Energieeinsparungen durch Gentechnik - zu welchem Preis?


Referat (Ausarbeitung), 2005

11 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsverzeichnis

Einleitung, Weltanbauflächen

Einsparungspotential:

Kann ich mit Gentechnik Energie sparen?

Nachteile der Gentechnik

Fazit

Quellen

Handzettel

Einleitung und Weltanbauflächen

Welche Bedeutung hat die Gentechnik heute und morgen?

Zeichenerklärung: (gv = gentechnisch verändert)

"60 bis 70 Prozent aller verarbeiteten Lebensmittel kommen schon jetzt mit der Gentechnik in Berührung", behauptet stellvertretend für den Wissenschaftlerkreis Klaus-Dieter Jany, Professor am Molekularbiologischen Zentrum der Bundesforschungsanstalt für Ernährung. („Auch in Käse und Bier verbergen sich fremde Gene“, FAZ , 29.10.00 sowie bfa-ernährung.de Stand 2002)

Seit Anfang der 80iger Jahre gentechnisch hergestellte Enzyme verwendet werden. Auch in der Landwirtschaft werden zunehmend gentechnisch veränderte Pflanzen verwendet. Man bedenke: 2/3 der Welternährung hängen von 10 Nutzpflanzen ab: u.a. Sojabohnen, Mais, Kartoffeln, Tomaten, Kakao (Nutzpflanzenbroschüre/GeN e. V.), die gentechnisch verändert werden bzw. verändert werden sollen.

Bis Ende 2004 waren weltweit 56 Prozent der angebauten Sojabohnen gentechnisch veränderte Sorten. Rund 80 Prozent der weltweit angebauten Soja wandert ins Tierfutter. Soja ist aber auch als Zutat in 20.000 bis 30.000 Lebensmitteln: in Magarine (pflanzliches Fett), Schokolade (Lecithin), Suppen und Saucen (Protein) zu finden. (28.1.05, transgen.de) In der BRD kommt es zur harter Sanktionierung bei Vorkommen von gv. Soja in herkömmlichen Lebensmitteln ohne Wissen der Verbraucher: Ende 2004 wurde kennzeichnungspflichtiges, gentechnisch verändertes Soja-Öl in Gaststätten und an Imbißständen ohne Hinweis angeboten, wie von Greenpeace aufgedeckt wurde. Strafen bis zu 50.000 € wären möglich.

Weltweit. Anbauflächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen 1996-2004 in Mio. Hektar. transgen.de

+Anbauflächen: Binnen 8 Jahren sind weltweit die Anbauflächen gentechnisch veränderter Pflanzen von unter 5 Millionen auf 80 Millionen Hektar angestiegen. = Verzehnfachung der Anbauflächen

Bis 2015 wird fast eine Verdopplung: der Anbauquoten von gv Pflanzen in 30 Ländern auf 150 Millionen Hektar vorausgesagt.

+ Der Anbauanteil je Pflanze: hat bei Soja 60%, bei Mais 23 %, bei Baumwolle 11 % und bei Raps 6 % im Jahre 2004 betragen.

+ Der Anbauanteil je Land: hat 60 % bei den USA (vorwiegend Soja, Mais, Baumwolle), 20% in

Argentinien, je 6 % Kanada und Brasilien sowie China 5 % und in Paraguay 2 % betragen.

In den USA werden vorwiegend herbizidgeschützte oder gegen Insektenschädlinge geschützte Pflanzensorten angebaut.

+Anteil je Resistenz: Bei 72 % der angebauten gv. Pflanzen finden wir eine gentechnisch eingebaute Herbizidresistenz (bei Soja, Mais, Raps, Baumwolle) und 19 % der angebauten gv. Pflanzen eine Bt-vermittelte Insektenresistenz( u. a. Mais) vor.

+Weltmarktaufteilung: 90 Prozent aller weltweit angebauten gv. Pflanzen stammen von Monsanto

Die Enzyme (1)

Frage an die Zuhörer: Was hat dieses Bild mit der Gentechnik zu tun?

Das Bild zeigt die Herstellung von Enzymen mit gentechnischer veränderten Kleinstlebewesen unter optimalen Bedingungen im Fermenter.

Was sind Enzyme?

Enzyme, grob umschrieben Reaktionsbeschleuniger, können große Moleküle "umbauen" oder kleine "zusammenkleben", sie können Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenStärke, Fette, Eiweiße aufspalten. Viele natürliche Abbau-, Verdauungs- oder Gärungsvorgänge sind das Werk der Enzyme.

