Strukturanpassung am Beispiel Tansania


Vordiplomarbeit, 2002

15 Seiten, Note: 1,7


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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Tansania in der Krise - interne und externe Ursachen

3. Der Weg zur Strukturanpassung / grundlegende Reformen
3.1. Erste Akzente zur Schaffung von Standardelementen zur Strukturanpassung
3.2. Einführung der Strukturanpassungsprogramme durch die Weltbank und IWF

4. Programme zur Strukturanpassung
4.1. Economic Recovery Programme (ERP) von 1986 bis
4.2. Economic and Social Action Programme (ESAP) von 1989 bis

5. Schwerpunkte der Strukturanpassung in den produktiven Sektoren
5.1. Anpassung im Industriesektor
5.2. Anpassung im Agrarsektor

6. Problematik der Strukturanpassung im sozialen Sektor

7. Fazit

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Strukturanpassung in Tansania, ihrer Auswirkung auf die Wirtschaft sowie mit der daraus resultierenden Problematik. Tansania, eines der ärmsten Länder dieser Welt, hat in den vergangenen Jahren (seit 1984) drastische Veränderungen durchgemacht.

Eine krisengekennzeichnete Wirtschaft und eine deutlich geschwächte soziale Infrastruktur stellen eindeutige Beweise für den Ernst der Lage des Landes dar.

Maßgebende Änderungen in Form von Reformen der Regierung mit dem IWF sollen Tansania aus der schweren Krise herausholen und das Land zu deutlichen wirtschaftlichen, aber auch zu sozialen Aufschwung verhelfen.

Dies soll mit Hilfe der Strukturanpassungsprogramme realisiert werden.

Welche Veränderung bringt eine derartige Reform mit sich?

Was ist unter Strukturprogrammen generell zu verstehen?

Es stellt sich weiterhin die Frage, ob eine derartige Intervention problemlos und zielgerichtet ablaufen kann.

Wie kann man resümierend die Entwicklung Tansanias durch die Intervention in Form der Strukturanpassung objektiv und kritisch beurteilen?

2. Tansania in der Krise – interne und externe Ursachen

Tansania befand sich seit dem Ende der 70er Jahre in einer immer tieferen und existenzbedrohenden wirtschaftlichen Krise.

Die Krise hat weitläufige Folgen und betraf nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die sozialen Strukturen des Landes.

Ursachen für die Krise lagen in erster Linie in der hohen Auslandsverschuldung. Durch den Krieg mit dem ugandischen Präsidenten Idi Amin im Jahr 1978/1979 verschärfte sich die Verschuldungsproblematik zunehmend.

Die Krise der Landwirtschaft, der dramatische Wirtschaftsabschwung (verbunden mit dem Preisverfall für die wichtigsten Exportgüter in den späten 70er und frühen 80er Jahren bei gleichzeitig stehenden Importpreisen) und ein chronischer Devisenmangel waren ebenfalls Ursachen für diese Situation.[1]

Verstärkt wurde die Verschuldungsproblematik durch äußere Einflussfaktoren, zu denen die zweite Ölpreissteigerung von 1978, der Zusammenbruch der Ostafrikanischen Gemeinschaft und die extremen Klimafaktoren gehörten.

Ökonomisch sind vier zentrale Ungleichgewichte entstanden: außenwirtschaftliche, fiskalische, zwischen produktiven und nicht produktiven Sektoren und zwischen formellen und informellen Sektoren.

Eine ausufernde Bürokratie und die dort herrschende Korruption der Staatsbediensteten trugen zu seiner Schwächung des Landes bei.[2]

3. Der Weg zur Strukturanpassung / grundlegende Reformen

3.1 Erste Akzente zur Schaffung von Standardelementen zur Strukturanpassung

Erste Akzente zum Umschwung dieser scheinbar ausweglosen Situation wurden im Jahr 1981 durchgeführt.

Das Ecomonic Survival Programme wurde von der Regierung verabschiedet.

Dem folgte anschließend das auf drei Jahre angelegte und eigenständige Structural Adjustment Programme (SAP).

Leider haben beide Programme keine sichtbaren Erfolge gebracht.

Nachdem die Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreicht hat und der Druck der internationalen Kreditgeber immer größer wurde (im Zeitraum von 1980 bis 1985 kürzten die Entwicklungshilfegeber das Volumen der externen Hilfen um mehr als 30 %[3] ), kam es zu einer Liberalisierung in der Wirtschaftspolitik Tansanias: 1984 wurde die Importliberalisierung und die Öffnung der Wirtschaft für private Aktivitäten eingeführt.[4]

Diese beiden Maßnahmen kann man als erste Grundbausteine auf dem Weg zur Strukturanpassung erkennen.

