in seinen Herrschaftsbereich einzugliedern, was ihm letztendlich auch gelang.

Ein Zeichen dafür, dass die Trutz-Eltz recht schnell erbaut wurde, ist das aus kleinteiligem Bruchsteinmaterial bestehende Mauerwerk, das im Wesentlichen aus dem Umfeld der Belagerungsburg selbst stammt31. Es wird von einem sehr stark mit Lehm durchsetzten Mörtel zusammengehalten. Lehm trocknet zwar schnell, ist als Baumaterial für das mitteleuropäische Klima mit seinen häufigen Regengüssen aber nicht sehr geeignet und garantiert keine große Haltbarkeit.

Wenn man davon ausgeht, dass die Trutz-Eltz zunächst im Wesentlichen nur als eine Art überdimensionierter Geschützstand konzipiert war, so wäre die mindere Qualität der Bauausführung bei einer nur kurzzeitigen Belagerung nicht von Bedeutung gewesen. Im Widerspruch dazu steht jedoch, dass das Weiterbestehen des Bauwerks beim Friedensschluss vertraglich abgesichert wurde32.

Dieser Friedensschluss bedarf einer kurzen näheren Betrachtung. Da Balduin mit der Errichtung der Burg Rauschenberg auch noch die Verbindungslinien von der Burg Eltz zu ihren Verbündeten stark einschränkte, wenn nicht ganz unterbrach, baten die Ritter 1333 um Frieden. Dieser wurde erst 1336 geschlossen; Balduin hatte alle Trümpfe in der Hand und konnte die Verhandlungen so lange hinauszögern wie er wollte, um möglichst viele Zugeständnisse zu erreichen. Einer allerdings war bei diesem Friedensschluss nicht dabei: der Ritter Johann von Eltz, der zu der Seitenlinie derer vom Weißen (Silbernen) Löwen gehörte. Er hatte sich schon vor der Eltzer Fehde einmal im Kampf mit Balduin befunden (in der Kempenicher Fehde)33 und war nun anscheinend nicht bereit, seinen Frieden mit Balduin zu machen34. Und hier kann man nun sehen, wie geschickt es Balduin vermochte, Gegner auf seine Seite zu ziehen: Nachdem die Trutz-Eltz durch den Friedensvertrag mit den übrigen Rittern sozusagen „legalisiert“ und auch ihr Weiterbestehen vertraglich abgesichert worden war, übergab er sie 1337 dem Johann von Eltz zu Lehen und machte ihn zum erblichen Burggrafen! Damit war Johann sein Lehensmann, und fortan kamen sie offensichtlich recht gut mit einander aus.

Es bleibt noch nachzutragen, dass König Karl IV Balduin 1354 mit Eltz belehnte. Damit hatte dieser sein Ziel erreicht und die Eltzer waren seine Lehensleute.

Die Gegenburg Rauschenberg35

Die Burg Rauschenberg hatte eine ganz andere Funktion als die Trutz-Eltz. Sie wurde errichtet, nachdem klar war, dass es Balduin nicht gelingen würde (und er es vielleicht auch gar nicht beabsichtigte), Burg Eltz schnell einzunehmen und diente dazu, die Verbindungswege und die Kommunikation zwischen den Eltzern und ihren engsten Verbündeten, die Herren von Waldeck, Ehrenburg und Schöneck, zu stören. Die Entfernung zu diesen Burgen beträgt zwischen etwa 2 und knapp 5 km.

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Der Lageplan zeigt, dass die Burg also strategisch günstig mitten in dem von den drei gegnerischen Burgen gebildeten Dreieck lag und so ihrer Aufgabe voll gerecht wurde. Zugleich zeigt er aber auch, mit welchem Selbstbewusstsein Balduin seine Pläne in die Tat umsetzte: Genau so gut hätten die drei Ritter seine Burg angreifen und belagern können. Sie taten es aus unerfindlichen Gründen nicht.

