Das Verhalten der Kirche im Nationalsozialismus


Facharbeit (Schule), 1998
22 Seiten, Note: 1,0

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INHALT

1. Einleitung
1.1. Bedeutung des Themas
1.2. Historische Einordnung der Diktatur (ab 1933)

2. Die Reaktion der Kirchen zum Aufkommen des Nationalsozialismus
2.1 Die katholische Kirche zum Nationalsozialismus
2.2 Das Konkordat der katholischen Kirche
2.2.1 Inhalt und Auswirkungen des Konkordates bis 1945
2.2.2 Wesentliche Punkte und Bedeutung der Vereinbarung Hitlers mit Pius XI
2.2.3 Es kommt zu ersten Spannungen
2.3 Das Verhalten der evangelischen Kirche (Reichskirche) zum Nazismus
2.4 Schlussbetrachtung

3. Nutzung des Glaubens zur Unterstützung des Systems Aufrüstung der Wehrmacht mit Hilfe des Glaubens

4. Die Kirche und der Nationalsozialismus zum Judentum
4.1 Die Kirche zum Judentum
4.2 Der Nationalsozialismus gegen das Judentum

5. Beispiele zur Geschichtsschreibung
5.1 Das offizielle Verhältnis der Kirche zum Nationalsozialismus nach 1945
5.2 Das inoffizielle Verhalten der Kirchen nach 1945

6. Ehrenteil
6.1. Anfänge des Wiederstandes
6.2 Die Gegenbewegung (bekennende Kirche) gegen den Nationalsozialismus
6.3 Widerstand einzelner Geistlicher gegen den Nationalsozialismus

7. Transfer

Darin enthalten:

Was gibt mir dieses Thema heute noch?

In wie fern ist dieses Thema heute noch aktuell?

Wie verhält sich die Kirche heutzutage gegenüber gesellschaftlichen Problemen?

Meine eigene aktuelle Bewertung

Anhang:

Historische Repressalien gegen Juden

Wesentliche Punkte der Vereinbarung Hitlers mit PiusXI

1. Einleitung

1.1. Bedeutung des Themas

Es gilt die allgemeine Ansicht, dass es ausschließlich die Nationalsozialisten waren, die den Kommunismus, Bolschewismus und das Judentum bekämpfen wollten und haben. Das jedoch entspricht nicht ganz der Wahrheit. Ohne Verträge, Übereinkünfte, gleiche Ziele und der Ignoranz mancher Institutionen und einzelner Personen hätte der NS-Staat nie aufgebaut und somit existieren können. Es steht außer Frage, dass das Zusammenwirken von Industrie, Politik, der Wille Krieg zu führen und der Gleichgültigkeit in Bezug auf die Auswirkungen dieser Kriegspolitik, dazu beigetragen haben, dass es zu Plünderungen, Ermordungen bis hin zu Massenvernichtungen gekommen ist. Ich werde mich in dieser Belegarbeit aber einer bestimmten Institution widmen, die zu der Zeit des Nazi-Regimes eine große Rolle spielte. Da in Lehrbüchern mangelhaft bis gar nicht über die Rolle der Kirche im Nationalsozialismus geschrieben wird, werde ich versuchen, gefundene Fakten so objektiv wie möglich zusammenzutragen und danach auszuwerten. Außerdem verweise ich darauf, dass es auftreten kann, dass Fakten die in Lehrbüchern und Sachwerken verharmlost, sogar verschwiegen werden, in meiner Belegarbeit im Zusammenhang mit anderen Sachverhalten eine ganz andere Bedeutung bekommen, welche für die allgemeine Richtigstellung der Tatsachen jedoch unabkömmlich sind.

1.2. Die historische Einordnung der Diktatur (ab 1933)

Zur Zeit der Weimarer Republik trafen Kapitalmangel und Rückgang des Welthandels die deutsche Wirtschaft hart. Deutschland erlebte die größte Arbeitslosigkeit seiner Geschichte. Den Leuten fehlte es an Geld, Essen und Kleidung. Obwohl sie arbeitswillig waren, fanden sich kaum Stellen. Es kam vor, dass sich mehr als 100 Menschen auf eine Stelle beworben. Die Leute, die keine Arbeit fanden, mussten zur Erwerbslosenfürsorge. Das Geld, was sie von der Erwerbslosenfürsorge erhielten, reichte nicht zum Leben. Ihrer Meinung nach, musste die Regierung diese Mißstände beseitigen. Die Unfähigkeit der Regierung, dies zu tun, ließ die Bevölkerung immer unzufriedener werden. Da kam eine provisorische Regierung gerade recht, die in einer Proklamation (1) erklärte: „Die Regierung der Novemberverbrecher in Berlin ist heute für abgesetzt erklärt worden. Eine provisorische deutsche Nationalregierung ist gebildet worden; diese besteht aus Gen. Ludendorff, Ad. Hitler, Gen. von Lossow, Obst. v. Seisser“. Die neue Regierung versprach eine Wiederherstellung der nationalen Ehre, Überwindung der Not und der Arbeitslosigkeit und die Beseitigung der Klassengesetze.

Hitler wurde von einflussreichen Leuten gefördert, die hauptsächlich darauf bedacht waren, ihren eigenen Interessen eine möglichst reelle Verwirklichung zu geben. Mit ideologischen Taktiken und Versprechen, Arbeit für jeden Bürger zu schaffen, gewann Hitler - also auch der Nationalsozialismus – Anhänger und somit wuchs sein Einfluss in der Politik. Hitler galt als entschlossener Verfechter deutscher Interessen. Er warb anfänglich mit Plakaten und Reden für seine Politik. Später, als einflussreiche Industrielle und Großbanken hinter ihm standen, konnten beide Seiten ihre Ziele strategisch verfolgen. Bis 1933 wurde die NSDAP gegründet und nach und nach die anderen Parteien ausgeschaltet. Mit der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes vom 23.03.1933 wurde die Diktatur inoffiziell legalisiert.

Der Reichstag wurde am 17. Mai ein letztes mal zusammengerufen, um eine Hitlererklärung zur deutschen Außenpolitik anzuhören und anschließend – eine Neuheit im deutschen Parlamentsleben – durch erheben von den Plätzen seine Zustimmung zu deklarieren. Mit Verwunderung vernahm man im In- und Ausland, daß die an der Sitzung teilnehmenden 65 SPD Abgeordneten sich erhoben. Das ließ die Krise der SPD zu der seit dem Ermächtigungsgesetzes legalisierten Diktatur zum Ausbruch kommen. Die SPD ging von der Erfahrung des Bismarckschen Sozialistengesetzes aus. Sie richtete sich auf ein Verbot der NSDAP-Organisation ein, rechnete aber mit einer weiterbestehenden Möglichkeit parlamentarischen Wirkens. Göring versuchte kontinuierlich durch Gewaltdrohungen das Parteiverbot zu verzögern. Schon seit Februar wurde die KPD forciert unterdrückt, am 22. Juni 1933 wurde dann die SPD förmlich verboten. Am 2. Mai waren bereits die Führer der Gewerkschaften inhaftiert und die Gewerkschaftshäuser beschlagnahmt worden. Am 10. Mai wurden dann alle Gewerkschaften in die neue nationalsozialistische Einheitsorganisation „Deutsche Arbeitsfront (DAF) überführt – sie waren damit „gleichgeschaltet“ Das Wort Gleichschaltung beinhaltete die Einebnung von Bundesländern, Institutionen, Organisationen und spitzte sich seid April zu.

