Der Bombenkrieg 1939 bis 1945 in Düsseldorf


Referat (Ausarbeitung), 2004

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die ersten Luftangriffe

III. Die Luftangriffe und ihre Folgen

IV. Das Leben zwischen den Luftangriffen

V. Düsseldorfs Wirtschaft im Krieg

VI. Schlussbemerkung

VII. Anhang:

Auszug aus einer Aktensammlung

aus dem Düsseldorfer Archiv

Fotos der Stadt Düsseldorf

I. Einleitung

Wenn man heute durch Düsseldorf geht und die Bilder der Stadt nach dem Krieg kennt, kann man kaum glauben, dass das die gleiche Stadt ist. Die Bombenangriffe der Alliierten zerstörten eine Stadt, die damals schon auf eine fast siebenhundert Jahre alte Geschichte zurückblicken konnte, die mit ihr gewachsen und von ihr gestaltet worden war. Im weiteren Textverlauf möchten wir den Bombenkrieg auf Düsseldorf im zweiten Weltkrieg genauer beschreiben und seine Folgen für die Stadt, ihre Bewohner und ihr Leben betrachten.

II. Die ersten Luftangriffe

Luftangriffe und Verdunkelungsübungen waren den Düsseldorfern schon nach 1933 bekannt. Bis Mai 1940 blieben die Stadt und ihre Bewohner jedoch vor Angriffen geschützt. Englische Flugzeuge wur­den zwar des Öfteren in der Nähe der Stadt gesehen, waren aber im­mer wieder verschwunden, ohne eine einzige Bombe abgeworfen zu haben. Im Mai 1940 wurde die Stadt, laut Akteneintragungen, das erste Mal angegriffen.[1] Hier variieren die Quellen das Angriffsdatum zwischen dem 11. und 15. Mai 1940.[2] Doch die ersten beiden Todes­opfer waren erst Ende Mai zu beklagen. Insgesamt war die Anzahl der Opfer bei den ersten Angriffen gering. Die schon vor dem Beginn des Krieges gebauten Schutzräume boten doch einige Sicherheit. Bis 1943 waren in der Stadt 26 Großbunker, 119 Kleinbunker, 7.500 Luft­schutz­­keller, 8 Luftschutzstollen, Splitterschutzgräben für mehrere tausend Menschen vorhanden.[3] Die ersten Angriffe und ihre Schäden führten bei den Bewohnern der Stadt zu einem regelrechten „Bomben­tou­ris­mus“. In den ersten Tagen nach den Angriffen standen Gruppen von Schaulustigen um die Bombentrichter herum und betrachteten interes­siert die ersten Kontakte der Stadt mit dem Krieg.[4]