3.2 Einführung der Strukturanpassungsprogramme durch die

Weltbank und IWF

Im Jahr 1986 zeichnete sich es nach konfliktreichen und wiederholt abgebrochenen Verhandlungen zwischen der neuen Regierung, IWF und der Weltbank ein entscheidender Wendepunkt in der Entwicklung Tansanias ab.

Im September 1986 kam es zu der längst fälligen Einigung der beteiligten Parteien: Es wurde ein Strukturanpassungsprogramm „Economic Recovery Programme (ERP)“ ausgearbeitet und eingeführt.

Das entwicklungspolitische Programmwort „Strukturanpassungsprogramm“ bedeutet nach der Definition von Rainer Tetzlaff „...die gewünschte Politik seitens eines Schuldnerstaates meint, seine volkswirtschaftlichen Ausgaben auf ein langfristig finanzierbares Niveau zur Vermeidung künftiger Haushaltsdefizite und Zahlungsbilanzkrisen abzusenken“.[5]

4. Programme zur Strukturanpassung

4.1 Economic Recovery Programme (ERP) von 1986 bis 1989

Das Economic Recovery Programme (ERP) ist das erste Strukturanpassungsprogramm, das in Tansania eingeführt wurde.

Es war an eine Reihe von harten Auflagen gebunden, die folgende Maßnahmen umfassten:

- Verpflichtung zu einer strikten, an währungs- und finanzpolitischen Zielen ausgerichteten Politik zum Abbau des Haushalts- und Zahlungsbilanzdefizits
- Deutliche Abwertung des tansanischen Shillings sowie überproportionale Erzeugerpreiserhöhungen für Agrarexportprodukte
- Konzentration investiver Maßnahmen auf die Landwirtschaft
- Weitere deutliche Reduzierung der staatlichen Wirtschaftsaktivitäten zugunsten des privaten Sektors[6]
- Wegfall von Subventionen
- Einfrierung der Mindestlöhne[7]

4.2 Economic and Social Action Programme (ESAP)

von 1989 bis 1992

Das im Jahre 1989 bis zum Jahr 1992 Economic and Social Action Programme war weiterhin an die Auflagen des ERP gebunden.

Beide hatten das Ziel, eine kontinuierliche Steigerung der Produktivität aller Wirtschaftsbereiche sowie es Lebensstandards.

Das ESAP bemühte sich jedoch zusätzlich um die Berücksichtigung des sozialen Sektors.

Man versuchte, gezielt gegen die Armutsproblematik zu kämpfen.

Die Bereiche Bildung, Gesundheit und Wasserversorgung sollten reformiert werden. Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssicherung und der Beschäftigungsmöglichkeiten sowie zum höheren Einkommen der ärmeren Bevölkerung sollten darüber hinaus verstärkt werden.[8]

5. Schwerpunkte der Strukturanpassung in den produktiven Sektoren

5.1 Anpassung im Industriesektor

Seit dem Einsetzen der Strukturanpassungen wurde der industrielle Sektor durch den Anreiz für private Aktivitäten zu neuen Leben geweckt und eine deutliche aufsteigende Tendenz konnte beobachtet werden.

Seit dem Jahr 1986 stieg die Produktion kontinuierlich an. Ausnahme bildete das Jahr 1990.

Die industrielle Produktion macht ca. zwei Drittel des sekundären Sektors aus. 1990 betrug der prozentuale Anteil der industriellen Produktion zu konstanten Sektorpreisen 64% an der gesamten Produktion des sekundären Sektors[9].

Im Jahr 1999 verabschiedete die tansanische Regierung ein Gesetz zur Förderung und Schutz privater (in- und ausländischer) Investitionen (National Investment Promotion and Protection Act) und stellt somit eine gesetzliche Grundlage für die Entfaltung privater Unternehmerinitiative als Gegengewicht zu parastaatlichen Unternehmen dar.[10]

Bis 1990 hatten sich nach Einschätzung der Weltbank die Kleinindustrie und die informellen Produktionsaktivitäten verdreifacht.[11]

Auch zeichnet sich ein positiver Trend bei der Kapazitätenauslastung ab.