Durch weitere Gesetze, die erlassen wurden und angeblich dem Schutze des deutschen Volkes diente, wie das Gesetz über die Maßnahmen der Staatsnotwehr, wurde allmählich aber konsequent die Demokratie ausgeschaltet. Die Nationalsozialisten ließen linke Oppositionelle umgebracht. In einer Nacht wurden über 1000 Personen von rechtsradikalen Organisationen ermordet. Das herausragendste Vergehen der Nationalsozialisten war die Deportation und versuchte Ausschaltung des Judentums. Man verfolgte sie, ließ sie in Konzentrationslager transportieren, wo sie geschunden und ermordet wurden.

2. Die Reaktion der Kirchen zum Aufkommen des Nationalsozialismus

2.1 Die katholische Kirche zum Nationalsozialismus

Am Anfang stand die katholische Kirche dem Nationalsozialismus völlig ablehnend gegenüber. Man beerdigte Nazis nicht kirchlich und ließ sie nicht zu den Sakramenten zu. Jedoch sprach sie sich nicht warnend und mahnend gegen den Faschismus aus. Aus den Richtlinien der Fuldaer (katholischen) Bischofskonferenz vom 3.-5.8.1931: ,,Die Bekämpfung der Radikalismus und zwar ebenso wohl des extremen Nationalsozialismus wie auch des Sozialismus und Kommunismus soll ganz vom Standpunkte des Glaubens, nicht aber vom Gesichtspunkte der Parteipolitik erfolgen. Es darf nicht unterlassen werden, auf die unheilvollen Folgen eines Sieges der radikalen Bestrebungen...hinzuweisen. Wenn diese siegen würden, dann wäre jede menschenwürdige Freiheit dahin, wie wir an Russland sehen"(2). Durch ein Dokument vom 28.03.1933 änderte sich die ablehnende Haltung der kath. Kirche gegenüber dem Nationalsozialismus. Ihre Gläubigen wurden zur „Treue“ gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit und zur gewissenhaften Erfüllung der Staatsbürgerlichen Pflichten „ermahnt“. Nach dieser Erklärung stimmten ratlose Katholiken bedingungslos dem Nationalsozialismus zu und leisteten Gefolgschaftstreue.

Der Bischof von Münster ermunterte die Katholiken zur Stimmabgabe für Hitler und sagt: „Da nicht wenige Katholiken die Besorgnis tragen und vor uns ausgesprochen haben, daß ihr Ja bei der Volksabstimmung am 29.03.1936 eine Zustimmung bedeutet oder als solche ausgelegt werden könnte. Zu kirchen- und christusfeindlichen Maßnahmen und Äußerungen, die uns in den letzten Jahren mit Schmerz und Trauer erfüllten, erklären wir uns im Namen der deutschen Katholiken, ... , wenn wir bei der bevorstehenden Abstimmung mit einem entschiedenen Ja antworten, so geben wir dem Vaterland unsere Stimme...“ (3).

Josef Lortz, Prof. für Kirchengeschichte, stellt den Katholizismus und den Nationalsozialismus auf eine Stufe. Er erkennt eine gemeinsame Front gegen Bolschewismus, Liberalismus und Relativismus (4). Er fordert Gläubige auf, die Nationalsozialisten von ganzem Herzen zu unterstützen.

Als Hitler an die Macht kommt, stellt die Kirche ein repräsentatives Gebäude für die Parteiarbeit der Faschisten zur Verfügung.

Dr. phil. promovierte Josef Goebbels wird 1920 Reichspropagandaleiter. Er war früher ein Jesuitenschüler. Heinrich Himmler (Reichsführer) nutzt die Aufbauorganisation der Jesuiten als Vorbild für seine Schutzstaffel (SS). Seine Untermänner unterziehen sich jährlich Exerzitien auf einer von Jesuiten zur Verfügung gestellten Burg bei Paderborn. Von Papen sagt, man müsse Deutschland an den unveränderten Grundsätzen der christlichen Weltanordnung orientieren (5). „Der Kommunismus muß als revolutionäre Bewegung und Gefahr angesehen werden.“, so Papen in einer Rundfunkrede (6).

Von Papen sagt bei einer Unterredung zwischen Hitler, dem Kölner Bankier Schröder und ihm, nach der Auffassung einiger Historiker Unterstützung aus dem Vatikan zu, dafür verlangt er die Vernichtung der kommunistischen Partei und den Abschluß eines Konkordates. Daraufhin zeigt Hitler Interesse und stellt zwei Bedingungen: einmal die Unterstützung seitens der Zentrumspartei und die Zustimmung für sein

Ermächtigungsgesetz auf dem Reichstag. Danach fordert er die Auflösung der Zentrumspartei zusammen mit der bayrischen Volkspartei und anderen politischen Organisationen.

Der Jesuit Pietro Tacchi - Venturi meint gegenüber dem Papst, daß es logisch sei, ein brüderliches Bündnis mit dem Papst herzustellen (7). Der Papst sichert dem Glaubensbruder Hitler Solidarität zu, und übermittelt zum Geburtstag herzliche Glückwünsche. Er läßt Ribbentrop Geschenke überreichen und empfängt NS-Führer zu Audienzen (siehe Anhang S.19).

Hitler doziert auf der ersten Sitzung des Reichstages in der Garnisonskirche „Vorwärts mit Gott, der mit uns sein wird, wie er mit unseren Vätern war.“ (8). Er versichert der katholischen Kirche eine privilegierte Stellung, falls der Vatikan Hitler die Stimmen des Zentrums sichert. Am 24.03.1933 stimmt das Zentrum für Kaas und Hitler. Der Papst weist die Fuldaer Bischofskonferenz an „alle Geistlichen zu instruieren, daß sie Hitler unterstützen“.

Im Annual Register (9) wird gesagt: „Der massenhafte Übergang der katholischen Mittelschichten auf die Seite der Nazipartei hat die Macht der katholischen Mittelstandsparteien gebrochen...viele Katholiken haben gezögert, ob sie wählen sollen. Sie hassen Juden und Sozialdemokraten, wagen aber nicht, den Nationalsozialisten die Stimme zu geben. Doch aus Rom kommt die Order ,allem Streit ein Ende zu bereiten' (10).

Nachdem sich die Zentrumspartei aufgelöst hat, lässt der Vatikan in einem Schreiben den aufgeschreckten Katholiken verkünden: „Der Entschluß der Regierung des Reichskanzlers Hitler, die katholische Partei auszuschalten, trifft sich mit dem Wunsch des Vatikans“ Durch die Gunst des Vatikans konnte sich Hitler vieler anderer Sympathien einflussreicher Leute sicher sein. So auch der von Faulhaber. Er verherrlicht Hitler. Er konstatiert ihn „weltmännischen Weitblick...sein Handschlag mit dem Papsttum, der größten sittlichen Macht der Welt, wäre eine Großtat von unermeßlichem Segen" (11).

2.2. Das Konkordat der katholischen Kirche

Im Sommer 1933 schloss Hitler mit der Kirche das Reichskonkordat ab. Durch ihn wurde der Kirche die Freiheit des Bekenntnisses, die selbstständige Ordnung kirchlicher Angelegenheiten und der Schutz katholischer Organisationen, die sich auf religiöse und karikative Zwecke beschränkte, gesichert. Jedoch durften sich die katholischen Geistlichen sich nicht mehr politisch betätigen. Der Staat bot ihnen dafür aber die absolute Freiheit bei seelsorgerischen Tätigkeiten und die Duldung der Bekenntnisschulen und Vereinsleben. Der Vatikan setzte zwar keine großen Hoffnungen auf die Einhaltung der Regelungen Seitens Hitlers, er erhoffte sich jedoch eine Erschwerung der religionsfeindlichen Maßnahmen. Dazu ein Zitat:

2.2.1 Inhalt und Auswirkungen des Konkordates bis 1945

„Seine Heiligkeit der Papst Pius XI und der deutsche Reichspräsident, von dem gemeinsamen Wunsch geleitet, die zwischen dem heiligen Stuhl und dem deutschen Reich bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu festigen und zu fördern, gewillt, das Verhältnis zwischen der kath. Kirche und dem Staat für den Gesamtbereich des deutschen Reiches in einer für beide Teile befriedigenden Weise dauernd zu regeln, haben beschlossen, eine feierliche Übereinkunft zu treffen, welche die mit einzelnen deutschen Ländern geschlossenen Konkordate ergänzen und für die übrigen Länder eine in den Grundsätzen einheitliche Behandlung der einschlägigen Fragen sichern soll". So ist es im Reichsgesetzblatt (12) geschrieben. Dies bedeutete einen sehr großen Erfolg für die NS-Regierung.

