Kreatin im Profisport und im Sportabitur


Facharbeit (Schule), 2004
16 Seiten, Note: 13 Punkte

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung
1. Einleitung
1.1. Entwicklung der Thematik

II. Hauptteil
2. Allgemeine Informationen zu Kreatin
2.1. Was ist Kreatin?
2.2. Biologische Wirkungsweise von Kreatin im Körper
2.3. Aktuelle Forschungsergebnisse
2.4. Kreatin als kommerzielles Massenprodukt
3. Kreatin im Profisport
3.1. Einsatzbereiche
3.2. Anwendung von Kreatin im Profisport in unterschiedlichen konditionellen Teilbereichen
3.2.1. Kraftsport
3.2.2. Sprint
3.2.3. Ausdauersport – Beispiel: Radsport
3.3. Kreatin – Doping?
4. Einsatz von Kreatin im Sportabitur
4.1. Einleitung
4.2. Anleitung zu einer möglichen Anwendung
4.3. Leistungssteigerungsprognosen durch Kreatin
4.4. Probleme der Anwendung von Kreatin in Hinblick auf das Sportabitur

III. Schluss
5. Schluss
5.1. Schlussbetrachtungen

Quellenverzeichnis

Eigenständigkeitserklärung

Anhang

I. Einleitung

1. Einleitung

1.1. Entwicklung der Thematik

Für meine Sportfacharbeit habe ich das Thema Kreatin ausgewählt, da ich mich bereits vor der Ausarbeitung dieser Arbeit für dieses Thema interessiert habe und es zudem auf den trainingsbiologischen Grundlagen aus dem Halbjahr 12.1 fundiert. Ich hatte durch mein Training im Fitness-Studio schon zuvor von dieser Nahrungssupplementation gehört und dachte somit eventuell sogar einen Selbstversuch für die Facharbeit durchzuführen, was sich allerdings, nachdem ich mich näher über Kreatin informiert hatte als sehr schwierig herausstellte, da die erlangten Ergebnisse nur sehr schwer auszuwerten gewesen wären.

Somit habe ich mich nun auf eine rein theoretische Form der Ausarbeitung beschränkt, was jedoch ebenfalls viele interessante Fragestellungen zuließ.

II. Hauptteil

2. Allgemeine Informationen zu Kreatin

2.1. Was ist Kreatin?

Kreatin ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das vor allem im Krafttraining verwendet wird. Es handelt sich um eine vollkommen natürliche Substanz, die von der Leber aus den 3 Aminosäuren Glycin, Arginin und Methionin gebildet wird. Darüber hinaus kommt es auch in Nahrung wie beispielsweise Fleisch oder Fisch vor.

Kreatin ist im Bereich des Krafttrainings aufgrund seiner nahezu anabolen und doch ungefährlichen Wirkweise sehr beliebt. Insbesondere Bodybuilder setzen auf diese Nahrungssupplementation, um die Hypertrophie der Muskulatur zu beschleunigen. Kreatin gibt es meist in Tabletten und in Pulverform zur oralen Einnahme.

Kreatin ist vorwiegend geeignet für Sportarten, die durch kurze oder intervallartige Belastungsspitzen gekennzeichnet sind und bei denen zudem ausreichende Ruhepausen gewährleistet sind. Jedoch ist es nahezu gänzlich ungeeignet für Ausdauerleistungen.

2.2. Biologische Wirkungsweise von Kreatin im Körper

Kreatin wirkt sich zunächst auf die Muskelmasse aus, indem es sich in den Muskelzellen einlagert. Zunächst sammelt sich neben dem Kreatin auch Wasser in den Muskelzellen an, welches die Muskeln wie „aufgepumpt“ wirken lässt.

Das Kreatin wird nach der Einnahme über das Verdauungssystem auf direktem Weg zu den Muskelzellen der gesamten Skelettmuskulatur transportiert. Hier angelangt werden die Kreatinspeicher der Muskelzellen bis auf ein Maximalniveau aufgefüllt.