Während die Produktionskapazität bis zu Jahr 1985 nicht mal zu einem Drittel ausgelastet war, wurde bei einer Studie der Universität Bayreuth festgestellt, dass die Kapazitätenauslastung im Jahr 1991/92 bei über 50% lag. Bei dieser Studie wurden 174 Unternehmen untersucht.[12]

Die Werkzeug- und Maschinenhersteller bauten meist einfache Produkte mit einer allgemeinen Produktionstechnik auf.

Als Beispielprodukte wären Maismühlen, Schaufeln, Ölpressen und Ochsenkarren zu nennen. Weiterhin wurden einfache Reparaturen ausgeführt und Ersatzteilbau betrieben.

Beispielbetriebe sind die beiden staatlichen Unternehmen National Engineering Company (NECO) und Mangu’la Mechanical and Machine Tools Company (MMMT).

Die NECO arbeitete im Behälterbau und Stahlkonstruktion, als Gießerei und Schlosserei. 1985 machte das Unternehmen einen Gewinn von 8 Millionen TSH. Allerdings ist dieser zu 50-60% zu versteuern, so das dem Unternehmen wenig Reserven bleiben, um z.B. Erweiterungsinvestitionen zu tätigen.

Das andere oben erwähnte Unternehmen, die MMMT, stellte landwirtschaftliche Geräte und Ersatzteile her, weiterhin wurden Reparaturen durchgeführt.

Während der Umsatz im Jahr 1984 30 Mio. TSH betrug, steigerte er sich zwei Jahre später auf 52 Mio. TSH.[13]

Als Hoffnungsträger der tansanischen Konjunktur im industriellen Sektor gilt der Bergbau. Große ausländische Bergbaufirmen aus Australien, Kanada u. a. investieren in diese Branche. Mit der Verdoppelung der Goldproduktion im Jahr 1999 auf 11,1 Tonnen wird der Erfolg sichtbar[14].

Resümierend kann man von einer Verbesserung der Produktion seit der ersten Reformmaßnahmen sprechen.

Im Jahr 1994 überbetraf die Produktion zum ersten Mal seit 1975 die Wachstumsrate der Bevölkerung. Ein Anstieg des durchschnittlichen Bruttosozialproduktes pro Einwohner ist ebenfalls erzielt worden[15].

5.2 Anpassung im Agrarsektor

Die Landwirtschaft spielt in Tansania eine überragende Rolle für die Volkswirtschaft.

Mit einem Anteil von 56% am Bruttoinlandsprodukt und 83% der Exporterlöse im Jahr 1993 übernimmt sie die Hauptrolle in der Wirtschaft.

88% der Erwerbstätigen arbeiten in der landwirtschaftlichen Produktion.[16]

Mit der Einführung der wirtschaftspolitischen Reformen wurde zunächst die private Landnutzung sichergestellt. Die Bauern wurden zu einer kommerziell ausgerichteten Produktion ermutigt.[17]

Wie man anhand der Abbildung 1 deutlich erkennen kann, ist ein positiver Trend bei der Nahrungsmittelproduktion für die inländischen Verbrauch zu verzeichnen.

Seit der Einführung der ersten Reformmaßnahmen (SAP) stieg die Produktion stetig für Mais und Reis an. Im Jahr 1988/89 erreichte die Produktion ihren Höhepunkt. Die Weizenproduktion ist weitläufig konstant geblieben.

Am deutlichsten ließ sich der Anstieg bei Mais feststellen. Während die Produktion im Jahr 1979/80 ca. 1,7 Mio. Tonnen betrug, steigerte sie sich bis zum Jahr 1988/89 auf mehr als 3 Mio. Tonnen.

Die Reisproduktion ist seit 1981/82 (ca. 250 Tausend Tonnen) ebenfalls höher geworden. Im Jahr 1988/89 hat sie sich beinahe verdreifacht (ca. 700 Tausend Tonnen).[18]

Die gesamte Entwicklung verlief so positiv, dass Tansania wieder weitgehend in der Lage war, den Lebensmittelbedarf der Bevölkerung durch Eigenproduktion zu decken.

Durch eine schrittweise Freigabe der Produzentenpreise und die Abschaffung des staatlichen Vermarktungssystems konnte des Produktionspotenzial gesteigert werden.

Die Importliberalisierung der Konsumgüter hat die Versorgung in den ländlichen Regionen sichtbar verbessert.[19]

Die traditionelle landwirtschaftliche Exportproduktion spielt für die Deviseneinnahmen Tansanias eine sehr wichtige Rolle.

Zu den Hauptexportprodukten gehören Kaffee, Baumwolle, Tee, Sisal, Tabak und Cashewnüsse.

