Ethnische Aspekte des Zypern-Konflikts


Seminararbeit, 2003

22 Seiten, Note: 1-2


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Gliederung

1. Einleitung

2. Begriffsklärung: „Ethnische Gruppe“, „Ethnizität“ und „Interethnischer Konflikt“

3. Die politische, ökonomische und soziale Lage auf Zypern vor

4. „Divide et Impera“ - Die Erzeugung ethnischer Grenzen als Essenz kolonialer Machtpolitik
4.1. Die britische Politik im historischen Zusammenhang
4.2. Gesellschaftlicher Umbruch und ethnische Frontenbildung der Eliten
4.3. Kolonialpolitik als Politik der systematischen Ethnisierung

5. Ethnische Nationalismen in der Elitenpolitik Zyperns
5.1. Entstehung und Inhalte der nationalistischen Ideologien
5.2. Die machtpolitische Funktion von „ Enosis “ und „ Taksim
5.3. Die Militarisierung der Nationalbewegung

6. Ethnizität, Nationalismus und Konflikt jenseits der Politik
6.1. Die Ethnisierung der zypriotischen Bevölkerung
6.2. Ethnizität und Nationalismus im zypriotischen Alltag

7. Der Zypernkonflikt in der internationalen Politik

8. Resümee

9. Bibliographie

1. Einleitung

Diese Arbeit entstand auf der Grundlage des Referates Ethnische Aspekte des Zypernkonflikts (1878-1960) im Rahmen des Seminars „Interethnische Konflikte“. Diese Arbeit wird sich auf die Untersuchung der kolonialen, also der Anfangsphase des Zypernkonflikts beschränken.

Ob ein Konflikt interethnisch ist oder nicht – dies hängt nicht zuletzt davon ab, ob ihn die beteiligten Konfliktparteien bzw. die Stimmen von außen derart wahrnehmen bzw. beschreiben. Ethnizität ist – und dies werde ich in Kapitel 2 erläutern – kein objektiv feststellbares Merkmal. Daher ist meiner Ansicht nach bedeutend, welche Rolle Ethnizität in einem so genannten interethnischen Konflikt trägt, wie sie zur Thematik eines Konflikts wird, wie und von wem sie propagiert wird und mit welchem Ziel. Außerdem muss klar werden, ob überhaupt eine „ethnische Gruppe“ existiert, d.h. ob die involvierte Bevölkerung sich als eine solche empfindet und ob dies zu Konflikten führt.

Meine Bearbeitung des Zypernkonflikts wird sich nach diesen Fragen ausrichten. Daher werde ich auch nicht gesondert auf den Verlauf des ersten offenen Konflikts (1955-59) eingehen, sondern die „Vorbereitung“ des Konflikts beleuchten. Angesichts der Tatsache, dass der Begriff des „(inter-)ethnischen Konflikts“ beunruhigend inflationär gebraucht wird und eine tendenziell einseitige Wahrnehmung von Konflikten - und der involvierten Bevölkerung - in bestimmten Regionen der Welt befördert, halte ich eine derart gestaltete Auseinandersetzung mit dem Thema für notwendig.

In der Ethnologie ist es umstritten, wie die Begriffe „Ethnizität“, „ethnische Gruppe“ oder „(inter-)ethnischer Konflikt“ definiert und inwiefern sie sinnvoll bzw. ohne Schaden zu verursachen, angewandt werden können. Auch dieser Diskurs ist Hintergrund dieser Arbeit. Wie diese Termini „Ethnizität“, „ethnische Gruppe“ und „(inter-)ethnischer Konflikt“ bisher in der Wissenschaft definiert werden, werde ich daher in dem zweiten Kapitel dieser Arbeit auf der Grundlage mehrerer Texte von verschiedenen Autoren darstellen.

In den weiteren Kapiteln werde ich die Entwicklung des Zypernkonflikts darstellen. In Kapitel 3 werde ich die Ausgangssituation Zyperns vor der britischen Kolonialisierung beschreiben. Kapitel 4 wird sich mit der Rolle Großbritanniens hinsichtlich der Entstehung des ethnischen Konfliktpotentials auf Zypern beschäftigen. In Kapitel 5 werde ich die Mobilisierung einer ethnischen Identität und deren Instrumentalisierung durch die zypriotischen Eliten skizzieren. Das sechste Kapitel befasst sich mit der Frage, inwiefern sich innerhalb der zypriotischen Bevölkerung ein ethnisches Bewusstsein herausbildet. Nachdem ich mich in diesen Kapiteln auf den Raum „Zypern“ beschränken werde, ist das letzte Kapitel der transnationalen Wirkung des Konflikts gewidmet. Hierbei werde ich besonders darstellen, wie Griechenland und die Türkei – als vermeintliche „Mutterländer“ - die Problematik aufgreifen und einen aktiven Part in dem Konflikt einnehmen.

Die Darstellung des Zypernkonflikts in der Zeit 1878 bis 1960 wird also nicht chronologisch und - dem Umfang dieser Arbeit geschuldet - nicht ganzheitlich sein.

Hinsichtlich der Quellen werde ich mich insbesondere hauptsächlich auf nicht-ethnologische Literatur beziehen, da ich bei meiner Recherche auf nur eine spezifisch ethnologische Veröffentlichungen gestoßen bin. Allerdings geben auch die von mir verwendeten Monographien aus der Politik- und Geschichtswissenschaft eine gute Grundlage für diese Arbeit.

2. Begriffsklärung: „Ethnische Gruppe“, „Ethnizität“ und „Interethnischer Konflikt“

Zunächst soll eine Klärung der Begriffe „Ethnische Gruppe“, „Ethnizität“ und „Interethnischer Konflikt“ erfolgen.

„Ethnische Gruppen“, so sagen Orywal und Hackstein, sind „die Akteure im Ethnizitätsprozess.“[1] Insofern lassen sich die beiden Begriffe „ethnische Gruppe“ und „Ethnizität“ zusammen erklären. Das Phänomen der Ethnizität wird von Orywal und Hackstein in der folgenden knappen Definition erfasst: „Ethnizität ist der Prozess der ethnischen Abgrenzung in Form der Selbst- und Fremdzuschreibung spezifischer Traditionen“.[2] Ethnizität ist also nicht statisch. Vielmehr bedeutet sie ein stetiges und situationsbezogenes Auswählen und Betonen bestimmter Merkmale, um die Grenzziehung zu einer anderen Gruppe zu erreichen bzw. aufrecht zu erhalten.[3] Der Begriff der „Grenze“ impliziert hierbei, dass Ethnizität nur in Opposition zu bzw. Interaktion mit einer anderen Gruppe entstehen kann.[4]