Pius XI brachte gegenüber Franz von Papen zum Ausdruck, daß er sich freue, dass ein Mann wie Hitler an der Spitze steht. Der Abschluß des Konkordates sei außenpolitisch ein großer Erfolg. So in einem geheimen Schreiben Pius XI an Hitler.

Vor der Unterzeichnung des Konkordates wurde von Geheimklauseln gesprochen, aus denen die Absichten Pius hervorgehen die wie folgt wären; ein gemeinsames Vorgehen gegen Russland, Pflichten der zur deutschen Wehrmacht eingezogenen Priester und die Behandlung der getauften Juden in Deutschland.

Im Sommer 1933 schreibt der völkische Beobachter, daß der Nationalsozialismus durch die Unterzeichnung des Konkordates feierlich von der kath. Kirche anerkannt wird, es bedeute eine moralische Stärkung der Regierung. Kardinal Bartram richtet im Namen aller Erzbischöfe in einem Schreiben an Hitler die Anerkennung und den Dank aus Anlaß des Abschlusses des Reichskonkordates aus.

Durch den Abschluss des Konkordates wurde nun den Nationalsozialisten die Gunst der katholischen Kirche gesichert. Die Faschisten konnten Polen, das Heimatland des Papstes überfallen und der Vatikan schwieg. Der Kampf gegen den Bolschewismus konnte beginnen.

2.2.2. Wesentliche Punkte und Bedeutung der Vereinbarung Hitlers mit PiusXI

Pius und Hitler fanden eine Vereinbarung, die Vorteile für beide sichern sollten. So ist im Punkt drei der wesentlichen Punkte (siehe Anhang S.18) festgelegt, dass die Bischöfe dem Reichspräsidenten einen Treueid abzulegen hatten, in welchem die Bischöfe schworen, dem Lande Treue zu halten und jeden Schaden von der "verfassungsmäßig" gebildeten Regierung fern zu halten. Damit war den Nationalsozialisten gesichert, dass die Geistlichen sich nicht von dem Regime abwenden durften. Taten sie es doch, brachen sie ihren Eid und durften rechtmäßig bestraft werden, was in den meisten Fällen die Todesstrafe war. Das sollte viele Kirchliche abschrecken, sich gegen den Staat auszusprechen, was auch Wirkung zeigte.

Punkt fünf der Vereinbarung sichert den katholischen Lehrern, dass der Religionsunterricht als vollwertiges und ordentliches Lehrfach an fast allen Schularten angesehen wird. Jetzt konnten die Katholiken ihren Glauben an den Schulen verbreiten und so versuchen, mehr Anhänger zu finden.

Der zehnte Punkt ist jedoch der aussagekräftigste. In ihm wird die Kirche als gleichberechtigter Partner des Staates genannt. Man erbittet dafür Gottes Segen für das Nazireich. Das ist einer der Beweise, dass die Kirche einen sehr großen Machtfaktor im NS-Regime darstellte und somit auch Macht hatte. In den weiteren Punkten werden Dinge wie die Erhaltung katholischer Bekenntnisschulen und die zugestandene Seelsorge für katholische Offiziere gesichert. Diese Sachen schienen der Kirche höchste Priorität zu haben, während manche ihrer Gläubigen in ihrer Freiheit eingeengt und ermordet wurden.

2.2.3 Es kommt zu ersten Spannungen

Hitler strebte es an die klerikale Pressefreiheit zu unterbinden. Auf der Fuldaer Bischofskonferenz 1936 wurde erklärt: „Wir können es nicht begreifen, daß die kath. Presse, sogar die kirchlichen Zeitschriften und Kirchenblätter, durch Verordnung eingeschnürt werden, die den Eindruck erwecken, daß sie den Untergang der kath. Presse bezwecken...“

Es kommt zu vereinzelten „Aufständen“ gegen die Regierung. So rügt der Kölner Erzbischof 1935 die Regierung, daß Katholiken wie Staatsfeinde behandelt werden und die katholischen Freiheiten beschnitten werden. Ein Hirtenbrief der Fuldaer Bischofskonferenz vom August 1935 kritisiert die Regierung aufgrund der Duldung, daß die heiligen Schriften des alten Bundes und die Evangelien und Paulsbriefe nicht mehr gelten sollen und daß man an der Stelle der katholischen Lehre eine Romfreie Nationalkirche einrichten will. Kardinal Faulhaber zieht Silvester 1935 in einer Predigt über den Bolschewismus „Die Nazis sollen sich auf die Feinde Deutschlands konzentrieren und nicht darauf, so viele wie möglich zum Kirchenaustritt zu zwingen.“

Der Bischof von Berlin, Graf Preysing protestiert in einem Fastenbrief dagegen, daß man der Kirche politische Tätigkeiten vorwirft. Bischöfe tragen vor: „...müssen wir uns denn im eigenen Vaterland alles gefallen lassen?“

Im März 1936 fragt von Galen in einer Predigt in Buer den Reichsführer, „Wie Katholiken mitarbeiten sollen, wenn ihre Religion nicht respektiert wird...wie können christliche Eltern mit ruhigem Gewissen

ihre Kinder in das Landjahr, in ein Arbeitslager in Heimabend und Schulungskurse gehen lassen, wenn sie wissen, daß ihnen dort die in der Jugend notwendige Führung und Anleitung fehlt“? (13)

Als Reaktion darauf starten die Nationalsozialisten Hetzkampagnen. Knapp drei Monate nach der Unterzeichnung des Konkordates werden in Bayern Priester verhaftet, Hirtenbriefe konfisziert und kuriale Schreiben geöffnet. 1934 gelangt ein geheimes Schreiben an den britischen Konsularkonsul in München. Sein Inhalt sagt aus...“Die orientalisch-jüdische Lehre, Christentum genannt, sei für den Verfall der

nordischen Rasse und für den Aufstieg des Bolschewismus verantwortlich, der Papst wäre ein Halbjude und Freimaurer...die Hälfte der katholischen Theologen sein Juden.“ (14).

Darauf lässt Pius XI verlauten, daß die deutsche Regierung den Papst beleidigt habe, man müsse immer mit dem autoritären Charakter seiner Heiligkeit rechnen (15).

Die Hitlerjugend verbreitet Papstwitze, kirchliches Eigentum wird beschlagnahmt, die Möglichkeiten der Kollekten werden eingeschränkt. Im Frühsommer 1936 werden 236 Mönche eines Franziskanerklosters in Westfalen unter der Anklage homosexueller Vergehen verhaftet. Darauf verfügt der aufgeschreckte Papst die Auflösung einer Ordensprovinz wegen Ausschweifungen. Gerichtsverfahren werden fortgesetzt und in die Öffentlichkeit getragen. Bis Oktober 1938 verhaftet man mehr aus 8000 Mönche und Laienbrüder (16).

Die Zeitschrift Angriff bezeichnet Klosterschulen als Brutstätten der Homosexualität. Göring nennt katholische Priester schwarze Maulwürfe. Nonnen werden wegen angeblicher Unsittlichkeit vor Gericht gestellt und zu Zwangsarbeit verurteilt. Als der Vorsitzende der katholischen Aktion Berlins, Erich Klausener ermordet wurde, schwiegen alle Bischöfe abgesehen von Bischof Bares (30. Juni 1934).