Es hat den Anschein, als hätte Balduin von vornherein geplant, diese Burg auf Dauer anzulegen. Alle Teile der Anlage wurden aus Schieferbruchstein in Verbindung mit grobem Kalkmörtel hergestellt; der gute Zustand der Schildmauer ist neben der Mörtelqualität auf die sorgfältige Verarbeitung des Steinmaterials zurückzuführen36. Nach dem Ende der Fehde erhielt sie ein Verwandter eines ehemaligen Gegners, Konrad von Esch, von ihm zu Lehen - und damit wurde erneut ein potentieller Kontrahent auf seine Seite gezogen. Zugleich übte die Burg auch nach der Beendigung der Fehde eine Kontrollfunktion über die benachbarten Wohnsitze der ehemaligen Feinde aus.

Die Büchsenpfeile und ihre Bedeutung

Neben einigen Armbrustpfeilen werden auf der Burg Eltz auch fünf Büchsenpfeile ausgestellt. Nur einer davon wurde, wie bereits gesagt, am Zwinger ausgegraben und ist damit ein Beleg für das Alter der Geschosse. Erst Anfang der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erkannte Tittmann37, dass diese Pfeile von einer Waffe verschossen wurde, die die Bezeichnung „Loshult- Büchse“ führt, benannt nach dem Ort in Schweden, wo sie 1861 entdeckt wurde. Die älteste Abbildung einer solchen Feuerwaffe findet sich in einer in der Bücherei von Christ Church, Oxford

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aufbewahrten Handschrift von Walter de Milemète mit dem Titel „De nobilitatibus, sapientiis, et prudentiis regum"38. Sie wird auf 1326 datiert. Abgebildet ist ein vasenförmiges Geschütz (wenn man es einmal als ein solches bezeichnen will), welches einen Pfeil verschießt. Gezündet wird es hier offensichtlich durch einen Luntenstock, wobei deutlich erkennbar ist, dass der Schütze vorsichtig Abstand hält. Eine realistische Darstellung einer Feuerwaffe ist es nicht, denn es fehlt jegliche Befestigung des Geschützes an seiner Unterlage, das beim Abfeuern durch den Rückstoß nach hinten geschleudert würde. Details wie der Luntenstock und der Büchsenpfeil als Geschoss deuten jedoch darauf hin, dass Walter die Zeichnung nach einem realen Vorbild anfertigte. Auch das Aussehen der Feuerwaffe ist der genannten Loshult-Büchse angenähert, obwohl die Größenverhältnisse nicht stimmig sind. Die Original-Büchse ist nicht allzu groß: Sie hat eine Länge von ca. 30 cm und wiegt etwa 9 Kilo39. Gegossen ist sie aus Glockenbronze40. Die in Burg Eltz aufbewahrten Pfeile haben eine Länge zwischen 55 und 65 cm und wiegen zwischen 390 und 460 Gramm. Kastellan Ritzenhofen hat einen von ihnen rekonstruiert und mit einer Umwicklung am Schaft versehen, mit der der Pfeil in die Mündung der Büchse hinein geschoben wurde. Der Sinn der Umwicklung ist, keinen Zwischenraum zwischen dem Metall und dem Schaft zu lassen, durch den die Explosionsgase bei Zündung des Pulvergemischs entweichen könnten.

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Das Foto zeigt Kastellan Ritzenhofen mit der Rekonstruktion von Loshult-Büchse und Büchsenpfeil auf Burg Eltz