Die Merkmale oder auch „Traditionen“, die die ethnische Identität ausmachen, können alle möglichen Eigenschaften umfassen: Sprache, Religion, Geschichte, Physiognomie, Musik etc. Wichtig ist, dass sie von der Gruppe als gemeinsam geteiltes Gut empfunden werden und mit einer für die Gruppe symbolischen Bedeutung belegt werden.[5] Welche Merkmale für eine Gruppe identitätsbestimmend sind, beruht somit auf einer subjektiven Auswahl.[6]

Ethnizität, d.h. die ethnische Identität einer Gruppe kann also nicht mit ihrer Kultur gleichgesetzt werden, wie es häufig außerhalb der Ethnologie getan wird.[7]

Ethnizität wohnt einer Gruppe also nicht qua Natur inne. Vielmehr ist es so, dass sich die Gruppe ihrer gemeinsamen ethnischen Identität bewusst sein muss, damit sie als „ethnische Gruppe“ existiert.[8] Dies lässt auch zu, dass Individuen durch die Konstruktion einer gemeinsamen Identität zu Gruppen zusammengefasst werden, ohne dass sie zuvor in irgendeiner Art organisiert waren.[9] Die ethnische Identität existiert dabei nie um ihrer selbst willen. Sie ist ziel gerichtet, sie steht immer „in the light and service if present and even future consideration“.[10]

Zur Rechtfertigung und Grundlegung der gemeinsamen ethnischen Identität verweisen ethnische Gruppen sehr oft auf die historische Kontinuität ihrer Kultur. Die Historie, mit welcher diese Kontinuität begründet wird, kann dabei auch fiktiv sein.[11] Allerdings kann sich laut der Definition Orywal und Hacksteins nicht jede soziale Gruppe als „ethnische Gruppe“ formieren. Voraussetzung ist, dass innerhalb der Gruppe ein höchstmöglicher Grad an Endogamie herrscht.[12]

Wie hängt nun „Ethnizität“ mit Konflikten zusammen? Die Existenz eines ethnischen Bewussteins führt, so Andreas Wimmer nicht zwangsweise zu einem (interethnischen) Konflikt.[13] Vielmehr ist es so, dass unter bestimmten Bedingungen Ethnizität politisiert und somit zum Konfliktstoff gemacht werden kann.[14] Als Bedingungen sind hier insbesondere Transformationsprozesse bzw. der Verfall fester Ordnungen in einem Staat zu nennen.[15] In solchen Zeiten der Umwälzungen werden oft Ressourcen wie z.B. politische Macht, ökonomische Güter, neu verteilt.[16] Wenn sich die Verteilung der Güter an vermeintlichen ethnischen Zugehörigkeiten orientiert, ist eine Mobilisierung ethnischer Gruppen als Konfliktparteien besonders wahrscheinlich.[17]

Doch was unterscheidet einen interethnischen Konflikt von anderen Konflikten außer, dass sich die Akteure verschiedenen ethnischen Gruppen zugehörig fühlen und dies zum offiziellen Konfliktgrund ernennen? Ein entscheidender Faktor ist, so lässt die Literatur schließen, die Art der Mobilisierung der Gruppen.

Als mobilisierende Kräfte identifizieren Wimmer und Eller die Eliten bzw. die gebildeten Mittelschichten.[18] Die Mittelschichten, so Wimmer, „suffer the most from ethnic preference politics, since they are the ones who look for employment in government services and state enterprises.“[19] Um ihre Ziele und Interessen verwirklichen zu können sind sie allerdings auf den so genannten „grassroots support“, also auf die Unterstützung ihrer Vorhaben durch die breite Bevölkerung angewiesen.[20] Durch ihre soziale Position sind die Mittelschichten in Besitz der „organisational capabilities“, um eine solche Bewegung erfolgreich in Gang zu setzen.[21]

Als besonders an der Mobilisierung der interethnischen Auseinandersetzungen ist des Weiteren, dass die ethnische Identität, also das Bewusstsein der Andersartigkeit, die Unterscheidung von anderen Gruppen im Sozialisationsprozess vermittelt wird, so dass das Konfliktpotential bzw. der Konflikt theoretisch immer wieder reproduziert und über Generationen hinweg aufrecht erhalten werden kann.[22] Ebenso wird des öfteren angeführt, dass der Bezug auf gemeinsame ethnische Merkmale die involvierten Individuen stark emotionalisiert und eine geradezu entgrenzte Ausübung von Gewalt mit sich bringen kann: „when friend-enemy perceptions are polarised along ethnic lines, violent acts can be aimed at any member of an ethnic group.“[23]

So stellt sich die Diskussion über den Begriff der „Ethnizität“ und dem Phänomen des „Interethnischen Konflikts“ in den letzten Jahren in der Ethnologie dar. Für mich bleibt die Frage bestehen, ob der Begriff „Ethnizität“ als analytische Kategorie in der Ethnologie benutzt werden kann. Die definitorischen Grenzen des Begriffs sind sehr unscharf, da die maßgeblichen Kriterien der ethnischen Identität von der subjektiven Selbstwahrnehmung der verschiedenen Gruppen abhängig sind. Die Voraussetzung der Endogamie stellt nur eine geringe Einschränkung dar. Ebenso zweifele ich, ob das Phänomen des „Interethnischen Konflikts“ sich so stark von anderen Konflikttypen abgrenzen lässt wie es dargestellt wird. Eine vergleichende Analyse der verschiedenen Konflikttypen könnte diesbezüglich aufschlussreich sein. Letztlich denke ich, dass folgende knappe Aussage Wimmers die Charakteristik interethnischer Konflikte am unproblematischsten und treffsichersten formuliert:

„Ethnic conflicts should not be conceived as confrontations between ethnic ‘groups’, but as conflicts where friends and foes are described in ethnic terms.”[24]

Die folgende Ausarbeitung der Anfangsphase des Zypernkonflikts wird die Bedeutung dieser Aussage offenbar werden lassen.

3. Die politische, ökonomische und soziale Lage auf Zypern vor 1878

Um die Entstehung des Zypernkonflikts nachzuvollziehen, ist es sinnvoll, zunächst die Situation vor der britischen Einflussnahme zu betrachten. Die sozialen Strukturen, wie sie vor 1878 im Osmanischen Reich etabliert werden, bilden nämlich das Fundament, auf dem sich die ethnischen Ideologien entwickeln.