Die schnell zuckenden FT-Fasern erlangen dabei ein höheres Niveau als die langsam zuckenden ST-Fasern. Die Steigerung des Kreatinspiegels ist von Mensch zu Mensch verschieden, da jeder Mensch andere Vorraussetzungen an bereits in den Muskelzellen vorhandenem Kreatin mit sich bringt. (Maximalniveau: 150-160mmol/kg Muskeltrockenmasse)

Somit lässt sich auch sagen, dass gut trainierte Sportler mehr Kreatin zu sich nehmen können als normal trainierte Sportler wegen der bereits vorhandenen größeren Muskelmasse.

In den Muskelzellen dient das Kreatin zur Ermöglichung der Kreatinase, oder auch ATP-Resynthese. Dieser hochenergetische Prozess kann aufgrund des erhöhten Kreatinspiegels über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden und somit wird es dem Sportler ermöglicht über einen längeren Zeitraum bei maximaler Kraft zu arbeiten.

Dieses optimierte Arbeiten bei Maximalkraft ermöglicht es dem Sportler die Hypertrophie der Muskulatur zu beschleunigen.

Da der Prozess der Kreatinase jedoch nur über einen kurzen Zeitraum von maximal 15 Sek. ablaufen kann, ist diese Möglichkeit der Leistungssteigerung für den Ausdauersport nicht relevant.

2.3. Aktuelle Forschungsergebnisse

Zu aktuellen Forschungsergebnissen zum Thema Kreatin kann man sagen, dass es nahezu keine „überholten“ Ergebnisse gibt, da der Nutzen von Kreatin aus sportbiologischer Sicht erst vor kurzem erkannt wurde.

Gerade einmal 1992 wurde von Harris et al. die erste Studie zu Kreatin und dessen leistungssteigernden Eigenschaften veröffentlicht, wodurch Kreatin zu einem Produkt wurde, das von vielen Sportlern weltweit zur Leistungssteigerung genutzt wurde.

Aufgrund dieser noch sehr jungen Studien besteht eine der Problematiken von Kreatin darin, dass es keinerlei Langzeitstudien über die Auswirkungen von Kreatin im Körper gibt und somit bisher nicht sichergestellt werden konnte, dass Kreatin nicht für den Sportler schädlich ist. Französische Wissenschaftler haben Kreatin sogar bereits auf dem französischen Markt verbieten lassen wegen eines eventuellen Zusammenhanges zwischen Kreatinsupplementation und eines erhöhte Krebsrisikos.[1]

Der Ernährungswissenschafter Priv. Doz. Dr. Andreas Hahn von der Universität Hannover hingegen schreibt:

Der mögliche Sinn von Kreatingaben bezieht sich ausschließlich auf Menschen mit starken sportlichen Aktivitäten, die mit großem Eifer betrieben werden. Aufgrund gegensätzlicher Studienergebnisse kann jedoch nicht grundsätzlich zu einer Ergänzung mit Kreatin geraten werden. Eine kurzfristige Supplementierung von Kreatin (bis zu 8 Wochen) in Mengen von etwa 20 g/Tag gilt als unbedenklich.“ [2]

Obwohl, oder eventuell auch gerade, weil die Forschungsergebnisse noch relativ jung sind, sind sich die Forscher nicht einig über einige Punkte, die vor allem die korrekte Einnahme/Verabreichung von Kreatin betreffen.

Man unterscheidet primär zwischen dem Modell der „schnellen Aufladephase“ und dem Modell der „langen Aufladephase“.

Beim Modell der schnellen Aufladephase nimmt der Sportler eine Tägliche Dosis von 20-30 Gramm Kreatin über eine Dauer von 4-6 Tagen.

Nach dieser Dauer sind die Kreatinspeicher der Skelettmuskulatur in den meisten Fällen bis auf das Maximum aufgeladen. Danach folgt eine Supplementation mit einer Dosis von gerade einmal 2-5 Gramm Kreatin pro Tag, was in etwa dem normalen täglichen Verbrauch von Kreatin entspricht. Somit wird über die Dauer der Einnahme der Kreatinspiegel auf dem Maximalniveau gehalten.

Nach dem Absetzen des Kreatins sinkt der Kreatinspiegel innerhalb von circa 30 Tagen wieder auf das Ausgangsniveau herab.