Durch die Gentechnik kann jeder Mikroorganismus jedes Enzym in unbegrenzter Menge bilden, welche zuvor nur für den Eigenbedarf hergestellt wurden.

Wofür werden Enzyme verwendet?

Heute werden unzählige Enzyme bereits mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen produziert. Sie werden in der Lebensmittelverarbeitung, als Futtermittelzusatz, in der Stärke-, Textil-, Leder-, Papier- und der Kosmetikindustrie eingesetzt.

Bei Brot und Backwaren werden sie zur Verbesserung von Teigeigenschaften und Verarbeitungsfähigkeit verwendet.

Hierbei kommen folgende Enzyme zur Anwendung:

Amylasen, Proteasen, Lipasen, Hemicellulasen, Xylanasen, Glucoseoxidase

Bei Süßwaren, z. B. Marzipan und Füllungen, werden die Enzyme Invertase, Lactase zur Verhinderung des Auskristallisierens verwendet.

Bei Dicklegung der Milch,erste Stufe der Käseherstellung, kommen die Enzyme

Chymosin, Lipase, Protease zum Einsatz.

Auch bei der Spaltung von Milchzucker zur Intensivierung der milcheigenen Süße, Produkte für lactoseempfindliche Personen werden Enzyme verwendet.

Die Verbesserung der Zartheit und des Aromas von Fleischprodukten (ähnliche Vorgänge finden natürlicherweise beim "Abhängen" des Fleisches statt) ist Ziel der Enzyme Protease, Transglutaminase.

Zur Gewinnung von aromawirksamen Substanzen ( vor allem Käsearomen, Butteraroma), Gewinnung von Zitrusaromen oder -essenzen aus Schalen (z.B. für Limonaden) dienen Lipasen, Proteasen, Pektinasen.

2 Energieeinsparungspotential

Kann ich mit Gentechnik Energie sparen?

Der Vorteil der Verwendung von Enzymen ist die Energieeinsparung. Sie reagieren in wässrigen Lösungen, ohne Druck und bei Körpertemperatur. Im Gegensatz zu chemischen Prozessen benötigen enzymatische Verfahren weder Lösungsmittel, noch den Zwang extremer Hitze oder Drücke und sind daher im Allgemeinen weniger energieintensiv.

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse möchte ich im folgenden anhand einiger Untersuchungen des Bundesumweltministeriums darlegen.

Bei der Untersuchung eines Waschganges für 5 kg Weißwäsche (Quelle Bundesumweltministerium 7/2005) ergab sich eine erhebliche Entlastung der Umwelt durch die Verwendung von Enzymen im Vergleich zum herkömmlichen Waschmitteln. Besonders auffällig war die Verminderung des:Treibhauspotentiales, des Eutrophierungspotentials sowie die Verminderung von Einzelstoffen wie Schwefeldioxid und Stickoxiden.

(Quellenzitat: Die Quelle des Bundesumweltministerium „Entlastungseftekte für die Umwelt durch Substitution konventioneller chemischtechnischer Prozesse und Produkte durch biotechnische Verfahren 7/05“, S.344 : „6.3.8 Zusammenfassung der Einzelergebnisse

Die ausgewerteten Wirkungskategorien und Sachbilanzparameter verdeutlichen, dass es unterschiedliche Einflussgrößen auf die Ergebnisse gibt. Einerseits wurden die Ergebnisse durch den Waschprozess beeinflusst, bei dem aufgrund des Einsatzes von Enzymen im Waschmittel bei gleicher Waschleistung mit einer niedrigeren Temperatur gewaschen werden konnte und somit deutlich weniger elektrische Energie benötigt wurde. Andererseits zeigte sich aber, dass bei einigen Parametern auch die Teilsysteme Waschmittelherstellung und Waschwasserreinigung wesentliche Beiträge zu den Ergebnissen lieferten. Für diese Parameter konnte nicht eindeutig festgestellt werden,

ob ausschließlich der Einsatz der Enzyme zu niedrigeren Umweltwirkungen der modernen Waschmittel gegenüber den Traditionellen führte. Die Umweltentlastungen könnten u.a. auch auf den Einsatz von Phosphaten in traditionellen Waschmitteln zurückgeführt werden, die in modernen Waschmitteln aufgrund der ungewollten eutrophierenden Wirkung der Phosphate seit den 80er Jahren nicht mehr enthalten sind. Die Ergebnisse der Wirkungsabschätzung für den Vergleich enzymfreier und enzymhaltiger Waschmittel durch die Szenarien MODERNES WASCHMITTEL und TRADITIONELLES WASCHMITTEL sind in Tabelle 6-47 noch einmal zusammengefasst. Zum Vergleich wurden zudem die Einwohnerwerte (EWW) für die hier betrachtete funktionelle Einheit ( ein