Zu jener Zeit verfestigt die Einführung des millet -Systems im Osmanischen Reich die Segregation zwischen der osmanischen (bzw. türkischen) und der griechisch-orthodoxen[25] Bevölkerungsgruppe anhand der religiösen Zugehörigkeiten. So bildet die griechisch-orthodoxe Gemeinde auf Zypern eine semi-autonome Gesellschaft unter der Führung ihres religiösen Oberhaupts, dem Erzbischof bzw. Ethnarchen.[26] Klaus Hillenbrand stellt diese „ethnische Segregation [insbesondere] in den urbanen Zentren“ fest. Sie bestimmt die „soziale und ökonomische Stratifikation innerhalb der herrschenden Eliten“.[27] So ist der Handelssektor zu jener Zeit laut Jeanette Choisi von der griechisch-zypriotischen Mittelschicht besetzt, während die türkische Oberschicht ob der osmanischen Herrschaft die Bürokratie stellt.[28] Die griechisch-zypriotische Elite wird gemäß dem millet -System vom griechisch-orthodoxen Klerus gebildet.[29]

Die Zeit ist von interethnischer Kooperation und einer friedlichen Koexistenz der türkisch- und griechisch-zypriotischen Volksgruppe gekennzeichnet.[30] Konflikte entstehen zu jener Zeit nicht entlang ethnischen Linien, sondern entlang der Klassengrenzen, wobei sich die unteren Schichten der beiden Volksgruppen zeitweise solidarisieren.[31]

Eine Trennung der griechischen und türkischen Zyprioten ist im Osmanischen Reich zwar in einigen Bereichen des Lebens vorhanden, sie stellt jedoch keinen Konfliktstoff dar. Erst mit der britischen Kolonialisierung 1878 setzen Prozesse ein, die die bestehende Gesellschaftsordnung umwerfen und eine Instrumentalisierung der ethnischen Identität ermöglichen.

4. „Divide et Impera“ - Die Erzeugung ethnischer Grenzen als Essenz kolonialer Machtpolitik

4.1. Die britische Politik im historischen Zusammenhang

Bevor ich auf das politische Wirken der Briten bei der Entstehung des Konflikts eingehe, werde ich den historischen Rahmen der britischen Kolonialpolitik betrachten. Das Britische Empire erlangt während des osmanisch-russischen Krieges im Jahre 1877/78 erstmals politischen Einfluss auf der Insel. Zu dieser Zeit ist das Osmanische Reich bereits im Untergang begriffen. Eine temporäre Übernahme im Jahr 1878 Zyperns durch die Briten soll die Insel vor einer Eroberung durch die Russen bewahren.[32] Die Briten, die Zypern nach einem Vertragsbruch vonseiten der Hohen Pforte 1914 annektieren, haben insbesondere geo-strategische und machtpolitische Interessen an der Mittelmeerinsel.[33] Auch ökonomisch gesehen ist die Lage der Insel wertvoll.[34]

Angesichts der vorwiegend geostrategisch-militärischen Interessen richtet sich die britische Politik hauptsächlich am Erhalt der kolonialen Macht aus.[35] Dabei bedienen sich die Briten in der Verwaltung der Insel der Kolonialstrategie des„Divide et Impera“ („Teile und herrsche“): Durch Ausweitung der bestehenden politischen, sozialen und ökonomischen Trennung der türkisch- und griechisch-zypriotischen Volksgruppen sowie künstliche Erzeugung von Spannungen zwischen diesen, erreichen die Briten eine Spaltung der zypriotischen Gesellschaft, die die Entwicklung eines gesamtzypriotischen Nationalbewusstseins und somit einer wirkungsvollen anti-kolonialen Bewegung entgegenwirkt.[36] Großbritannien ist also eine der mobilisierenden Kräfte der ethnisch geprägten Ideologien.

4.2. Gesellschaftlicher Umbruch und ethnische Frontenbildung der Eliten

Mit dem Aufbau der britischen Verwaltung im Jahre 1878 beginnen die Briten mit einer gezielten Umstrukturierung der gesellschaftlichen Schichtung. Die bis dato herrschenden griechisch- und türkisch-zypriotischen Eliten werden mit der Einrichtung des neuen britischen Machtapparats ihrer Führungsposition enthoben und erleiden dadurch einen fundamentalen Macht- und Legitimationsverlust.[37] Die Reaktion der Eliten auf diese Umwälzungen ist - wie im Folgenden deutlich werden wird - ein entscheidendes, wenn nicht sogar das entscheidende Moment für die gesamte Entwicklung des Zypernkonflikts.

Die osmanische bzw. türkisch-zypriotische Elite, die im Osmanischen Reich den Großteil der zypriotischen Bürokratie ausgemacht hatte, integriert sich recht rasch in die neue britische Administration. Dadurch rettet sie einerseits einen „Teil ihrer verloren gegangenen Macht“, andererseits entwickelt sie zunächst eine loyale Beziehung zur britischen Kolonialmacht; schließlich ist sie nun fest in deren kolonialen Machtapparat eingebunden.[38] Da die türkischen Zyprioten nach dem Zerfall des Osmanischen Reichs keinen ethnischen Bezugspunkt haben, werden sie unter Einfluss der Briten mehr und mehr anglisiert.[39]

Die griechisch-zypriotische Elite, die - wie bereits erwähnt - insbesondere vom griechisch-orthodoxen Klerus gestellt wird, reagiert auf ihren Machtverfall durch die gesellschaftlichen Veränderungen, indem sie gegen die britische Herrschaft agitiert. Da die türkisch-zypriotische Oberschicht mit den Briten verbunden ist, richtet sich die griechisch-zypriotische Mobilisierung auch gegen diese.[40] Ihre Forderung heißt „ Enosis “, also die Vereinigung mit dem griechischen Nationalstaat. In Griechenland ist die politisch-ideologische Machtstellung der griechisch-orthodoxen Kirche real; die Vereinigung würde die verlorene gesellschaftliche Position und den Zugang zu bestimmten Ressourcen der griechisch-zypriotischen Kirche automatisch wieder herstellen.[41]

Der griechisch-orthodoxe Klerus Zyperns wird allerdings nicht nur durch den neuen Verwaltungsapparat politisch entmachtet. Der Modernisierungsprozess, der von den Briten eingeleitet wird, droht das traditionelle Patronage-Klientel-System zu zerstören, auf das sich die ökonomische Macht des Klerus’ stützt.[42]

Unter der britischen Herrschaft bilden sich also Fronten zwischen den Eliten der beiden zypriotischen Volksgruppen, die in erster Linie durch eine Neuverteilung der politischen, sozialen sowie ökonomischen Ressourcen bedingt ist. Diese Fronten werden rasch durch die Betonung der kulturellen Identität seitens der griechisch-zypriotischen Elite ethnisiert.

4.3. Kolonialpolitik als Politik der systematischen Ethnisierung

Jenseits der Neuverteilung der Machtanteile und somit auch der Ressourcen, die die Ethnisierung bestimmter Gruppen innerhalb der zypriotischen Gesellschaft indirekt anschieben, geben die Kolonialherren durch ihre Politik auch direkte Impulse zur Ausbildung bzw. Verfestigung der ethnischen Identitäten.