Da dieses Verfahren der Supplementation allerdings eine relativ große Belastung für den Körper darstellen kann, wurde auch eine zweite Art der Einnahme erprobt.

Bei der langen Aufladephase nimmt der Sportler eine tägliche Dosis von 3 Gramm Kreatin zu sich. Diese Dosis nimmt er täglich zu sich über einen Zeitraum von 28 Tagen, bis der Kreatinspiegel sein Maximalniveau erreicht hat.

Der Vorteil dieser Art der Einnahme liegt klar darin, dass sie weniger belastend für den Körper ist, jedoch ist es als nachteilig anzusehen, dass erst nach 28 Tagen das Maximalniveau erreicht wird und somit erst nach dieser Dauer bei Maximaler Energieausbeute trainiert werden kann.­­

In einigen Fällen kam es bei der Kreatinsupplementation zu Muskelkrämpfen. Daher ist es empfehlenswert, während der Einnahme von Kreatin, zusätzlich Magnesium zu sich zu nehmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Forschung im Bereich Kreatin momentan noch in den Kinderschuhen steckt, jedoch lässt sich auch sagen, dass die Forschung momentan stark an diesem Produkt interessiert ist, bedingt durch die nahezu brillanten Vermarktungs-Möglichkeiten.

2.4. Kreatin als kommerzielles Massenprodukt

Seitdem die leistungssteigernden Eigenschaften von Kreatin bekannt sind, „boomt“ der Markt geradezu. Wahrscheinlich mehrere 100 Kreatinhersteller und Kreatinpräparate sind auf dem weltweiten Markt vertreten.

Die hauptsächlichen Unterschiede dieser Präparate bestehen unter anderem in der Reinheit des Kreatins und somit auch in der Qualität des Präparates, sowie auch beispielsweise in der Zusammensetzung des Präparates.

Die Zusammensetzung bestimmt vorwiegend die Verträglichkeit des Kreatinpräparates und wie gut der Körper das Kreatin aufnehmen kann.

Hierzu werden dem Kreatin bestimmte Zusatzstoffe hinzugefügt, wie zum Beispiel Glucose oder verschiedene Proteine, die den Transport zu den Muskelzellen erleichtern sollen.

Aufgrund des kaum mehr zu überblickenden Marktes wird es für den Laien immer schwieriger, die Vielfalt der Präparate zu überblicken, was eine Gefahr beinhalten kann: Aufgrund von Ersparnissen in der Produktion, somit niedrigeren Verkaufspreisen und daraus resultierenden steigenden Absatzzahlen mischen einige der Hersteller Fremdsubstanzen unter ihre Kreatinpräparate, die teilweise sogar körperschädigend sein können.

Auf dem deutschen Markt hat sich in den letzten Jahren eine Art Angst vor solchen Präparaten entwickelt, die die Hersteller zum Teil mit so genannten „Reinheits-Checks“ und „Qualitätskontrollen“ versuchen in den Griff zu bekommen. Ob diese jedoch immer von seriösen unabhängigen Unternehmen durchgeführt werden ist fragwürdig, allerdings ist der deutsche Verbraucherschutz nicht um dieses Thema bemüht, da die Forschungsergebnisse für ein Handeln nicht ausreichend sind.

Die sich sehr unterscheidenden und teilweise auch verwirrenden Forschungsergebnisse bieten den wenigsten Sportlern die Möglichkeit sich klar mit der Thematik der Kreatinsupplementation zu befassen. Die Hersteller nutzen diese Unwissenheit über die korrekte Anwendung der Präparate und geben Anleitungen zu überhöhten Dosierungen.

Durch diese Überdosierung entsteht allerdings keine Schädigung des Körpers, jedoch wird das überschüssige Kreatin vom Körper nicht weiter verarbeitet und auf direktem Weg wieder ausgeschieden. Der Facharzt für innere- und Sportmedizin Dr. Kurt A. Moosburger bezeichnet diese Ausscheidung als „teuren Urin“[3]

3. Kreatin im Profisport

3.1. Einsatzbereiche

Der primäre Einsatzbereich von Kreatin im Profisport ist mit Sicherheit der Bereich des Bodybuildings. Allerdings wird Kreatin nicht nur in diesem Bereich als Supplementation eingesetzt. Auch in anderen Sportarten, bei denen es auf ein hohes Maß an Maximal-, Schnell- und Explosivkraft ankommt, findet Kreatin immer mehr Anhänger.