Gerade die Frage des verwendeten Pulvers und die Art der Ladung hat jedoch zu einer heftigen Kontroverse zwischen Tittmann und Leibnitz geführt41. Letzterer kommt dabei zu der Schlussfolgerung, dass unterschiedliche Länge und Durchmesser der Büchsenpfeile Belege dafür sind, dass Balduins Truppen nicht eine, sondern mehrere dieser Feuerwaffen mit sich führten42. Balduins Truppen verwendeten bei der Belagerung von Burg Eltz also das Neueste und Gefährlichste an Waffen, was es zu jener Zeit gab. Auch die Errichtung der beiden Belagerungsburgen zeigt, wie ernst es ihm bei dem Versuch war, seine Herrschaft auszubauen. Dieser volle Einsatz aller ihm zur Verfügung stehenden kriegstechnischen Mittel ebenso wie sein Verhandlungsgeschick weisen ihn aus als einen Menschen, der nicht mehr nur in mittelalterlichen Kategorien dachte. Hier zeigen sich bereits in Ansätzen die Faktoren, die das Ende der Vorherrschaft des Rittertums einleiten, und ein wenig klingt hier auch schon der Übergang zu einer Zeit an, in der der Einzelne durch sein Tun und Handeln seine Umwelt selbst gestaltet: die Renaissance.

Die Gegenburg als Gegengewicht

Eine Gegenburg im Sinne eines Gegengewichts zu anderen Burgen, das heißt ohne direkte militärische Konfrontation, ist die Heimburg43 (zunächst Haneck oder Hoheneck genannt) am Mittelrhein, vom Erzbischof von Mainz nach 1290 bis 1305 errichtet.

Die Burg sollte die Herrschaftsansprüche der Mainzer Erzbischöfe in der Kurmainzer Enklave, die bisher noch burgenlos war, zum Ausdruck bringen und ihren Schutz gewährleisten - sowohl Bacharach mit der Burg Stahleck im Norden wie auch Trechtinghausen mit der Burg Reichenstein im Süden waren zu jener Zeit im Besitz des Pfalzgrafen bei Rhein. Zudem galt es, an dem ertragreichen Rheinzoll Teil zu haben.

Rund 40 Jahre nach ihrer Fertigstellung verlor die Heimburg ihre strategische Bedeutung, da 1344 die Burg Reichenstein bei Trechtinghausen an Mainz fiel. Sie war dann fast 100 Jahre Sitz eines Mainzer Untergerichts und verfiel danach allmählich. Im 19. Jahrhundert erfolgte schließlich ein Ausbau zu Wohnzwecken.

Zusammenfassung

Belagerungen waren im Mittelalter eher die Ausnahme als die Regel. Wenn es jedoch dazu kam, so standen den Angreifern verschiedene Gerätschaften zur Verfügung. Die gefährlichste Waffe war die Blide, die schwere Steingeschosse, aber auch Feuertöpfe, tote Tiere und Fäkalien auf die angegriffene Burg schleudern konnte.

Ein weiteres Mittel zur effektiven Durchführung einer Belagerung war die Belagerungsburg. In unmittelbarer Nähe des angegriffenen Objekts angelegt diente sie als Stützpunkt, aber auch als Abschussbasis für die Blide und ließ keine Verbindung der belagerten Burg in das Umland zu. Ein Beispiel dafür ist die Trutz-Eltz oberhalb der Burg Eltz, die während der Eltzer Fehde von Erzbischof Balduin von Trier errichtet wurde.

In dieser Fehde wurde zum ersten Mal im Moselgebiet mindestens eine Schusswaffe verwendet, die so genannte Loshult-Büchse, die Pfeile verschoss. Ihr Einsatz hatte jedoch noch keine entscheidende Auswirkung.

Die Gegenburg Rauschenberg, ebenfalls von Balduin errichtet, diente dazu, die Kommunikation der mit Eltz verbündeten Ritter zu unterbinden und hatte insofern direkten Einfluss auf den Verlauf der Fehde. Sie wurde nicht nur für die Belagerungszeit erbaut, sondern von vornherein auf Dauer geplant..

Nicht im Zusammenhang mit einer militärischen Auseinandersetzung, sondern als strategische Anlage ist die Heimburg anzusehen, die als Gegenburg gegen einen mächtigen Nachbarn, den Pfalzgrafen bei Rhein, errichtet wurde.