So schaffen sie Institutionen, in denen griechische und türkische Zyprioten ganz klar nach ihrer ethnischen Herkunft getrennt werden. Mit der Verfassung, die von den Briten1878 eingesetzt wird, wird der Legislative Council ins Leben gerufen, in dem neben den Briten auch nach ethnischem Proporz eine bestimmte Anzahl von türkisch- und griechisch-zypriotischen Vertretern sitzt. Das zahlenmäßige Verhältnis der Parteien ist derart, dass bei Abstimmungen die Briten zusammen mit den Stimmen der türkisch-zypriotischen Mitglieder immer die Mehrheit gegen die griechischen Zyprioten bilden.[43] Angesichts der Loyalität der türkischen Zyprioten gegenüber der Kolonialmacht, werden die griechischen Zyprioten - bis zur Aussetzung der Verfassung 1931 durch die Briten - de facto von der Teilhabe an politischen Entscheidungen ausgeschlossen.[44]

Auch innerhalb des Bildungswesens, auf das ich später nochmals eingehen werde, ziehen die Briten klare Grenzen zwischen türkischen und griechischen Zyprioten. Sie übernehmen das getrennte Schulwesen aus der Zeit des Osmanischen Reichs und sorgen durch den Import von Lehrern und Lehrmaterial aus Griechenland und der Türkei bewusst für eine von Nationalismen geprägte Bildung.[45]

Die gezielte Förderung der Wahrnehmung ethnischer Unterschiede, von Spannungen zwischen den Volksgruppen ist - wie bereits angedeutet - der „rote Faden“ in der Zypernpolitik Großbritanniens.

Auch im ersten offenen Zypernkonflikt 1955-56, der von den griechischen Zyprioten primär als anti-kolonialer Kampf gegen die Briten geführt wird, setzen Letztere türkische Hilfspolizei zur Gegenwehr ein. Durch solche Strategien werden Tatsachen geschaffen, so dass sich interethnische Ressentiments auch in der Bevölkerung verwurzeln.

Diese Taktik der Kolonisatoren hat daher einen großen Anteil daran, dass sich die nationalistischen Ideen und Ideologien der zypriotischen Eliten Anfang des 20.Jahrhunderts auf Zypern durchsetzen können. Insbesondere der griechisch-zypriotische Nationalismus, der sich in der Forderung nach Enosis manifestiert, wächst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem festen und gewichtigen Bestandteil der griechisch-zypriotischen Identität heran.[46] Die Inhalte des griechisch-zypriotischen aber auch des türkisch-zypriotischen Nationalismus’ und deren Einsatz durch die jeweiligen Eliten werde ich im folgenden Kapitel behandeln.

5. Ethnische Nationalismen in der Elitenpolitik Zyperns

5.1. Entstehung und Inhalte der nationalistischen Ideologien

Wie Choisi herausstellt, handelt es sich bei den Nationalismen der zypriotischen Volksgruppen um so genannte „ideologische“ Nationalismen, die der Konservierung bzw. Wiederherstellung innergesellschaftlicher Machtverhältnisse dienen sollen. Die Mobilisierer der Ideologien sind die zypriotischen Eliten, deren Macht- und Legitimationsbasis im Zuge der Kolonialisierung verfallen sind.[47] Inhaltlich werde ich diese Nationalismen als „ethnisch“ bezeichnen, da sie sich beide auf die Annahme einer gemeinsamen ethnischen Identität stützen.

Die nationalistischen Ideen entstehen dabei nicht in der zypriotischen Gesellschaft selbst, sondern werden - wie ich erläutern werde - aus den vermeintlichen „Mutterländern“ der beiden Volksgruppen, nämlich Griechenland und Türkei importiert. Die Nationalismen entwickeln sich auf dem griechischen und türkischen Festland zu unterschiedlichen Zeiten. Griechenlands hellenistische Nationalbewegung existiert bereits im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts und führt im Jahre1830 zur Unabhängigkeit des „Königreich Griechenland“ vom Osmanischen Reich. Der hellenistische Nationalismus trägt daher starke anti-osmanische bzw. anti-türkische Ressentiments in sich.[48] Während die osmanische bzw. türkische Herrschaft als Tyrannei des Barbarentums und der Dekadenz verteufelt wird, werden die vermeintlich griechischen zivilisatorischen Errungenschaften aus den Zeiten der Antike und des byzantinischen Reiches glorifiziert.[49] Die Ideologie des Hellenismus bezieht sich also in erster Linie auf die Kontinuität der griechischen „Kulturnation“.[50] Aus diesem Bezug auf eine vermeintlich kontinuierliche, gemein-griechische Geschichte entspringt die irredentistische Megali Idea (Große Idee). Die Megali Idea fordert die Wiedervereinigung des griechischen Kulturraums in den Grenzen des byzantinischen Imperiums mit Konstantinopel ergo Istanbul als Hauptstadt.[51] Der griechische Nationalismus bzw. Hellenismus bezieht sich also auf eine angenommene gemeinsame ethnische Identität der Griechen.

Die nationalistischen Aktivitäten der Griechen werden auch auf Zypern wahrgenommen und inspirieren schon zu jener Zeit die griechisch-zypriotische Bevölkerung zur Idee der Enosis, der Vereinigung mit dem griechischen Nationalstaat .[52] Das nationalistische Bewusstsein und Streben entstehen also nicht erst unter der Kolonialherrschaft, sondern sind, wie Jeanette Choisi zeigt, innerhalb der griechisch-zypriotischen Elite bereits vorhanden.[53] Innerhalb der kolonialen Strukturen wandelt sich der Ruf nach Enosis dann zum „Ausdruck einer anti-kolonialen Protesthaltung“ und wird somit zum Politikum auf der Insel.[54]

Der türkische Nationalismus entwickelt sich Ende des 19./ Anfang des 20. Jh. im Osmanischen Reich. Erst mit dem Unabhängigkeitskampf der Türkei 1921/22 wird der türkische Nationalismus überhaupt in die breite Bevölkerung getragen. Mit der Ausrufung der Republik Türkei im Jahre 1923 erhebt Atatürk den Nationalismus im Rahmen des Kemalismus zur Staatsdoktrin.[55] Auch dieser Nationalismus stützt sich auf „das“ Türkentum, wie bei der (Re-)Konstruktion einer original türkischen Geschichte und auch Sprache besonders nach der Gründung der Republik deutlich wird. Insofern ist auch der türkische Nationalismus auf der Annahme einer gemeinsamen ethnischen Identität gegründet.