Eine nahezu perfekte Disziplin für den Einsatz von Kreatin ist der Sprint über die Distanzen 100 und 200 Meter.

Bei diesen Disziplinen nimmt die Geschwindigkeit und somit die Leistung der Sportler insbesondere auf den letzten 30-40 Metern enorm ab, was auf die ausgeschöpften Kreatinspeicher und infolgedessen dem ausfallenden hochenergetischen Prozess der Kreatinase zurückzuführen ist.

Eine Erhöhung des Kreatinspeichers hat somit eine längere Aufrechterhaltung der Kreatinase und somit bessere Sprintergebnisse als Resultat.

Jedoch nicht nur in diesen Schnellkraft-orientierten Sportarten verwenden immer mehr Sportler Kreatin. Auch in Mannschafts- und Ballsportarten nehmen immer mehr Sportler Kreatin ein, um dadurch Körpermasse dazu zu gewinnen, Muskulatur zu kräftigen und somit auch eine höhere Durchsetzungskraft im direkten Zweikampf zu erlangen.

Zuletzt sei zu erwähnen, dass Kreatin, obgleich seine Wirkung nur über einen sehr kurzen zeitlichen Umfang gegeben ist, mittlerweile sogar im professionellen Ausdauersport eingesetzt wird.

Nach Schätzungen von Professor Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule in Köln, konsumieren bereits 70-80% aller Athleten Kreatin.[4]

3.2. Anwendung von Kreatin im Profisport in unterschiedlichen konditionellen Teilbereichen

3.2.1. Kraftsport

Im Kraftsport und Bodybuilding wird Kreatin meist nach dem Modell der „schnellen Aufladephase“ praktiziert.

Dies hat zum Vorteil, dass die Sportler über einen langen Zeitraum bei Maximalkraft trainieren können, wodurch eine verstärkte Hypertrophie der Muskulatur gewährleistet ist.

Die Sportler nehmen zusätzlich zum Kreatin täglich bis zu 1000mg Magnesium zu sich, um Krämpfen vorzubeugen.

Nach der „Ladephase“ von etwa 4 Wochen trainiert der Sportler weiter über einen Zeitraum von etwa 4-6 Wochen ohne eine weitere Supplementation mit Kreatin. Diese Phase des Trainings gilt der Wettkampfvorbereitung und der Sportler versucht, die eingelagerten Fett- und Wassermassen aus dem Körper herauszutrainieren.

3.2.2. Sprint

Das Sprinttraining ist größtenteils äquivalent zu dem Training des Kraftsportlers, allerdings mit dem Unterschied, dass die Sprinter das Kreatin meist nach dem Modell der „langen Aufladephase“ zu sich nehmen, da dieses eine bessere Verträglichkeit für den Körper gewährleistet, was für den Sprinter von ungemeiner Bedeutung ist.

Während der Kreatinsupplementation werden beim Sprinter vor allem die schnellen FT-Fasern „geladen“. Diese können sehr viel Kreatin in ihren Zellen Speichern.

Aufgrund der Möglichkeit über einen größeren Belastungsumfang die maximale ATP-Flussrate, durch längere Erhaltung der Kreatinase, zu erhalten, hat der Sprinter die Möglichkeit über längere Zeit maximale Leistung zu erbringen, beziehungsweise über einen größeren Umfang bei maximaler Geschwindigkeit zu laufen.

Somit können bessere Zeiten bei den Sprints erzielt werden.

3.2.3. Ausdauersport – Beispiel: Radsport

Im Ausdauersport ist Kreatin aufgrund der durch die Einnahme bedingten Gewichtszunahme eher „verpönt“.

Vor allem bei Läufern der Strecken ab einer Distanz über 800 Meter wird Kreatinsupplementation nur sehr wenig praktiziert. Anders hingegen ist es bei den Profischwimmern, für die diese Gewichtszunahme von etwa 1-2 kg von nicht allzu großer Relevanz ist wegen der eingeschränkten Gewichtskraft im Wasser.