Waschgang für 5 kg Weißwäsche ) berechnet und bei der nachfolgenden Diskussion berücksichtigt. Hierbei ist zu beachten, dass alle Daten der Einwohnerwerte (EWW) mit Faktor 100.000 multipliziert wurden, um die Lesbarkeit der Zahlen zu erleichtern.

Die Tabelle zeigt, dass das Szenario MODERNES WASCHMITTEL gegenüber dem Szenario

TRADITIONELLES WASCHMITTEL zum Teil deutliche Umweltentlastungspotentiale für alle betrachteten Wirkungskategorien und nahezu alle Einzelparameter aufwies. Für die Einzelparameter Benzo(a)pyren (L) und Kohenlenwasserstoffe (W) waren die Unterschiede der Daten sehr gering.“ )

+Besondere Einsparung durch die Biotechnologie bei folgenden Fallstudien:1 Lebstoff B2, 2 Aminosäurenherstellung, 3 Herstellung der antibiotischen Cephalexin (im Antibiotikum für Kühe enthalten), 4 Polyesterherstellung, 6 Enzymatische Herstellung von Acrylamiden,, 10 Öl-Entharzungs-Enzym für Pflanzen, 11 Wasserausbeute in einem pflanzenherstellenden Unternehmen; 12 Beseitigung von Bleichrückständen bei der Textilverarbeitung; 13 enzymatische Zellstoffbleichung (Übersetzungen selbst durchgeführt, da nicht im Quelltext übersetzt) (Quelle Untersuchung des Bundesumweltministeriums, s.o.)

Energieeinsparung durch Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen?

Bei gentechnisch veränderten Pflanzen argumentiert der Herbzidhersteller Monsanto wie folgt: “Den Fallstudien zufolge haben die US-Farmer im Jahr 2001 durch den Anbau von GVOs (gentechnisch veränderten Organismen) umgerechnet 1,3 Milliarden € an Produktionskosten gespart. Angebaut wurden insektenresistente Mais- und Baumwollpflanzen, herbizidtolerante Raps-, Mais-, Baumwoll- und Sojapflanzen sowie virusresistente Papaya- und Kürbispflanzen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln konnte in diesen acht Pflanzenkulturen um insgesamt 20,9 Millionen Liter reduziert werden. “ (monsanto.de) Doch sind diese Zahlen ernstzunehmen?

Eine Untersuchung an herbizidresistenten Sojabohnen zur Überprüfung der Einsparung von Herbiziden wurde von der Universität Madison durchgeführt und bereits 1999 veröffentlicht:

In der Studie wird festgehalten, daß in der Regel zwei bis drei Spritzungen des Herbizids Round Up Ready von Monsanto notwendig waren und zusätzlich zwei bis drei weitere Herbizide eingesetzt wurden, um wirklich alle Unkrautprobleme in den Griff zu bekommen. Der Durchschnittsertrag der RR-Sojabohnen betrug 96 Prozent verglichen mit den konventionellen Sorten. (Oplinger et al. 1999)

Zur Erklärung: Round UP Ready ist ein Unkrautvernichtungsmittel, das alle Pflanzen vernichtet außer der Round Up Ready widerstandsfähigen Pflanze und als weniger umweltschädlich und besser abbaubar gilt als andere Unkrautvernichtungsmittel früher. (Anm. d. Verf.) )

Nach Benbrook (1999) ist das RR-System damit das teuerste System, das jemals auf dem Feld zum Einsatz kam. Trotz allem vermuten Oplinger et al., daß weitere US-Farmer auf RR-Sorten umstellen werden, weil sie bereit seien, Erträge zugunsten der Einfachheit des Unkrautbekämpfungssystems zu opfern. Zusätzlich gehen die Autoren davon aus, daß in Zukunft die Spritzmengen weiter steigen (GID 137, Dez99/Jan00)