Literatur

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Tittmann, W., Die Eltzer Fehde von 1331/3 in revidierter Sicht, in: Waffen- und Kostümkunde. Zeitschrift für historische Waffen- und Kostümkunde, 37. Band (Sonnefeld 1995), Seite 53-64

Tittmann, W., Die Geschützdarstellungen des Walter de Milemète, in: Waffen- und Kostümkunde. Zeitschrift für historische Waffen- und Kostümkunde, 35. Band (Göttingen 1993), Seite 145-147

Tittmann, W., „Büchsenwerk“ - die Kunst, aus Büchsen zu schießen. Mit einer Entgegnung auf Klaus Leibnitz, in: Waffen- und Kostümkunde. Zeitschrift für historische Waffen- und Kostümkunde, 42. Band (Sonnefeld 2000), Seite 141-182

Urban, H.G., Burgen Kurfürst Balduins von Luxemburg im Raum Koblenz, in: Forschungen zu Burgen und Schlössern, Band 2 (München/Berlin 1966), S. 61-74

Verwendete Internetseiten

(alle von Februar 2005)

http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_3823.html

http://www.burginfo.de/downloads/BelaBu.pdf

http://www.dwb.uni-trier.de/index.html

http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Moritz.Gopon/sturmmaschinen.html

http://www.ingolstadt.de/stadtmuseum/frameset.cfm?url=http://www.ingolstadt.de/stadtmuseum/do cuments/ast_2003_konrad_kyeser_mi.htm

http://www.medievaltymes.com/courtyard/maciejowski_bible.htm

http://www.musketeer.ch/blackpowder/geschichte.html#Anchor-Bil-10000

http://www.Runneburg.de/steinschleuder.html

http://www.tempus-vivit.net/

http://www.stallhof.de/Veste/Bauten/Katapult_und_Blide/body_katapult_und_blide.html

http://www.sven-helmes.de

http://www.welterbe-mittelrheintal.de/index.php?id=95&L=0

http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite

[...]


1 Klefenz, Matthias, Belagerungsburgen,Gegenburgen und Belagerungsstandorte im Mittelalter (Arbeitstitel). Die Arbeit wurde nach telefonischer Auskunft von Herrn Klefenz zwischenzeitlich abgeschlossen, ist aber (noch) nicht veröffentlicht.

2 Böhme, H.W./Friedrich,R./Schock-Werner,B. (Hrsg.): Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen, Stuttgart 2004, S.78

3 Vergleiche dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Katapult.jpg

4 Vergleiche dazu http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Moritz.Gopon/wurfmaschinen.html; von dort stammt auch die Abbildung des Rammbocks.

5 Kirchschlager, M., Bliden und Triböcke. Die schwere Artillerie des Mittelalters, in: Keddigkeit,J. (Hrsg.), Burgen, Schlösser, feste Häuser, Kaiserslautern 1997, S.119

6 Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch, DFG-Projekt „DWB auf CD-ROM und im Internet“ der Universität Trier, Stichworte „Bleide“ und „Blitzen“, im Internet zu finden unter http://www.dwb.uni- trier.de/index.html

7 Text an die Internetseite von Sven Helmes angelehnt: www.sven-helmes.de; vergleiche dazu die Abbildung bei Kirchschlager, S.123

8 Kirchschlager, S.122

9 Montag, U., (Redaktion): Konrad Kyeser. Bellifortis Clm 30150, herausgegeben von der Kulturstiftung der Länder und der Bayerischen Staatsbibliothek München 2000 (Stuttgart 2000), S.29

10 Kirchschlager, S.126

11 Die Beschreibung der Konstruktion einer Blide ist der Internetseite http://www.stallhof.de/Veste/Bauten/Katapult_und_Blide/body_katapult_und_blide.html entnommen. Eine ähnliche Darstellung findet sich bei Kirchschlager, S.122.