Die Entwicklung von Kaffee, Baumwolle, Tee und Sisal lässt sich deutlich auf der Abbildung 2 beobachten.

Während man bei der Sisalproduktion einen negativen Trend, der sich nicht aufhalten lässt, beobachten kann, haben sich die übrigen Produkte seit den Reformen wieder stabilisiert.

Die Kaffeeproduktion hat sich nach einer schweren Krise, in der die Produktion von 1981 bis 1985 bis auf die Hälfte, d. h. auf 44.020 Tonnen zurückging, wieder erholt. Seit 1990 stieg sie auf 87.100 Tonnen.

Ebenfalls haben sich die Baumwoll- und Teeproduktion inzwischen stabilisiert.[20]

6. Problematik der Strukturanpassung im sozialen Sektor

Trotz aller Bemühungen und vieler Erfolge in der Wirtschaft gehört Tansania, wie schon in der Einführung erwähnt, zu den ärmsten Ländern dieser Welt.

Das Land hat 35,1 Mio. Einwohner und das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im Jahr 2000 257 US-Dollar.[21]

Der soziale Sektor leidet nach wie vor unter Armut und dem rücksichtslosen Wirtschaftspiratentum.

Eines der schwerwiegenden Probleme ist die weiterandauernde Auslandsverschuldung, die trotz der Reformen nicht zu unterschätzen ist.

Trotz Erlasse und Umschuldungen im Pariser Club ist die Verschuldung auf 8,295 Mrd. US-Dollar angestiegen. Hiervon wurden 6,835 Mrd. US-Dollar von den Gläubigern ausgezahlt.

Die Regierung, die unter einem erheblichen Druck seitens der multilateralen Gläubiger und des IWF steht, ist gezwungen, eine strikte Sparpolitik zu betreiben und Haushalts- und Zahlungsdefizite abzubauen.

Sie ist genötigt, Kürzungen der öffentlichen Ausgaben vorzunehmen.

Diese Maßnahmen sind vor allem im Bildungs- und Gesundheitswesen deutlich zu spüren.

Mitarbeiter beider Systeme sind weitgehend unmotiviert, eine angemessene Arbeitsleistung zu erbringen. Sie sind gezwungen unter schlechtesten Arbeitsbedingungen und mir einer mangelnden Ausstattung zu arbeiten[22].

Das Gesundheitssystem, das erhebliche Qualitätsverluste durch Versorgungsengpässe mit Medikamenten und Geräten hinnehmen muss, ist nicht in der Lage, eine flächendeckende Vorsorge und Behandlung zu gewährleisten[23].

Hinzu kommt die Problematik von AIDS, die in Tansania und anderen Ländern Afrikas nicht zu unterschätzen ist.

In Tansania lag die Alphabetisierung im Jahr 1999 bei 72 %[24].

Dies liegt unter anderem daran, dass vom Staat eine Primarschulabgabe vom 100,- TSH eingeführt und das Schulgeld für den Sekundarschulbesuch erhöht wurde.[25]

Die meisten Eltern sind nicht in der Lage, einen Schulbesuch ihrer Kinder zu finanzieren.

Dieses Dilemma spiegelt sich in der Arbeitslosenquote und im Mangel an qualifizierten Arbeitskräften wieder.

Zur Verdeutlichung der Armut der Bevölkerung ist ein Blick auf die Zusammensetzung und Entwicklung der Lebenskosten in Betracht zu ziehen: Ein durchschnittlicher Haushalt muss mehr als 70% seines Einkommens für Nahrungsmittel einsetzen.

Seit 1994 hat sich der Preisindex, der zu 64% von Lebensmittelpreisen bestimmt wird, beinahe verdoppelt.[26]

Zu den weiteren Belastungen des sozialen Sektors gehört eine anhaltend hohe Anzahl von Flüchtlingen aus den krisengeschüttelten Nachbarländern. Nach Angaben des Innenministeriums hielten sich im Juli 1999 ca. 800.000 Flüchtlinge in Tansania auf.[27]

Auch das rapide Bevölkerungswachstum von ca. 3,2% jährlich hemmt die Ent-wicklung des Landes.[28]

7. Fazit

Als Fazit kann man sagen, dass trotz aller vorhandenen Probleme sich eine insgesamt positive Entwicklung verzeichnen lässt.

Die gravierenden Veränderungen, die durch die Reformen verursacht wurden, sind in den vorhergehenden Kapiteln erörtert.