(GID 1999: “Die Wissenschaftler verglichen 5.172 konventionelle Sorten mit 3.067 gentechnisch veränderten Round Up Ready-Sorten in acht verschiedenen US-Staaten. (Das heißt nicht, daß so viele unterschiedliche Sorten, sondern nur, daß so viele Felder in die Untersuchung mit einbezogen wurden. Aus der Veröffentlichung ergibt sich die Sortenanzahl nicht zweifelsfrei). Der Durchschnittsertrag der RR-Sojabohnen betrug 96 Prozent verglichen mit den konventionellen Sorten. (Oplinger et al. 1999)“)

Im Jahr 2004 erfolgte der Anbau von Soja in Argentinien auf 14 Mio Hektar. Nach einer Untersuchung 2004 (Dr. Benbrook) sind bereits bei mehreren Unkräuter in Argentinien, wo 99 % des Sojaanbaus Round Ready-Soja sind, Resistenzen gegen das Spritzmittel Gylphosat entstanden, gegen das das Gen-Soja widerstandfähig ist, so daß immer größere Spritzmittelmengen verwendet werden müssen. Quelle: „

„ Die verwendete Menge an Gylophsatspritzmittel je Acre (4047 m2) hat sich binnen 6 Jahren um 51 % erhöht. Monokulturen wie RR-Soja in Argentinien haben die Böden zerstört, deren Güte einst durch die argentinische Fruchtwechselwirtschaft erhalten wurde.

3. Nachteile der Gentechnik

Mögliche Umweltfolgekosten aus der Gentechnik, die einen Energiegewinn relativieren:

Die Ursache der jeweiligen Verbreitung von gv. Sorten ist kaum feststellbar -selbst im Rahmen eines Gerichtsprozesses - , so daß Sicherheitsmaßnahmen nur schwer zu treffen sind.

2004: Patentrecht verletzt: G erichtsurteil in Kanada wegen der Vorhandensseins von einigen gentechnisch verändertem, patentiertem Rapspflanzen der Firma Monsanto des Bauern Schmeiser. Monsanto hatte eingeräumt, daß der gv. Raps nicht absichtlich im Graben der Grundstücksgrenze ausgesät wurde. Es ließ sich nicht klären, aber die Verbreitung des gv. Rapses aufgrund der häufigen Weitertragung des gv. Samens vom Wind oder durch eine Kreuzbestäubung zwischen Raps und gv. Raps entstanden war. Monsanto darf auf Grundlage der gerichtlich festgestellten Patentsrechtsverletzung bestimmen, was mit der Gesamternte und dem Saatgut der Pflanzen des Bauern geschieht.

Bei der Verwendung von gv Pflanzen mit

1.) Herbizidresistenzen:

Bereits 1996 fanden Forscher des Risö-Nationallabors heraus, daß sich die Bastawiderstandsfähigkeit, Basta ist ein Herbizid, innerhalb von 2 Generationen von Raps auf das verwandte Unkraut Rübsen übertrug. “Freigesetzte Organismen und manipulierte Erbinformationen sind nicht rückholbar “(2, Wetterauer Erklärung, GeN e. V., 1999) Somit wird die ohnehin geschädigte Naturumwelt durch die Einbringung von Fremdgenen gestört. Welche Folgen kann die Wanderung von Resistenzbildungen haben?

Ein weiteres Beispiel ist in Großbritannien vorzufinden, wo selbst 15 Jahre nach Anbau von gv Rapspflanzen noch Durchwuchs mit diesem stattfindet.

(Ein Pflanze je m2 war werde auch nach diesem Zeitraum wachsen können allein aus dem Reservoir an keiumngsfähigen Samen im Boden. In der Untersuchung wurden fünf Flächen in England und Schottland begutachte, auf den gv-Pflanzen angebaut worden waren ( The Independent 9.10.05, GID Nr. 172 2005)

2.) Bei der Verwendung von gv. Pflanzen mit Insektizidresistenzen:

Im Bacillus thuringiensis-Mais, kurz Bt-Mais, wird " das ganze Jahr über" ein Auszug das Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis hergestellt, so daß Schädlinge und Nützlinge fortwährend diesem Gift ausgesetzt sind. Dieser ist gegen den Schädling Maiszünsler wirksam.

Folge ist die Befürchtung einer Resistenzentwicklung gegen Bt auch von Seiten der US-Umweltbehörde EPA.