Generell jedoch ist zu sagen, dass Kreatin eher im Bereich der anaeroben Sportarten verwendet wird und es bei den Ausdauersportlern eine eher gemiedene Substanz ist.

Umso erstaunlicher ist es, dass nach neuen Forschungsergebnissen das Kreatin Einzug in der nahezu gänzlich anaeroben Disziplin des Radsportes findet.

Beispiel: Marco Pantanini, Gewinner der „Tour de France“ 1998

Beim professionellen Radsport, bei dem die Sportler teilweise über mehrere Stunden aktiv sind, haben neue Erkenntnisse das Interesse vieler Sportler geweckt.

Pantanini nutzte erstmals das Wissen darüber, dass die Kreatinspeicher in den Muskelzellen während einer Belastung neu vom Körper aufgefüllt werden.

Somit war es ihm möglich jeweils über kurze Phasen von 5-10 Sekunden eine erhöhte Leistungsfähigkeit aufzuweisen, indem er bis an seine maximalen anaeroben Kapazitäten ging und dabei immer wieder erneut an die Kreatinreserven ging.

In diesen Phasen wird der hochenergetische Prozess der Kreatinase angeregt und zusätzliches ATP gewonnen.

Da Pantanini jedoch immer diese erhöhte Energieausschöpfung rechtzeitig wieder abbrach, konnte gewährleistet werden, dass es zu keiner erhöhten Laktatbildung kam und somit auch nicht zur Übersäuerung der Muskeln.

Diese Taktik erscheint im ersten Moment relativ einfach auch für den Laien „nachahmbar“ zu sein. Hierzu bedarf es allerdings genauer Kenntnisse über den „Füllstand“ der Kreatinspeicher in den Muskelzellen und nach welchen Zeitabständen diese wieder auf ihrem Maximalniveau sind, um einen erneuten Zwischenspurt einzulegen, ohne eine Übersäuerung der Muskulatur zur Folge zu haben.

Der Einsatz von Kreatin im Bereich der anaeroben Sportarten bleibt somit wohl vorerst dem Profisport überlassen.

3.3. Kreatin – Doping?

Die Frage, ob Kreatin ein Dopingmittel ist oder nicht wird schon seit dem bekannt werden, dass Kreatin eine leistungssteigernde Wirkung hat, hitzig bei der IOC diskutiert.

Die Fakten, die dafür sprechen, dass Kreatin auf den Dopingindex sein sollte, sind unter anderem:

- Unterstützung von Hypertrophie der Muskulatur auch ohne Einwirkung von Training
- Die Art der Supplementation der Sportler spricht gegen die Dopingrichtlinien, da die eingenommenen Dosen das „physiologische Normale“ überschreiten
- Kreatin kann Nebenwirkungen aufweisen bis hin zu bleibenden Schädigungen der Muskulatur

Dagegen spricht wiederum:

- Es wird als normales Nahrungsergänzungsmittel wie etwa Magnesium oder Calcium gehandelt
- Kreatin gilt als normaler Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung eines Profisportlers, da diese oftmals unter Kreatinmangel leiden

Auch in Zukunft wird Kreatin höchstwahrscheinlich ein Streitthema der IOC bleiben, es sei allerdings gesagt, dass mit fortschreitender Zeit die Forschungsergebnisse immer mehr Klarheit über die Wirkweise von Kreatin geben werden und so wahrscheinlich auch die Dopingfrage eines Tages geklärt wird.

4. Einsatz von Kreatin im Sportabitur

4.1. Einleitung

Nachdem man nun einen Einblick in das Thema „Kreatin“ bekommen hat, stellt sich die Frage, inwiefern man Kreatin und das errungene Wissen auf sich selber anwenden kann und zwar zur Vorbereitung des praktischen Abiturs im Fach Sport.

Kreatin bietet sicherlich eine gute und vor allem einfache Möglichkeit die Leistungssteigerung / den Trainingseffekt bei der Vorbereitung auf das Abitur zu beschleunigen, dennoch sollte man sich nicht zu sehr auf die Wirkung verlassen und Kreatin maximal als Ergänzung zu einem normalerweise bereits ausreichenden Training verwenden.