Der türkische Nationalismus entsteht also zu einem Zeitpunkt, als in der griechisch-zypriotischen Elite die Idee der Enosis schon seit Jahrzehnten existiert. Der Import der türkischen Ideologie auf die Insel geschieht daher verhältnismäßig spät.[56] Choisi und andere Autoren sind sich darin einig, dass die Übernahme dieser Ideologie durch die türkisch-zypriotische Elite primär eine Reaktion auf die erstarkende griechisch-zypriotische Nationalbewegung und die somit drohende Vereinigung mit Griechenland darstellt.[57] In dieser antagonistischen Funktion wird das türkisch-nationalistische Bewusstsein auch von den Briten gefördert, indem diese beispielsweise finanzielle Unterstützung für pro-britische, türkisch-nationalistische Organisationen leisten.[58] Unter diesen Umständen entwickelt sich in der türkisch-nationalistischen Bewegung auf Zypern die Forderung nach Taksim, also der faktischen Teilung der Insel in einen griechischen und einen türkischen Part.[59]

5.2. Die machtpolitische Funktion von „Enosis und „Taksim“

Wichtig zu bemerken ist, dass weder die griechisch-nationalistische noch die türkisch-nationalistische Bewegung von Anfang an homogen sind. Vielmehr existieren innerhalb der beiden Volksgruppen verschiedenste nationalistische Auffassungen, so auch zum Beispiel von der Art eines anti-britischen türkischen Nationalismus. Hinter den dominanten Ideologien Enosis und Taksim stehen konkrete ökonomische und politische Interessen bestimmter Gruppen innerhalb der türkisch- und griechisch-zypriotischen Eliten selbst, die sich erst durchsetzen müssen.[60] Welche der verschiedenen Richtungen sich durchsetzen können, ist dabei stark von der „ Divide et impera “-Politik der Briten abhängig.[61] Wichtig ist für die Briten, dass sich die zypriotische Gesellschaft in miteinander konkurrierende Gruppen aufspaltet, so dass sich keine relevante anti-britische Gegenmacht bilden kann.

Die Agitation der Nationalisten richtet sich daher nicht einseitig gegen die jeweils andere ethnisch identifizierte Gruppe, sondern ebenso gegen alle anderen politischen Konkurrenten. Besonders die gegen die Anfang des 20. Jahrhundert aufkommenden kommunistischen Vereinigungen, die bis in die 40er Jahre eine existentielle Bedrohung der traditionellen politischen und ökonomischen Eliten heranwachsen, werden so bekämpft.[62]

5.3. Die Militarisierung der Nationalbewegung

Anfang der 50er Jahre wird im Kreise der griechisch-zypriotischen Nationalisten durch die Gründung der Miliz EOKA (Ethniki Organosis Kypriakon Agonistan - Nationale Organisation Zypriotischer Kämpfer)[63] ein erster Schritt getan, den bis dato politischen Konflikt zu einer gewalttätigen Konfrontation auswachsen zu lassen. Die Kämpfer dieser Truppe werden unter anderem aus dem bis dahin gut ausgebauten Netz an nationalistischen Jugendorganisationen rekrutiert.[64] Am 01.04.1955 initiiert die EOKA mittels eines Bombenanschlags den Antikolonialkampf.[65]

Die weiteren Methoden, derer sich die Gruppe in diesem Kampf bedient, der sich zu einem Bürgerkrieg ausweitet, sind die des Terrors: Bombenanschläge, Attentate, Hinrichtungen von Briten, türkischen Zyprioten aber auch - und laut Choisi vorwiegend - politischen Konkurrenten in den eigenen Reihen.[66]

Das Konzept der türkisch-zypriotischen Miliz TMT (Türk Mudafa Teskilat - Türkische Verteidigungsorganisation)[67], die wiederum als Reaktion auf die Militarisierung der zypriotischen Hellenisten durch die EOKA entsteht, ähnelt dem der EOKA sehr.[68] Auch die türkisch-zypriotischen Kämpfer bekriegen nicht nur den erklärten Feind EOKA, sondern auch die Kritiker und politischen Rivalen in der eigenen Gemeinschaft. Die Solidarität mit dem Ziel Taksim wird also auch mit Gewalt erzwungen.[69] Als Instrument der nationalistischen Mobilisierer dienen sie also auch zur Kontrolle und Gleichschaltung der eigenen ethnischen Gruppen.[70]

In diesem Konflikt spielen also weniger die ethnischen Zugehörigkeiten eine Rolle als der Kampf zwischen den konkurrierenden Eliten, in dem es um die Verteilung politischer und ökonomischer Macht geht.

6. Ethnizität, Nationalismus und Konflikt jenseits der Politik

6.1. Die Ethnisierung der zypriotischen Bevölkerung

Die bisherigen Kapitel stellen die Bedeutung und die Konsequenzen der nationalistischen Ideologien auf der politischen Bühne bzw. für die Machtkämpfe innerhalb kleiner gesellschaftlicher Gruppen, nämlich den Eliten dar. Inwiefern berührt aber dieser Konflikt und die in diesem propagierte ethnische Idee die breite Masse? Kann von einer erfolgreichen Ethnisierung der „ethnischen Gruppe“ gesprochen werden? Im Sinne dieser Fragen werde ich zunächst darstellen, wie das nationalistische Gedankengut von den Eliten in die breite Bevölkerung getragen wird.

Die bedeutendste Institution mag im Prozess der Nationalisierung bzw. Ethnisierung das Schulwesen sein. Im Gegensatz zu den nationalistischen Organisationen, die sich auch Anfang des 20. Jahrhunderts auf Zypern etablieren[71], ist die Schule fester Bestandteil der allgemeinen Sozialisation. Die Schulbildung ist somit das ideale Vehikel für die Indoktrinierung der Massen.

Das Schulsystem auf Zypern gründet sich schon in der Osmanischen Epoche - im Sinne des millet -Systems - auf der Trennung nach religiöser Zugehörigkeit. Dieses Erziehungswesen wird bei der Kolonisierung übernommen.[72] Die Separierung der Bevölkerungsgruppen in der Erziehung kommt der britischen Politik des „ divide et impera “ insofern entgegen, als die ethnisch ausgerichtete Sozialisierung der zypriotischen Jugend die Bildung eines gesamt-zypriotischen Bewusstseins dauerhaft verhindert. Choisi stellt insbesondere für die griechischen Zyprioten fest:

„Durch die Glorifizierung der griechischen Geschichte in den Schulen bei gleichzeitiger vollständiger Vernachlässigung der zypriotischen Historie wuchs eine Generation heran, die ihre nationale Identität ausschließlich über die kulturelle und politische Anbindung an den griechischen Nationalstaat definierte. [...] Sie waren [...] nicht in der Lage [..], ein zypriotisches Nationalbewußtsein zu entwickeln. [...].“[73]

Der griechisch-zypriotische Schulalltag, so schreibt Choisi, ist gänzlich von griechischen Traditionen und nationalen Symbolen durchdrungen.[74] Eine zypriotische Identität wird also gezielt geleugnet. Stattdessen wird die “importierte“ griechische Kultur als Fundament der ethnischen Identität konstruiert.

Die türkisch-zypriotischen Schulen dagegen sind zunächst religiös ausgerichtet, da der türkische Nationalismus, wie schon erwähnt, erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts auf Zypern übergreifen kann.[75]

Die Lehrmaterialen und Lehrkörper werden aus den Mutterländern importiert.[76] Die in Griechenland und der Türkei (ab 1923) grassierenden Nationalismen, die auch die gegenseitige historische Feindschaft propagieren, werden somit ungefiltert übernommen.