12 Die so genannte Maciejowski-Bibel wurde auf Veranlassung von König Ludwig IX den Heiligen von Frankreich um 1250 von Pariser Künstlern angefertigt. Sie stellt illustriert den 1. Teil des Alten Testaments von der Genesis bis David dar, jedoch sind die Vorlagen der Zeichnungen der Zeit um 1250 entnommen. Sie zeigen also im Original damals benutzte Kleidung, Bewaffnung, Ausrüstung von Rittern und Bauern usw. - Den Namen erhielt die Handschrift von dem Krakauer Bischof Maciejowski, der sich 1604 als ihr Besitzer eintrug, nachdem sie bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich hatte und zum Beispiel schon als Geschenk nach Persien gelangt war. Das Manuskript befindet sich heute in der Pierpont Morgan Library von New York als „Manuscript m. 638“. Eine sehr exakte und ausführliche Darstellung mit genauen Einzelheiten ist im Internet zu finden: http://www.medievaltymes.com/courtyard/maciejowski_bible.htm Die abgebildete Blide wird dort unter dem Stichwort „Trebuchet“ gezeigt.

13 Die Abbildung ist dem Internet entnommen. Sie ist zu finden unter http://www.ingolstadt.de/stadtmuseum /frameset.cfm?url=http://www.ingolstadt.de/stadtmuseum/documents/ast_2003 _konrad_kyeser_mi.htm Sie zeigt die Große Blide, enthalten in Conrad Kyeser, Bellifortis, um 1405, aufbewahrt in der Universitätsbibliothek Göttingen, Ms. Philos 64, Blatt 30a. Angabe nach Kirchschlager, S.120

14 Dienstbriefe 1533, Institut für Stadtgeschichte Frankfurt a.M. Es sei übrigens angemerkt, dass Frankfurt insofern „fortschrittlich“ war, als sich die Stadt schon frühzeitig mit einer Feuerwaffe ausrüstete: 1395 verlangt nämlich Pfalzgraf Ludwig der Ältere Schadensersatz von den Frankfurtern wegen der Büchse, die diese der Stadt Coblenz zur Belagerung von Ehrenberg an der Mosel ausgeliehen hatten! Die Urkunde dazu befindet sich im Institut unter Inventare I,30.

15 http://www.burginfo.de/downloads/BelaBu.pdf, Seite 10

16 Archäologische Forschungen in der Wysburg, herausgegeben vom Rat des Kreises Lobenstein und vom Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Weimar o.J., S.3

17 http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Moritz.Gopon/wurfmaschinen.html, ohne Angabe, wo diese Rekonstruktion zu finden ist.

18 Eine Ausnahme stellt die Burg Ramstein im Elsass dar, die ein gutes Stück unterhalb der belagerten Burg Ortenberg lag; vergleiche dazu www.burginfo.de/downloads/BelaBu.pdf : Überlegungen zu Belagerungen und Gegenburgen anhand von Beispielen des südwestdeutschen Sprachraums, DBV Seminar f. Burgenforschung 2003/II, S.9

19 Mündliche Mitteilung 26.1.2005

20 Sollte es sich bei Burg Eltz also ursprünglich um eine Rodungsburg gehandelt haben? Diese Frage passt nicht in den Zusammenhang der Arbeit, soll aber hier zumindest kurz angesprochen werden.

21 Vergleiche dazu Scholz, Ingeborg, Erzbischof Balduin von Luxemburg (1307-1354) als Bauherr von Landesburgen im Erzstift Trier, Architektur Bd.2 (Münster 2004), S.245

22 Mündliche Mitteilung von Ingeborg Scholz, die in Moselkern beheimatet ist.

23 Roth, F.W.E., Geschichte der Herren und Grafen zu Eltz, unter besonderer Berücksichtigung der Linie vom Goldenen Löwen zu Eltz. Aufgrund archivalischer Forschung bearbeitet von F.W.E.Roth, Gräflich zu Eltz'schem Archivar, 2 Bände (Mainz 1889), Band 1, S.26