3.) Verdrängung heimischer Arten als potentielle Gefahr

Bei gentechnisch veränderten Lebewesen können neben erwünschten neuen Eigenschaften wie z.B. Insekten- oder Krankheitsresistenz auch nicht beabsichtigte "Nebeneffekte" der gentechnischen Veränderung auftreten. So kann z.B. die Fähigkeit, andere Arten zu verdrängen, gesteigert sein.

Erlebbar ist die Gefahr der Fähigkeit Arten zu verdrängen zum Beispiel in Nordamerika, wo Wiesengesellschaften größtenteils durch europäische Pflanzen gestört sind, die aus Europa eingeführt wurden. Auch in der BRD sehen wir zum Beispiel die Ausbreitung der Kanadischen Goldrute, der Robinie, die kaum Unterwuchs zuläßt, der armenischen Brombeere. Die Genübertragung und die Möglichkeit zur unerwünschten Ausbreitung ist in Mitteleuropa bei Raps und Zuckerrüben gegeben.

Gesundheitsgefahr:

Pustzais Rattenversuchen

Der Gentechnik-Forscher Pustzai baute 1998 ein Maiglöckchen-Protein in Kartoffeln gentechnisch ein und gab sie Ratten zum Fressen, der u. a. Veränderungen im Dünndarm und Blinddarm der Tiere bewirkte. Aufgrund der Veröffentlichung dieser Ergebnisse wurde ihm gekündigt. 2005 wurde er von der Vereinigung deutscher Wissenschaftler für seine Standfestigkeit ausgezeichnet. (Whistleblower-Preis, GID 172 2005)

(Quellenzitat: „Wenn die Tiere die Kartoffeln und das Maiglöckchenprotein hingegen fraßen, dann traten diese Veränderungen nicht auf. Die Forscher Pusztai und Ewen vermuteten, dass diese Effekte mit der gentechnischen Methode selbst zu tun haben, die auch zur Herstellung anderer Gentech-Pflanzen verwendet wird. Pusztai trat mit diesen Ergebnissen an die Öffentlichkeit und wurde deswegen entlassen. „Vorwürfe, Arpad Pusztai hätte seine Versuche nicht korrekt durchgeführt, wurden inzwischen zwar durch eine internationale Wissenschaftlergruppe entkräftet“ (SZ, 23.2.1999).

Durch die Verwendung gentechnisch hergestellter Enzyme bei Fertigbackmischung ist gleichlaufend zu deren Verwendung Anfang der 80iger Jahre die Asthma-Zahl bei Bäckern angestiegen. 2005 zeigen mehr als 20% der Bäcker eine Sensibiliserung auf alpha-Amylase. (Bei wie vielen dann allerdings eine Allergie ausbricht, kann ich nicht sagen. (Antwort auf Anfrage vom 9.11.05 beim Allergikerbund)

4 Fazit

Gentechnisch hergestellte Enzyme sind bei der Nahrungsmittelherstellung heute von großer Bedeutung. Energieeinsparungen sind hierbei offensichtlich, wobei es keine Langzeitstudien gibt, die den Wirkzusammenhang mit auftretenden Allergien berücksichtigen. Somit werden Folgekosten bei der angegebenen Einsparung nicht berücksichtigt. Auch die Bedeutung von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen ist zunehmend. Energieeinsparungen werden im Bereich der Herbizidanwendung bei gv-Pflanzen werden zwar in Untersuchungen nachgewiesen, aber zugleich von unabhängiger fachlicher Seite widerlegt. Somit läßt sich eine Einsparungsmöglichkeit im Bereich gentechnisch hergestellter Enzyme auf die Habenseite stellen. Auf der anderen Seite stehen Bedenken durch die mögliche Genwanderung eingebauter Gene bei gv. Pflanzen, die nach der massenhaften Freisetzung nicht mehr rückgängig zu machen ist. Wer hat berechnet, wieviel Energie es kosten könnte, eine zerstörte Naturumwelt wiederherzustellen? Läßt sich langfristig gesehen ein solcher Schaden überhaupt beseitigen? Was ist, wenn sich nach langer Zeit ergibt, daß versehentlich doch auch Wirkzusammenhänge in gentechnisch veränderten Pflanzen gestört wurden, so daß Menschen krank werden? „Wahrscheinlich gibt es allein in Pflanzen etwa 10 000 verschiedene Inhaltsstoffe, die den menschlichen Körper beeinflussen", erklärt Gerhard Jahreis, Professor für Ernährungswissenschaften an der Universität Jena:"wir kennen mal gerade 4000 und wie die alle zusammen in der Nahrung wirken, haben wir überhaupt noch nicht verstanden." (495911, Frankfurter Rundschau , 09.01.99; keine einschneidende Änderung bis 2005, Words: 1719; Anfrage 12.2005, ob Zitat noch zutreffend bei Prof. Jahreis: Grundsätzlich stimme die Aussage nach wie vor, aber für die Aussage wolle er sich nicht verbürgen.) Wieviel Energie kostet es, kranke Menschen gesund zu machen? Ein bekanntes Einsparungspotential steht also einem Faktor X an Gefahren gegenüber mit dem leichtsinnig durch Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen umgegangen wird. Ich erhoffe mir für die Zukunft die Ausbreitung einer Oekolandwirtschaft mit vielfältigen Sorten. Ich wünschte mir den Verzicht auf gentechnische Sorten im Freiland für „glückliche Käfer“, denn „Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.“