Auf der griechisch-zypriotischen Seite wird Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts durch die klerikale Elite zudem ein effektives Netzwerk an unterschiedlichen ethnisch-nationalistisch ausgerichteten Jugendorganisationen gegründet. Der Einfluss der Nationalisten dringt also weit über die Schule hinaus in das Alltagsleben der Zyperngriechen ein. Abgesehen von der breit angelegten Nationalisierung erfüllen diese Jugendorganisationen noch den Zweck Rekruten für die nationalistische Untergrundorganisation EOKA heranzuziehen.[77]

Die Tatsache, dass die griechisch-zypriotischen Nationalisten so erfolgreich im Aufbau dieser Strukturen und der Weitergabe ihrer Ideologie sind, überrascht nicht. Schließlich hat insbesondere der orthodoxe Klerus traditionell einen großen gesellschaftlichen Einfluss auf die griechisch-zypriotische Bevölkerung.[78]

6.2. Ethnizität und Nationalismus im zypriotischen Alltag

Die Fragen, die sich im Anschluss an den obigen Abschnitt stellen, lauten: Wie erfolgreich ist die ethnische Sozialisation? Inwiefern verändert das ethnische Bewusstsein der beiden Volksgruppen ihre interethnischen Beziehungen zueinander? Kann von einer erfolgreichen ethnischen Mobilisierung gesprochen werden?

Laut Gürbey und Hillenbrand verläuft die alltägliche Koexistenz der griechischen und türkischen Zyprioten trotz der sozialen, ökonomischen und politischen Segregation zur Zeit des Osmanischen Reiches und auch während der kolonialen Phase friedlich.[79] In der Osmanischen Epoche ist die ökonomisch miserable Situation der unteren Klassen sogar Anlass für einen Ethnien übergreifenden Protest gegen die herrschenden Klassen. Die Grenzen, so Hillenbrand, innerhalb der zypriotischen Gesellschaft existieren also zunächst eher zwischen den Klassen.[80]

Die Durchdringung der Bevölkerung mit nationalistischem Gedankengut und die Entwicklung eines nationalistischen Bewusstseins Anfang des 20. Jahrhunderts ändert laut Hillenbrand nichts an der generellen Kooperation der beiden Gruppen.[81] Die durch die Nationalisierung erstarkte ethnische Identität in der Bevölkerung ist hier also keineswegs per se Konfliktanlass, bzw. es scheint noch andere Identitäten zu geben, über die sich die Zyprioten definieren.

Während des ersten offenen Konflikts 1955-59 kommt es zu einer zwangsweisen Separierung der türkischen und griechischen Zyprioten. Hillenbrand zufolge werden jedoch nach Beendigung des Konflikts die gewohnten friedlichen interethnischen Beziehungen wieder aufgenommen.[82]

Trotzdem kann die ethnische Mobilisierung der Bevölkerung durchaus als erfolgreich gelten, wie anhand des ersten gewaltvollen, nationalistisch geprägten Aufstands und des griechisch-zypriotischen Referendums unter Makarios II deutlich wird. Der Aufstand, der sowohl vom griechisch-orthodoxen Klerus Zyperns als auch von der griechisch-zypriotischen Bevölkerung getragen wird, ist zunächst gegen die Kolonialmacht gerichtet.[83] Er steht zwar im Zeichen der Enosis. Doch der Anlass der griechischen Zyprioten ist nicht so sehr ihr nationalistisches Bewusstsein als ihre verheerende soziale und ökonomische Lage, die durch das britische Desinteresse an der Entwicklung der Insel herrscht.[84] Enosis wird also von der Bevölkerung mit der Vision einer wirtschaftlichen Verbesserung und nicht so sehr mit einer „kulturellen Befreiung“ verbunden. 1950 wird außerdem unter dem Ethnarchen Makarios II ein Referendum über den Anschluss an Griechenland in der Bevölkerung durchgeführt. Fast 96% der gesamten stimmberechtigten griechischen Zyprioten stimmen derzeit für die Durchführung der Enosis.[85]

Die Ethnisierung der türkisch-zypriotischen Bevölkerung wird in der von mir verwendeten Literatur für diesen Zeitraum nicht gesondert erwähnt. Es ist möglich, dass der Prozess zu diesem Zeitpunkt noch nicht weit fortgeschritten ist. Schließlich etabliert sich der türkische Nationalismus sehr viel später als der griechische, wodurch die türkische Gruppe nicht im gleichen Maße nationalistisch bzw. ethnisch sozialisiert ist.[86]

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass also innerhalb der Bevölkerung der Bezug auf die ethnische Identität zunächst stark mit konkreten Interessen verbunden ist und auch – wie der Aufstand zeigt - politisch wirksam eingesetzt wird. Das alltägliche Zusammenleben der türkischen und griechischen Zyprioten wird dagegen wenig von ethnischen Ressentiments berührt. Das gesteigerte ethnische Bewusstsein scheint also zunächst nicht unbedingt mit unmotiviertem, irrationalem Handeln gegen die „Anderen“ einherzugehen.

7. Der Zypernkonflikt in der internationalen Politik

Wie ich bereits in der Einleitung erwähnte, beschränkt die Bedeutung des Zypernkonflikts keineswegs nur auf den politischen Mikrokosmos der Mittelmeerinsel. Angesichts der Ausrichtung der türkisch- und griechisch-zypriotischen Nationalismen auf die so genannten „Mutterländer“ Türkei und Griechenland ist die Ausweitung der Zypernproblematik auf die Bühne der internationalen Politik auch nicht überraschend. Wie es zur Beteiligung der „Mutterländer“ an dem Konflikt kommt, welche Hintergründe diese Beteiligung hat, werde ich im Folgenden ausführen. Schließlich ist die Internationalisierung des Zypernproblems reich an Konsequenzen für die Austragung des Konflikts auf nationaler Ebene. Der Konflikt gewinnt dadurch nicht nur an politischem und geographischem Ausmaß. Sein vermeintlicher Charakter als „Volksgruppen-Konflikt“ wird mit Vehemenz gestärkt, da die „ethnische“ Argumentation von der Türkei und Griechenland übernommen wird. Zudem steigt mit der Anzahl der verwickelten Akteuren, deren Beziehungen untereinander und ihren jeweiligen Interessen die Komplexität des Konflikts, wodurch eine „einfache“ Lösung unwahrscheinlicher wird.

Griechenland und die Türkei schalten sich erst in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts offiziell in den damals bereits schwelenden Konflikt auf Zypern ein.

