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Bewertung von Beschaffungskooperationen in der Industrie

Title: Bewertung von Beschaffungskooperationen in der Industrie

Diploma Thesis , 2004 , 47 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Gudrun Innertsberger (Author)

Business economics - Supply, Production, Logistics
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Einleitung

Kooperationen sind in der heutigen Wirtschaft in vielfältiger Weise vorhanden. Sie betreffen sämtliche Bereiche der Wertschöpfung in den Unternehmen, wie die Produktion, die Entwicklung, den Vertrieb oder die Beschaffung.(1)
Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen sind Kooperationen interessant, da sie dadurch ihre Größennachteile ausgleichen und zusätzliches Know-how gewinnen können. Dies führt zu einer Stärkung ihrer Position im Wettbewerb. Die Globalisierung oder auch die jüngste Erweiterung der Europäischen Union erleichtern hierbei Kooperationen über die nationalen Grenzen hinweg.
Ein näherer Blick auf den Bereich der Beschaffung offenbart Unterschiede in der Verbreitung von Kooperationen zwischen verschiedenen Branchen:

In Handel und Handwerk sind Beschaffungskooperationen weit verbreitet: Der Lebensmittelhandel beschaffte nach einer Studie aus dem Jahr 1998 bereits 40% der in Deutschland abgesetzten Lebensmittel durch Einkaufskooperationen.(2) Bekannte Beispiele sind Edeka und Rewe. Das Handwerk ist durch das Genossenschaftswesen geprägt, welches zurückgeht in die Mitte des 19. Jahrhunderts auf Hermann Schulze-Delitsch und Wilhelm Raiffeisen.(3) Damals als Einkaufsgenossenschaften
gegründet, haben sich diese Kooperationen mittlerweile zu Marketing-Unternehmen weiterentwickelt. Sie bieten ihren Mitgliedern verschiedene Dienstleistungen an und richten sich zunehmend auch auf die Absatzmärkte aus.(4)
Im öffentlichen Sektor wie dem Gesundheits- oder Schulwesen sind Beschaffungskooperationen vor allem in den USA seit langem erfolgreich tätig. In Deutschland sind sie dagegen noch wenig verbreitet.(5)
[...]
______
(1) Vgl. Arnold, Eßig (1997): S. 1; Geisen (2003): S. 13; Voegele, Schindele (1998a): S. 5.
(2) Vgl. Krups Consultants (1998): S. 1.
(3) Vgl. Servet (1998): S. 91–94.
(4) Vgl. Olesch (1998): S. 71f; Servet (1998): S. 96–98.
(5) Vgl. Arnold (1998c): S. 199; Eßig (1999): S. 117f.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen von Beschaffungskooperationen

2.1 Eingliederung des Beschaffungswesens in das Unternehmen

2.2 Allgemeine Charakterisierung von Beschaffungskooperationen

2.3 Formale Gestaltung von Beschaffungskooperationen

2.4 Kartellrechtliche Aspekte

2.5 Das Pilotprojekt „Einkaufskooperation mittelständischer Unternehmen in Baden-Württemberg“ als Beispiel

3. Motive für Beschaffungskooperationen

3.1 Erklärung und Motive für Kooperationen generell

3.2 Erläuterung der Motive für Beschaffungskooperationen

3.2.1 Synergiepotenziale in der Beschaffung nutzen

3.2.2 Know-how in der Beschaffung bündeln

3.2.3 Risiko in der Beschaffung senken

4. Beurteilung von Kooperationserfolg und Kooperationsform

4.1 Voraussetzungen für den Erfolg von Beschaffungskooperationen

4.1.1 Partnerwahl

4.1.2 Erfolgskontrolle

4.2 Bewertung der Kooperationsformen auf Basis der Motive

4.2.1 Bewertung der Nutzung des Synergiepotenzials

4.2.2 Bewertung der Know-how-Bündelung

4.2.3 Bewertung der Risikosenkung

4.3 Zusammenfassende Bewertung der Kooperationsformen in der Beschaffung

5. Schlussbetrachtung

Anhang A

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit analysiert die Potenziale, Erfolgsvoraussetzungen und die optimale Gestaltung von Beschaffungskooperationen in der Industrie, um durch Volumensbündelung, Know-how-Austausch und Risikosenkung Wettbewerbsvorteile gegenüber Lieferanten zu erzielen.