5 Quellen

transgen.de Netzseite der Verbraucherinitiative e. V. , unterstützt von Bayer, BASF, Monsanto Agrar, Pont / Pioneer Hi-Bred International, Syngenta

bfa-ernaehrung.de/ Bundesforschungsanstalt für Ernährung

gen-ethisches-netzwerk.de, Berlin, Herausgeber der Zeitschrift GID (Gen-ethischer Informationsdienst)

greenpeace.de/benbrook Benbrook, C. M. (2005) Problems Facing Soybean Producers in Argentina

http://www.randomhouse.de/dynamicspecials/smith_trojanischesaaten/index.jsp?men=1 Gerichtsurteil: Patentrechtsverletzung, Bauer Schmeiser

Genfood.at: Zusammenfassung des ISAAA-Berichts Global Status of Commercialized Biotech/GM Crops 2004

„ Energieeinsparungen durch Gentechnik – zu welchem Preis?“ (12.12.2005)

6(Handzettel)

Welche Bedeutung hat die Gentechnik heute und morgen? (gv = gentechnisch verändert)

"60 bis 70 Prozent aller verarbeiteten Lebensmittel kommen schon jetzt mit der Gentechnik in Berührung", behauptet stellvertretend für den Wissenschaftlerkreis Klaus-Dieter Jany, Professor am Molekularbiologischen Zentrum der Bundesforschungsanstalt für Ernährung. (bfa-ernährung.de, Stand: 2002) Gentechnisch hergestellte Enzyme festigen die Milch für die Käseherstellung und klären Apfelsäfte. Sie helfen, Aromen und Fruchtauszüge zu gewinnen und sorgen für die Bißfestigkeit von Cornflakes. Weltweit werden 56 Prozent der Sojabohnen mit gv-Sorten erzeugt. Binnen 8 Jahren sind weltweit die Anbauflächen gentechnisch veränderter Pflanzen von unter 5 Millionen auf 80 Millionen Hektar angestiegen. Bis 2015 wird fast eine Verdopplung:der Anbauquoten von gv Pflanzen in 30 Ländern auf 150 Millionen Hektar vorausgesagt. (transgen.de, Stand: 2005) Unsere Ernährung hängt an einem seidenen Faden, denn 2/3 der Welternährung hängen von 10 Nutzpflanzen ab, die mit Hilfe der Gentechnik grundlegend verändert werden sollen. Zu 2/3 werden herbizidresistente Pflanzen, zu 28 Prozent werden insektenresistenter Mais oder Baumwolle angebaut.(Gen-ethisches-Netzwerk.de)

Kann ich mit Gentechnik Energie sparen?

Im Gegensatz zu chemischen Prozessen benötigen enzymatische Verfahren, bei denen gentechnisch hergestellte Enzyme verwendet werden weder Lösungsmittel, noch große Hitze oder Drücke und sind daher im allgemeinen weniger energieintensiv. Bei der Untersuchung eines Waschganges durch das Bundesumweltministerium für 5 Kg Weißwäsche durch das Umweltministerium 2005 ergab sich eine erhebliche Entlastung der Umwelt durch die Verwendung von Enzymen im Vergleich zum herkömmlichen Waschmitteln. Besonders auffällig war die Verminderung des: Treibhauspotentiales, des Eutrophierungspotential sowie die Verminderung von Einzelstoffen wie Schwefeldioxid und Stickoxiden.