Zuvor haben beide Staaten ihre Gründe, ihre angebliche kulturelle Verbundenheit zu den beiden Volksgruppen nicht zum Politikum zu machen. Anfang der 50er Jahre aber ändert sich die politische Haltung Griechenlands zu der Enosis -Forderung der griechischen Zyprioten. Das Postulat der Enosis korrespondiert nun mit der politischen Ausrichtung der damaligen griechischen Regierung. Vorherrschend ist die Megali Idea, also die Idee von der Wiedervereinigung des griechischen Kulturraums in den Grenzen des byzantinischen Imperiums mit Konstantinopel, ergo Istanbul als Hauptstadt.[87] Die Unterstützung der Enosis mit Zypern manifestiert sich auf politischer Ebene am klarsten am 24.9.1954, als Griechenland vor den Vereinten Nationen das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ für Zypern einfordert. In dem Antrag bezieht sich Griechenland deutlich auf die angebliche kulturelle Einheit Zyperns und Griechenlands und impliziert damit geradezu griechische Ansprüche auf die Insel: „Cyprus belongs to the Greek world; Cyprus is Greece itself.“[88] Dieser politische Akt, der eine Internationalisierung des Zypernproblems bedeutet, wird oft als der eigentliche Beginn des Zypernkonflikts angesehen.[89]

Diese Internationalisierung des Zypernproblems und das „Drängen Großbritanniens“ erst veranlassen die Türkei, Stellung zu Zypern zu beziehen und eigene Forderungen zu formulieren.[90] Ab 1956 unterstützt die Türkei die Forderung der türkisch-zypriotischen Akteure nach Taksim, also einer Teilung der Insel.[91] Es sind vor allem sicherheitspolitische Erwägungen, aus denen sich die Türkei vehement gegen eine mögliche Enosis Zyperns mit Griechenland wendet.[92] Schließlich sind die Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei zu jener Zeit noch prekär.[93] Auch die Türkei führt bei der Diskussion das Argument an, das Zypern 300 Jahre lang türkisch und niemals griechisch gewesen sei:

„Geographisch, historisch und wirtschaftlich gesehen ist Zypern eher der Türkei verbunden als Griechenland... Die sogenannten griechischen Zyprioten stammen nicht vom griechischen Festland, sondern sie sind entweder Auswanderer aus Kleinasien, Phönizier oder jüdische Emigranten aus Palästina.“[94]

Die Diskussion der Mutterländer über die ethnische Zugehörigkeit Zyperns verstärkt die internationale wie auch die zypriotische Wahrnehmung scheinbarer ethnischer Differenzen. So schreibt Gülistan Gürbey: „Die Zypernpolitik beider Länder [...] erzeugt Fanatismus und Misstrauen beider Volksgruppen gegeneinander, erhält die Trennung künstlich aufrecht und steigert sie.“[95] Auch im materiellen unterstützen Griechenland und die Türkei die Eskalation des Konflikts, indem sie beispielsweise den Aufbau und den Unterhalt der Terrorgruppen EOKA und VOLKAN bzw. TMT unterstützen. Des Weiteren leisteten beide Länder auch durch Propaganda für die Ziele der regionalen Akteure auf Zypern Hilfe zur Mobilisierung der Massen.[96]

8. Resümee

Diese Arbeit zu den Anfängen der Zypernproblematik zeigt deutlich, dass die verschiedenen Akteure im Konflikt mit dem Konzept „Ethnizität“ unterschiedliche Interessen verfolgen. Es handelt sich hier also um ein Mittel, ein Instrument, das für weitaus konkretere Ziele, nämlich Machtgewinn bzw. -erhalt und dem damit verbundenen Zugang zu politischen und ökonomischen Ressourcen als eine „kulturelle Selbstverwirklichung“ eingesetzt wird. Dies zeigt sich besonders bei den zypriotischen Eliten, die ihre Milizen insbesondere gegen Rivalen und Kritiker in den eigenen „ethnischen Reihen“ zu richten.

Ebenso ist klar geworden, dass Ethnizität nicht nur für die ethnischen Gruppen selbst, sondern für außen stehende Parteien interessant ist. Für die Briten bedeutet die Spaltung der zypriotischen Bevölkerung durch die gegensätzlichen Nationalismen den Erhalt ihrer kolonialen Macht. Durch gezielte Manipulation der Akteure und eine an ethnischen Linien orientierte Umschichtung der Gesellschaft erzeugen und erhalten sie diese Spannung aufrecht.

So wird der erste offene Konflikt 1955-59 durch geschicktes Taktieren der Briten von einem anti-kolonialen Kampf in eine scheinbar interethnische Auseinandersetzung umgemünzt.

Ethnizität ist also auch ein Produkt der Reifizierung. Es werden Tatsachen geschaffen, die von der Existenz ethnischer Animositäten zeugen, die real gar nicht vorhanden sind. Die Wahrnehmung der ethnischen Differenzen ist dadurch ungleich stärker als diese tatsächlich sind. Solch eine Wirkung hat auch die Zypernpolitik Griechenlands und der Türkei. Indem sie die ethnischen Grenzen bestätigen und die Diskussion in die internationale Politik tragen, verstärken sie die Wahrnehmung des interethnischen Charakters des Konflikts - sowohl im zypriotischen als auch im internationalen Rahmen.

Ein großer Teil der zypriotischen Bevölkerung kann tatsächlich als mobilisiert gelten, wie die Teilnahme der griechisch-zypriotischen Gruppe an der Enosis -Frage zeigt. Allerdings richtet sich Unmut und Aktion nicht gegen die „andere ethnische Gruppe“ der türkischen Zyprioten, sondern gegen die koloniale Fremdherrschaft. Auch hier stehen also politische Absichten im Vordergrund statt vermeintlicher ethnischer Unterschiede.

Ebenso darf nicht vergessen werden, dass auch Gruppen und Organisationen, die ausdrücklich transethnisch agieren, zu jener Zeit sehr großen Einfluss in der zypriotischen Gesellschaft haben. Der Fakt, dass sie letztlich von den nationalistischen Kräften übertrumpft werden, mag insbesondere an der traditionell einflussreichen Position der nationalistischen Mobilisierer in der Gesellschaft Zyperns und an der gezielten politischen Beeinflussung der Briten zugunsten dieser liegen.

Zwar sind ethnische Differenzen – und seien sie fiktiv – in dieser Phase eine der Komponenten des Konflikts – insbesondere in der offiziellen Argumentation der Konflikt-parteien. Doch ist es fraglich, ob es hilfreich und gerechtfertigt wäre, für diese Zeit von einem „Interethnischen Konflikt“ zu sprechen und somit die interethnischen vor die politischen und ökonomischen Aspekte zu stellen. Inwiefern sich allerdings der Charakter des Konflikts in den folgenden Jahren ändert und die Fronten zwischen den Volksgruppen durch die ethno-nationalistische Erziehung, die Propaganda, die im Jahr 1963 vollzogene Teilung der Insel sowie die kriegerischen Auseinandersetzungen in den Jahren 1955- 1960, 1963 und 1974 verhärten, müsste des Weiteren untersucht werden, so dass eine endgültige Einschätzung möglich wäre.