2.3 Das Verhalten der evangelischen Kirche (Reichskirche) zum Nazismus

Zu der Zeit der Hitler Regierung gab es 28 Landeskirchen, die Hitler in eine einheitliche Reichskirche umformen wollte. Er wollte den Leiter selbst ernennen und die Kirche kontrollieren. Durch die „Glaubensbewegung Deutsche Christen“*, die durch die Kirchenwahlen im Juli 1933 die Mehrheit der Stimmen der Landeskirchen erhielten, hatte Hitler um 1933 die evangelische Kirche passiv unter Kontrolle. Sie bestand aus rechtsorientierten Christen, die eine "rassische" Säuberung der Kirche und eine Einführung des Führerprinzips forderten. Mit ihrer Hilfe gelang es Hitler seinen nationalsozialistischen Bevollmächtigten Ludwig Müller Ende September 1933 zum Reichsbischof der evangelischen Kirche zu wählen, ihn an die Spitze zu stellen und ihn kontrollieren (siehe Anhang S.20) zu. Jedoch waren nicht alle mit Politik und den Vorhaben der Nationalsozialisten einverstanden. So wandten sich Evangelische Christen November 1933 massenweise von den deutschen Christen ab, weil die Abschaffung des alten Testaments und die Verkündung eines heldisch, germanischen Jesus gefordert wurde.

Viele erkannten wie weit der Glaube der deutschen Christen mit der NS-Ideologie gleichgeschaltet war.

Die evangelische Kirche ließ die Kriegführung der Nationalsozialisten weitgehend zu. Jedoch ist es unausweichlich, daß es im Verlauf der Jahre immer weniger Möglichkeiten gab, sich gegen die Faschisten auszusprechen. Nur wenige Leute erkannten, daß die NS-Ideologie und das Christentum unvereinbar sind. Man kann der Evangelischen Kirche nicht nachsagen, sie hätte viel dazu beigetragen, die Faschisten dazu zu bewegen, mit den Massenvernichtungen aufzuhören, oder den Krieg für verloren

zu erklären. In den Jahren in denen es klar war, daß die Deutschen den Krieg nicht mehr gewinnen konnten, motivierte die Evangelische Kirche die Soldaten zum Opfergang und verbreitete Durchhalteparolen. Sie wollte damit zeigen, daß sie vorbehaltlos zu Volk und Vaterland stand.

Der geistliche Vertrauensrat versicherte dem Führer zu Beginn des Entscheidungskampfes im Osten „Treue und Einsatzbereitschaft“ und erklärte sich bereit den Kampf „gegen den Todfeind aller Ordnung und aller abendländisch- christlichen Kulturen“ aufzunehmen und mit „gewaltigen Schlägen“ endlich den „Pestherd“ zu unterstützen.

2.4. Schlussbetrachtung

Im Verlauf der Kirchengeschichte ist zu erkennen, dass die Kirche sich immer wieder gegen andere Religionen und Staatsformen aussprach und sie bekämpfte. Man kann dabei nicht sagen, sie hätte dies mit Zurückhaltung oder Vorsicht getan. So geschah es auch während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Kirche erkannte die gemeinsame Front gegen den Bolschewismus, Kommunismus und andere Glaubensformen wie das Judentum. Sie hatte die Gelegenheit "mitzukämpfen", dabei aber selbst nicht ins allzu schlechte Licht zu rücken. Auch wenn die Kirche wusste, dass sie nicht mit der nationalsozialistischen Staatsform zu vereinigen war, ließ sie die Nazis währen, weil sie auch wusste, dass

sie daraus Vorteile schlagen konnte. Was sie damit anrichtete, begriff sie selbst nach der Befreiung durch die Alliierten nur langsam. Die Kirche als Machtfaktor wäre in der Lage gewesen, das Regime daran zu hindern, ein selbstständigen Staat aufzubauen, hätte sie sich gleich warnend dagegen ausgesprochen und nicht ignorant und nur auf eigene Vorteile bedacht gehandelt. So kam es dann doch zum nationalsozialistischen Dritten Reich und die Kirche schaute zu.

3. Nutzung des Glaubens zur Unterstützung des Systems

Die Aufrüstung der Wehrmacht mit der Unterstützung des Glaubens

Die gesamte Politik der Nationalsozialisten war auf Krieg ausgerichtet. Um diesen beginnen und gewinnen zu können mußte man Soldaten ermuntern für ihre Freiheit und ihr Vaterland zu kämpfen. Da der Gottesglauben zu der Zeit bei den Menschen eine große Rolle spielte, lag es nah die Sympathie der Soldaten, Wehrpflichtigen und Militärleute zu erlangen. Man versuchte mit allen Mitteln, wie kirchliche Gebete, Dankesgottesdienste und öffentliche Lobeshymnen, den Anhang der Soldaten zu gewinnen und

verteufelte mit Hilfe des Glaubens öffentlich den Bolschewismus und den Kommunismus.. Man erhoffte sich dadurch die unabkömmliche Einsatzbereitschaft des Militärs. Militärgeistliche begleiteten Truppen und segneten deren Waffen. Sie flehten den Sieg der deutschen Truppen und unausschöpfliche Kraft der Soldaten herbei. Eine Beispielpredigt der Deutschen Christen in Thüringen vom 11.12.1933: „Jesu Leben und Sterben lehrt uns, daß der Weg des Kampfes zugleich der Weg der Liebe und der Weg zum Leben ist. Wir sind durch Gottes Schöpfung hineingestellt in die Blut- und Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes und sind als Träger dieses Schicksals verantwortlich für seine Zukunft. Deutschland ist unsere Aufgabe, Christus ist unsere Kraft!...Wie jedem Volke, so hat auch unserem Volk der ewige Gott ein Arteigenes Gesetz angeschaffen. Es gewann Gestalt in dem Führer Adolf Hitler und in den von ihm geformten nationalsozialistischen Staat. Dieses Gesetz spricht zu uns in der aus Blut und Boden erwachsenen Geschichte unseres Volkes!“(17)

4. Die Kirche und der Nationalsozialismus zum Judentum

4.1. Die Kirche zum Judentum

Das die Kirche schon immer Antipathien gegen das Judentum hegte, ist im Verlauf der Geschichte eindeutig zu beweisen (Siehe Anhang S.17). Schon im zweiten Jahrhundert ordneten kirchliche Versammlungen an, daß Juden sich nicht mit Christen vermischen sollten und daß sie einen gelben Stern zu tragen hatten.

Die Unbeliebtheit der Juden bei den Katholiken spiegelt sich auch zu der Zeit des dritten Reiches in ihren Handlungen und Äußerungen wieder. So beklagt Bischof Gfölner am 21.01.1933 in einem Brief den „schändlichen Einfluss auf allen Gebieten des modernen Kulturlebens“. Er fordert einen Damm gegen den Unrat und die sittliche Schlammflut, die vom Judentum aus die Welt zu überschwemmen droht (18).

Paulus beschuldigt die Juden, sie stehlen, ehebrechen und plündern Tempel. Ihr geistiger und religiöser Besitz sei Dreck. Als am 01.04.1933 Geschäfte von Juden boykottiert werden sollten, schlug Kardinal Bertram vor, sich nicht einzumischen. Nur Erzbischof Grober sprach sich dagegen aus, er wurde aber von allen anderen Bischöfen überstimmt.

Der Theologe Küng gelangte zum Schluß „Der Nationalsozialismus wäre unmöglich gewesen, ohne den Jahrhunderte alten Antisemitismus der christlichen Kirche“ (19).

Die Christen verbreiteten schon seid je her unterm Volk, daß Juden Christus umgebracht hätten. Demzufolge sind sie zu verachten und zu töten.