4.2. Anleitung zu einer möglichen Anwendung

Generell ist zu sagen, dass der Körper während einer Kreatinsupplementation immer mit ausreichend Wasser versorgt sein sollte, um eventuellen Schäden an inneren Organen und vor allem einer Überlastung der Nieren vorzubeugen.

Die Anwendung von Kreatin sollte gerade im nicht professionellen Bereich lieber nach dem Modell der „langen Aufladephase“ praktiziert werden, um mögliche Gefahren zu minimieren, da die Schüler nicht über eine ärztliche Betreuung verfügen.

Es ist sinnvoll insgesamt 2 Durchgänge der Kreatinsupplementation durchzuführen: den ersten Durchgang etwa 6 Monate bevor die Abiturprüfungen abgelegt werden müssen, den zweiten Durchgang einen Monat vor den Prüfungen.

Der erste Durchgang dient dem Aufbau der Muskulatur und soll dem Schüler ermöglichen, in einem kürzeren Zeitraum mehr Muskelmasse aufzubauen als normal. Nach dieser ersten Anwendung ist es wichtig, dass der Schüler versucht, seine bereits gewonnene Muskelmasse weitestgehend zu erhalten, indem er sein Training fortsetzt.

Nach etwa 6 Monaten hat sich der Körper komplett von der ersten Ladephase erholt und die zweite Phase beginnt

Die zweite Phase dient dem erneuten Aufladen der Zellen mit Kreatin. Der Schüler nimmt das Kreatin nach dem Modell der „langen Aufladephase“ zu sich und erreicht somit nach etwa einem Monat ein Maximalniveau an Kreatin in seinen Muskeln. Dies sind ideale Vorraussetzungen für die Abiturprüfungen, bei denen der Schüler maximale Leistungen durch den erhöhten Kreatinspeicher erbringen kann.

4.3. Leistungssteigerungsprognosen durch Kreatin

Im Falle, dass der Schüler auf die Einnahme von Kreatin anspricht und somit eine leistungssteigernde Wirkung herbeiführen kann, wird sich eine Supplementation mit Kreatin als Vorbereitung auf das Abitur vorwiegend bei Disziplinen mit einem hohen Anteil an Schnellkraft bemerkbar machen.

Primär werden sich die Leistungen in den Disziplinen Wurf, Sprint und Sprung verbessern. Zweifelsohne wird auch die Kraftleistung in der jeweiligen Spielsportart gesteigert. In diesen Disziplinen ist es allerdings oftmals von nicht allzu großer Bedeutung, wie viel Kraft der Schüler einbringen kann, sondern kommt es viel mehr auf die taktischen- und technischen Fähigkeiten an.

Kreatin ist also nur sinnvoll für die Verbesserung der Leistung im Bereich der Leichtathletik.

Dafür gibt es verschiedene Beispiele, wie unter anderem der bereits beschriebene Sprint, oder beispielsweise der Speerwurf:

Der Speerwerfer benötigt zusätzlich zu einer guten Wurftechnik eine ausgeprägte Muskulatur des gesamten Armes, der Schulter und vor allem auch eine gut ausgeprägte Rotatorenmanschette.

Da die Rotatorenmanschette normalerweise nur sehr schwer trainierbar ist, ist es sinnvoll den Trainingsprozess durch die Kreatinsupplementation zu beschleunigen.

Die Supplementation wird insgesamt gesehen eine Verbesserung in nahezu allen Bereichen der Leichtathletik bezwecken, womit der Einsatz von Kreatin in der Vorbereitungsphase des Abiturs sinnvoll sein kann.

4.4. Probleme der Anwendung von Kreatin in Hinblick auf das Sportabitur

Die wahrscheinlich größte Problematik einer Supplementation mit Kreatin für das Sportabitur liegt darin, dass der erhoffte Kraftzuwachs und eine eventuelle Hypertrophie durch die Einnahme von Kreatin geringer ausfallen könnte, als erhofft und somit der gesamte Trainingsprozess unter Umständen zu sehr auf die Wirkung des Kreatins gestützt sein könnte.