Obwohl die Reformen in Form von Strukturprogrammen sehr tiefgreifend waren, sind sie weiterhin existent und müssen fortgeführt werden.

Unter Strukturprogrammen versteht man die Veränderung eines verschuldeten Staates in Hinblick auf seine volkswirtschaftlichen Ausgaben, um weitere Defizite zu vermeiden. Eine genaue Definition ist unter Kapitel 3.2 zu finden.

Die im Kapitel 3 und 4 genannten Interventionen können nicht problemlos ablaufen, da ein großes Netzwerk von Problemen existiert, die alle miteinander verknüpft sind. Dies erschwert ebenfalls die Zielrichtung der jeweiligen Eingriffe und erschwert ein gezieltes Vorgehen enorm.

Das Wirtschaftswachstum und die Sozialentwicklung werden auch künftig nur durch eine anhaltende und massive Unterstützung von außen möglich sein. Die Entwicklungshilfe wird auch weiterhin von zentraler Bedeutung für die Entwicklung Tansanias bleiben. Die Abhängigkeit von den Geberländern und die damit verbundene Einflussnahme ist sehr groß.

Die Ressourcenausstattung, die Größe und Vielfalt des Landes lassen keinen Zweifel an einer selbstständigen Lebensfähigkeit.[29]

Tansania muss weiterhin bei seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik bleiben.

Die Regierung sollte ferner bemüht sein, eine aktive Familienpolitik zur Reduzierung des Bevölkerungswachstums zu betreiben.

Eine stärkere Inanspruchnahme einheimischer Ressourcen bei gleichzeitiger Steigerung und Diversifizierung der Exportproduktion soll ein Ziel in der Weiterentwicklung sein.[30]

Das Festhalten an der Vermarktung von landwirtschaftlichen Exportprodukten durch staatliche Handelsmonopole muss abgeschafft und die Märkte für den Export weiter geöffnet werden. Auch eine konsequente Privatisierung bzw. Schließung vieler ineffizienter staatlicher Unternehmen muss schnellstmöglich erfolgen.[31]

Vielleicht gelingt es Tansania in Zukunft unabhängig von externer Hilfe lebensfähig zu sein und auf dem Weltmarkt zu bestehen.

Literaturverzeichnis

Engelhard, Karl: Tansania, Gotha 1994

Hofmeier, Rolf: Tanzania, in: Institut für Afrika-Kunde/Hofmeier, Rolf/Jacobeit, Cord (Hrsg.): Afrika-Jahrbuch 1999, Opladen 2000, S. 317 - 326

Hofmeier, Rolf: Tansania, in: Nohlen, Dieter/Nuscheler, Franz (Hrsg.): Handbuch der Dritten Welt, Bd. 5, Ostafrika und Südafrika, 3. Auflage, Bonn 1993, S. 178 - 200

Langmann, Andreas: Beispiele für Entwicklungsunterschiede: Tansania - eines der ärmsten Länder, in: Informationen zur politischen Bildung, (1996), Nr. 252, S. 21 - 23

Osterkamp, Rigmar/Halbach, Axel J.: Strukturanpassung in Entwicklungsländern und flankierende Massnahmen der Industrieländer: empirische und theoretische Analysen vor dem Hintergrund der Verschuldungsproblematik, München/Köln/London 1990

Rösch, Paul-Gerhardt: Der Prozess der Strukturentwicklung in Tanzania, Hamburg 1995

Schulz, Eberhard: Wirtschaftliche Chancen im südlichen Afrika, in: Internationale Politik, (Nov. 2001), Nr. 11, 56. Jahr, S. 11 - 18

Taube, Günter: Wirtschaftliche Stabilisierung und Strukturanpassung in Tansania, Hamburg 1992

Tetzlaff, Rainer: Strukturanpassung – das kontroverse entwicklungspolitische Paradigma in den Nord-Süd-Beziehungen, in: Nohlen, Dieter/Nuscheler, Franz (Hrsg.): Handbuch der Dritten Welt, Bd. 1, Grundprobleme - Theorien - Strategien, 3. Auflage, Bonn 1992, S. 420 - 429

Zell, Helmut: Die Kapitalindustrie in Tanzania: Entwicklungsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten, Hamburg 1990

http://www.dse.de/za/lis/tansania/seite3.htm

http://www.tanzania-network.de/themen/studie1.htm

[...]