Im Johannes-Evangelium werden Juden als Inbegriff der Schlechtigkeit dargestellt.

In der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ des Papstes Pius XI wurde kein einziges Mal die Verfolgung und Massenvernichtung der europäischen Juden erwähnt Es ist jedoch mit höchster Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass er über die Situation der Juden in Deutschland bestens informiert war. Daraus ein Zitat vom 14.3.1937: ,,Mit brennender Sorge und steigendem Befremden beobachten wir seit geraumer Zeit den Leidensweg der Kirche, die wachsende Bedrängnis der ihr in Gesinnung und Tat treubleibenden Bekenner und BekennerinnenWer die Rasse, oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform, die Träger der Staatsgewalt oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung... zur höchsten Norm aller, auch der religiösen Werte macht und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt und fälscht die gottesgeschaffene und gottesbefohlene Ordnung der Dinge..."(20). Als in der Reichsprogromnacht die Deportation einsetzte hüllten sich die Bischöfe in Schweigen. Erst als Juden von Deportationen erfaßt wurden, die zum Katholizismus gewechselt waren, interessierten sich die Bischöfe öffentlich dafür.

Mr. Tittmann, ein amerikanischer Geschäftsträger im Vatikan, berichtet im September 1941, „daß er von vatikanischen Würdenträgern erfahren hat, der Papst wolle die Endlösung nicht einfach verurteilen, um die Situation der Katholiken in Deutschland nicht zu verschlimmern...man müsse eine Untersuchungskommision einsetzen, um festzustellen, was an den Behauptungen wahr ist“ (21).

Gunther Levy, ein deutscher Jude (22), behauptet, daß man im Vatikan bereits zum Ende des Jahres 1942 grundlegende Kenntnisse von den Vergasungen und der Vernichtung der Ostpolen besessen hat, was er dokumentarisch untermauert (23).

Während des Naziregimes 1943 entkommen zwei Juden aus den Gaskammern von Ausschwitz. Sie erzählen päpstlichen Vertretern die Situation in den Krematorien (24). Diese Information gelangt an höhere Stellen, bleibt jedoch unbeachtet. Taylor Kardinal Maglione überreicht ein Memorandum eines Juden. Es beinhaltet detaillierte Unterlagen über die Massenvernichtungen in den KZ’s. Dieses gelangt zum Vatikan. Der Vatikan läßt als Antwort darauf am 01.10. wissen: „daß man bezweifele, ob die Darstellungen war sind“ (25).

Es ist unverständlich, dass die Kirche zu den Vorgängen in den Konzentrationslagern schwieg. Sie stellte in der Diktatur immer noch einen Machtfaktor dar, der seine Position hätte nutzen können um die Massenmorde zu verhindern. Die Kirche jedoch war nur daran interessiert, Christen jüdischer Herkunft zu retten.

Als Entschuldigung , dass nach und nach immer weniger Kirchliche sich für die Juden einsetzte, brachte mancher Kirchliche zum Ausdruck, dass sich die Lage der Juden nur verschlimmert hätte, wenn ein öffentlicher Protest erfolgt wäre.

4.2. Der Nationalsozialismus gegen das Judentum

Die Juden im Dritten Reich wurden anfänglich ausgewiesen und enteignet. Mit verharmlosten Terrorakten, Diffamierungen* sowie Deklassierungen begannen die Nationalsozialisten allmählich die Juden aus allen öffentlichen Lebensgebieten zu verdrängen. Man war darauf bedacht so viele Juden wie möglich aus Deutschland zu verjagen. Es wurden Gesetzte erlassen, die es den noch in Deutschland gebliebenen Juden so schwer wie möglich machte menschenwürdig zu leben. Der "Arierparagraph" vom 14.11.1935 besagte, dass Juden nicht als arisch angesehen werden. Das "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" sagte aus, dass es verboten sei, dass sich "nicht arische" (Juden) mit Deutschen mischen. Es folgten 1938 radikale Schläge gegen jüdische Gemeinden. Es wurden Berufsverbote verhängt, Attentate ausgeführt und in der sogenannten "Reichskristallnacht" Synagogen, Häuser und Geschäfte von Juden zerstört. Das reichte jedoch noch nicht und so ging man zum radikalsten Teil über. Zuerst verbot man den noch im Dritten Reich verbliebenen Juden auszureisen. Sie mussten, wie schon in der christlichen Geschichte vorhandenen Judenstern tragen. Dann kam es zur "Endlösung der Judenfrage", die auch der Holocaust genannt wird. Die Nationalsozialisten entschlossen sich zur Massentötung von Juden und nicht lebenswerten Leben. Bei der ,,Säuberung von West nach Ost" wurden rd. 11 Mio. Menschen brutal ermordet. Ws ist bis heute nicht eindeutig geklärt, welche Leute von diesen Untaten gewusst haben, aber es ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Menschen, die es hätten verhindern können, bestens über die Geschehnisse informiert waren. Es ist unbegreiflich, wie diese Menschenrechtsverletzungen passieren konnten und die Staatsmänner haben geschwiegen.

5. Beispiele zur Geschichtsschreibung

5.1. Das offizielle Verhältnis der Kirche zum Nationalsozialismus nach 1945

Als Gegensatz oder Vertuschung zu diesen Taten verteufeln sie das NS-Regime öffentlich aufs allertiefste und stellen sich als Institution der wichtigsten Wiederständler hin. Erzbischof Gröber gestattet erst den Nationalsozialisten das aufstellen von Hakenkreuzfahnen in allen Kirchen, nach 1945 gesteht er reumütig wie falsch das doch gewesen sei und wie sehr er dies bedauere.

Die evangelische wie auch die katholische Kirche war bestens über die Ereignisse in den Vernichtungslagern informiert. Die kirchlichen Einrichtungen waren bis zum Schluss in dem Besitz der Kirche. Bis 1960 herrschte jedoch die allgemeine Ansicht, dass die katholische Kirche die stärkste Wiederstandsgruppe im Nationalsozialismus war. Die Bischöfe, die eine bedeutende Rolle im NS-Regime spielten, behielten ihre Posten und konnten weiterhin als Übermittler der christlichen Moral wirken. Nur selten nahm man Stellung zum Verhältnis der Kirche zum Nationalsozialismus. Die Kirche wollte ihr Stillschweigen zu den Massenvernichtungen rechtfertigen, indem die behauptete, dass man sich nicht gegen den Staat stellen konnte, weil man ihm Gehorsam schuldete. Die Kirche versuchte sogar die Schuld nur ihren Gläubigen zu geben, gute Taten jedoch hohen Amtsträgern einzugestehen, was aber selten der Wahrheit entsprach.

5.2 Das inoffizielle Verhalten der Kirchen nach 1945

Selbst nach dem Zusammenbruch des dritten Reiches gab die Kirche ihre Fehler nicht zu und half schweren Naziverbrechern Asyl im Vatikan zu bekommen. SS-Führer entkamen über Rom ins Ausland.

Adolf Eichmann, einer der führenden SS-Männer floh mit Hilfe des Kurienpaters Bendetti.

Ante Pavelic fand Unterschlupf in den Klöstern von St. Gülgen und Bad Ischl. Er hatte mehr als eine halbe Million Menschen auf dem Gewissen. Pavelic gelang es in einer Sutane verkleidet nach Rom zu kommen und lebte dort bis 1948 als Pater Benetez in einem Kloster. Nach dem Tod wurde er mit einem christlichen Begräbnis in einer katholischen Kleinstadt in Spanien beerdigt.

Der russische Autor Scheymann schreibt, daß der Geistliche Grago Nivis nach dem Krieg in Rom verschwindet. Er war an der Ermordung von 60.000 Menschen beteiligt. In Rom wirkt er dann als Professor an einem Katholischen Seminar.