Die Energieeinsparung durch Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen, die gegen ein Breitbandunkrautvernichtungsmittel gefeit sind, ist strittig. In einer unabhängigen Untersuchung der Universität Madison von 1999, bislang keine Widerlegung durch unabhängige eine Gegenuntersuchung, wird sogar das System mit dem Unkrautvernichtungmittel Round up als das„teuerste System, das jemals auf dem Feld zum Einsatz kam.“ bezeichnet Der Herbizidhersteller, der zugleich den Round up Ready gv Soja anbietet, Monsanto von Round up Ready hingegen behauptet, daß seine Kunden jährlich Millionen Liter an Herbiziden einsparten.

Kanadische Wissenschaftler verglichen in einer dreijährige Untersuchung über die Erträge von gentechnisch verändertem Mais, bei der drei bis sieben verschiedene gv-Sorten (Bt-Maissorten, Bt = Bodenbakterium Bacillus thuriengiensis) mit ihren nicht-gentechnisch veränderten Schwestern verglichen wurden. Hierbei ergab sich, daß einige der gentechnisch veränderten Sorten bis zu 12 Prozent geringere Erträge brachten (2,GID Okt./Nov 2005, S22).
Zu welchem „Preis“ kann ich Energie sparen ?

Resistenzbildung: Die Genwanderung von Raps das verwandte Unkraut Rübsen nachgewiesen. Somit können Resistenzen entstehen, die auch die Wirksamkeit das biologischen Insektizides Bacillus (Bt) thuringiensis bedrohen können, das gegen den Schädlingsbefall mit dem Maiszünsler verwendet wird. Im Bacillus thuringiensis-Mais, kurz Bt-Mais, wird " das ganze Jahr über" Bt hergestellt, so daß Schädlinge und Nützlinge fortwährend diesem Gift ausgesetzt sind. (gen-ethisches-netzwerk.de)

Mögliches Ausbrechen von gv. Pflanzen wie bei Exoten (GeN e.V.): In der BRD sehen wir zum Beispiel folgende Exoten: die Kanadische Goldrute, die Robinie, die kaum Unterwuchs zuläßt, da stickstoffproduzierend und die armenische Brombeere sich ausbreiten.

Gesundheitsgefährdung durch Unwissenheit: „Wahrscheinlich gibt es allein in Pflanzen etwa 10 000 verschiedene Inhaltsstoffe, die den menschlichen Körper beeinflussen", erklärt Gerhard Jahreis, Professor für Ernährungswissenschaften an der Universität Jena:"wir kennen mal gerade 4000 und wie die alle zusammen in der Nahrung wirken, haben wir überhaupt noch nicht verstanden." Ein bekanntes Einsparungspotential steht also einem Faktor X an Gefahren gegenüber mit dem leichtsinnig durch den weltweiten Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen umgegangen wird.

Persönliches Fazit: Die Energieeinsparung ist bei gentechnisch hergestellten Enzymen offensichtlich. Es gibt jedoch keine Langzeitstudie, die den Wirkzusammenhang zwischen vermehrter Verwendung gentechnisch hergestellter Enzyme und .Allergien untersucht, obgleich beispielsweise in England nach Einführung von Gen-Soja gleichlaufend eine erhöhte Allergieanfälligkeit gegen Soja auftrat. Da Pflanzeninhaltsstoffe nur zu 40 % bekannt sind, kann erst recht nicht der veränderte Wirkzusammenhang durch Einbau von Genen in Pflanzen nicht beurteilt werden und gesundheitliche Folgen sowie hierfür auftretender Energieaufwand berechnet werden. Für die Naturumwelt bedeutet die massenhafte Freisetzung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen einen Massenfreilandversuch mit ungewissem Ausgang, da die Genwanderung zu verwandten Nachbarpflanzen erfolgen kann. Provokant, dennoch zu bedenken bleibt der Spruch: Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten (ob absichtlich oder nicht). Aber kein Genie dieser Welt kann einen toten Käfer lebendig machen.

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Energieeinsparungen durch Gentechnik - zu welchem Preis?
Hochschule
Hochschule RheinMain
Veranstaltung
Umweltprobleme II
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V109910
ISBN (eBook)
9783640080885
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Energieeinsparungen, Gentechnik, Preis, Umweltprobleme
Arbeit zitieren
Hendrik Haupt (Autor:in), 2005, Energieeinsparungen durch Gentechnik - zu welchem Preis?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109910

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