[1] vgl. Langmann, Andreas: Beispiele für Entwicklungsunterschiede: Tansania - eines der ärmsten Länder, in:

Informationen zur politischen Bildung, (1996), Nr. 252, S. 21 – 23

[2] vgl. Hofmeier, Rolf: Tansania, in: Nohlen, Dieter/Nuscheler, Franz (Hrsg.): Handbuch der Dritten Welt, Bd. 5,

Ostafrika und Südafrika, 3. Auflage, Bonn 1993, S. 184

[3] ebd., S. 184f

[4] vgl. Engelhard, Karl: Tansania, Gotha 1994, S. 252f

[5] Tetzlaff, Rainer: Strukturanpassung – das kontroverse entwicklungspolitische Paradigma in den Nord-Süd-

Beziehungen, in: Nohlen, Dieter/Nuscheler, Franz (Hrsg.): Handbuch der Dritten Welt, Bd. 1, Grundprobleme

- Theorien - Strategien, 3. Auflage, Bonn 1992, S. 420

[6] vgl. Osterkamp, Rigmar/Halbach, Axel J.: Strukturanpassung in Entwicklungsländern und flankierende Mass-

nahmen der Industrieländer: empirische und theoretische Analysen vor dem Hintergrund der Verschuldungs-

problematik, München/Köln/London 1990, S. 70f

[7] vgl. Langmann, a.a.O.

[8] vgl. Taube, Günter: Wirtschaftliche Stabilisierung und Strukturanpassung in Tansania, Hamburg 1992, S. 49

[9] vgl. Rösch, Paul-Gerhardt: Der Prozess der Strukturentwicklung in Tanzania, Hamburg 1995, S. 158

[10] vgl. Engelhard, a.a.O., S. 265

[11] ebd., S. 257

[12] vgl. Rösch, a.a.O., S. 167

[13] vgl. Zell, Helmut: Die Kapitalindustrie in Tanzania: Entwicklungsbedingungen und Entwicklungsmöglichkei-

ten, Hamburg 1990, S. 98ff

[14] vgl. Hofmeier, Rolf: Tanzania, in: Institut für Afrika-Kunde/Hofmeier, Rolf /Jakobeit, Cord (Hrsg.): Afrika-

Jahrbuch 1999, Opladen 2000, S. 326

[15] vgl. Rösch, a.a.O., S. 172

[16] vgl. Langmann, a.a.O.

[17] vgl. Hofmeier 1993, S. 189f

[18] Eigene Auswertung der Tabelle 1: Die Entwicklung der Nahrungsmittelproduktion für den inländischen

Verbrauch von 1979/80 bis 1989/90 in 1.000 Tonnen, vgl. hierzu S. 11

[19] vgl. Rösch, a.a.O., S. 158ff

[20] ebd., S. 162f

[21] vgl. Schulz, Eberhard: Wirtschaftliche Chancen im südlichen Afrika, in: Internationale Politik, (Nov. 2001),

Nr. 11, 56. Jahr, S. 12, Tabelle: Südliches Afrika: Wirtschaftliche Eckdaten (2000)

[22] vgl. http://www.tanzania-network.de/themen/studie1.htm

[23] vgl. Engelhard, a.a.O., S. 255

[24] vgl. Hofmeier 1999, S. 317

[25] vgl. Engelhard, a.a.O., S. 255

[26] vgl. http://www.dse.de/za/lis/tansania/seite3.htm

[27] vgl. Hofmeier 1999 S. 323

[28] vgl. Langmann, a.a.O.

[29] vgl. Hofmeier 1993, S. 198

[30] vgl. Engelhard, a.a.O., S. 266

[31] vgl. Rösch, a.a.O., S. 172

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Strukturanpassung am Beispiel Tansania
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Propädeutikum: Probleme der Entwicklungsländer
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V109542
Dateigröße
376 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arb. befasst sich mit den Strukturanpassungen in Tansania, ihrer Auswirkung auf die Wirtschaft sowie mit der daraus resultierenden Problematik. Dies soll mit Hilfe der Strukturanpassungsprogramme des IWF realisiert werden. Welche Veränderung bringt eine derartige Reform mit sich? Was ist unter Strukturprogrammen generell zu verstehen? Es stellt sich weiterhin die Frage, ob eine derartige Intervention problemlos und zielgerichtet ablaufen kann.
Schlagworte
Strukturanpassung, Beispiel, Tansania, Propädeutikum, Probleme, Entwicklungsländer
Arbeit zitieren
Jolanta Bandura (Autor), 2002, Strukturanpassung am Beispiel Tansania, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109542

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