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[...]


[1] Orywal, Hackstein, 1993: 598.

[2] ibid.: 600.

[3] vgl. ibid.: 598ff.

[4] vgl. ibid.: 600.

[5] vgl. ibid.: 599.

[6] vgl. ibid.: 599; vgl. Eller, 1999: 9.

[7] vgl. Eller, 1999: 11.

[8] vgl. ibid.: 9 und 11.

[9] vgl. ibid.: 11ff.

[10] ibid.: 5.

[11] vgl. ibid.: 15ff.

[12] vgl. Orywal, Hackstein, 1993: 598.

[13] vgl. Wimmer, 2002: 86.

[14] vgl. ibid.: 87.

[15] vgl. ibid.: 87.

[16] vgl. ibid.: 101.

[17] siehe Wimmer, 2002: 91-93.

[18] vgl. ibid.: 95/96; Eller, 1999: 43.

[19] Wimmer, 2002: 95.

[20] ibid.: 96.

[21] ibid.: 96.

[22] Siehe dazu Orywal, Hackstein, 1993: 603.

[23] Wimmer, 2002: 107

[24] ibid.: 97.

[25] Ich übernehme hier der Einfachheit halber die Eigenbezeichnung der Gruppen.

[26] siehe Shaw: 91; Piller, 1997: 8/9.

[27] Hillenbrand, 1994: 12.

[28] vgl. Choisi, 1993: 77/78.

[29] vgl. ibid.: 77; Joseph, 1985: 27.

[30] vgl. Choisi, 1993: 75.

[31] vgl. Hillenbrand, 1994: 10.

[32] siehe Gürbey, 1988: 36. Großbritannien behandelt Zypern trotz der formellen Oberhoheit des Sultans von Anfang an wie eine britische Kolonie. Vgl. Choisi, 1993: 88.

[33] So erlaubt ihnen die Lage der Insel die Sicherung der kolonialen Machtstellung gegenüber den Franzosen und der expandierenden UdSSR sowie des Einflusses auf den Balkanraum. Vgl. Gürbey, 1988: 36/37.

[34] Zypern verspricht den Briten eine Sicherung des Seewegs nach Indien sowie der Ölrouten zum Mittleren Osten. Vgl. Choisi, 1993: 86.

[35] vgl. Gürbey, 1988: 39.

[36] vgl. ibid.: 39/40, Choisi, 1993: 161/181.

[37] vgl. Choisi, 1993: 87ff.

[38] ibid.: 70/161 und 178.

[39] siehe ibid.: 183.

[40] siehe ibid.: 219.

[41] vgl. ibid.: 83/84.

[42] siehe ibid.: 53.

[43] Erläuterung: Bei einer Stimmengleichheit, entscheidet die Stimme des britischen Gouverneurs. Siehe dazu Choisi, 1993: 87ff.

[44] siehe dazu ibid.: 87ff.; vgl. Gürbey, 1988: 42.

[45] siehe Gürbey, 1988: 45/46; Choisi, 1993: 116ff.

[46] siehe Choisi, 1993: 116ff.

[47] vgl. ibid.: 58ff.

[48] vgl. Piller, 1997: 13.

[49] vgl. Choisi, 1993: 65.

[50] vgl. ibid.: 83.

[51] siehe Gürbey, 1988: 54, 57.

[52] siehe Choisi, 1993: 79.

[53] siehe ibid.: 86.

[54] ibid.: 67.

[55] siehe Shaw, 1999, S. 148ff.

[56] siehe Choisi, 1993: 160.

[57] vgl. Choisi, 1993: 71/161; vgl. Piller, 1997: 18; siehe Gürbey, 1988: 48.

[58] vgl. Choisi, 1993: 71/203.

[59] vgl. Choisi, 1993: 225.

[60] siehe ibid.: 73ff.

[61] siehe ibid.: 71ff.

[62] siehe ibid.: 207.

[63] íbid.: 421.

[64] siehe ibid.: 213.

[65] vgl. Piller, 1997: 29.

[66] vgl. Hillenbrand, 1994: 16; vgl. Choisi, 1993: 209/215ff.

[67] Choisi, 1993: 423.

[68] Die Organisation existiert in der ersten Zeit (bis 1956) unter dem Namen „VOLKAN“. Vgl. ibid.: 208.

[69] vgl. ibid.: 222.

[70] Kadritzke, Wagner, 1976: 28ff. zitiert in Choisi, 1993: 208.

[71] siehe Choisi, 1993: 95ff./186ff.

[72] siehe Gürbey, 1988: 44.

[73] Choisi, 1993: 116.

[74] vgl. ibid.: 120.

[75] vgl. ibid: 117.

[76] vgl. Gürbey, 1988: 45.

[77] siehe Choisi, 1993: 95ff/213.

[78] Siehe dazu Kapitel 3, S. 4 dieser Arbeit.

[79] vgl. Gürbey, 1988: 48; vgl. Hillenbrand, 1994: 10.

[80] vgl. Hillenbrand, 1994: 10.

[81] vgl. ibid.: 10.

[82] vgl. ibid: 17.

[83] siehe Choisi, 1993: 93.

[84] vgl. Hillenbrand, 1994: 14; vgl. Gürbey, 1988: 46. Wie schon in Abschnitt 4.1. erwähnt, beschränken sich die britischen Interessen auf die geo-strategische Lage der Insel.

[85] siehe Gürbey, 1988: 56 und dazugehörige Fußnote 73.

[86] siehe Choisi, 1993: 178ff.

[87] siehe Gürbey, 1988: 54/57.

[88] UN Dokument A/2703, Brief des griechischen Premierministers an den UN-Generalsekretär, Antrag auf Einschluss des Zypernproblems in die Agenda der Generalversammlung vom 16.08.1954, zitiert in Joseph, 1985: 71.

[89] siehe Gürbey, 1988: 56.

[90] ibid.: 69/70.

[91] vgl. Bahcheli, 1992: 64.

[92] Eren, 1965: 704 zitiert in: Gürbey, 1988: 74.

[93] siehe dazu Gürbey, 1988: 39.

[94] Gürkan, 1981: 17 zitiert in: Gürbey, 1988: 73.

[95] Gürbey, 1988: 87.

[96] siehe Choisi, 1993: 211ff./222ff.

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Details

Titel
Ethnische Aspekte des Zypern-Konflikts
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Mittelseminar "Interethnische Konflikte"
Note
1-2
Autor
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V109599
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ethnische, Aspekte, Zypern-Konflikts, Mittelseminar, Interethnische, Konflikte
Arbeit zitieren
Caroline Thon (Autor), 2003, Ethnische Aspekte des Zypern-Konflikts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109599

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