6. Ehrenteil

6.1. Anfänge des Wiederstandes

Der Kirche wurden ihre Freiheiten genommen. Sie wurden aus der Öffentlichkeit verdrängt, kirchliche Organisationen in Parteiorganisationen umgewandelt und somit ihre Selbstständigkeit eingeschränkt. Durch die Hierarchie wurde jede Klage oder Anklage gegen die Nationalsozialisten vermieden. Sie fühlten sich weder für die Juden noch für die Kommunisten verantwortlich, die verfolgt und ermordet wurden. Sie sorgten sich ausschließlich darum, ob und wie den katholischen Insassen in den Konzentrationslagern Gottesdienste ermöglicht werden konnten. Manche Priester, die Wiederstand leisteten, wurden von ihrer eigenen kirchlichen Obrigkeit im Stich gelassen. Das jedoch hat manchen kirchlichen nicht abgeschreckt und es wurde alles in seiner Macht stehende versucht, auf das Elend in den Konzentrationslagern aufmerksam zu machen und es so wirksam wie möglich zu bekämpfen. Es bildeten sich kleine Wiederstandsgruppen, die auf ihre eigene Art und mit eigenen Methoden versuchten das NS-Regime zu bekämpfen.

6.2. Die Gegenbewegung (bekennende Kirche) gegen den Nationalsozialismus

Auf der Initiative Martin Niemöllers wurde im September 1933 der "Pfarrernotbund" gegründet, aus Anlass der Entlassungen von Pfarrern und Kirchenbeamten jüdischer Abstammung. Bis 1934 schlossen sich dem Notbund ca. 7000 evangelische Pfarrer an. Sie protestierten gegen die Gleichschaltung von Landeskirchen mit der Reichskirche, welche sich als einzige rechtmäßige Evangelische Kirche im Land sah. Sie kämpften sie gegen die Deutschen Christen und wollten sich nicht dem NS-Staat unterordnen. Außerdem kämpften sie gegen die Gewalttaten des Nationalsozialismus, wie Konzentrationslager, Judenverfolgung, Kriegspolitik und die Vernichtung "unwerten Lebens". Jedoch bildeten sich innerhalb der Bekennenden Kirche zwei Gruppierungen: Ein lutherischer Flügel, der nur offenen Wiederstand gegen den Staat leistete und sich bereit erklärte sich der Obrigkeit (= von Gott gesandt) zu unterwerfen. Die andere Gruppe sammelte sich um Martin Niemöller und setzte sich aktiv gegen Rechtsbrüche der Nationalsozialisten zur Wehr. Es entstand eine "Bekenntnissynode von Barmen", mit welcher sich alle Gruppen, die Wiederstand leisteten gegen die Unterdrückung der Kirche durch den Nationalsozialismus aussprachen. Vor allem Mitglieder der Bekennenden Kirche protestierten in der Synode gegen den Totalitätsanspruch des NS-Staates. Der radikale Flügel der Bekennenden Kirche verfasste im Mai 1936 eine Denkschrift an Hitler.

In diesem Schreiben protestierte man gegen die Verletzung der Menschenrechte und übte Kritik am NS-Staat. Viele Pfarrer und Mitglieder der Gegenbewegung wurden inhaftiert. Anschließend folterte man sie bis hin zum töten. Martin Niemöller, der ein Symbol des kirchlichen Wiederstandes war, wurde in "Schutzhaft" genommen und kam im Konzentrationslager Sachsenhausen ums Leben. Die Bekennende Kirche erklärte im März 1935 auf ihrer Synode in Berlin Dahlem: ,,Wir sehen unser Volk von einer tödlichen Gefahr bedroht. Die Gefahr besteht in einer neuen Religion. Der Glaube an das ,ewige Deutschland' setzt sich an sie Stelle des Glaubens an das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Wer Blut, Rasse und Volkstum an Stelle Gottes zum Schöpfer und Herrn der staatlichen Autorität macht, untergräbt den Staat."(26) In der Barmer Theologischen Erklärung wurde im Mai 1934 festgelegt: ,,...Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen."(27)

6.3. Wiederstand einzelner Geistlicher gegen den Nationalsozialismus

Auch Dompropst Bernhard Lichtenberg leistete aktiven Wiederstand, indem er Juden immer wieder unterstützte und sie in seine Gebete einschloss. Er starb 1943 bei einem Transport in das KZ Dachau.

Pastor Braune versuchte als einer der wenigen, die "Vernichtung unwerten Lebens" zu stoppen. Er formulierte eine Denkschrift an den Leiter der Kirchenkanzlei. Der jedoch distanzierte sich von der Schrift und ein halbes Jahr später stimmte der Geistliche Vertrauensrat dem Staat zur Vernichtung lebensunwerten Lebens zu.

Clemens August Graf von Galen in Münster und Konrad Graf von Preysing drängten immer wieder auf eine entschiedenere Politik der Bischofskonferenz.(28)

Durch den öffentlichen Protest des Bischof von Galen und dem Wiederstand der Bevölkerung endete im August 1941 die Euthanasieaktion*. Jedoch wurde von vielen Bischöfen selbst im darauf folgenden Jahr die Publizierung von Hirtenworten, welche sich gegen das Euthanasieprogramm wandten, verweigert.

Der Berliner Bischof von Preysing versuchte die Bevölkerung über den Nationalsozialismus aufzuklären und rief zum Wiederstand auf.

Auch Dietrich Bonhoeffer setzte sich aktiv für den politischen Wiederstand ein. Er wurde im April 1945 im KZ Flossenburg hingerichtet.

Um 1938 entstand auf evangelischer Seite das Büro Grüber, welches sich auf die Unterstützung der Juden konzentrierte. Im Dezember 1940 wurde das Büro geschlossen, Pfarrer Grüber verhaftet und viele Mitarbeiter ermordet.

7.Transfer

Ich finde es sehr wichtig, alle Seiten der Verbrechen im Nationalsozialismus und deren Hintergrund zu beleuchten. Wer dahinter steckte, welche Vorteile dadurch hatte und warum. Weil heute kaum jemand genau weiß, wie sich die Kirche im Nazi-Regime verhalten hat und oftmals versucht wird diese Taten zu vertuschen und verheimlichen finde ich es um so wichtiger das Geschehene einmal klar dazustellen. Auch heute noch wird oft über das Dritte Reich gesprochen um es in den Gedanken der Menschen zu erhalten und die Ermordeten zu betrauern. Und um einmal mehr darauf hinzuweisen, dass so etwas nie wieder passieren darf. Man baut Gedenkstätten und Mahnmale auf denen die Namen der Getöteten stehen, um anschaulig zu machen, welche Massen im Nazi-Reich getötet wurden und die Leute zu Mahnen. Jedoch muss ich mit Bedauern feststellen, dass die Geistliche Institution sich nicht recht einsetzt, um zum Beispiel Angehörige der Verstorbenen zu Unterstützen, ob es nun seelisch oder anders sei.

Heutzutage ist es für die Kirche wichtig, sich dafür einzusetzen, dass der Sonntag als Ruhetag erhalten bleibt, dass der größte Teil der Bevölkerung Atteisten sind und viele Arbeiter auf den Sonntag als Arbeitstag angewiesen sind, interessiert dabei weniger. So versucht uns die Kirche ihren Willen aufzuzwingen ohne Rücksicht auf Verluste. Am interessantesten ist jedoch die immer noch aktuelle Diskussion um die Schwangeren Beratung. Dürfen Geistliche die Scheine ausstellen, oder nicht. Der Vatikan ist entschlossen dagegen. Mich würde jedoch mal interessieren, wie ein Mann, der in seinem Leben weder eine Frau haben darf, noch Kinder hat überhaupt darauf kommt, dieses Thema anzuschneiden. Außerdem meinen Gegner des Abtreibungsscheins zu wissen, dass jedes Kind gleichwertig geliebt werden muss und es Mord ist, abzutreiben. Was für eine psychische Belastung es alleine für z.B. Vergewaltigte Frauen ist, schwanger von ihrem Schänder zu sein und dann noch das Kind austragen zu müssen, um sich nicht strafbar zu machen, ist hier aber belanglos. Die Kirche mischt sich in Dinge ein, von der sie absolut nicht sagen kann, dass sie in diesen Gebiet Erfahrungen hat.