24 Roth, Band 2, Anhang: Die Historischen Schriften Georgs des Jüngeren zu Eltz, 1555, S.6

25 Soweit nicht anders angegeben sind alle Fotos Aufnahmen des Verfasser vom 26.1.2005

26 Tittmann, W., Die Eltzer Fehde von 1331/3 in revidierter Sicht, in: Waffen- und Kostümkunde, Zeitschrift für historische Waffen- und Kostümkunde, Heft 1 + 2 (Sonnefeld 1995), S. 54

27 Scholz S.242

28 Roth, Band 2, Anhang „Die historischen...“, S.6

29 Eine genaue Beschreibung der Trutz-Eltz findet sich auf S.69/70 bei Urban, H.G., Burgen Kurfürst Balduins von Luxemburg im Raum Koblenz, in: Forschungen zu Burgen und Schlössern, Band 2 (München/Berlin 1966), S. 61-74

30 Urban S.69

31 Mündliche Mitteilung von Kastellan Ritzenhofen, 26.1.2005

32 Scholz S. 248

33 Roth, Band 2, S.210 ff

34 Tittmann, Die Eltzer Fehde, S. 54, führt aus, dass Johann von Eltz an der Eltzer Fehde gar nicht beteiligt war, macht aber keine Angaben, wie er zu dieser Ansicht gekommen ist. Georg der Jüngere von Eltz benennt die am Friedensvertrag beteiligten Ritter der Burg Eltz, sagt aber ausdrücklich Roth, Band 2, Anhang „Die historischen...“, S.6: „der außgescheiden hern Johan von Eltz“ - „ausgescheiden“ hier im Sinne von „ausgenommen“. Siehe Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, Stichwort „ausgescheiden“, im Internet zu finden unter http://www.dwb.uni-trier.de/index.html

35 Der Lageplan der Burg Rauschenberg wurde http://www.burginfo.de/downloads/BelaBu.pdf, S.8 entnommen.

36 Urban, S.73

37 Mündliche Mitteilung von Kastellan Ritzenhofen am 26.1.2005: Herr Tittmann nahm als Besucher der Burg an einer Führung Teil und bemerkte dabei die Büchsenpfeile. Bis zu diesem Zeitpunkt war niemandem der Unterschied zwischen ihnen und den Armbrustpfeilen aufgefallen.

38 Abbildung im Internet: http://www.musketeer.ch/blackpowder/geschichte.html#Anchor-Bil-10000

39 Angabe nach Tittmann, Die Eltzer Fehde, S.59

40 Angabe nach http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_3823.html. Die Büchse befindet sich im Statens Historiska Museum Stockholm

41 Vergleiche dazu die Angaben in der Literaturliste, speziell die beiden im 42. Band der Zeitschrift für Waffen- und Kostümkunde erschienenen Aufsätze von Leibnitz und Tittmann.

42 Leibnitz, K., Büchsenmeisterei, in: Waffen- und Kostümkunde. Zeitschrift für historische Waffen- und Kostümkunde, 44. Band Sonnefeld 2002), S.147

43 Vergleiche dazu die Angaben im Internet: http://www.welterbe- mittelrheintal.de/index.php?id=95&type=97&L=0&type=0

17 von 17 Seiten

Details

Titel
Belagerungen und Gegenburgen
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V109405
ISBN (Buch)
9783640145591
Dateigröße
1561 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Belagerungen, Gegenburgen
Arbeit zitieren
Rüdiger Kurth (Autor), 2005, Belagerungen und Gegenburgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109405

Kommentare

  • Gast am 23.2.2006

    Belagerungen und Gegenburgen.

    Diese Arbeit erhielt im Fachbereich VFG der Universität Marburg die Note 1; es ist interessant zu sehen, wie die Bewertung hier aussieht!!!
    R.K.

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