Zudem werden die Schüler nicht medizinisch überwacht. Dies kann besonders im unwahrscheinlichen Fall von Wechselwirkungen, mit bestimmten Inhaltsstoffen des jeweiligen Präparates, mit anderen Medikamenten sogar zu einer gesundheitlichen Gefährdung des Schülers führen.

Hinzu kommt eine Gefahr durch eine Überlastung der inneren Organe, die vor allem in einem Alter, in dem die Organe noch nicht vollkommen ausgebildet sind, zu Beschädigungen an diesen führen können. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Beschädigung ist allerdings sehr klein und tritt bei richtiger Dosierung und ausreichender Aufnahme von Flüssigkeit nicht auf.

Zuletzt sei noch die Zunahme der Körpermasse zu erwähnen, die sich auf die Leistungen im Ausdauerbereich auswirken könnte, sowie auf die Leistung in der jeweiligen Ballsportart. Allerdings ist diese Gewichtszunahme vernachlässigbar gering, womit dieser Punkt eher irrelevant erscheint.

IV.Schluss

5. Schluss

5.1. Schlussbetrachtungen

Als Schlusswort dieser Arbeit kann ich sagen, dass es, auch wenn es mit sehr viel Arbeit verbunden war, mir Spaß gemacht hat mich mit dem Thema Kreatin zu beschäftigen und diese Arbeit zu verfassen.

Obwohl ich ganze Wochenenden und Nachmittage in die Erarbeitung dieser Thematik investieren musste und mir auch so das ein oder andere Mal die Frage nach dem eigentlichen Sinn dieser Facharbeit stellte, kann ich nun sagen, dass ich den Sinn begriffen habe und ich auch ein Stück stolz auf die von mir erbrachte Leistung in Form dieser mehr oder weniger professionellen Arbeit bin.

Abschließend zum Thema Kreatin kann ich sagen, dass ich zu dem Ergebnis gekommen bin, dass Kreatin auch für mich eine interessante Möglichkeit darstellt mich auf meine praktische Abiturprüfung vorzubereiten und, dass ich durchaus in Erwägung ziehe zusätzlich zu meinem normalen Training eine Supplementation mit Kreatin nach dem oben beschriebenen Plan durchzuführen. Ob ich diese im Endeffekt dann auch selber durchführen werde weiß ich noch nicht genau, jedoch ziehe ich es stark in Erwägung.

Ich hoffe, dass eventuell auch nachfolgende Schüler in irgendeiner Weise von dieser Arbeit profitieren können. Sei es nun durch eine Zusammenstellung der Informationen über Kreatin, oder aber auch durch die Praxisanleitung zur Supplementierung mit Kreatin als Vorbereitung auf das Abitur.

Quellenverzeichnis

Internetquellen:

- 1: http://www.ernaehrung.de/tipps/sport/sport14.htm
- 2: http://www.abc-online.org/infos/wallim01/teil4.htm
- 3: http://www.sportunterricht.de/lksport/kreatin.html
- 4: http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/spf/ 8893.html
- 5: http://de.wikipedia.org/wiki/Kreatin
- 6: http://gin.uibk.ac.at/thema/sportundernaehrung/ kreatin.html
- 7: http://www.leistungssport.com/index.php?site=78& unav=1234567935
- 8: http://gesund.qualimedic.de/Ernaehrung_sport_ergogen _kreatin.html
- 9: http://www.muskelschwund.de/index.php?id=305

Eigenständigkeitserklärung

Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe

angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis angeführten

Quellen und Hilfsmittel benützt habe.

Ort, Datum Unterschrift

[...]


[1] Quelle: http://www.muskelschwund.de/index.php?id=305 Abschnitt Kreatin

[2] Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kreatin

[3] Quelle: http://gin.uibk.ac.at/thema/sportundernaehrung/kreatin.html

[4] Quelle: http://www.sportunterricht.de/lksport/kreatin.html

16 von 16 Seiten

Details

Titel
Kreatin im Profisport und im Sportabitur
Veranstaltung
Facharbeit
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2004
Seiten
16
Katalognummer
V109714
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreatin, Facharbeit
Arbeit zitieren
Florian Herold (Autor), 2004, Kreatin im Profisport und im Sportabitur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109714

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