  • Methodische Einordnung von Kooperationsformen
  • Analyse zentraler Motive (Synergie, Know-how, Risiko)
  • Partnerwahl und Fit-Konzepte als Erfolgsfaktoren
  • Bewertung der Kooperationsformen auf Basis einer Erfolgskontrolle

Auszug aus dem Buch

2.5 Das Pilotprojekt „Einkaufskooperation mittelständischer Unternehmen in Baden-Württemberg“ als Beispiel

Mitte der 90er Jahre wurde in Baden-Württemberg von 13 kleinen und mittleren Unternehmen aus den Bereichen Automobilzulieferindustrie, Maschinenbau und Metallverarbeitung eine Einkaufskooperation als zeitlich befristetes Projekt durchgeführt. Für diese Einkaufskooperation wurde eine Projektorganisation mit Projektleitung, Kernprojektteam und Lenkungsausschuss gewählt. Die Projektleitung wurde von der Universität Stuttgart und von einer Unternehmensberatung gestellt. Sie garantierte durch die neutrale Moderation insbesondere zu Beginn des Projektes die Anonymität der eingebrachten Daten. Das Kernprojektteam bestand aus Einkaufsleitern und Mitarbeitern der Projektleitung. Über allem stand der Lenkungsausschuss, bestehend aus Vertretern des Topmanagements aller Partnerunternehmen und des Wirtschaftsministeriums von Baden-Württemberg.

Das Projekt begann mit einer ABC-Analyse zur Priorisierung der unterschiedlichen Warengruppen. Zu diesem Zweck wurden Informationen über die benötigten Mengen, Qualitäten, Beschaffungskonditionen und Vorzugslieferanten gesammelt. Die betrachteten Warengruppen sollten eine hohe Bedeutung für möglichst viele Kooperationspartner sowie eine möglichst hohe Homogenität aufweisen, um Skaleneffekte durch Volumensbündelung zu erschließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Beschaffungskooperationen und Begründung der Relevanz für Industrieunternehmen im Vergleich zum Handel.

2. Formen von Beschaffungskooperationen: Systematische Darstellung der Kooperationsformen unter Berücksichtigung von Porter’s Wertkette, kartellrechtlichen Rahmenbedingungen und Praxisbeispielen.

3. Motive für Beschaffungskooperationen: Analyse der drei Basismotive Synergienutzung, Know-how-Bündelung und Risikosenkung zur Gewinnmaximierung.

4. Beurteilung von Kooperationserfolg und Kooperationsform: Untersuchung der Erfolgsfaktoren wie Partnerwahl und Erfolgskontrolle sowie Bewertung der verschiedenen Kooperationsmodelle.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Herausforderungen industrieller Beschaffungskooperationen.

Schlüsselwörter

Beschaffungskooperation, Einkauf, Industrie, Synergiepotenzial, Know-how-Bündelung, Risikosenkung, Volumensbündelung, Kooperationsmanagement, Partnerwahl, Erfolgskontrolle, Kartellrecht, Wettbewerbsvorteile, Wertkette, Materialwirtschaft, Unternehmenskooperation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Industrieunternehmen durch die Zusammenarbeit im Beschaffungsbereich Kosten senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Kooperationen steigern können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Systematik von Beschaffungskooperationen, die betriebswirtschaftlichen Motive, kartellrechtliche Aspekte sowie die praktische Umsetzung und Erfolgsbewertung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Gestaltungsempfehlungen für Beschaffungskooperationen in der Industrie zu erarbeiten, die in Abhängigkeit von spezifischen Unternehmensmotiven den bestmöglichen Erfolg garantieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine theoretische Herleitung über den Transaktionskostenansatz sowie eine methodische Bewertung durch das Fit-Konzept und die Analyse realer Pilotprojekte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kooperationsformen, die Analyse der Motive (Synergie, Know-how, Risiko) und die anschließende Beurteilung der Kooperationsformen anhand von Erfolgskriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Beschaffungskooperation, Volumensbündelung, Synergiepotenzial, Kartellrecht und Kooperationsmanagement.

Warum sind Industrieunternehmen bei Beschaffungskooperationen zögerlicher als der Handel?

Die industrielle Beschaffung ist aufgrund der hohen Komplexität der Beschaffungsgüter und der Gefahr des Abflusses von produktionsrelevantem Know-how wesentlich anspruchsvoller als im Handel.

Welche Rolle spielt das Fit-Konzept?

Das Fit-Konzept dient als Entscheidungsgrundlage zur systematischen Bewertung potenzieller Partner in den Dimensionen Strategie, Kultur, Beschaffung und fundamentales Geschäftsumfeld.

Wie lässt sich der Erfolg einer Kooperation messen?

Der Erfolg wird durch eine Kombination aus quantitativen monetären Ergebnissen und qualitativen nicht-monetären Faktoren (wie Prozessverbesserungen oder Wissenszuwachs) bewertet.

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Details

Title
Bewertung von Beschaffungskooperationen in der Industrie
College
University of Hagen
Grade
1.3
Author
Gudrun Innertsberger (Author)
Publication Year
2004
Pages
47
Catalog Number
V109739
ISBN (eBook)
9783640079179
ISBN (Book)
9783640861576
Language
German
Tags
Bewertung Beschaffungskooperationen Industrie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gudrun Innertsberger (Author), 2004, Bewertung von Beschaffungskooperationen in der Industrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109739
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