Sie versucht immer wieder ihre Lehre als vollkommen und von Gott Gesandt darzustellen. Aber hat Gott nicht in 7 Tagen die Welt erschaffen, also Sonntags auch gearbeitet? Wie kann Gott wollen, dass vergewaltigte Schwangere ihre Kinder aufziehen, von einem Mann, der nicht die geforderte "Nächstenliebe" hat und also auch keine Familie bildet, die der Kirche so wichtig ist. Und wie kann die Kirche wissen, dass sofort nach der Befruchtung ein Leben, ein Mensch entsteht. Hat Gott ihnen das erzählt? Die Wissenschaft belegt dies nicht.

Alles in Allem finde ich es schandhaft, wie die Kirche versucht sich aus begangenen Fehlern zu winden und sich vor der Verantwortung scheut. Selten tritt die Kirche in den Vordergrund, dann redet sie aber über Dinge die sie im wahrsten Sinne des Wortes nichts angeht und von der sie nicht genug Kenntnisse besitzt.

Wesentliche Punkte der Vereinbarung Hitlers mit Pius XI.

- Der heilige Stuhl genießt in seinem Verkehr und seiner Korrespondenz mit den Bischöfen, dem Klerus und den übrigen Angehörigen der katholischen Kirche in Deutschland volle Freiheit.

- In Ausübung ihrer geistlichen Tätigkeit genießen die Geistlichen in jeder Weise wie die Staatsbeamten den Schutz des Staates.(29)

- Bevor die Bischöfe von ihrer Diözese Besitz ergreifen, leisten sie in die Hand des Reichsstadthalters in dem zuständigen Lande bzw. des Reichspräsidenten einen Treueid nach folgender Formel: >>Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es sich für einen Bischof geziemt, dem deutschen Reich und dem Lande...die Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung und das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesen werde ich in Ausübung des mir übertragenen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte. <<

- Die katholisch - theologischen Fakultäten an den staatlichen Hochschulen bleiben erhalten.

- Der katholische Religionsunterricht in den Volks-, Berufs- und Mittelschulen, sowie an höheren Lehranstalten ist ordentliches Lehrfach und wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der katholischen Kirche erteilt.

- Die Beibehaltung und Neueinrichtung katholischer Bekenntnisschulen bleibt gewährleistet.

- In allen katholischen Volksschulen werden nur solche Lehrer angestellt, die Gewähr bieten, den besonderen Erfordernissen der katholischen Bekenntnisschule zu entsprechen.

- Die kirchliche Einsegnung der Ehe darf vor der Ziviltrauung vorgenommen werden.

- Der Deutschen Reichswehr wird für die ihr zugehörigen katholischen Offiziere, Beamte und Mannschaften sowie deren Familien eine Seelsorge zu gestanden...die Leitung...obliegt dem Militärbischof.

- Die katholische Kirche erbittet Gottes Segen für das Nazireich, weil es die Kirche zum gleichberechtigten Partner des Staates gemacht hat. >> An den Sonntagen und den gebotenen Feiertagen wird in den Bischofskirchen sowie in den Pfarr-, Filial- und Klosterkirchen des Deutschen Reiches im Anschluss an den Hauptgottesdienst, entsprechend den Vorschriften der kirchlichen Liturgie, ein Gebet für das Wohlergehen des Deutschen Reiches und Volkes eingelegt. <<

Historische Repressalien gegen Juden

506 Verbietet in Frankreich die Synode von Agde den Christen unter Androhung der Exkommunikation das Essen mit Juden.

538 Die dritte Synode von Orleans untersagt ihnen in der zweiten Hälfte der Karwoche das betreten der Straße.

581 Während der Synode von Marcon wird verlangt, das die Juden devot die Priester zu grüßen und vor ihnen aufzustehen haben.

589 Das Konzil von Toledo verbietet den Juden die Sklavenhaltung, die man den Christen gestattet. Sie mussten darauf hin ihren Landbesitz verkaufen.

633 Das Vierte Konzil von Toledo beschäftigt sich ausführlich mit der Strafzumessung für getaufte, doch wieder abgefallene Juden, mit deren Bestrafung der Bischof beauftragt wird. Kinder von Abgefallenen, die beschnitten sind, müssen deren Eltern weggenommen und in christlichen Familien erzogen werden.

694 Das Siebte Konzil von Toledo erklärt alle Juden wegen staatsfeindlicher Umtriebe und wegen Beleidigung des Kreuzes zu Sklaven. Ihr Vermögen wird eingezogen. Kinder vom siebten Lebensjahr an werden ihnen genommen; später werden sie als Christen verheiratet.

1179 Das Dritte Laterankonzil droht denjenigen Christen die Exkommunikation an, die mit Juden oder Sarazenen zusammenwohnen.(30)

1182 Der katholische König Philipp August vertreibt die Juden aus Frankreich und beschlagnahmt deren Eigentum; der Erlass wird 1394 wiederholt.

1215 Das Vierte Laterankonzil schließt die Juden von öffentlichen Ämtern aus. Juden und Sarazenen müssen sich durch das Tragen bestimmter Kleidung in der Öffentlichkeit auszeichnen.(31) In unserem Sprachraum kommt dieser menschenunwürdige Beschluss erst durch das Agieren des Kardinals Nikolaus von Kues zum Tragen (um 1468). Den Juden wird bei großen kirchlichen Festen das Betreten der Stadt verboten.

1331 Das Konzil von Zamora befiehlt die Verknechtung aller Juden und fordert die Durchführung dieses Beschlusses von den weltlichen Behörden unter Androhung des Kirchenbannes.

1337 ermorden aufgrund eines angeblichen Hostienfrevels die Katholiken von Deggendorf (Niederbayern) sämtliche Juden der Stadt (32)

1349 werden in Straßburg 2.000 Juden verbrannt und ihr Vermögen unter den Christen geteilt. Damals töten Katholiken in mehr als 50 deutschen Gemeinden nahezu sämtliche Juden, meist durch Verbrennen.

1378 (um) stachelt der stellvertretende Erzbischof Martinez zur Judenverfolgung auf. 1391 werden unter seiner Führung in Sevilla 4.000 Juden getötet und 25.000 versklavt. Er befiehlt: >>Diejenigen Juden, die nicht Christen werden wollen, werden totgeschlagen.(33)<<

1426 vertreibt man >>zur Ehre Gottes und der heiligen Jungfrau<< die Juden aus Köln.

1458 vertreibt man die Juden aus Erfurt.

1487 Alle ungetauften Juden werden aus Spanien vertrieben; 1492 aus Portugal.

1519 rottet man die Juden aus Regensburg aus.

1648 werden in Polen bei einer antisemitischen Welle etwa 20.000 Juden umgebracht.

Anmerkungen

1) Illustrierte deutsche Geschichte (auf weitere Angaben verweise ich auf S.24)

2) Heinz- Albert Raem [Hrsg.], Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Paderborn 1980, S. 28

3) Kirchliches Amtsblatt für die Diözese Münster, Jg LXX, Nr. 8

4) Hasler: a.a. O. S. 218

5) >>Ich habe die NSDAP immer korrekt behandelt und mich deshalb wiederholt über ministerielle Anweisungen…und über die Anschauungen der Zentrumsfraktion der Kölner Stadtverordnetenversammlung hinweggesetzt. Ich habe der NSDAP die städtischen Sportplätze zur Verfügung gestellt und ihnen gestattet, Hakenkreuzfahnen an den städtischen Flaggenmasten zu hissen.<<

6) Germania, Band Juli/August 1932

7) n.n.

