Die Arbeit befasst sich nun mit den Inhalten, Zielsetzungen, Vorteilen und Nachteilen des Öko-Audits und versucht des weiteren einen Ausblick zu schaffen bezüglich der Fragestellung, ob sich eine staatliche Regulierungspolitik mit einem freiwilligen betrieblichen Umweltschutz vereinbaren lässt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
2. Umweltpolitischer Hintergrund
2.1. Sustainable Development
2.2. Umsetzung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise durch die „EG-Öko-Audit-Verordnung“
3. Entwicklungsgeschichte der „EG-Öko-Audit-Verordnung“
3.1. Eingliederung der Verordnung in die Umweltpolitik der EU
3.2. Umsetzung der „EG-Öko-Audit-Verordnung“ in Deutschland
4. Inhalt der Öko-Audit-Verordnung
4.1. Der Ablauf des Gemeinschaftssystems
4.1. Die Schritte bis zur erstmaligen Zertifizierung
4.2.1. Umweltpolitik
4.2.2. Erste Umweltprüfung
4.2.3. Umweltmanagementsystem
4.2.4. Umweltprogramm
4.2.5. Umwelterklärung (im Entwurf)
4.2.6. Prüfung und Validierung durch den Umweltgutachter
4.2.7. Registrierung und Veröffentlichung der Umwelterklärung
5. Entwicklung des Öko-Audits
5.1. Gründe für die hohen Teilnehmerzahlen in Deutschland
5.2. Kritik am System
5.3. ISO 14001
5.4. Revision der Öko-Audit-Verordnung
6. Fazit
7. Literarturliste
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die „EG-Öko-Audit-Verordnung“ als Instrument der europäischen Umweltpolitik. Ziel ist es, die Inhalte, Vorteile und Hindernisse dieses freiwilligen Systems zur betrieblichen Umweltverbesserung zu untersuchen und zu erörtern, inwieweit staatliche Regulierung mit einem freiwilligen Umweltschutzansatz kompatibel ist.
- Historische Entwicklung und Einbettung des Öko-Audits in die EU-Umweltpolitik.
- Struktur und Ablauf des Zertifizierungsprozesses für Unternehmen.
- Ursachen für die hohe Akzeptanz und Teilnehmerzahlen in Deutschland.
- Kritik an den bürokratischen Hürden und der Konkurrenz zum Standard ISO 14001.
- Perspektiven der Revision durch die „neue“ Öko-Audit-Verordnung (EMAS II).
Auszug aus dem Buch
3.2. Umsetzung der „EG-Öko-Audit-Verordnung“ in Deutschland
Der Gedanke, einer EU-weiten Einführung von Umweltmanagementsystemen stieß Anfang der 90er Jahre auf äußerst ablehnende Haltung in der Bundesrepublik, denn ihre Auffassung lag eher in einer traditionell technologieorientierten Lösung der Umweltproblematik. Eine managementorientierte Herangehensweise war den Unternehmen eher fremd, sodass die deutsche Wirtschaft befürchtete, die damalige hohe Umweltresonanz innerhalb der Gesellschaft würde die Unternehmen zu der Verordnung „zwingen“ und somit den freiwilligen Charakter des Umweltmanagements verlieren. Zudem war man auf deutscher Seite der Ansicht, dass der bürokratische Aufwand in keinem Verhältnis zu einem möglichen Nutzen stehen würde.
Alle Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union außer Deutschland unterstützten in einer Versammlung 1993 die Verordnung. Erst als sich mit Inkrafttreten der Maastrichter Verträge eine Mehrheitsregel für die Verabschiedung umweltpolitischer Verordnungen herausstellte, lenkte die Bundesregierung ein und stimmte für die Einführung des Öko-Audit-Systems. Jedoch enthält die Verordnung kein unmittelbar in den Mitgliedsstaaten geltendes Recht, sondern erteilt Regelungsaufträge, die in den EU-Ländern umzusetzen sind. Genau an dieser Stelle kam es in Deutschland bei der Umsetzung der „EG-Öko-Audit-Verordnung“ zu Diskrepanzen zwischen Unternehmensverbänden und dem Bundesministerium für Wirtschaft auf der einen Seite sowie Umweltverbänden und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit auf der anderen Seite.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die wachsende Bedeutung des betrieblichen Umweltschutzes als Wettbewerbsfaktor und Darstellung der Zielsetzung der EG-Öko-Audit-Verordnung.
