Textanalyse - Zeitungsnachricht


Hausarbeit (Hauptseminar), 2001

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Vorwort

2. Methodisches Vorgehen

3. Kurzer Einblick in den Inhalt und in die Charakteristik des Artikels

4. Überprüfen der Kriterien der Textualität
4.1. Kohäsion
4.2. Kohärenz
4.3. Intentionalität und Akzeptabilität
4.4. Informativität
4.5. Situationalität
4.6. Intertextualität

4. Zusammenfassende Einschätzung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichniss

Anhang

1. Vorwort

Die vorliegende Arbeit versucht einen Zeitungsartikel zu analysieren. Ein Versuch deshalb, da ich leider in meiner Literaturrecherche keine konkrete Anleitung über die Analyse eines Textes finden konnte. Es scheint, als ob in der wissenschaftlichen Diskussion noch keine Einigung über die theoretischen Werkzeuge stattgefunden hat. Daher habe ich mich auf die Ausführungen von Beaugrande und Dressler[1] berufen, welche mir verhältnismäßig zweckmäßige Werkzeuge zur Verfügung stellen. Doch auch diese scheinen an manchen Punkten noch nicht ausgereift und unzureichend anwenderfreundlich. Die angebotenen Instrumente sind noch zu komplex und undurchsichtig, um sie für eine einfache studentische Hausarbeit gänzlich anzuwenden. Der Arbeitsaufwand von Aneignung und Anwendung wäre einer Magisterarbeit nahe gekommen. Folglich kann es innerhalb meiner Arbeit zu Unzulänglichkeiten bezüglich wissenschaftlicher Genauigkeit kommen. Ich hoffe diese entschuldigen zu können und trotz der geschilderten Probleme, angemessene Leistungen zu erbringen.

2. Methodisches Vorgehen

Im Zentrum der Ausführungen steht ein Artikel der Tageszeitung „Bild- Dresden“ vom 5. Dezember 2001. Dessen Inhalt werde ich im folgenden Punkt kurz vorgestellt. Im Hauptteil wird der Artikel auf die sieben Kriterien der Textualität[2] überprüft. Eine kurze Zusammenfassung der gefundenen Aussagen wird im abschließenden Überblick (5.) aufgeführt, verbunden mit einer zusammenfassenden Einschätzung der Textanalyse. Im Anhang befinden sich der erwähnte Artikel als Zeitungsausschnitte, sowie in reiner Textform.

3. Kurzer Einblick in den Inhalt und in die Charakteristik des Artikels

Inhalt des Artikels ist der CDU-Parteitag vom 3. und 4. Dezember 2001 in Dresden. Der Schwerpunkt bildet die Rede des Bayrischen Ministerpräsidenten Edmunt Stoibers. Darum gruppieren sich die Themen der Kanzlerkandidatur zur Bundestagswahl 2002, die Wahltaktik der CDU/CSU und die Politik der Regierungskoalition SPD - Bündnis 90 / Grüne.

Die visuelle Gliederung des Artikels ist entsprechend der Textsorte Zeitungsnachricht. Er teilt sich in zwei Teile: in einen einleitenden Artikel (auf der Titelseite) und einen ausführlichen Artikel (auf Seite 7). Durch Textverknüpfung (Mehr zum CDU-Parteitag, Seite 7 Z. 29) sind die Artikel als ein einheitlicher Text markiert. Innerhalb der Betrachtungen werden sie mit T1 und T2 benannt. Entsprechend der traditionellen „Bild“-Aufmachung, sind diese durch übergroße plakative Titel überschrieben. Den beiden Teilen ist je eine stichwortartige Einleitung vorangestellt, welche durch fett gedruckte Buchstaben hervorgehoben ist. Der Umfang des Artikels beläuft sich auf 470 Wörter. Es dominiert eine schlagwortartige Schreibweise, gekennzeichnet durch Ellipsen und fehlende Junktionen. Dennoch bleibt der Text aufgrund inhaltlicher Verknüpfungen kohärent. Weiterhin läßt sich eine mangelhafte Strukturierung von Haupt- und Nebensatzgefüge feststellen. Die Zeichensetzung ist vorwiegend intonationsbetont. Auffällig ist die Verwendung von Bindestrichen im Satzgefüge.

4. Überprüfen der Kriterien der Textualität

Die Kriterien der Textualität, auf welche der Artikel überprüft wird, sind:

- Kohäsion
- Kohärenz
- Intentionalität
- Akzeptabilität
- Informativität
- Situationalität
- Intertextualität

Im Voraus kann behauptet werden, dass diese Kriterien weitestgehend erfüllt sein werden, da es sich hierbei um eine Zeitungsnachricht handelt. Die Bild- Zeitung hat in Dresden 72510 Leser[3]. Somit wird der Artikel durch eine große Anzahl von Rezipienten als Text akzeptiert. Dem konventionellen Bildleser sagt man jedoch eine geringe Bildungsstufe nach. Auch wird das Medium von höher gebildeten Zeitungslesern gern spöttisch kritisiert und gemieden, u.a. auf Grund der Schreibweise der Artikel. Daraus ließe sich schließen, dass dem genannten Medium in seiner Textualität besondere Charakteristiken, wenn nicht sogar Mängel nachzuweisen sind. Diese gilt es nun im einzelnen zu belegen.