8) Sein Gespräch findet möglicherweise mit Msg. Pizzardo, einem Unterstaatssekretär, statt.

9) 1933, S. 169

10) Nach der katholischen Revues du deux Mondes, Le Catholicisme et la politique mondiale vom 15.01.1935

11) Binder: Irrtum und Widerstand, Die deutschen Katholiken in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, München 1968. Cramer: Bücherkunde a.a.O.

12) RgBI: II. S. 679 ff.

13) Kirchlichen Blatt für die Diözese Münster vom 27.03.1936 Beilage.

14) Rhodes: a.a.O. S. 164, vollständiger Wortlaut des Briefes.

15) Rhodes: a.a.O. S. 161

16) American World Almanach, S. 236

17) Walther Hofer [Hrsg.], Der Nationalsozialismus, Dokumente 1933 bis 1945. Frankfurt/Hamburg 1962, S. 131

18) Deschner: abermals, a.a.O. S. 463

19) Maslowski: a.a.O. S. 253

20) H.-A. Raem, a.a.O., S. 65f

21) Robert A. Graham, ausführlicher Bericht: Papst Pius XII und die Juden von Ungarn im Jahr 1944; als King Lecture überreicht an die US. Catholics Historical Society.

22) Gunther Levy wirft sich zum Hauptankläger auf. Ein deutscher Jude, der 1939 das Land verlässt und nach Palästina, später in die USA geht. Er ist der Verfasser des Buches "The Catholic Church and the Third Reich." In ihm führt er aus, dass der Vatikan schon Ende 1942 grundlegende Kenntnisse von den Vergasungen und Vernichtungen in Ostpolen besessen hat.

23) Rhodes: a.a.O.

24) A.A.: Pol. III. Actes Repertorium; Bericht von der deutschen Legation, Budapest 25.01.1934; Bericht von R.S.H.S. Oberstrumführer Mylius.

25) Tittmann: Bericht über die Erwiderung durch den Vatikan, Rhodes: a.a.O. S. 301

26) Hofer, a.a.O., S. 144

27) Günter Schönbrunn [Bearb.], Geschichte in Quellen, Bd. v. München 1961, S. 328

28) Zitat nach: Wolfgang Benz: Kirchen- Selbstbehauptung und Opposition. In: Informationen zur politischen Bildung. Deutscher Widerstand 1933 bis 1945. Hrsg. Von der Bundeszentrale für politische Bildung: Bonn, 1994. (S. 19)

29) Rhodes: a.a.O. S. 151

30) Conciliorium oecumenicorum decrete, a.a.O. S. 200, Freiburg 1962

31) Conciliorium oecumenicorum decrete, a.a.O. S. 202, Freiburg 1962

32) Noch heute hängt in der Deggendorfer Kirche zur Erinnerung an den dortigen Judenmord vom 30.09.1337 eine Bildtafel mit der Unterschrift: >>Die Juden werden von den Christen aus rechtmäßigem gottgefälligem Eifer ermordet und ausgestreut. Gott gebe das von diesem Höllengeschmeiß unser Vaterland jederzeit befreyet bleibe.<< Im Sommer 1961 hat man die Unterschrift übermalt; die Schande ist damit keinesfalls ausgelöscht.

33) Deschner: a.a.O. S. 454

Literaturverzeichnis:

Hitler, Adolf: Mein Kampf, München 1934

Levy, Gunther: Die katholische Kirche und das Dritte Reich, München 1965

Lortz, Joseph: Die Reformation in Deutschland, 4. Auflage, Band 1,2, Freiburg i. Br. 1962

Papen, Franz von: Der Wahrheit eine Gasse, 1952

Wolf, Hans Jürgen: Die Sünden der Kirche, Hamburg 1998

Zeiten und Menschen, Band 4, Schroedel/Schönigh Verlag, 1994

Illustrierte Deutsche Geschichte bis 1990,

Weitere Hilfsmittel:

Internetseiten,

www.metacrawler.de -Suche nach Reichsbischof Ludwig Müller, Wiederstand im Nationalsozialismus (Quelle für Bild S.20)

www.eule.de -Suche nach Reichskirche, Reichsbischof Ludwig Müller, SA-Christi, Nationalsozialismus

www.iicm.edu/meyers -Lexikon zur Begriffserklärung (Quelle für "Begriffserklärung Euthanasieaktion und Diffamierung")

www.moerike-g.es.bw.schule.de -Erklärung wichtiger Begriffe und Abkürzungen im Nationalsozialismus (Quelle für "Begriffserklärung Deutsche Christen")

Begriffserklärung

Deutsche Christen:

Die Glaubensbewegung wurde 1932 durch den Berliner Pfarrer J. Hossenfelder gegründet. In Anlehnung an die 1927 entstandene Kirchenbewegung Deutsche Christen, wollte die vom landesfürstlichen Territorialismus herrührende Zersplitterung des deutschen Protestantismus durch das Führerprinzip einer Reichskirche unter dem monarchisch waltenden Reichsbischof überwinden. Neben dem Führerprinzip forderten sie den Ausschluss sogenannter Nicht-Arier aus der Gemeinde. Vgl. hierzu ausführlicher K. Meier, Die deutschen Christen. Arbeit zur Geschichte des Kirchenkampfes, Ergänzungsreihe Bd. 3, Göttingen 1977. Außerdem G. von Norden, der deutsche Protestantismus im Jahr der nationalsozialistischen Machtergreifung, Gütersloh 1979.

Diffamierung:

(Diffamation) [lat.], üble Verleumdung; diffamieren = verleumden

Euthanasieaktion:

Nationalsozialistisches Programm zur Vernichtung "lebensunwerten Lebens" (u.a. geistig oder physisch Kranke Menschen) Von 1939 bis August 1941 wurden in speziellen "Tötungsanstalten" schätzungsweise 60000 bis 80000 Menschen getötet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Deutsche Evangelische Nationalsynode Die Berufung von Pfarrer Ludwig Müller zum Reichsbischof Wittenberg, 27.9.1933

22 von 22 Seiten

Details

Titel
Das Verhalten der Kirche im Nationalsozialismus
Note
1,0
Autor
Jahr
1998
Seiten
22
Katalognummer
V109817
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ich habe die Arbeit Anfang 1998 geschrieben, kurz danach äußerte sich erstmals Papst Pius zu dem Verhalten der Kirche während des Nationalsozialismus und entschuldigte sich offiziell im Namen der Kirche. Dieser Wandel der Einstellung konnte somit in dieser Arbeit noch nicht berücksichtigt werden.
Schlagworte
Kirche, Nationalsozialismus
Arbeit zitieren
Jana Emkow (Autor), 1998, Das Verhalten der Kirche im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109817

Kommentare

  • Gast am 12.8.2008

    Titel: Das Verhalten der Kirche im Nationalsozialismus.

    Diese Arbeit ist in einigen Teilen mehr von Vorurteilen als von wissenschaftlicher Neutralität geprägt. Als Beleg hierfür führe ich die Äußerungen in Kap. 7 zum kirchlichen Bemühen,den Sonntag zu erhalten, an. Deshalb ist dieses Werk für mich sehr fragwürdig. Die Meinung der betreuenden Lehrer interessiert mich sehr. Desweiteren bleibt anzumerken, dass Papst Pius 1998 schon seit ca 40 Jahren tot war und sich daher zum angegebenen Zeitpunkt nicht mehr entschuldigen konnte.

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