III. Die Luftangriffe und ihre Folgen

Im Sommer 1942 brachen über Düsseldorf die ersten schweren Bom­benangriffe herein. Bis zu diesem Zeitpunkt beliefen sich die Schäden zwar schon auf 80 zerstörte, 550 schwer beschädigte und circa 7.000 leicht beschädigte Häuser, 200 Tote und ungefähr 500 Verletze, doch „die eigentliche Vernichtung, der mehr als die Hälfte der Stadt zum Opfer fallen sollte, begann erst am 1. August 1942.“[5] An diesem Tag brann­ten große Teile der Innenstadt. Am Pfingstsamstag des Jahres 1943, dem 12. Juni, fielen in etwas über einer Stunde über 1.300 Sprengbomben und mehr als 250.000 Brandbomben. Die Polizei zähl­te über 9.000 Brände, 1.200 Tote lagen unter den Trümmern, 3.000 Menschen waren verwundet, 3.900 Gebäude zerstört und 25.000 be­schädigt. Bei 103 Industrie- und Gewerbebetrieben fiel die Produk­tion komplett aus. Die Tonhalle, das Schloss Jägerhof, der Malkasten und viele Kirchen brannten aus. Insgesamt wurden 16 Kirchen, 13 Kran­ken­häuser, 28 Schulen und viele öffentliche Gebäude schwer beschä­digt oder zerstört.[6] Von den Denkmälern blieben nur das Jan-Wellem-Reiterstandbild, die Schadow-Büste und das Cornelius-Denkmal erhal­ten. Sie wurden gut versteckt und waren nach dem Krieg noch gut erhalten. Die übrigen damals in Düsseldorf vorhan­denen Bronze­denkmäler, Plastiken etc. mussten abgeliefert werden.[7] Dieser Angriff war laut David J. Irving eine britische Demonstration gegenüber der roten Armee. Stalin misstraute angeb­lich den Erklä­rungen Churchills, die Angriffe auf deutsche Städte würden zuneh­men. So trafen Ende Mai 1943 acht Offiziere Stalins in London ein, um die Durchführung und das Ergebnis eines Großan­griffes auf eine deutsche Stadt zu stu­dieren. Düsseldorf, als „Schreib­tisch des Ruhr­gebietes“, wurde ausge­wählt, auch um die dort vorhan­dene Rüstungs­industrie zu treffen. Um 0.55 Uhr wurde in der Stadt Fliegeralarm gegeben. Im November 1943 wurden das Zooviertel und der Zoo komplett zerstört. Ein weite­rer schwerer Angriff im November 1944 richtete sich vor allem gegen die nördlichen und die östlichen Stadtteile. Insgesamt wurde Düssel­dorf von 9 schweren, 234 mittleren und leichten Luftangriffen und von sieben Wochen dauerndem Artilleriebeschuss zerstört. Als die Kampf­handlungen in Düsseldorf am 17. April des Jahres 1945 been­det wurden, waren nur noch 4 % der öffentlichen Gebäude, 7 % der Geschäftsgebäude, 6 % der Industriebetriebe und 7 % der Wohnhäuser unbeschädigt. Hatte das Bauvolumen der Stadt vor dem Krieg noch 90 Millionen Kubikmeter umfasst, waren nun etwa 30 Millionen Kubik­meter in Schutt und Asche gesunken. Rund 10 Millionen Kubikmeter Schutt lagen auf den Strassen.[8] Die Einwohnerzahlen der Stadt betru­gen 1939 noch 535.753 Personen. Bis Ende 1944 verringerte sie sich auf 292.730 Einwohner. Die restlichen Einwohner der Stadt wurden auf Kriegsschauplätzen oder daheim getötet, dienten in der Wehr­macht oder waren evakuiert. Bis zum Ende des Krieges mussten etwa 5.500 Menschen in Düsseldorf als Opfer der Angriffe verzeichnet werden. Darunter hauptsächlich Zivilisten, aber auch Angehörige der Wehr­macht, der Polizei, Kriegsgefangene und ausländische Arbeiter. In Düsseldorf wurde bis 1945 2.423mal Alarm wegen Luftgefahr gege­ben, ergingen 1.514 öffentliche Luftwarnungen und 1.047mal Flieger­alarm.

Die Stadt wurde hauptsächlich von den Bränden zerstört, die bei den Angriffen ausbrachen. „Dennoch ist Düsseldorf von den Städten Nord­rhein-Westfalens am glimpflichsten davon gekommen. Köln, Essen, Dortmund und Duisburg hatten größere Schäden zu verzeich­nen, erlebten mehr Luftangriffe und hatten auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Tote zu beklagen.“[9]

[...]


[1] Görgen, Hans-Peter, Düsseldorf und der Nationalsozialismus, Düsseldorf, 1969, S. 208

[2] vergl. Görgen, Hans-Peter, Düsseldorf ..., S. 208, und Görgen, Hans-Peter, Dokumentation zur Geschichte der Stadt Düsseldorf, S. 300

[3] Görgen, Hans-Peter, Düsseldorf ..., S. 209

[4] Weidenhaupt, Hugo, Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf, 10. Aufl., Düsseldorf 1993, S. 181

[5] Weidenhaupt, Hugo, Kleine Geschichte…, S. 182

[6] Weidenhaupt, Hugo, Kleine Geschichte…, S. 182

[7] Görgen, Hans-Peter, Dokumentation…, S. 304

[8] Weidenhaupt, Hugo, Kleine Geschichte…, S. 182.

[9] Görgen, Hans-Peter, Düsseldorf ..., S. 214f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der Bombenkrieg 1939 bis 1945 in Düsseldorf
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Veranstaltung
Übung
Note
2,0
Autoren
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V109675
ISBN (eBook)
9783640078530
ISBN (Buch)
9783640387182
Dateigröße
586 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bombenkrieg, Düsseldorf
Arbeit zitieren
Anke Seifert (Autor)Claudia Breisa (Autor), 2004, Der Bombenkrieg 1939 bis 1945 in Düsseldorf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109675

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