2. Umweltpolitischer Hintergrund: Erläuterung des Konzepts „Sustainable Development“ und dessen Übertragung auf eine umweltverträglichere europäische Wirtschaftsweise.
3. Entwicklungsgeschichte der „EG-Öko-Audit-Verordnung“: Darstellung der Genese der Verordnung von den Anfängen der EU-Umweltpolitik bis zur speziellen Implementierung in Deutschland.
4. Inhalt der Öko-Audit-Verordnung: Detaillierte Beschreibung der Anforderungen, des Zertifizierungsablaufs und der verschiedenen Schritte bis zur erfolgreichen Registrierung.
5. Entwicklung des Öko-Audits: Analyse der hohen Teilnehmerzahlen in Deutschland, geäußerter Kritik am bürokratischen Aufwand und dem Vergleich mit dem Standard ISO 14001.
6. Fazit: Resümee zur Effektivität des Instruments und zum Spannungsfeld zwischen staatlicher Regulierung und dem Wunsch nach praxisgerechteren, attraktiveren Systemen wie EMAS II.
7. Literarturliste: Verzeichnis der verwendeten Quellen, Fachartikel und Internetressourcen.
Schlüsselwörter
EG-Öko-Audit-Verordnung, EMAS, Umweltmanagement, Umweltpolitik, Nachhaltigkeit, Sustainable Development, Zertifizierung, Umweltbetriebsprüfung, Umwelterklärung, ISO 14001, betrieblicher Umweltschutz, Umweltauditgesetz, EU-Recht, ökologische Betriebsbilanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der EG-Öko-Audit-Verordnung als einem freiwilligen Instrument der Europäischen Union zur Förderung eines nachhaltigen und umweltorientierten Managements in gewerblichen Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören der umweltpolitische Kontext, die historische Entstehung des Audits, der detaillierte Ablauf der Zertifizierung sowie die kritische Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen des Systems im Vergleich zum ISO 14001-Standard.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Die Arbeit analysiert, ob durch das Öko-Audit eine staatliche Regulierungspolitik erfolgreich mit dem freiwilligen Engagement von Unternehmen vereinbart werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der rechtlichen Grundlagen und der Implementierungsprozesse, ergänzt durch eine kritische Betrachtung der Akzeptanz und der praktischen Umsetzung in deutschen Unternehmen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des umweltpolitischen Hintergrunds, den Prozess der historischen Entwicklung der Verordnung, die detaillierten Anforderungen des Gemeinschaftssystems und eine Evaluierung der Erfolge und Kritikpunkte bei der praktischen Anwendung.
Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Öko-Audit, Umweltmanagementsystem, Nachhaltigkeit, freiwillige Selbstregulierung und Wettbewerbsvorteile geprägt.
Warum leistete Deutschland bei der Einführung des Systems zunächst Widerstand?
Deutschland bevorzugte anfangs eine traditionelle, technologieorientierte Lösung und befürchtete, dass der bürokratische Aufwand der neuen managementorientierten Verordnung in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Wirtschaft stünde.
Inwiefern beeinflusste das britische Modell „BS 7750“ die Entwicklung des Öko-Audits?
Das britische System diente als Vorbild, da dort bereits erste Erfahrungen mit unternehmensbezogenen Umweltsystemen vorlagen, die in die Konzeption der EU-Verordnung einflossen.
Wie unterscheidet sich EMAS II von der ursprünglichen Öko-Audit-Verordnung?
EMAS II zielt darauf ab, das System durch die Übernahme von ISO 14001-Standards praxisgerechter zu gestalten, die Teilnahme auf nicht-gewerbliche Bereiche auszuweiten und die Attraktivität durch eine effektivere Nutzung von Umwelt-Logos in der Werbung zu erhöhen.
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- Patrick Kiesch (Author), 2001, Die EG-Öko-Audit Verordnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10968