Wesentlicher Bestandteil der neuen Steuerungsmodelle ist ein ,,outputorientierter Haushalt"1). Dies bedeutet, das nicht in der herkömmlichen Art und Weise im Haushaltsplan festgelegt wird wie viel Geld die Verwaltung für welche Aufgaben zur Verfügung hat, sondern das über die Vorgabe von Leistungszielen – also am Output orientiert - gesteuert wird. Dazu muss Klarheit über das Produkt bestehen (Produktdefinition). Den Schritt der Produktbildung werde ich in dieser Schrift nicht weiter erläutern, da er nicht Gegenstand dieses Werkes ist. Durch die outputorientierte Steuerung verliert der Rat klassische Steuerungsmerkmale, die ihm durch die bisherige haushaltsstellenmäßige Zuweisung von Ausgabeermächtigungen zustanden 2). Der Abschluss von Kontrakten über die Ziele des Verwaltungshandelns soll diesen „Machtverlust“ kompensieren und – outputorientierte – Steuerungsmöglichkeiten zulassen. Nachfolgend werde ich am expliziten Beispiel der Kontraktbildung zwischen der Kreisverwaltung Mettmann und den Freien Trägern im Bereich Psychiatrie und Sucht des Kreises Mettmann den Werdegang, die Ziele sowie Vor- und Nachteile des Kontraktmanagement beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
III. Vorwort
1. Einleitung
1.1. Ausgangslage und Auftrag
1.2. Grafische Darstellung der Versorgungsregionen
2. Geschichtlicher Verlauf - Umsetzung
2.1. Leistungsbeschreibung
2.2. Kennzahlenerhebung
2.3. Vertragsentwicklung und Kontraktkalkulation
3. Leistungskontrakte und Finanzkalkulation
3.1. Leistungskontrakte
3.2. Finanzkalkulation
4. Vergleich der bisherigen Förderung mit der Kontraktfinanzierung
4.1. Inhaltlicher Vergleich
4.2. Struktureller Vergleich
5. Schlussbetrachtung
5.1. Ergebnis und Bewertung
5.2. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Umstellung der Finanzierung von Freien Trägern im Bereich Psychiatrie und Sucht von klassischen Förderrichtlinien hin zu einem modernen Kontraktmanagement am Beispiel der Kreisverwaltung Mettmann, um Transparenz und outputorientierte Steuerung zu gewährleisten.
- Transformation von Strukturförderung zu Leistungskontrakten
- Kalkulationsmodelle für psychosoziale Angebote
- Prozess der Leistungsbeschreibung und Zielvereinbarung
- Kooperative Verhandlungsführung zwischen Verwaltung und Trägern
- Auswirkungen der Pauschalierung auf Planungssicherheit und Finanzrisiken
Auszug aus dem Buch
2.1. Leistungsbeschreibung (1. Phase)
Verbindliche und überprüfbare Leistungskontrakte setzen eine hinreichend konkrete Erfassung und Profilierung der Aufgabenstellung voraus. In der ersten Phase sollten daher die Aufgaben und Tätigkeiten der externen Anbieter ermittelt und definiert werden.
Schon bei den Aufgaben- und Leistungsanalysen der gesetzlichen Aufgaben der Verwaltung i.e.S nicht unkompliziert, war von vorne herein klar, dass dieses Projekt - auch in allen folgenden Schritten – nur in enger und möglichst spannungsarmer Kooperation mit den Trägern bzw. zukünftigen Kontraktpartnern erfolgen konnte.
Vor diesem Hintergrund wurde ein Arbeitskreis “Konzept 2000” – später “AK Leistungskontrakte” – installiert, in dem neben der Gesundheitsverwaltung Vertreter der Träger – je nach Phase aus dem Fachbereich oder aus der Geschäftsführungsebene – mitwirkten; durch laufende Information der übrigen Träger wurde für das gesamte Verfahren eine möglichst breite Transparenz und Rückkopplung eröffnet.
Zusammenfassung der Kapitel
III. Vorwort: Erläutert die Notwendigkeit von outputorientierten Steuerungsmodellen im Haushalt, um den durch neue Kontraktstrukturen entstehenden Machtverlust des Rates zu kompensieren.
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage im Kreis Mettmann, in der die Finanzierung sozialpsychiatrischer Angebote durch alte Förderrichtlinien den gewachsenen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde.
2. Geschichtlicher Verlauf - Umsetzung: Detailliert die dreiphasige Umstellung auf Kontraktmanagement, angefangen bei der Leistungsbeschreibung über die Kennzahlenerhebung bis zur Vertragsentwicklung.
3. Leistungskontrakte und Finanzkalkulation: Definiert die Elemente von Leistungskontrakten als verbindliche Vereinbarungen und legt die Grundlagen für die betriebswirtschaftliche Preiskalkulation der Angebote.
4. Vergleich der bisherigen Förderung mit der Kontraktfinanzierung: Gegenüberstellung der alten strukturellen Finanzierung („Geld pro Stelle“) mit dem neuen outputorientierten „Geld pro Leistung“ Prinzip.
5. Schlussbetrachtung: Bewertet die Ergebnisse des Projekts, zeigt auf, dass der Bestand der Einrichtungen gesichert ist, und reflektiert die positiven Nebeneffekte der vertrauensvollen Zusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Kontraktmanagement, Sozialpsychiatrie, Suchthilfe, Kreisverwaltung Mettmann, Leistungsverträge, Outputorientierung, Finanzkalkulation, Haushaltsmodernisierung, Versorgungsregionen, Steuerungsmodelle, Qualitätssicherung, Leistungsbeschreibung, Kostenverantwortung, Freie Träger, Budgetierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Modernisierung des Finanzierungssystems für soziale Einrichtungen im Bereich Psychiatrie und Sucht im Kreis Mettmann durch die Einführung von Leistungskontrakten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Verwaltungsmodernisierung, Finanzplanung im Sozialwesen, kooperative Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und freien Trägern sowie die Kalkulation von Leistungsangeboten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein transparentes, outputorientiertes Steuerungssystem zu schaffen, das die Finanzierung der psychosozialen Versorgung auf eine neue, vertraglich fundierte Basis stellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Fallstudie, die den praktischen Prozess der Umgestaltung in der Kreisverwaltung Mettmann beschreibt und anhand von betriebswirtschaftlichen Kalkulationsmodellen evaluiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der geschichtliche Umsetzungsprozess, die methodische Vorgehensweise zur Kennzahlenerhebung sowie die konkrete Kalkulation und Ausgestaltung der Leistungskontrakte dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kontraktmanagement, outputorientierter Haushalt, Sozialpsychiatrie, Suchthilfe, Finanzkalkulation und Verwaltungssteuerung.
Wie unterscheidet sich das neue Modell von der früheren Förderung?
Früher wurde die Vorhaltung von Stellen finanziert ("Geld pro Stelle"), während das neue Modell die fachlich umschriebenen Leistungsangebote auf Basis einer transparenten Kalkulation vergütet ("Geld pro Leistung").
Welche Rolle spielen die "Qualitätssicherungsgruppen"?
Sie dienen der Überprüfung der spezifischen Zielerfolgskriterien, an die ein Teil der Vergütung geknüpft ist, und fungieren als Bindeglied zwischen Verwaltung und freien Trägern.
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- Oliver Saß (Author), 2003, Kontraktmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10953