4.1. Kohäsion

„[...] durch formale Mittel der Grammatik hergestellte Textzusammenhang [...]“[4]

Eine andere Bezeichnung für die Kohäsion eines Textes ist die Textoberflächenstruktur. Sie beschreibt die Verknüpfung des Textgebildes auf syntaktischer und semantischer Ebene durch sprachliche Elemente. Es lassen sich dabei verschiedene Kohäsionsmittel unterscheiden, die im Folgenden einzeln nachgewiesen werden. Lassen sich genügend Belege im Artikel finden, so ist die Kohäsion als Kriterium für die Textualität erfüllt.

a) Rekurrenz

„[...] Wiederholung gleicher sprachlicher Elemente [...]“[5]

Sie stellt das einfachste Kohäsionsmittel dar. Auffällig ist sie bei den Namen Stoiber und Merkel, da diese Bestandteil des Hauptthema sind. Man findet die Rekurrenz von Stoiber 14-mal und von Merkel 5-mal. Der Grund für die Häufigkeit mag in der Eigenschaft als Eigenname liegen, da sich für diesen schwerer als für andere Wörter Synonyme finden lassen. Rekurrenz besteht weiterhin bei Kanzler Z. 22 & 24, Delegierter - Delegierten Z. 41 & 43 und Rede Z. 35, 42, 47. Innerhalb einer Satzfolge steht sie dreimal; so bei Delegierter/n, Kanzler und Stoiber, wobei die zwei zuletzt genannten in der Wiederholung durch Begriffspaarbildung ein weiteres Wort mit sich führen.

b) partielle Rekurrenz

„[...]Wiederholung des Wortstammes bei veränderter Wortart[...]“[6]

Zu vermuten wäre, dass dieses Kohäsionsmittel gegenüber dem vorhergehenden verstärkte Anwendung findet. Belegt werden kann es jedoch nur in den Zeilen 19-27 Sieg - siegen - siegesbewußt und in den Zeilen 5, 13, 14/15 Rennen - Kandidatenrennen - Kopf-an-Kopf-Rennen.

c) Paraphrase

„[...]ist die Rekurrenz von Inhalt mit Änderung des Ausdrucks[...]“[7]

Paraphrasen sind im Verhältnis zur Rekurrenz häufig, so Sieg (Z. 19) - Champion-Pokal holen (Z. 20) - gewinnen (Z. 20) - siegen (Z. 23) - siegesbewußt (Z. 27) - V-Zeichen (Z. 28), Bundestagswahl (Z. 18) - Spiel (Z. 21) - Auseinandersetzung (Z. 22) und donnernden Applaus (Z. 37) - Ovationen (Z. 38) - Applaus (Z. 45) - tosenden Beifall (Z. 50). Auffällig ist dabei, dass die einzelnen Wörter (13) hierbei zahlreich sind, aber die Anzahl der Paraphrasen-Gruppen (3) im Verhältnis gering.

d)Ellipse

„[...]ist die Wiederholung von Struktur und Inhalt bei Auslassung einiger

Oberflächenelemente.[...]“[8]

Belege für dieses Kohäsionsmittel finden sich lediglich im zweiten Teil des Artikels, so in Zeile 38, 40, 41, 45, 47, 48 und 49. Die ungleich verteilte Anwendung des Mittels bewirkt eine Steigerung des Erzähltempos zum Ende des Artikels. Sie hinterläßt beim Rezipienten den Eindruck eines schlagwortartigem Berichtens und somit eine höhere Bewertung des in diesen Zeilen geschilderten Sachverhaltes.

e) Pro-Formen

„[...] Sprachliche Elemente, die sich vor allem auf nominale Bezugselemente beziehen. Sie

üben Vertreterfunktion aus [...]“[9]

Im Verhältnis zu den bis jetzt beschriebenen Kohäsionsmitteln, ist dieses zahlreich im Text genutzt. Man findet 15 Pro-Formen. Diese werden weitestgehend anaphorisch gebraucht. Es kommen zwei Pro-Formen im kataphorischer Verwendung vor: in Zeile 6 Wer koreferierend zu ...Merkel oder ...Stoiber und in Zeile 42 So koreferierend zu Nach...Merz...vor...Stoiber. Diese Anordnung von Pro-Form und Nominalphrase hat das Ziel, Spannung zu erzeugen. In einem journalistischen Text im allgemeinen ist dieses Stilmittel eher selten.

[...]


[1] Beaugrande; Dressler: Einführung in die Textlinguistik. Tübingen 1981.

[2] Vgl. Beaugrande; Dressler: Einführung in die Textlinguistik. Tübingen 1981. S. 50ff.

[3] Daten entsprechen Quartal III/01; entnommen aus: www.zeitungen-online.de

[4] Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 1990. S 389.

[5] Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 1990. S 640.

[6] Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 1990. S 640.

[7] Beaugrande; Dressler: Einführung in die Textlinguistik. Tübingen 1981. S. 62.

[8] Beaugrande; Dressler: Einführung in die Textlinguistik. Tübingen 1981. S. 51.

[9] Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 1990. S. 612.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Textanalyse - Zeitungsnachricht
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Germanistik)
Veranstaltung
Textrepräsentation und Textinterpretation
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
20
Katalognummer
V10942
ISBN (eBook)
9783638172332
ISBN (Buch)
9783656036241
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Textanalyse nach Beaugrande und Dressler. 189 KB
Schlagworte
Textanalyse Zeitungsnachicht Beaugrande Dressler
Arbeit zitieren
Andreas Taut (Autor), 2001, Textanalyse - Zeitungsnachricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10942

Kommentare

  • ClickandBuy 116978238 am 14.9.2010

    der text ist ungenau. dazu werden genau 2 quellen benutzt! es fehlt eine abbildung. generel, eher ernuechternd. aber immerhin fuer gut befunden!

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Titel: Textanalyse - Zeitungsnachricht



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